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Haltbarstes Fabrikat
wenn
Dienstag ! Ä. Dezember 1905
155. Jahrgang
Drittes Blatt
VÄr, 20Ä
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen
tuarkm,
nur
Redaklron. Ervekutton u Druckerei ©d)u[ftr.t. ieL Nr. bl. itiegt.-jlöt.; Ib^etga «Lieg«.
^us dcm ^eicfisfafl.
R. Berlin, 11.
Anlversttäts-Aachrichtkn.
London, ~9. Dez. Sir Richard I e b b, Mitglied deS Parlaments für die Universität Cambridge. Prof, des Griechische» an der Universität Cambridge, ist in Cambridge gestorben.
Rotationsdruck unb Lerlag der Brü hl 'leben
Unwerfudl6bruderet. R. Lange, öiefeuu
§d)iffsiind)rid)trn.
Red Star Linie.
Der Vostdampfer .Rroonlonb* der Red Star Linie in Ant- werpeii, ist lant Telegramm am 8. Dezember wohlbehalten in Rew-nork anaekommen.
1 )wi6 man eventuell die Probe auf die Beschlußfähigkeit des — an die heute nicht zu denken war — machen werde.
i die Ankündigung dieses Gewaltmittels rtxrr über» - rjlfiri denn es wurden von allen Seiten Bemängelungen , niduli Vertrag vorg-bracht Abg. Tr. Bachem lZentr.) s chlug die Verweisung der Vorlage an die Budgetkommission 1 nur Ta materielle Säuberungen an dem Vertrag ausge- s chlosskn sind, hat die Kommiffionsberatung zwar lediglich lxinonfstrative Bedeutung, aber der Reichstag wollte nicht
Dermi|d>tce.
• Ein Arzt a ls Ritter Blaubart. In Dayton ity, ist ein Slrjt namens Oliver Haugh in Haft genommen nxiJOT gegen den erschreckende Anklagen Dorhegen. In e rHi Linie ist er beschuldigt, um feine Familie be- e 'ahn; zu können, Vater, Mutter und Bruder ver» g üi:e t unb danach, um die Spuren feiner Untaten zu ver- rodümn, deren Wohnhaus in Brand gefleckt zu haben. SMrteem aber soll er ein professioneller Frauen- ni-iid.er sein, der durch Eheverfprechen leichtgläubige Mäd- c$ia ot)cr Witwen an sich zog. sic je nach den Umstanden h fce oder düpierte, in jedem Falle aber, nachdem er sie il litt: Wennögens beraubt batte, durch Gift beseitigte. Ter b.jM D.orpb,umgenuß vollständig entartete Mörder soll n .t i weniger als neun, vielleicht sogar zwöls Raub » nn.iib.it dieser Art auf dem Gewissen haben. Bei den
Sport.
O Fußball. Die 3. Mannschaft des Gießener Fußballklub 1900 konnte gestern vormittag ihren Erfolgen einen neuen Sieg beifügen, indem sie die 1. Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1905 mit 10:0 Goals schlug. Die Mannschaft ist bis jetzt unbesiegt. Der Gießener Ballsvielklub konnte ebenfaQB einen Sieg erringen, indem er den Fußballklub „Viktoria"-Gießen mit 6:0 Goals befieatc.
Kolonialpost.
— Dem Brüsseler „Petit bleu" infolge beschlossen in c tm großen Versammlung die Buren im Oranje-Frei- s lun auszuwandern. Sie wollen sich an die Kongo» Bhrung mit der Anfrage wenden, unter welchen Beding» t rcm sie ihnen Land überlasien würde.
- Die .Chem. Allg. 3tg/ erfährt von einem in Tarkwa c n dcc Goldküste WestafrikaS ansässigen LandSmanne, daß d Algerischen Aschantis einen neuen Feldzug gegen dckSiigländ er vorbereiten, da sie einen ihnen von den C hilimbem aufgedrungenen König nicht anerkennen wollen.
den Aufstand sind die reichen Goldminen der Kulte gartet. Die Engländer bereiten sich vor, einen Angriff t gefürchteten Volksstammes abzuwehren. _______
meisten der ihm zur Last gelegten Fälle verfuhr er in der Weise, daß er seinen Opfern alle möglichen Gifte als Medizin einzunehmen befahl, sie mit Morphium, Kokain und dergleichen in unerhöhrten Dosen .behandelte^ und, wo das noch nicht genügte, zu noch härfenen Giften überging. An- scheinend ist der Doktor aber total unzurechnungsfähig und durfte daher in einer Anstalt für Unheilbare interniert weiden.
• Kleine TogeScbronik Unweit Würzweiler (Noidvfaft) wurde der 63 Jahre alte Lumpensammler Engel von Marienthal ermordet aufgefunden. Der Lovf zeigt sechs Beilhiebe. Der HalS ist fast vollständig durchschnitten. Dies ist im letzten Halbjahre der dritte 9)1 orb im Bezirke. — Der Lokomotivführer Selseke wurde in Oldesloe im Nebel beim Uebedchreiten der Geleise von einem aus Hamburg kommenden Pedonenzug edaßt, überfahren und getötet. — In Antwerpen brach an Bord deS deutschen Dampfers .efibcef*, von Hamburg nach Saigon bestimmt, eine Meuteret aus. 14 an Bord befindliche Chinesen, denen die Erlaubnis, an Land zu gehen, verweigert worden war, ergriffen Beile und Aexte und stürzten sich auf die Offiziere, von denen einer schwer verletzt wurde. Als die Polizei hinzukam, ließen sich die Meuterer ruhig gefangen nehmen. — In Schabs (Tirol) gab es zwischen Klerikalen und Christsozialen, die gleichzeitig Versammlungen hielten, eine Schlägerei. Profesior Mischi autz Innsbruck wurde am Arm, Studiosus Porkh an der Brust und der Bauernredner Rabensteincr am Kopf schwer verletzt.
R B. Darmstadt, 11. Dez. Ter landwirtschaftliche Provinzialverein für Starkenburg hielt heute vormittag unter Vorsitz des Geh. RegierungSratS Haas seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende gab nach Begrüßung der zahlreich besuchten Versammlung einen Rückblick auf das verstossene Jahr und gedachte besonder? des verstorbenen Präsidenten Exzellenz ® olbmann unb seiner großen Verdienste' um die Landwirtschaff. Al« Vertreter der Regierung begrüßte der Vorsitzende die Herren Oberregierungsrat Hölzinger, Geheimer Obcrforflrat Dr. Walter und die KreiSräte von Hombergk» Offenbach und S ch l i e p h a ke - Erbach. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden auf Vorschlag des Herrn Dr. H e i d e n r e i ch sämtliche Mitglieder wiedergewählt. Tann hielt Landes-Oekonomie- rat Goethe einen Vortrag über „Untersuchung der örtlichen Cbfr- bauverhältniffe unter Feststellung der Grundlagen des heimische« Odstbails", wobei er eine Reihe praktischer Vorschläge zur rationellen Verbefferung und zur Erhöhung der Ertragfähigkeit deS Obstbaus machte. Dereinssekretär Lang berichtete über die ersten Ergebnisse deS in Groß-Bieberau angelegten Obstbau-Versuchs- unb Mustergartens; der Redner verspricht sich von solchen Gärten mehr vraktischen Nutzen für den Obstzüchter, als von großen Aus- itellungen. Später referierte er noch über den gegenwärtige» Stand der Rin d v i e b z u ch t in der Provinz.
Der Reichstag ist zwar barem gewöhnt, von bet Re- gprvrg nicht besonders rücksichtsvoll behandelt zu aber so allgemein ist die Verstimmung Volksvertretier selten gewesen, wie dioS- Unter dem „Platzregen" von Vorlagen, der . I das Parlament niedergegangen ist, befinden ! rroci handelspolitische Gesetzentwürfe, deren Ber- c bung noch im alten Jahre die Regierung wünscht. . Kid ci 11 nun den Reichstag einige Wochen f n b r einzuberufen und so eine der Bedeutung in# £c die entsprechende gründliche Prüfung!durch das Parla- ! -nn-t tzu ermöglichen, wiro letzterem zugemutet, die Vor- 1 r kurzer Hand gutzuheißcn? im Vertrauen auf die hohe !MH it und Fürsorge der Verb Regierungen. Ter ReichS- 1»Misi aber nicht geneigt, sich aufs „Automobil- t ■ tm ö o" festlegen zu lassen, wie er heute zunächst beim «tz»n t e l s v e r t r a g mit Bulgarien zu verstehen gab. ‘ME Äraf Reventlow (wirtsch. Ver > markierte eine 1 Ctii' Obstruktion, indem er kkaltlachelnd eröffnete,
^.pnbe in b ü-fTftf r DolÜswinschalt.
— Reichsbank-Diskont-Erhöhung. Obwohl die steuerfreie Notenreserve von 17,40 Mill. Mk. auf 41,48 Milsi Mk. fich erhöhte, hat sich daS Reichsbankdirektorinm doch veranlaßt ge- ehen den Diskont von 5'/, auf 6 Proz. und den Lombardzinsfuß von 6'/ auf 7 Proz. zu erhöben. Es ist dies die vierte Diskont» erhöhung, die im Herbst ds. Js. vorgenommen wurde. Die Notwendigkeit lag hauptsächlich darin, daß weitere starke Anforderungen an die Reichsbank zur Monat?- und Jahreswende nut Sicherheit noch bevorstehen und Tag für Tag stattgefunden haben, so daß das Institut vergangene Woche Schon einmal vorübergehend in bet Notenstener war. Man sagt sich, daß zahlreiche Jndustriewerke, bte noch möglichst große Mengen ihrer Erzeugntffe vor der Zollcrhöhung nach dem 9lu6lonbe abzuschieben suchen, eine erhöhte Anspannung der Rrebtte beanspruchen. Auch die Produzenten landwirtschaftlicher Produkte halten ihre Erzeugnisse einstweilen zurück, weil sie unter der Herrschaft der neuen Verträge höhere Preise dafür zu erzielen hoffen. Durch die Beleihung dieser Produkte aber nehmen sie den Markt stark in Anspruch. Immerhin ist anzunehmen, daß die Geldversteifung mit Ende dieses Jahre« aufhört und aller Voraussicht nach, wenn nicht wieder von Rußland etwas dazwischen kommt, gleich in der ersten Woche des nächsten Jahres der Diskont ich rasch wieder nach abwärts bewegen wird.
- Kassenausweis deS russischen Staatshaushaltes. Der neuerdings veröffentlichte Aicsweis lautet lehr günstig. Es betragen für die 8 Monate die Einnahmen im Ordinarimn 1296 (70 Mill Rbl. mehr) Mill. Rbl. Die Ausgaben 1195 (16 weniger) Mill. Rbl. Im Ertraordinarium Einnahme» 717 (4- 378) Mill. Rbl. Ai.Saaben 7*9 (4- 629 Mill. Rbl.
zu beleidigen. Rechts mvalt .- rüu Wald eitiurt. daß, wenn fein Klient als approbierter Arzt, einen Dilettanten, nnc es Oberst Spohr doch mir fei, als einen ABC - Schüler der medizinisch! Missen sch. ft be-ei Knet, so trifft dies eben aus diesen zu. Anders aber sei es, wenn ein Laie diesen Ausdruck auf einen approbierten Ar- > anwende. Selbst wenn es wahr fein wurde, daß Dr. ff-antor einen Menst nm Krüppel kuriert habe, so dürfe man ihm dies nickst öff . sich vorwerien, aber diese Behauptung sei auch unwahr. Nachdem Reckstsanwalt p ohr für seinen Vater den Sanitz berechtigter Interessen in Anspruch genommen batte, bemerkte er, daß man in dem Artikel deS Dr. st-ntor mich Angriffe rein persönlicher Art gegen seinen Klienten inben merbc. Er Irbc davon abgesehen, Gegenklage zu erheben, aber das Gericht Fiimtc trotzdem diesen Umstand bei der Rechts» indnng heranziehen. , . ..
T-r. fin n t o t hem er ft, daß der Artikel des Gegners, der die schweren Angriffe aus seine Ehre enthalte, in 120 000 Exenr» bl-rren und besond.'rs stark in dem Bezirk, wo er sein Domizil habe, verbreitet worden sei. Es sei ein Schlag auf seine und seiner Kollegen Eristenz, und deshalb habe er es für nötig gründen, persönlich zu erscheinen, um Genugtuung zu vev- langen von einem (Gegner, dessen gesellschaftliche Gteuuim unb Position dazu angetan fei, seinen Angaben Glauben zu verschaffen, wenn nicht aus der Mitte des Aerztestandes dagegen Front g-m"cht werd'- N r t - i l vsi-ch. in Taaen verkündet.
/» r'‘="'=aaf ierSMe-
Der Tanzstnndenball war wundervoll, ®abcr nun bin ich so heiser daß ich nicht sprechen kann, uno der Husten läßt mich nickst schlafen. — Aber ich begreife gar nicht, warum du dich damit plagst! Rauf dir eine • Schachtel Fay's Sodener Mineral-Pastillen, die nutzen mehr als TeeS und Bonbons und du sollst sehen: morgen bist du wieder gani in Ordnung. Aber wenn du wieder zum Ball oder ins Geschäft gehst, nimm immer ein paar Sodener mit auf den D eg und hitjehe sie langsam: dann wirft du dich kaum erfüllen und jede Indisposition sofort bekämpfen. — Für 85Pfg. per Schachtel überall erhältlich, dr"/.
Irdetni »glich mit Ausnahme des Sonntags.
|r ..Gießener Hamlllendlätter- werden dem jfni.eigei mennal wöchentlich beigelegt. Der ist ich« taaöivlrr erscheint monatlich einmal.
1)* G legenheit vorübergehen lassen, der Regierung etn- imal .«aus^utrntupfen", obwohl Graf PosadowSky ein S Mlsi.ilden der Regierung an der Dringlichkeit der Situation 1 msil i'ebc stellte, und so sehr zwei Geheimräte sich bemühten, Hkit Verzüge des Vertrags ins Licht zu setzen.
ToS bulgarische Handelsabkommen ist mm freilich von ra;.'igeordneter Bedeutung gegenüber dem deutsch-eng- II n Handelsprovisorium, um dessen erneute r/geruna auf zwei yabre die Regierung nachsuckt Ctito^hcitannten gibt dem politischen Leben Deutschlands ,ni:'vi: den Akzent. Kein Tag ohne England auch im l ÄtickMag! Man weiß, daß hier auf der Rechten eine Ström- lijiii lx stcht gegen erneute Verlängerung des provisorischen stAsil.ides. Tie konserv. ‘ ra ktion halt indessen für c .tratem, den agrarischen Trieb zuruck^udrängen, i illtEnr, um nicht neue Glui unter dem heißen Eisen der 1 !*l Beziehungen zwischen Deutschland und England an- ;, ylödm. Ter konservative Wortführer 2lbg. Graf K a n i tz l 'eile.fugte sich deshalb großer Mäßigung und beschränkte f ;:d) Dnrauf, etwas „Thcaterdonneri" in dem Antrag hören : .u (ofien, die Verlängerung des Provisoriums nur auf ein ; oft jni genehmigen. Aussicht aus Annahme hat der Llntrag s '!lhs|i>-rständlich nicht, und es wären über den ganzen Fall d ü ’.n'tcn sehr bald geschlossen worden, wenn nicht der £ C ras Reventlow das alldeutsche Roß-bestiegen 4int> eijitn sscharfen Angriff auf den deutschen Botschafter • il'otibon, den er der „politischen Flaumacherei" be- s tdbiigtc, gerichtet hatte Das rief zwei Regierungsver- trair auf den Plan, die Staatssekretäre Graf Posa- d sn? s k h und Frhrn. v. Richt Hofen. Man tonnte aus i Erklärungen entnehmen, wie sehr der Regierung daran c Ärgern ist, daß die Beziehungen zu England unter dem [ iHiruben Kabinett freundlicher werden.
Lin jähes Ende fand die Sitzung, als über den tonser- t «riöen Antrag auf Derweffuna auch des Provisoriums c tn bif Budgetkommission ab gestimmt werden sollte. Abg. langer (Soz.) bezweifelte die Beschlußfähigkeit der Der- 1 iacmhing, damit flog die Sitzung auf. Es wird so kurz l«iAeihnachten schwer werden, die erforderliche Zahl von ' E.wirdneten nach Berlin zu berufen und hier ^usammen- r ichltLN Tie Regierung, die den Reichstag tn diese schwie- i w Arbeitslage gebracht bat, tann unter Umständen die ststiz n ihres unzweckmäßigen Verfahrens ,/un eigenen - spüren.
Keer und Atolle.
— In Berlin starb der General der Artillerie z. D. 6ni von Hoffbauer im 70. Lebensjahre. Er war 1891 $’P?rteur der Feldartillerie.
Ein Prcßprozetz.
(th.) Gießen, 10. Dezember.
Ein Preßprozeß, den der Oberarzt Tr. Kantor in Warnsdorf in Böhmen gegen den Oberst a. D. Spohr hier an* gestrengt hat, beschäftigte am Freitag das Schöffengericht, ^.'c Parteien waren persönlich erschienen, außerdem war der Klager durch ReckstSanwalt Grünewald, unb der Beklagte durch einen Sohn, RechtSnrwalt Spohr, vertreten. Ein Vergleichs- Vorschlag, den bet Vorsitzende Geh. Jnstizrat Gebhard machte, cbeiterte an dem Widerspruch beider Parteien. Der Tatbestand x*r Privatklage ist der Folgende: Oberst a. D. Spohr, welcher ich mit der Ausübung der Naturheilkunde befaß:, hat im Jahre 1904, in dem in Berlin erscheinenden Blatte „Der Naturarzt" eine Reihe von Artikeln atxtnruden lassen auS Anlaß von Prozessen, welche er mit mehreren Redakteuren deutscher Tageszeitungen geftlhrt Batte, worin er die ergangenen Urteile als zu milde kritisiert vsw. Spohr stellte am Schluffe seiner AnK. lassungen die Behaupttmg auf, ..die heutige Medizin stellt eine Wissenschaft und fi*imft der kurzsichtigsten, verwegensten und l)eil- (nfeften Fleisckffckmeiderei am mens wichen Organismus dar, ein System, dem, wenn es m t schon in allen Jahrhunderten, namentlich aber in neuester Zeit auf den energischsten aktiven und passiven Widerstand der noch nicht ganz verdummten Laienwelt gestoßen wäre, die zivilisierten Völker der Erde schon längst zum Opfer gefallen fein würden."
Diese Auslassung Spohrs wa. es befonberS, welche den prüft. Arzt Dr. Kantor, der in Warnsdorf das Blatt „Der Gesund- bcit&ebrer" herau-gibt, veranlaßte, Spohr entgegenzutreten, indem er unter der Ueberschrift „Oberst a. D. Spohri", einen Ab- wehrartikel in dem Blatte veröffentlichte, wobei er von seinem Standpunkte die Wissenschaft des Gegners, die dieser selbst in die Welt gesetzt, kritisch beleuchtete. Spohr antwortete im,Mai, Juni und Juli 1905 in einer Artikelreihe, die „Die Zeitschrift deS deutschen Bundes der Vereine für naturgemäße Lebensweise" brachte. Er beleidigte darin den Drivatffäger dadurch, daß er ihn als öffentlichen Denunzianten bezeichnete und ausführte, daß in seiner Abwehr Dr. Ä’antor die Ansichten des Nattirheil- kundigen Spohr auf dem Gebiete der Wundbehandlung herab- zusetzen suche, obgleich Kantor sich auf diesem Gebiet notorisch schon in feiner Praxis gründlich blamiert und zwar dadurch, daß ftantvr einen gebrochenen Arm so fdjön verbunden habe, daß der Verbundene zum ssirüpvel wurde, trotzdem er sich den Arm aufS heue brechen ließ. Spohr bezeichnete weiter feinen Gegner als chirurgischen ABC-Schüler. Nach dem Artikel des Klägers im „Gesundheitslehreri", der allerdings scharf und polemisch ab» gefaßt ist, werden b4e beleidigenden Stellen aus dem Artikel des Beklagten verlrien. Rechtsanwalt Grünewald erklärte, daß es wohl nicht die Ausgabe des Berfalrrens fein könne, gerichtlich festzustellen, wer hier bei dem Streite im Rechte sei, die Aw- Hänger des Nattrrheilversahrens oder die wffsenschastlich gebildeten Aerzte. Der Anlaß, sich überhaupt mit dem Oberst a. D. Svohr zu beschäftigen, habe für fernen Klienten vorgelegen, nachdem dieser öffentlich m die Welt hinauSgeschrien habe, die heutige medizinische Wissenschaft, deren Vertreter auch Dr. Kantor fei, sielle eine Wissenschaft und Kunst der kurzsichtigsten, verwegensten und heillosesten Fsickschneiderei am menfefrfid^en Organismus dar. Diesen Angriff auf die Errungenschaften unserer gesamten medizinischen Wissenschaft, auf die wir stolz sind, hat der Privat- kläger abgewehrt, ohne dabei eine einzige persönliche Beleidmung gegen den Angreifer zu richten, seine Abwehr und die Kritik der Wissenschaft des Germers sei zwar scharf, aber rein obieftiv und wissenschaftlich erfolgt, wahrend die daraus erfolgte Enb gegnung sich mit der Person des Tr. Kantor, ohne zwingenden Grund beschäftigt. Tie hier in Bezug auf den Kläger gebrauchten Worte enthalten Jo schwere Beleidim-mnen, daß der Verteidiger nach § des Sri. G. auf eine Geldstrafe von 500 Mark und Veröffentlichung des Urteils zu erkennen bat Die Strafe sei so hoch wie beantragt zu bemessen, weil Oberst Svohr im Prmktt seiner eigenen Ehre überaus emtffindlich sei, wenn diese durch die Preffe verletzt werde! f ~
Rechtsanwalt Dr. Spohr führte aus, daß von beiden Seiten eine scharfe polemische, allerdings stark irowfd'e Iliiseinander- sfKuna vorlieae und daß es na. nicht die Absicht seines Vaters gewesen fei, Dr. Kantor verächtlich zu machen. Die Bezeichnung öffentlicheir Denunziant sei doch nicht so aufzufassen, wie es die Gegenseite tue und der Ausdruck ABC-Schüler fei zuerst wn Tr. Kantor gebraucht und dann nur zurückgeaeben worden Die Behauptung, daß der stläger einen Mann zum Krüppel geheilt habe, beruhe auf Mitteilungen die der Gewährsmann eidlich erhärten msle. Hier liege also der gute Glaube vor, Behauptung falsch sei. Hieraus erklärt Oberst Spo er in der Lage sei, Tausende von Tanffchrekben von vorzuleg die tturck ihn geheilt feien, obschon sie fron den Aerzten als unheilbar aufgegeben waren. Er schildert, wie man ihm seinerzeit den Fuß habe amputieren wollen, wie er sich dagegen gewehrt und wie mittels der ®ntrenbung des Natur- heilverfchrens sein Leiden gehoben und der Fuß ihm erhalten geblieben sei. Ter Beklagte führt eine Menge von mit Star fl- beiten behafteter Menschen an und die Art. wie er dieselben behandelt habe. Im Kriege habe er bei seinen Leuten die Cholera mit dem größten Erfolg behandelt- Dis an den kai,er- licben Hof sei der Erfolg seiner Kurmethode gedrunaen. Gr habe in seinen Ausführungen nicht die gesamte med.-inisch- Wissenschaft angreifen wollen, sondern nur daS System, tote unsere approbierten Aerzte die Arankei'b-Handlnng betreten und sich der Errungenschaften des Naturhsilverfchrens Peri^'-yn und deren Vertreter bekämpfen, indem jie diese ffiirrMd'er
bezeichnen. Es habe ihm ganz und g r f rn ' ' " Ivn Klager
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