ein cstnats« j itephaii, Dem
l'clrcfär, bcr bic-5 täte, bc ivärc ja der reine Anti-
gqcj.u verfünffach!.
n Truppen unb ?
1 Mnkcl anzuikiik.-. f hen, erkläre ich nti: t nnl§ ein fiolouiafc I 'ührt worden iit, 7 .
Abg. Müllcr-Sagan (frei). Vpt):
Der Reichskanzler hat nicht auf die Frage nach den Tagegeldern für die ReickStagSabgeorbneten geantwortet, obwohl er sonst auf so viele Fragen Rede und Antwort gestanden har. Gerade jetzt ist die Frage der Tagegelber ganz besonders brennend. Schon heule ist das beschlußfähige Haus von der Gnade der Sozialdemokraten abhängig. Wrr wollen nicht pour le roi de Prusse arbeiten. Wir wollen etwas zu stände bringen. Nun legr man uns hier eine große Finanzreform vor. Man sollte doch zunächst einmal die Liebesgabe
gegenüber selbst Herr von Po?bie!ski der reine Postpionier wäre. Wenn gar die Tabaksteuer eingeführt würde, so würden Tausende von Arbeitern brodlos werden. Wir begrüßen es, daß damals, als die Delcassäschen Zettelungen stattfanden, unsere Diplomatie Geschick gezeigt hat, und hoffen, daß auf der Marokko -Konferenz das deutsche Interesse gewahrt wird. Wir sind nicht für eine Weltpolitik, die H ä n d e I, wohl aber für eine Weltpolitik, die Handel mit aller Welt sucht. Wenn das geschieht, dann bedarf es keiner
Politische Tagesschau.
Zur Frage der Besteuerung der Automobile.
»öjli.gten Kreisen mehrerer Bundesstaaten eine gewisse Er- :6gung hervorgcrufen. Auch der Deutsche Automobilklub m Verwahrung gegen den Steuerplan eingelegt, und die Lichvwbilinduslrie befürchtet eine große Schädigung ihres Motz,es durch die Einführung der neuen Steuer. Wir im Sch'ipcrzogtum Hessen haben bekanntlich die Besteuerung ta. Automobile und Fahrräder seit dem 1. Januar TJOO. 5 Abgabe für ein Fahrrad betrügt hier 5 Mk. für das Ahr, dre für ein Automobil ö bis 50 Ml. Die Fahrrad st euer erliachte in Hessen 1900: 107 000 Ml., 1901: 108000 Mk., M: 113 000'Mk., 1903: 120000 Mk. und 1904: 127 000 Bit Tic Automobilbcsteuerung erbrachte 1900: 800 Mk., 1»H: 970 Mt., 1902: 1300 Mk., 1903: 2200 Mk-, 1901: SW Mk. Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, daß boit Erhebung der Gebühr die Bewohner unseres Landes itqi 'von der Anschaffung von Automobilen abgehallen hat, ton der Ertrag der Steuer hat sich in den fünf Jahren
e Vertreter breitr - t । fl e so ausgesprxk j. die notwendige Sier: ?. I. Ich kann UNMR 1 mit den (rrroägLT- vädrend dos v"-' J. ringe vordusgätit: hat damals ausgciüt: g iiwendiglcit der 2cn> K iei daraus beifrär': fordern, und daß dii i das bi-chslc Ziel säe: der Präsident äohik 6. Er füörtc aue, !•: fjrt und des flotte die sielern: & itx\6 und die *'i-.' «orsichiigrr, e.V .wr: tamsL 5äky f'“ * n und vermieteten ien PMr-.n o?;r- men, weil \« w. trt .endig war. * >n hat cs siel' om tat i
j Der Vorschlag, fortan aucy imReiche die Automobile tob Motorräder mit einer Steuer zu belegen, hat in den
Reichskanzler hat meinem Ja, dann sollte er auch ■[gen und eine Reform Heranziehung bcr Reichskanzler empfahl
Keer und Alolte.
Stettin, 10. Dez. Die Matrosen des hier eingetroffenen ttlg!ischeu Dampfers .Cavenbourn' haben auf bcr Mt hierher, angeblich wegen schlechten Essens, gemeutert. 3it Kapitän dc§ Schiffes war vollständig der Zügellosigkeit ’toauS 14 Bkann bestehenden Besatzung ausgelicfert. Gestern I htrn.fen sich die Matrosen und mißhandelten das übrige Sie verließen das Schiff und sind nicht mehr an Aid zurückgekehrt. Die Besatzung bestand au5 Engländern, &'!i" fanetn, Dänen und Deutschen. _________
bcr Branntweinbrenner beseitigen. Ter Freunde Richter ein großes Lob gespend' der Autorität Richters auf diesem Gebi. bcr Matrikularbciträge vornehmen Staaten nach ihrer Leistungsfähigkeit.
zustellen. Dem- man ernt Prämie sehen würde auf diejenige Acußernng, die am meisten geeignet ist, unsere Stellung gegenüber England zu erschweren, Mißtrauen zu erwecken, Unfrieden zu erregen, so würde der Mann einen Anspruch auf solche Prämie haben, bcr hier eine solche Aeußerung gemacht hat. (Lebhafter anbaltcnbcr Beifall.) Und weiter hat der Führer der Sozialdemokratie gesagt, die deutsche Sozialdemokratie würbe da? Vaterland nur bann ver leidigen, wenn ihr das richtig erschiene, d. h. wenn cs ihr in ihren Parteitram paßt. Es wurde schon vorhin gefragr, wer denn die Entscheidung darüber haben soll, ob das- Vaterland verteidigt werden soll oder nicht. Soll das entschieden werden auf dem sozialdemokratischen Parteitag? Oder soll das entschieden werden vom sozialdemokratischen Partcivorsiand, etwa wie die inneren Stänkc- reten der Redaktionen? (Große Heiterkeit und Zustimmung.) Oder vom Titrator der sozialdemokratisclren Partei in seiner Toga? (Erneute Heiterkeit.) Die anders ist cs in Frankreich! In bcr französischen Kammer erklärte gestern ein französischer Sozialist, die französische Sozialdemokratie desertiere nicht vor dem Feinde. Wenn die Bemerkung bc-5 Abg. Bebel soviel heißen soll, daß die Sozialdemokratie, wo c5 sich um die Sicherheit, die Wohlfahrt, die Zukunft des ganzen Volkes in einem uns freventlich cn'f- gcdrungeitcn Kriege — und nur einen solchen werden wir führen, darauf können Sie sich verlassen! —, daß da die Sozialdemokratie ratschlagen will, ob sie mithin soll ober nicht, ob sie Verrat üben will, dann kann ich Ihnen nur raten, solche Tendenzen nicht dort an den Tag zu legen, wo sic nicht unter dem Schutze der parlamentarischen Immunität stehen. (Lebhafte Zustimmung.) Der Abg. Bebel hat zweimal auf die russtscken Verhältnisse hrngewiescn. In bcr sozialdemokratischen Presse lesen wir täglich solche Vergleiche. Aus naheliegenden Gründen werde ich mich jeder Kritik und jedes Urteils über russische Zustände enthalten. Aber das will ich sagen, baß die Verhältnisse in Deutschland wesentlich anders liegen als in Rußland. Und das will ich weiter sagen: Wenn die Sozialdemokratie bei uns Plünderung, Meuchelmord (Unruhe bei den Sozialdemokraten) und Generalstreik provozieren sollte, so würden solche Versuche zerschellen an der Festigkeit unserer Institutionen, an bcr Entschlossenheit bcr Rcgicinmgcn und an dem gestinden Sinn des deutschen Volkes, baS sich das Joch bcr Sozialdemokratie nicht auf- erlcgcn lasten wird. (Lebhafter Beifall.)
Kolonialpost.
— Aus Deutsch-Kamerun luirb berichtet, daß der 4 Mdje Reichsangehörige Rogge ermordet morden ist. ' Li Schuldigen sind hin geratet worden.
— Aus Tar-es-Salaam wird gemeldet: Dav Ex : Ell'Nskorps des Majors Johannes hat am 22. November F,luß Mbagnrandu erreicht und ist nach Errichtung ritt Etappenstation dort au, Ssongea marschiert. Der mposten in Liwale ist von den Aufständischen mehr- •'<6 Angegriffen worden, doch stets ohne Erfolg. Haupt HL-ai S-ehfried ist nach Säuberung der Gegend bei Mputwa üki 'iitoimn nach Ruangwa und Jlulu marschiert.
— Den letzten Nachrichten aus dem St 01190 zufolge IWborct Agenten des Kon ostaates von den Eingebo- ben Totales, getötet worden. Der Kommandant 1 äimtaur ist gegen die Schuld'gen mit 200 Mann Truppen 6 ittiptütft Dre Totales flüchteten in ein Gebiet, welches gjHri’dirii Äbir und den Lomant gelegen ist. Der ^ultan - Kjibirr hat jid) nach Franzöfisch-Ubanghi gefluchtet. T.e S!2>zos!laarlichen Truppen besetzten das lianb.
so sehr bic Schuldentilgung. Aber wenn man auf bcr einen Seite ein paar Millionen Schulden tilgt, auf bcr anderen aber bas Zehnfache an neuen Steuern erhebt, so ist bas feine Schuldentilgung, wie wir sie meinen. Notwendig ist es, die Stellung des Sckatz-
tüfcj ;’’h.
$Wcti «3 :. enber 'C?* -. rW
Horden.
”• .Unrus,;«:?' °''nd :
V« olejcfc.- 4®enetal £ >. ■
jr. but» einen <J dert bat. $„.<•" korben hrnT"- 1e drr unmiht^'-L. *;n- ofine tohtcp.t ihre llntcch^
n'iCn Echudarti': . fiRtn «rie-zsL-Ä-.
2o9e bet Lrw.!--. °ube i4, zu^- uppen einen bot» > die Tülle im) itrengungcnimb?... harte Probe ftfe über die anyeblL' nen rechten $egr - gen und (fntbeir.- mner, Veiber ur) . 5 darum bandelt, r Stück Brot zu KÜr n'ckt treitz, ob fit» etzt nach unserer
Permi|c^te>.
* Ein Geisteskranker beim Kaiser. Ein „religiöser Reformator", der den Kaiser sprechen wollte, begehrte am Mittwoch Einlaß ins Neue Palais. Ter Mann trug die Kleidung eines Bauern aus dem Schwarzwald. Er erzählte, der Kaiser sei gewi.lt, ihm jährlich 10000 Mark zur Durchführung seiner religiösen Reformplänc zu geben, und er wolle sich das Geld abholen. Natürlich hatte man cs mit einem Geisteskranken zu tun. Es stellte sich heraus, daß der Schwarzwälder Bauer infolge seiner fixen Idee mit der Eisenbahn vierter Klaffe nach Potsdam gefahren war. Sehr mißmutig darüber, daß er keine Audienz erhalten hatte, fuhr der „Reformator" ab.
* Im Ehrenamt als Vol kszähler ver- bräunte, tote die „Tils. . Ho Ztg.' meldet, am Donnerstag früh der Journalist Paul Staate in Tilsit. Die Feuerwehr fand ihn als Halbvertohlte Leiche aus dem brennenden Sofa liegen. Staate war nachts mit dem Zu- sammenstclleu seiner BolkSzählungScrgebnissc beschäftigt gewesen und cingcschlafen, wöbe: er die Lampe umgeworfen hatte.
* Weimar, 9. Dez. Wie sich jetzt herausstellt, sind die gemeldeten Dokumentendicbstähle nicht im Goethe- und Schiller-Arch • sondern im Archiv des Groß h. M inisteri 11 ni s verübt worden. Es handelt sich hauptsächlich um Unterfchriftcn von Goethe aus seiner Ministerzeit und um Unterschritten des Großherzogs Karl August.
* ^uf ihren Wunsch ermordet. Eine furchtbare Tragödie wird aus ParG> berichtet: Der Maire (Bürgermeister) voir St. Pierre, Eanton, tötete mit einem Beil seine eigene Frau, auf deren dringende Bitten, sie von einem schweren KrebSleiden, an dem sie litt, durch den Tod zu erretten. Die Ungtucklrche hatte bereits mehrere Male versucht, ihren Qualen ein Ende zu bereiten. Am letzten Sonntag ließ sich nun der Mann, der bei seinen Mitbürgern in Hoyer Achtung stand, zu der entsetzlichen Tat bewegen und stellte sich dann der Polizei.
* Ein Rech tsauw2 lals Erpresser. Aus New- york wird berichtet: Ein ganz merkwürdiger Fall von Erpressung gelangt jetzt tu Newyork zur Verhandlung. Der Angeklagte ist ein bekannter und angesehener Rechtsanwalt, Thomas Wickes. Die in seiner Praxis erworbenen Kenntnis,e benutzte er dazu, um von gewissen Parteien Geld zu fordern: seine Briefe unterzeichnete er immer als ,^Lcwis Jarvis". Dw Briefe enthielten stets Anspielungen auf die große Gelehrsamtest, Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit des Mr. Thomas Wickes, und i)icie -obeshymnen führten schließlich zu der Entdeckung, daß Wickes und Jarvis ein und die- selbe Person seien. Der Fall wurde vor einigen Monaten in den amerikanischen Zeitungen erwähnt: jetzt dient der Name „Lewis Jarvis" überall in den Bereinigten Staaten zur Bezeichnung einer Selbstretlame der frechsten Art. In biesem Sitme geht der Name vielleicht sogar in Öen Sprachgebrauch über. Wickes gibt zu, daß er dw „Jarvis" Briese geschrieben har, aber er Icudnci jede Art Erpressung.
* An der Roulette ton Monte Earl0. Aus Monte Carlo werden dem „Bert. Tagcbl." folgen^ „Mo-
sckretärs so zu stärken, baß er ben einzelnen Ressorts gegenüber mrbr Selbständigkeit besitzt. Dies führt zu bcr alten Forderung selbständiger, verantwortlicher Neichsrninister. Was nun die Vcr- kebrssteucrn anlangt, so glaube ich nicht, daß der StaatSstkrctär des ReichSpostarnts ihnen ^uftimmen konnte. Denn ein Staat’#
dia( eine; $
;n nicht mir bic -tut?
sei netmöge inner gt. 1 imitanbe, neben eint: , en. Tie siaoenct * ib mit bcr WÜ ba-e
ben. .. 1
id nicht vollsicind^ vollsse>ndl'M/-Z Triebe aufrecht et^ [fer jmd bic cm?« «des 6t,un?:<,< Dnhat,« sic iimiomt6rlW
n?cr Aohütand,nfV
ben,
SM
»i- iluä ä
1 in
volltc, bfl w<,..
!Heilend
SBelU»
Sctdnn?^; lP°in?eStid''' '<i ' bcn'Sein
(rgtrigen Rede auch die Angelegenheit JauröS berührt. Die Re« mierung hat cinkach ihre Pflicht erfüllt, inbem sie sich in kitifcber
■ir ihre Kreise nicht durch die Sozialdemokratie stören ließ. -- ?cichcn bei ben Soz.l Cb die Anwesenheit des Herrn JaureS -ilitzlich gewirkt haben würde für bas Verhältnis zwischen Dcutsch- nb und Frankreich, hinge einmal von dem Eindruck i>cS Besuchs '.if Frankreich ab und andererseits von dem Mißbrauch, ben bic T ozialdemokratie in Berlin mit dem Besuch deS Herrn Jaures - trieben haben mürbe. (Unruhe bei den Soz.) Waö den Eindruck k>s Besuchs auf Frankreich anlangt, so glaube ich nicht, baß er allgemein günstig gewesen sein würde, und ich nehme da? Recht rar mich in Anspruch- die Verhältnisse in Frankreich gerade so -mmi beurteilen zu können, wie Sie (zu den Soz . Was aber t>m Mißbrauch berrifft, so ist c-5 ja klar, daß bic Sozialdemokratie vtn Besuch wünschte, um ihn für ihre innerpolitischen Ziele au5* znschlachten.
Tie Sozialdemokratie wollte bic Legende verbreiten, als ob nch unfere Regierung mit frivolen kriegerischen Absichten getragen Hütte, aber daran durch die Sozialdemokratie verhindert worden t*ärc. ES sollte das Märchen verbreitet werden, als ob die Slc- 3-crung nicht imstande gewesen wäre, den Frieden zu wahren, als »te es dazu der Unterstützung der Sozialdemokratie bedurfte. Die Sozialdemokratie wollte sich als die Retterin des .Kapitals auf- ipeefen (Große Heiterkeit. > In einer unserer Zeitungen ist durchaus fliitrcfcnb gesagt worden, daß die Palmenwcdcl für JaureS m Grunde nur ein recht dürftiges Feigenblatt gewo^" wären. iGrncute Heiterkeit.l Tie Entscheidung über Krieg und Frieden rgt nicht bei bcr sozialdemokratischen Agitation, diese Entscheidung inlrb nicht von sozialdemokratischen Agitatoren in der Hasenhaide aaSgctragen. (Heiterkeit und Zustimmung.) Die Entscheidung i'hcr Krieg und Frieden liegt bei den Faktoren, die dazu ver- cjsiungsgemäß berufen sind. Soweit sind wir noch nicht gekommen, dc ß wir uns dies Recht nehmen lassen, baß wir bic Entscheidung irber, die ernstesten Fragen hineingleitcn lasten in den Strudel snr sozialdemokratischen Agitation. (Lcbh. Zustimmting.) Solange id an dieser Stelle stehe, wird bic auswärtige Politik des Landes nicht von dem Willen bcr Sozialdemokratie gebeugt werden. (Erneute Zustimmung.) Denn die Sozialdemokratie behandelt die fitSmärtigen Fragen nicht "wie sie behandelt werden müssen, nicht vom Standpunkte des . encn Lande?, sondern unfe '-m sehr tttflcn Gesichtswinkel ihres Fraktionsinteresses, ihr 3artei# bdlrrin. Die deutsche Sozialdemokratie treibt keine nationale aus- toürtige Politik, sie weiß nicht einmal, was nationale auswärnge ist (Zustimmung), fonberu sic ordnet die Interessen des eigenen Landes b'i Parteiintcresscn unter. (Erneute Zu- firnmung.) Wenn toir unsere auswärtige Politik solchen tenben* jii'scn Einflüssen unrerordneten, so würden wir die Sicl^rheir des I'rnbeS gesährden; e5 wäre Sclbstm 0 rd. (Sehr wahr I) Ich hxrbe alle Versuche nach dieser Richtung auch künftig abwehr,.n vtb in ihre Schranken zurückweisen. (Beifall.)
Ich habe gesagt: Tie Sozialdemokratie weiß nicht, tD!i$ nationale Politik ist. In Konstanz hat im vergangenen Jahre bcr Führer bcr deutschen Sozialdemokratie erklärt: wenn c5 zum Kiiiegc zwischen Teutschland und Frankreich käme — ein Krieg, bc wir zu vermeiden wünschen, ein Krieg, von dem auch bic föi [jrcr der Sozialdemokratie sehr wohl wissen, daß wir ihn vcr» M idcn wollen — wenn es dazu käme, bann würden sich in Deutsch, land Dinge ereignen, wie in Rußland. Das heißt, c? stände Re- tc ution und Meuterei in Aussicht. Wen» es etwas gibt, das im fliiSlande diejenigen ermutigt, die dem deutschen Volke gegenüber mit hinterlistigen und gehässigen Absichten tragen, bann ist cs ein solcher Hinweis. (Lcbh. Zustimmung.)
Wir wissen alle, daß cS in England Organe der öffentlichen Pl inung gibt, die in völliger Verkennung deutscher Sinnesart oder kr''er besseres Wissen die Anschauung verbreiten, die bcutjd)cn (tlrttcnbermcbrungcn richteten sich gegen England. Während bic ter ständigen Leute nicht nur in Deutschland, sondern auch in Eng- lueb darauf Hinweisen, daß die Ausgestaltung unserer Flotte ledig- dl friedlichen Zwecken dient, daß wir ebenso gut wie andere Na- tauen daö Ncchr haben, Schiffe zu haben, so bemüht sich Herr fajcL unsere Rüstungen als eine Provokation gegen England hin-
nrucn Steuern, bann werden die RcichSsinanzen schon von selbst gesunden. (Beifall links.)
Abg. von fiarborff (ReichSp.):
Ich bin von vielen Seiten angegangen, für eine Beschlcmiigung unserer Schiffsbauten einzutreten AVer dies lvirb bei dem Stande unferer Werften nicht möglich fein. Auch sind unsere mobernen Swine io kompliziert, dast man den Ban nicht überstürzen birf. lieber die Stenervorlagen wird mein Freund Gamp reden. Die Rede deS Ministers von Rheinbaben begrüße ich. Sie ent« hielt so viel und so interessantes Material, daß sic im Wortlaut im ganzen Lande verbreitet werden müßte. Wenn ein Mann, der auf einem so extremen agrarischen Standpunkt steht, wie Herr JauröS. der den Antrag Kanitz übersetzt und einen 10 Mark-Wcizcitzoll gefordert hat, in Berlin gesprochen hätte, so wäre das doch gewiß sehr interessant gewesen. Vielleicht hätte er auch etwas über den Gctrcidczoll gesagt. Ich habe eS deshalb bedauert, daß Herr JauröS hier nicht gesprochen bat. Andererseits glaube ich, daß sein Nichterscheinen dem Abg. Bebel gar nicht so unangenehm war. Der Reichskanzler bat darin recht, daß er c5 nicht duldet, daß die Sozialdemokraten sich in die auswärtige Politik ein« mischen. Herr Bebel weiß alles besser; wenn er wirklich so klug wäre, wie er e9 sich einbildet, dann wäre er ein Staats« nimm von bcr Bebeutnng bcs Fürsten Bismarck Wenn Herr Bebel e? au8malte, baß bei uns mal ähnliche Zustände erfolgen könnten, wie in Rußland, so wird der Erfolg avhängen von der Entschlossenheit der Regierung. Richtig ist e§, daß in einzelnen Gegenden des OstenS ähnliche Dinge wie in Rußland, ich meine die Judenverfolgungen, ftattfinben könnten. Ich erinnere an Könitz. Die Regierung müßte daher hier DorbengnngS- maßregeln treffen. Bedenklich ist es, daß unsere Reichs« bank den geringsten Goldvorrat hat, hierdurch könnte eine große Gefahr für unS entstehen. Es wird so viel gegen ben Krieg gerebet, aber man vergißt ganz, baß bcr 5kricg auch bic besten unb ebelsten Instinkte weckt. Denken Sic an
bic Freiheitskriege I An die Sänger Arndt, Körner, dessen Lieder heute noch weiterleben und mit dazu beigetragen haben, daß die deutsche Nation einig wurde. Denken Sie daran, wie jetzt aus allen deutschen Ländern die Jünglinge nach Südasrika sich drängen, das ist doch auch ein Band, daS die Deutschen enger verbindet. (Lachen, Zurufe und Unterbrechungen bei ben Sozialbemokratcu. Rebncr versucht vergebens, sich Gehör zu verschaffen. Glocke bcs Präsibenten.) Ich besitze ja leider nickt die diklatoriichc Gewalt, die der Abg. Bebel über feine Partei« genossen besitzt, bcr nur einfach Pscht! zu sagen braucht, unb alles ist mäuschenstill. (Große Heiterkeit.) Ich meine, bic Verhältnisse bei unS sind doch nicht so scklecht, wie der Herr Bebel c5 immer dmstellt. Welches Land hat denn so gute Schulen, eine so gute Justiz, eine so gute Verwaltung, wie wir? Welches Land hat so viel für die soziale Fürsorge getan wie wir? Herr Bebel lobt immer England. Aber er weiß doch ganz genau, daß dort in sehr vielen Sachen der arme Mann überhaupt kein Recht [liegen kann, weil die Kosten zu hoch sind. Und dann bas englische Wahlrecht! Wenn wir bas in Deutschland hätten, würben anstatt 77 nur höchstens 6 bis 10 Sozialdemokraten hier sitzen. Vielleicht beantrage ich mal, daS englische Wahlrecht auch bei uns einznführcn. (Heiterkeit.) Ich hoffe, daß Deutschland sich unter der kräftigen Leitung des jetzigen Kanzler? glücklich und segensreich entwickeln möge. DaS walte Gott! (Lachen bei den Soz.) Ach so, Sic glauben ja an keinen Gott. (Beifall rechts.)
Hierauf vertagt da? HauS die weitere Beratung auf Montag 1 Uhr. Vorher: RechnungSsachen, Handelsvertrag mit Bulgarien und Handelsprovisorium mit England.
S.^iuß 6 Uhr.
mcmtaufnahmen" übermittelt: In den Roulettesälen: Gr 0 ßfürst Nikolaus von Rußland, von einem Tisch zum anderen gehend, setzt überall das Maximum, ohne das Resultat abzuwarten, spielt an vier Tischen zugleich und läßt sich, falls er gewinnt, das Geld ausheüen, bis er wieder an den Tisch kommt — ver liert täglich seine 100 000 Francs! — Der Kronprinz von Schweden setzt stundenlang seine ö Fres. und gerät oft mit alten Frauen wegen seines Einsatzes in Wortwechsel — zieht natürlich stets den Kürzeren. Am trente et quarente- Tisch: Großfürst Cyrill mit seiner Frau. Sie spielen kleines Spiel und zählen alle Augenblicke ihre LvuiZ, die sie in der Hand halten. Hoben ausgesprochenes Pech — was dem alten Sprichwort recht gibt. — An einem anderen trcntc ct quarente-Tisch fiyr ein kleiner, dicker Frankfurter Kaufmann mir zwei höchst unschiken Frauen Er spielt mit Tausendfrofftscheinen und die Frauen mit Plaques. Anfangs gewinnt er mehrere Male dos Maximum mit 12 000 Francs, doch bald verläßt ihn das Glück, und er verliert Schlag auf Schlag. Ta sagt ihm plötzlich mtt lauter, aufgeregter Stimme die eine Frau: „Setze doch ein Wcilchcn aus, cs stehen wieder Landsleute hinter uns, do kannst Du ja nie gewinnen." Die Landsleute waren der Erbprinz Bernhard und Charlotte von Meiningen, die sich daraufhin )chleunigst aus dem Staube machten. — Dcim Verlassen der Säle erblicke ich den Kronprinzen von Schweden in angeregter Konversation mit dem Großfürsten Nikolaus von Rußland. Ich blieb auf Entfernung stehen und sah zu meinem Ergötzen, wie Üttkolous den Kronprinzen alle Augenblicke stehen ließ, um seine Ein- sätze an den R aletten zu kontrollieren!
handel uvb 'bcxRt t. Kolttsunrrfchajl.
T i c Börse unb Finanzlage hat sich gegen den Anfang des Jahres ganz auffallend geändert. Damals eine mutvollc Zuversicht und jetzt eine trübe Verstimmung. Es zeigt sich bieS aber weit weniger in der Kursgestaltung als in der allgemeinen Geschastsluge an sich. Ganz vornehmlich ist diese Stimmung die man mit „mnroh- bezeichnen möchte, aus die außerordentlich unerquickliche Lage in Rußland zuriickzustihren. Jetzt glaubt man, baß ein Rückgang der Konjunktur int allgemeinen doch nicht ausgeschlossen ist unb daß bic verzweifelt scheinende Finanz- und Wirtschaftslage m Rußlanb auch die deutsche Kapilallraü mehr als ungünstig beeinflußt. Au Stelle von Gcibübersülle ist Geldversteisung eingetreten. Em 6,J „iger Zinsfuß stehl vor der Türe. Daß die polnische Lage auch sonst sehr ernst ist, wie selten am Jahresschluß, kann nicht abgcftvittcn werden; man denke nur au Marokko, an bic Uamlerrebc-n im Rcichsiag, an bic Lage mTesterreich-Ungarnusw.
Arlesküjren.
X. ?). Z. Tas über 2 Jahre hinaus gediente Dienstjahr zählt bei bet Berechnung der pennonssalngen Dienstzeit nicht mit, an der Gesamldicuslzeit bet heistschen Gendarmen werden nach einer Minislerialoerorbnumi 3 Jahre abgewogen. Die Kriegsjahre werden bei der Berechnung der GejanUbieustzcit doppelt gezählt; fällt ein Feldzug m die ersten 3 Jahre, so wird bic Fclbzugszeit nicht ab- gezcihlt, fonbet enigev be eit adgeMhlt. Die
Pensionierung er'oig: nach dem l)Ci’. Gesetz vom 2. August 1899 über die Dienstveilstümiisc, Ruhcgchalle uud Hiulerdliebenen- verjorguug der Slaalcbcamtcn. Näheres findel sich, namentlich über die Bo hnung bet Pcnfiou, m Beil. 8 der Geschichte des Großh. Hess. Eenbarmeriekorps, Darmstadt 1905, Preis 5 2ik. geb., 4 Äck ->ch.


