Ter Pflug und das Pflügen bei den Römern und in Mitteleuropa in vorgeschichtlicher Zeit von H. Behlen. Geschenk Professor Tr. Clemm.
Feuerwehrgurtei mit Tasche, Reibholz^ Lichtschere. Geschenk, Schlossermeister Hohmeyer.
Altes, verziertes Lürbond. Geschenk, Wagnermeister Mühlig.
Mittelalterliches Tongefäß. Fundort: Ates Schloß am Brand. .
Verschiedene Gefäß teile, aus dem 12. bis 17. Jahrhundert herrührend, sowie Eisenteile, Bruchstücke von Ofenkacheln usw. Fundort: Gleiberg. Mschenk, Burglmrt Niebergcrll.
Gießener Urkunde, 1713. Geschenk, Kaufmann Älb. Wallen seld. _
Messingener Ehering. Geschenk, Kreisamtmann Kranz- vühler.
Zunfttruhe, Men und Protokollbuch der Licher Metzger- zunst, 17. Jahrhundert. Geschenk, Bürgermerster Heller-Llch
Hessischer Sabel und sonstige Ofsizier-Abzerchen, Tschako, Helm, Pulverhorn. Geschenk, Sanitärsrar Tr. ^aupt.
Kleine prähistorische Metallurne, spätkarolingisches Spitzgesäß, mittelalterliche Pfeilspitze und zwei (schlüssel, ^schenk, Kreiskulmrtechniker Kunz-Lautcrbach.
Kmme, Marburger Gut, mit der Jahreszahl 1//5.
Hessischer Galahut sur evangelische ii>ei|;lia)e, zwei Post- scheine aus Turn- und Toxischer Verwaltung. Geschenk, Professor Tr. Luchhold. . ,, . r.^ r c. .
Photographie des auf hiesigem Kwchhos srch besmd- lichen Denkmals des JesmngsrommandcuLten Langsdorf, nach einer Zeichnung von Gerhardt. Geschenk, Journalist Wohlmuth.
Zwei Tische aus dem alten Karzer, deponiert. W
Trei Ansichten von Staufenberg, Kirchberg und JRuitie Badenburg. Geschenk, Generalteuwant z. T. Hof-Darm- stad t.
Tonlampe, verschiedene Scherben. Fundort: Pergamon 1904. Ten Fundumständen nach hellenistische Ware. Geschenk, Professor Tr. Sauer.
Steinmes,er, Pfeiljpi^n aus Feuerstein, Schaber sowie Scherben verschiedener Zeitabschnitte. Fundort: Sandgrube an der Straße Gießen-Rödgen.
Altes Kunstschloß. Gesa>nk, Schreiner Luch.
Bild, Einweihung der Ludw igs jaule in Darmstadt. Geschenk, Witwe Th. Haubach.
Frühmittelalterliche Gefäßscherben. Fundort: Landen- hausen (Meis Lauterbach). Gejcyenk, Gerichrsajjessor Jöckel- Lauterbach.
Von unserem langjährigen verehrten Gönner wurde gestiftet:
Eine Anzahl zum Teil reich verzierter Tabakpfeifen, wertvolles Zmngeschirr, alte Lampen, Porzellan verjchie- dener Manufaktur, Bilder und Urkunden.
Ten freundlichen Gebern wird auch an dieser Stelle hiermit bestens gedankt.
^..u HtM und Land.
Gießen, den 19. Januar 1905.
** Ter gestohlene Mühlstein. In einem kleinen Seitentülchen deö Vogelsbergs, unweit des Torfes N., liegt, so schreibt man uns, die sogen. Oelmühle. In dreier Muhle wird heute noch, wie dies früher bei vielen Mühlen der Fall war, Oel geschlagen. Die Krämer und Händler der Umgegend decken fast alle hier ihren Oelbedarf. Alle sind daher gern gesehene Gäste auf der Oelmühle, mrt Ausnahme des Rascherts Hannes, eines Krämers aus dem Dorschen W., der als ein großer Geizhals, aber auch als sehr beschrankt bekannt war. Regelmäßig wenn er aus der Mühle -erschien, fing er an zu klagen, der Müller hätte «ihm am letzten Mal zu wenig Oel in seinen knig gemessen; er merke dies cm dem abnehmenden Gewicht seines Oelkruges. Er trug das Oel in einem großen Steinkrug mittels eines urragtorbes auf dem Rücken. Ter Müller wurde dieses ewige Lamentieren satt, umsomehr als Hannes .immer sein richtiges Maß erhielt. Als er nun wieder einmal erschren -und dasselbe Klaglied vorbracl)te, beschloß er, ihm mal gehorrg heimzuleuchten. Er lud den Hannes ein, in die .Wohnstube zu kommen und zu frühstücken, während dessen wurde sein Krug gefüllt, er (6er Müller) würde auch für das richtige Maß sorgen. Ter rasch eingelveihte Müllerbursche mußte nun rasch euren kleinen, aber ziemlich schlveren Mühlstein zu unterst in den Tragkorb legen. Der Stern wurde mit etwas Heu und Stroh zugedeckt und oben draus der Oelkrug gestellt. Es dunkelte schon, als Hannes Jidj zum Abmarsch richtete. Mit Mühe brachte er den »schaureu Tragkorb aus den Rücken. „Eich glaab, sagte er Müller, hait hun se meich cmol rnei Moß gelve." Keuchend und schwitzend trat er den Heimweg an, innerlich sich streuend, daß ihm der Müller mehr gegeben, als er bezahlt. Zu Hause angekommen, ging er gleich zu Bette. Ten Korb wollte er am «andern Akorgen auspacken. Früh des andern Morgens wurde er durch den Polizeidrener geweckt. Ter machte ihm mit strenger Amtsmiene bekannt, daß auf der Oelmühle gestern abend ein Mühlstein gestohlen worden sei und daß kein anderer als er (der Hannes) als Dieb in Betracht kommen könnte, er sei zuletzt aus der Mühle gewesen. „Woas, eich en Laib? Eich verklag Teich waije Beleidiging!" schrie entrüstet der Hannes. Der Polizeidiener verlangte nun seinen Tragkorb zu sehen. Richng, der Stein lvar lxarrn. Hannes siel bald um vor Schrecl und Staunen. Der Polizeidiener besaht ihm nun, den Stein sofort wieder in die Muhle zu tragen, das nxitere würde sich dort finden. Vu'llercht sehe der Müller von einem Strafantrag ab, wenn er etwas in die Armenbüchse werfe. Hannes schleppte nun den Stein wieder in die Muhle, bezahlte 5 ML. m die Arnunbüchse uird dankte dein Müller noch, daß er ihn nicht anzeigte. Von einem Mühlstein darf man aber seit dieser Zeit beim Hannes nicht mehr sprechen.
/\ Ober-Seibertenrod, 18. Ian. Nachdem unsere Nachbargememden Stumpertenrod und Ulrichstein in den
Besch einer Wasserleitung sich gesetzt und den Vorteil! einer solchen nicht genug zu rühmen wissen, i|t auch unsere Gemeinde der Anlegung einer solchen näher getreten. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt man, sie noch in diesem Jahre erbauen zu lassen. Die Vorbedingungen zum Erbau einer Wasserleitung sind in der hiesigen Gemarkung gewiß sehr günstig.
Z Mücke, 18. Ian. Der Vorteil, den eine mit der Dampfwalze hergestellten Straße vor einer durch Flickarbeit erhaltenen besitzt, tritt offenbar zu Tage nicht nur im Sommer, sondern aiich bei strengem Winter. Die gewalzte Straße bietet näuilich eine viel bessere Schlittenbahn, als die jedes Jahr überschotterte. Die mit der Dampfwalze her- gestellte Straßenstrecke Mücke—Ruppertenrod bietet zur Zeit eine vortreffliche Schlittenbahn. Auch die Post Ulrichstein—Mücke fährt auf einem Poslschlitten. In den vorausgegangenen letzten Wintern war das nicht der Fall.
G. Büdingen, 18. Jan. In unserer Stadt leben noch zwei Veteranen, die der denkwürdigen Feier heute vor 34 Jahren in Versailles beigewohnt l)aben. Es sind dies er. Durchlaucht der Prinz Alfred von Isenburg-Büdingen, der als Adjutant einer Kavalleriebrigade der Feier beiwohnte, und der Kreisdiener Seppelt, der, der Stabswache des Kaisers angehörig, vor der offenen Saaltüre Polten stand. Diesen, der von kleiner Statur ift, redete der Kaiser an und fragte ihn, ob alle seine Regimentskameraden so klein seien. „Nein", antwortete dieser, „ich bin der Kleinste".
Frankfurt, 18. Ian. Eine Reihe von Vorfällen alarmiert seit ein paar Tagen nicht nur die Frankfurter Feuerwehr, sondern auch die Deutsche Effekten- und Wechsel bank, wo es näuilich gestern wieder evssnat brannte. Trotz aller Vorsicht ist gestern nachmittag zwischen 5 iind 6 Uhr abermals ein Brand dort ausgebrochen. Es ist dies der vierte Brand innerhalb weniger Tage. Das erste mal brannte es im Keller, dann im ersten Stock des Hinterhailses, vorgestern in der Registratur und gestern entstand daS Feiler abermals im Hinterhaus, und zwar im Schlafzimmer des Portiers. Es handelte sich wie in den früheren Fallen nur um ein unbedeutendes Feuer. Em Teppich war in Brand geraten, einige Möbelstücke sind angekohlt, die F..ierwehr hatte nur geringe Mühe, um die Gefahr zu beseitigen. Die Behörden sind, seitdem es zum zweiten mal gebrannt hat, mit der geheimnisvollen Angelegenheit eifrig beschäftigt; jetzt, nach bem Brande, wurden sämtliche Angestellte vernommen. Unzweifelhaft liegt Brandstiftung vor, und zwar neigt man nach der ganzen Art und Weise, wie das Feuer angelegt mürbe, zu der Annahme, daß der Täter nicht zurechnungsfähig ist. Die Bankleitung hat alle Vorsichtsniaßregeln getroffen.
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