Ausgabe 
16.11.1905 Zweites Blatt
 
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ist, da man den wahren Attentäter in hohen KreisenI vermutet.

Ter Sultan erhielt sichere Beweise dafür, daß ein großer Teil der Bomben und T v n a m i t v o r r ä t e, deren Ein­führung den Armeniern xugeschrieben wurde, von ,'rlcben tür­kischen Würdenträgern beschafft und an verschiedenen Orten nicdergcleat hniri die mit der Untersuchung der an­geblichen armenischen Ihr ric&-- betraut waren. _ So wurden d e int Üstjreichischen Hospital gefundenen Ervlosivstoffe^von^ einer griech. Frau auf höheren Befehl einacschmnggelt. Ter Sriltan ist äuHerst erzürnt und will alle Schuldigen von ihren Polten entfernen.

Eine große, angeblich aus 100 Mann bestehende arie - chisct ' Band? hat : r Tag' in 0/orno-Neroljan, Vilajet Monasir, eine bulgar. .Hochzeitsgesellschaft überfallen, das Haus niedergebrannt, 1? Männer und 1 M ädck« en getötet und acht Frauen und Kinder verumndet. Die Ovfer waren zum grasten Teil Exarchisren. Man vermutet, d-^ß es sich um einen Racheakt wegen der Ermordung eines griechischen Priesters in der dortigen Kirche handelt.

Tie deutsche Negierung ftbfoF, sich allen Maß­nahmen an, die non den Mächten ergriffen wurden, um von der Pforte die Annahme W Finanzagenten und ihres Programmes zu erlangen. Tir deutsche Negierung wird jedoch le i n K r i e a s - schiff zu den Flottenk n" ' naen entsenden können, da sich kein deutsches Kriegsschiff befindet.

R e w v o r r, 15. Nov. W--sh-ingtvn wird gemeldet, Raat v>lane zur Vcrmcidu. ' i n e s Zollkrieges mit Deutschland einen vr-u!-' 'n Mode.-s vivand'. Diese Meld­ung meint augenscheinlich, da'; d's letzte Nesultat der gegen­wärtigen Verhandlungen ein' B 'willigung von Konzessionen aus (Mrunh ; d Tingley-Tar's inrrck eine Prokta

mation Roosevelts sein wird. Ta Deuts-' r jedoch nahezu alte in Abschnitt 3 vorgesehenen Vorteile gen t, wäre damit wenig gewonnen.

Aussilch? ^Neuigkeiten.

Es bleibt derK re u z z c i t u n g" überlassen, die Juden­verfolgungen in Rußland, die in ihrer Furchtbarkeit an die finstersten Zeiten erinnern, gewissermaßen 511 recht- fertigen. Das konservative Organ, da? schon wiederholt -die russische Revolution al? das Werk der Juden bezeichnet hat, schreibt u. a.:Die Mandelstanun und Silberfarb haben die Fackel des Aufruhrs in das Niesenreich des Zaren ge­worfen; das Blut, daS die Nevolution vergossen hat. kommt also zu allererst auf das Haupt der. Inden". Tie witzelnde Anspielung aufMandelstanun und Silberfarb" ist zynisch, und wenn man auch nur einen Augenblick daran denkt, wie zahllos Kinder, Frauen, ©reife, also ganz Unbeteiligte, dem Fanatismus der Menge zum Opfer gefallen sind, dann kann inan unmöglich von einer Vergeltung sprechen. Außerdem sind doch neben den Juden mindestens ebensoviel christliche Elemente an der Nevolution beteiligt. Daß diese letzteren Elemente von der rächenden Nemesis verschont werden, scheint dieKreiszeitung" für selbstverständlich zu halten.

Nach verschiedenen übereinstimmenden Meldungen wurden bei einer Juden Hetze zu Bolgrad in Bessarabien Greneltaten verübt, die selbst in Rußland ohne Beispiel da­stehen. Die Hetze wurde von Agitato rcn veranstaltet, welche die Leidenschaften des Volkes durch aufreizende Proklama­tionen erregten. Das antisemitische Manifest verständigte die Menge, daß der Zar und Graf Witte die Ab- schlachtung der Juden gutgeheißen hätten. Aus ein gegebene? Zeichen begab sich der blutdürstig gemachte Pöbel nach dem Judenviertes, wo Mäimer lind Frauen an dem entsetzlichen Mordbrennen teilnahinen. Die Mörder, die mit allen möglichen Mordwerkzeugen bewaffilet waren, stürniten die Judeilhäuser, worauf ein entsetzliches Morden be­gann. Viele Juden wurden unter dem Iubelgeheul der Zu­schauer lebendig verbrannt, anderen die Glieder ab­geschnitten. Der Zlistand der Leichen verrät die Greuel- taten der Mörder. Auf gräßliche Weise wurde der Na b bin er umgebracht. Er wurde von der wütenden Menge auf die Straße geschleppt, 111 it Petroleum begossen und an- g ezü n dct. Unter beit gräßlichsten Schmerzen gab der Arme seinen Geilt auf.

Und dazu lächelt dieKreuzztg.":

Von sonstigen Greucltaten wird auch heute wiederum vielerlei berichtet. Die Armenier von 7 Kaukasien-Ortschaften scharrten sich zusammen und überfielen in einer Stärke von 7 bis 800 Mann das Tatarendorf Goris, töteten die Bevölkerung und steckten das Dorf in Brand, nachdem sie Alles ge­plündert hatten.

Den letzten Meldungen auS Wladiwostok zufolge bilden der Hafen und die Stadt pur noch einen bren­nenden Trümmerhaufen. Der größte Teil der Stadt ist zerstört. Am ersten Tage der Meuterei sind ca. 300 Matrosen und Soldaten getötet worden. Die Lage für die Einwohner der Stadt ist hoffnungslos. Ter Be­völkerung droht Hungersnot. Fronen und Kinder sind an Bord der im Hafen liegenden Dampfer gebracht.

W. T. B. meldet aus Berlin:

?(uvlnnhitrbc Bkälter fahren fort, zu behauvten, daß die Halt- kMg des russischen Ministerpräsidenten Grafen Witte aegenüber dem Verlangen nach Autonomie in Russisch »Pol en von deutscher Seite beeinflußt sei und daß die deutsche Re- giernna diplomatische und mililärische Vorbereitungen treffe, um .u Russisch-Polen einzurücken. Demgegenüber wird von zuständiger liestgor Stelle erklärt, daß alle diese Gerüchte auf plumper Erfindung beruhen. Die deutsche Regierung hat seit vielen Zghren überhaupt keinen Gedankenaustausch mit der russischen Regierung über polnische Angelegenheiten gepflogen.

Wie eS in Polen z. Z. aussieht, darüber wird auS pent Polenorte Sosnow ice heute gemeldet: TaS Militär schreitet jetzt energisch ein. Ter Stationsvorsteher Schmiert wurde nachts verbastet und nach Petrikau abgesübrt, weil er sich weigerte, Eisenbahnzüge anzunehmeu. Eine Versammlung der Bahnangesiellten wurde durch .Kosaken aufgelöst. Bei Praschkow tvurde ein Eisenbahnzug vonArbeitern anaebalten In Pogan und Ezmielon töteten Arbeiter, zwei Schutz­leute. In SoSnowice und Umgegend verbastete das Militär nchrcrc Streikführer, von denen einige schwer mißhandelt wurden. Der Generalstreik dauert fort.

AuS Warschau ivird gemeldet, das; dort die Tele- gravhenverbindung mit Lodz unterbrochen ist. ES herrscht dort die größte Hungersnot und Kohlenmangel. Drei .Kohlenläden wurden geplündert. Die Arbeiter sind ohne Lebensmittel, weil die Fabriken infolge de? Schlußes der Bankgeschäfte fein Geld zahlen können. Während einer Demonstration in der Krakauer Vorstadt zu Lublin gegen die Verhängung deL Kriegszustandes feuerte Militär auf die Demonstranten, von denen einige getötet und neun verletzt wurden. In Warschau fand eine Durchsuchung der

Redaktion des geschloffenen TageblattesKurfer Codzienny" durch Militär statt. Vier Mitarbeiter wurden verhaftet.

AiiS £thiöt und

Gießen, 16. November 1905.

Die hiesige Handelskammer nahm in ihrer gestrigen Vollversammlung eine Resolutiongegen die geplante Ta balsteuererhöhuna an. TieHandcls- kammer befürchtet von der drohenden Reubelastung des Tabaks eine außerordentliche Schädigung der hiesigen Tabak- und Zigarrenindustrie und ihrer Nebengewerbe und richtet in Uebereinstimmung mit dem deutschen Tabakverein an die Regierung das Ersuchen, von jeder Mehrbelastung des Tabaks und der deutschen Tabakfabrikate Abstand zu nehmen.

Personalien. S. K. H. der G r0 ß b e rz 0 g haben dem evangelischen ersten Pfarrer und Dekan Bernhard B 0 h n zu Alzey anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. Ernannt wurden die Negierungsbauführer Wilhelm Achenbach aus Darm­stadt, Heinrich Best aus Darmstadt, Adolf Christ aus WormS, Karl Köster auS Kaffel, Heinrich Ramspeck aus Groß-Gerau, Wilhelm Nau auS Kalk bei Köln a. Nh., Albert Sprengel aus Reichelsheim i. W., Adolf Stock­hausen aus Offenbach a. M., Georg Thomas aus Groß- Ilmstadt zu Regierungsbaumeistern.

** Erledigte Lehrerstelle. Eine mit einem evan­gelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Bischofsheim, Kreis Groß-Gerau.

" Die 6)emälde-AuSstellung am Brand bleibt wegen Vervollständigung der Lokalausstellung morgen, Frei­tag, geschlossen. Die Anmeldung dazu aus hiesigem Privatbesitz sind in so reichen! Maße eingelaufen, daß die Kunstwerke den ganzen Saal in Anspruch nehmen.

"Der Verein der Detaillisten hielt gestern Abend im Kaufmännischen Vereinshaus hier seine General­versammlung ab. Aus dem von dem Vorsitzenden, Kaufmann C. Röhr erstatteten Geschäftsbericht entnehmen wir: Die Zahl der Mitglieder hat sich im Laufe deS Jahres wesentlich nicht verändert; die Kassenverhältnisse deS Vereins sind günstig. Bei der Vorstandswahl wurden die Herren A. Noll, B. Oppenheimer und H. Selbst wiedergewählt, mährend neu gewählt wurden die. Herren Franz Brück, W Basiert und W. Mades. Die Tätigkeit des Vereins war auch im verffossenen Jahre recht rege und das, was in dieser Hinsicht geschah, zeigt, daß der Verein Alles tut, was zur Hebung des reellen Geschäftsverkehrs im Detailhandel und zur Beseitigung der diesem entgegenstehenden unlauteren, Aus- wüchse etc. notwendig ist. Die Arbeiten des Vereins wurden in 9 Vorstandssilzungen, 2 außerordentlichen und 1 ordent­lichen Generalversammlung erledigt. Der Vorstand beteiligte sich außerdem an drei Ausschußsitzungen des Verbands der Süd- und Westdeutschen Detaillistenvereine, dem der Verein angehört, und besuchte den Verbandstag zu Offenbach a. M. An verschiedene hiesige Behörden, wie Handelskammer, Bürgermeisterei, Postamt usm. wurden eine Reihe von Ein­gaben gerichtet, in welchen teils um Förderung und Unter­stützung im Interesse des Detailhandels gelegenen Schritte, teils um Hebung und Beseitigung bereits bestehender oder doch drohender Schädigungen gebeten wurde. Ein Teil dieser Eingaben hatten den gcwünsch cn Erfolg; auf 2 erst in letzter Zeit notwendig gewordenen Eingaben steht die Antwort noch aus. Die Schulleitung der kaufmännischen Fachschule hat auf 9(nrcgitng des Vereins beschlossen, mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft und die dadu ch be­dingte Mehrarbeit den Unterricht in ihrer Schule im Monat Dezember zu schließen. Bezüglich der von der städtischen Marktkommission angeregten Aufhebung der seit Jahren hier gehaltenen Krä mermärkte wurde in der gestrigen Generalversammlung einstimmig beschlossen, gegen die Aufhebung dieser Märkte zu petitionieren. Durch den Marktverkehr, so wurde ausgeführt, werde auswärtiges Publikum nach Gießen geführt und da dies nur Vorteile für die hiesigen Gewerbetreibenden im Gefolge habe, müsse man alles tun, um diesen Fremdenverkehr zu heben und nicht, wie dies durch Aufhebung der Märkte geschehe, zu ver­mindern.

* Eine hessische H andwc r k e rv e r s a m m lung, die von der Handwerkskammer einberufen wird, findet im Januar in Ta r m st a d t st"tt. Es wird darin eine allgemeine Aus­sprache über die Wirkungen des Handwerlergcsehes erfolgen, insbesondere über dos Lehrlingswesen, die Gesellen- und Meistcr- nrü hingen, das Vereinigunaswesen, den Befähigungsnachweis in in. Eine gegenseitige Aussprache über diese einzelnen Tinge hält die .Kammer für sehr wünschenswert und nutzbringend.

(p.) Stein darf b. Wetzlar, 16. Rov. Unsere Gemeinde crf<itr eine Wasserleitung. Tie unweit des Ortes cr- sch'osieuen Onellen sind einwandfrei und gestalten sich somit uns're demnächst igen Trinfwasserverbältnyse günstig. Tie An­lage dürfte in diesem ?"bre nach fertigqestellt werden.

'Friedberg, 15. Nov. In letzter Zeit ist es der Po­lizei gelungen, verschiedeneschwere Jungen" fest- z u n e h m e n. Infolgedessen wird hauptsächlich den mit den letz­ten Nachtzügen ankommenden Fremden besondere Aufmerksam­keit ge'chenkt. Auch gestern abend fiel der Polizei abermals ein recht verdächtiges Trio nur. In vergangener Nacht tauchten die drei wieder auf und trieben sich in sehr verdäch­tiger Weise in unserer Stadt herum, und wurden auch von einigen Nachtschutzleuten nach Ueberwindung von einigen Schwierigkeiten verhaftet. Im Besitz der Herren fanden sich scharr geladene Revolver, Pulver und Zündschnur, ein Gummischlauch mit einem Eisknstück am Ende, ein Schlag­ring, eine Lochsäge, Glaserdiamanten und Schmierseife, sowie ein Lederriemen, der an einem Eisenbahnfenster abgeschnitten war. Ferner drei Fahrkarten von Dortmund über Siegen nach Gießen. Die Verhafteten heißen Georg Griese, Julius Lagua und Bartels. Sie konnten sich über den Besitz der Gegenstände nicht ausweisen und bleiben deshalb vorerst in Haft. Man vermutet, daß sie vielleicht in dem nahen Oberroßbacher Bergwerk einbrechen und dann mit der Zünd- schnur irgend etwas in die Stift sprengen wollten, um einen Diebstahl zu verbergen. <G. 91.)

Dillenburg, 13. Nov. In Münchhausen sind fünf Rinder an Tollwut eingegangen. Es hat sich jetzt herauSaestellt, das; vor einiger Zeit zwei Hunde deS Hirten plötzlich verendeten. Drei Personen die mit den

Tieren zu tun hatten, sind nach Berlin zur Impfung gereift. Pr)

Mainz, 15. Nov. In der heutigen Sitzung bet Stadtverordneten-Versammlung machte der Vor. sitzende die Mitteilung, daß die städtischen 91 r beit er cm. gesichtS der bei allen Lebensmitteln cingetretenen Preis­steigerung bei der Stadt um eine Teuerungszulage ein. gekommen seien. Tie Eingabe wird der sozialpolitischen Deputation übergeben. (F. Z.)

WieS baden, 15. Nov. Montag früh sand man hier auf dem Exerzierplatz den Kommis Balk, der ein ziemlich lockeres Leben geführt haben soll, erschossen. Anfang? wurde Selbstmord angenommen, dann tauchte der Verdacht auf, daß Balk das Opfer eine? Mordes oder Totschlag? geworden sei. Zwei Bäckergesellen sind deswegen in Unter, suchungshaft genommen. Zu der Frau des einen hatte Ball intime Beziehungen unterhalten. Die Untersuchung soll in. zwischeu die Verdachtsmomente sehr verstärlt haben. <F. A,

Dermifcbte».

'Die Westfa len sind gute Zahler. Auf einen, Burschenschafterkommers verlas jüngst ein alte: Haller Student en'"" Tretbrief, der sein Hauswirt fetnetgti an seine Mutter ge> ,.:r hat. Er ist in Stil, Rechtschreibung und Inhalt so originell, daß wir ihn hier zum Abdruck bringen.Halle 0. Saale, den 25. Dezember 1876. Madam K . , . , Ich hab schon lange an Ihnen geschrieben auch an Ihren Sohn H. Canditat Doktor Medizin, welcher fon Halle für Maaren 5 Taler 25 Sbgr. schuldet. Hab auch mal nach Schmalkalden geschriebe aber keine Antwort erhalte, das habe ich fon eine Westphale noch nie erlebt, alle Westfälische Stilbente ist keiner fon Halle abgereist, ehe er mir nicht bezahlt hat, und Ihr Herr Sohn ist ganz heimlich abgereist, was ich gar nicht wußte, ich erfuhr e; bei der Wirthin, und Ihr Herr Sohn (sagte), er wolle mick> nicht betrüge, ober wenn nie keiner keine Antwort gibt, dann weiß ich schon, daß er mir nicht bezale will, ich kann mir nicht helfe als daß ich Ihren Sohn in den öffentlicher Blättern, die bei Ihnen geleße werden, bekannt mache lajjr, so oft wie ich Lust habe, weil es nicht ville kostet, Gerichtlich kann ich ihren Sohn immer noch verklage wie ich e8 jetzt mit Schauspieler und verdorbene junge Leute getan, welche liederliche, fein angezogene Schwindler wahren, was ich früher nicht gewußt habe, ich bin ein ältlicher Familienvater, dazumal hatte mir solche liederliche junge Leute nicht, wie es jetzt gibt, lauter Schwindler hott man jetzt sille, dämm gibt es auch so viel Zuchthäußler, wir ginge in unser Kirche, blibe zu Hause, aber jetzt laufe die junge Leute in die Bierkneipe herum, mache da Cchkandal, waS soll au8 der Welt dann noch werde mit die junge Leute, Madam K . . . ., wenn wir 9Ute alle tott sind. Ich habe anä zwei Söhne, der eine steht bei den Soldatte, wo sie mi der großen Kanone schieße, der ist mir gut gerate der audm ist wild, wo ich aber sehr streng bin, aber bezahle thue ch for den, ich würde mich schäme, wenn einer mein Sohn sollte öffentlich bekannt mache, lieber tod, c5 ist baS letzte Mal, daß ich an Ihne schreibe. AchtungSfohl F. S . . . . Markt am Rathaus."

ArSeilerbeweflung,

K' a 1 t 0 wik , 15. November. Auf der Giescke grübe irr Sch 0 Pviuik ft reifen beute 1134 Mann, bas sind gcflm gestern 300 Manu weniger. Tie Bergverwaltimg frit es nbgtleM mit dem Streikkomitee zu verhindeln. Dagegen will sie lit den Streikenden selbst unterhandeln, wenn diese vrdnungsmi», eingefahren sind. Eine Deputation von Bergleuten, die nath Breslau fairen sollte, um die Vermittlung des Oberbergamt- an.zurufen, bat van dieser Reise 9Tbftanb genommen. Die Hätten nrhi'ifer her GieKw-rk" mnif<m nrrerSmn? in den Streik treten.

...... ! J»

Gicftcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witternng in Hessen für Freitag, ben 1". November 1905: Zeitweise heiter, trocken, leichter Frost, be­sonders nachts.

91nbere5 durch die Gienener Wetterkarte.

Kirchliche -7 a (fl r t <fi f e n« Israelitische Religionsgemeinde.

(f>6(fesbtena in der Synagoge (Südankage). Samstag den 18. November 1905.

Vorabend 4.30 Uhr.

MorgcnS 9.00 Nhr. Nachmittag? 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.25 Uhr.

Israelitische Rcligionsgcsellschaft. Aottesdienff.

Sabbatbseier am 18. November 1905:

Freitag abend 4.10 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbctthausgang 5.25 Uhr.

Wocheugottesdicnst: morgens 7.00. abend? 4.00 Uhr.

Telefonisch« Kursberichte

Handel

des

Porta'riesen

III

. 97 80

. ] 24.60

100.10

100.50

96.00

. 243.75

. 137.50

Eisenbahn . . . . Gotthnrdbnhn . . . . Lombard Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbabn

14« 90 240 70 180.50 188.53 163.90 210.50

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Eschwcilcr Berirwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburzr-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . I.anrahütte......

Nordd. Lloyd.....

Obenchles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges.

Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . .

Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bauk . . . . Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio-

lll-W 192.50 24 80

142.75

100.50

89.00

89 00

99.60

Oesterr. Gold reute. .

Oesterr. Silberrente L'near. Goldrente . . Italien. Beute . . . Portugiesen Serie I .

3»»'

3%

3%

4' r.

4»; 1

140.»

13-10'

267.00

226.93

250.75

Beichsnnleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . .

Oberhessen

Giessener Anzeigers, rniteeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.

Krankfnrfer Börse. 16. Nov., 1.15 Uhr.

67.55

67.60

93.20

95.40

9020

138.40

4% Griech. Mononol-Anl. . 53.00 4% äussere Argentinier . 90.00

3% Mexikaner .....

4y°e russ-Staatsanl. 1905 iy° n japan. Staatsanleihe 1 °o Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

114 °/o Chinesen . Aktien Bochum Guss . . Buderus E. W. .

Tendenz: schwach.

Berliner Börse, 16. Nov.. Anfangskurse

Canada E. B. . . . . 178.30

Darmstädter Bank . . . 148.90 Deutsche Bank .... 240.00 Dortmunder Union C . . 99.00 Dresdner Bank .... 164 00 Tendenz: ab wartend.

Harpener Bergwerk I.anrahütte . .

Lombarden E. B

Nordd Lloyd . .

Türkenlose . .

215.00

252.00

24.60

124.00

138.10