Ausgabe 
15.3.1905 Zweites Blatt
 
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Mitbürger!

Nachdem die zum Zweck der Errichtung eines Theater- und Saalbaues eingeleitete .Geldsammlung so hocherfreuliche Resultate gezeitigt hatte, haben wir der Stadtverordneten­versammlung die Frage vorgelegt, ob sie das ganze Projett eines Theater- und Saal­baues auszusühren gewillt sei. Die Versammlung hat in ihrer Sitzung vom 10. d. Mts. dies verneint und nur dem Theaterbau allein zugestimmt, dabei aber auch den Wunsch ausgesprochen, daß möglichst die ganze Bausumme durch freiwillige Spenden aufgebracht werden möge.

Mitbürger! Laßt uns versuchen, diesem Wunsche zu entsprechen und ein Werk zu vollenden, das unseren Nachkommen ein leuchtendes Beispiel echten Bürgersinns sein wird.

Wir sind sicher, daß es uns gelingen wird. Denn mit der jetzigen Zahl von bald 400 Zeichnern ist bei Weitem noch nicht der Kreis derer erschöpft, die ein Interesse daran haben, daß die Kunst hier eine würdige Stätte erhält, noch lange nicht erschöpft der Kreis derer, die auch ein geschäftliches Interesse an dec Hebung des Verkehrs in unserer Stadt besitzen.

An alle diese, an Hoch und Niedrig, wenden wir uns mit der Bitte, nunmehr, nachdem die Entscheidung in dec Richtung der Erbauung eines Theaters gefallen ist, mit einer Zeichnung nicht mehr zurückzuhalten und das gemeinnützige Unternehmen durch einen Beitrag, er sei groß oder klein, zu unterstützen.

Jeder Beitrag ist willkommen. Gebe uur Jeder nach seinen Kräften.

Wir haben im Laden des Herrn Challier am Neuenweg Zeichnungsscheine 'gelegt und ersuchen alle, die noch eine Spende machen wollen, dort einen Zeichnungs- in entgegen zu nehmen. Ebendort ist auch eine Liste aufgelegt zuc Einschreibung für diejenigen, welche gesonnen sind, den gezeichneten Betrag sofort und aus einmal, statt n vorgesehenen drei Raten, zu entrichten.

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Außerdem nimmt auch jedes andere Komiteemitglied Anmeldungen zu Zeichnungen ?n. Wünsche wegen mündlicher Rücksprache mit einem Herrn des Komitees wolle irch Postkarte an die Adresse des Komitees gelangen lassen.

<üer geben will, der gebe rasch, denn nur so wird es möglich sein, recht Lald mit dem Bau zu beginnen und ihn zu vollenden bis zur Jubelseier unserer Universität. vl8/s

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Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei dem äm Mittwoch, dem 22. März d. I., stattfindenden Pferdemartt eine Pferdefchau mit Prämiierung abzuhatten und zwar speziell für im Privatbesitz befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein-, zwei- oder vierspännig, auch im Geschirr vor­geführt werden.

Die Prämiierung beginnt vormittags 11 Vs ^hr, die .Vorführung und Preisvertcilung vormittags 121/, Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring.

Während der Vorführung Konzert der hiesigen Feuerwehrkapclle.

Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung.

Anmeldungen haben bis zum Montag, dem 20. Marz b. Js., bei Herrn August Schwan, Weinhändler in Gießen, zu erfolgen.

Pferdebesitzer laden wir zur Beteiligung ecgebenst ein.

Gießen, den 10. März 1905. Bll/3

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