Ltenötaq 1Ä Dezember 1905
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Gießener Anzeiger
ftrldjetnl täglich mit 1lu8naf)me deS Sonntog».
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
den an
Redaktion, Expedition u.Trurferet 6d)iiirtr.t, Tel. 91l 51. Telegr.-Adr.; Anzeiger Hiegen.
Die „Gießener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hclfilche Lanöwir'" erichemi monatlich einmal.
155. Jahrgang
’ränletn übtrntm liche Arbeite,
Millionen Stück Toering's Euleu-Scife sind bis Ende ti fl 1904 Anm Borland gelangt. Keine andere Toilette-Seife 3K hm einen Solchen Erfolg aufzuweisen' Dieier Verbrauch £Tq '0 der befte Beweis »Tir die Gute uird die vorzügliche ’ irfung des Fabrikats. Man weise nünbermertige Nach- ahmungen .uirfnf und ocHange nur Doermg'S Eulen» Seife, welche zum Preise v. 40Pf. p. Stürf in eleganten Weihuachls- LanonS ohne Preisausschlag überall zu haben ift ],▼'•/,
Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 12 Dezember 1905.
und Bebel seien hart aneinander geraten, härter als daS erstemal, und die Bedingung deS Friedensschlusses war, daß die sechs wieder, wenn auch möglichst unauffällig, ihren Platz an der Parteikrippe erhalten. Man verlangte aber, daS setzte Bebel durch, eine persönliche Er. klarung im .Vorwärts", die denn auch der Jurist Gradnauer rasch deichselte, und nun liegen sich die Herrschaften wieder in den Armem Alles ist vergeben und vergessen. Man kann diesen Standpunkt der Sechs schließlich auch begreiflich finden. Sie wissen alle, wie eS Herrn Bornstein ging, und daß daS AuShungern von der Partei unter Umständen mit Virtuosität geübt wird, ist ihnen auch nicht unbekannt. ES hat sich nicht bestätigt, daß Gradnauer externer Mitarbeiter der Tresd. Arbeiterztg. geworden ist, und and) die anderen Fünf waren unterstandSloS itnd wären eS geblieben. Sie zogen die Rückkehr zu den Fleischtöpfen der Historisch- Kritischen vor, und der Friede ist vollzogen. Aber schön ward doch!
9U»tahon4hni(f und Verlag der Brüh sich«» UnwerülätSdruckerei. R. Lang«, Sieben.
Vom Schlagen und Vertragen.
Der Kampf der „Sechs* gegen die historisch-kritische »chlung innerhalb der sozi a ldemokratischen Parier f: yU Ende. Er ist ausgegangen, wie das Hornberger khj.kßen, auf die Tragödie des HinauSwurfs ist daS Satyr- hl des Zu - Kreuze - Kriechens gefolgt, lächerlich nb widerwärtig zugleich. Die streitbaren Mannen, die da tri laten, als wollten sie bis zum letzten Ende gegen den Knkipascha Bebel ankämpfen und gegen seinen edlen AdlatuS
Mehring, veröffentlichten, wie wir schon kurz mitteilten, fc .Vorwärts* eine lendenlahme Erklärung, wonach die Sfliß'e em für allemal zu Ende sei. Und ihre Broschüre ist tr ersten leidenschaftlichen Impuls des Augenblicks ge- lirie'ben worden, also weg mit ihr. Landahihter se itimcerunt — „Löblich* haben sie sich unterworfen. Da? k raorangegangen ist? In den Wandelgängen des Reichstags -ifo schreibt einer unserer Mitarbeiter tn Berlin nnterm II. )§. — wurde heute erzählt, daß neuerdings eine recht Maste Auseinandersetzung im sozialdemokratischen fialllionSzimmer stattgefvnden hat. Man lagt, Volmar
5 di mitt zu WormS zum Oberlehrer an der Lberrealschule zu WormS und den LehramtSaffeffor Franz Como zu Lauterbach zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Lauter- dach ernannt. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Joh. Erker auS Gau-B'ckelHeim eine Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Ruhlkirchen im Kreise Alsfeld. AuS dem Schiildienste entlaßen wurde die Lehrerin an der Gemeinde- schule zu Heusenstamm Anna Trost aus ihr Nachsuchen. In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller erster Klaffe in der Hessisch-Preußischen E'senbahngemeinschaft Vhilipv
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Berlin, 11. Dez Zu den gestrigen Audienzen der Präsidien deS Reichstages und Landtages beim Kaiser berichtet die „Nal-Ztg.* noch, daß die beiden Vizepräsidenten des Herrenhauses beim Empfang nicht anwesend waren. Frech. von Manteuffel ist von einer Krankheit noch nicht wiederhergestellt und Dr. Becker-Cöln wurde burd) Amtsgeschäste zurückgehalten. Zunächst wurde daS ReichStaaS» Präsidium vom Kaiser empfangen, der den Herren seine Genugtuung darüber aiiSsprach, daß das alte Präsidium wieder- gewählt sei. Rach dieser Audienz, die längere Zeit dauerte, wurde der Präsident deS Herrenhauses, Fürst zu In- und Knyphausen empfangen und hieran schloß sid) die Audienz des Präsidiums deS Abgeordnetenhauses. Der Kaiser verbreitete sich über d,e arbeitsreiche Tagung deS LanatageS, berührte aber sonst die Politik nicht. Mit dem Präsidenten von Kröcher unterhielt sich der Kaiser über seine jüngste Rangerhöhung und mit Dr. Porsck) über die Mosaiken im Kloster Maria Laach.
— Der Bevollmächtigte zum BundeSrat, Großherzoglich hessischer Minister der Justiz Ewald, ist von Berlin abgereist.
— Zu dem Zwischenfall deS Kanonenbootes .Panther* erklärt heute die „Nat.-Ztg.* anscheinend ofsi- ziöS, unzutreffend sei die Behauptung, daß die brasilianische Regierung sich mit Vorstellungen an die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gewendet habe. Ferner sei die Behauptung unrichtig, gewisse brasilianische Schiffs- bewegungen auf den Zwischenfall des „Panther* zurück- zuführen.
— Im Abgeordnetenhause wurde heute der Gesetzentwurf über die Aenderung der LandeSgrenze gegen das Großherzogtum Hessen in erster und zweiter Beratung debatteloS an genommen.
— Der Reichstag wird nach dem jetzigen Verkauf der ersten Lesung deS Etats und der Reichssinanzreso rm voraussichtlich auf die erste Beratung der eigentlichen Steuervorlage noch vor Weihnachten verzichten. Der Wunsch, der anscheinend bei allen Parteien besteht, geht dahin, die Weih- nachtSferien noch in dieser Woche, etwa am Freitag beginnen zu lassen, um einer gründlichen Vorbereitung zur Kritik der Steueroorlagen Raum zu lassen.
— Der antisemitische Abg. Lattmann hat sich kürzlich in Kassel, nach den „Deutfchsoz. Blättern* über die neuen Steueroorlagen ausgesprochen. Grundsätzlich oer- roirft er die Quittungssteuer und die stärkere Heranziehung einheimischen Tabaks und BiereS, dagegen ist er für höhere Zölle und teure ausländische Tabake und für die Ausdehnung der Erbschaftssteuer beim Uebergang großer Vermögen auf Eltern, Kinder, Enkel und Ehegatten.
Breslau, 11. Dez. Der langjährige Stadtverordnete, Buchhändler Arthur Jünger, Mitinhaber der bekannten Firma Prener und Jünger, Kandidat der freisinnigen Volkspartei für Breslau-Reumarkt bei den letzten Reichstagswahlen, ist im Alter von 56 Jahren gestorben.
Stuttgart, 11. Dez. Die ständige Kommission der württembergischen Staat?nnterbcamten beschloß, an die Regierung und die Landstände die Bitte um baldige Gewährung einer angemessenen Teuerungszulage für die Unterbeamten, Hilssunterbeamten, ständigen Arbeiter und die auf Grund von Verträgen verwendeten Personen zu richten. Da§ Gesuch wird im wesentlichen beqrünbet mit den> hohen Stand der Flei sch preise, die für die niederen Angestellten kaum noch zu erschwingen seien und auch auf die Preise der anderen Lebensrnittel verteuernd eingewirkt haben. Es sei besonders mit Rücksicht auf den im Frühjahr in Kratt tretenden neuen Zolltarif nicht zu erwarten, daß der gegen- roärtiae Preisstand nur vorübergehend sein werde.
Aas Stadt aaS <mii.
Gießen, den 12. Dezember.
Personalien. S K H. b'r Großhcrzog haben LehramtSaffessor Aug. Eckel zu Alsfeld zum Oberlehrer der Realschule zu Alsfeld, den Lehramtsassessor Ka,'p.
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RaSp zu MonSheim und der Bahnwärter in der Hessisch« Preußischen Eisenbahngemeinschast Joh. Loß zu Hopfgarten (Kreiß AlSseld) mit Wirkung vom 1. Januar 1906.
** Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeichule zu Ulrichstein. Mit der Stelle ist die Hälfte deS OrganistendiensteS verbunden.
•• Juristische? Fakultätsexamen. An dem nunmehr beendigten juristischen Fakultätsexamen haben sich 30 Rechtskandidaten beteiligt. Von ihnen haben 22 bestanden und zwar einer mit der Rote .sehr gut* (1), drei mit gut (2), fünf mit ,im ganzen gut" (3), dreizehn mit .genügend* (4).
•• Die Reebfeier. Gestern waren hundert Jahre vergangen, seitdem Heinrich Adam Reeb, der Komponist und Dirigent, in L i ch geboren ward. Im Jahr 1831 siedelte er nach Frankfurt über und lebte hier bis zu seinem Tod am 17. Januar 1878. DaS Frankfurter Musikleben verdankt ihni viel; er ist der Gründer deS Reeb'sck)en Männer- chorS und der Reebstiftung ziir Unterstützung bedürftiger Tonkünstler. Seine Ruhestätte auf dem Frankfurter Friedhof sd)mückt ein schlichtes Denkmal, das zwischen dunklen Zypressen sieht. Am Sonntag Vormittag wurde dort eine Trauerfeier abgehalten. Mozarts .Ave verum*, da? ein Doppekguartett deS Philharmonischen Verein? vortrug, und die Hymne „Stimm, fdjläft der Sänger*, gesungen von den verbündeten Gesangvereinen, leiteten die Feier ein. Dann hielt I. Craz, der Vorsitzende der Reebstiftung, eine Ansprache, in der er die Vorzüge des Altmeister? rühmte und den Sängern an? Herz legte, das deutsche Lied weiter zu pflegen. Im Auftrag der Stiftung legte er einen Lor- beerfianj nieder. Für den Reeb'schen Chor widmete H. Bechthold einen Kranz. Ferner ließen Kranze niederlegen: die Frankfurter Sängervereinigung, der Bockenheimer Liederkranz, die Frankfurter Liedertafel, der Frankfurter Sängev- kranz, da? Frankfurter Männerguortett und der Philharmonische Verein. Der Chor „Weihe de? Gesang?*, von vierhundert Sängern vorgetragen, und ein Hornguartett schlosse« die Feier.
Mainz, 11. Dez. In selbstmörderischer Absicht schoß sich gestern nacht ein junger Mainzer, der gegenwärtig sein freiwilliges Jahr bet der 9. Kompagnie de? 88. Infanterie-Regiment? abdient, eine Revolverkugel in die Schläfe, während ein zweiter Schuß da? Knie traf. Tie Verletzung ist schwer, aber nicht lebensgefährlich. Der junge Mann wurde heute früh in das Garnisonlazarett gebracht. Die Gründe zur Verzweiflungstat sind privater Natur. (M. Tgbl.)
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Nrltzen, die der konf. gemifdjten Schule noch in dem Ent- nni:f gelassen sind, ein wenig anzusägen. Frhr. fr Zeblitz- 9lci tirch, der geistig« Urheber der Schulanträge, auf die tos Schulunter haktungsgesetz sid) gründet, erlebte heute einen Tag parlamentarischen Triumphes. Der Führer der ssteitonscrvativen hat der Regierung den Stein aus dem 3e;n geräumt, indem er bedauerlicherweise die Konserve iven mit den Nationalliberalen zusam- niein b r a ch t e, in Sachen der Schule ein von Optimisten lanjje für unmöglich gehaltenes Kunststück! Mer was nod) ruh. bedeutet, das Kompromiss behält trotz des heftigen Bild er s pr u ck) s, den die Abmachungen von den libe- lolen Mählern erfahren haben, unvermindert seine ttast. So stand denn Frhr. fr Zedlitz hoch aufgerichtet ouj der Tribüne und spendete nach red)t§ und nach links lind zum Zentrum hin freudestrahlend und gütig sein Lob, t?til alles so trefflich exakt ging wie auf der Parade.
Dolksjchulgkseh m pttuß. Abgeorbnelevüaus.
—tt— Berlin, 11. Dez.
Im preußischen MgeordnetenhauS hat heute die Beratung des Wokksschulunterhaktungs-Gefetzentwurfs be- oownen. Aller Voraussicht nad) wird sich um diese Vorlage oti „Herr und Meister", Fürst Bülow, nicht persönlich zu bemühen brauchen. Tas bewies bereits der erste Tag, an bem die Vertreter der größeren Parteien zu Wort kamen: befo die Schwierigkeiten, dies Gesetz durchzubringen, sehr j übt rschätzt worden sind. Ein n „K a m p f u m d i e Schu l e", wie beim Schulgesetz des Ministers Frhr. v. Zedlid wird cs nicht geben. Die Stimmung in dem nur zur Hälfte ge- j füll ten Saal war friedlich, beinahe gemütlich, und die jlrilbünengäfte, die auf lebhafte Auseinandersetzungen gc- Ittd-nct hatten, sahen sich sehr enttäuscht. Kultusminister Stiubt hielt und verlas zum Teil eine nicht besonders intcrcffante Einführungsrede und konnte bann mit Befrie- | dig.mg vernehmen, daß die Sprecher der Mehrheit, der «kor servativen (v. Heydebrandf), der Freikonservativen (Frhr. t1. . jedlitz-Neukirch) und des Zentrums (Dr. Porsch) in der Hauptsache ihre Zustimmung äußerten. Tr. Porsch fiflfce zwar allerlei Bedenken, auch Verfassungsbedenken, aber schließlich erklärte er mit vergnügter Miene: das Zen- Int'n wünsche zu einer Verabschiedung des Volksschulunter- bol: ungsgesetzes zu kommen! Rach alledem ist der Lib e- lo.ismns in dieser wichtigen Frage ohne Einfluß. Nbg. Schiffer von den Nationalliberalen hatte sogar viel sliii rkennung übrig für den Entwurf. Eine Verstänbigung in Iber Kommission sei nicht zu bezweifeln. An dem Willen der Nationalliberalen werde es nicht fehlen. Das System der Regelung der Schulunterhaltungspslicht sei richtig usw.
Rur eineStimmederOvposition ertönte heute, blc des Mg. Funck (Fr. Vollsp.). Er nahm sich mit AL'me der Simultanschule gegenüber der konfessionellen Schale an. Mer auch dieser Redner verhehlte nicht, daß das Zustandekommen des Gesetzes wahrschein-
7 3. Wenn die Mehrheit, Rechte und Zen- uu*i, im starken Bunde, hier und da Aenderungen vor- } nimmt, so werden sie nur dazu bestimmt sein, die dünnen
Volitische Tagesschau.
Im neuen englischen Kabinett inteaeffiert am meisten der Staatssekretär des 8tn: 6 e r e n, Sir Edward Grey. Eine Londoner Privat- dcpeüche bemerkt: „Die Opposition (das sind jetzt die lonferbatibcn unter Balfours und Chamberlains Führ- Mgü) zeigt ein unbegrenztes Vertrauen zu Grey, Ms zu denken gibt." Nach der Auffassung in unseren poli- lischen Kreisen ist Sir Grey ein getreuer Verehrer hi Politik, wie sie Balfour und Lord Lans- hne gegen Deutschland in Anwendung brachten, timlid) der auf Isolierung Deutschlands gelichteten Bestrebungen. Damit versteht sich von selbst, and) trnm nicht andere Anhaltspunkte vorhanden wären, daß Eir Grey vnrchaus das „herzliche Einvernehmen" ni tt Frankreich billigt. Es heißt sogar, Sir Grey habe lie Stellung unter der ausdrücklichen Bedingung übernom- nerj, die Politik Lansdownes fortsetzen zu können. Man aicD ja nun bald sehen, welche Wege der neue Minister- lläi ident, Sir Campell-Bannernian, in der auswärtigen Solitir einschlägt. Daß das englisch-französische Einver- itbmeu bisher noch nicht zum Bündnis geworden ist, hat nr die Besonnenheit Rouviers verhindert.
Pariser Blätter sprechen die feste Ueberzcugung aus, ich auch unter dem liberalen Kabinett die französisch- 11611 f d) e Entente corblale unveränbert und 11 geschwächt fortbestehen werde. Ter „Demos" !i'vi insbesondere die jüngste Erklärung Greys hervor, daß h Basis für jede Besserung der Beziehungen zwischen ßulschland und England gute und gerechte Beziehungen Nischen Deutschland und Frankreich sei und sagt, die öffent- Ifce Meinung Frankreichs könne diese Erklärung nur unter» Reiben.
Darmstadt, 9. Dez. Zwei junge Arbeiter au? Offenbach, der 19 jährioe Franz Dorn und der 18 jährige Michael Fenchel standen geftem wegen Totfchlagsversuches in mehreren Falken, Wider siandS und Bedrohung vor dem Schwurgericht. Als im Oktober d. I. ein Freund der beiden Angeklagten vertäflet werden sollte, feuerten sie auf die Schutzleute aus nächster Nähe, ohne aber zu treffen Revoloerfchüffe ab, sodaß es dem dritten gelang zu entkommen. In der Nacht daraus stießen Fenchel und Dorn mit einer Schutzmanncvatrouille zusammen und entzogen sich der eigenen Verhaftung, indem sie wieder ein Feuer auf die Beamten eröffneten. Ein Schuhmann wurde dabei von einem Schuß in die Magengegend getroffen, doch prallte die Kugel, ohne zu verletzen, an einer Brieftasche ab. Tie Burschen entflohen. Al? sie aber einige Tage spater entdeckt wurden und verhaftet werden sollten, leisteten sie wiederum mit der Waffe Widerstand. Die Verhandlung wahrte bis zun, späten Abend. DaS Urteil lautete unter Berücksichtigung der zahlreichen Vorstrafen, die beide zu oe^eichnen haben, gegen Fenchel auf 5 Jahre 4 Monate und gegen Dorn auf 4 Jahre 4 M 0 n a t e Z u ch t h a u s. (Frkf. Ztg.)
Handel und Ucrirclir. Vollrswirlschafl.
Märkte.
Gießen, 12. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt, osteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Öl'ihnereier 1 St. 8—9 Vfg^ 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0—0 Dfg., Käse or. Sick. 6—8Pf., Käsemalte 2Stck. 5—6Pfg. Erbten pr.Liter 21 Pfg^ Linkenpr. Liter32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80- l.OOMk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Entei, pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänke pr. Pfd. 60—75 Pfg., Schfensieisch pr. Pfd. 72—82 Pfg., Kuh- und Riitdfleifch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,50—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pfund 18 bis 30 Pfg., in Körben 00 Pfg., Rüffe 100 Stück 80- 40 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.15—0.20, Weißkraul per Stück 8—10 Pfg., per Zentner Mk. 2.00—3.00. — Marktzeit 8—2 Uhr.
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Höchste Cchlachtviehpreife m F r a n k f u r t a. 9)1.
Fleischpreise in Gießen
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Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 80-83 Mk.
1, Kg. Schlachtgew. 86- 90 Pf.
' , „ . 78—00 „
'/, Kg. 72-82 Pfg.
7, , 70-80 , 7, „ 80 90 ,
Getreidepreife in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weizen 100 Kg. 18.70 Mk.
Roggen lOOKg 17 25-00.00 Mk.
Weißbrot 2 Kg. 54 Ptg.
Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg


