Ausgabe 
15.5.1905 Erstes Blatt
 
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über den Verbleib des russischen Geschwaders eingetroffen.

In PeterSburaer Marinekreisen herrscht die Ansicht, RoschdjestwenZki werde eine Seeschlacht so lange verzögern, bis zu Lande die Entscheidung zwischen Line- witsch und Oyama gefallen sei. RoschdjestwenZki werde als­dann die Transporte der Japaner von der Heimat nach dem Felde zu verhindern suchen.

Siebzehn Kriegsschiffe wurden am Mittwoch abend ir einer Entfernung' von zwölf Meilen von Three-Kings gesichtet. Transportschiffe er­schienen siebzig Meilen nördlich von der Kamranhbucht.

Englischer MnnitionStransport.

San Francisco, 13. Mai. (Reuter.) Zollaufseber entdeckten 2500 Kisten gefüllt mit gebrauchsfertigen 4,7 Zentimeter-Geschossen, welche nach Japan bestimmt waren und eben auf dem SchiffeDeepdene" verladen wurden. Der Kapitän wurde veranlaßt, diesen Teil der Ladung von dem Schiffe zu entfernen.

Maßnahmen der Japaner.

In Petersburg sind Nachrichten eingetroffen, daß eine bedeutende Tungusenbande unter der Führung ihres Chefs Tuli- fan die r ü ck w ä r t i g e n V e r b i n d u n g e n des Generals Line- witsch mit 1000 Mann bedrohe. Tulisan verfüge insgesamt über 12 bis 15 000 Mann.

Aus Tokio wird ferner gemeldet, Japan habe bereits vier russische Kriegsschiffe, welche im Haften von Port Arthur gesunken waren,, wieder flo tt gemacht, mit der Hebung von nenn weiteren sei man nach bückmftiot.

Müßend in Stnrm und Drang.

Die Stadtverwaltung in Petersburg traf Anordnung, daß am 14. Mai alle städtischen Krankenhäuser und Heilanstalten im Hinblick auf die Möglichkeit von Unruhen Aerzte in die verschiedenen Stadtteile entsenden. Die Stadt richtete auch an alle Aerzte, die Kliniken und Heilanstalten besitzen, das Ersuchen, ihr ärztliches Personal in gleicher Weise zur Verfügung zu stellen.

Kontreadmiral Nas.imow wurde am 13. Mai in Petersburg von seinem Burschen erschossen. Der Mord ist ein Racheakt. Der 27 Jahre alte Bursche wurde wegen Trunkenheit entlassen und zur Sttafe in die 18. Flottonequigape versetzt. Der Bursche wollte seine Sachen abholen und ging direkt in den Salon, in dem Nasimow sich aufhielt und streckte ihn durch einen Schuß in die Schlöte nieder. Ter Admiral war auf der Stelle tot. Der Mörder feuerte noch drei Schüsse gegen ihn ab Die verstörte Dienerschaft eilte hinzu und der Täter rief ihr entgegen:Fürchtet euch nicht, ich werde nicht mehr schießen, wen ich töten wollte, der ist tot!" Der Mörder ließ sich ruhig verhaften.

, Der Petersburger Senat verwarf das Kassationsgesuch 'Ko- liajews, des Mörders des Großfürsten Sergius und bestätigte das Todesurteil.

Aus Stabt unÄ AanS.

Gießen, 15. Mai 1905.

Unglücksfäle. Am Samstag nachmittag verunglückte ein in einem Bierwägelchen eingcspannter Esel in der Kirchstraße dadurch, daß er im Moment des Vorbeifahrens eines beladenen Sandwagens scheute und mit dem Vorder­bein in die Räder sprang, wobei ihm der eine Huf voll­ständig vom Fuß abgefahren wurde. Das Tier wurde als­bald getötet. An demselben Nachmittag passierte einem hiesigen Bauunternehmer ein Unglücksfall in der Gartenstraße. Sein Zugtier, ein Maulesel, kippte das Gefährt um und schleuderte so seinen Herrn auf die Straße. Der Besitzer des Fuhrwerks nahm glücklicherweise keinen Schaden.

* Verhaftet wurde ein Hausbursche, welcher nach seiner erfolgten Entlassung einem Mitbediensteten einen Geld­betrag gestohlen hatte. Das Geld fand sich bei ihm vor, er gestand auch den Diebstahl ein.

* S ch l ä g er ei. Gestern ob*ud entstand in der ob wen Bahn- hofstraße^ zwilchen mehreren jungen Leuten ein Streit, der in Tätlichkeit ausartete, wobei d^r eine der Beteiligten durch Stock­hiebe eine Verletzung am Kopf davontrug.

** Arbeitslose. Heute vormittag erschien eine Anzahl ausländischer Arbeiter (Kvoatier), die, von Luxemburg kommend, hierher zugereist sind, aber keine Arbeit gefunden haben, im Hofe des Großh. VolizeiamtS um dort ohne weiteres ihr Feldlager auszuschlagen. Die Leute sind aänzlich mittellos und mußten daher aus Mitteln d^r Armen­kasse (23erein gegen Bettelei) unterstützt und weiter befürwortet werden. Die Leute wollen seit 6 Tagen nichts mebr gegessen haben. Man verabreichte ihnen vor der Weiterbeförderung Nahr­ungsmittel.

/* Die Königin-Mutter von Italien. Die Königin-Mutter Margherita von Italien hat heute vor acht Tagen in Nom ihr Automobil bestiegen, um über Florenz nach Wiesbaden zu fahren. Sie macht die ganze Fahrt im Automobil. In Wiesbaden wohnt sie als Gast des Kaisers den Festspielen bei. Ihr zu Ehren wird das Offizierkorps des Iägerbataillons aus Marburg, dessen Ehef die Königin ist, vom 17. Mai bis zur Abreise der Königin nach Wiesbaden kommandiert. Die Königin wird während ihres Wiesbadener Aufenthalts die vom Hofmarschallamt auf sechs Tage ge­mietete Acker'sche Villa am Bismarckplah bewohnen.

** Der drohende Generalstreik im Schnei­der-Gewerbe. Der All gern eine Deutsche Ar­beitgeberverband für das Schneideraewerbe ersuchr uns, folgendes mitz-uteilen:Seit acht Wochen ftreifen die organisierten Schneidergobilf-n in Leipzig und Gießen und beharren auf der'Anerkennung des von

ihnen der Arbeitgeberschaft unterbreiteten Lohntarifes. Die von den beteiligten Firmen gemachten Zugeständnisse und Lohnerhöhungen vermochten die 'M s ständig en nicht zur Rück­kehr an ihre Arbeitsstätten zu bewegen; 'auch die Tatsache, daß , eine die Streikenden an Zahl übertreffende Schur Arbeitswilliger bereits seit Monaten zu den erhöhten Löhnen arbeitet, verfehlte jede Wirkung auf die Haltung der Organisierten. Da sich hierdurch der den bestreikten Firmen verursachte Schaden von Woche zu Woche vermehrte, ohne dabei die Aussichten der Ausständigen zu bessern, sahen sich die bestreikten Mitglieder deS 'Allgem. Deutschen Arbeitgeberverbandes, für das Schneidergewerbe genötigt, diese Korporation um ihren Schuh zu bitten. Dieser wurde ihnen in erster Linie dadurch zugebilligt, daß die übrigen, an allen, Plätzen Deutschlands befindlichen Ortsgruppen die in Leipzig und Gießen der Ausführung harrenden Auf­träge übernahmen uno in ihren Betrieben anfertigen ließen. Gegen diese nichts anderes als die erklärlichste gegen­seitige Unterstützung der Arbeitgeber bedeutende Maßnahme erhoben die organisierten Gehilfen sofort Widerspruch, in­dem sie an die 'Arbeitgeber die Forderung stellten, sich durch Unterzeichnung eines Reverses ehrenwörtlich zu verpflich­ten, keinerlei auswärtige Arbeit in ihren Betrieben zu­zulassen. Diese in das Dispositionsrecbt d r A'bcitgcber tief eingreifende Forderung wurde, soweit sie bis heute ein­gereicht wurde, abgelehnt. Infolgedessen traten die Ge­hilfen in Würzburg, Hamburg und Nürnberg alsbald in den Ausstand. In Hamburg haben die Schneidermeister beschlossen, die Geschäfte zu schließen und sämtliche Gesellen auszusperren. In Betracht kommen 1100 Gesellen. Das Gleiche werden die Gehilfen konseguenterweise noch in zahl­reichen anderen Städten tun müssen, da alle Ortsgruppen an der Anfertigung der vorhandenen Arbeit partizipieren. Auf Grund dieser außerordentlich wichtigen, das Schnerder- gewerbe ungewöhnlich interessierenden Vorkommnisse ist am gestrigen Sonntag, 14. Mai, der Große Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberver­bandes für das Schneidergewerbe in L e i pz i g znsammen- treten, um die notwendigen Maßnahmen zum Schutze seiner Ortsgruppen zu beschließen. Der maßgebende Stand­punkt der Arbeitgeber kann dahin fixiert werden, daß sie das Recht, ihre Kollegen zu schützen und zu unterstützen, unter keinen Umständen beschneiden lassen wollen; sie ver­langen damit nichts anderes, als was die Arbeiter jederzeit für sich in Anspruch nehmen. Ferner wollen sie sich auf keinen Fall in der Richtung eine Beschränkung auserlegen lassen, daß sie nicht jede Arbeit in ihren Geschäften zu tarifmäßigen Löhnen anfertigen -lassen dürften. Um jedoch die einzelnen Ortsgruppen der Eventualität, heute oder morgen unvermutet in Streik verwickelt zu werden, zu entheben, wird der Mlgememe deutsche Arbeitgeberverband seinen sämtlichen Arbeitern ebenfalls einen Revers zur Unterzeichnung vorlegen, durch den ihre Bereitwilligkeit, die ihnen zugewiesene Arbeit zu übernehmen, dargetan oder abgelehnt wird. Damit wird schon in den nächsten Tagen die Entscheidung h erb ciae führt werden. Die leitenden Kreise der Arbeitgeberschaft bedauern, daß seitens der Gehilfenschaft solche für Arbeitgeber unannehmbare Forderunngen ge­stellt wurden, durch die der Friede, den gerade der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverbandes durch zahl­reiche int Laufe des Jahres abgeschlossene Tarifverträge zu sichern sich bemübt hatte, in der weittragendsten Weise gefährdet werden muß."

** Der Sänger vom Rhein. Man schreibt uns: Zum Besuch der hiesigen studentischen Korporationen hat sich ber Sänger vom Rhein wieder einmal eingestellt. Er hat eine vortreffliche Art, Gesellschaften zu erheitern und zu unterhalten; er ist darum besonders in Universitäts­städten ein gern gesehener Gast.

(!) Bad-Nauheim, 14. Mai. Unsere Stadt steht heute im Zeichen derFünfzigjährigen Sprudel­seier des Friedrich Wilhelm-Sprudels Nr. 12", der im Volksmund unter dem Namen der großeSprudel bekannt ist. Heute sind cs fünfzig Jahre, daß diese welt­berühmte Heilquelle nach langen Bohrungen zutage trat. AuS Anlaß dieses bedeutungsvollen Ereignisses haben die Badedirektion, die Stadtverwaltung und die gesamte Be­völkerung für heute und morgen eine große Sprudelfeier veranstaltet. Schon heute vormittag wurde der Sprudel mit prächtigen Kränzen geschmückt. Nachmittags war auf der Terrasse vor dem Kurhaus Militärkonzcrt der Kapelle des Leib-Garde-NegimentS Nr. 115 aus Darmstadt, und gegen abend fand im KurhauS musikalische Soiree statt. Abends 8 Uhr versammelten sich die hiesigen Vereine und Klubs vor dem neuen Postgcbäudc zum Fackel zug. Voran fuhren per Wagen drei alte Herren, die bei der Erbohrung des Sprudels tätig waren: Schier, Reich und Fleischhauer, erner der Bürgermeister Dr. Kayser und der Stadtvorstand. Mit ein brechender Dunkelheit bewegte sich der Zug, dem sich eine große Menschenmenge anschloß, mit Musik durch die Frankfurter-, Beneck-n-, Küchler- und Nitterhaussiraße, um vor dem Sprudel Aufstellung zu nehmen. Eine tausend- köpfige Zuschauermenge batte sich hier eingesunden. Fast die ganze Stadt und die Umgebung des Sprudels waren aufs schönste illuminiert und der Sprudel hoch gestellt. Tas Ganze bot einen herrlichen Anblick. Die vereinigten hiesigen Gesangvereine trugen unter Leitung des Lehrers Becht h o l d s- Heimer die Beethoven'sche Hymne vor:Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" Mächtig und ergreifend durch­

brauste der Chor der c< 150 Sänger die Stille des Abends. Hierauf hielt Stadtpfarrer W i s s i g die Weiherede, wobei er der Geschichte des Sprudels gedachte. Nach dem gemein­samen Gesang des ChorsNun danket alle Gott" wurde der Sprudel ca. 10 Minuten beleuchtet. Der Zug setzte sich dann durch die Stadt in Bewegung und an den Salinen wurden die Fackeln zusammengeworfen. Kürz nach 10 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer wieder in Langsdorfs Sprudelhotel, wo der Festkommers stattfand. Bürger­meister Dr. Kayser wieS in seiner Ansprache auf die hohe Bedeutung des Friedrich-Wilhelms-Sprudcls für Bad-Nau­heim, unser engeres Vaterland und die gesamte Mensch­heit hin. Bei Gesangs- und Musikvorträgen und Toasten nahm der Kommers einen schönen Verlauf. Die heutige Sprudelfeier hatte zahlreiche Festgäste aus nah und fern herbeigelockt. Sämtliche Eisenbahnzüge waren überfüllt und brachten Hunderte von Gästen, auch aus Gießen, Frankfurt und Homburg. Die Stadt zeigt reichen Flaggenschmuck. Morgen ist Festvorstellung im THeater, abends Feuerwerk auf der Terrasse und bengalische Beleuchtung des Sprudels.

R.-B. Darmstadt, 15. Mai. (Eigener Draht­bericht.) Der 51 Jahre alte Werkführer Schiller hat sich nu§ unbekannten Gründen in der vergangenen Nacht er­hängt. Gestern abend befand er sich noch in der besten Stimmung. Er hinterläßt eine Frau und neun un­versorgte Kinder.

li. Frankfurt a. M., 13. Mai. Der Kronprinz hat seinen für die nächsten Tage in Aussicht gestellten Besuch in Frankfurt a b g e s a a t.

vernrrsäsres.

* Die Gräfin Montignoso. Der König von Sachsen empfing, wie aus Dresden gemeldet wird, den Justiz­minister Dr. Otto in der Angelegenheit der Gräfin Mon­tignoso und genehmigte den neuen für die Gräfin vielfach günstigeren Vertrag. Die Sanktionierung des Vertrags erfolgt Dienstag durch die Unterschrift des Königs und des Kämmereramts.

.....- Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 15. Mai. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierunqeit der heutigen Frnchtmarktpre is e. Weizen Mk. 18.2500.00, Kurhessischer Mk. 18.2518.00, La Plata Mk. 18.2519.25, Kanias Mk. 18.2519.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.7515.25, Gerste (Wetterauers Mk. 17.7518.00, Franken- ielder Mk.00,0000,00, HaserMk. 14.5015.00, Mais Mk. 12.2512.50 Weizenmehl 0 Mk. 26.0027.00, 2. Qualität Mk. 24.50 bis Alk. 24.75, 3. Qualität Mk. 21.2521.50, Roggenmehl 0 Mk.21.5022.00,1. Qualität Mk. 19.0019.25, Weizenkleie Mk. 10.25 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.25-11.50, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 11.75, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 15. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."s. Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zum Verkaufe standen: 543 Ochsen, 240 aus Oest­reich, 61 Bullen, 2 au5 Oestreich, 832 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Oestreich, 250 Kälber, 208 Schake und Hämmel, 1375 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Cchaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pstmd Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität 7173Mk., 2. Qual 6566 Mk., 3. Qual. 59-62Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 5961 Mk.; Kühe 1. Qual. 6870 Mk., 2.Qual. 6062 Mk., .3. Qual. 4951 Mk, 4. Qual. 4244 Mk., 5. Qual. 00OOMk. Kälber: 1. Qual. 879OPfg., Lebendgewicht 5254 Pf., 2. Qual. 8286 Pfg., Lebendgewicht 1951 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg., Schlachtgewicht 6064 Pfg., Schafe: l.Qual. 7274, 2 Qual. 6466 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6768 Pfg., Lebendgew. 53.50 Pfg., 2.Qual. 66 Pfg., Lebendgewicht 5200 Pfg., 3. Qual. 6062 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh nut, kein Ueberstand.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 16. Mai 1905: Wolkig nach etwas milderer Nacht. Tagestemperatur keine Aenderung.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Hriqinal-^raljimetöungen.

Toulon, 14. Mai. Man ist noch immer ohne Nachricht von dem BooteQuand Meme", das an der Wettfahrt Algier- Toulon teilnahty und 11 Personen, darunter den Herzog von Decazes, an Bord hat, ebenso von dem TorvedojägerArbalete", der die Quand Meme eskortierte. Man hofft, daß es ihnen ge­lungen ist, Korsika zu erreichen.

Petersburg, 14. Mai. Der Sonntag ist ruhig verlaufen. Zwei unbedeutende Versuche, auf dem Preobrajens- koje-Kirchhof, wo die am 22. Januar Gefallenen begraben sind, Kundgebungen zu veranstalten, schlugen fehl. Auch ben auS aus Moskau, Saratow, Mait, Kronstadt, Rostow, Kischinew, Jeka- terinodar, Tomsk, Tiflis Kiew und Wologda eingegangenen Meld­ungen zufolge herrscht den Tag über Ruhe.

Saigon, 14. Mai. lAg. Hav,) Ein Agitator namens O n g m e, der sich als Abgesandter Buddhas bezeichnet, griff mit etwa 40 bewaffneten Individuen ein Dorf mitten tm Walde bei Bienb^a an. Es entspann sich ein kurzer Kampf mit fran- zösischen Schützen; ein französischer Hauptmann wurde verwundet, ch Schütze getötet und zwei andere verwundet. Sechszchn An­greifer wurden getötet, darunter angeblich auch Ongme. Zehn wurden verwundet und der Rest gefangen genommen. Man glaubt, daß es sich um Räuber handle. Die Ruhe ist wieder her- gestellt. MÄizsoldaten verhafteten heute abend den Agitator Ongme, von dem man glaubte, daß er gefallen sei. Öngme, der nur verwundet ist, ist ein Schwärmer. Er behauptet, die Gottheit Vuddl>a§ gab ihm den Auftrag, die Kranken zu heilen und die Völker zu beftejen.

Menschen gebrauchen zur Haut- und Schönheitspflege nur die an Milde, Sein-

®'1, Myrrholinseife. bV

Bekanntmachung.

Betr.: Abhaltung von Viehmärtten.

Wir machen ausdrücklich auf die nachstehenden Veltimm- hngen der Viehmarktordnung aufmerksam unter Hinweis darauf, daß Zuwiderhandlungen zur Anzeige gebracht und bestraft werden.

§ 4. Das Handeln mit Vieh, ausschließlich der Pferde, außerhalb des Marktplatzes ist im Stadtbezirk Gießen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen an den Markttagen und während der vier vorhergehenden Tage verboten. Unter Handeln wird jede auf Kauf, Verkauf, Tausch, Besitzübertragung, oder anderweite Festsetzung eines bereits vereinbarten Kauf­preises gerichtete Tätigkeit verstanden.

§ 6. DaS Durchtreiben der Tiere durch die Stadt nach den Stallungen und dem Marktplatze bat auf dem kürzesten Wege und ohne Aufenthalt unterwegs zu erfolgen. Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen innerhalb ber Stadt ist das Aufstellen und Stehenlassen von Vieh, sowie jede Verkehrsstörung verboten.

Gießen, den 12. Mal 1905.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Herberg.

Kelranntmachung.

Betr.: 9lbhaltung der Viehmärkte.

Vom 16. Mai l. Is. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Vieh auf dem Viehmarktvlatz am jeweiligen ersten Viehmarkttage um 6 Uljr vormittags, am jeweiligen zweiten Viehmarkttage um 7 Uhr vormittags.

Gießen, den 12. Mai 1905.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Herberg.

Bekanntmachung.

Tik NachttagS-Heberolle über die Beiträge zur land- nnd fsrsiwirtschaftlichen BcrufSgenoffenschaft für das Jahr 1904 liegt von heute an während vierzehn Tagen ans ber unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Tlblauf der OffenlegunqSfrist, kann der in der Hebe­rolle als beitraqSpsiichliq in Anspruch Genommene gegen die Beitrags- bercchnung bei dem Vorstande der land- und forstwirfichaftlichen Bernfs« genoffenschajt Einspruch erheben ls. § 15 der Verordnung v. 31. Mai 1902).

Gießen, den 11. Mai 1905. B18/6

Großherzoalie' e Bürgermeisterei Gießen.

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