Viertes Blatt
Wt. 90
Samstag 15. April 1905
Gießener Anzeiger
Erscheint t-Hltch mii Ausnahme des Sonntags.
Redaktion. Expedition ».Druckerei: Schulstr. V. Tel. Nr. öl Telegr.-Adr. < Anzeiger (Dietzen,
Die „Sietzener Samillenblätter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der «hrlfijche LanvWtrN erscheint monatlich etnmaL
155. Jahrgang
RolattonSdruck und Verlag der Brühl'ich« llniverfitäisörucferet R. Lang«, Gretz«.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Kine rifue KonfliKtsmöglichKeit.
Der Nequs Menelik zeigt durch sein Auftreten in der abessinischen Eisenbahn frage, daß ihm das Konzert der Mächte mit seinen ewigen Disbarmonieen nicht imponieren kann. Es mag noch dahingestellt sein, ob nicht die von Menelik in Aussicht gestellte Ausführung des Bahnbaues durch die abessinische Regierung die beste Lösung der Sache wäre. Denn man kann sich kaum ein loyales Miteinander- grbeiten aller beteiligten Mächte versprechen in einer Zeit, in der besonders der dunkle Erdteil internationale Reibungsflächen darbietet. Deutschland würde sicherlich nicht schlecht fahren, wenn Menelik die Eisenbahnangelegenheit so entschiede. Denn die deutsche diplomatische Mission hat am Hofe zu Adis-Abeba den günstigsten Eindruck pinterlassen, und Menelik wird die Ueberzeugung gewonnen haben, daß kein Staat die Aufrechterhaltung ber, Unabhängigkeit Abessiniens ehrlicher wünscht, als Deutschland. Die Politik des Grafen Bülow in M a r o k k o gibt dem Regus zum Uebersluß einen aktuellen Beweis für die grundsätzliche Haltung Deutschlands in solchen Fragen. Umgekehrt könnte Frankreich durch die Eigenart der Politik Delcassos in Marokko sehr wohl gelindes Mißtrauen bei Menelik erregt haben. Es läßt sich nicht beurteilen, ob die lange vorüber deutschen nach Abessinien gesandte französische diplomatische Mission die vielgerühmten moralischen Erfolge wirklich erzielte. Diese erwünschte Wirkung existiert vielleicht nur in der lebhaften Phantasie der Franzosen und soll wohl den Keim abgeben, aus dem später der Anspruch auf eine gewisse Vorrechtsstellung Frankreichs auch in Abessinien hergeleitet wird. Da hätte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Menelik gilt zwar als halbbarbarischer Fürst, aber was er bisher in der Kunst der Diplomatie geleistet hat, läßt ihn dem höchstkultivierten Staatsmann Delcassö zum mindesten gewachsen erscheinen.
Doch das ist Sorge einer späteren Zeit. Für jetzt muß deutscherseits vor allem die Tatsache im Auge behalten werden, daß der Führer der von Menelik so wohlwollend behandelten deutschen diplomatischen Mission, Dr. Rosen, zum deutschen Geschäftsträger in Tanger ausersehen ist. Es wird die französische Regierung zweifellos veranlassen, auf die Entwickelung der deutschen Interessensphäre in Abessinien mit derselben Scheelsucht zu blicken, wie in Marokko. Und die Parallele mit der Stellung Deutschlands im nordwestafrikanischen Sultanat trifft auf Abessinien auch zu unter dem Gesichtspunkt des engl.-franz. Zusammengehens. Man könnte beinahe behaupten, daß es im Lande Meneliks für England noch wohlfeiler sei, der französischen Regierung den Rücken zu decken.
Ter Marokko vertrag zwischen den Kabinetten von Paris and London ist bekanntlich unter der Voraussetzung abgeschlossen, daß Frankreich der britischen Regierung in Egypten freie Hand läßt. Jedenfalls darf die wirtschaftspolitische Vorherrschaft Englands von der Mündung bis zum Quellgebiete des Ml als feststehend gelten. Durch die Char- fteitagsschlacht am 'Atbaca und die Erboerung Chartums bat Lord Kitchener seinerzeit den Grund gelegt auch für die politiscye Machtstellung Englands im Sudan. England kann also umso leichteren Herzens für die handelspolitischen Interessen seines ftanzösischen Freundes in Messinien eintreten, als es drauf und dran ist, den ganzen Sudanhandel für sich mit Beschlag zu belegen. Es hat den entscheidenden Schritt aus diesem Wege getan durch den Entschluß, eine Eisenbahn vom Sudan nach dem Roten Meer zu bauen, und das Werk erhält seine Krönung durch die projektierte Anlage eines neuen en g- lisch-egyptischen Hafens dreißig Meilen nördlich von Suakim, bei der Ortschaft S ch e i k e l B a r g h u d. Die direkte Schienenverbindung zwischen dem Roten Meer und dem Sudan wird nach einer Londoner Meldung der „Post" in längstens zwei Jahren fertiggestellt sein, und durch dieses Tor wird dann einerseits der ganze Sudanhandel, andererseits der arabisch-indische Handel mit einer Leichtigkeit und in einem Umfange fluten, daß dort gegen die maßgebende wirtschaftspolitische Stellung Englands nicht mit der geringsten Aussicht auf Erfolg angekämpst werden könnte. „Großmütig" würde also wohl England der frort» zösiscyen Regierung die Brosamen sichern helfen, die für sie vom abessinischen Tische fallen. England kann das umsomehr, als die Herstellung einer Verbindung zwischen dem Nilgebiet und Britisch-Ostafrika und damit die Sicherung des handelspolitischen Einflusses im Grenzgebiete Abessiniens gewissermaßen selbstverständlich und nur eine Frage der Zeit ist.
Alles in allem): die vorliegenden Anzeichen deuten darauf hin, daß Marokko nicht die einzige Reibungsfläche der deutschen Afrikapolitik bleiben wird. Es wird dem deutschen Reiche die Geltendmachung seiner handelspolitischen Gleichberechtigung im dunklen Erdteil so systematisch erschwert, und zwar zu einer Zeit, in der der in seinen mittelbaren Ursachen noch nia)t klargelegte Aufstau d in 'Südwestafrika ihm Opfer über Opfer kostet, daß es 'mnz besonderer Geschicklichkeit bedarf, Deutschland aus tiefem Wirrsal mit Ehren imb unaefäbrdet herauszuführen.
Aus Stadt üüd Land.
Gießen, 15. April 1905.
•» Hunde- und Katzensperre. Um einer Weiterher- kreitung der in größerem Umfang auftretenden Tollwut vor. zubeugen, ist vom Polizeiamt nicht allein die Hundesperre au- geordnet worden, sondern es hat sich auch für nötig erwiese«, die angeordneten Maßregeln sinngemäß auf die Katzen auszudehnen, weil auch diese Tiere Träger der Tollwut sein können. Es darf die Erwartung ausgesprochen werden, daß seitens des Publikums den Behörden die nötige Unterstützung zu teil wird, daß Hunde eingesperrt oder an der Leine und mit Maulkorb versehen geführt werden, und insbesondere, daß auch die Katzen eingesperrt oder getötet werden. Besonderes Personal ist beauftragt, Hunde und Katzen, welche frei herumlaufen, einzufangen und zu töten.
* * Personalien. S. K H- der Großherzog haben dem Rechtsanwalt Dr. Franz Aegid Gries er in Mainz den Charakter als Justrzrat erteilt.
* * Personalnachrichten. Ober-Po Üdirektion Darmstadt. Verliehen ronrbe von Sr. Maj. dem Kaiser und Könige: dem Telegraphendirektor von der Mülbe in Darmstadt der Rang der Räte 4. Klasse und aus Anlaß ihres Uebertritts in den Ruhestand dem Telegraphensekretär Els holz in Bensheim der Kronenorden 4. Klasse sowie dem Postschaffner Dörmer in Lich (früher in Frankfurt a. M.) das Preuß. Allgemeine Ehrenzeichen. Von Sr. Kgl. Hol). dem Großherzog: aus demselben Anlaß dem Ober- Postschaffner Stein in Darmstadt das Hess. Allgemeine Ehrenzeichen am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Ober-Briefträger Berz in Großgerau, dem Postpackmeister Corvin us in Friedberg und dem Ober-Postschaffner Kinnel in Darmstadt das Hess. Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „für langjährige treue Dienste". Verliehen wurde ferner: der Charakter als Posi- sekretär dem Ober-Postassistenten Bangert in Worins und den Postverwaltern Jochim in Birkenau, Koch in Guntersblum und Ritzinger in Niederolm; der Charakter als Telegraphensekretär dem Ober-Telegraphenassistenten Groh in Darmstadt; der Titel Ober-Postassistent den Postassistenten Eidenmüller in Großgerau, Hoffmann in Offenbach, Horn in Mainz und Maas in Oppenheim; der Titel Ober-Telegraphenaffistent den Telegraphenassistenten Heinrich Becker in Mainz und Lutz in Darmstadt.,— Versetzt wurden: die Postinspektoren Bastian von Arnstadt nach Gießen und Olbricht von Gießen nach Aachen; die Postsekretäre Petri von Grünberq nach Friedberg und Schliephacke von Gießen nach Treysa (Bez. Cassel), die Ober-Postassistenten Dönner von Friedberg nach Gießen, Langsdorf von Friedberg nach Bad-Nauheim, Laubach von Alzey nach Friedberg, Mann von Osthofen nach Büdingen, und Michel von Straßburg nach Gießen; die Postverwalter Günther von Westhofen nach Laubach und Nau von Laubach nach Lich; die Postassistenten Emmerich von Offenbach nach Alsfeld, Falk von Niederwöllstadt und Langsdorf von Bad-Nauheim nach Remscheid-Vierungs- Hausen, Schumann von Alsfeld nach Cöln, F öl sing von Aachen nach Lauterbach, Funk von Cassel und Wagner von Ziegenhain nach Gießen, Keller von Bad-Nauheim nach Grünberg, Küchle von Friedberg nach Darmstadt unter Ernennung zum Kanzlisten, Maibach von Büdingen nach Hamborn, Pies von Büdingen nach Osthofen, Zimmermann von Bad-Nauheim nach Großröhrsdorf. — Etatsmäßig angestellt wurden als Postsekretäre: die charakteri- sterten Postsekretäre Geißler in Nidda und Schirmann in Büdingen; als Telegraphensekretär: der charakterisierte Telegraphensekretär Fuchs in Gießen; als Postassistenten: die Postanwärter Gut hi er in Vilbel und Maid in Butzbach. Bestanden hat die Postsekretärprüfung: der Postassistent Lang in Gießen. Angenommen wurden: als Postanwärter: der Vizefeldwebel Reitz in Gießen; als Telegraphenanwärter: der Realschüler Krombach in Gießen; als Postagent: der Posthilfsstelleninhaber Fenchel in Griedel.
Darmstadt, 13. April. Der sozialdemokratische Abgeordnete Cramer, der seither den Wahlkreis Dreieichenhain vertrat, will für die Folge kein Landtagsmandat mehr übernehmen. An seiner Stelle wird für die sozialdemokratische Partei Rechtsanwalt Dr. Fulda-Darmstadt kandidieren.
Offenbach, 13. April. Wegen des Präsentation s- rechts des Fürsten zu Jf enburg-Birstein hat dessen Rentkannner am 28. März mitgeteilt, daß dem von der Stadt Offenbach gemachten Vorschläge über eine eventuelle Aufhebung dieses Rechtes um deswillen nicht näher getreten werden könne, weil der Für st nichtgewillt sei, persönlich eine Geldsumme anzunehmen. Eine Geldzahlung könne bei der Aufhebung des Präsentations- rechtes überhaupt nur dann bei der Gegenleistung in Betracht kommen, wenn die Stadt sich bereit erkläre, einer der vom fürstlichen Hause begründeten milden Stiftungen eine Zuwendung zu machen. Nähere Vorschläge nach dieser Richtung werde man sich Vorbehalten. Was den Betrag der von der Stadt angebotenen Ablösungssumme betreffe, so müsse darauf hingewiesen werden, daß es den Anschein habe, als ob der Betrag von 12 000 Mk. in der Weise gefunden worden sei, daß die Stadt jede der 12 Lehrerstellen, bezüglich deren das Präsentationsrecht anerkannt wird, mit 1000 Mk. eingesetzt habe. Der Vorschlag entspreche daher, weil er lediglich den von der Stadt anerkannten Umfang des Präsentationsrechtes zur Grundlage habe, nicht dem Wesen eines Vergleichs, durch den die ganze Streitfrage beseitigt werden JoTI. — Das Kreisamt hat diese Antwort der Bürgermeisterei übergeben. Der Verfassungsausschutz wird sich zunächst mit der Sache befassen. (Off. Ztg.)
Frankfurt, 14. April. Kommerzienrat Richard Passavant-Gontard hat der Stadt Frankfurt eine Summe von 100000 Mark zur Verfügung gestellt, die für wissenschaftliche Studien aus dem Gebiete der Medizin, vor allem der Tuberkulös e-Vekämpfung, verwendet werden soll. Der Magistrat hat bis jetzt noch keinen Beschluß gefaßt. Der Stifter hat eine geeignete Art der Verwendung dieser Stiftung in das Ermessen des Magistrats gestellt. — Gestern abend kam es durch die zu rasche Fahrt eines Automobils in der Mainzer Landstraße zu einem schweren Unfall. Der 28 Jahre alte Metzgerbursche Jakob Müller, der bei Metzgermeister Eichmann in Bocken- heim beschäftigt ist, sah ein Automobil in schnellem Tempo anfahren und sprang vom Wagen, um sein Pferd, das vordem Kraftwagen scheute, zu halten. Er packte es kurz am Zügel, konnte seiner aber nicht Herr werden. Mit einem heftigen Ruck riß sich das erschreckte Pferd los und schleuderte Müller zur Erde. Beide Räder gingen dem Unglücklichen über den Leib. Er erlitt schwere innere Verletzungen Die Rettungswache brachte den Schwerverletzten ins Schwestern
haus nach Bockenheim, wo er hoffnungslos darnieder» liegt. Der neunjährige Sohn des Metzgermeisters Eichmann kam mit dem Schrecken davon. Er war auf dem Bock fit}en geblieben. (Kl. PrJ
Vermachtes.
• Hannover, 14. April. Gestern abend halb 12 Uhr wurden die beiden Mörder aus dem Untersuchungsgefängnis abgeholt und der Leiche der Elsa Cassel gegenübergestellt. Paul trug ein freches Benehmen zur Schau, während Büther beim Anblick der Leiche zusammenschrak und erbleichte. Auf die Frage des Untersuchungsrichters, ob sie gestehen wollten, daß sie die Else Kassel im Jahre 1901 ermordet hätten, antworteten beide, sie wüßten nicht, wie das Packet mit der Leiche in den Keller gekommen sei. Nach halbstündiger Konfrontation wurden die Mörder in das Untersuchungsgefängnis zuruckgesuhrt.
* Pocken und Genickstarre. In einem großen Logirhause in Hamburg wurde bei einem mazedonischen Auswanderer Pockenerkrankung festqestellt. Der Kranke wurde auf Anordnung des Arztes sofort ins Krankenhaus übergeführt. Einige Personen, welche mit dem Erkrankten in Gemeinschaft lebten, wurden von der Polizei im Beobachtungshause isoliert. Sämtliche Bewohner des Hauses wurden von neuem geimpft und werden unter amtsärztlicher Kontroll« gehalten. Die in Frage kommenden Räume wurden des« infiziert. Weitere Erkrankungen sind nicht vorgekommen. Anlaß zur Beunruhigung liegt nicht vor. — In Asseln bet Dortmund sind zwei Erkrankungen an Genickstarre vorgekommen. Ein Kind eines Bergmannes ist gestorben. — Bei dem Dragoner-Regiment Nr. 9 in Stargard sind mehrere Soldat n an Genickstarre erkrankt. Ein Fall ist tätlich verlaufen. Die übrigen Kranken befinden sich auf dem Wegs der Besserung.
♦ London, 14.April. In einer MöbelaufbewahrungS» Anstalt fand man einen geschloffenen Koffer, welcher die Leichen einer Frau und zweier Kinder enthielt. Der Koffer war mit Leim gefüllt, um den Geruch zu verhindern. Die Entdeckung des Verbrechens erfolgte dadurch, daß die Mutter der ermordeten Frau die Polizei von deren Verschwinden verständigte. Die Identität der Leichen wurde festgestellt und es gelang der Polizei, den Ehemann der ermordeten Frau namens Devoreux zu verhaften, welcher dringend verdächtig ist, das Verbrechen begangen zu haben.
Kerichtslaak.
0 Gießen, 14. April. Die Strafkammer verurteilte beute den Schuhmacher Heinrich E. aus Kirtorf wegen Urkuni deufälschung, Betrugs und Betrugsversuchs zu ein! Jahr und zwei Monaten Zuchthaus nebst fünfjährigem Ehrverlust. Im Januar l. I. erhielt ein hiesiger Lederhändler eine mit: dem Namen eines Kunden aus Großen-Linden versehene Postkarte^ worin gebeten wurde, ihm eine Sohllederhaut nebst Zubehör zurecht zu legen, die er am nämlichen Abend noch abholen lassens wolle. An jenem Abend erschien auch ein Mann in dem Geschäfts der das Bestellte mitnahm. Gelegentlich eines Besuchs in Großen- Linden wurde der Lederhändler gewahr, daß er einem Schwindler in die Hände gefallen war. Da der Angeklagte früher zu Großen-i Linden in Arbeit stand, kam man auf den Gedanken, daß er der Täter gewesen sein könne. Ein Vergleich der Karte mit bett von ihm herrührenden Schriften bestätigte den Verdacht. (5. gestand außerdem noch weiter ein, an eine andere Firma eine derartige Karte geschrieben zu haben; nur habe er aus, Furcht vor Entdeckung die Waren nicht abgeholt. — Im verstossenen Herbst hat der Landwirt Johann Konrad Th. von Groß-Karben einem Pachter zu Okarben nächtlicherweile etwa 15 Zentner Karto f- feln vom Acker entwendet, wobei ihm sein 13jähriger Sohn behilstich 'war. Das Schöffengericht Vilbel verurteilte Th. wegen Diebstahls zu zwei Wochen Gefängnis und ließ den Jungen mit einem gerichtlichen Verweis durchkommen. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe des alten Th. auf drei Monate erhöht, indem straferschwerend berücksichtigt wurde, daß er seinen kaum strafmündigen Jungen zur Hilfeleistung bei dem Diebstahl mißbraucht hat. — Wegen eines verbuchten Sittlichkeitsverbrechens an einem hiesigen Schulmädh chen wurde ein italienischer Erdarbeiter Stefano B. aus Barbe- rino zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. — Der Landwirt Johannes Sch. XVI. von Burkhards _ soll mit seinem Gespann über einen ftemden Acker gefahren sein. Es ging ihm deshalb ein Strafbefehl zu, dessen Einspruch von dem Feldgerichts Schotten zurücrgewiesen wurde. Auf seine Berufung erfolgt^ wegen Beweismanaels Freisprechung.
Hlniversttäts-Hlachrichtcn.
Akademie fü r Sozial- und Handelswiffett- schäften in Frankfurt a. M. Die Zahl der Teilnehmer an den Vorlesungen und Hebungen an der Akademie betrug tut Wintersemester 663. Dem Bernie nach waren mehr als jüe Hälftej Kaufleute und Industrielle einschließlich Bank- und Versicherungs-' beamte. Die Verussstatistik der sämtlichen Teilnehmer ergibt folgende Zahlen: 202 Kaufleute 30 Industrielle (Ingenieure ufw.)^ 42 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 27 mittlere Verwaltungsbeamte, 101 Lehrer, darunter 28 akademisch gebildete, 16 sonstige gelehrte Berufe (Aerzte nsw.), 29 andere Berufe und 216 Frauen, unter den letzteren waren 57 Lehrerinnen. Die Zahl der Ausländer betrug nur 29, war gegen das Vorjahr svgap gesunken. Das Sommer-Semester beginnt am 1. Mai und enbet anfangs August.
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Ä H oOmmerKlir Tlir schlossen). Behaglich eingerichtete MaBl p-.m kleine Anstalt (bis 30 Patienten).
Hegge Md ’< rvTVfl Kühler schattiger Park. Vorzügliche
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Hw fSjä eä W yLtr) iy ßj engstem Familienanschluss. (Depen-
EE vSy La w uj Ei dance für Minderbemittelte.) Pro-
spekte franko.
Dr.^M. Schrilee-Kahleyss. Nervenarzt.
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inmitten herrlicher Gebir&swaidüngen. Badeschrift durch die ßadwerwa/tun&.


