dem andern, die gefälschten Wechsel ein und wurden dem Baler zur Zahlung präsentiert, der, als die Summen immer Häher wurden, die Anzeige gegen seinen Sohn erstattete. Der Wechselsälschcr wurde in das Gefängnis abgefnhrt.
»Zahl der deutschen Aerzte im Jahre 1904. «Auch das Jahr 1904 hat das mit Siebten überfüllte Deutschland weiterhin belastet, sodaß die Zunahme der 30 45/ Aerzten 1.6 Prozent gegen 1903 betragt. J«r tu Vaden und Hessen, die außer Groß-Berlm am merften vlerzte zählen, Tran eS zu einer Verminderung von . / bezrv. 10 Aerzten, sodaß in diesen Staaten 1177 Mw 731 Tlerzte verblieben. Tie Abweichung von der sonstigen alljährlich zu registrierenden prozentualen Zunahme an Aerzten verdankt ihre Entstehung lediglich der defmitiven Einführung des praktischen Jahres, zu dessen Wsolvtcrung tute große Anzahl junger Aerzte noch, verpflichtet rsh, die *un erst im nächsten Jaljre die niwerinerdllche Zublut an Aerzten bringen wird. Tie Verteilung der Aerzte aus Groß-, Mittel- und Kleinstädte ist die gleiche geblieben tote vorher.
* Moskau, 17 Jan. Am Neujahrstage erhielt die bc° kannte Sängerin E. I. Tara so wa dura» einen ^tenimnaiin einen sie il i den Holz kästen überbracht, als Ucberraschung von einem Umxkannten. Äls die Tusowa auf den -Lericlstuß- knovi drückte, um das Kästchen zu ofsnen, erfolgte eine f u r ch t bare Detonation. Tie Sängerin, die Zimmervermieterrn und deren Tochter wurden im Gesicht schwer verwundet imd ixi Tarasowa ein Auge vollständig ausgerrsten, Das Zimmer war von Pulverdampf erfüllt, die ganze Einrichtung i|t *^lC Explosion zerstört worden. Die sofort ein^ele^tett Untersu^ng ergab, ixiß sich in dem Kasten zwei C'lasdsthcn mit ^^oswltofsin, verbunden durch einen elektrischen Kontatt, befunden den Druck auf den Knopf wurde der 'ytrorn^ m die Laichen geleitet und so die Explosion heroorgerufen. Der Aviendic De» Lästcyens ist bis zur Stunde noch nicht ermittelt.
d Mainz, 20. Ian. Sehr „erzieherisch'' hat der26jährige frühere Bäcker und jetziae Unteroffizier Gottfried Schal! aus Ulzigerode, Kreis Merseburg (^ack^en) von der 2. Komp, des Frist-Artillcrie-Regts. Nr. 3 hier bei der A usbild u n g der Rekruten in der Zeit von 1902 bis 1904 gewillt. Di- Ausbildung der Soldaten bestand aus fortgesetzten,,Nemen Aust merksamkeüen", wie Stöße vor die Brust, Schlagen in in das Gesicht, Ohrfeigen, Fußtritten re. Besonder un Chikanieren leistete der Angeklagte vervorrageiides und mchbrauaste er bei diesen Gelegenheiten öfters die Dienstgewatt. stellte & einem Rekruten, Lks derselbe Laufmarsch übte, das Bein, wodurch der Rekrut stürzte und sich erhebttch verlebte Er mutzte 4 Wochen im Lazarett zubringen. Fast jeden Abend mutzte die ganze Korporalschaft in der Stube zusammentreten, woraus der Angeklagte eine wahre .Hetzjagd auf die gequälten Mechoen ab- hielt. Mit der Klopfpeitsche in der Hand jagte er die ^Mannschaft in der Stube herum, wer nickst geschickt ausweichcn konnte, den traf die Peitsche. Zum Schlüsse mutzten die Soldaten zur Türe hinausspringen. Beim Exerzieren,trat,der brutale Menschenerzieher einem Rekruten mehrmals auf dessen kranke Fütze. 4>cr Mißhandelte erlitt dabei entsetzliche Schmerzen und mutzte später ins Lazarett verbracht werden. Einem anderen Soldaten schlug der Angeklagte den Gewehrkolben in den Rücken, so daß der Getroffene 4 Wochen an Schmerzen litt. Mit dem Seitengewehr ichlug er einen Soldaten derart auf die vandoberfläche, Hatz die Laut aufplatzte. Ein Soldat^ der krank im Bette lag, mutzte aus- stehen fstmd 'erhielt als „Medizin^ eine kräftige Ohrfeige. In den ersten zwei bis drei Mosten gewöhnte er seine Leute an kalte Kost". Es kam fast täglich in dieser Zeit vor, datz die Soldaten, wenn sie um ll1/-? Uhr „mittags müde und hungrig vom Exerzieren kamen und ihr Essen in Empfang genommen hatten, auf Befehl des Angelegten erst die Stube, Stuhle rc. scheuern, Stiesel wichsen und die Betten, die sie sck-on am Morgen
aufgebaut und tocldje vom AngeNagtau inzwischm wie^ durch-
einen Rekrut-» V- Stunde lang auf de-» Qu°vbaum liegen
^urd-t bei Seite imb crrtalteten Meldung. Di- Folge ivat eine Beruebmung der KvrporaIchast uud di-se fürd-U- cme Maffe hnt1 m.'isrstandlunaen zu Tage. Am lo. ^31111 ljui iuu;it un Angeklagte fiel, bet Bestrafung »u entziehen, indem der Stadt einen Zivilanzug Faulte und ihn del Eintritt der ^unielhett am Rheinufer mit seiner Uniform vertauschte Me Uniform steck e EineLnSack und ließ ihn mit Rheinufer liegen. Er wollte den Glauben damit an einen Selbstmord erwecken. einig Tnnc innfrr in Frei-Weiuheim eine Leiche gelandet wurde, ber- mutetema" zueU daß °S Schalk fei, «bn bie Messungen des Körpers ergaben, daß es jemand anders war. JLngcflagtc
crireute iiü? indessen in der Schweiz des besten Wohlbefindens; «'Le'wieder Zlop Da er keine Papiere führte, Latte er mit Scmoicrigfcitcu zu kämpfen und stellte sich am 21. November in Mühlhausen freiwillig der Behörde. Bei feiner heutigen SBer* nehniung stellte der Kompagnie-L>auptmanii P r e ft i e n dem Angeklagten das beste Zeugnis aus. Er sei immer der.beste Unteroffizier gewesen und es habe ihn sehr überrascht, als die vorliegenden Sachen herausgekommen seien -^-er Angeklagte fei ein diensteifriger Soldat, aber auch sehr ehrgeizig gewesen. D'.eser salsckst Ehrgeiz habe den Angeklagten zu den unerlaubten yAittcm feiner Erziehungsweife verleitet Gerade die Korporalschaft des Angeklagten habe aus dem sckstvierigsten Material bestanden, die Leute (als Zeugen traten Landwirte, ^djloner, Monteure tu nb ein Kaufmann auf) hätten körperlich und moralisch Schwierigkeiten gemacht und passiven Widerstand geleistet. Dazu sei noch gekommen, daß er (der Zeuge) scharf, wie man zu sagen Wiege, der Kompagnie auf den Pelz gerückt sei. chas Gericht verurteilte den Angeklagten in 15 Fällen der Mißhandlung, zwei Fällen der vorschristswidrigen Behandlung Fa.,n.usiucht uiw Preisgabe von Dieustgegenstui'd-e.l zu 1 Jahren G es d n g n i s, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Sol- datenstandes. r. ,
S.W.K. Heidelberg, 20. Jan. Tie hiesige S^tras- Ummer verurteilte den Schriftsteller Dr. Rick-ard Degen wegen Untreue, die er sich letztes Jahr als Kassierer des Kuno Fischer-Ehrungskomitees zu schulden kommen ließ, zu drei Monaten Gefängnis. Von der Untersuchungshaft wird ein Monat in Anrechnung gebracht
Anlversttats-Aachrichten.
Stannioi) rocig, 19. Jan. Die hiesigen Hochschul erhaben bekanntlich kürzlich d e m o n st r i e r t und zwar g e g e n d i e russischen Studierenden. Darauf hat jetzt der Rektor erwidert, wem es hier nicht passe, der könne ja eine andere Hock)- idviue aussuchen. Eine Studentenversammlung beschloß nun, den Rat nickst zu befolgen, solidem den Kampf gegen die Russen unentwegt fortzusetzen.
— Ter Stuttgarter S t u d e n t e n p ro t e st gegen konfessionelle Verbindungen. In der am Samstagg abgehaltenen großen Protestvcrsammlung der Stuttgarter Stu- benienicijait gegen die konfessionellen Verbindungen gelangte folgende Resolution an Rektor und Senat der Technischen Hochschule mit allen Stimmen gegen die der zwei katholischen Verbindungen zur Annahme: „Tie Grundbedingung akadcmsichen Lebens und wissensckstistlichen Fortschritts sehen wir in der geistigen Unabhängigkeit des Einzelnen. Tiefe Gruird- lage beutfd/en Geisteslebens wird untergraben durch uin Bcicand und bura) das Wirken von Verbindungen, welche, auf einseitigem Giaubensstandpuntt stehend und in unuertrdgiid)cr Unduldsamkeit
sich nbfd>licf)cnb, schon unter die akademische Jugend, unter H*onnr« litonen konfessionellen Zank niü» $>obcr troflen, uribberint ®r b- fähe mit 'einer freien, voraussetzungslosen Forschung me urtb nimme^ vereinbar sind. Zn dieser gefasst für das akademische Leben, wie für den wissenschaftlichen Fortschritt tritt noch die Gefahr, welche gerade die katholischen konfeffwnellen Verbindungen für unsere nationale Entwicklung bilden, indem sie em Widerspruch zum Wesen wahren Studententnms mit einer politischen Partei zusammengehen und noch dazu Mit ^ner Partei, in deren Herrschaft wir die schverste ^fahr für unser beutsckws Vaterland erblicken müffen. Die.Studentinsd)ast der K^ Tech^ Nischen Hochschule zu Stuttgart ist also der Ansicht, daß der den Glaubensverbindimgen zu Grunde liegende Gedanke sich Mit dem Gedanken der akademischen Freiheit nicht. vereinbaren laßt, und drückt daher den Wunsch ans, daß studentische Verbindungen, welche wesentlick) religiös^konfessionelle Zwecke verfolgen, sowie solche, welche als Mitglieder satzungsgemaß ausschließlich Angehörige nur einer Konfession aufnehmen, verbo t e n und, soweit sie schon bestehen, aufgelöst werden möchten.
Landwirtschaft.
-(-Friedberg, 19. Jan. Nach der letzten Viehzählung zeigt fid) in unserem Kreise gegen die im Jahre 1900 statigehabte eist ausfallender Rückgang in der Schafszucht; die Zahl der Schale hat mu ca. 1100 Stück abgenommen und beträgt noch 4570 Stuck. Merkwürdigerweise hat auch der Rindviehbestand um 950 Stück nbgenonuneu. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Schrveine um 1.550 imd der Pierde um 950 Stück. Die Landwirte wenden sich aegen früher mehr der Schweinezucht zu, da diele eine ergiebigere ist als die Rindviehzucht. Nur die Orte am Abhang des Taunus nnd un östlichen Teile des Kreises treiben noch Schafzucht, in 40 Gemeinden hat diese Zucht vollständig ausgehört. Die Zunahme der Pferde ist in dem rationelleren Betrieb der Landwirtschaft begiimdet. i^ruho, 20. Jan. Anläßlich des 80. Geburtstages iind des goldenen Ehejiibiläums des Großherwgs im September 1906 soll hier eine große Landwirtschaftliche und G a r t e n b a u - A ii s st e 11 u n g stattfinden. Tte Vorbereitungen siiid bereits im (Sange. '
.... . . r-- Kranke. Warme, geschützte L^ge
WinterKUr Ilir nm Südatbang des Taunus, vebss- lieh eingerichtete, kleine Anstalt (bis 30 Patienten). Centrale Heizung und Beleuchtung, geheizte Liegehalle und Conidore. Sorgsame Verpflegung. (Dependance für
Minderbemittelte). Prospecte fi-anco.
Dr. M. Schulze-Knbleyas. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus.
<Äar M unö ^eifitbr. Dolkswirstchaft.
K i e l, 18. ^an. Der Aufsichtsrat der K i e l e r B a n k beschloß, der auf den 10. Februar einzuberuieuden Generalversammlung iür 1904 eine Dividende von 7 Proz. vorzuschlagen.
Märkte.
Gießen, 15. Dez. Viehmarkt. Bei dem Markte am 10 und 11. Jan. waren ausgetrieben 934 Stück Rindvieh und 155 Schweine. — Der nächste Markt findet am 24. und 25. Januar 1905 statt.
fc. F rankfurt a. M^ 20. Jan. (Ong.-Telegr. des ,Gteß. Anz/') S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 498 -Schweine. Schweine: 1. Qualität 59-60 Psg., Lebendgewicht 47-00 P'g., 2 Quak 56—00 Pig., Lebendgewicht 46—00 Psg., 3. Qualität 52—54 Psg., Lebeiidgeivicht 00—00 Psg. Geschält gut, kein Ueberstand.
Man verlange ausdrücklich die Originalmarke „Dr. Hommei’s“ Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht autreden. D 1/l


