Ausgabe 
14.10.1905 Drittes Blatt
 
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General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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für Kinder, Kranke,Genesende. Verhüteti

u.beseitigtiDlarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrh. |

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Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. bl. Teiegr.-Adr. r Anzeiger Gießen.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

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Politische Tagesschau.

Die sächsische Wahlrechtsreform.

Von konservativer sächs. Seite wird versichert, die sächsische Regierung werde einen Gesetzentwurf zur Aende- rung d eS Dreiklassenwahlrechts dem nächsten Land­tage nicht vorlegen. Wenn das zutrifft, seht sich die Re­gierung in Widerspruch mit sich selbst. Sie hat die Notwendigkeit einer Wahlrechtsreform selbst zugegeben und dem letzten Landtage auch entsprechende Vorschläge gemacht, die aber weder auf konservativer noch auf nationalliberaler Seite Beifall fanden. Die Reform ist dann bekanntlich im Sande verlaufen. Aber wie notwendig eine Aenderung des bestehen­den Gesetzes ist, hat am besten die zur Wahlreform aus­gearbeitete Re gierungSd en kschrift selbst dargelegt, in­dem sie außrechnete, daß unter dem jetzigen System über 80 Prozent der Urwähler eine ihrem Willen ent­sprechende Vertretung nicht besitzen und ihr Wahlrecht nahezu illusorisch geworden ist. An dieser Thalsache hat der Ausfall der letzten Wahlen wenig geändert. Im wesent­lichen wird das Urteil der Regierungsdenkschrift über das gegenwärtige Wahlrecht stets seine Richtigkeit behalten. Wenn die Konservativen auch nicht geneigt sind, eine Aenderung anzuregen, so werden doch die sächs. Nationalliberalen nach ihren bestimmten Versicherungen die Frage nicht versumpfen lassen. Wie sie dem Lande versprochen haben, werden sie die Wahlrechtsreform wieder auf die Tagesordnung des nächsten Landtags bringen und praktische Vorschläge zur Verbefferung des gegenwärtigen, auf die Dauer in Sachsen unhaltbaren Zustandes machen.

Bei uns in Hessen sind freilich manche Nationalliberale besondere Freunde des bestehenden Wahlunrechts. Daß sie nicht aufs neue Mitglieder der Kammer werden, dafür zu sorgen ist die Pflicht aller wahrhaft volksfreundlichen Wähler.

doch wohlschmeckende, nahrhafte Suppen auf den Tisch bringen. Ein Würfel zu 10 Psg. gibt in kürzester Zeit nur mit Waffer 2 gute Teller.

Ä* in der Entwicklung oder

*9)CrBWeBCrBelClie beim Lernen zurtiekbleibendö Kinder, sowie blutarme, sich mattfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare Erwachsene jeden Altera gebrauchen als Kräftigungs-Mittel mit grossem Erfolg HOMMELs Haematogen.

Der Appetit erwacht, die geistigen und kör­perlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Ge­samt-Nervensystem gestärkt.

Man verlange jedoch ausdrücklich das echteDr. Hom- meVs Haematogen und lasse sich keine der vielen Nach­ahmungen aufreden. o*/r

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21 Manganerze am Westrand der Wettcrau und im Odenwalde. 3) Vereinzelte Vorkommen von Roteisenstein, Eisenglanz und -glimmer, Sphärosiderit und Raseneisenstein. Sodann sollen die Bleierze (Taunus, Spuren an b-r Bergstraße, Kupfer­erze (Reichenbach i. O., Roßdorf, Obcrramstadt, sowie der Küpser schiefer von Haingründmi», die Quecksilbererze von Rhein­hessen, vereinzelte Schwefelkiesvorko7nmen, und endlich das Wasch- gold des Rheins folgen. Daran wurde sich die erheblichen Raum beanspruchende Beschreibung der Braunkohlen schließen. Der verschiedenen ergebnislosen Versuche zur Auf­findung von Steinkohlen tömtte kurz Erwähnung geschehen; die Beschreibung der T o r fvorkommen und des Odenwälder Gra­phits, sowie schließlich der mannigfachen Bitumen spuren (Heppenheim, Mettenheim^ würde sich anschließen. Unter der Ueberschrift Salz und Sole wäre die Zusammenfassung aller Anzeichen und Nachweise zu bringen, metefc für das Vorkommen dieser Mineralien vorliegen. Die Besckireibungen der Salinen und Angaben über die sonstigen in der Montanstatistik nach- gewiesenen Salze aus wässerigen Lösungen Maubersalz, schmeftl- saure Tonerde, Mutterlangensalzc) würden ebenfalls lnn:hergehören. Besonderes Interesse würden voraussichtlich die Anzeichen von Kalisalzen beanspruchen. An die bisherigen eigentlichen Berg­werksmineralien hätte sich ferner die Beschreibung der übrigen der Montanindustrie und den Bergbehörden nahestehenden nutz­baren .Fossilien zu schließen. Eingehender und soweit möglich erschöpfend sollen die Kohlensäure vorkommen behandelt wer­den. Die gewöhnlichen Steine und Erden, speziell Bauxit, Ocker, Umbra, Kieselguhr, Marmor, Sck)werspat, Gyps, Sand und Edel­tone machen den Beschluß. Tie sog. Steinindustrie liegt außer­halb des Rahmens der Arbeit.

Brauer-Akademie Be^8.dok7X58

Worms a. Rha Prospekte durch E. Ehrlch.

Für Placierung der Absolventen ist man bemüht ss17/i

Der vorbeschriebene Abschnitt wird für die Interessenten ohne Zweifel der dauentd wichtigste bleiben. Zur erschöpfenden Be­handlung des Stoffes sind aber noch folgende weiteren Abschnitte vorgesehen. 5. Entwicklung der hessischen Montanindustrie, vorwaltend in Form eines historischen Rückblicks über die ein­zelnen Bergbau gruppen (Eisenstein, Braunkohlen, Salinen) und Vetriebszciten, nebst Angaben über die Tätigkeit einzelner be­deutender Personen und Firmen (Buderus, die Grasen Solms- Rödelheim u. a.). 6. Bergrecht und Beraverwaltung. Die Rücksicht auf die sehr zahlreichen nach älterem Recht ver­liehenen Grubenfelder machen die Einbeziehung der vorberggesetz­lichen Rechts- und Verwaltungsgrundsätze geboten, zumal da auch ältere territoriale Besonderheiten in Betracht kommen. Neben dem Berggesetz von 1876 ist das Heilguellenschutzgesetz und das (Berg-)Grundbuchwesen zu behandeln. Die Rechtsverhältnisse der Standesherren sind für den hessischen Bergbau so wichtig, daß eine erschöpfende Zusammenstellung dieser Materie unerläßlich ist. Endlich fallen unter diesen Abschnitt die Bergpolizei, die Organisation der Bergbehörden und das Markscheider- und Kartenwesen. , _

Abschnitt 7 behandelt Bergwerksbesitz und Berg­werksbesteuerung. Soweit ein Eingehen auf die Eigen­tumsverhältnisse im einzelnen überhaupt mit dem gemein­nützigen Zweck der Revierbeschreibung vereinbar ist, wird hier der geeignete Platz dazu sein. Das Verhältnis des Dergwerks- besitzes zum Grundbesitz ober auch zu anderen Industriezweigen und zu öffentlichen Unternehmungen wird seiner nicht immer genügend gewürdigten Bedeutung entsprechend zu beleuchten sein. Die von den Bergbautreibenden erhobenen Steuern und die hier­bei maßgebenden Grundsätze beschließen diesen Abschnitt. , 8. Produktions- und Absatzverhältnisse. Auch diese vorwaltend wirtschaftlichen Fragen können nur im Ganzen, nicht aber für vereinzelte Betriebe oder Vorkommen, Beantwort­ung finden, weil die Einzelinteressen durchaus verschiedenartig, z. T. widersprechend sind und deshalb schon mit Rücksicht auf konkurrierende Interessen keine Einzelangaben gestatten. Sier Jet aus dem Inhalt dieses Absckmitts nur erwähnt die Nachhaltig­keit des Bergbaus, die Preisverhaltnisse, die habet mitwirkenden Faktoren (Löhne. Materialkosten, Konkurrenz, Frachttarife), Lahn- und MaLnkanalisation.

Abschnitt 9 ist den Hütten gewidmet, wvber nicht nur hte Eisenhüttenwerke, sondern auch hie von der Montanstatistik hierher gerechnetem Eisengießereibetriebe, die Schwefelsäurefabriken und KupfeÄcndgereien einbegriffen werden sollen.

Abschnitt 10 behandelt die Bergleute, ihre Rekrutierung aus einheimischen und fremden Arbeitern, und die Bergbeamten her Betriebe im allgemeinen. Anßerhem sind in hiesem Ab­schnitt die Arbeiterverhältnisse eingehend nach den Gesichtspunkten zu behcnAeln, welche in den J-ahresberichten der Gewerbe-Auß- sichtsbeantten tmb der Bergbehö^xn zu Grunde liegen, also z. B. Löhne, Ärbeiterfürsorge, Sonntagsruhe, Schutz der weiblichen und iugmblichen Arbeiter, Berufskrankheiten, Arbeiterversicher- nng. soweit diese nicht in den beiden folgenden Abschnitten Platz findet. -r- Der 11. Abschnitt soll die Entwicklung, den gegen­wärtigen Stand und die Ziele des hessischen Knappschafts- wesens zur Darstellung bringen. Abschnitt 12 endlich be­handelt die Unfälle, ihre Ursachen und ihre Verhütung, dte Betriebsgefahren und die berttfsgenoffenschaftliche Organisation und Zugehörigkeit in her Montanindustrie des Landes.

An den beschreibenden Teil schließt sich alsdann her sta­tistische Teil, her möglichst zu allen Abteilungen ergänzenhe Zahlen­tabellen bringen soll. Ein Sach- unh Ortsregister soll schließ­lich hem bei älteren Revierbeschreibungen unliebsam empfundenen Mangel tut Uebersichtlichkeit abhelfen.

In der an den Vortrag anschließenden Diskusswn wurden zwei beachtenswerte Vorschläge gemacht, nämlich einmal, haß im Gegensatz zu alteren ähnlichen Veröffentlichungen auch eine Aus­wahl geeigneter Abbildungen von Lagerstätten, Profilen und bemerfeTtifererten teckmischen Einrichtungen gegeben werden möchten, unh zweitens, daß mit Rücksicht auf den Umfang des ganzen unh zur schnelleren Nutzbarmachung hes wertvollen Ma­terials eilte Teilung her Revierbeschreibung in mehrere Teste, am besten für OberAssen allein und für Starkenburg-Rbeinhessen allein, vprgenommen werden solle. In letzterem Falle wurde die Herausgabe her Revierbeschreibung für Oberhessen, als den bergmännisch wichtigeren Teil des Laubes, zuerst ins Auge zu fassen sein. 23etben Anregungen stehen nach Ansicht des Vor­tragenden ferne unüberwindlichen Hindernisse entgegen, doch er­scheint einu Teilung des Stoffes mit Rücksicht auf das mancherlei Gemeinsame, welcktes die einzelnen Teile enthalten wurden, nicht unter allen Umständen empfehlenswert. Sollte sie aber dennoch in Aussicht genommen werden, so würde jedenfalls dte vor- btWiebeiire Gesamt-Anordnung des Stoffes deswegen ferne nennenswerten Aenderungen erfahren .

Die Aufforderung des Vortragenden an dte Anwe, enden zur kräftigen Mitwirkung bei den noch zu lösenden Aufgaben Ttd

Berg-, Hütten- und Salinenwescn in Hessen.

Der Bergmännische Verein zu Gießen hielt dieser Tage im Hotel Viktoria eine Sitzung ab, in welcher der Großh. Bergmeister Köbrich-Darmftadt in längerem Vortrage eine .,Vorläufige Inhaltsübersicht über die geplante Beschreibung desBerg-, Hütten-und Salinenwesens im Groß­herzogtum Reffen" gab. Aus diesem Vortrag sei folgendes hier wiehergegeben:

Der Plan zu »einer solchenRevierbeschreibung" nach hem Muster her im preuß. Oberbergamtsbezirk Bonn für die ein­zelnen Reviere erfolgten Veröffentlichungen ist für Hessen nicht neu, seine Ausführung aber erst vor kurzem ernstlich ins. Auge Gefaßt worden. Die Schwierigkeiten, die sich her Verwirklichung entgegenstellen, liegen einmal in bet erheblichen räumlichen Ausdehnung des hier zu beschreibenden Gebiets, sodann in der Verschiedenartigkeit der nutzbaren Mineralvorkommen, ferner in hem Vorhandensein einer Reihe von geologischen und technischen Problemen, deren vorherige Lösung mindestens wünschenswert iit, und endlich in der Spärlichkeit der hier verwendbaren Literatur. Wenn trotz dieser Schwierigkeiten an die Herstellung her Revierbeschreibung herangetreten werden soll, so geschieht dies in der Erwartung, daß alle, die an dieser amtlichen Dar­stellung interessiert sind, die Bergbautrcibenden, die Industriellen, die Behörden, die Gemeinden, die wissenschaftlichen und wtrt- schastlichen Anstalten und Vereinigungen, daß diese alle dazu bei­tragen, das baldige Zustandekommen dieser Uebersicht über hte montanen Schätze hes Landes zu fördern. Die Bergbehörden iM>rben ohne die weitgehende und freudige Mitarbeit aller Be­teiligten nicht mit her erwünschten Schnelligkeit zum Ziel ge­langen können. Die Mitarbeit wird sich auf alle Teile des Ganzen zu erstrecken haben, in erster Linie auf die sorgsälttge unh vollständige Sammlung alles Materials, welches aus Be- obachttingen unh Erfahrungen her Bettiebsleiter und her dem Beug-, Hütten- oder S..ttnenwesen sonst nahestehenden Personen sich ergibt. Wesentliche Hilfe erwarten die Bergbehörden ferner bei her Untersuchung unh Bearbeitung noch ungeklärter Mmeral- vorkommen unh Mineralbildungsvorgänge, ttne sie namentlich das Bergbaugebiet Oberheffens noch in größerem Umfange bietet. Vorzüglich fördernd wird es endlich für den Fortgang her Ar­beiten sein, wenn die Interessenten hen voraussichtlich mannig­fachen Fragen her Bergbehörde, die über den Rahmen des nor­malen hiensllichen Verkehrs hinausgehen, bereitwillige und er­schöpfende Antwort-, gönnen.

Die Einteilung des Inhalts bet Revterbeichreibung ist vorbehaltlich zweckmäßig werdender anderer Grup. mng fol­gendermaßen gedacht:

Das Ganze zerfällt in emeti beschreibenden und einen statisti­schen Teil. Der erstere soll enthalten: 1. Begrenzung und politische Einteilung, einschließlich eines kurzen lnstorffchen Ueber- blicks über die Entwicklung des Staatsgebiets mit Rücksicht auf das Berg- usw. -wesen. 2. Topographische Uebersicht- 3. Die geologischen Verhältnisse, und zwar 1) Uebersicht her Gebirgsformationen mit kurzer summarischer Erwähnung her nuy- baren Mineralvvrkommen in einer jeden Formatton 2) Die Massengesteine in kurzer Uebersicht. 3. Die Tektonik soweit die­selbe geklärt und für die Montanverhältnisse von Bedeutung ist Hervorzuheben ist, daß der Zweck her Revierbeschreibung nicht ein geologischer, sondern ein bergmännischer und daß dem entsprechend der geologische Teil lediglich eine kiirze Wiedergabe der vorhandenen geologischen Materialien, Nicht ober ein Eingehen auf geologische Einzelheiten bringen wird Wo neuere geologische Aufnahmen noch nicht vorliegen, Mrd ein Zurückgreifen auf die älteren unvermeidlich sein. Eine Be­seitigung "bet hierbei sich ergebenden Differenzen zwischen der älteren und neueren geologischen Auffassung kann Nicht Zweck der Revierbeschreibung sein. . ~ ~

Der wichtigste und voraussichtlich auch umfangreichste Den Ivird behandeln 4. Verbreitung und Beschaffenheit her nutzbaren Mineralien: früheren und jetzigen Be­trieb auf den einzelnen Lagerstätten. An erster Stelle werden hier die Eisen- U n d M a n g a n e r z e zu behan­deln sein und zwar 1) Brauneisenstein besonders am Vogelsberg.

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veröffentlicht wurde:

Gegenüber her Aussage, baß her Stationsassistent.....am.

Sonntag abend und auch am Montag vormittag total betrunken gewesen sei, erklären wir, daß diese in die Welt gesetzte Bekannt­machungen aus Verbreitung müßigen Geredes zurückzuiühren find. . . . . . war in Koses Lokal von Sonntag abend bis Montag mittag anwesend und hat nicht im entferntesten soviel getrunken, baß er auch nur angetrunken sein konnte. Er ist voll­ständig vernünfttg wie feder andere Mensch zur Bahn gegangen, nachdem er drei bis vier Stunden vorher geschlafen hatte. Fr. Kose, Hotelbesitzer. R. Brox, Fabrikbesitzer. Aug, Ottlinger, Glashüttenbesitzer. M. Weichert Kaufmann."

tag, den 15. Oktober

stl.WM eaeubcsitzer Gieße« rm° ,cnb. Um zahlreiches a wird gebeten.

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ersichtlich auf guten Boden, sodaß d-ie Hoffnung auf eine schnelle; Förderung der noch in den Anfängen steckenden umfangreichen Arbeit ^ohl begrünbet ist, zumal der Wunsch nach einer Revier-, bcschreibung für Hessen ein einstimmiger und dringender alles Interessenten ist.

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Warburg, 13. Oft. In Hörde wurden im Streite drei polnische Bahnarbeiter von vier Bauernburschen, erschlagen. Die Täter wurden verhaftet.

Amerikanisches Duell. In einem kurzen Rück­blick auf die Geschichte des Zweikampfes in den Vereinigtenj Staaten, her mit dem Titel Auf Reiterpiftolen und Winchester- Büchsen vor einiger Zeit in der New-Yorker StaatSztg." er-) schienen ist, wird nachgewiesen, daß auf dem Boden Amerikas ein sog.amerikanisches Duell" niemals ftattgefunben hat^ Der Verfasser des Artikels hat jedoch in den mexikanischen-! Duellverzeichnffsen einen Bericht gefunden, der immerhin bie; Anregung zu denamerikanischen Duellen" geboten habest könnte. Im Jahre 1823 sandte in Virginia Colonel Richarb GreveS an Kapitän Lacy eine eigenartige Herausforderung: (£§ sollten zwei Taffen gefüllt werden, die eine mit einem rasch und sicher wirkenden Gifttrank, die andere mit klarem Waffer. Dann sollten die beiden Gegner zwei LoszetteV ziehen, von denen der eine unbeschrieben, der andere aber! mit den BuchstabenP* (Poisou) markiert sein sollte. Wer denP"-Zettel ziehen würde, sollte auf Ehrenwort gebunden sein, den Giftbecher zu leeren. Lacy lehnte diese Art detz Zweikampfes ebenso höflich wie bestimmt ab, indem er dem erfindungsreichen Oberst sagen ließ, er stünde ihm mit jeder Waffe die von ©entfernen zum ritterlichen Ausgleich von Mißhelligkeiten gebraucht zu werden pflege, bereitwilligst zutz ' Verfügung, einem andern zu Gefallen aber Gift zu trinken, fiele ihm im Traum nicht ein. GreveS proponierte daraus einen Zweikampf mit Messernbis zur Abfuhr^, hatte aber damit auch fein Glück; er wurde eingesperrt und vor Gericht gestellt, von den Geschworenen aber freigesprochen.

(Nordd. Allg. Ztg.)

* Ein Zeitungsjunge als Stadtv erord n eteiu Bei den bevorstehenden New-Porker Stadtwahlen wird zurst ersten Male ein Zeitungsjunge sich um das Amt eines Alder-- mans(Stadtverordneten) bewerben. Die BezeichnungJunge^ fft für Mark Kelman, freilich keine ganz adäquate, denn er steht im- kräftigsten Mannesalter und soll innerhalb der sechs Jahre,s während deren er sich dem Verkauf von Zeitungen gewidmet) hat, 15 000 Dollar auf die hohe Kante gelegt haben. Die Zeitungen berichten von ihm, daß er über tausend Kunden habe, die bei ihm regelmäßig ihre Zeitungen beziehen. 3)a:; diese Kundschaft Kelmans sich fast ausschließlich in demselben^ : städtischen Wahlkreis befindet, so rechnet er auf deren aktive- Unterstützung bei der Wahl und besch' inkt seine Agitation auf einige Zirkulare, die er den von ihm vertriebenen : Zeitungen, gleichviel welcher Richtung sie angehären, unter- : schiedslos beilegt.

Einen recht bemerkenZwertenNachklang zu der« Eisenbahn-Unglück in Spremberg liefert eine Ehren- : erklärung für den Stations-Assistenten St. welche von 4 Herren

Nr. 242 Drittes Blatt. 155. Jahrgang Samstag 14. Oktober 1905

Erscheint täglich mit Ausnahme des SomüagS. d

DieGleheuer ZamMenblätter" werden dem 6 UMH 8 M H

.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ff E A B 0 M Z FH U

^hessische Landwirt erscheint monatlich einmal. V W Nr v w N v v V