Misere 116 er jedesmal mit „Gilten Morgen Ew. Majestät" oder mit „Hurra" antworteten. So hatte die 3. Kompagnie in einem Orte bei Katzenelnbogen Appell, als plötzlich der Kaiser im Auto- 'mobil hcrankam. Langsam vorbeifahrend. rief er seinen Soldaten fr. indlich zu. Auch während der Gefechte ist der Kaiser öfters an die Kmnpagnie herangerittcn, l>at ilrrc <35rfcclyt5f>cftitng besichtigt und nicht selten an Untcroffnicrc oder Mannschaften Anfragen gerichtet. Anch am Freitag ritt der Kaiser bei Nees- bach und Meusdorf zum Regiment, nm cs noch einmal zu sehen, lieber die Haltung des Regiments hat er sich wiederholt lobend ausgesprochen. Dienstag, wo es 12 Stunden fast ohne Unterbrechung auf den Deinen war und fast 50 K i lo m e t c r znrücklegtc. Aus dem Biwack bei Esch rückte cs früh 6 Uhr ab und kam nachmittags etwa 6 Uhr in Kördorf an.
Doch auch an heiteren Stunden hat cs nicht gefehlt; so hatte 5., D. die. 5. Kompagnie das Glück vorigen Sonntag nach Schmitten zu komineu. wo gerade Kirchweihfest war. Die. Mannschaft nahm nach Herzenslust teil und am Montag verliest die Kompagnie, wohl verproviantiert mit Kuchen und Wurst, das Dorf, begleitet von der Dorfjugend und der Kirmcs- musik.
In der Nacht vor dem letzten Manövertag lagen die 115 er und 11G er in Oberneisen, Niederneisen und Flacht im Massenauartier, b?.5 3. Bataillon hatte Biwack am MenSfelder köpf. Um 9 Uhr begaben sich die Soldaten zur Ruhe und schon um 12i/i Uhr wurde geweckt und um 1 Uhr begann daS Aushebcn der Schützengräben am MenSfelderkopf nach NccS- bach zu. Um 4’.■ Uhr war die Verschanzung und daS Eingraben der Geschütze beendet und man erwartete den Feind. Erst um 9 Uhr zerteilte sich der Nebel und die 116 er wurden auf der Gegend NceSbach angeariffen, wiesen aber den Feind zurück. Nach Beendigung des Gefechts rückte das Negiment kurz vor 12 Uhr ab und marschierte über Lindenholzhausen, Villmar nach Aumenau a. d. Lahn. Auf dem Lagerplatz nnt Bahnlws entwickelte sich bald ein lebhaftes soldatisches Treiben, die Reservisten begruben in feierlicher Weise ihre Löffel und Gabeln. Reservclicder wechselten mit dem Konzert der NcgimentSmnsik. Der Oberst liest die jetzt abgehende Mannschaft znsammen- tretcn und verabschiedete sich in einer Ansprache von ihr, indem er sie zugleich auffordcrtc, sich ihren soldatischen Sinn zu bewahren und allezeit gute Patrioten zu sein. Endlich kam die Stunde der Abfahrt nach Giesten.
Die auf sechs Wochen etngezogenen Reservisten wurden am Samstag entlassen. Nachdem am Sonntag die alte Mannschaft ihre „Brocken" abgcliefert hatte, nahmen die Kam- pagnicchefs ans dem Kasernenhos in kurzen Ansprachen Abschied von ihren Leuten. Heute früh wurde die alte Mannschaft in Stärke von ca. 650 Mann entlassen und mit Musik an die Züge gebracht. Gar manchen mag das Scheiden von dem lieb gewonnenen Giesten und beit Kameraden recht schwer geworden sein. Unter dem Gesang des Liedes „Must ich denn zum Städtlein hinaus" scüten sich die Züge mit den Reservisten in Bewegung. Reserve Irt Ruh!
Eine Bluttat.
Im Biwak bei Miehlen c r si a in eine Ordnonnanz, der Musketier Chesnvn vom Infanterie-Regiment Nr. 135, den Da - taillonsschreiber Bochert.
Kochwichtlgc Aufgaöen
Harren in nächster Zeit im Deutschen Reiche ihrer Erledigung. Der deutsche Reichst!', a wird sich mit einer neuen Flotten Vorlage zu beschäftigen haben. Dadurch wird die wichtige Frage der sogenannteu Reichs- sinanzreform aufgerollt, die durch den im Reiche bestehenden Fehlbetrag ohnehin mehr und mehr in den Vordergrund tritt, .hier gilt es zu verhindern, daß der breiten Masse des Volkes neue schwere Lasten in Form von indirekten Steuern, insonderheit nicht in Form einer erhöhten Tabak- steuer, auferlegt werden. Die bedrohliche Lage in den deutschen Schutzgebieten, namentlich in S ü dwest - und Ostasrika, sowie die Mitteilungen über arge Mißstände in der Kolonialverwaltung werden zweifellos sehr ernste Auseinandersetzungen i b"r unsere gesamte Kolonial- volitik im Reichstage veranlassen.
Ten h e s s i s ch e n L a n d t a g in seiner alten Zusammensetzung werden im wesentlichen dieWahlre som, sowie das Gern e in d e ein komm e n st e tler g e setz und das Gesetz bctr. die M e r tzn w a ch s st e n e r aufs neue beschäftigen. Die beiden ersteren haben seit langem im ganzen Lande die erregtesten Erörterungen gezeitigt, deren parlamentarischer Ausgang das hessische Volk im innersten berührt und den es aufs höchste gespannt erwartet. Der alte Landtag wird dann im Laufe dieses Herbstes noch ab treten und durch einen neuen, hoffentlich aufs beste regenerierten, ersetzt werden.
Nach Beendigung des Krieges in Ostasien ist die Welt zwar von einem Druck befreit worden, doch ist damit das Gefühl der Unbehaglichkeit nicht gewichen, weil nun durch den Krieg gebundene Kräfte frei geworden sind, von denen man nicht weiß, in welcher Richtung sie sich betätigen werden.
Denn, namentlich von englischer Seite, die deutsche Diplomatie als der „böse Geist" in der Weltpolitik verdächtigt wurde, so glich das ziemlich stark dem bekannten Rufe: Haltet den Dieb, mit dem der wirkliche Dieb die Aufmerksamkeit auf andere ablenken möchte. Nach diesem Rezept hat Frankreich jahrzehntelang die deutsche Politik gegenüber Marokko bet den Spaniern verdächtigt, um diese über seine eigenen Machenschaften irre zu führen. Hat Spanien nun auch, durch die Auseinandersetzung mit Amerika politisch gebrochen, in seinem Olmmachtsgefühl trotz inzwischen aufgegangener Erkenntnis der wahren Sachlage Frankreich in Marokko freie Hand gegeben, so ist doch Deutschland als Anwalt aller nichtfranzösischen Interessen im scherifischen Reiche aufgetreten und führt gegenwärtig diese seine Aufgabe dem Ziele, der marokkanischen Konferenz, entgegen, deren Verlauf mit Spannung erwartet wird.
Ucbcr dieser diplomatischen Machtprobe hat zeitweilig auch die Frage einer militärischen Machtprobe wie eine dunkle Wolke geschwebt. Damit steht in engstem Zusammenhänge die bedeutsame freundschaftliche Annäherung Frankreichs an England. Welchem Partner mit dieser Annäherung der größere Dienst erwiesen worden ist, das wird auf demselben Blatt beantwortet, auf dem die Erneuerung deS Bündnisses Englands mit Japan steht, rind zwar die Erneuerung unter Bedingungen, welche das beide Mächte vereinigende Baud wesentlich verstärken. Menn man vom „bösen Greift" in der Weltpolitik ernstlich sprechen will, so kann c5 nur diejenige Macht sein, die in augenfälliger Weise ihre Interessen so deckt, daß hauptsächlich andere die Vlutkosten werden zu tragen haben, wenn sie selbst es an der Zeit findet, einen Krieg zu erregen; und in der erwähnten Deckung liegt ein starker Reiz hierzu. Aus die englische Politik wird man also fortan mit scharfer Au f m e r ks ain t ei t zu achten haben, und zwar mit um so größerem Ernste, wenn die inneren Gärungen in Rußland, was zu befürchten ist, noch immer wehr um sich greifen und so der Stimme Rußlands im Wölkerkonzert fürs nächste cm en Hinterplatz anweifen.
Es waltet also eine internationale Spannung ob, die f o r t a e s e tz t S o r g f a l t i n der Beobachtung der politischen Erscheinungen dem Zeitungs- Leser dringend nahe legt
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Gießener Anzeiger
für daS letzte Viertel des Jahres ein. Einer Darlegung feines Programms oder Anpreisung seines Inhaltes bedarf es nicht. Es ist anerkanntermaßen die größte, von keiner Partei ab- hängige, für die Versöhnung der Gegensätze zwischen Stadt und Land eintretende, die berechtigten Interessen von I ndu st rie und Lan dwirischaft nach Möglichkeit fördernde Provinzzeitung.
Bei seiner Neichhaltigkeit ist der Gießener Anzeiger doch ein billige? Blatt, das an Gediegenheit von keiner Zeitung Hessens uni) der Nachbarstaaten übertroffen wird.
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Verlag uub Redaktion.
Nlüilisclic Tagesschau.
Ein Memento für die Amtsblätter finden wir in dem in Dresden erscheinenden „Vaterland", dein offiziellen Organ des konservativen sächs. Landes- Vereins. Dieses Blatt schreibt, es habe während der Wahl- v orberattingen wiederholt beobachten können, daß Amtsblätter königlicher und städtischer Behörden durch Abdruck von Artikeln aus linksliberalen Blättern die Autorität der Negierung nicht unwesentlich schädigten, so zlim Beispiel durch Wiedergabe einer Kritik der sächsischen Finanzgebahrung (biefe hatte die linksnationalliberale, nicht linksliberale „Dresdener Ztg." gebracht), die als irrig bezeichnet wird. Ein Amtsblatt habe die unausgesprochene Verpflichtung, die Autorität deS Staates und der Negierung zu vertreten und nicht zu schädigen. Diese schädige aber ein Blatt, wenn es in „bekannter Manier" gegen die offiziellen Auslassungen der Negierung Stellung nähme und dazu beitrage, sächsische Einrichtungen vor dem Q(uö(anbe bloßzustellen. Im kommenden Landtage werde die Frage der Amtsblätter aufgerollt werden, und man habe Beispiele dafür, daß eine größere Anzahl ihren Pflichten nicht genügend eiu- gsdenk sei, genügend zur Hand. Also in Sachsen hat man sich noch nicht zu der Erkenntnis durchgerungen, ein „Amtsblatt" dürfe unter allen Umständen nur auf der Weide gehen, die der Rcgierung beliebt. Unsere hessische Negierung könnte da wohl für die sächsische vorbildlich werden. Daß unser Landtag aber immer noch nicht unsere Negierung begriffen hat, ist freilich für i h n kein gutes Zeichen.
Zn Sachen der Personentarifreform
emsing Exzellenz von Budde dieser Tage in Gemeinschaft mit dein Wirkt. Geh. Rat Ministerialdirektor Stieger eine Abordnung des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands. Die Deputation führte aus, daß die Verteuerung des NeisenS durch den Schnellzugs-Zuschlag und die Abschaffung deS Freigepäcks große Erregung hervorgerufen habe und daß man namentlich das Freigepäck ungern aufgegeben habe, wenn dafür nicht in anderer Weise Ersatz gegeben werde. Exzellenz von Budde entwickelte hierauf in längerem Vortrag die Prinzipien, welche ihn bei der Reform geleitet haben und wieS darauf hin, daß er alle Wünsche, welche der Handelßtag gestellt, erfüllt habe. Durch die Aufhebung der Rückfahrkarten und Einführung der einfachen Karten zur Hälfte deS Satzes der Retonrbillets fei den reisenden Kaufleuten größere Bewegungsfreiheit geschaffen worden. Den Schnellzugs-Zuschlag habe er abgeschafft, nicht eingeführt, und nur für einige weit- strcckige Schnellzüge, namentlich im internationalen Verkehr, fei ein Zuschlag geplant, der mit dem kilometrischen Schnell- zugS-Zuschlag nichts zu tun habe. Durch diese Vorteile sei schon ein Aeguivalent für das wegfallende Freigepäck gegeben, an dessen Aufhebung er übrigens selbst ungern heran- gegangcn sei. Es sei aber des Kompromisses mit Süddeutschland wegen notwendig (?) gewesen. Nachdem noch eine ganze Reihe anderer Eisenbahnfragen gestreift worden waren, sprach die Deputation dem Minister ihren Dank für die ausführlichen Darlegungen aus und betonte, daß hinsichtlich deS Schnellzugs-Zuschlages in den Kreisen der reisenden Kaufleute noch vielfach irrtümliche Anschauungen herrschten, die nunmehr geklärt werden würden. Die Frage der Beförderung von Musterkoffern, die als Eilgut aufgegeben werden, in allen Personenzügen, sagte der Minister zu, prüfen zu wollen. Mit Befriedigung nahm man davon Kenntnis, daß Se. Exzellenz es nicht als aussichtslos bezeichnete, daß man vielleicht in Zukunft, wenn die Uebergaugs- zeit überwunden und die zu bringenden Opfer unfühlbar geworden seien, auf weitere Ermäßigung der ©cpäcN fracht, bezw. der Gepäckfreiheit zurückkommen könne.
Aeullch-Südiveftafrika.
Major Meister schlug am 13. September den Feind westlich von Harnshas nach einem sechsstündigen Aufstieg in einem steilen Gebirge und nach einem heftigen fünfstündigen Gefecht, wobei c§ zum Kampfe Mann gegen Mann kam. Die Hottentotten wurden aus starken Stellungen getrieben. Einem Teil gelang c§ in nordwestlicher Richtung in die Gebirgsschluchten zu entkommen. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Der Feind ließ 60 Tote auf dem Gefechts- fclde liegen. Auf unserer Seite fielen zwei Reiter; verwundet wurden Major Märcker, Schuß in die linke Schulter, Oberarzt Korsch schwer und 10 Reiter.
In Hamburg trafen mit dem Postdampfer „Ernst Wörmann" etwa fünfzig verwundete und erkrankte Krieger aus Südwestafrika ein. Darunter befinden sich Major Gräser, die Hauptleute Wehle und Schulze und die Leutnants von Bönnighausen, EhaleS de Beaulieu und von der Livm.____________
DaS Kolouialanit und die »Köln. BolkSztg."
Die „ 9?orbb. Allg. Ztg." schreibt:
Die „Köln. BolkSztg." behauptet in ihrer Nummer 761, bei bei Deratunci der Kamerun-Crtjenbahnvcnlaac hätten zwei Vertrete» der Kolmiialabteilung in der Budgclkommission bezüglich bet Kamerun Eisenbahn-Syndikats unrichtige Angaben gemacht. Daraufhin hat der Direktor der Kolonialabteilung unter dem 15. September an den Chefredakteur der „Köln. Volkszlg." folgendes Telegramm gerichtet: Die beiden einzigen Vertreter der
Kolonialableilung, die bei der Beratung der Kamernn-Elsenbahnvor- läge Angaben machten, sind ich selbst und LegationSrat Helsserich. Der Vorivurf unrichtiger Angaben in dieser Sache in Nr. 761 Ihrer Zeitung kann sich mithin nur auf uns beide beziehen. Ich ersuche Sie deshalb um Mitteilung der nach Ihrem Artikel in Ihren Händen befindlichen Beläge, um nur weitere Schritte in dieser 'Angelegenheit zu ermöglichen. Die darauf emgegangene Antwort lautet: „Haben dem Verfasser des betreffenden Artikels sofort van Iiu-em ^''imM'e K enntuiS aegeben."
Die g^ofera.
Vom 15. bis 16. September mittags sind im preuß. Staatsgebiete drei choleraverdächtige Erkrankttngen und zwei Todesfälle an Cholera amtlich gemeldet worden. Von den neuen Erkrankungen kamen vor tm Kreise Graudenz 2, im Kreise Löbau 1. Von den bisher gemeldeten Erkrankungen haben sich drei Fälle, darunter ein tätlicher, nicht als Cholera herauSgeftettt. Tie Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 19 0, von denen 6 9 tätlich verliefen
In Stettin wurde in der Desinfektionsanstalt ein unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankter Schiffer ein» geliefert, der alsbald verstarb. Beide Söhne des Verstorbenen und ein Bruder, ebenfalls Schiffer, wurden unter Beobachtung gestellt.
Bei der vierjährigen Tochter einer wegen eines geheilten Cholerafalles in Breslau isolierten Schifferfamilie wurde ebenfalls Cholera festgestellt.
Unter in Hüll (England) neu angekommenen Schiffern sind cinme cholcraverdäcbtige Fälle vorgekommen.
* Tas Erdbeben in Süditalien. Aus Monte Leone kommt folgende Nachricht vom 17. September: Heute nachmittag 1 Uhr 40 Min. wurde ein neuer Erd - st o ß verspürt. Die Bevölkerung verließ in lebhafter Beunruhigung die Häuser und verweilt im Freien. Arbeitsmimster Ferraris besuchte Zammaro, Piseopio und Stefanaeoni. Die Errichtung von Unterkunftshütten schreitet lebhaft voran. Tie Soldaten reißen die mit Einsturz drohenden Gebäude vollständig nieder. Der Bevölkerung ist eine große Anzahl von Zelten geliefert worden. An vielen Plätzen sind wahrhafte Zelllager entstanden. — Während der Erdstöße wurden auch noch andere Naturwunder beobachtet. So öffnete sich in Seivigliano plötzlich der Erdboden und verschlang den dort vorbeifließenden Fluß vollständig. Der Fluß trat ober später wieder an die Erdoberfläche.
* Rabiate Telephondamen. In der Zentralstelle deS Hauptfernsprechamtes zu Paris kam es zu einem Zwischenfall. Eine Anzahl weiblicher Angestellter lehnte sich gegen eine Aufsichtsbeamtin auf. Eine der Angestellten, welche sehr überreizt war, griff zu einem Revolver und gab mehrere Schüsse ab, glücklicherweise ohne Jemand zu treffen. Auch soll der Versuch gemacht worden sein, einen Kurzschluß herzustellen, um die Apparate zu zerstören.
Wien, 17. Sept. Beim Oberst-Marschallamt fand gestern die Vereinbarung des Anwalts der Prinzessin Luise von Ko bürg mit dem bisherigen Kurator und Anwalt des Prinzen Philipp von Kobnrg über die Regelung der finanziellen Bezüge der Prinzessin statt. Der Kurator bezog seit der Kuratel-Verhängung bisher jährlich 120 000 Kronen von König Leopold und dem Prinzen Philipp, die zur Tilgung der Schulden der Prinzessin im Betrage von 3 Millionen Kronen verwendet wurde. Hiernach erhielt die Prinzessin heute von ihrem Einkommen feit der Kuratel-Verhängung nach Abzug der Kuratelkostcn nur 40 000 Kronen. — Wie verlautet, hat Prinzessin Luise ihre Memoiren einem englischen Verleger für 40 000 Pfund Sterling verkauft, mit der Bedingung, daß dieselben erst nach Ableben König Leopolds veröffentlicht werden.
* Kleine TageSchronik. Zu der Verhaftung der Falschmünzerbande in Trier wird noch berichtet, daß wegen dieser Angelegenheit ferner der Elektrotechniker Keil als Hersteller und ein gewisser Krantz verhaftet wurden. Auch in Saarbrücken haben Verhaftungen von Mitgliedern dieser Bande stattgcfilndeu. DaS Haupt der Falschmünzer ist geflüchtet. — Zwei Leipziger Damen wurden halb verhungert und er- froren von Führern auf dem Groß-Venediger (Tirol) aufgesunden und zu Tal gebracht. — Auf bisher unaufgeklärte Weise sind in der Ru st sch u kc r Filiale der bulgarischen L a n d- wirtschaftlichen Bank 135000 FreS., wovon 35000 effektives Gold und der Rest Banknoten, abhanden gekommen. Zwei. Beamte und ein Bankdiener sind verhaftet worden. 1
Kunst und Wissenschaft
Der italienische Dichter D' A n n u n z i o hatte in Lugano eint lange Unterredung mit einem Anwalt aus Freiburg in der Schweiz. Vermutlich hängt die Unterredung mit der Absicht zusammen, schweizerische Nationalität zu erwerben, um sich von seiner Frau scheide n zu lassen. D' Annunzio beabsichtigt, eine junge Witwe aus der italienischen Aristokratie zu heiraten.
Hcer und A otie.
B c r u f u n d M i l i t ä r t a u g l i ch k e t t. Unter dieser lieber* christ berichtet Ammon von den verdienstvollen Untersuchungen Dr. E. Roeses in Dresden. Danach haben die Brauer eine Militärtauglichkeit von 76 %, die Elbschiffer 73,7, Fleischer 69,0, Landwirte 62,5 * es folgen Verkehrsbeamte, Baugeiverbc, Handwerk, Vekleidlluq, Bäcker, Arbeiter, Kopfarbeiter mit 41,7, Kellner mit 25 °/0. Aber bei den Söhnen dieser Bentfe ergiebt sich eine andere Reihe: Elbschiffer, Landwirte, Baugewerbe, Kopfarbeiter, 3 letzte Alkobolgewerbe 43,3 %, Fleischer 38 0 0, Kellner. Die Kellnersöbne sind die schlechtesten, wie dw Kellner selbst. Ter guten und schlechten Körpereiitwickliing cutlpricht glcichlauseird der Brustumfang.
für Kinder, Kranke,GenesendeTVerhütet] u. beseitigt - Diarrhoe, BrechdurchFall, Darmkatarrh. |
Sparsame Haussraucu scben nicht allein aus große Ausgiebigkeiten eines Kindernährmittels, sondern sie achten auch daraus, daß c§ die Kinder mit ernährt und gern von denselben genommen wird. Sehr ausgiebig, d. b. billig im Gebrauche ist Kuseke's Kim dermehl, welches als dünne Supvc — 1 Eßlöffel n:t< •/, Liter Wasser — gegeben wird. Dasselbe ernährt nicht nur die Kinder sehr gut, sondern es verhindert auch nach Möglichkeit das Auftreten von Ntagcn- und Darmkrankheiten.
ss,e/e
f $ercnlesa-j?aleine-Corse{s
g haben die Ftihruno; auf dem (ranzen Weltmärkte.
Jedes Corset muss den Stempel „Herculesa-Baleine“ tragen.


