und sieben 5,9-Zöllern, Thule 3300 Tonns, 2 Zehn-Zöllern und vier 5,9-Zöllern, Oden, Njord, Thor, je 3400 Tonns und zwei Zehn-Zöllern, Dristighten 3500 Tonns und zwei Acht-Z^ ^ern, Aron, Wasa, Topperheten und Manschten je 3650 Tonns und 2 Acht-Zöllern, Oskor II. mit 4218 Tonns und 2 Acht-Zöllern, sowie der Fylgio 4200 Tonns und 8 Sechs-Zöllern. Dazu kommen 5 Torpedokononenboote, 3 Zerstörer von 31 Knoten, 26 Torpedoboote und ein Submariner, sowie verschiedene Kanonenboote und Schlepper, 11 Küstenverteidiqungsmonitorcn, jeder mit 2 kleinen Schnellfeuergeschützen. Die Gesamtstatistik, die ja immer noch einige andere Einheiten mit einbegrcift, gab schon im Jahre 1901 an: 62 Fahrzeuge, 277 Geschütze, 62 Torpedorohre und 3169 Mann. Auf der aktiven Liste stehen fünf Admiräle, 7 Kommodore, 14 Kapitäns, 15 Korvettenkapitäns, 75 Leutnants z. S., 65 Leutnants und 31 Unterleutnants. 160 Reserveoffiziere stehen zur Verfügung.
Norwegen zählt 21/i Millionen Einwohner. Sein Heer hat eine Friedensstärke von 19 700 Mann (nicht die Hälfte von Schweden), die Kriegsstärke beläuft sich auf 38 280 Mann (nicht der siebente Teil von Schweden). Die norwegische Flotte ist lediglich für Küstenverteidigung. Zu nennen sind aus ihr: vier in Elswick gebaute Fahrzeuge mit Nickelplattenpanzer, vier Monitorei, mit Eisenpanzerung, drei ungeschützte Kanonenboote von 580 und 1200 Tons, total veraltet, aus dem Jahre 1876, zwei gleichfalls ältere Kanonenboote von 190 Tons, acht solche von etwa 400 Tons und 32 Torpedoboote. Drei Torpedoboote sind in Auftrag. Von den Monitoren sind gleichfalls drei in den Jahren 1866 bis 1869 und das vierte 1872 geballt, sie sind also altes Eisen. Die Turmschiffc Harald, Haarfager uild Tordeilskjöld dagegen wurden 1898 auf der Tyne gebaut und weisen 8500 Tons auf. Die Marine zählt 120 aktive Offiziere lind 1200 Deckoffiziere und Matrosen tn ständigem Sold. Die „offizielle" Statistik weist auf: 45 Fahrzeuge mit 212 Geschützen, 74 Lancierrohren und 2730 Mann. Die ganze Flotte ist offenbar noch viel schlechter im Vergleich zur schwe- dischen, als es die Roschdjestmenskps gegenüber der Togos war.
Dalitische Taeec.schan.
Vor der Reichstagökampagne.
N. Berlin, 18. Sept.
. Die Sozialpolitik wird auch in der bevorstehenden Reichstagssession zu ihrem Recht kommen, wenngleich nach den bisherigen offiziösen Andeutungen nicht eben viele neue Gesetzentwürfe zu erwarten sein dürften. Ausfällig ist namentlich die Langsamkeit in der Erweiterung der sozialpolitischen Gesetzgebung, sobald die Landwirtschaft in Frage kommt. Man hört auch jetzt noch nichts davon, daß die von den Einzelregierungen abgeschlossenen Erhebungen über die Kinderarbeit in der Landwirtschaft endlich zu einem den Schutz auch dieser Arbeit anordnenden Gesetzentwurf sich verdichten. Es ist ferner bemerkenswert, daß auf die Vorlegung der Kranke n k a ss e n -N o v e l l e für die nächste Session nicht mit Sicherheit gerechnet werden kann. Während es früher hieß, Rücksichten auf die allgemeine geschäftliche Lage der gesetzgebenden Körperschaften würden die Einbringung dieser Vorlage in _ naher Zeit vielleicht als unzweckmäßig erscheinen lassen, verlautet jetzt, daß das Reichsamt des Innern mit der Ausarbeitung der Novelle noch im Rückstände sei. Bei voller Würdigung der Arbeitsüberhänfung gerade dieses Reichsamts und in Berücksichtigung auch des Umstandes, daß der Tod des für die Krankenversicherung zuständiben Geheimrats v. Woedtke das Fortschreiten der Vorarbeit für diese Novelle verzögert haben mag, müßte es doch befremden, wenn die schon vor mehreren Jahren in Angriff genommene Novelle für die bevorstehende Session nich ferttiggcstell! werden würde, zumal die Notwendigkeit der Umgestaltung des Krankenversicherungsgesetzes von der der Regierung zugegeben ist Nicht zuletzt im Sinne der Ausdehuun g der Versicherung auf die Landwirtschaft. Sollte am Ende hieraus die Verzögerung in der Fertigstellung der Novelle sich erklären? Klagen doch die Agrarier schon jetzt über „unerträgliche" Belastung infolge, der Sozialreform, und es wäre immerhin denkbar, daß die Regierung sie erst in den Genuß erhöhter Ge- trcidezölle kommen lassen will, ehe sie ihnen neue Kosten auferlegt. Auf die Arbeitgeber in Industrie und Handel ist solche Rücksicht nicht genommen worden, und es wäre umsomehr unbillig, deswegen mit der Einbringung der Novelle zu warten, als durch letztere die Krankenversicherung noch nach anderc-l Richtungen umgestaltet werden soll, in denen die Reformbedürftigkeit anerkannt ist.
Ein anderer Berliner Mitarbeiter schreibt Uns:
Die Regierung beeilt sich gar nicht damit, Name und Art der kommunalen Cteuervorlaaen mitzuteilen. Vielleicht aus dem rücksichtsvollen Grunde, daß man un- erfteuliche Botschaften solange möglich hinausschieben soll, oder in der mehr praktischen Erwägung, daß eine früh emtretende Geaenagitation der Interessenten wie des großen Publikums dazu angetan sei, die Parlamentarier kopfscheu zu machen. Andererseits hat eine allmähliche Vorbereitung auf den „Schreck" auch etwas für sich. Soviel ist bisher durchgesickert, daß cs auf das Glas Bier und die Zigarette des armen Mannes abgesehen wird. Die dritte Steucrgabe de? rührigen Reichsschatzsekretärs ist die R e i ch s e r b s ch a f t s st e n e r — sie wurde fälschlich als erledigt betrachtet — und als Nummer vier erscheint die Wehr steuer. Auch hier war bezweifelt worden, daß sie käme. Die „Tagesztg." behauptet heute jedoch zu wissen, daß die Vorlage ebenfalls im Reichsschatzamt ausgearbeitet worden ist. Bildet nun noch Nummer fünf die Erhöhung der Börsen steuer, woftir die Rechte mit bekannter Börsenunfreundlichkcit lebhaft plädiert, dann ließe das Steuerbouquet an Buntfarbigkeit nichts zu wünschen übrig. Nur die Landwirtschaft bleibt verschont, an die „Liebesgaben" wird nicht gerührt.
Ueber den Ausfall der fächsifchen Landtagswahlen
wird geschrieben:
Eine konservative Zweidrittelmehrheit aibt es in dem neuen Landtag nicht mehr. Schon jetzt eht fest, daß die konservative Partei im neuen Landtag allerhöchsten^ über 54 gegen früber 57 Mandate verfügen wird Tie freisinnige Volkspartei wird in dem Stadtv. Kaufmann Bär-Zwickau einen neuen Vertreter erhalten. Die Nationallrberalen erobern von den Konservativen die Wahlkreise Leipzig-West. Meerane-Lim- bach und den Wahlkreis Treuen-Lengenseld-Molau. Ob der in dem letzteren unterlegene konservative Parteiführer Opitz-Treuen in dem ländlichen Wahlkreise Dorna-Froh
burg eine Zufluchtsstätte finden wird, ist noch nicht bekannt: wie die konservativen „Dresd. Nachr." melden, ist seine Mahl auch dort, wo ihm der Gutsbesitzer Bohne in Roda (antis Refp.) gegcnübcrstcht, noch sehr zweifelhaft. wird geschrieben:___________________________________
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Sept. Tas russische 5. Kalugaer Infanterieregiment Kaiser Wilhelm I. erhielt anläßlich seines 100jährigen Jubiläums vom Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm:
„Ich danke Erv. Exzellenz für den ebrcrbietigeu Glückwunsch. Er bat mich überaus erfreut, da ich wußte, welche Liebe und ö ochachtung mein unvergeßlicher Großvater dem Kalugaer Regiment entgegenaebracht und der Zeit gedacht bat, als er an der Svitze der russischen und preußischen Truppen sich das Georgs- kreuz erworben bat Wilhelm."
Dieses Telegramm war eine Antwort aus das Danktelegramm des Kommandierenden der Truppen Generaladjutanten Skalon anläßlich der Verleihung einer Fahne an das Regiment.
— Zu Ehren des nach Paris berufenen amerikanischen Generalkonsuls in Berlin, Mason, fand heute abend ein Abschiedsdiner '"tatst wozu als Vertreter des Auswärtigen Amts der Direktor der handelspolitischen Abteilung, Dr. von Körner, anwesend war, der in einer Rede als Antwort ans den von dein amerikanischen Botschafter cuif den deutschen Kaiser und Präsident Roosevelt aiisgebrachten Trink- spruch die innige Zii sa m in e n g e h ö ri g ke it beider Nationen betonte. Geheiinrat Goldberger sprach über die Handelsbeziehungen Telckscblcmds unb der Vereinigten Staaten. In Erwiderung auf die Abschiedsworte des amerikanischen Botschafters betonte Mason die Schwierigkeiten, welche sich der Erhaltung harmonischer Handelsbeziehungen zwischeii Amerika und ' Deutschlaiid entgegenstellten, wodurch ein Problem geschaffen werde, dessen Lösung zweifelsohne beiderseitige Konzessionen verlange. Indessen hoffe nian drüben wie hier, daß schließlich zufriedenstellende Vereinbarungen erreicht würden, da zwischen zwei Nationen, deren BerühriingSpunkte dank der Annäherung ihrer Häupter sich stetig vermehreii, gespaiinte handelspolitische Beziehungen undenkbar seien.
— Der Schriftsteller und Redakteur Dr. jur. Albert Osterrieth in Berlin (ein geborener Straßburger) ist vom preußischen Kulttisminister zum „Titiilar-Profefsor" ernannt worden.
— Bromberg, 18. Sept. Wie die „Ostd. Pr." meldet, sieht der Magistrat in Unterhandlungen wegen Eingemeindung chmtlicher Vororte mit 25 oOO Einwohnern. Dadurch würde die Einwohnerzahl auf 7 8 000 anwach -en.
Kccr unb A otte.
— Englische Offiziere beim Kaiserntanöver. AlZ Beweis dafür, daß man verwunderlich ruhig an mili- täriich maßgebender Stelle über unsere gegenwärtigen Be- Ziehungen zu England denkst dürfte die Tatsache gelten, daß, wie verschiedene Blätter berichten, Dank dem besonderen Entgegenkommen des Großen Generalstabs, außer deut Militärattache 19 weitere englische Offiziere als Zn- schauer an dem Kaisermanöver im Taunus teilgenommen haben. Jeder dieser Herren war dttrch den stellvertretenden Chef des Generalstabs der Armee mit einem besonderen Passierschein versehen, und sie haben in ausgiebigster Weise von der Erlaitbnis Gebrauch gemacht, sich in allen Zweigen des Feld- und Lagerdienstes zu informieren.
Ausland.
London, 18. Sept. Das unter dent Befehl des Prinen Battenberg (Sanaba besuchende englische Geschwader hat bereits hundert Mann durch Desertation verloren. Man befürchtet täglich neue Verluste.
— Das Blatt „Reynold New Papers" erklärt, mitteilen zu können, daß der König und die Königin von Jtalen im nächsten Jahre England besuchen werden. Der Aufenthalt ist auf 14 Tage bemessen. — Dasselbe Blatt behauptet, daß die italienische Politik sich immer mehr einer Annäherung an England und Frankreich befleißige.
Olmütz, 18. Sept. Unter Teilnahme von nahezu 3000 Tschechen fand eine Demonstrationsversammlung statt, nach deren Schluß eS zu deutsch-feindlichen Demonstra-
Budapest, 18. Sept. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den verhafteten Advokaten Hal map infolge Mangels an strafbaren Taten eingestellt.
Petersburg, 18. Sept. Ein Berichterstatter meldet auf Grund amtlicher Informationen, daß der Zar nicht nach Darmstadt kommt.
— Ein hiesiges Blatt behauptet, Deutschland stehe int Begriff, eine Flotten st ation auf der Insel Thasos im ägäischen Meere zu errichten. Der Friede sei zu frühe ftir Deutschland gekommen, da es seine Pläne im Orient noch nicht verwirklicht habe. Das Blatt mtiß zwar zugeben, daß sich im Orient seit Ausbruch des Krieges für Rußland nichts geändert hat, meint jedoch, es sei nicht klar ersichtlich, was die deutschen Agenten in Kleinasien treiben.
tionen kam. In der Versammlung wurde eine Resolution angenommen, in der die bekannten nationalen, politischen und wirtschaftlichen Postulate der Tschechen gefordert werden. Nach der Versammlung zogen die Tschechen unter Schmäh - rufen gegen die Deutschen durch die Straßen. Wiederholt kam es zu Zufammenstößen. Auf dem „Oberring" wurden deutsche Studenten von Tschechen insultiert. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor.
Parteitag der soziatdemokratischen Partei KeuLschtands.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
IL
H. F. Jena, 18. Sept.
Heute morgen begannen die eigentlichen Verhandlungen unter dem Vorsitz Singers. Bor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte Singer noch die au5 dem AuZlande erschienenen Parteigenossen. Zur Erwiderung erhielt znerst daS Wort der Ävg. E ll e n h a gen-Wien, der die politischen Zustände seiner Heimat einer teilweise sehr ironischen Kritik unterwarf. Der englische Genosse Askew betonte, daß eine engere Liierung der deutschen und englischen Gewerkschaften allgemein als notwendig erkannt
werde. Es folgte der Holländer Men de, der Die Unterdrückung der holländischen Sozialdemokratie durch die Regierung scharf geißelte. Johann-Lodz überbrachte die Grüße der sozialdemokratischen Partei in Polen und schilderte die Unterdr'cku"a der Arb"i!erpartei in Rußland.
Die Parteiorganisation.
Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Parteiorganisation Der Berichterstatter. Abg. v. Volkmar, bemerkte: Es werde verlangt, daß jeder zur Partei Gehörende praktisch an den Arbeiten der Partei teilnehmen müsse. Auer habe schon vor fünf Jahren auf die Unmöglichkeit einer solchen Bestimmung, mit Rücksicht auf die vielen Beamten usw., die sich der Partei anschließen, hin- gewiesen. Er halte es ferner für erforderlich, bezüglich der Bestimmung: „Zur Partei kann nicht gehören, wer sich einer ehrlosen Handlung schuldig gemacht tjat", eine nähere Erklärung b W o r't es „ehrlos" zu geben. Er müsse sich auch gegen den Antrag wenden, in die Parteisatzungen auszunehmen: „Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grü n d s ätz e des Parteiprogramms schuldig macht". Es könne jedem Parteigenossen passieren, daß er sich in irgend einem Programmpunkt einmal mit der Mehrheit der Partei im Wid er sp r uch befindest 2er, Redner bemerkte im weiteren Verlaufe, daß der Or- ganisallonsentwurs vor-'nesitsiiküß riiicr Kommission überwiesen werde und verbreitete sich dam.ch in sehr eingehender Weis- üb-r die cii;- Inen Bestimmungen des Organi- sationsentwurfes
Depossedierung des Vorwärts.
Von Berli.i i|i Oer iimrag gestellt worden, den „Vorwärts" zu depossedieren, d. h. ihn zum Lokalblatt zu machen, und es der Redaktion zu überlassen, in welcher Meise sie Erlasse der „hohen P a r t e i r e g i e r u n g" veröffentlichen wolle.
Vom Parieivorstaude waren folgende Anträge eingev gangen:
1. Die Verteuerung der Fleischnahrung.
„Die Tetsa.h-e, daß große Senaten der Bevölkerung Deutsch- t nds, mehr als jemals zuvor, unter einer furchtbaren Verteuerung ^ber Fleischn^hrung zu leiden haben, wodurch die betreffenden schichten auf das schwerste bedrückt und zu einer chronischen Unterernährung verurteilt werden, welche die verhängnisvollsten folgen für die körperliche und die geistige Entwicklung und für des Gemeinwohl Zeitigt, ist die W'rkuny einer agrarischen Raub- polrtik, die seit Jahren die herrschenden Klassen und, von diesen gedrängt, in bereit Interesse die Regierungen allen Mahnungen und Warnungen zum Trotz betreiben.
Der Parteitag spricht über diese Elend und Verderben bringende Politik seine Empörung aus: er verlangt, daß sofort sämtliche Grenzen unter lotwler Anwendung sanitärer Vorsichtsmaß- regeln gegen die Einschleppung von Tierseuchen der Einfuh^ von Dich geöffnet und das durch das Fleischbeschaugesetz erfolgst absolute Verbot der,Einfuhr von ausländischem Fleisch, Zungen, Würsten, Corned-beef usw., sowie die Zölle auf Futtermittel aufgehoben werden.
Der Parteitag betrachtet speziell die erwähnten Verbote, die unter der Vorgabe eingeführt wurden, daß die betreffenden Nahrungsmittel geiundheitsschädlich seien, eine Behauptung, die niemals durch Tatsachen ausreichend bewiesen werden konnte und durch den ungehinderten und massenhaften Genuß dieser Nahrungsmittel von der Bevölkerung der Nachbarstaaten Lügen gestraft wird, als ganz besonders gehässig und verhängnisvoll und nur der agrarischen Beutegier zu Liebe erlassen.
Daß ferner Minister im größten Staate Deutschlands, in Preußen, die Forderungen zum Erlaß von Maßregeln zur Verbilligung der Fleischnahrung mit einer an Frivolität grenzenden Leichthcrzigkeit zu beantworten ffir gut fanden, hat in besonderem Maße den tiefsten Unwillen der weitesten Kreise der Bevölkerung erregt und wieder einmal den Charakter der preußsichen Regierung als Regierung eines Klassenstaats aufs eklatanteste bestätigt.
Der Parteitag richtet an die Parteigenossen die Aufforderung soweit es noch nicht geschehen sein sollte, sofort in eine Agitation für den Erlaß von Maßregeln, wie sie vorstehende Resolution enthält, einzutreten."
2. Die Redeverbote gegen JaureS, Dr. Adler u. A.
# „Der Parteitag erklärt: Das Redeverbot, das durch den Brief des deutschen Reichskanzlers an den deutschen Botschafter in Paris, dem Parteigenossen JauröS in Aussicht gestellt wurde, falls er am 9. Juli d. I. ht einer von den Berliner Parteigenossen einberufenen Versammlung zu Gunsten des Friedens und der Versöhmmg zwischen Frankreich nnd Deutschland sprechen würde,
. sowie das Redeverbot, da? die badische Regierung für den gleichen Tag gegen die Parteigenossen Dr. Adler-Wien, Greulich! aus Zürich und Todeschini aus Rom für die internationale Arbeiterzusammenkunst in Konstanz aussprach,
sind als Zeichen der politischen Rückständigkeit Deutschlands zu einer Bloßstellung schlimmster Art für die betreffenden Re- gierungsorgane geworden.
Dieses Vorgehen hat das Ansehen Deutschlands in der ganzen Kulturwelt auf das tiefste herabgedrückt und Deutschland in den Augen der Welt der Lächerlichkeit preisgegeben.
Der Parteitag verurteilt dieses Vorgehen deshalb besondcÄ scharf, weil die beiden Versammlungen dazu bestimmt waren, das Mißtrauen der Völker und ganz besonders des französischen Volkes in die Friedensliebe des deutschen Volkes nach Möglichkeit zu beseitigen und die Versicherung abzugeben, daß es die deutsche Arbeiterklasse und ganz besonders die deutsche Sozialdemokratie alle Zeit mit als ihre vornehmste Aufgabe ansieht, dem Kriege, gegen welches Volk immer er provoziert werden sollte, den Krieg zu erklären und der Verständigung und der Versöhmmg der Völker, namentlich des deutschen und de§ stanzösischen Volkes, und der Schlichtung ihrer Streitigkeiten auf dem Wege internationaler Vereinbarungen die Wege zu ebnen."
3. Die Friedens- und Freundschaftserklärung der englischen Parteigenossen.
„Die auf dem Parteitage in Jena versammelten Vertreter der deutschen Sozialdemokratie begrüßen mit mistichtiger Genugtuung die Friedens- und Freundschaftserklärungen, die letzthin die Vertreter der englischen Sozialisten und Gewerkschaften abgegeben haben, veranlaßt durch die chauvinistischen Hetzereien eines Teiles, der herrschenden Klassen diesseits und jenseits der Nordsee.
Die Skrtretcr der deutschen Sozialdemokratie erllären, daß sie _bie Versuche, zwischen dem englischen und dem deutschen Volw Unfrieden zu stiften und die beiden Völker, die mit in der vordersten! Reihe der Külturnationen stehen, zu einem Kriege zu verhetzen^ auf das entschiedenste als gewissenlos und verbrecherisch 'verurteilen: sie erllären weiter, daß die deutsche Sozialdemokratie entschlossen ist, vorkommenden Falles mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften den Ausbruch eines Krieges zwischen den beiden Völkern zu verhindern.
Schließlich sprecheir die versammelten Vertreter der deutschen Sozialdemokratie die Hoffnung aus, daß cs endlich der englischen Arbeiterklasse gelingen möge, bei den nächsten Parlamentswahlen durch eine ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung im Parlament ihren auf den Weltfrieden und die Völkerversöhnung gerichteten Bestrebmigcn Einfluß zu verschaffen."
Besprechung.
In der Nachmittagsslyung wurde in die Besprechung über den OrganisationSenttvurf, die Parteiorgani' s ation betreffend, eingetreten.
Lbg. Ulrich-Offenbach: Er sei der Ansicht, daß die straffe Organisation, wie sie in den 1860er unb 1870er Jahren bestand, damals wohl auch notwendig war, heut^ nicht mehr zeitgemäß sei. Die Organisation Kr Partei müsse sich den Zeitverhälftnissen, anpassen. Es habe sich, inzwischen die Notwendigkeit der Bildung von Landes-/
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Der „Neichsan^. 17. September wurt verdächtige Erkranlm pm 18. September dächtiqe Erstanlimpk! gemeldet. Die Gemk 202 (htmhinqe sterner wird nen Geübte' iwta« »vn a\‘ wurde
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