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15.3.1905 Zweites Blatt
 
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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ich« Untverfttättzdruckerci. 8L Lange» Dietz«.

Redaktion.Expedition ».Druckerei: Schulstr.U, Tel. Nr. 5L Telegr--Adr. i Anzeiger Gieß«,

63 Zweites Blatt» 155. Jahrgang Mittwoch 15.März18v3

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^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Br B W M Hj M .W^ Ää q ||L M igL

«hesfische randvttt-erscheintmonatlich einmal. Mr V V ®S V v

General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

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Psluische Wochenschnn.

Noch einmalZentrums sttrnmrmg".

Marr schreibt uns aus Gießen:

In Ergänzung Ihrer gestrigen Mitteilungen überZev- ttrutns-Verstttmnung" dürfte es vielleicht nicht uninteressant sein, daraus hinKuweisen, wie Friedrich Naumann über den Zusammenschluß der Protestanten gegen den UltramontaniSmus urteilt. Naumann vertritt bekanntlich den Standpunkt, baß die Macht des Zen­trums nicht ohne die Sozialdemokratie ge­brochen werden kann.

In einem seiner Vortrüge, die er im Januar d. I. /in Hamburg gehalten hat, beschäftigte er sich mit der Frage 'der Vorherrschaft des Zentrums und sagte zu dem schon von anderer Seite angeregten Zusammenschluß unter an­derem wörtlich folgendes:

Aus der Tagung des Evcm-g. Bundes in Dresden und bei andere« Gelegenheiter! ist die Aufforderung laut geworden, dem Zentrum eine große protestantische Partei ge­gen ü der zu stellen. Ein unmöglicher Gedanke. War­um ist dieser Gedanke so unmöglich? Deshalb, weil es im Grunde einen politischen Protestantismus, der sich als Pro- testautisnms zur politischen Macht Msammentut, nicht geben kamt. In der ganzen bisherigen Geschichte des.Protestantismus gibt es noch einige wenige Sttllen, wo diese Konfession politisch Quisetveten ist. Zuerst als Ealvrn den Staat von Genf nach MtsstamentarHchem Muster nachIubilden versuchte und dann, als in der englischen Revolution Cromwell den Mruben und die Politik eine kurze Zeit lang zusammenzubinden vermochte. Aber abges-ehen von solchen kurzen Versuchen, hat der Protestantismus die weltlichen Dinge nie in dem Maß zu beherrschen vermocht, wie der Katholizismus."

Dr. 8.

Acer und IsiotLe.

Die Freude, sich 6 neue Orden mit einem male auf die Brust heften zu dürfen, ist dem Kommandeur des Berliner Alexander-Regiments, Obersten von Plüskow, zuteil ge­worden. Nach einer Bekanntmachung im .Reichsanz." hat er die Erlaubnis erhalten, 6 Orden, die ihm in der letzten Zeit verliehen wurden, anzulegen. Herr v. Plüskow war übrigens schon vorher im Besitz von 27 Orden, die er wohl zum Teil seiner Eigenschaft als größter Flügeladjutant des Kaisers zu verdanken hat. (Als er vor Jahr und Dag in Paris er­schien, prägte man dort das hübsche Bonmot: ,Monsieur *e Plüskow est plus que hant*. D. Red, d. G. Anz.)

Aus StM uuS Aauö.

Gießen, 15. März 1905.

w Gießener Konzertverein. Der zwelle Kammer- /nusikabend dieses Winters weist neben den unvcrgänzlichen Werten von Beethovin und Brahms zwei moderne Musik­stücke auf, deren Wiedergabe einen selten gehötten Genuß verspricht. Das Melodram ist vielleicht die älteste Kunst­gattung, in der sich Musik und Wott miteinander verbanden. Alle großen Meister haben auch solche Werke geschaffen, Werke, die auf dem Wege einerseits zur ausgesprochenen Programmusik, andrerseits zum Wagnerschen Musikdrama wandeln, jo vor allem Schumann. Will Unrecht ist diese Gruppe von Tonwerken stiefmütterlich behandelt worden; nur hat sie gar manche Schwierigkeiten in sich, was das erklären mag. Denn es gehött ein ganz eigenes Talent dazu, solchen Aufgaben gerecht zu werden, ein Talent wie es Ernst v. Possart, Dr. Wüllner ihr eigen nennen und eben der Gast des Abends, Herr Dr. Pfeiffer. Max Schillings, der Komponist hat seine beiden Werke: Das eleusische Fest und das Hexenlied wiederholt mit Herrn Dr. W. Pfeiffer ausgesühtt, über dessen Ausführung er sich wiederholt sehr befriedigt ausgesprochen hat. Ebenso sprich! sich die Kritik darüber aus. Es steht also eine ausgezeichnete Darbietung zu erwarten, gepaart mit einem großen Seltenheitswert. Der Konzertverein bietet damit seinen Mit- güedern in diesem Winter wiederum ganz Außergewöhnliches.

** Zum städtischen Submissionswejen wird uns heute aus unserem Leserkreise geschrieben:

In welcher Art die städtischen Arbeitsvergebungen zuweilen /rfolgen, zeigt wieder ein drastischer Fall, nämlich die heutige Vergebung der Beton- und RaLitzarbellen in der zukünftigen höheren Töchterschule. Man bat es seitens der städtischen Be­hörde nicht einmal der Mühe für wert gehalten, diese Arbeitsver­gebung in den hiesigen Zeitungen bekannt zu geben, sondern hat sie in einem auswärtigen Blatt ausgeschrieben!! Infolge­dessen erweckt es schon von vornherein den Anschein, daß diese Ar­beiten nur für auswärtige Unternehmer bestimmt sein sollen. Weiter hat man zwei in keinem Verhältnis zu­einander stehende Arbeiten vereinigt, obgleich diese Arbeiten einen ganz getrennten Geschäftszweig bilden, denn ein Beton-Arbeiter, unb wenn er selbst der tüchtigste ist, wird nicht in der Lage fein, ein Rabitzgewölbe herFustellen. Gerade für die Rabitzarbeiten liegt wahrlich kern Grund vor, sie den hiesigen Ge­schäftstreibenden zu entziehen, umsoweniger, da für diese Arbeiten einige in jeder Beziehung leistungs­fähige Firmen hier bestehen, die in jeder Zeit in der Lage sind das zu liefern was verlangt wird. Aus diesen Gründen wäre es 'angebracht, daß unsere Stadtverordneten, denen sicher das Wohl ihrer Mitbürger am Aerzen hegt, der Sache sich näher ym^iiren, damit dieser Art Bon ein für

allemal ein Ende gemacht werde! . Auch der Burger- verein wird in leinen wmnumaipoUtycgen Bestrebungen eine so wichtige städtische Frage bei seinen Erörterungen wohl kaum

13. März. Am 21. d. Mts. findet hier Bürgermeisterwahl statt. Als Kandidaten sind ausgestellt:JohannesHeß XX. und JohannesHe ßXXIV. Wie bekannt, wurde die am 2b. November v. Js. ftatt- gchabte Wahl verworfen.

§ Großen-Linden, 14. Marz. Einen Akt großer Roheit begingen am Sonntag abend vier Burschen aus Klein-Lmden, welche zwei hiesige Burschen im Wald über­fielen und unmenschlich mißhandelten. Die jungen Leute. B. und £>, waren in Klein-Linden gewesen und wurden, nichts

ahnend, auf dem Heimweg überfallen und mit Prügeln und Meffern bearbeitet. H. brach bewußtlos zusammen, woraus die rohen Gesellen die Flucht ergriffen. Der Gendarmerie ist es gelungen, ihre Namen sestzustellen. H. liegt schwer verletzt mit gebrochenem Arm darnieder und ist auf Wochen hinaus arbeitsunfähig.

4- Ulfa (bei Schotten), 14. März. Unsere Gemeinde hat den Bau eines neuen Pfarrhauses beschlossen, welches zu 17 500 Mk. veranschlagt ist. Das seitherige Pfarrhaus wird zum Abbruch verkauft.

K. B. Darmstadt, 14. März. An der hiesigen Technischen Hochschule hat der Diplom-Ingenieur Wilhelm Moldenhauer aus Solingen die mündliche Doktor-Jngemeurprüfung mit Auszeichnung bestanden. Bei der gestern unter Vorsitz des Ministerialrats Dr. Ei sen hut h in der Viktoriaschule stattgehabten Prüfung für das Lehr­amt an höheren Mädchenschulen nahmen 19 Semi­naristinnen teil; sie haben die Prüfung sämtlich bestanden.

R. B. Darmstadt, 14. März. In einer außerordent­lich zahlreich besuchten Hauptversammlung im städtischen Saal­bau, die der Evangelische Bund für gestern abend ein- berufen hatte, sprach dessen eifriger Vorkämpfer, Sup. D. Meyer aus Zwickau überProtestantische Aussich­ten". Der Redner wies zunächst auf die äußerstromfreund­liche Politik des Grafen Bülow und des preußischen Kultus­ministers Studt hin, deren rückgratloses Verhalten dem Klerikalismus gegenüber immer trübere Wolken für das deutsche Volk heraufbeschwöre. Da müffe man mit Luthers mutigen, gottvertrauenden Augen die Gegenwart betrachten. Der dem spanisch-romanischen Wesen entsprungene Jesuitismus birge eine große Gefahr für das deutsche Volksleben in sich; der­selbe habe sehr wohl erkannt, daß Luther den deutschen Volks­geist, die deutsche Nationalität neu belebt und mit dem Pro­testantismus eng verknüpft habe und daher sein Kamps gegen alles, was ihm anhängt. Die auf dem griechisch-römischen Boden erwachsene katholische Kirche war lange Jahrhunderte m Deutschland fremd nebenhergegangen, erst Luther hat Volks­geist und Christentum eng inemandergefügt. Der Protestan­tismus bringt die besten Kräfte unseres Volkes zur Entfalt­ung, Deutschtum und Protestantismus gehören daher eng zusammen. Die evangelische Kirche ist lebendig, bewegt und unvollendet, dem Protestantismus ist eine große Zukunft Vor­behalten zum Segen des deutschen Volkstums. Nach der winterlichen Erstarrung sehen wir jetzt einem neuen Frühling entgegen, ein engeres Zusammenschlüßen und je kräftiger das werde, und der Evangelische Bund erstarke, desto eher würden auch die Berliner Handelsverträge mit Rom aufhören. Wir leben in einer entscheidungsbangen Zeit; wie einst im Be­freiungskämpfe 1813 die großen Patrioten, so arbeite auch jetzt der Evangelische Bund an der Befteiung der Geister aus der Geistesknechtung Roms. Im deutschen Protestantismus liege ein ewiges Gut, das festzuhalten Aufgabe des Ger­manentums sei. Darum sollte auch Darmstadt und ganz Hessen die allgemeine Wehrpflicht für den Eoang. Bund ein- führen! Nach dem lebensvollen, aus glaubensstarkem Herzen entquollenen Vortrag, den stürmischer Beifall häufig unter­brach, sang die tausendköpfige Gemeinde stehend das alte Lutherlied:Ein feste Burg ist unser Gott!" Nach einem kräftigen Schlußwott des Vorsitzenden, Pfarrer Lic. Waitz wurde noch das Evang. BundesliedBrüder, schatt Euch um die Fahne" gesungen.

Frankfurt, 14. März. Nachdem sich der Magistrat grundsätzlich mit dem Eintritt von Mädchen in Kna­benschulen einverstanden erklärt, und insbesondere die Di­rektoren der beiden Reform-Realgymnasien bereit sind, Schü­lerinnen in ihre Anstalten aufzunehmen, hat sich eine Anzahl hiesiger Eltern und Erzieher entschlossen, bei dem preußischen Unterrichtsministerium um die Geneh mi g ung hierzu einzukommen und fordett alle Interessenten auf, sich durch Unterschrift an der Petitton zu beteiligen. Aus den Berlin- Frankfurter Schnellzug Nr. 46, der Berlin um 8 Uhr 11 Min. vormittags verläßt und in Frankfurt abends 7 Uhr 5 Min. eintrifft, wurde gestern bei der Ausfahtt aus dem Bahnhofe Kassel, kurz hinter der Station ein scharfer Re- o olverschuß abgefeuett. Die Kugel drang in ein Kupee 2. Klaffe, flog am Kopf eines am Fenster sitzenden Offiziers vorbei und drang tief in das Polster. Aller Wahrscheinlich­keit nach wurde der Schuß von einem erhöht stehenden Hause oder Fenster abgefeuett. Anzeige ist erstattet. Ein gräß­licher Unglücksfall ereignete sich heute nacht in der Ehe- mischen FabrikSilicium", Mainzer Landstraße 317. Der 29jähttge Arbeiter Fridolin Mölder aus Niederrad fiel in einen mit kochender Glasmasse gefüllten Kessel. Mit schweren Wunden bedeckt, lief der Unglückliche nach seiner Wohnung in Niederrad, wo er laut schreiend und stöhnend um 2 Uhr in der Nacht ankam. An dem Aufkommen des Verletzten wird gezweifelt. (Kl. Pr.)

sj Marburg, 14. März. Der Voranschlag des Kreishaushaltsetats des Kreises Marburg schließt für 1905 mit 1 018 398 Mk. ab. In dieser Summe ist auch eine Schlußrate von 800 000 Mk. für die im ganzen 170 000 Mk. kostende Kreisbahn Marburg-Süd-Dreihausen enthalten.

Herrischer Studeutentag.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

S. il H. Eisenach, 14. März.

Mn heutigen vierten und letzten Sitzungstag beschäftigte man sich msi her Llngelegenheit der konfessionellen Verbindungen. Es wurde eine Resolution angenommen, die sich dalsin aus- spttcht. daß konfessionelle Verbindungen als Stu­dent en ko rp oratio neu feine Er ist en z b er e ch t rg- u n a haben.

An die Resolution schloß sich eine ftinibcnlange Debatte, inj der wie es scheint, weftgehende Differenzen zum Austrqg ge*1 bracht werden mußten. Schließlich einigte man sich auf folgende zweite Resolution zu dieser Frage:

Der Verband deutscher .Hochschulen ist der Ansicht, daß btt Freiheit eines jeden Studenten weder, von den Be­hörden noch von der Studentenschaft angetastet werden darf. Daher ist es auch berechtigt, daß sich Studenten zur Pflege von Sonderbeftrebungen zu­sammen s ch l i e ß e n. Der Verband ist aber der Ansicht, daß die Konfessionalität nicht Grund für die Absondemms auf studentischer Grundlage sein darf. Die Zell des Studiums ist vielmehr außer für wissenschaftliche Bildung auch besonders' für die Bildung des Charakters da. Diese ist ein besonders wettvolles erzieherisches Ätoment der Universitas lllterarum, das der Jugend Gelegenheit gibt, mit Kommilitonen der ver­schiedensten Anschauungen und Kreise zusammenzukommen und auch so die Anschauungen der Gegner kennen zu lernen. Dieses' Moment wird aber schwer untergraben durch konfessionelle Absonderung int studentischen Leben. Diese trägt dadurch wesentlich dazu bei, daß die Spaltung unseres deutschen' Volkes in zwei feindliche Parteien vergrößett wird und bedeutet damit eine ernste nationale Gefahr. Hiergegen muß sich 'die deutsche Student'enschaft um so schärfer wenden, als gerade das Wohl des Vaterlandes ihr höchstes Ideal ist. Aus allen diesen Gründen kann der Verband deutscher Hochschulen die konfessionelle Absonderung als studentische Körperschaften nicht anerkennen und hall daher ihre Auflösung für dringend e r w ü n s ch t, wie er anderer­seits eine Einigung der deutschen Studentenschaft mll Ausschluß der konfessionellen Verbindultgeit erstrebt."

Damll waren die Hauptpunkte der TagLsordnung des ersten deutschen Studententages erledigt.

vernri?chte».

Paris, 14. März. Dem Vernehmen nach rverden die mit der Prüfung des Geisteszustandes der Pttnzeffin Luise von Koburg betrauten Doktoren Dtagnan und Garnier in etwa 14 Tagen dem Präsidenten des ZivilgettchtS ihr Gutachten übergeben. Beide erklären vollständig über­einstimmend die Zurechnungsfähigkeit und Geistes­klarhell der Prinzessin. Ihre wenigen Vorbehalte über die Motive gewisser Handlungen der Prinzessin seien ganz unbi gar nebensächlicher Natur. Die Prinzessin dankte den beiden Aerzten für die Rücksichtnahme, welche sie beim Studium ihres Falles an den Tag gelegt und erklätte, daß sie sich ip ein bis zwei Wochen nach dem Süden begeben werde.

* Kleine Tageschronik. In Kempten wurde an einem a ch tjä hrigen Mädchen namens Bettha Saiger eist scheußlicher Mord verübt. Während es mit anderen Kindern Spielte, wurde es von einem Unbetonten ergriffen, der ihm ohne welleres ein Messer in den Hals swch. An den Haaren eines anderen Mädchens mxhiete der Mörder seine blutigen Hände. Dann schleppte er die Leiche in dem Wald und verstümmelte sie in schrecklicher Weise. Es gelang dem Mörder, unerkamst yi entkommen. In Mannheim überfiel der Tagelöhner Plen-ig ine Witwe des kürzlich durch Selbstmord geendeten Gastwirts Schweigett in deren Küche und versuchte sie wegen verschmähter Liebe zu ermorden. Plenzig versetzte der Frau sieben Messer­stiche, von denen aber keiner lebensgefährlich ist. Der Tater wurde verhaftet. In Wietze stieß man bei Bohrungen nach Petto-^ leum in einer Tiefe von 200 Metern auf eine starke Oel- quelle. In Osnabrück wurde im Arbeitszimmer; des Regierungspräsidenten ein Dieb entdeckt, der sich wahrscheinlich im Regierungsgebäude einschließen ließ. Er hatte Licht gemacht und dies Der riet ihn. Außer einigen Marken unh Stenrpeln war ihm nichts in die Hände gefallen. Bei Gruenheide (Ostpreußen) sind von einem von Insterburg nach Memel ab gegangenen Personenzug angeblich infolge Schienen­bruchs mehrere Wagen entgleist, von denen drei umgeworsen wurden. Einige Reffende erlitten Verletzungen. Der Vettel wird durch Umfteigen aufrecht erhalten. Bei dem Brande emeä, Mietshauses im östlichen Telle der Stadt Newyork ist eins große Anzahl Personen um gekommen. Neunzehnj Leichen wurden bereit*» aufgefunden, viele werden noch bemnfct.1 Zwölf Personen wurden verletzt, davon drei lebensgefährlich. Did Opfer find zum größten Teile polnische Juden. ______

Ktjenbayu-Zrttulig.

Außer den schon angefünbigten neuen v-Zugen Berlin-Gießen* Frankfutt-Basel wird, wie wir ebenfalls schon kurz erwähnten, ein zweitesv-Zug-Paar LIII. K lasseVerlin-Gießen'« Frankfurt a. M. eingerichtet. Der neue Zug, der vom An^ Halter Bahnhof 316 nachmittags abfährt, wird geschloffen über El­saß nach Baden durchgeiuhrt. Um ihn möglichst zu beschleunigen, lvird er über die Riedgegend geleitet und durch das Elsaß so schnell gefahrery daß er kurz nach 6 Uhr morgens in Basel ist, ebenso ftüh wie der bisher l60 vom Anhalter Bahnhof abgehende D-Zug I. und H. Klaffe. Der neue Nachmittags V-Zug entspricht in seiner Lags und feinem Fahrplan fast genau dem Riviera-Expreßzug und dem ehemaligen Schweizer Expreßzug, der durch jenen ersetzt wird« Der bisherige O-Zug ab Anhalter Bahnhof l60 Uhr wird übet Nordhaufen gefahren. Ter Gegenzug des neuen V-Zugs kommt 24u Uhr nachmittags in Berlin an. Der Morgenschnellzug nach Kassel fährt elivas später, IO45 Uhr, vom Anhalter Bahnhof.

Berlin, 14. März. Laut der ,^6erl. KvrrespO sirfa Eisen bahn Ministerium .500 Lokomotive u für bej stehende Bahnen und 37 Lokomotiven für die im ^ahre 1905 - Eröffnung kommenden Neubarilinien bestellt woroen.

Eingesandt

(Für den Jnhall der uni.; bi. .c Jiubrif stehenden AttikH übernimmt die Redattion dem P':dlsium gegenüber {einerlei Verantwortung.)

Wir stehen nun wieder am Ende der Theatersaison» und die Zeit der Benefize iit nahe gekommen. Freitag- den 10. März, fand das crue statt. Wie wir nun aus sicheret Quelle erfahren, 'ind überhaupt nur zwei Benefizen für diesen Winter vornehm. Das erste für Herrn Lüttjohann, (das schon gewesen) uiw das zweite und letzte für Herrn de Giorgi. Und warum sollen dieses Jahr die Damen leer ans^ gehen? Man hätte doch annehmen sollen, daß wenigstens! Frl. Ruf ein Benefiz gestattet würde. Doch dies scheint nicht so. Der jungen Künstlerin, die sich diesen Winter die Gunst vieler Theatersreunoe erworben hat, und die uns wahrscheinlich mit Ende dieser Saison verlassen wird, käme doch wohl mll^vollem Recht ein Benefiz zu. Darum ipcabm wir uns an die Theater­direktion, mit der höflichen Bitte, Frl. Marga Ruf, doch ent Benefiz zu gewahren. Wir glauben hiermit im Sinne aller Lheaterfreunde gehandelt zu haben, und hoffen, daß die ^Heater- direttion nns-erm Wunsche gern Nachkommen wird.

Viele Theaterfreunde.