Dienstag 12. Dezember 1905
155. Jahrgang
(srftes Blatt
Ale heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger 67
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen
2$n ows und AZ be.s Letzte ZI.den im A slandc.
Londoner Zeitungen berid;len über ein Interview IrtU Lord Averdeen, dem Vorsitzenden der englischen iÜuKsohnungsliga. Ticscr sagte, sein Ausschuß herbe mit IlltbLrraschung und Bedauern die Lleuherungeir Bülows Ijuc Kenntnis genommen. Ter Ausschuß sei der Meinung, Ibad Fürst Bülow falsch berichtet sei. Allgemein heri sche das Gefühlder A ch t u n g v o r Deutschland und der Wunsch, mit Deutschland und dem deutschen Volte nicht nur friedliche, sondern herzliche Beziehungen zu untersten. — Die „Times" führte nu5, cs B.iQfl für Bülow unmöglich gcn^'sen fein, die Marokko- ’ftüßc ganz und gar zu übergehen, aber es sei schwer in ! ezeichnen, welche guten Ergebnisse ein Staatsmann von vblemrs Erfahrung und Dult, der angeblich (!) mich von itzri edensliebe beseelt ist, von einer eingehenden Be-
Schmit
gen Kunst i vis von alten Sri dt als lachts-Gescheu Bilder zu reellem rantie in jeder. ?r-
Telephon o^1
Aus Aeutlch-Sübw-aafriL«
nxirb amtlich gemeldet: .. „
Nord-Bethanien. Cornelius war, nadifcem er hic um* gegend von LeetmunÄ)oop unsicher gemacht hatte nach der Zwiebelhochebene ausaewuoeii. Vou unicrer Truppe dauernd ver- chlgt, wandte er fi$ wieder südwärts nach dem Barwege unb Urbe am 2L November bei Garunarub westlich von Hetmans» boov von der Kompagnie Gruener angegriffen. Leutnant esraf v Larttenberg und zwei Reiter wurden hierbei, wie bereits gemeldet, verwundet. Am 29. November überfiel Cornelius dw Farm Lanes (60 Änlometcr fudwesüich von Be- lhanien). Er ha? nunmehr lintber die Richtung nach dem Norden eingeschlagen. Seine Schar .steint,sich in mehrere Banden geteilt zu haben, die teils dem Tirasgebirge zu ziehen, teils am Fisch- flußi^sclich von Krclmanshoop urnherstrcichen. Seme Ver- wlgung ber ^Ionie wurden von Banden des
Mor^nga 4^ Lezernbe. die Pferchen der 9. Kvmp.
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br|d>etet täglich miiiiex SonniagS.
lem Gießener Anzeiger 2 heu im Wechte! mit ri fiesfischen Landwirt ? Lietzener Familien-
Id:er oiennal tn der Woche beinelegL
'o ationsbruck u. Ver- i bei Brüh l'schen
1 ir vell.-Buch-u.Ltem- ! i.rferei. R. Lange, kbnftion, Ernedmon
und Tnirferet
L. chutstratze 7.
lebaftiori 112
1-rlag ii.Exved
ShtefTe für Tepeictien: -Anzeiger toiefeen.
Ans Hlaöl und Land.
Gießen, 12. Dezember 1905.
"Der Personalbestand der LandeSuniversitLt' für das Wintersemester 1905/06 ist erschienen. Er enthält wiederum ein vollständiges Verzeichnis sämtlicher akademischen Behörden und Beamten, der akademischen Lehrer, Unterricht», inslttute, Sammlungen und Prüfungskommissionen, sowie RamenSverzeichnisie der akademischen Lehrer und Beamten unb ein Verzeichnis dec Studierenden nut WohnungSangabe.
♦♦ Ter außerordentliche Professor i P. der Landesuniversttät Joh. Baptist Brau» ist am Samstag nach langen Le den in Offenbach a. M. gestorben. Er wurde am 1. Januar 1830 in Heldenoergen geboren und studierte von Ostern 1851 bis 1856 in Gießen Jurisprudenz. Im Jahre 1860 promovierte er hier bei der Juristischen Fakultät. Am 23. April 1861 habilitierte er und am 28. März 1883 wurde ihm der Charakter „außerordentlicher Professor" verliehen. Seine Anstellung^ als Dozent für französisches Zivilrecht und für Forstrecht erfolgte am 1. April 1891. Lt- Dekret vom 20. Dez 1893 wurde er zum außerordentlichen Professor bei der juristisch« Fakultät der Landesuniverfität ernannt und am L Mai 1903 in den Ruhestand versetzt.
-Bei de n F unda me ntierun gSa rbeiten zum Theater-Neubau ist man auf nicht unbedeutende Schwierigkeiten gestoßen. Eine dort befindliche Festungsmauer von ca. 15 Metern Lange unb 21/, Metern Dicke ist zu beseitigen, zu welchem Zweck seit einigen Tagen Sprengungen mit Dynamit oorgenommen werden. Obgleich durch Absperrung und Deckung der Schußlöcher die nötige Vorsicht angewandt wird, flogen gestern dennoch Steinstücke bis in die JohanneSstraße. Dem Publikum können wir daher nur empfehlen, den Weisungen der ab* iperrenben Personen zu folgen, damit bei der schwierigen Arbeit Unfälle vermieden werden.
-Kuppelei. Der Wirt U. hier wurde gestern wegen Kuppelei und Duldens von Glückspiel in seinem Lokal verhaftet. Er betrieb eine sog. Animterkneipe mit Damenbedienung in separaten Weinzimmern, wo insbesondere junge und unerfahrene Leute gerupft wurden. Selbst Bürschchen von 14 und 15 Jahren wurden von den Kellnerinnen in die Weinstuben gelockt und zum Weintrinken animiert. Ein 15jähriger Bursche, dec einen größeren Gelbdieb stahl ausge- fut)rt hatte, wurde von den Kellnerinnen in daS separate Weinzimmer gelockt und mußte zwei Flaschen Sekt ä 8 Mk. bezahlen. Außerdem ließen sich auch diejelben noch Sherry und Chokolade kaufen, sodaß der Bursche um etwa 22 Mk. crleichert wurde. Dem Glücksspiel wurde fast täglich gehuldigt, die jungen Burschen spielten auch daS sog. .Wutz« mit und verloren ihre Groschen. Jedenfalls wird die Schließung des Lokals und KonzesfionSentziehung folgen.
ve;u a»prei»r monatlttüiöPI., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePosl Alk. 2.— oierl eb jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Lnzeige» für die lagrtniunm« biS Vormittage 10 Uhr. ßeilenpreifl: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich für den polit. und allgem, Teil: P. Witiko- für .Stadt und Sanb' und .Gerichtsfaal': Ernst pe6; für ben 91 n« neiqcntetl: HanS Beck.
bei Sandfontein unb die der 10. Stomp, bei Norcschab überfallen. Eriterer wurden 156, Ic&tercr 34 Rei11ier e abgetrieben, obwohl alle verfügbaren Kräfte sofort vorgingen. Am 7. Dez. wurde ein Bichposten von fUlFfoiitcin durch eine 100 Manu starke fcotleiitaitab :;be, anid^inenb gleidyfallS Mo- cenga-£eute, umzingelt; dabei wurden 200 Stück Großvieh unb Pferde, sowie 400 Stück Kleinvieh abgetrieben. 3a bl» meiiterafpirant Selbach, der mit wenigen Reitern «e Verfolgung aufnahin, um ben verbleib d s Gegners sestzustellen, sowie eiin Unteroffizier fielen hierbei. Die 2. Kvmp.
Negunents 1 nahm von Adurosfontein au8 die Verfolgung des uuj Gaobis abgezogenen Gegners auf.
Tcr TranspoNvrrsthr auf den Erappenstraßen im Süden soll durch Anlage befestigter Stützpunkte auftecht erhalten werden. Tem weiteren Viehruub wird durch (SinFraalcn der Tiere während der Nacht vvrgebeugt. Daß die Pferde bei dem unzureichenden tzastrnacpschub hierunter sehr leiden, muß in Kauf genommen werden. _
Zum Oberbefehlshaber im Süden gegen Mvvenook an Stelle des erkrankten Oberstleutnants von Se m m e rn würbe Major v. Estorsf ernannt. Tas Kommando über die Truppen m Cftnamalanb unb im Bezirk Bcthanien-Berscba übernimmt statt seiner Major v. d. D e y d e.
Tie 4. Batterie griff am 1. Dezember eint Lwltentottcnbande bei Gubuems östlich von Antinuis ait Dom Feinde fielen 83 Mann. Wir batten keine Verluste. Es würben einige Gewehre, Pferde, Rcitochsen unb etliches Großvieh erbeutet Na-ch ÄuS- Ljge eines gefangenen Weibes soll ©l anaffe Noroseb, der Kapitän Der Hottentotten von tzoachanas, hierbei gefallen sein. Stärkere Witboibcmdcn wurden m bet letzten Jcit am oberen Tsub unb bei Stamprietfontein feltgestellt Schwächere Banden bürdeteben raubend das Land. 3n der Ber- iolgung solcher Viclwäuber fielen am 2. Dezember Leutnant d. Schweinichcn und zwei Reiter uniueit von Kub. Der oercrokapitün Michael Thisescta von Omaruru ist mit kleinem Gefolge nach dem Walfisüchaigebiet übergetreten unb soll bort seine Gewehre abgeliefert haben.
Tre gesamte Gcfangencnz-Hi betrug am L Dezember 8814 einschließlich 684 $)otten!ottcn, darunter 2171 Männer, gegen 7072 KÄpse, bannitec 2054 Männer zu Anfang des Septembers.
Nach einer Meldung dc^ Obersten Tama leibet die Kriegführung erheblich unter den Schwierigkeiten der Verpflegung infolge des Auftretens der Rinderpest und der u n g e n {e u d) c und nur von der schleunigen Genehmigung der Bahn Luderitzbucht-Kubub kann Besserung erwartet werden.
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In dein Verfahren gegen die seinerzeit in Windhuk verhafteten Buren sind die Angeklagten Liljeveld und Botba dtrchs das Bezirksgericht in Windhuk am 22. Oktober d. I. -u je 5 Jahren Gefängnis verurteilt wvrdcn. Tie Anklage hatte ihnen vorgeworfen, eine Verbindung ju Wege gebracht zu heben, die von der Staatsregierung g e heim gehalten werden sollte und den Zw-eck verfolgte, Wasten unb Munition iu erlangen, auf der Landstraße Kolonnen zu überfallen unb mit bet Beute über die englische Grenze zu kommen.
^Anch°7in^a panisch es Statt bespricht di- R-d- b-S liÄStmizlers/indem -S dem Wunsche nach einet
h dcutsch^ngtischcn B-zi-hunpen Aus^ck^bt und dem bssvruch des Fürsten Dn.om über pstasten b-ipstrcht-ü !>z Blatt versichert, daß ^apan srredtichc übslch
" Dü'werden aNe friedlichen Bcstrebun^n der Mächte, ihre kpr^«e MÄinüchen, respektieren. W 'Bwnb t« deut im Erklärungen könnten ut 11 c&I<inb «nll> 3" »«>« ®'•>
+ (Irfif ten zur Aufrecht er Haltung des ei “1 , .
» . . Sita Die Rede des ReichskanilerS Ü'
en Anerkennung der englilchrtammischen Auffassung in Ost<chicn. «A e^mlich daß bi- deutsche und iaP°n,sch-V»l>. üf ; — r\ n. „ irtit infam mengeben konnten.
' '65 verdient schlicßkrch noch Leachtunz, daß m Stc3- k« von dem Rektor der llnwcrsrtät Prof Tr K'aus. «>n -in Aufruf ä"r Anbabnung b e s °- B -- !!«V in^Umsau's"^s-Pt'worden iE Ter Anfrns fordert «sc Deutschen und Engländer, welche den Wert deutschem p enaUIchcr tofcü und Literatur zu schätzen nnssen, auf. Ein zu wirken, dav die herrschende Berstuirnrung einer Eeren woMwvlleLn Beurteilung bei Verhält- li, r? weiche. Unterzeichnet ist der. -!^uf von KaufTnann, s^mbürgermeister Bender, Kordmar Fuiltb^chos Dr loptp und Generalsu^erin.endent Notteov^
fbts Sozialistenführers gelegen. Tas Blalt sagt 1 Ivener: Wenn nach dem Gesetze des Fortschritts, das ihr . Motion bestimmt, die deutsche Sozialdemokratie stark ye- ' nug fein wird, zu handeln, so können wir hoffen, em Deutschland zu sehen, das nicht mehr mili- la i i st t f ch ist." Das Blatt kreutsich,daßdiestärkste dertfche Partei die deutsche Weltpolitik be- ILnipfe An Provokationen von englischer Seite habe es Mthcr auch nicht gefehlt. Kein liberaler Minister Mi-yjc antideutsche Reden halten.
Ter „Petit Parisicn", ein viel gelesenes französisch k s Blatt, bemerkt, die Rede des Reichskanzlers zeige, , tp.’.dic große Anziehungskraft Frankreich auf das Ausrand koiK-ube. Bulow sprach zu wiederholten Malen incourtoi- fie j o 11 e r Weise von Frankreich und von französischen Etotilemänncrn und Generalen. Tas französische Volk be» flagt sich nicht darüber, vorausgesetzt, daß man es bei ferner 8rbt it und im Frieden die eigene Geschichte lenken lasse. - 2 as „Echo de Paris" schreibt, die neue Rede des Reichs- bnzliers zeige nur, daß fette Angriffslust Franks teirh gegenüber fortbauere. Besonders bezeichnend :i es, daß Bülow die Verantwortlichkeit für die Reise des Kaisers nach Tanger auf f^y nehme, da er fühle, daß die Seife- im Reichstage keineswegs einstimmig gebilligt werde, «ib er a le, Katholiken und Sozialdemokraten kirnen mit gleichem Mißtrauen und gleicher Bent uh igung der Bülowschm Politik gegenuberzustehen, M(t)e man nur dann begreift, wenn sie der Ausdruck eines Nlliens ist, der lediglich eine äußere L o s u n g suche.
„Popolo Romano", ein hervorragendes rtalieni - sch es Blatt, schreibt, der deutsche Reichskanzler habe mit Ich! ben SBcitrttt Jtalions Sunt Stetbunbe unb bte Er- curruna beäfetben nicht auf Sentimentalität, fonbern auf i.|it ib« Wertschätzung seiner Interessen zuriickgefuhrt Wenn : bet grasten Mehrheit bes rtatiemschen VoNes Nicht die inigehenbe, burch Ldjährige Ersahruna besestig e Überzeugung herrschte, daß ber Dreibunb b^ erste Garantie bes FriebenS biete, hatte \A> Hit: (fmeuetunfl schwerlich nd>t(crtigen lassen, wenn auch ™ Beitritt Italiens zmn Tretbunb memgstens teilweise !7^siihl mitgewirrt Sitte De Stalien er muffen bem ttrtschen Reichskanzler dankbar dafür setn^daß K Ji ««SS R” S-K LS LLLU.-
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nWeb- odnM um Teil zm p 'uSgesiellt, da^ - pßlll brilj*
Ut' ' iinc.t)ung dieser Frage im bcut|cl)cn Parlament erwartet
1 6abrn konnte. Tie Franzosen Hütten ihren Tadel mit / all Wicigung und gutem Geschmack in großem Gcgcniatze zur
ttllvDIf 1 kr bheit der Rede des Reichstanzlers ausgedrückt. Tie l'Llimied" tadelt, daß Fürst Bulow der Sozialdemo- fehfm Ito t i e e n t g c g e n g e t r e t e n ist. Tas Blatt meint, das (d !ein gutes Verfahren, lieber Bebels Rede urteilt die 1826. I ,ttmes": Er sagte recht viele unangenehme Tinge, von
1 biiu n einige umso unschmackhaiter waren, als sie ein gut W Jeil Wahrheit enthielten. — 5k'r „Manchester Guar- ] bior" meint, die Anttvort des Reichskanzlers habe \ um viele Grade unter der bedeutenden Rede
Iculsch r Acichslag.
S. Sitzung vom 1.1 Dezember. l Uhr.
DaS Haus ist spärlich besetzt. Am Buitdeararsttsche ®rm Posadowsti. Zunächst wird ohne Debatte der (Liuivurs be* irefs- der 0)ellungtzdauer der Gesetzes über die j)l i l i 1 ä r |i r a i • rechlspslege in Kiautschau in erster und zweuer Lesung anger.ommeiu Es folgt die eilte Beratung des Handelsvertrages mit Bulgarien.
Abg. Gras R e o e n l l o w (Antis.) bemerkt, die späte Ein- bernsung des Reichstags und die Einbringung so vieler Anträge madie iafi den Eindiuck, als ob die Regierung eine genaue Pritini' i der einzelnen Gesetze veihnidein wolle. Seine Partei werde jedoch genau altes prüjeu, unb vor allein daraui beilegen, daß übet diese Boilagen nur vor einem bejchlujjiätngen Hause ent- jchiedcu weide. Wetter rügt Redner noch die Hütten tm Zolltarn betresjs Gerste re.
Abg. R ä in p I (ireis. Vpt.) erklärt, daß seine Partei im wesentlichen mu den Bestliumungen des Haudelcverlrages einoer|tan- dcn sei.
Abg. Bachem (Ztr.) beantragt Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission.
Abg. Gra> U a n t h (kons.) stimmt dem zu. Ter Vcrtrag sei doch so wichtig, daß man ibn nicht kurzer Hand avlehnen könne, ivie Gras rttevenltow dies wolle.
StaatSjettciar Gr-i v , a o o n>5 li geht näher auf die Entwickelung unserer HandelSbezichungen zu Bulgarien ein und cm- pfichlt die Vorlage zur Annahme. Er sei überzeugt, daß unser Interesse an dem Handel mit Bulgarien, ebeino Buigariens In- terejie an dem Handel mit uns ein viel größeres sei, als sich ers der beiderscit gen Statistik ergebe. Unb zwar deshalb, weil yc* maß der g^.anchtlichen (innuiatlung der ibuVcyut-ael zwisckum Bulgaren und Teurschland in sicherlich großem Umiunye den indirekten Weg nehme über Lestcrreichijche und Ungarische Händler, jowic auch über Belgien.
Untcrstaatsjekrerar rm Rcicksamt des Innern Wermuth geht nou) ans die LU-rschi-iften über die DandlunySreiseiiden ein.
Abg. Bernstein (S-oz.- erklärt, b ß für seine Partei dieser bantu-lvoerirag unannehmbar sei. Ter ixul|dx T^rif enchartr einige Euijt.hrermaßigun^v.li, bie aber doch unzulänglich seien. Tcr bulgarische Tans enth. Ite Dculsch'.and gegenüber ganz kolossale Eins nhr^oller hä Hungen.
Abg. Paajchc yarr es nicht ftir nötig, daß der Vertrag erst einer Hvuuiuniou übcmnuscn werde. Seine Panei werde aber einem dahingehenden A.ttrag nicht rvibersprrck>en- Was der Vertrag unserer Industrie biete, falle doch immerhin nicht un- bebeuteiw ins Gewicht.
Abg. Pott Hofs (fr. Vgg? tritt für dm Vertrag em und wünscht bejchleunigle Derutilng in der Stommiffion. Dieser Vertrag bedeute »w«.ifellos nicht eine Erleichterung sono rn e..ic Erschwerung der dcuncvcn L>anbelLi.ziehnngeii zu Bulgatten. Abii die letzte UrfuQ>e davon sei in unserem eigenen neuen Zolltarif zu suchen. Und !>i an diesem nun einmal nichts mehr zu ändern sei, nehme seine Partei dm B.-rtrag an. Im Laufe einer kurzen weiteren Debatte stellt auch noch l
Abg. Gothein (steif. 93g.) fest, daß seine Freunde dein Vertrage nur mit schwerem Herzen zusttmmten. Die Vorlage geht sodann an die Budgetkomniission. Es folgt die erste Beratung des Handelsprovisoriums mit England. Daraus soll das Pleist- begünstigungsverhältnis wieder um 2 Jahre dis Ende 1007 verlängert werden. ~
Abg. (Srai Kanih weist auf die Sonderstellung der englischen Kolonien hin. Die in der Vorlage »erlangte Vollmacht sei er bereit, glatt zu bewilligen. Seme preunde würden sogar noch über die Vorlage hinauSgehen und das Handelsprovisorium um mehr als 2 Jahre zu verlängern bereit sein.
Abg. Bachem (Z.) stimmt der Vorlage zu,
Abg. Kampf (Jrs.Vpt.) verlieft eine Erklärung seiner Partei, wonach dieselbe auch eine kommissarische Beratung der Vorlage für ganz überflüssig hält.
Abg. Gras R e o e n t 1 o w (Antis.) tritt für die kommissarische Beratung em. In der Kommission würden ferne Freunde für den Antrag Kanitz auf 1 jährige Verlängerung des ProvisonumS stimmen. Abg. Büsing äußert sich durchaus für die Vorlage. Verweisung an eine Kommission würden seine Freunde nicht notioendig erad<5iaat«lerretär Gras PosadowSky stellt zunächst fest, daß die von Rednern der Rechten so hervorgehobenen Tifferenzierungen schon zu 1903 bestanden. In der Sache habe sich seitdem nichts geändert. Mit Unrecht habe Graf Reventolaw unserem Botscha ter Vorwürfe gemacht, derselbe sei schuld, das; wir mit England noch nicht zu einem Tefektivum gelangt seien. Ein jeder wisse doch, wie die inneren Verhältnisse in England selbst bisher Verhandlungen über einen Handelsvertrag mit und hinderlich gewesen seien.
Staatssekretär v. Richt Hof en erklärt, der Abg. Graf Reventlow benutze alle nur möglichen Wege zu seinem tfiel. Er könne nur wünschen, daß unser Botschafter bemüht bleibe, so wie bisher weiter zu roirfen im Interesse unserer guten Beziehungen zu
Abg. Gothein (frf. 93g.) bittet um Ablehnung bc5 Antrages auf Kommissionsberatung und ersucht ohne weiteres der Vorlage zuzustimmen.
Abg. v. Kar dorff (9U tritt für Kommissionsberatung ein. Damit schließt die Debatte. Ehe über den Anirag Kanitz auf Ueberweisung der Vorlage an eine Homnuffion abgeitimmt wird, zweuelt
Abg. Singer die Beschlußfähigkeit des Hauses an.
Vizepräsident Graf Stolberg erklärt, das Bureau teile diesen Zweifel (Heiterkeit, da vielleicht nur 70 Abgeordnete anwesend sind).
Fortsetzung morgew _____________——■


