Ausgabe 
20.5.1905 Erstes Blatt
 
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Nr. 118

Erstes Matt.

155. Jahrgang

Samstag 20. Mai 1908

235

fand weitere sechs Bomben.

wurden nctöte

Vcholstratze 7.

Vdresie für Depeschen: Auzetger Gtetzen.

Fernsprechanschluß Nr 61

Es war im Jahre 1!____ ...... u o .. _____

Tode seines Bruders Friedrich Wilhelm IV. den Thron besiegen und sollte am 18. Oktober, dem Tage der Völkerschlacht von Leipzig, in Königsberg feierlich gekrönt werden. Hierzu hatten mehrere fremde Souveräne au fierordentliche Botschafter, entsandt, die den offiziellen TitelKönigsbotschafter" führten. Dies waren u. a. für Rußland der Fürst Suworow und für Frankreich

Deutschland in Haitschou.

Seit einigen Tagen waren Gerüchte im Umlauf, Deutsch­land habe in Haitschou seine Flagge gehißt und dauernd Fuß gefaßt.

Hierzu schreibt nun die amtlicheNorddeutsche Allge­meine Ztg.": Obgleich die Angaben über eine deutsche Ftaggenhissung in Haitschou bereits als jeder Begründung entbehrend bezeichnet worden sind, suchen österreichische Korrespondenten der italienischen und englischen Blätter jene falschen Nachrichten wenigstens zum Teil aufrechtzuerhalten. Demgegenüber teilen wir mit, daß nach.einer Meldung des kaiserlichen Gesandten in Peking vom 18. Mai das völlig grundlose Gerücht von einer deutschen Landung an­scheinend dadurch entstanden ist, daß das Kanonenboot Tiger* an der alten Mündung des Hoangho in einer allgemein hergebrachten Weise Lotungen zur Feststellung des dort bekanntlich besonders schwierigen Fahrwassers vor- genommen hat. Dabei ist aber weder eine Flagge gehißt, noch sind Kanonenschüsse abgefeuert worden, noch ist irgend eine Streitigkeit mit der einheimischen Bevölkerung entstanden. Ferner war in einer Meldung eines Mailänder Blattes aus Tokio dem deutschen Konsul in Tschisu die Erklärung in den Mund gelegt worden, es handle sich in Haitschou um die Errichtung einer Militär station zum Schutze der Binnen­schiffahrt. Auf eine amtliche Anfrage meldete der Konsul am 19, Mai, daß diese ihm zugeschriebene Aeußerung rein erfunden sei.

In den letzten Tagen wurden auf einer Höhe, welche Kanea südlich abgreuzt, B an den Aufständischer bemerkt.

strat-Prozesse in der Strafanstalt Vechta vollzogen wird, zu beschäftigen. Wir erhielten einen Brief von dort, worin uns mitgeteilt imirbe, daß der Herausgeber desResidenzboten." sowohl wie Redakteur Scbw^ynert täglich elf Stunden auf dem Schneidertisch hocken müssen, nm Flickarbeiten zu verrichten. Diese unglaubliche Mitteilung veranlaßte uns)i am leMen Sonntag nach Vechta zu fahren, um uns über die Sache Aufklärung zu verschaffen. Dir. uns von einem Vechtaer (je*. machten Mitteilungen wurden uns leider von unseren gefangenen Redakteuren bestätigt.Trotz eindringlichster Vorstellungen und Bitten hat man mich der Schneiderei überwiesen", sagte der Boten"-Hergusgeber,ich habe gebeten, man möge mich gelegent­lich mit leichten Dräußenarbeiten, wie harken, schaufeln undi dergleichen beschäftigen, man möge mich in der Buchbinderei at» beiten lassen, man möge mir doch, irgend eine andere Beschäftigung geben, da mein Körper das elf stündige krumme Hvckn auf dem Schneidertisch nicht so ohne allen Uebergang aushalten könne, es hat mir nichts geholfen, ich wurde zur Schneidereian gehalten".- Ebenso werden unsere Leute zum Kirchgangangehalten", trotz­dem sic sich stets weigern dem Gottesdienst beizuwohnen."i Diese Mitteilung scheint allerdings, unglaublich zu sein. Das muß ja eine merkwürdige Strafanstalt sein!

und Deputierten Arago, dem Botschaftssekretär Guille­rn in und einer noch zu bestimmenden hohen Persönlichkeit der wissenschaftlichen Welt.

Mit Recht wird es in Deutschland wie in Frankreich als ein bedeutsames Zeichen der Zeit angesehen, daß die dritte Republik beschlossen hat, sich bei der Hochzeit des Kronprinzen durch , eine Spezialmission vertreten zu lassen. Und es ist daher in diesem Augenblicke vielleicht nicht uninteressant, daran zu erinnern, wie lange es her ist, seitdem zum letzten Male aus analogem feier­lichen Anlasse eine französische Regierung sich am Hofe von Berlin repräsentieren ließ Wir entnehmen derN. G. C."

folgendes:

Man muß hierzu um mehr als vierzig Jahre zurückgehen. Es war im Jahre 1861. König Wilhelm!, hatte nach,dem

rieflet tietie

außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kekfische« Landwirt die Gießener Familien' MAtter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­tag der B hl'jchen Univers ^Buch-u. Stein- druckerri. 8t Bange.

Mac Ma hon, derselbe Mac Mahvn, der neun Jahre später den preußischen Heeren auf dem Schlachtfelde gegenüberstehen sollte. Daß Kaiser Napoleon III. grrafre ihn erwählt hatte, fand seinen Grund darin, ba& Mae Ma hon in jenem Augenblick auf der Höhe seines, nachmals so schnell wieder verlorenen Ruhmes stand und in beut noch nicht lange vorher beendeten italienischen Feldzüge sich den Marschallstab und die Würde eines Herzogs von Magenta geholt hatte. Außerdem war der Mar­schall eine schöne, männliche ritterliche Erscheinung und wohl geeignet zu einer solchen, auch dekorative Wirkungen verlangenden Rolle. Die Aufnahme, die ihm in Königsberg zu teil wurde, war daher auch eine ftn höchsten Grade auszeichnende und am Morgen der Krönung ließ König Wilhelm den Vertreter des Kaisers Napoleon die Insignien des vornehmsten preußischen Ehrenzeichens, des Ordens vom schwarzen Adler, durch einen Mgeladjutanten überreichen, mit der Bitte, sie schon bei der Krönung anxulegen. Als der Hof dann nach Berlin zurückkehrte und der Könige seinen feierlichen Einzug in die Hauptstadt ge­halten hatte, folgte auch 'hier Fest auf Fest. 'Der französische außerordentliche Botschafter wollte es sich begreiflicherweise an­gelegen sein lassen, alle anderen durch Glanz und Aufwftnd zu übertreffen. Deshalb veranstaltete er im Gebäude der Ge­sandtschaft einen großen Ball, zu dem der ganze Hof , erschien und bei dem die Königin Augusta mit dem Marschall die sogen. Ehrenguadrille tanzte. Mer dieser Ball hinterließ bei ütelen der Teilnehmer sehr unerfteuliche Folgen und die unerfreulichste gerade bei Dem, zu dessen Ehren er gegeben war, dem Könige Wilhelm I. selbst. Im Hofe des Gesandtschaftspalais war nämlich aus Brettern für das Souper ein Saal improvisiert toorbcn, für dessen Ausschmückung man an alles Mögliche, nur nicht an das Notwendigste, eine Heizvorrichtung, gedacht hatte. Da nun die Herbstnacht sehr kalt war, so erkälteten sich eine große Menge der Gäste dadurch, daß sie, vom Tanzen erhitzt, in diesem eiskalten Raume zum Souper verweilen mußten. Und der König zog sich eine so starke Erkältung zu, daß er, sehr zu seinem Unwillen, die Huldigungsfahrt nach Breslau um einige Wochen verschieben mußte. So war Marschall Mac Mahon längst schon nach 'Paris wieder zurückgekehrt, als in Berlin mancher mit einem bösen Husten oder Schnupfen nicht eben dankbar noch 'dieser außer­ordentlichen Botschaft gedachte, die auf so lange Zeit hinaus die letzte Frankreichs in Berlin sein sollte.

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Mai., Die Budgetkommission b Ne ichsta ges nahm heute die Kamerunbahn-Vorlag'e in zweiter Lesung an mit mehreren Amendements zu § 8,, der sich auf die Vorrechte hinsichtlich des Hafenbaues und der Weiterführung der Bahn bezieht.

Dresden, 19. Mai. Der deutsche Nationalliberalö, Vertretertag bat heute abend mit einer Begrüßung be-' gönnen. Namentlich zahlreiche süddeutsche Vertreter sind an-| wesend. Es soll über die Simultanschule, die Reform berj Berggesetzgebung, Jungliberalismus und Parteiorganisation! beraten werden.

München, 19. Mai. Eine Zeitungsmitteilung, daß' die Minister Feilitzsch, Pfaff und Frauendorfer ihre Entlassungsgesuche gegeben, der Ministerpräsident mit, den Entlassungsgesuchen nach Berchtesgaden abgereist sei, der Prinzregent diese aber abgelehnt habe, ist erfunden. Keiner: der genannten Minister hat ein Entlaffungsgesuch gestellt.' Nachdem Minister v. Feilitzsch heute mittag dem Regenten Vortrag gehalten bat, findet jetzt seit 5 Uhr Ministerrat stat^

Ausland.

Haag, 19. Mai. Die Kammer genehmigte mit 56 gegert. 5 Stimmen eine Subvention von 700 000 Fl. zum Ankäufe eineSf Terrains von 5 Hektaren des Parkes in Zargvliet für den Frie^ den spal ast. Der Abg. Lieftinck bekämpfte diese Subvention^ da Holland ohne die Mitwirkung der Mächte nichh dazu verpflichtet sei und dic Schenkung Carnegies genüge. Der. Minister des Aeußern Jottkheer de Wrede de Berencamp erwiderte, die Subvention sei gefordert worden mit Rücksicht auf die dankens'^ werte Schenkung Carnegies und weil die Niederlande dadurch, daß sie der Sitz des Schiedsgerichtshofes seien, eine neue Garanttg ihrer Unabhängigkeit erhielten.

Paris, 19. Mai. In deut heute im Elvsee abgehalteneN, Ministerrat teilte der Minister des Aeußern Delcasss ndt,i daß auf Befehl des Königs von Siam der Präsident der flame fischen 'Grenzregulierung skotnmission die von Frankreich geforderte Grenzlinie angenommen habe; diese Linie bildet von jetzt ab der Fluß Paknamven. Die siamesische Bevölkerung, die von der neuen Grenzlinie^betroffen wird, hatj ein Jahr Zeit, für Siam bezw. Frankreich 'zu optieren. Dep Ackerbau mini st er teilte mit, daß er nächsten Dienstag nach Rom abreist, um dort Ende nächster Woche dem Könige die zu bem, internationalen Ackerbauinstitut abgeordnete fvcm^j zösische Mission vorzustellen.

Lyon, 19. Mai. Zwischen den hiesigen staatlichen Poli> zjsten, welche mit ihrem Kommandanten, einem Gendarmerie- Oberstleutnant, unzufrieden sind, und dem Präfekten ist ein Zwist ausgebrochen. In einer Versammlung der.Polizisten irurbe sogar eine Ausstandsbewegung angeregt. Die dienstfreies Polizisten erhielten infolgedessen gestern abend den Befehl, sich auf ihren Posten zu begeben: doch weigerten sie sich, zu gehorchen.

Rom, 19. Mai. In Erwiderung auf eine Anftage erklärt: Unterstaatsseiretär des Aeußern Fnsinato in der Kammer, die amtliche Anerkennung dec rumäuis cheN Nationalität durch die Türkei wurde von Italien der Türkei, beständig empfohlen, vor wie nach dem Zwischenfalle von Janina. Diei italienische Regierung habe das Vertrauen, daß die. Wünsche des' rumänischen Volkes erfüllt werden. Sie werde sich stets vvn' der traditionellen Freundschaft und Sympathie leiten lassen, bt$ zwischen beiden Völkern bestehe und niemals versagte.

Wien, 19. Mai. Im Landtage überreichten die Christ« lich-Sozialen ein Interpellation, in der sie sich gegen! bie; evangelischen Pfarrämter heftig wenden, die durch Auf-.' legung sogenannter UebeTtrittsformulare in den Pfarrämtern die politischen und antidhnastischen Zwecken dienende ,^?vs von Rom"-Bewegung unterstützen Die Christlich-Sozialen ver­langen vom Statthalter eine energische Intervention beim evmrg^ Oberkirchenrat.

Budapest, 19. Mai. BlätteTmeldungen über die Mission des Barons Burian zufolge soll dieser ermächtigt sein, der Koalition die Kabinettsbildung anzubieten, wo­bei die Krone folgende Bedingungen stellt: Die Regelung der wirtschaftlichen [fragen wird der freien Vereinbarung zwischen beiden Regierungen überlassen, es ist jedoch dem Parlament die: Genehmigung der bereits abgeschlossenen Handelsverträge vor Augen zu halten. Die Reform des Parlamentes soll in der Aus-- dehnung des Wahlrechts, jedoch unter gleichzeitiger Verschärfung der Hausordnung bestehen. Mas die Militärreform betrifft, wird strikte, beschleunigte Durchführung der von Tisza angekündigten, ül der sogenannten Neunerkommission formulierten Forderungen be­züglich der Verwendung ungarischer Offiziere und bezüglich bet; militärischen Mzeichen in Aussicht gestellt. Auch soll die ass- gedehntere Vernnndung der ungarischen Sprache als Dienst-, spräche in den ungarischen Regimentern Platz greifen.

Konstantinopel, 19. Mai. Al§ gestern zwei junge Bul> ^areit in der Monastirer Vorstadt I e n i m a h a l e auf ein Pferd L-ragkörbe mit Gemüse- packten, explodiert- eine darin ver­steckte Dynamit-Bombe. Die Bulgaren und dis Pferde

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger tSS

den polit und ujent«

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ

V " zeigenteil: HanS Deck'

Ale heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.

Zie KürstlichKeiten in Wiesbaden.

Wiesbaden, 19. Mai.

Heute morgen unternahm der Kaiser einen Ausritt und hörte später den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus. Der russische Botschafter in Berlin Graf Osten- Sacken und der russische Militär-Attachä Oberst v. Schebeko sind hier eingetroffen. Ferner traf heute die Prinzessin Fried­rich Karl von Hessen ein. Gegen 11 Uhr nahm der Kaiser die Parade über die Garnison ab. Die Kaiserin und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen begaben sich in einem offenen, mit gelben Rosen geschmückten Wagen mit Spitzreiiern zur Villa Acker und holten hier die Kö­nigin von Italien zur Parade ab. Der Kaiser in Kürassier-Uniform mit gelbem Küraß, ritt vom Schloß aus, gefolgt von den Generalen v. Plessen, v. Hülsen-Häseler, v. Moltke und Flügeladjutant Major v. Friedeburg zum Kaiser-Friedrichsplatz. Vor dem Schloß hatten zahlreiche Vereine und Schulmädchen mit Blumensträußen Ausstellung genommen. Auf dem Kaiser-Friedrichsplatz ritt der Kaiser, gefolgt von den Damen, die Front der Truppen ab und nahm hierauf den Vorbeimarsch ab. Es defilierten das Füsi­lier-Regiment v. GerSdorf (hessisches) Nr. 80, die Unter­offizierschule in Biebrich und das 27. Artillerie-Regiment, dieses ebenfalls zu Fuß. Nach dec Kritik nahm der Kaiser eine Meldung des Grafen Clemens Schönborn entgegen, ferner die des zum Brigade-Kommandeur beförderten General­majors Grafen v. Bünau, sowie weitere zahlreiche militärische Meldungen. Der Kaiser kehrte hierauf ins Schloß zurück. Die Kaiserin geleitete, wie schon gestern abend, die Königin Margherita nach ihrer Villa.

Anläßlich des Geburtstages des Kaisers von Rußland fand mittags beim Kaiserpaar im Schlosse eine Frü h stü ckstäfel statt, an der u. a. teilnahmen: Königin Margherita, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, der italie­nische Botschafter in Berlin Graf Lanza, Reichskanzler Graf Bülow, der Kaiserlich russische Wirkl. Geh. Rat v. Struve, der russische Botschafter in Berlin Graf v. d. Osten-Sacken, der russische Oberst und Flügeladjutant Oberst v. Schebeko, die Herren von der russischen Botschaft in Berlin, der russische Generalkonsul v. Baumgarten und der russische Erzpriester v. Protopow.

Im iBerlaufc der Frühstückstafel erhob sich der Kaiser zu einem Trinkspruche auf den Zaren, indem er sagte:Ich trinke auf das Wohl Seiner Majestät des Kaisers aller Reußen!" Die Musik spielte die russische Nationalhymne. Der Kaiser trug bei der Tafel die Uniform seines russischen DragonerregimentsNarwa" mit dem Bande des russischen Ajdlerordens.

Heute nachmittag 5 Uhr begaben sich der Kaiser und die Kaiserin zur Villa Acker und unternahmen von dort aus mit der Königin Margherita eine Spazierfahrt zu Wagen. Im ersten Wagen fuhren der Kaiser und die- nigm Margherita, im zweiten Wagen die Kaiserin und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen.

Der Kaiser verlieh dem als Vertreter des Mswärtigen Amtes im Gefolge weilenden Gesandten v. Schön den Stern zum Roten 'Wlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub.

Zur A b e n d t a f e l bei den Majestäten waren geladen die Königin Margherita von Italien und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen mit ihren Gefolgen.

Der Reichskanzler Graf Bülow ist heute nachVerlin a b g e r e i st.

Zur Kochzeit des deutschen Kronprinzen.

Ueber das Programm der Festlichkeiten zur Vermählung des Kronprinzen erfährt derLokal-Anzeiger": Die Herzogin Ceeili e trifft am Samstag dem 3.Juni auf dem Lehrter Bahnhofe ein. Der zukünftige Hofstaat führt der Herzogin bis Wittenberge entgegen und geleitet sie nach dem Schloß Bellevue. Hier nimmt die Herzogin Wohn­ung. Von hier aus findet zu noch festzusetzender Stunde die feierliche Einholung statt. ^Am Abend kehrt die Herzogin nach Bellevue zurück, 'wo sie auch während des folgenden Tages wohnt. Am Sonntag dem 4. Juni werden sich am Vormittag die Mtglieder der königlichen Familie, die mecklenburgischen Herrschaften und fürstlichen Gäste zum Gottesdienst im Dom üeremi^eu. Nachmittags findet im königlichen Schloß eine Famtlientafel statt, an der die bereits eingetroffenen Fürstlichkeiten teilnehmen. Am 5. Juni vormittags versammeln sich die Depilationen im königlichen Schlosse. Ihr Em'pfang, mit dem die Ueberreich^ ung der Hockzeitsgeschenke verbunden ist, wird voraussicht­lich um 11 Uhr stattsinden. Hieran schließt sich eine Früh­stückstafel Abends ist Galatafel im königlichen Schlosse und hierauf Galaoper. ^Am Trauungstage, dem 6. Juni, wird der Hausminister v. Wedel im Beisein sämtlicher Minister die Ziviltrauung vornehmen. Daran schließt sich die kirchliche Einsegnung in der Schloßkapelle, die Ober­hofprediger Dr y an d e r vornimmt. Hierauf ist große Hoch­zeitstafel. Ob die Abreise des Kronprinzenpaares noch> an demselben Tage erfolgt und lvohin eventuell die Hochzeits­reise gerichtet ist, steht noch nicht fest.

Die französische Regierun g unterbrertete,. so wird neuerdings aus Paris gemeldet, dem deutschen KUiser die Liste der Mitglieder der Mission, die beauftragt werden sollen, sich nach Berlin zu begeben, um Frankreich bei der Hochzeit des Kronprüizen zu repräsentieren. Die Mission wird bestehen aus: dem Gouverneur von Lyon General de Lacroix als Cl-ef, dem Kontreadmiral de Ma roll es, dem. Obersten Chgbaud, bein Gesandten

Frankreich und der Vatikan.

Paris, 19. Mai. Der Kultusminister Bienvenu Martin richtete im Hinblick auf die Trennungs vor läge neuerdings ein Rundschreiben an die Erzbischöfe und Bischöfe, in welchem dieselben aufgefordert werden, ein genaues Inventar der Kircheneinrichtungsstücke und insbesondere jener Gegenstände auf­zunehmen, die historischen oder Kunstwert haben. Tie Bürgermeister sollen dieser Inventaraufnahme beiwohnen und das Recht haben, ein Verzeichnis aller Gegenstände für das Gemeindearchiv anfertigen zu lassen. DerGaulois" glaubt zu wissen, daß derPapst nur die Verkündigung des Trennnngsgesetzes abwartet, um die erledigten 1 2 Bistümer zu bejetzen. Der Papst beabsichtige zu diesem Zwecke das einstige Recht des französischen Klerus, seine Bischöfe zu wählen, wiederherzustellen. Die Wahlkollegien würden aus den Bischöfen der betreffenden Provinz, den Domherren der Diözese und einer Anzahl Priester als Vertreter des übrigen Klerus bestehen.

Mlitische Tagesschau.

Redakteure auf dem Schneidertisch.

DerResidenzbotc" in Oldenburg schreibt:

Wir sehen uns leider genötigt, uns heute wieder mal mit dem StrasvollMg, wie er an den Verurteilten der Ruh-