Getreidepreise in Mannheim
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I Kaffee-Essenz
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liche Empfindungsausdrücke, auch die Echtheit des Schmerzes und der Ausdruck der unseligen, alles arrdere überwindenden und verdrängenden Liebe zu Werner, der Furcht und der noch mit Schimmern der Hoffnung umblühten kummervollen Sorge um Werners Geschick im lebten Akte machten auch Frl. Sangoras Leistung höchst achtenswert.
Frl. Klinckhammer faßte zuerst die prächtige. Fr au Annemarie zu weltstadtdamenhaft an. DrescGutsbesitzerin mit den hartgearbeiteten Händen, dieses! kreuzbrave gerade Weib ohne Falsch und ohne Furcht und Tadel kann man sich rustikaler denken. Jin letzten Akte aber machte dre in ihren heiligsten Rechten gekränkte, ihres besten Gutes beraubte Mutter und Gattin einen tiefen Eindruck.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise
am 13. Februar 1905.
gerade sie zum Ausgangspunkte seiner Charakterzcichnung und verschob so das dichterische Bild der drei ersten, der weitaus besseren Akte. Nicht das haltlose Schürzenjägcrtnm, von dem doch in den ersten Akten alle Spatzen pfeifen, sondern das Pflichtbewußtsein, die gutmütige Neigung und Anerkennung für seine brave Frau und vornehmlich sein körperliches Leiden und die damit verbundene schwere Seelen- depression stellte er damals in den Vordergrund seiner Charakteristik, während doch der immer noch liebedurstige Major innerlich darauf brennt, trotz aller Bedenken, die junge Knospe für sich zu pflücken, so unsympathisch ihm auch die nur pathologisch erklärbare Leidenschaft der kleinen Kanaille ist. Halb zog sie ihn, halb sank er hin. Herr Bauer hat nun gestern diese seine ursprüngliche Auffassung der Rolle sehr wesentlich modifiziert. Er hat den schönheitsfrohen Aestheten erheblich verjüngt, mit seinem eigenen prachtvollen Humor durchgossen, und ihm auch etwas vom militärischen Air gegeben, das doch nicht unwesentlich Teil hat an seiner Gewalt über Frauen. Freilich die „Sigfrieds-
Ms §tiiöt und Lw'S.
Gießen, den 14. Februar 1905.
•• Ihre Röntgt Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nebst Gefolge fahren heute, den 14. Februar, mit einem Sonderzug von Zell-Romrod lab 2.15 Uhr) über Gießen (an 3.29, ab 3.35) nach Lich (Ankunft 3.55). — Mittwoch, den 15. Februar, wird die Gießener Studentenschaft dem in Lich weilenden Großh. Herrscherpaar einen Fackelzug bringen (Gießen ab 6.05 Uhr abends). Die Rückreise Ihrer Röntgt Hoheiten nach Darmstadt wird voraussichtlich am Donnerstag erfolgen.
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Seelig’3 feinste
Weizen 100 51g. 18,85 Akk. Roggen 100 „ 14,65 „
Anzeige.)
*• Feuerwehr. Die Vorbereitungen zur Feter des 50jährigeu Bestehens der beiden Freiwilligen Feuerwehren Gießens sind soweit gediehen, daß für morgen Mittwoch abend 6 Uhr im Neuen Saalbau eine große Versammlung anberaumt ist. Dazu sind Einladungen an alle Streife der Bürgerschaft zur Konstituierung der Ausschüsse ergangen. Eine vollzählige Beteiligung der Eingeladenen wäre sehr erwünscht.
** Evangelischer Arbeiterverein. Im gestrigen Vortragsabend 'sprach Privatdozent Dr. D a n n e m a n n, Oberarzt der psychiatrischen Klinik, über die Anstalten für Gemüts- und Geisteskranke und ihre Einrichtungen. Er schilderte die Entwickelung der Anstalten aus ihren ersten Anfängen im Mittelalter bis zu unseren modernen Einrichtungen. Früher hielt man Geisteskranke für Besessene; man sperrte sie ab, um sie unschädlich zu machen. Erst im letzten Jahrhundert haben sich die Anstalten ztt Pflegestätten Kranker, was sie ja sein müssen, ausgebildet. Instrumente wie etwa die Zwangsjacke sind längst nicht mehr im Gebrauch. Der Vortrag brachte eine Fülle interessanter Mitteilungen. Nach dem Schluß fanden die aus dem Zuhörerkreise gestellten Fragen sachkundige Beantwortung.
§ Romrod, 12. Febr. Das Gro ßberzo glich c Paar unternahm gestern einen Ausflug durch den Vogelsberg per Automobil und kehrte bei dem Fürsten von Isenburg aus Schloß Birstein zu kurzem Besuch ein. Dre Fahrt begann vormittags 10 Uhr und erfolgte bei heftigem Schneegestöber über dte noch stark beschneiten Straßen des Vogelsbergs. Gegen 12 Uhr traf das Paar in Brrstem ein. Abends gegen 1/26 Uhr kam das Großherzoglrche Paar wieder hier an. Die Gebirgstour erfolgte von Birstein über Lichenrod, Hartmannshain, Grebenhain, Menschlirf, Herbstein, Eisenbach, Lauterbach, Maar, WaUenrod und Breidenbach nach Romrod. Da das Wetter teilweise sonnig und klar war, so boten die schneebedeckten Höhen des Ge- birgs den Touristen ein herrliches Bild.
Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbarstaaten. Seit dem 10. d§. Mts. ist die gemütskranke 26jährige Katharine Wessel aus der Wohnung ihrer Eltern in Hanau verschwunden. Sie glaubt sich von bösen Geistern verfolgt. — In Niederzwehren bei Kassel warfen Kinder einen alten Mann namens Schwemker mit Schnee- bällen. Hierüber erbost, zog Sch. seinen Revolver aus der Tasche und feuerte unter die Kinderschar. Ein zwölf Jahre altes Mädchen wurde von dem Schuß getroffen und stürzte tot zu Boden. Der Täter wurde verhafüt
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Grundlage verboten seien. Weiter spricht die Versammltmg deti Komilitonen in Hannover, B r a u n s ch w e t g und Ehar- l 0 t t e n b u r q ihre volle Symv a t h t e aus, im Kamp^ gegen die Unterdrückung altüberlieierter akademischer Vorrechte, obwohl die Karlsruher Studentenschaft keine Veranlassung habe, eine 43 - schränkung der akademischen Freiheiten tu Baden zu be urchten. Beide Resolutionen wurden gegen dte (Stimmen der konfessionellen
•* Personalien. Ernannt wurde am 9. Februar d Js. der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Michelstadt Kern zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze m Langen. ,,, „ v _
Vort rag über Altertumswissenschaft, um ein Zusammentreffen mit dem von der Gießener Studentenschaft geplanten Fackelzag zu vermeiden, ist der zweite der „Vorträge aus der Altertumswissenschaft" auf Freitag, deu 17. Februar verlegt worden. Prof. Wünsch gedenkt alsdann über „das antike Rom zu Goethes Zeiten" zu sprechen; die Lichtbilder sind zum Teil nach alten Stichen 'hergestellt, die uns die Ruinen Roms am Ende des XVIII. Jahrhunderts zeigen; sie sollen durch die Aeuße- rungen Goethes erläutert werden. (Im Uebrigen s. die
Mmverstläts-UachrieHien.
K a r l s r n h e , 13. Februar. Eine von 1200 Studieren den der t e ch n i s ch e n H 0 ch s ch u l e besuchte Versammlung sprach sich gegen d i e ko niesfio nellen Korporationen aus, die eine Existenzberechtigung an Technischen Hochschulen nicht besaßen. Rektorsimd Senat werden gebeten, die bestehenden konfessionellen Verbindungen ausiubeben und die Disziplinar-Vorschriften dahin abzuändern, daß Korporationen auf kouiessioneller und politischer
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eine solche „elementare" Aufgabe nicht recht geeignet Man vermißte vornehmlich dre persönliche Rote, die individuelle Nuancierung, die charakteristische Verlebendigung. Schmiegsam Katzen Haftes «andererseits, und manche leidenschaft-
natur", die dem Major nachgerühmt wird, zum Ausdruck zu bringen, d. h. zu vereinigen mit all den „alten Eseleien", in die der haltlose Schwächling und schwärmerische Dilettant so oft verfällt, das vermochte Herr Bauer nicht und das ist wohl auch schlechterdings kaum möglich. Jedenfalls aber führte Herr Bauer seine Auffassung dieser vielfach zersplitterten Figur mit der ihm eigenen Meisterschaft konsequent durch, und darum machen wir auch vor dieser Gabe seiner achtunggebietenden großen Kunst unsere Reverenz.
. ®rica von Gellenhausen ist vom Stamme jener W^oer, welche morden, wenn sie lieben. Sie ist so jung, jo. schön, so unrein wie nur ein Rietzschesches Ueberweib- -lein, eine holde, weit unbewußte Teufelin, eine nqive Raubtiernatur jenseits von Gut und Böse. Sie plagen keine Skrupel noch Zweifel um Moralität, Sittlichkeit und ähnliche vermeintliche Lappalien. Diesem widerspruchsvollen Persönchen, das im Anfang so ganz anders erscheint als am Schlüsse, frisches Leben zu geben, ist gleichfalls eine schwere Aufgabe. Frl. Sangora wußte sie durch, liebenswürdige Anmut und sonnige Heiterkeit noch halbwegs sympathisch zu machen. Aber für die koboldiae Sinnlichkeit des Dirnchens fand sie kaum einen adäquaten Ausdruck trotz allen Bemühens. Sie gab der Erica mehr etwas indifferent Backfischmäßiaes, auch schien ihr zu meist auf eine gesangliche Rote gestimmtes Organ fü~
Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 52 Plg^ Schwarzbrot 2 Kg. 48Pig.
Berlin, 13. Febr. Tie Kammersängerin Fanny M 0 r a n - Olden ist gestorben. (Fran Moran-Olden, die Gattm Bertram^, des bekannten Baritonisten und Mitgliedes der Königlichen per in Berlin, war 1856 zu Klovpenburg in Oldenburg geboren als Tockter des Arztes Tappehorn, der später großh. oldenb Leibarzt wurde. Diesen unschönen Namen gab sie bald mit mrv nannte sich nach ihrem .Heimatslande Olden. Sie genoß ihre musikalische Ausbildung in Dresden bei Frl. A. Götze und Frl. M. v. Kotzebue und war in Leipzig, Frankfurt a M., Muncven, .Hamburg und Newyork engagiert. In späteren Jahren unternahm sie nur noch Gastspielreisen. Nach kurzer Ehe mit dem Leipziger Sänger Moran heiratete sie den Berliner Sänger Bertram, ^uray den Umfang und die Klangfülle ihres Organs, sowie durch ihre große künstlerische Gestaltungskraft hat sich die Verstorbene einen Namen unter den ersten Sängerinnen gemacht. Sowohl das hoch- dramatische wie heitere Fach und Koloratiirpartien beherrschte fte mit gleicher Meisterschaft.) ,.
Berlin, 13. Febr Heute mittag fand auf kais erlichen. Befehl in der Rotunde des alten Museums eine Trau er- feier für Adolf von Menzel statt. Vor dem Museum stand als Ehrenwache die Leibkompagnie des 1. Garderegiments. Am Sarge, der in der schwarzdekorierten Rotunde aufgebahrt war, waren Kränze des Kaiserpaares niedergelegt. Es sammelten sich die Angehörigen des Verstorbenen, sämtliche anwesenden Prinzen,, die Mitglieder des Senats und des Lehrkörpers, der Akademie, sämtliche Botschafter, Gesandte, Generäle, Admirale, Minister, Staatssekretäre, der Reichskanzler, sowie die Universitätspro- fessoren, Vertreter der Städte Berlin und Breslau. Oberhofprediger Dry ander hielt die Gedächtnisrede, in der er auf den beispiellosen Fleiß, mit welchem der Verstorbene die unerschöpfliche Fülle der Gaben seines Geistes ausgeschüttet hat, hinwies. Von der königlichen Huld mit den höchsten Gaben bedacht, hat er keinen Feind gehabt. An seinem Sarge, an dem Sarge eines deutschen Künstlers lege das ganze Vaterland seine Kränze nieder. Der Dortrag des Adagio von Haydn und ein Ehoral schlossen die Feier, ^lwt Unteroffiziere trugen den Sarg zu dem sechsspännigen königliwen fragen. Die Ehrenkompagnie präsentierte, der Leichenzug fetzte iiay rn Bewegung. Ter K a i s e r m i t s ä m tl i chen P r 1 n z en folgte dem Sarge bis vor das Schloß, wo er aus 5cm Sugc trat. Tie Kaiserin war mit dem Wagen direkt nach dem schloß zurua- gekehrt. — Menzels künstlerischer Nachlaß, der vor allem aus Handzeichnungen, einzelnen Skizzen und einer außerordentlichen Zahl von Skizzenbüchern besteht, soll von dem Verstorbenen der Nationalgalerie vermacht worderr sein.
Tr 0m s0 e, 13. Febr. Kapitän Ki eldsen ist heute hierher zurückgekehrt. Er kaufte in London mit dem Amerikaner Camp ein Segelschiff mit einer Hülfsschraube von 700 Tonnen, das für die Hülssexpedition für die Zie gl er-Filialexpedition ausgerüstet werden soll. Die Hülssexpedition geht voraussichtlich am 1. Juni unter der Leitung Kjeldsens ab. Die Besatzung besteht aus 22 Mann; außerdem sotten 6 Pferde und 20 Hunde mitgenommen werden. Falls ungünstige Verhältnisse eintreten sollten, sott eine Schlittenexpedition eingerichtet werden. Nach der Ostküste Grönlands wird ein lleincres schiff entsandt werden, nm die von Baldwin errichteteil Tepots auf Spuren von der Ziegler-Filialexpedition zu untersuchen.
■Et. Oertel referiert über die Hande 1 svcrtrüge mW die Reform des Börsengesetzes. ser zwar em Vor- tretet der agrarischen Preße, die Herr v. Rhernbaben der - hetzung geziehen habe, aber er sei immer noch maßvoll er, - 8. B. her Minister t>. Maybach, btt btc Boric cmcn Giftbaum .Kitimnt bat. In Wahrheit Ijat btc Börse geiunbc unb gnng Äeste. Tie giftigm sollten burch bas lebte Dorscngescy besckM'tttn werben. Leiber acschab bas nnr unvollstänbig! auch blieb viel , obwohl verorbnet, unausgcfilhrt. Nur bas Re-chsg-r.» h°b einige Müngcl gebessert. Ta sing die Börse an zu Mcicn, 1 wolle iruswandern. Wir h,rtten dagegen gar nichts, aber Vic Regierung erbarmt- sich und br°ck>te «me Novelle em, » ’ Absicbt-n beS Gesetzgebers gcrabczu verhöhnt. B o r s en reg 1 unb Termiuverbot bleiben nur der S°rm nach besteh« . Börsen spiel ist viel schlimmer als daS Pokern irge , Ministers, und es hat eine größere Bedeutung al- das .l-r. Slatspicl. Wir müssen verlangen, da« m der neuen NovMe ane llmgehrmgcn des Gesetzes ausgeschlossen verhawn hat
ist zu ermahnen, so fortzufahrcn. wie cs sich b shcr verhalten yai. TeNarationszwang für alle Börsengeschäfte und wrhmne «rra,^ bestimmungen sind unentbehrlich. Bei-den S-«d°Isv-r trägen ist anzuerkennen, daß Graf Bulow mehr Erser m» Sachkenntnis besitzt, als fern Vorganger. -.atz d. - besser sind, ist zuerst Schuld der RelchSt^m^ Regierung ist nickst unschuldig, weil sie die^lte Grund
gekündigt hat, vor allem den österreichychen.. JL habe Gnmd anzunehmen, daß die Regierung heute selbst em,i^ bt, c b si
S” SSW SS.A Ä«; ber neuen Handelsverträge und findet in Summa
Plus, allerdings nur unter drei Bedingungen 1. UWl»t>ge und VEi°n1°S.^s°f°ttigI Jnkrastsetz« 'bes'neuen Zolltarifs, sobald die Verträge angenommen sind: 3. rechtzeitige Kündigung der Meistbegünstigungsverträge, besonders Mit Argeutmieu und den d^D^weÜe Referent, Herr v. Bodel schwing h - Schwarzenhasel behandelt die Kanalvorlage und rechtfertigt nut den ^kannten Gnaden die ablehnende Haltung, ferner Freunde im Landtag. Zu M aßregelungen werde es diesmal nickst kommen, denn von den 13 landrätlichen Abgeordneten hatten 12 fiir die Vorlage gestimmt. Ter einzige Landrat, der gegen den Kanal sei, habe sich beruflich im Ruhrrevier aufgehalten. _ och ko nm man mit der Regierung nicht in Allem zufrieden fem, aber e, seien immerhin in den letzten Tagen Mimsterreden gehalten worden, Wie sie ein Bündler nicht besser hätte halten können.
Nun folgt die Diskussion. Schließlich wird m einer von den Süddeutschen eingebrachten R e s o l u t r o n die f ch l e ch t e B e - Handlung der Gerste usw. und die u u g e n u g,e n de Viehseuchenkonvention bedauert, und cbenio einstimmig Nimmt man folgende Resolution des Vorstandes an :
Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte erkennt <nt, daß die dem Reichstage vorgelegten Handelsverträge in mancher Hinsicht eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen herbeiführen können. Unbedingte ^Voraussetzung ist aber eine umsichtige Handhabung der Vertrage. Sie betrachtet die Tendenz der Verträge immerhin als emen ersten Schritt der Abkehr von der Caprivischen einseitigen Erportpotttik, stellt aber fest, daß eine große Reihe berechtigter Wünsche der Landwirtschaft eine Berücksichtigung nickst erfahren hat. Sie gibt sich der Hoffnung hin, daß die verantwortlichen Leiter der Politik des Reiches und der Einzelstaaten in fortschreitender Erkenntnis der Notwendigkeit der Erhaltung und Stärkmig des deutschen Bauernstandes mit Ernst und Entschiedenheit bemüht sein werden, seine Existenzbedingungen wieder so zu gestalten, daß der notwendige und berechtigte Ausgleich mit denjenigen hergestellt wird, die den anderen Berufsständen im deutschen Reiche eingeräumt
S'omtt ist die Generalversammlung des Bundes geschlossen.
In Herrn Ziegler besitzt die Frankfurter Bühne seit kurzem einen unvergleichlichen Darsteller für die Spezialität ganz junger Menschen, einen ungewöhnlich hervorragend talentvollen jungen Künstler von tiefgründiger Innerlichkeit und klug gezügeltem Temperament. Er verkörperte gestern den guten Frieder, diesen „reinen Toren", der so brav ist wie ein Bählämmchen, mit wundervoller Liebjungenhaftigkeit, überzeugend schlicht, und fein verhalten ohne jeglichen falschen Ton in der Durchführung der überaus gefährlichen Rotte. Herr Ziegler scheint mir eines der größten modernen Bühnentalente zu sein, dem wohl eine reiche Zukunft beschieden sein wird.
Unser Herr Lüttjohann hätte diese schöne Knabengestalt freilich auch ganz wirksam zur Darstellung zu bringen vermocht. Dagegen wäre für die prachtvolle Gestalt des greisen Seniors derer v. Schlettow Herr Diegelmann, der in der Frankfurter Darstellung des Dreyerschen Dramas mit an erster Stelle marschiert, uns besonders willkommen gewesen. Unser £err Linzen gab sich jci wie immer die größte Mühe und er war auch ein ganz, respektabler Patriarch der Familie Schlettow, aber für diese köstliche schier Fontanisch anmutende urmärkifche Gestalt fehlt ihm doch das Vottsaftige und namentlich der urfrohe herzhafte Humor.
In ihren ländlichen Episodenrollen boten dre Herren Lippert, Eonradi, Sandor ff und Lüttjohann Lustiges, allzu Lustiges. .
Die Regie hatte trotz nur einer Probe mit den Frankfurter Künstlern eine flotte Vorstellung zusammengebracht. Ter zahlreiche Besuch läßt auf eine recht respektable Einnahme zu Gunsten unseres allseitig ersehnten Theaterneubaues schließen, in dem unsere verehrten Frankfurter, Gäste des gestrigen Abends zu unserer herzlichen Freude und zu unserem hohen Genüsse hoffentlich recht häufig imd jedenfalls mit noch erheblich größerer eigener Freudigkeit als seither einkehren werden, und zu Lessen baldiger Verwirklichung sie in so vorbildlicher als dankenswerter Weise beigetragen haben. P.
Verbindungen angenommen. . . ,
— Die Akademie für S o z: al - u n d 5) a ndel s Wissenschaften in Frankfurt a. M. hat ihr ^ottesungs- ver eichnis für daZ am 1. Mai beginnende Sommer-Semester heransgegebeu. Tie Entwicklung des Instituts kommt auch in der Bereicherung zum Ausdruck, die das neue ^orltyungsverzeichms int Vergleich zu früheren aufweist. Zum ersten Mal^ mchemen in ihm die durch die Jügelstiftung berufenen Dozenten: Vrostssor Panzer, bisher an der Universität Freiburg und Profesior Marbe, bisher an der Universität Würzburg. Profesior ■Barber liest über die Gescküchte der altdeutschen Lvrtk, ferner em Kolleg. ,.Ter junge Goethe". Prof. Marke träpt über Ausgabe und Methode der Wissenschaft vor und hält eine -cortefiing: -*-ie G"sck'ichte der wissenschaftlichen Auffassung über das ^erhaltnis von Leib unb Seele. Tie an der Akademie bestehenden Seminare sind irm das „Philosophische Seminar" vermehrt, wa^ rend im Neusprachlichen Seminar zu den blshertgen englischen und romanischen Sektionen eine germanische © e f 11 o u hm* ^getreten ist. Die im laufenden Semester zum ersten Male gehaltene Vorlesung über Kolonialwesen und Kolo n i al - Politik wird im kommenden durch Kol o ni alPo l111 f che Hebungen ihre Ergänzung finden. Neu sind einige halb- semestrige Vorlesungen aus dem Gebiete des ouentlickxn Arbeiter-Versicherungsrechts, durch , die den Beamten dieser Versicherung wie auch den von ihr betrosienen Unternehmern Gelegenheit zu geeigneten Studien gegeben werden soll. Jm Übrigen beziehen sich die in reicher Fülle angekiindigten Vorlesungen, ans Volkswirtschaftslehre, Rechtswillenschaft und Kvn- sularwesen, Versicherungswissenschaft und Statistik_____________
Kandcl und WerKeyr. Bolkswirlschast.
— 3'/-proz. Darmstädter Stadtanleihe« Auf die neuen 6 Millionen Mk. 3'/,proz. Darmstädter Stadtanleibe wurde von den Banksirmen Telbrück, Leo u. (So. in Berlin und gerdmand Sanden in Frankfurt a. M. mit 98.33 Prozent das Höchstgebot abgegeben, m deutsch-Oe st erreichischen Handels» vertrag. Um die Wirkungen des Handelsvertrages abzn- schwächen', haben verschiedene Firmen, die mit Oesterreich im Verkehr stehen, den Beschluß gefaßt, auf österreichischem Boden ?xab- r-iken einzurichten. So ist.die Errichttmg einer Jahrradbestaiidteil- Fabrik seitens der Dresdener Finna Bernhardt und einer Rahr- mittelerzengunas-Fabrik von den Herren Dr. Gradow u. Co. aus Bielefeld beschlossen. Beide Fabriken sollen in Bodenbach errichtet werden.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 71-75 Mk.
7, Kg. Schlachtgew. 81—83 Pf.
V; , 62 u. 63 „
7, Kg. 70-80 Pfg.
7, , 70-74 , 7 „ 60 72 »


