juni 15. August “‘-'eres 2. Mdchcu, ''gen des haushalls :au Proi. Kaiser, itenbergstraste 30.
'Anlage 44, ,3722 1 "t>äll dauernde Ar- b°" nach Hause ~ jlushmtt graus • 'elkl, 3751
>tz n U Dir. 218,
Hardt' fmn( 3ß59
Ehrlinelht b nüchtern « ’
' ?c°Mhle —bLorlar.
]un^ K. ’ bcim Hausmeister < D“/
* fiitotiit' iOllar.
*UL_to6 ansbnrsche iü.Neuen Ääueö. "Eürschch^i^ ^ahuhoislraste5a
nrueiter
^uche mehrere dchen, sowie zwei ämmemädchen. den, Lvnneuslr. 6.
«üMUt beoorzugl) sucht
i Rio«, vchollftr. 10. ’s Mädchen, welches beiten versteht, für teile nach Äad-Nau- . ^oiiatslobn 25 3)lt. Wag, Sad-Äoxchem; üdmatze 12.
illDW
। -ms* v l D-echzeugnalM - stach emschlagende Unterröcke, Hemden ganze AnsstatiuuM Wbeitet Md l-I »rstrasse 6, H^pcrbcschläge -S >flfn,nS(elben vec rde F^ch Moos, 1. K 0464o iierJ^EL-——1 i-joreo- j r*w
Madch.,d.per1.Ioct>.l. ard.eri^m.qui.Zeugii., ).8etnuillt,Aeueubaue5
,. stark. Mädchen such! Hb-ScbmidtfleBrabM»
ir meine Schwester, : Waise, m all Haus- beiten sehr bewandert, kinderlitbend, vtelle in seinem Hause, jlicklsÄR hlub Bedingung.
. ölelbungen unter 1 Siest-An^erb^,
i» Äff*«# iw "LiM! Freitag 'uhc bei
“""'S ®«6*
•«’
,t.Uebu"9;
Nr. 164
•tfOttei <e*tie außer Ccmntzig*.
tem Gießener Anzeiger »erben im Wechsel mit dem veMs-en Landwirt die Steßener Kamillen» Witter viermal in bet Woche beigelegt.
-Rotationsdruck a. Verlag bet Brühl ichen Uinverl^Buch-u. Stein» truderti. 9t Lang«.
Rekxfhon, ®rt*bttUm und tnamt:
Ocholfteaß« f.
Abreise iür Depeichm: Anzeiger Dietzen.
^ernivrnüanichluß Ar 61
Erstes Blatt.
155. Jahrgang
Samstag 15. Juli 1905
Gietzener Anzeiger
Eeneral-Anzeiger **
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bei«lhret|t monatlich 76 viertel» iShrlich Ttt. 8.20; burch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Ps.; burch die Post Mk. 2.— viertel» jährt. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzet'O ,r die r, rSf a-mt« 5 do müt iqfl 4 1 tlix.
Jc’fermretS:
mr-iroärtl - 4 "il'j. Ber«ntwo>tt'<H Jut den poltt. imb i2 ,ei u Teil P. Wittko: für .Stobt und 2anb* und .DcrichtSlaal*: August Goetz, mr den Anzeigenteil HanS Beck-
Kie Heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.
Die franzöiische Ämnestie
wäre beinahe in der Kammer gescheitert. Der Abg. Lasies hatte siech in leidenschaftlichen Ausfällen dagegen erklärt und die Kammer vertagte darauf die Vorlage. Und es ist ja auch eine zweifelhafte politische Weisheit, die Freimaurer, die zur Verteidigung der Republik gegen die Iesuitenzöglinge im Heere über diese vertrauliche Auskünfte erteilten, in eine Reihe mit den Verschwörern zu stellen, die a n dem Sturz der Republik arbeiteten. Um die gemaßregelten Generale, Offiziere und Professoren wieder in ihren früheren Stand einzusetzen, dazu bedurfte es keiner Amnestie und keines Sondergesehes, eine einfache Regierungsverfügung genügte. Das haben die leitenden Stellen denn auch nach dem Kammerbeschlusse eingesehen, und der Justizminister hat jetzt dem Generalprokurator telegraphiert, daß a l l e v e r b a n n t e n P e r s o n e n, die in der Amnestievorlage genannt sind — darunter befinden sich nicht sda'e Verschwörer — begnadigt würden und daß deren Rückkehr nach Fran kreich nichts im Wege stehe.
Das im Amtsblatt veröffentlichte Begnadigungsdekret betrifft nur Döroulöde, Gus rin, Buffet und Graf Lur-Saluces. Weiter wird mitgeteilt, daß der Justizminister bei den Gerichtsbehörden Erkundigungen wegen weiterer Begnadigungen eingezogen habe und daß Anfang nächster Woche ein zweites Dekret veröffentlicht werden soll, betreffend die Begnadigung wegen Prestvergehens, Streik- belikten usw. Was die Disziplinarstrafen wegen der Denunziationen in der Armee anbetrifft, so ist ein Begnadigungsakt mit Schwierigkeiten verknüpft, da keine Präzedenz vorliegt. Wahrscheinlich wird trotzdem eine AnzahlOfsi- ziere begnadigt werden.
So ist also vorerst eine kleine Amnestie zur Tat geworden. Die Männer, denen sie ursprünglich zugedacht war, sind also zunächst allein begnadigt worden. Ueber Gußrin braucht man nicht viel Worte zu verlieren. Er ist der berüchtigte Held des „Fort Chabrol" vom August 1899 und ein Geschäftsantisemit, der wegen Betrugs mit den Gerichten zusammengestoßen tvar und durch seine Teilnahme an royalistischen Volks- oufwieglungsversuchen zur Ehre einer politischen Verurteilung gelangte. Buffet, Sohn eines Senators, ist der Erb- freund der Orleans und war der Leiter der royalistischen Wahlorganisation. Er wird bei der Heimkehr nicht mehr Die frühere Partei wiederfinden, wenigstens nicht so bald. «Er hat sich bei seinen Umtrieben ertappen lassen, ehe sie »Erfolg hatten, und das verzeiht eine Partei nicht leicht. Sein Freund, der Graf Lur-Saluees, ist nicht viel mehr als eine Puppe in den Händen des begabteren Buffet. Der Antisemit und Poet Paul Döroulede hat in der kleinen Gruppe der Amnestierten allein einige Bedeutung und jedenfalls hat die Verbannung ihn in den Augen seiner Landsleute vergrößert. Sie haben in Erinnerung an seine Dichter- taten in den Jahren der tiefsten Niedergeschlagenheit immer eine gewisse Schwäche für ihn gehabt, und der Leidenszug, den mehrjährige Sehnsucht nach dem ihm verschlossenen Vaterlande seinem Bilde hinzufügt, verwandelte die Nachsicht in Mitleid «umd fast zärtliches Wohlwollen. Wenn Ds- roulöde, was nicht ausgeschlossen ist, die Sentimentalität des französischen Volkes richtig zu behandeln weiß, kann er noch eine politische Rolle spielen. Umsomehr, als die Republik immer noch sehr wenige Persönlichkeiten hervorbringt und ausgeprägte Charakter köpfe im öffentlichen Leben Frankreichs fortfahren, so selten zu sein, daß jeder einzelne die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zieht und dauernd festhält.
Buffet und sein Gesinnungsgenosse und Mitverbannter Graf Lur-Saluces haben nun eine große Dummheit begangen. Buffet richtete aus Brüssel an den Präsidenten Loubet ein Telegramm, worin er erklärt: „Durch die Amnestie stellt man uns gleich mit verabscheuungs würdigen Menschen. Das kann für uns nur eine Erniedrigung sein. Eine allgemeine Begnadigung stellt uns ebenfalls auf gleiche Stufe wie gemeine Verbrecher, was sie nicht minder erniedrigt." Buffet fügt hinzu, er werde noch in der Nacht, bevor die Begnadigung. in Kraft trete, nach Frankreich zurückkehren und der Regierung auf diese Weise Gelegenheit geben, gegen ihn wegen Verletzung der Verbannung vorzugehen. Es wird den beiden Herren nun wahrscheinlich aufs neue der Prozeß gemacht werden. Buffet soll übrigens bereits in Paris eingetroffen sein. Der Herr Graf richtete vorsichtiger Weise seine ähnlich lautende Erklärung cm einen Pariser Freund, mit der Bitte, sie an den Präsidenten weiter zu geben.
Das Komitee der Patriotenliga in Paris' aber hat einstimmig beschlossen, DSroulöde zu ersuchen, nack Frankreich zuruckzukehren, um sich seinem Vaterlande und der Politik zur Verfügung zu stellen. Seine Ankunft in Paris ist auch bereits für heute (Samstag) abend angekün- digt. Die Nationalisten luden ihren Anhang zu einer Demonstration für ihn nach dem Concordiaplatz ein. Der „Matin" aber meldet aus San Sebastian in Spanien: Nachdem Deroulöde die Nachricht erhalten hatte, daß das Parlament die Amnestie ablehne uno sich die Regierung darauf beschränke, eine allgemeine Begnadigung eintreten zu lassen, verweigerte er die Erklärung, ob er die Amnestie annehmen wolle oder nicht.
In den Wandelgängen der Kammer hieß es übrigens, zftorcel Habert fei entschlossen, den Abg. Lasies, der schuld am Scheitern der Amnestie sei, zum Dttell zu f o r __________ ________
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Juli. Kaiser Wilhelm kondolierte dem Grafregenten von Lipve-Detnwld mit folgendem Telegramm :
„Euer Erlaucht spreche ich meine herzliche Teilnahme anläßlich des Hinscheidens Ihrer Frau Mutter aus. Wilhelm." — An Stelle des bisherigen Re.ai'riingsvräs'd.'utcn in Wiesbaden, Hengstenberg, der Unterstem tssckrctär im Swatsministcrium wird, ist der bisherige Vortragende Rot im Ministerium des Innern Dr. v. Meister (früher Landrat in Homburg) zum Regierungspräsidenten in Wiesbaden ernannt worden. — Die diesjährige Informationsreise der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen wird vom 4. bis 14. September unternommen. Die Hauptpunkte dm Reise sind Göttingen, Kassel, Frankfurt n. M., Worms, und Ludwigshafen.
— Zu den gestrigen Erklärungen Lansdownes im engl. Oberhause in betreff der Marschall- und Karolinen- Jnseln ist zu bemerken, daß die deutsche Regierung bereits die R e s o r m b e d ü r f t i g k e i t der dortigen internationalen Handelsverhältnisse ausgesprochen Hot. Durch den Vertrag mit der deutschen Regierung war die Jaluit- Gesellschaft durchaus berechtigt, eine Monopolstellung in irn fraglichen Gebieten einzunehmen. Da sich aber im Laufe der Zeit Unzuträglich-keiten ergeben haben, wird zu einer Revision des Vertrages geschritten werd"n. Mahrschnnlich wird die Verwaltung an die deutsche Regierung übergehen. Gewisse Zollerleichterungen sind von der Reichsregierung, unabhängig von dem Abschluß eines neuen Vertrages, vom 1. Oktober d. I. ab in Aussicht gestellt. Hierdurch dürfte bereits eine Reihe von Schwierigkeiten beseitigt fein.
— Für das Proportionalwahlrecht schwärmt bic Sozialdemokratie nur da, wo sie von diesem Wahlsystem für sich Erfolge erhoffen kann. Wo jedoch die Sozialisten in der Mehrheit sind, da wollen sie von der Verhältniswahl nichts wissen. Das zu beobachten fand sich bei den jüngsten Unterabteilungs- Wahlen des Düsseldorfer Gewerbegerichtes 6>elegen- heit, in dem die Beisitzer christlicher Richtung eine sehr bedeutende Minderheit aufweisen. Der Antrag, mm auch diesr Minderheit in den Unterabteilungen eine entsprechende Vertretung zu _ bewilligen, wurde cvbgelehnt und in den Ausschuß nur „Genossen" gewählt.
Braunschweig, 14. Juli. Dem Rcichstagsabg. v. Damm, der unlängst eine Mresse betreffend die T h r o n f o l g e f r a g e in Braunschweig dem Reichskanzler zustellen ließ, machte Geheimrat Loebell die Mitteilung, daß der Reichskanzler die Mresse nicht zu beantworten beabsichtige.
Stuttgart, 14. Juli. In der heutigen Sitzung der V e r- fmssungskommission wurden zunächst die Artikel 12 bis 17 des Entwurfes unverändert angenommen. Die Mitglieder der R i t t e r s ch a f t können danach auch durch das allgemeine Wahlrecht sich in die zweite Kammer wählen lassen, doch kann niemand gleichzeitig Mitalied beider Kammern sein. Die Beschränkung, daß Vater und Soh.' nicht gleichzeitig Mitglieder der Ständeversammlung sein können, wurde aufgehoben. Die Stcmdesherren und die bisherigen erblichen Mitglieder der ersten Kammer, im Falle sie durch Krankheit oder andere Verhältnisse, über deren Vorhandensein die erste Kämmer zu entscheiden hat, verhindert sind, den Sitzungen beizuwohnen, können sich durch ihre präsumtiven erbberechtigten Nachfolger (dlgnaten) vertreten lassen. Artikel 26 behandelt das Budgetrechtbeider K am - m e rn. Der Entwurf beläßt es im allgemeinen bei dem bisherigen Recht, nur wird bestimmt, daß in der Beratung des Etats, wenn sich die erste Kammer für Dlbänderung eines von der zweiten Kammer gefaßten Beschlusses erklärt, die zweite Kammer den G genst nd ein?r no "mKigeu Beratung und Beschlußfaf'ung zu unterziehen hat. Wenn hierbei die zweite Kammer einen von demjenigen der ersten Kammer abweichenden Beschluß faßt, so gilt ihr Beschluß als Beschluß der Ständeversammlung. Nur wenn die erste Stimmet den Etat im ganzen ablehnt, erfolgt Zusammenzählung sämtlicher bejahenden und verneinenden Stimmen. In der Nacknnittagssikung wurde der Antrag der Ritter auf Erweiterung des Ausgabebudgetrecbts der ersten Kamrner abgelehnt unb Artikel 26 nach dem Entwurf unter Streichung eines Satzes über die Gleichberechtigung beider Kammern bei der Aufnahme von Anleihen und Veräußerungen von Bestandteilen des Kammergutes angenommen. Die erste Lesung ist damit beendigt.
München, 14. Juli. Eine Zusammenkunft des Kaisers mit dem Prinzregenten Luitpold ist für den Herbst geplant. Der Prinzregent wird Ende August oder Anfang September nach Nürnberg zur Enthüllung des Kaiserdenkmals reisen und dort bei dieser Gelegenheit mit dem Kaiser Zusammentreffen.
Ausland.
Stockholm, 14. Juli. Gestern wurden die Ratifikationen des zwischen Schweden und Norwegen einerseits und der Schweiz andererseits am 17. September 1904 abgeschlossenen Uebereinkommens betreffend obligatorische Schiedsgerichte ausgewechselt. _
Karis, 14. Juli. Nach Beendegrurg der heutigen Truppenschau bei Longchamps fand heute beim Präsidenten Loubet ein Frühstück statt, an dem die Minister und die Offiziere des englischen Geschwaders teilnahmen.
Wien, 14. Juli. Das Herrenhaus nahm den Handelsvertrag mit dem Deutschen Reiche, sowie das Ermächtigungsgesetz betreffend die provisorische Regelung der Handelsbeziehungen mit der Schweiz und Bulgarien an.
Antwerpen, 14. Juli. In der hiesigen deutschen Kolonie tritt mit größter Bestimmtheit das Gerücht auf, Kaiser Wilhelm werde gelegentlich der Anwesenheit des Linienschiffes ,Ltirl der Große" Antwerpen einen Besuch abstatten.
Meue Kewatttaten in Rußland.
Der Negierungsbote meldet offiziell, daß in der Stadt Grodno revolutionäre Unruhen ausgebrochen seien. Streikende Arbeiter veranstalteten eine regierungsfeindliche Demonstration. In der Nikolajewskaja wurde auf den durchfahrenden Polizeimeister Gubski eine Bombe geworfen. Dieser, mehrere Schutzleute und drei Paffanten wurden gefährlich verwundet. Nach der Explosion strömten auS allen Seitengaffen Arbeiter herbei, die auf die herbeieilenden Kosaken und das Militär Revoloerschüsse abfeuerten. Da? Militär jagte die Demonstranten auseinander. Bei dem Zusammenstoß wurden viele Arbeiter und Soldaten verwundet.
Im Keller eines Hauses in Moskau, inmitten des belebtesten Stadtviertels, explodierte eine Bombe. Drei Personen, die sich zufällig in dem Keller aufhielten, wurden in Stücke gerissen. Der ganze Keller und die darin befindlichen Gegenstände sind vollständig demoliert. Man vermutet, daß sich im Keller eine geheime Bomben-
Werkstatt befand und daß ein Attentat gegen den jetzt in Moskau fich aufhaltenden General Trepow vorbereitet werden sollte. In der Stadt zirkuliert das Gerücht, daß Trepow viele Drohbriefe von der revolutionären Partei er« halten habe.
Aus Riga wird gemeldet: Ein großer Transport revo» lutionärer Schriften, der aus dem Ausland per Schiff angekommen war, wurde hier abgefangen und sein Führer verhaftet. Der Zollaufseher, der den Weitertransport der Schriften gewaltsam verhindern wollte, wurde dabei von zwei jungen Leuten durch Nevolverschüsse schwer verwundet und starb bald darauf. Die Täter blieben unentdeckt. 9lußer literarischen Schriften enthielten die zahlreichen Ballen noch 150 Kgr. Proklamationen, die alle in der Schweiz gedruckt und unterzeichnet sind: ^Sozialdemokratische Bibliothek Nr. 32". Die Proklamationen sind in drei Sprachen abgesaßt.
In den Arsenalen von Odessa und Libau wurden Blassendiebstähle von Gewehren und Patronen entdeckt.
In Warschau trafen zahlreiche Flüchtlinge aus Minsk ein, wo die Situation sehr ernst ist. Demonstrationen und Ausschreitungen nehmen dort einen immer verderblicheren Charakter an.
Sämtliche Angestellten der Warschau-Wiener Bahn faßten einhellig den Beschluß, vom 15. ds. an die polnische Sprache als Dienstsprache zu benutzen und polnische Inschriften einzuführen. Wenn die Behörde sich der Ausführung des Beschluffes widersetzt soll eventuell die Arbeit niedergelegt werden.
Die Nowoje Wremia veröffentlicht Einzelheiten über den Mörder Schuwalows. Er stammt aus Sibirien, war Lehrer von Beruf und als solcher in Petersburg tätig. In Tomsk wurde er wegen politischer Umtriebe kompromittiert. Bei der Verhaftung gab er an, Mitglied der KampfeS- organisation der revoluttonären Partei zu sein. Graf Schuwalow habe auf der Liste der zum Tode Verurteilten^ gestanden.
Der Minister des Innern, Bulygin, begab sich nach Peterhof, um den Entwurf der Volksvertretung vom. Zaren sanktionieren zu lassen. Gleichzeitig soll auch entschiede werden, ob der Zar die Einberufung der Volksvertretung am 29. ds. persönlich in Moskau ankündigen wird, wag nach der Ermordung Schuwalows nach unbestimmt ist.
Wie verlautet, steht die Amnestierung einer großen Anzahl politisch kompromittierter Persönlichkeiten bevor.
per Krieg.
Petersburg, 14. Juli. (PeterSb. Tel.-Agent.) General Linewisch telegraphiert unter dem 13. ds.: Nach einem’ vom 12. Juli datierten Bericht des Generals Liapunom hatte eine unserer Abteilungen in der Nacht vom 10. zum 11. ds einen Bajo n ettkampf mit beträchtlichen femd-< lichen Streitkräften zwischen gelang und Wladimirowka auf Sachalin.
London, 14. Juli. Die Blätter veröffentlichen PeterS» burger Meldungen des Inhalts, daß Witte absolute Vollmacht habe zum völligen FriedenSschluß. Nur unter dieser Voraussetzung habe er eingewilligt, nach Washing- ton zu gehen. Die englische Presse begrüßt Wittes Ernennung, als günstiges Zeichen dafür, daß Rußland wirklich beabsichttge, sich mit Japan zu verständigen.
___!—-_________!
Aus Stadt und Land.
Gießen, 15. Juli 1905.
" Personalien. S. K. H. der Großherzog habe«^ den evangelischen Pfarrer Supp es zu Ilbeshausen, Dekanat! Lauterbach, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen und treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. September 1905, in den Ruhestand versetzt.
** Die Oberhessische Gesellschaft für Nature und Heilkunde hält Dienstag, den 18. d. Mts., abendSi 8 Uhr, int Hörsal des zoologischen Instituts eine Sitzung,' wobei Privatdozent Hartmann über Bau und Entwickelung der pathogenen Spirochaeten (mit Demonstrationen) sprechen wird. Gäste sind willkommen.
** Feuerwehrfest. Am Freitag abend fand auf dem Festplatze nochmals eine Probe der Paradeaufstellung beider Feuerwehren statt, ebenso in der Festhalle die Hauptprobe der Gießener Gesangvereine. Auch die Turner hatten auf dem Platze Pyramidenprobe. Die Wehren werden am Sonntag vormittag in Stärke von 300 Mann mit 12 Fahrzeugen zu Parade und zum Brandangriff erscheinen. Der Sängerchor ist über 200 Mann stark, wozu noch das 42 Mann starke Orchester kommt. Die gestrige Probeveranstaltungen hatten eine ungeheuere Menschenmenge auf den Festplatz gelockt. — Ueber den Omnibus-Verkehr während des Festes wird uns Folgendes mtb geteilt: Des Feuerwehrfestes wegen wird die Omnibus-Linie C nach dem Schiffenbergerwald am kommenden Sonntag ganz eingestellt. Zwischen Festplatz und Bahnhof verkehren Sonderwagen nach Bedarf, außerdem wird die Linie B während der Festtage über Westanlage—Neustadt durch die Bahnhofstraße gefahren. Fahrpreis 10 Pfg.
** Der Theater-Kinematograph Fernando hat sich auf dem Festplatz unserer Feuerwehren nieder« gelaffen, um während des Festes allen Neugierigen beson-


