5>er Krieg.
Japan und Frankreich.
Tokio, 18. April. (Reuter.) Die öffentliche Meinung hx Japan, erregt durch die Gastfreundschaft, die der russischen Flotte in den französischen Gewässern gewährt wird, sängt an, sich zu erhitzen. Die Zeitungen fordern die Regierung aus, strengere Maßregeln als bloße Proteste zu ergreifen. Tas einsiußreiche Journal „Pijislümo" sagt, die Benutzung von Madagaskar für die russischen Geschwader war geradezu eine Verletzung des Prinzips der Neutralität. Aber in Anbetracht der Entfernung erhob Japan einfach nur Protest gegen die Verletzung der Neutralität, weil sie, hi so entfernten Häfen, als ohne Einfluß angesehen wurde. Aber so nahe der KriegSzone wäre es unmöglich, es mit derselben Nachsicht anzusehen, wenn Frankreich dem Feinde wirksame Hilfe leiste und sich auf diese Weise tatsächlich mit Rußland verbünde. Es wäre jetzt notwendig, England förmlich zu benachrichtigen und seine Mitwirkung gemäß den Allianzabmachungen zu gewinnen. Das Blatt „A'ahi" sagt, Frankreich hätte die Anwesenheit der Russen wohl überlegt geheim gehalten und hofft, daß die Negierung entschieden handeln werde.
Tas russische Geschwader.
Petersburg, 18. April. Noch immer ist man ohne ertliche Nachricht über den Aufenthalt Noschdjes- wenskys. In Marinekreisen glaubt man, daß Roschdjes- wensky an einem Punkte der Küste von Anam Kohlen einnehme.
London, 18. April. Mehrere einzelne Meldungen von Sichtungen der ruff. Kriegsschiffe durch Kauffahrer verschiedener Nationalitäten stimmen darin überein, daß Noschdjes- wensky die Fahrt von der Kamranbucht in der Richtung des Formosa-Kanals fortgesetzt hat. Im ganzen gewinnt man den Eindruck, daß der russische Admiral seine Streitmacht nach dem Passieren der Nlalakkastraße in mindestens zwei Divisionen formiert bat, die getrennt dampfen. Der in Hongkong eingelaufene Dampfer North Anglia ist bei Bombey-Reef einem bedeutenden Kreuzer-Geschwader nut südlichem Kurs begegnet, das mit Scheinwerfern operierte, dem aber nicht anzusehen war, ob cs japanische oder russische Schiffe waren. Einer nachträglichen Meldung. der „Daily Mail* aus Singapore zufolge teilte der Kapitän des Lloyd- dampfers „Prinz Heinrich* in Ergänzung seines früheren Berichtes mit, daß vor der Turan-Bucht, in der die übrigen Schiffe ankerten, die Kreuzer Dimitri, Bonskoi und Rion auf der Wache lagen, während Bootssiottillen beschäftigt waren, den Russen Lebensmittel und Vorräte zuzuführen. Von den Mannschaften englischer Transportschiffe für die russische Flotte, die in Hongkong den Dienst zur Weiterfahrt in die voraussichtliche Kampszone verweigerten, wurden dort 36 zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt.
Von der ruff. Mandschurei-Armee.
Tokio, 18. April. (Reuter.) Tie russische Streitmacht, die auf der Linie Tschantschun-Kirin und südlich dieser Linie konzentriert ist, wird auf 2 0 0000 M a n n geschätzt. Nach endgiltiger Ausstellung wurden in Port Arthur 41 600 Mann gefangen genommen.
Petersburg, 18. April. Die T ru p p e n v er st ä rk - trugen, welche Linjewitsch in der letzten Zeit zugesandt erhielt, belaufen sich auf insgesamt 40000 Mann. Innerhalb vier Wochen wurden 4000 Eisenbahnwagen zurückbeordert, um die Transporte von Truppen und Kriegsmaterial zu bewerkstelligen.
Wnßfünd in Sturm und Drang.
Ter Mörder des Großfürsten Sergius zum Tode verurteilt.
AuS Moskau meldet vom 18. April die Petersburger Telegr.-Ag.: Koliajew, der Mörder des Großfürsten Sergius, wurde zum Tode verurteilt. Bei der Verhandlung im Senat war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Der Präsident, Senator Teuer, richtete die üblichen Fragen an den Angeklagten betreffs seiner persönlichen Verhältniffe. Der Angeklagte bestritt die Berechtigung dieser Fragen, da er sich als ein tm Kriege kriegsgefangener Bürger betrachte und er werde nur als Kriegsgefangener antworten. Der Präsident läßt darauf den Angeklagten, dessen Verteidiger Mandelsiamm und Schlaschdanow sind, abführen, und es wurde die Sitzung guf kurze Zeit unterbrochen. Nach der Wiederaufnahme erklärten die Verteidiger, sie würden die Verteidigung nur fortsetzen, wenn der Angeklagte in den Sitzungssaal zurückgeführt werde. Ter Angeklagte untersagte seiner Mutter und seiner Schwester die Einreichung eines Gnadengesuchs.
Ein neuer politischer Mord.
Der „Schles. Ztg.* zufolge wurde der neue Polizei- Meister v on Cz en st o ch a u, P o ss o n, vergiftet. Poffon, der fein Amt vor acht Tagen angetreten hatte, erhielt einen Drohbrief, daß er nur noch sechs Tage zu leben hätte. Daraufhin bat er um seine Versetzung, die ihm auch sofort bewilligt wurde. Die Terroristen hielten jedoch Wort, indem sie das angekündigte Urteil vollzogen.
Vorsichtsmaßregeln.
In Petersburg wurden auf den Straßen Aufrufe verteilt, worin die Männer ersucht werden, am 1. Mai nicht unbewaffnet auf die Straße zu gehen und zu veranlassen, daß Frauen und Kinder an diesem Tage zu Hause bleiben.
Ter Dichter Maxim Gorki,
0er sich in Jalta befindet, leidet infolge quälenden Hustens an Schlaflosigkeit und auch sonst zeigen sich bei ihm die typischen Erscheinungen der fortschreitenden Tuberkulose.
Russische Redlichkeit.
Iw Finanzministerrum i|t eine Defraudation von gegen 4 0 0 000 Mark ausgcdeckt worden, begangen durch einen höheren Beamten, dem diese Summe im Auftrage des Ministeriums des Innern zum Ankauf von Korn für Verpflegungszwecke überliefert worden war. Ter Schuldige wurde einstweilen von seinem Ver- trauenspolten entfernt, er sott bereits das Weite gesucht
Da? Recht auf Prügel.
Einem galizischen Blatte zufolge, begaben sich in der Kornischen Stabt Radom der Direktor Woyzbon und der Advokat Stein ■ ;ur.i Kommandanten General Kumci- row um sich wegen Mißhandlungen von Knaben durch Lio^aLen zu beschweren. General Lumarow empfing beide
Herren freundlich, riet ihnen aber, sich in derlei 'Angelegenheiten nicht einzumischen, dem Militär sei gelt a t t e t, j e d e n z u s ch l a g e n, der es durch unverschämtes Benehmen provoziere.
deutsches Neich.
Berlin, 18. April. Der Kaiser hat den Wohlfahrts- Einrichtungen der Ha m b u rg - dl m erik a - Lini e, die bekanntlich ihr Schiff „Hamburg* dem Kaiser zu seiner Mittelmeerfahrt unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, eine Spende von 15 000 Mk. als Zeichen seiner besonderen Anerkennung überwiesen.
— Aus Giardini auf Sizilien meldet man vom 18. April: Heute nachmittag begab sich die Kaiserin mit dem Prinzen Adalbert von Taormma herunter; sie gingen an Bord der „Hohenzollern*, nahmen mit dem Kaiser zusammen den Tee und kehrten um 7 Uhr nach Taormina zurück. Angesichts der Schwierigkeiten der Beförderung der Post mit der Eisenbahn stellten sich bte italienischen Kriegsschiffe zu diesem Zweck zur Verfügung.
— Die kaiserliche Familie trifft am Abend des 9. Mai auf Schloß Urville in Lothringen ein. Ter Aufenthalt in Straßburg ist auf vier Tage bemeffen. Tie Einweihung der Gedenkhalle in G ra velotte ist nunmehr auf den 11. Mai festgesetzt. Der Besuch dauert bis zum 17. Mai.
— Zum Oberlandesgerichtspräsidenten von Köln wurde der Düffeldorfer Landesgerichtspräsident Adolf Ratjen, zum Oberlandesgcriehtspräsidenten von (Selle der Göttinger Landgerichtspräsident Hein roth und zum Oberlandesgerichtspräsidenten von Kassel der dortige Landgerichtspräsident von Hassel ernannt.
T e s s a v , 18. April. Der Landtag hat bei der Beratung des Gemcindeabgabcngcsetzes denjenigen Abschnitt angenommen, welcher den Gemeinden das Recht zur Erhebung von Umsatzsteuern von den Konsumvereinen und Warenhäusern gibt. Konsumvereine mit weniger als 20000 Mark und Warenhäuser mit weniger als 10 000 Mark Jahresumsatz bleiben steuerfrei; im übrigen darf die Steuer betragen: bei Konsumvereinen mit 20000—100000 Mark Jahresumsatz nickst mehr als 1, 100000—200000 Mk. nicht mehr als 2, 200 000—300 000 Mk. nicht mehr als 3. 300 000—400 000 Mk. nicht mehr als 4, 400 000 Mk. und mehr Jahresumsatz nicht mehr als 5 vom Tausend des Jahresumsatzes. Diese Steuern sind nicht als Ersatz für die Einkommensteuer und die Gewerbesteuer zu betrachten, sondern sotten neben ihnen erhoben werden. Die Negierung hatte auch bei den Konsumvereinen eine Steigerung der Steuer bis zu einem Jahresumsätze von 900 000 Mk. und bis auf 10 vom Tausend des Jahresumsatzes vorgeschlagen, der Landtag hat aber die von der Etatskommil'ion vorgeschlagenen mäßigeren Sätze für angemessen erachtet.
— Eine Aenderung der Bestimmungen über bi ** Sonntagsruhe ist im Werke. Das Reichsamt des Inner- ist gegenwärtig mit den sehr umfangreichen Vorarbeiten z" einem darauf bezüglichen Entwurf beschäftigt, bei besten Ausstellung die einzelnen Bundesregierungen und auch die Gewerbeaussichtsbeamten gehört werden sotten.
Aus Stadt und KanS.
Gießen, 19. April 1905.
** Hessisch-Thüringische Staatslolterie. Bei der heute sortaesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von je 5000 auf Nr. 43760 63571, Gewinne von je 2000 Mk. aus Nr. 2420 17849 35781 44112 58516 65711 87597 93334. (Ohne Gewähr.)
** Kapellmeister Polster, der Dirigent des Bauer- schen Gesangvereins, ist aus Gesundheitsrücksichten von hier weggezogen und nach Dessau übergesiedelt. Der Bauer'sche Gesangverein hat ibm ein Diplom aussertigen lassen, welches z. Zt. bei Irnßäuser (Mäutzburg) ausgestellt ist.
** Schweres Kalb. Metzgermeister S. Notschild, Marktstraße, schlachtete heute, wie er uns niitteilen läßt, ein Kalb, das 125 Kg. wog. Ein solches Gewicht dürste nur sehr selten vorkommen.
Darmstadt, 18. April. Der 93erein deutscher Papierfabrikanten in Berlin hat der hiesigen technischen Hochsehule den Betrag von 9000 Mk. zur Einrichtung von Hochschulkursen für Studierende der Papierindustrie zur Verfügung gestellt und sich bereit erklärt, während der nächsten drei Jahre weitere Mittel zu stiften. — Ter Gemeinde- und Kirchenrechner Adam Koch von Zell haus en bei Seligenstadt hat sich nach erheblichen Veruntreuungen entfernt. Bei einer Revision ber Spar- und Darlehenskasse der landwirtschaftlichen Genoffenschaft, deren örtliche Verwaltung dem Koch ebenfalls oblag, wurde ein Defizit in der Höhe von mehr als 10 000 Mk. festgestellt. Es sind Erhebungen tni Gange, ob Koch auch Gelder der Gemeindekirchenkasse angegriffen hat.
w. Darmstadt, 19. April. (Eigener Draht- bericht.) Dem Vernehmen nach ist der Inspektor der zoologischen Sammlung des Großh. Museums, Prof. Dr. Gottlieb von Koch, in den Ruhestand getreten. An seine Stelle tritt der seitherige Assistent dieser Sammlung, Dr. Theodor List.
Großqerau, 19. April. (EigenerDrahtbericht.) Der wegen Sittlichkeitsvergehens verhaftete Lehrer Schn eil bacher ist gegen eine Kaution von 2000 Mk. aus der Haft entlassen worden.
Diez, 17. April. Von einem toltwutverdäch- 11 g e n Hunde wurden gestern in Holzappel der praktische Arzt Dr. med. Feiber und ein Kind gebissen , desgleichen in Laurenburg uud Giershausen je ein Kind und mehrere Hunde, sowie in Isselbach mehrere Hunde. Der Hund ist zurzeit noch nicht unschädlich gemacht worden.
** K l e i n e M i > t e if ’t n a e n ans Reffen nnd den Nachbarstaaten. Nach Unterschlagung von 15 000 M k. ging der Kassierer einer Mainzer Brauerei, namens Waith, flüchtig.
DermHcbM*
* Köln, 18. April. Die beiden Burschen, welche im Eisenbahnzuge zwilchen Duisburg und Köln den Direktor der Köln-Bonner KreiSbcmk beraubten und schwer verletzt lwben, haben ein volles Geständnis abgelegt. Sie erklären, daß sie seit Tangem einen Ueberfali auf Fahrgäste eines MsenbalMzuge« geplant hätten. In ihrem Besitz hat man Mord Werkzeuge gefunden. Der Direktor wurde durch einen Schlag mit einem spitzen Instrument gegen
die Stirn betäubt. 55 Mk. sowie eine goldene to)r sielen in den Besitz der Räuber, die, während der Zug bei der nächsten Station langsam fuhr, absprangen und such in ein Gebüffch flüchteten, wo sie den Raub teilen wollten. Sic wurden jedoch von Polizeibeamten festgenommen.
*EinScherzdes Kaisers. Ein hübsches Witzwort, das auf einer früheren Kaiserreise fiel, teilt die °,Berl. Morgenpost mit: Auf einer seiner nordischen Reisen saß der Kaiser nach dem Essen gern''tlich im Rauchsalon der Jacht „Hohenzollern", eine feiner berühmten großen Zigarren rauchend und mit der Tischgesellschaft, zu der auch Graf Eulenburg gehörte, über dies und jenes plaudernd. „Nun will ich Ihnen einmal einen Scherzrebus aufgeben", meinte der Kaiser und entwarf alsbald einen solchen auf einen Bogen Papier. Dieses Blatt, das dann im Kreise herumging, enthielt nur die Worte „Kaiser Wilhelm", war aber in der Mitte, wo sich die Zeichnung eines Nhrenpendels befand, tn zwei Hälften geteilt. Die Tischgesellschaft riet hin und her, war aber außer stände, eine auch nur einigermaßen passende Lösung zu finden. Nur Graf. Eulenburg schwieg schmunzelnd. „Sie wissen es, Graf", rief der Kaiser, „heraus damit!" Der Verfasser des „Sangs an Aegir" zögerte. „Gut", meinte der Kaiser, „so will ich Ihnen erst meine Lösung sagen. Sie lautet: Ein Urteil (Uhr-Teil) im Namen des Kaisers." Alle lachten. „Nun aber, Graf, heraus mit Ihrer Lösung", rief der Kaiser. „Majestät", erwiderte Graf Eulenburg, „ich schwärme bekanntlich für die volkstümliche Literatur und kenne auch meinen Fritz Renter. Meine Lösung ist: „Hier geiht he Heu, dor geiht he hen — hier geiht he hen, d o r geiht h e hen!" Der Kaiser soll sich, wie das so seine Gewohnheit ist, lachend auf die Schenkel geschlagen haben.
* Kleine Tageschronik. Der wegen Unterschlagung von staatlichem Eiseubahnmaterial belastete Produktenhändlcr Freimann in Hannover hat sich im Untersuchungsgefängnis erhängt. — Iip Eichelshagen bei Kyritz in der Mark wütete eine Feuersbrunst, die wahrst ''nlich aus Brandstiftung zurück- zusühren ist. Vier Gehöfte wurden vom Feuer ergriffen. Man vermutet, daß ein Knecht in den Flammen seinen Tod gefunden hat. Mehrere Personen wurden vorletzt. — Der wegen Urkundenfälschung und Betruges mit 320 000 Frcs. ans Zürich gefloßene Kaufmann Eduard Ruegg, welcher am 18. März in Breslau verhaftet wurde, ist aus dem dortigen Polizeigefängnis entstehen. Rrwgg hatte in seiner Zelle den Ofen niedergelegt, eine Wand durchbrochen und war dann über Trre'h-ere Dächer geklettert. —
Aniversikäts-Vachrichten.
— Zum Ausbau der Münster sch en Hochschule zur Voll-Universität mit sämtlichen Fakultäten hat die Stadt Münster einen Nachkredit von 40 000 Mark bewilligt. Die Summe soll für die innere Einrichtung des physiologischen und anatomischen Jnstiwts verwandt werden. .Im ver- slossenen Jabre wurden für diese beiden Institute bereits 50 000 Mark bewilligt. Auch die Provinz Westfalen wird zum Ausbau der medizinischen Fakisttät weitere Mittel flüssig machen.
G.richtsiaal.
0 Marburg, 19. Avril. Der Taglöhner Todt von hiei und seine Ehefrau hittcn sich heute vor der Strafkammei wegen Uebertrctung des F ü r so r g e-E r z i e h u n g s g e se tz eZ zu verantworten. Sie wurden beide beschuldigt, die Flucht ihrer 17 Jahre alten Tochter, die im Kreise Melsungen in Fürsorge- Erziehung war, dadurch begünstigt zu haben, daß sie, als das Mädchen unverhofft nach Hause kam, der Vormunds^afts- behörde keine Mitteilung machten, sondern es an einen bis jetzt der Behörde iwefi unbekannten Ort brachten. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung des Mannes zu 6 Wochen Gefängnis, die Frau dagegen erzielte Freisprechung.
Ar6cit^r6fwegunq.
Berlin, 18. April. Es hat den Anschein, als ob der größt Ausstand iier Bäckereiarbeiter im vorigen Jahre, der^die Bevölkerung Berlins wochenlang beschäftigte, neu austeben soll. Es wird ein Flugblatt seitens des Deutschen Bäckerverbandes 'N Massen in Berlin verbreitet, in dem darauf hingewkesen wird, daß es in diesem Jahre wahrscheinlich zu neuen Kämpfen 'm Bäckergewerbe kommen werde. Die Meisterschaft sei bemüht, io heißt es, den Tarif zu durchbrechen und den Gesellen die schwer erri”’-’,enen Vorteile zunichte zu machen. Dagegen müsse mit all n Mitteln vorg?gangen werden.
Weißenfels, 18. Avril. Der Schuhmacher streik, der nun schon die zehnte Woche dauert, hat sich insofern verschärft, als die Streikenden in chrer letzten Versammlung beschlossen, von dieser Woche an die Streikunterstützung zu erhöhen. Die wirtschaftliche Schädigung, die die Stadt durch den Streik erleidet, ist nach vielen L>underttausmden zu beziffern. Mn eine Einianng ist vorläufig nicht zu denkem
Paris, 18. April. Ans Nantes wird berichtet, daß bei gestrigen Zusammenstößen ein streikender H afenarbeiter durch Bajonettstiche im Rücken schwer verletzt wurde. Ein Gendarm wurde vom Pferde herabgezogen, worauf ihn die Menge blutig schlug. Zwei Stunden lang mußte die Gendarmerie mit blanker Waffe vorgehen. 7 Gendarmen und Polizisten wurden bei den Zusammenstößen verletzt. Da die Arbeitgeber die Forderungen der Hafenarbeiter angenommen haben, ist der Ausstand heute beendigt.
Kandel und Perk-ffr. PolLswirtshaft.
Berliner Börse vom 18. -lpril 1905.
(Mitgeteilr von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont lT/8 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse»
Oest. Kredit .... 208.75 209.00
Deutsche Bank . . . 240.30 240.75
Darmstadter Bank . . 143.00 143.12
Bochumer Guß . . . 251.10 251.90
Harpener Bergbau . . 216.00 216.80
Tendenz: Ziemlich fest.
Akt. - Ges. I. Vrüningu. Sohn, Langendiebach bei Hanau, Zigarrenkisten - und --Wickelformenfabrik. Tie Generalversammlung genehmigte die Bilanz siir 1904, wonach der Vrnttoggewinn 129 600 Mk. fi. V. 132 856.33 Mark) beträgt. Nach Abschreibungen von 59 356 Mk^63 229 Mk.) verbleibt ein Nettogewinn von 70 244 Mk. (69 627 Mk.), woraus eine Dividende von 5 Prozent (wie i. V.) zur Verteilung gelangt.
Reichs bank. Am 25. Llpril wird in Wertheim a. Main eine von der Neichsbankstelle in Würzburg abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. _ t _
Akt.-Ges. für Schriftgießerei und Maschinen» bau in Offenbach. Die Generalversammlung setzte die Dividende auf 6 Proz. fest. Die Aussichten des neuen Geschäftsjahres sind bis fetzt befriedigend. Die Abschlußziffern smd bte gleichen wie im Vorjahre.
Märkte.
ko. Frankfurt a. Ak., 18. April. Herr- u n b Stroh- ma r f t. Heu kostete heute Mk. 3.20-3.50, Stroh Mk. 3.20 bis Akk. 2.50. Alles per 50 Kilo. Teudeuz: fest.
ko. F r a n k f u r l a. M., 19. April. (Tetegr. Orig.-Bericht des „Gieß. 91118.".) Amtliche Notierungen der heutigen ViehMarktpreise. Zum Verkaufe standen: 60 Ochsen, 0 aus Oesterreich 1 Bullen, 00 aus Oesterreich, 36 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 1461 Kalber, 82 Schafe u. Hammel, 1304 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfd.Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 73 bis 75 Akk., 2. Qual. 66—68 Akk., 3. Qual. 59—60 Mk.; Bullen 1. Qual. 61—63, 2. Qual. 00-00; Kühe I. Qualität 66-68 Mk^


