Ausgabe 
19.10.1905 Erstes Blatt
 
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155t Jahrgang

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Netzen

ra? Amn Kingraben geiudji

ihren iucrn

nicht allein um die Fleischpreise, der Preise von Eiern, Butter, Obst. Heute schon muß man für

Haltung der Presse treibung.

Es handelt sich ja sondern auch um die Höhe Milch, Gemüsen und

der Preis des Weizens auf 13,50 Mk. sank, als auch in der nächsten Umgebung von Gießen ihr Vieh mit Weizen fütterten und bte fetten Schweine, 100 Pfund Schlachtgewicht, 4050 Pfg. kosteten, da ttöstete man sie mit den Worten: Ja, das ist bei uns in der Geschäfts­welt auch so, bald geht's hinauf, bald geht's hinab; bei Euch wird's auch einmal besser, ^ie Landwirte haben ern Bikrt^jahrhundttt auf das -bejse'ttrreröen gewartet. In dieser Zeit haben die Konsumenten an dem Kapitalvermögen der Landwirte gezehrt. Jetzt atmen die Landwirte endlich einmal auf, es geht ihnen seit einem halben Jahr besser und das mißgönnt man ihnen nun? Soll es denn bei denen niemals bergan gehen, ist das Vorwärtskommen nur für alle anderen da? Doll es denn imb muß es beuu den Landwirten immer schacht geh-en? Seid doch getrost, cs wird den Landwirten schon bald wieder kommen, der Zucker ist um 50 Prozent im Werte gesunken, der Spiritus ällt und mich das Schweinefleisch wird bald nicht mehr 80 Pfg., sondern wieder 5560 Pfg. kosten dann gibt's wieder Ruhe im Lande!

vorkamen. , , r

Mjt dem 10. Lebensjahre kam ich wieder nach pause. Ich war trotz jener sog. Unterernährung kräftig . genug ge­worden, um von dem väterlichen Hofe auS die entfernte Stadtschule auch bei jedem Wetter zu Fuß erreichen zu können. Auch im Vaterhause wurde wenig Fleisch gc» Hessen nicht immer mittags, abends selten oder nie. Zum Morgen- und Nachmittagskaffee trockenes Brot, in obstreichen Jahren mit Zwetschen- oder BirnenmuS. In dieser Zeit 18501863 waren oft die Kartoffelernten so schlecht, daß die Kartoffeln gegen daS Frühjahr vollständig fehlten und statt deren Mehlklöße in die Erbsen-, Bohnen- und Linsen­suppen gegeben wurden zum großen Leidwesen besonder? auch des Gesindes, das die geliebten Kartoffeln schwer ent­behrte. Ich habe zu dieser Zeit in guten Bauernhäusern den Bauern nut seinem Gesinde oft zu Abend essen sehen: Die erste Magd stürzte einen Korb voll gequellter heiß­dampfender Kartoffeln auf den Tisch, jeder schälte eifrig einen ganzen Haufen Kartoffeln mit seinem Taschenmesser, dann tunkte man d'e Kartoöclu in Salz, sich satt und wer

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Umrahme von Anzeigen >ür die Tagesnummer

vormittags 10 Uhr.

^eilertpreiS: lokal 12Ps^ uSwärts 20 Pfg.

ern twortltch für den poüL und allgem. Teil: P. Witt ko: für Stadt und £anb* und Gcrichlsfaal": Ernst Heß', für den An­zeigenteil: Hans Beck.

gerade für besonders erwünscht!

Die Gefahr einer Unterernährung bleibt u. E für die Zukunft umsomehr bestehen, wenn keine all- gemeine Preisreduktion der wesentlichsten Nahr­ungsmittel eintritt als infolge der gesamten Um­gestaltung aller unserer LebenSbedingungen die Körperkräfte und die Körpcrwiderstandsfähigkeit des Durchschnitts unserer Bevölkerung, gegenüber des aus einer in manchem wesent- lich günstiger gestalteten Vergangenheit, immer mehr zurück­gehen. Darum haben u. E. alle, die es gut mit der Zukunft unseres Vaterlandes und unserer Volksgenoffen meinen, allen Grund, mit dem rechten Ernst Sorge dafür zu tragen, daß das Volk wieder in den Stand gesetzt wird, zu erschwing­lichen Preisen sich mit den notwendigsten Lebensmitteln zu versehen. Die vorgcschlagene Einschränkung des Trin­kens ist längst zur Tat geworden, hat aber die Klagen der Konsumenten über die Nahrungsmittelteuerung kaum ver­mindern können, dafür aber das Gastwirtsgewerbe er­heblich geschädigt. Groß ist nicht nur die Nachfrage nach billigen Fischen und Kaninchen, sondern selbst nach Pferde- nnd'Hnn de fleisch geworden (vgl. den heutigen Leitartikel der Köln. Ztg.). und die politische Volksstimmung mit Recht höchst erregt.

Ob wirklich durch die Ocffnung der Grenzen für Schlacht­viehnichts oder nicht viel" erreicht wird, darüber sind be­kanntlich die Ansichten hüben und drüben gründlich ver­schieden. Zugegeben aber, es werde damit nurnicht viel» erreicht, so wäre auch das Wenige schon zu begrüßen.

Daß der Landwirt Not leide, ist wahrhaftig nicht des Städters Wunsch. Von einem Mißgönnen des land- wittschaftlichen Wohlstandes ist nirgends je bei dem Städter die Rede gewesen, im Gegenteil! Aber daß er Not leidet, weiß er, und darum ist c§ sein gutes Recht, sich seiner Haut zu wehren. Er will eS stch nicht gefallen lasten, nur ein Haut- und Knochengerüst zu werden.

Möge die oben ausgesprochene Prophezeiung, daß du Fleischteuerung in etwa 2 bis 3 Monaten nachlasten iverde,' sich bewahrheiten I

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regung geraten waren.

Zu den Uebertreibungen der Preste in der sogen. Fleisch- notftage auch in der jetzigen Zeit zähle ich die Behauptung, es sinde bei der heutigen Marktlage für Fleisch eine Unter­ernährung des Volkes statt, die die schwersten Folgen für die Nation haben könne. Die Behauptung machte mich im ersten Augenblicke stutzig. Ich halte dieselbe nach ruhigem Nacb- denken für vollständig übertrieben. Von einer Unterernährung kann auch dann keine Rede sein, wenn wft/l'ch^ck'le Mensche.'» den Fleischkonsum etwas einschränken müßten, wenn d,e Arbeitenden ich rechne zu diesen gewiß nicht allein den sogen. Lohnarbeiter etwas weniger Fleisch essen müßten. DaS scheint aber nicht einmal nötig. Man dürfte ja_ etwas weniger trinken und könnte so noch mehr Fleisch essen alv vorher bei niedrigeren Fleischpreisen. Aber auch das ist nicht einmal nötig, das lehtt uns die Geschichte der letzten

unzähligen Maschinen, allgemein rationellere Betriebe ic. ic laßt keineswegs Vergleiche mit der ErnähriingSart der Post- kutschtage und ihrer gemächlicheren Arbeitsweise zu. Die heutige Zeit verlangt unerbittlich, man darf allerdings sagen leider, eine intensivere Kost.

Tie Leistungen der älteren Generation in allen Ehren. Sie werden wahrhaftig von keinem Einsichtigen unterschätzt oder gar verkannt werden. Aber sie liegen doch, den 23er- hältnisten entsprechend, zum größten Teil auf wesentlich anderen Gebieten als die unserer Tage, wo die Industrie eine völlige Umgestalti,ng in der Arbeit der Städte hervor- gebracht hat, wo die Handarbeit immer mehr und mehr durch Kopfarbeit oder Maschinenbedienung abgelöst worden ist. Diesem intensiveren Betriebe mußte sich die Ernährungswelss anpasten, sollte der menschliche Körper den vergrößerten An­forderungen stand halten. Wir haben heute eine bessere, reizendere, schneller sättigende Nahrung nötig, als eine Zeit, die so erheblich weniger an Geld wert war. Freilich kannte eine frühere, ruhigere Zeit weniger Magen-, Darm- und Nervenleidende als die heutige. Daran ist zum Teil ganz, gewiß ailch die veränderte Ernährungsweise, die Hastigkeit im Esten schuld, aber das schnellere Arbeiten macht für viele eben schnelleres Esten zur Bedingung. DaS ist eine beklagenswette, aber iinabänderliche Tatsache.

Der Herr Einsender erinnert an eine Zeit, da infolge mangelhafter Nahrung viel Hunger herrschte und sogar bei* Hungertyphus Einzug hielt. Ja soll denn eine solche Zeit als vorbildlich für unsere Tage gelten? Wenn er und andere, die mit ihm jene Zeit überstanden haben, sich heute kräftig und wohl besinden und keinerlei unerfreuliche Nachwirkungen davon zeitlebens gespürt haben, sodaß sie tüchtiges zu leisten vermochten und noch vermögen wohl ihnen! Wir halten aber die Rückkehr solcher Zeiten mchi

Zu dieser Zuschrift bemerken wir folgendes:

Wenn man's so liest, wills richtig scheinen. Und doch glauben wir, daß der Herr Verfaster dieser Zuschrift nicht vollkommen im Rechte ist. Wir meinen im Gegenteil, daß angesichts der ganz abnormen Nahrungsmittelverteuerung in unseren Tagen viel eher von einer maßvollen Zurück- " " zu reden wäre als von lieber-

hundert Jahre.

Unsere Eltern wurden in einer Zeit geboren, als Deutsch­land bettelarm war, im Anfänge deS 19. Jahrhunderts. Sic wuchsen in dieser schlimmen Zeit heran und ihre Kinder Hattens nicht viel bester als sie. Ich bin in emem guten Bürgerhause geboren, als mutterloser Knabe kam ich mit fünf Jahren schon in Pension zu einemDorfschulmeuter«, wie man damals noch sagen durfte. DaS Dorf zählte zu den wohlhabenderen. Die Gemarkung war gut. ES gab viele große Bauern im Ott. Aber auch die Bauerniungen konnten sich nicht immer satt an trockenem schwarzem Brot essen und brachten statt besten ge­sottene ober mit der Schale gebratene Kartoffeln mit in die Schule als Frühstück. Die Kattoffeln blieben einigermaßen warm, da sie in den weiten .£>ofcn- tuschen aufbewahtt wurden. Der Fleischkonsum war sehr gering, frisches Fleisch wurde höchst selten unb nur bann gegessen, wenn das Salz- und Rauch­

fleisch im Hochsommer zu Ende gegangen war. Oft reich bas Brotkorn nicht, obgleich die meiste Kleie im Meh blieb. Dann wurden Pferdebohnen dazwischen ge­mahlen, so war auch das trockene Brot für uns kein Le ckcr'bissen mehr der Hunger trieb es aber hinunter. Das war in den Jahren 18501855. In manchem Frühjahr sprach man mit geheimnisvoller Miene vom Hungertyphus und ich könnte heute noch die Dors­straßen wieberfinden, in benen TobcSfälle an jener Krankheit

ein genießbares Ei 10 Pfg. bezahlen! Im Laufe bes Winters aber steigen die Eierpreise stets, was also werden die Eier zur Weihnachtszeitkosten? Wer kann so abnorme Preise zahlen? Auch die Kartoffelpreise sind angesichts der ungewöhn­lich guten Kartoffelernte viel zu hoch. Woher kommt das? Folgen die Kartoffelproduzenten etwa wirklich dem Vor­schläge, den ein Landwirt in derDtsch. TageSztg." machte, daß die Kartoffeln eher als Futtermittel verwendet werden sollten, als daß die Preise fielen? Ist angesichts deffen nicht anzunehmen, baß nachher roieber auf betn Lande über die hohen Futtermittelpreise geklagt werden

wird?

Der Herr Verfasser leugnet die Gefahr einer Unter­ernährung und vergleicht mit der heutigen Zeit eine graue Vergangenheit. Wir halten diesen Vergleich nicht für glück­lich, weil sich die LebenSbedingungen innerhalb eines Jahrhunderts von Grund au5 verändert haben. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die eine ganz andere Art der Arbeitsleistungen verlangt, erforbert auch eine durchaus andere Ernährungsweise. Die Leute von heute, wohlgemerkt namentlich in den Städten, weniger au dem Lande, wo sich bie Verhältniste naturgemäß weniger verschoben haben, bedürfen zu ihrem ganz unverhältnismäßig komplizierteren und durch unendlich vieles außerordentlick erschwerten Lebensunterhalt einer wesentlich anderen Kost als unsere Großeltern und Eltern in ihrer frühen Jugend, vollends wenn diese Landbewohner waren. Die unumgängliche Ver­stärkung der Anstrengung in allen Berufen, namentlich tn den Städten, die Hand in Hand geht mit der Veränder­ung in der allgemeinen Produktionsweise, auch der der land­wirtschaftlichen ' Nahrungsmittel, durch bie Einführung von

Durst hatte, ging an ben Brunnen und trank. Ich füge ausdrücklich hinzu, daß in den Wintermonaten bie Milch auch auf bem Lande knapp war, daß dicke Milch nur selten ge­geben werden konnte unb daß das Abendessen in bäuerlichen Haushaltungen fast ausschließlich aus Kattoffeln bestand, ivenn solche nicht nach stark auftretender Kattoffelkrankheit durch andere Lebensmittel ersetzt werden mußten.

Kurz vor dem Feldzüge der Jahre 70/71 war ich als Verwalter auf einem großen Gute im füblichcn Teil der reichen Provinz Hannover tätig. Der Bewirtschafter des Gutes war wohlhabend, nur durch eiserne Sparsamkeit und Fleiß konnte er damals das Seine erhalttn, vieNeicht auch mehren Auch in diesem großen Haushalte war der Fleisch­konsum äußerst gering. Zum Frühstück mn 9 Uhr wurde stets nur Butter unb Brot gegeben. Zu Mittag sehr wenig unb kein gutes Fleisch, alle Abende in der Woche gab es dicke Milch und Pellkartoffeln, fünsvierteljahrlang, bis aiicb mich der Ruf zur Wacht am fRMn vom Pflnge und der dicken Milch und den Pellkartoffeln holte. Und doch wie oft habe ich mich an der Loire nach dem Gericht gqclynt, wenn auch gar nichts zu beißen da war.

Also ich und viele Hunderttausende meiner Alters­genossen haben nach unseren teuttg-m Begriffen durch Unter­ernährung gelitten, und doch haben wir die großen Schl ach teil geschlagen, haben iins voller Begeisterung und Kraft auf den Gegner geworfen, der nirgends diesem An­prall der Unterernährten standzuhalten vermochte. Roch mehr, die Generation, die mit mir groß geworden ist, mit mir mehr oder weniger entbehrt hat, hatte Kraft und In­telligenz genug, um nach dem Kriege Deutschland auch wirt­schaftlich in langen Friedensjahren groß zu machen. Es ist also unangebracht, von einer Unterernährung in unseren Tagen zu reden, wenn das Fleisch einmal ein halbes Jahr lang oder auch ein ganzes Jahr 10 Prozent teurer ist als gewöhnlich. Tas Wohlleben von heute ist uns schädlicher als die sogen. Unterernährung in unserer Jugendzeit und der unserer SSätcr.

Die armen Landwirte! Als i.

GietzeimAilzeiger

General-Anzeiger v w

Donnerstag 19. Oktober 1905 «ezug»prei»r monatlich 7b Pft viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf-', durch diePostMk.2.viertel- mhrl. ausschl. Bestellg.

Schwedischer ReichSLagSschlnö»

Stockholm, 18. Lkt.

Die feierliche Schließung der außerordentlichen Rei^tagS» sefsilm wurde heute mit einem Gottesdienst in der Lchloßkapell« cinaelcitct. Von der Schloßkavelle b'gaben sico die Reichstags« mitglieter in den Reichstag. Die beiden Dräfitentm traten vor den Thron und brachten dem König die Mückwünsche der Kam wem bar. Beide nahmen Bezug darauf, daß die Untern nun gebrochen sei und sprachen auS, daß L^weden dennoch ohne Mißtrauen ht die Zukunft sehe Der Präsident *r gumte* Kammer betonte namentlich, daß dre Ze'taenoffen einstimmig König Oskar die Ehre für die fti-tticte Lösung des KvnffcktS gegeben hätten. Mmisteryräsident Lundeberg tttlaS ten J&e, schtuß des Reichstags, worauf der K o n i g mit kräftiger Stimme, aber bewegt, die Thronrede hielt.

Tie Thronrede lautete folgendermaßen: ,

ES ist ein bedeutungsvoller Augenblick,, m dem ich utzj in diesem Saale meine Stimme erhebe. Die. im Jahre 1814 9i#rpii'tirtting ?nnscheu b^t IN ten voraus» JÄteneit Jahrhimdmm rmvlitterten Völkern, der skanA navischeu Halbinsel ist g e b r o ck e n märten. JDer fäwebi Reiä>staa hat durch bat am 16. £?(toter gefaßten Beschluß mtimm bezüglich bmn «ufttfims.«ntmteiSen W°br- hgftig nicht P6ne tiefen Stirnen toe tti.lne ehemalig« Tr-mmmg dieser beiden nahverwandten Völker wieder emtteten, Schwierigkeiten und Gefahren, welche m dem fast ein Jahrbund-.wt alten Bündnis für immer beseitigt schienen, möglicherweise neuerlich zum Leben erweckt Doch wil, ich nicht die Ho'-nung unterdrücken, daß, obwohl bte

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Grosse Ne*1.1.,-

lujjriiu. 'Mädchen gguc. u'ulial ilaudgr. irhilipp-P ju blaues L.ävHeu qeiuoji ' O7oö5| Anceiiratze 22,.

Nr. 24(5

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechtel mit bem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- dlättcr viermal in der

Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Univers.-Buck-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Ervedltwn und Druckerei:

Lchulstraße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exved.S-4K51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

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Die Ocutifle Kummer umtaßt 8 Letten

Wird das Ileisch bald kttliger?

AuS hessischen landwirtschaftlichen Kreisen wird iinS geschrieben:

^Wird daS Fleisch billiger? Ja! Der Dezember, der Januar wirb uns zuverlässig niebrigere Preise für alle bie marktgängigen Fleischsorten bringen, aber wirk­lich billig wirb unb kann eS so rasch nicht roieber werben, benn auch in anberen Länbern sind bie Preise hoch, genau roic bei ber sogen. Fleischnot vor einigen Jahren, als in London beispielsweise zahlreiche Metzger vorüber­gehend ihre Geschäfte schloffen.

Einsichtige Landwirte beklagen eS, daß bie Kon* fum enten allzu hohe Preise für baS Fleisch zahlen müffen. Dauett bie Teuerung zu lange an, so werden zweifellos Maßnahmen getroffen, trotz aller Grünbe, bie da­gegen sprechen, bie Einfu hr vonSchlachtoieh aus demAuSlanbe zu erleichtern, bie Tore, bie nut etwas geöffnet sinb, für bic Einfuhr lebenden Schlachtviehes noch etwas weiter aufzumachen. Damit wirb nichts, ober nicht viel erreicht werben. Ehe sich baburch eine Erleichterung für bie Konsumenten fühlbar machen wirb, sinkt ber Preis von selbst, ba jetzt zahllose Mastschweine in Deutschland für bie Schlachtbank heran reifen. Auch vor einigen Jahren wollte noch im dtovember niemanb glauben, baß bie Preise in ben folgenben Monaten herunter gehen würben, man spottete über bie Vorhersagungen ber lanbwirtschaftlichen Korporationen, inSbesonbere auch über bie bes lanbwitt- schaftlichen Provinzialvereins für Oberheffen, unb boch trafen jene ein unb damit bic Beruhigung ber Konsumenten, bie durch bie übertriebenen Zeitungsberichte in eine gewisse Er-

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