Montag 19« Juni 1905
155. Jahrgang
Erstes Blatt.
waren im Automobil
Der Kaiser war in vorzüglicher
Helgoland in See.
Gchalftraße f.
Adresse Hit Depeschem
Anzeiger Gießen.
Kern!prkchan<chlußNr.kl.
Wahlen in Holland.
Amsterdam, 16.Juni. Die heutigen Wahlen haben die erwartete Schwächung der klerikalen Regierungsmehrheit, aber auch die (von uns bereits angekündigte) Unsicherheit der Lage gebracht. Während bei ben| letzten Wahlen im Jahre 1901 die vereinigten Katholiken und! Antirevolutionaren beim ersten Wahlgang gleich 61 Mitglieder in die Kammer schickten, beträgt heute die Zahl der gewälten Katholiken 23 und der Antirevolutionären 24. Die Linke hat 13 Kandidaten darchgebracht. Bis jetzt bestand die antirevolutionär-katholische Mehrheit aus 58 Mitgliedern. Weiter dürften bei den 40 Stichwahlen für die reaktionäre Regierungsmehrheit 7 Sitze verloren gehen. Die Linksparteien dürften bei den Stichwahlen kaum einen der bis jetzt behaupteten Sitze verlieren. Die Sozialdemokraten, die keinen ihrer Kandidaten durchgebracht haben, werden in vielen Orten den Ausschlag geben. Kuyper als Ministerpräsident wird wohl unmöglich und ein stark konservativ angehauchtes liberales Ministerium, etwa van Houten- Roell, hätte dann einige Aussicht, zu stände zu kommen.
v. Grumme gefolgt.
Stimmung. Rach dem Kaiserin Auguste Viktoria-Jagdrennen verteilte er persönlich die Ehrenpreise an den ersten und zweiten Gewinner. ZweiReiter stürzten. Gegen 4 2 Uhr verließ der Kaiser die Rennbahn und fuhr nach dem Hafen, wo er sich an Bord der „Hohenzollern^ begab. Um 51/* Uhr ging die Yacht, begleitet von dem kleinen Kreuzer „Berlin* und dem Depeschenboot .Sleipner* nach
dreioiertelstündigen Besuch ab. Von hier fuhr der Kaiser zum Nennen in Horn. Der kaiserlichen Equipage Generaldirektor Ballin und Direktor
Nusland.
Paris, 17. Juni. Der „TernPS" schreibt in einem Ar-, tikel über die marokkanische Angelegenheit unter anderem: Man Hut die Frage aufgeworfen, ob England uns die Regelung unseres Streites mit Deutschland erleichtern oder ob es durch seinen Widerstand oder seine Obstruktion diese Regelung erschweren werde. Auf diese Frage kann man antworten, daß ein Teilder englisch en öffentlichen Meinung vielleicht einen baldigen Krieg gewünscht hätte, um Deutschland zur See noch vor seiner vollen Entwickelung zu schlagen und daß die Unterstützung Frankreichs in einem solchen Kriege für England nützlich wäre. Aber wenn England einen solchen Plan wirklich gefaßt hätte, so müßte eS sich doch sagen, daß eine große Nation wie Frankreich Herrin; ihrer Entschließungen ist und sich nicht in einen Krieg ein lassen konnte, um die Geschäfte einer dritten Macht zu besorgen. Darüber kann eS in Frankreich nur eine einzige Ansicht geben, und wenn wir über die gütliche Regelung unserer kolonialen Schwierigkeiten mit England erfreut waren, so konnte dieses genau umgrenzte Abkommen uns nicht weiter fortreißen, da ja überdies die englische Allianz nach dem Geständnis der Engländer selbst nicht imstande wäre, uns kontinentale Bürgschaften zu leisten, welche wir anderwärts suchen nrüssen. Uebrigcns ist England in keiner Weise berechtigt, uns Verlegensten zu bereiten. Das Abkommen vom 8. April 1904 ist ehrlich durch geführt worden. Es ist nicht die Schuld Englands, wenn wir bisher daraus keinen Nutzen gezogen haben Man kann unmöglich gestatten, daß England uns auf dem ohnehin schwierigen Wege zu einer friedlichen Regelung der marokra- nischen Angelegenheiten noch Hindernisse auftürmen wolle.
— Gestern abend erfolgte auf dem Boulevard de Nou- velles eine Explosion, wobei ein löjähriger junger Mann verletzt wurde. Wie die Untersuchung ergab, rührte die Explosion von einer Bombe her, die großen Schaden hatte anrichten können. Der Verwundete ist an dem Attentat unbeteiligt. Von den Tätern fehlt jede Spur.
— Die Kammer nahm die iBermehrung der. Flotte mit 265 gegen 80 Stimmen an.
Konstantinopel, 18. Juni. In der letzten Nacht fand zwischen türkischen Truppen und einer elf Mann, tarken serbischen Bande bei Gelanonce im Bezirk Ku- manowo ein Kampf statt, in dem erstere einen und die Bande sechs Tote verloren. . ..
Petersburg, 17. JUnr. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich heute mit den kaiserlichen Kindern von Zarskoje Sselo nach Peterhof zum Sommeraufenthalt. ______________________—*
Deutscher Reich.
Morfin 18. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt:! Sm Schlüsse eines vielfache Unrichtigkeiten enthaltenden Artikels Üb7r das Vermögen und den .Haushalt des deutschen!
?u?e°h"n-"er'h-ä niemals A^ig'cn «d
aelieLn afet twn fitofcn Magnaten des Kauftnannsst-md-s und ^nÄstnc-Millionären. Diese ErzWung t- gt den Stempel Hafter frecher Erfindung deutlich zur EsMu. rvur sind abe^ auch zur ausdrücklichen Feststellung ermächtigt, datz der Kaiser niemals auch nur einen PtzmigMb«rghat ermähnte Hek-Artikel tes Londoner Sensationsblattes icyerm m
mit der 1vMUl.Ang°legenh«t »Eder jüngst die „Zukunft berichtete. (Vgl. ,/p-eet und Flotte .)
_ Ter Witwe des Gouverneurs von Wißmann smd nach-
Bnle^undqebunL^M°ng°n- $ob
des kaiserl. Gouverneurs und Majors
schmerzlich berührt unb Haden mich beauftragt, Jhmn al höchst ibr wärmstes Beileid auszusMchen. gez. Reichskanzler ""^D^'Trau'wkun'de von dem iinerwarteten Ableben Jchres Gatten hat mich tief erschüttert und mit> auftMigster Tul uabmL eriüJti Ick herein irre, uucb mit Ihnen .n der Trauer
Kr. i4i
Mietet «»gttch au bei Bönning*.
Dem G »ebener Anzeiger »erden im Wechte! mit dem VeMsche» Landwirt die Sietzrner Kamillen. Hättet viermal in der
Woche beigeLcgt
Rotottonflbmd a. Der» leg der Brühl 'ichen Vnwert.-vuch-u. Vletid» druckerei. $L Sauge»
deS Menschen. Die Philologen lebten in ganz fern liegenden Jdeenkreisen.
— Zu der Frage des Frauenstimmrechts in bet kirchlichen Gemeinde äußert sich Pastor Gebhardt von der Luther gemein de in Berlin im Juniheft der Monatsschrift „Die Frau" (herausgegeben von Helene Lange, Verlag von W. Moeser, Berlin S. 14). Er vertritt die Ansicht, daß die Mitarbeit der Frau in allen Angelegenheiten der kirchlichen Gemeinden nicht nur dem Sinne oeS Christentums in keiner Weise widerspräche, sondern auch dem kirchlichen Leben manche neue Impulse und manche wertvollen Kräfte zusühreu würde. Die gleiche Nummer der „Frau" bringt einen scharfen Artikel von H. Ludwig über „Die Kasernierung der Prostitution", in dem die Aufhebung der Regle- mentation und Kasernierung mit starken ethischen Argumenten gefordert und das jetzige System in seiner praktischen Wertlosigkeit und mit seinen sittlichen Gefahren einer treffenden Kritik unterzogen wird.
um den Dahinaeschiedenm, der als Erforscher dcS dunklen Weltteils, als siegreicher Bekämpscr des Araberaufstentes in Deutsch-Ostafrika und als Gouverneur dieses Schutzgebietes sich unvergänglicte Verdienste erworben hat. Der Name Wißmann bleibt mit der Geschickte afriftmifito Forschung und deutsmer Kolonisation für olle Zeiten unlösbar verknüpft, gez. Reichs- kanzler Fürst Bülow.
— Das Begräbnis Hermann v. WißmannS flirtet DienStaa nachmittag in Köln von dem Lo.ngenschcn Hanse auS statt. (Wißmann war durch seine Heirat mit einer Tochter teS Kölner Großindustriellen Sangen verschwägert mit der Familie des großen nordischen Poeten Drörnson, dessen -me Tochter die Gattin deS Münchener V^lagSbuchhändlerS Alb Langen, eines Bruders ter Frau v. Wißmann, ist. D. Red
— Das Gerücht, daß ter Ministerialdirektor Dr. Althofs als Nachfolger von LukanuS zum Chef des Geh. Zivilkabmetts in Aussicht genommen sei, ist nach ter eigenen Erklärung des Ministerialdirektors völlig auS ter Luft gegriffen. ,
— Der Verein deutscher Bibliothekare, ter seine Jahresversammlung in Posen abhielt, hat einen Beschluß gefaßt, ter sich als eine Ehrung des Ministerialdirektors Dr. A l t- h o f s darstellt. Zur Verhandlung stand die Frage der Weiter- führung und Drucklegung des Gesamttatalogs, der die Bücherbestände aller größeren deutschen Bibliotheken verzeichnen soll. Bon verschißenen Seiten wurde betont, wieviel das deutsche Bibliothekswesen ter Fürsorge Mthoffs zu verdanken hat, dem i seit mehr alS zwanzig Jahren die Verwaltmig der preußischen wissenschaftlichen Bibliotheken unterstellt ist. Durch seme Initiative seien nicht nur die Verhältnisse ter preussischen Vcbliothcken nach fast allen Rickttrngen wesentlich verbessert worden sondern es ist auch eine Reihe von großen Unternehmurrgen ins Leden gerufen, die sämtlichen deutschen Bibliotheken zugute kommni: ter Gesamtkatalog, die Auskunstsstelle der ten tft o t f) c fcn und die Katalogisierung der Inkunabeln. Mit Rücksicht hierauf beschloß die Versammlung, der Preußischen Unterrichtsverwaltung ihren Dank zum Ausdruck zu bringen.
— Der rüdeTon, in dem der alternde Franz Mehring sich in ter ,Leipz. VolkSztg" gefällt, hat auch m ten I engeren Kreisen ter „Genossen Missbehagen erregt Dr. Mehring wünscht sich nun augenscheinlich zu rechtfertigen. In I einem Artikel „in eigener Sache" kündigt er an, daß er demnächst für seine Beschimpfungen der Königin Luise, die er chtt „6 6 A ft Intrigant- Person" genannt Latte, den B«. I weis ter Wahrheit erbringen werte. Das soll in emer „Denkschrift geschehen, die zur ,^Jahrhuntertfeier" der Schlacht bei I Jena erscheinen soll. _ . , . _ < . f .
— Die „Nordd." teilt mit: Nachdem durch den .Kolonialetat die Heranbildung besonderer Ko l o n i a l b e a m ten die Genehmigung ter gesetzgebenden Körperschaften liesimten hat, beabsichtigt nunmehr die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes etwa 10 Anwärter zur Ausbildung anzunehmen. Die „Nordd. Mlg. Ztg." teilt sodann die hauptsächlichen über die Zulassung I von Bewerbern zur Kolonialbeamtenlaufbahn bestehenden Be-
Der Krieg.
Die Umzinqelnng der tnfii|<6en Mandschureiarmeen (ogl, unsere heutige Politische Wochenschau) wird von der Petrrsb. Tel.-Agentur in einem Telegramm aus Godsiadan vom 17. Juni halb und halb, allerdings in höchst sorgen- loser Form, bestätigt. Diese Depesche lautet:
Am 16 d. Mts. bestand eine der russischen Abteilungen einen Kampf von 2 Uhr n a ch t 8 b i s 8 U h r morgens. D,e russischen Tnippen erwarteten den Vormarsch des Gegners, der mit starker Manterie und zwei Batterien aus Liaownwapmg vorn'lckte, drei Kilometer vom Dorie entfernt. T,e russische Artillerie zwang die Japaner sich uwi 6 Ubr morgen« auf der ganzen Linie zuruckzuzi ehen. Gleichzeitia zeigte eS sich daß ein Bataillon, drei Schwadronen und eine Batterie der Japaner die russische linke Flanke bei Dunljahe umgangen hatten. Die Batterie eröffnete ihr Feuer dirett gegen die Flanke der rnffikben Stellung; sie wurde von der rilssischen Artillerie bald zum Schweigen gebracht. Um 3 Uhr morgens wurde eine Umgehung des r e ch t e n r u s s l s ch e n Flügels durch ein Regiment Infanterie, 20 Schwadronen und Artillerie bemerkt. Der rechte Flügel der rmssischen Abteilung mußte sich von Liaojanwaping ails seinen Stellungen zurückziehen, um einen Reiterangriff vorzubereiten. Während eine russische Abteilung kurze Rast aus den Höhen nordwestlich von Liaoianwapmg hielt, beobachtete ihr Führer daS Anrücken einer starken Jnsanterle- kolonne aus diese Ortschaft. Die rilssischen Verluste belaufen sich nur auf sechs Verwundete.
Die Friedenskonferenz.
Petersburg, 18. Juni. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Der Minister deS Aeußern Graf Lamsdorff hat den hiesigen amerikanischen Botschafter davon in Kenntnis gesetzt, daß Rußland vollkonimen zustimme, daß die Ziisammenkunft der russischen und der japariischen Bevollmächtigten in Washington stattfinde.
Tokio, 17. Juni. Die japanischen Zeitungen drücken ihren Dank aus für die Beteiligung deS deutschen Kaisers an den Bemühungen für den Frieden.
stimmimgen mit. , r*.
München-Gladbach, 17. Juni. Auf emen Glückwrmfch, welchen ter Gesamtvrrband der e v g n g e l i s ch e n A r b e 11 e t > Vereine Deutschlands an ten Reichskanzler Fürsten BL l o w zu feiner Stanteserhöhung sandte, erwiderte dieser folgendes: „Durckdrim-gen von ter Ueter^ugung, daß die Sorge für die wirtschaftlich Schwachen eine ter Jo o x» nehmsten Ausgaben ter Staatsreglerung ist. wünsche ich ten nationalen und cl'rij.lich n S;rv:n.gnngcn ^'etelhen, welche eine Sammlung der Arbeiter zur Förderung ihrer Interessen außerhalb der Sozialdemokratie cav streben.
Bayreuth, 18. Juni. Der Bayerische Kan al der ein hielt hier seine Jahresversammlung ab. ter u a mich Vrmz Ludwig von Äayern beiwohnte. Bei dem Festmahl brachte der Prinz einen Trinkspruch aus den Kvnalverem aus, der seine Tätigkeit nicht auf die Verbindung Dayeriis nut dem Rhein beschränken, sondern die Verbindung teS Landes mit ter Elbe und der Weser erstreben müsse
München, 17. Juni. Staatswinister Frh^ v VotewilS hatte aus Anlaß eines Prozesses, ten tee „Münch. Mg. Ztg- gegen die „Münchener Post" angestrengt hatte, gestern nachmittag mit dem Chefredafteur der „M. Mlg. Ztg. eine Besprechung, in ter ter letztere darlegte, es sei unter Dinwels ! auf ten StaatSminifter Frhrn. v. PotewilS m jenem, Prozesse versucht Worten, zeugenschaftlich zu erhärten 1) daß bte „Mlg. Zta" zu Beginn ter Ministertätigkeit teS rrrhrn. v. PotewilS ter königl. Staatsregierung als bereit Organ angeboten ater abgelehnt wttrten sei, 2) daß die „Allg. gegen eine jährliche Unterstützung, die in einem Falle auf 30 000, m einem anderen Falle auf 150 000 Mark angegeben tourte, der bayerischen Staatsreg-ierimg ihre Spalten zur Verfügung gestellt W, 3 dah bic Mla Ztg " sich ter bayerischen Regierung zum Ankauf an- geboten habe, oder daß Fühler in dieser Beziehung autzgestreckt Worten seien. Der Staatsminister ermächtigte darauf den Redakteur ter „Allg. Ztg." der Oeffentlichkeit davon Kenntnis zu geben daß diese Behauptungen unbegründet und an die königl. Staatsregierirng bezw. an ten Vorsitzente« des Mimster- rates keinerlei derartige Ansinnen seitens der „Allg. Ztg. jemals gestellt Worten sind.
Kirche und Achule.
— Vom deutschen Erziehungstatte Aus Weimar schreibt man unterrn 15. Juni: In äußerst rvdi- kaler und aggresiver Form und voller maßloser Uebertreib- unaen vertrat auf dem zweiten allgemeinen Tage für deutsche Erziehung der Veranstalter dieser Tage, Artur Schulz-Friedrichshagen, den „modernen" Standpunkt der Erziehung. Er sagte u. a.: Die Unterscheidung zwischen Gymnasien, Oberrealschulen usw sei unwürdig Zur Einheitsschule brauche man einen einheitlichen Lehrerstand. Es dürfe nicht mehr, wie heute, der Akademiker auf den Volksschullehrer berabfehen. Der Staat selbst sei ein Gegner der Freiheit der Lehrer und Schüler Dann wandte sich der Redner sehr scharf gegen die Philologen und Humanisten und ihre Erziebungsweise Ein deutscher Knabe solle vor allem deutsche Geschichte und deutsche Kunst kennen lernen, und dann erst griechische und römische Auch die deutsche Sprache komme nicht zu ihrem Rechte. Daher lese man dann auch das furchtbare Juristendeutsch und den schlechten Kanzleistcl DaS heutige Gymnasium hindere die Entwrckelung
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger « **
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Die öeutige Kummer umfaßt 10 Seiten.
Der Kaiser unterwegs.
Sigmaringen, 17. Juni. Der Kaiser, der heute hier zum Begräbnis des Fürsten Leopold v. Hohenzollern weilte, ernannte den Fürsten Wilhelm von Hohenzollern zum Generalmajor k la suite des 2. Garde-Regiments zu Fuß und zum Chef des Füsilier-Regiments Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenzollernsches Nr. 40).
Hannover, 17. Juni. Heute morgen traf der Kaiser, von Sigmaringen kommend, hier ein. Er begab sich nach dem Schloß und von da nach der Vahrenwalder Heide zur Besichtigung deS KönigS-Ulanen-RegimentS. Bei einer Attacke stürzten mehrere Ulanen mit ihren Pferden, wobei ein Ulan und ein Pferd sofort getötet, mehrere schwer oder leichter verletzt wurden. Nach dem Bormarsch vor der Ulanen-Kascrne überreichte der Kaiser dem Regiments-Kommandeur, Oberst Freiherr von Lützow, den ZÜonenorden 3. Klasse. Beim Frühstück brachte der Regiments-Kommandeur das Hoch aus den Kaiser aus. Der Kaiser toastete auf sein Regiment. Bald daraus verabschiedtte sich der Monarch besonders leutselig von dem Oberst v. Heyden-Linden und vom kommandierenden General von Stünzner sowie dem | Regiments-Kommandeur und fuhr alsdann mit dem Auto-! mobil der Lüneburger Heide zu.
Lüneburg, 17. Juni. Der Kaiser nahm auf der Automobilfahrt hier Aufenthalt unb besichtigte daß Rathaus.
Hamburg, 17. Juni. Der Kaiser mit Begleitung traf heute nachmittag im Automobil von Hannover kom- mend an der St. Pauli-Landungsbrücke ein und begab sich sofort an Bord der dort liegenden Jacht „Hohenzollern". Heute abend fand bei dem preußischen Gesandten von Tischirschky-Boegendorff ein Diner statt, an dem der Kaiser mit den Herren des Gefolges teilnahm.
Hamburg, 18. Juni. Heute vormittag hielt der Kaiser an Bord der ^Hohenzollern^ Gottesdienst ab. Die Predigt handelte über Psalm 46 VerS 8 »Gott mit unS*. Am Nachmittag fuhr der Kaiser in einem Schimmelviererzug beim Generaldirektor Ballin vor und stattete diesem einen


