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13.7.1905 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 13. J«n i»vo

Ire heutige Mumm er umfaßt 8 Seiten.

geifterung ausgenommen

ic uns Sicherheit gab. Die

1

155t Jahrgang

Deutschland und Frankreich.

Die Verhandlungen zwischen der deutschen und frcmzös. Regierung sind noch keineswegs abgeschlossen, sondern: werden jetzt eingehend fortgesetzt. Der deutschen Regierung liegt zu­nächst viel an der Annahme der Konferenz. Jetzt, nachdem Rouvier die Konferenz angenommen hat, ist die deutsche Regierung, um ihr Entgegenkommen und ihren Wunsch zu einer völligen Verständigung zu beweisen, bereit, in eine detaillierte Aussprache über die Zwecke und Ziele der Konferenz einzutreten.

Rouvier, der übrigens am Mittwoch den Besuch des Fürsten Nadolin empfing, wurde am Nachmittag in der Kammer von dem Nationalisten Miklevoyc bezüglich der Beziehungen Frankreichs zu den anderen Mächten inter­pelliert. Er antwortete, er werde, so bald es die Um­stände erlauben, die Mitteilungen darüber machen, die die Kammer interessieren können. Beim Wiederzusammentritt des Hauses int Oktober werde er ein Gelb buch verteilen

Ausland.

London, 12. Juli. (Unterhaus.) Premierminister Balfour antwortete aus eine Anfrage wegen des Gerüchts, daß ein ausländisches Syndikat im Süden von Wales Kohlenbergwerke zu erwerben suche, daß er nicht

land dar. Wir hatten das Recht, ihm davon keine Mit­teilung zu machen. (?) Redner billigte die Annahme der Konferenz unter der Bedingung, daß man auf dem Boden des französisch-englischen U e b e r e i n k o m- me ns bleibe. Archd6acon (Nationalist) wünschte zu wissen, ob Rouvier die Politik Delcassss fortsetze, oder ob er eine n e u e P o l i t i k in die Wege geleitet habe. Rouvier gab hierauf keine Antwort. Stls dann die Kammer in 'die Einzelberatung des Budgets der direkten Steuern eintreten wollte, verlangte Beb er (Soz.), daß man vorher den Gesetzentwurf über die Einkommensteuer berate. Rouvier bekämpfte diesen Antrag und stellte eine We rtrauensfrage und der Antrag Vcber wurde mit etwa 100 Stimmen Mehrheit ab gelehnt.,

Der PariserGaulois" veröffentlicht übrigens eine angebliche Unterredung mit dem ehemaligen Mi­nister D e l c a s s 6, wonach dieser u. a. folgendes gesagt haben soll:

Eine ernsthafte und wirksame Politik macht man heutzutage nicht auf Grund von Sympathie- oder Antipathie- gefühlcn, sondern mit Rücksicht auf die I n t c r e s s e n^ Die I n - leressen Frankreichs sind auf cn glischer Seite. Eng­land ist unser bester Käufer. WaskauftDeutschlandvon uns? Nichts, oder fast nichts. Dagegen verkauft uns Deutschland alles, was es kann. Frankreich kann England die .Herrschaft zur See nicht streitig machen. Es war deshalb das Klügste, sich vor der Vernunft zu beugen und zu berechnen, welchen Wert der englische Beistand in gewissen, Even­tualitäten für uns haben kann. Dieser Beistand hat für uns den Wert, daß Deutschland in die Unmöglichkeit ver­setzt würde, uns den Krieg zu erklären. Was ver­möchte 3m Falle eines Krieges, wo England mit unä wäre, die deutsche Flotte? Was würde aus den Häfen, dem Handel und der Handelsmarine Deutschlands? Eine voll­ständige Vernichtung derselben wäre die Folge. Tas ist die Vcdeutnng des wohlvorbereiteten und wahlberechtigten Be­suches eines englischen Geschwaders in Brest. (Vgl. die heutige Auslandsmeldung aus Brest.) , Der Gegenbesuch eines französischen Geschwaders in Plymouth tvirb diese Kundgebung vervollständigen. Das Einvernehmen Franttctchs und Englands und die Vereinigung ihrer beiden Flotten schaffen ein so furchtbares Kriegswerkzeug, daß weder Deutsch­land, noch sonst eine Macht eine Vernichtung zur See riskieren wollte. Die Entente mit England bedeutet außerdem die An­bahnung besserer Beziehungen zwischen Rußland und England. Das war die Ueberraschung, welche das gute Em- vernehmen mit England der Welt bereiten konnte. Aelcasso habe sodann die Sitzung des Ministerrats geschildert, m welcher er seine Entlassung gab. Delcassö setzte seine Pläne eines n d-- nisses mitEngland auseinander. Die Minister erwiderten erschreckt:Aber Deutschland wird uns angreifen!, worauf Delcasse erwiderte: ,,Nmr denn, so n'.ag es uns stbueßlich angreisen: wir sind in der Lage zu antworten. Del- cassö erklärte schließlich, zur Konferenz sich zu begeben, set ein Fehler, und welch' ein Fehler."

Delcasse schien bei seinem Sturz auf den Mund gefallen zu sein. Der Mann der starken Worte und der kühnen Zeitungsartikel überraschte alle Welt durch ein langes Schweigen. Man fragte sich: Geschieht cs aus Patriotismus, um die Verhandlungen Rouvicrs mit dem Fürsten Bülow nicht zu stören, oder aus Beschämung ob des völligen Fehl­schlags seiner Kriegspolitit? Nichts von alledem. Delcasse hat nur den für ihn günstigen Zeitpunkt abgewartet, um zu sprechen, oen Zeitpunkt, wo nach der Aufregung. der letzten Wochen sich eine gewisse Abspannung der französischen Politiker bemächtigt hat, wo in die Erleichterung über die erzielte Verständigung sich ein klein wenig Verdruß mischt, dein festen Willen Deutschlands nachgeben zu müssen. Jetzt -hielt Delcassü den Augenblick gekommen, durch Vermittlung des nationalistischenGaulois" seine Politik in bengalische Beleuchtung zu rücken. Er bestätigt mit einer für einen ehemaligen Staatsmann verblüffenden Offenherzigkeit, daß er einen Krieg mit Deutschland nicht gescheut haben würde. Man kann sich vorstellen, welche Bestürzung

die oben zitierten Worte Delcasses im französischen Ministcr- rat hervorriefen, der augenscheinlich auf einen so bedenk­lichen Stand der Dinge gar nicht vorbereitet war. Worauf stützte sich nun Delcasse Zuversichtlichkeit? Nicht etwa auf Frankreichs überlegene Stärke, sondern auf Englands Beistand! Delcassß selbst behauptet nicht, daß er dieser Hilfe gewiß war. Er hatte, wie er sagt, Pläne für ein Bündnis mit England". Welchen Wert aber konnten bloße Pläne Delcasses haben in einerin mehr­facher Hinsicht gespannten und gefährlichen Situation"? Delcasse vertraute einfach darauf, daß im Kriegsfälle England mit dabei sein werde, die b eut scbeF1 otte zu vernichten, die Häfen, den Hande 1 nno die H a n- o e 1 s m a r i n e. Delcasses Begeisterung und Haß sah pro­phetischen Blickes, wie schlechterdings alles, was Deutsche geschaffen, dem unwiderstehlichen Elan der Franzosen und Engländer znm Opfer fiel. Delcasss ist von seinen nüchterner gesinnten Kollegen gehindert worden, diesen Daum weiter­zuspinnen. Die Pläne für ein Bündnis mit England scheinen vorläufig zu den Akten gelegt.

Delcaffö hatte aber noch einen zweiten Pfeil im Köcher: er gedachte eine endgiltige Verständigung zwischen Rußland und England herbeizuführen. Das wäre dann der neue Dreib und geworden. Eine ebenso phantastische Idee wie das Bündnis mit England. Al§ ob Rußland nicht überall der Gegner Englands wäre, als ob man in Rußland von heute auf morgen den Anteil Englands an der Herbei- fühnmg des ostasiatifchen Krieges, mit allem Unglück für Rußland, vergehen könnte.

Die Enthüllungen Delcaffö's können in Deutschland von der heiteren Seite genommen werden, er ist ein abgetaner Mann. In Frankreich aber dürfte man jetzt erst über die ganze Größe Delcasse'scher Leichtfertigkeit mit Schrecken ins Klare kommen. Selten ist von einem Staatsrnanne in so geradezu verblendeter, wahnwitziger Weise mit dem Feuer gespielt worden. Unbegreiflich, daß ein fo überaus mäßiger Kopf so lange im Amte sich behaupten konnte. Denn was z. B. Delcassö über England alsbesten Kunden Frankreichs" sagt und über Deutschland,das unS nichts abkauff, ist lächerliche Schülerweisheit. Delcassö konnte die Blamage seiner unfreiwilligen Entfernung nur vervollständigen, indem er das Geständnis feiner Taten und Pläne an die Oeffentlich- keit brachte. ES bleibt aber doch sehr bemerkenswert, daß cS außer Herrn Delcasse, wie der obige Kammerbericht be­sagt, noch sonst recht einflußreiche Männer in Frankreich gibt, die die neue Freundschaft mit England höher bewerten, als sie das Recht dazu haben. Tenn wer auf England vertraut, hat nicht auf festen Grund geb.*«*.

Eine rein dekorative Reichsinstitution.

DieNorddeutsche" meldet:

In Anwesenheit des Reichskanzlers Fürsten v. Bülow trat am Mittwoch b'ormittag her Bundesrat sausschuß für auswärtige Ange l e genh eit en unter dem Vorsitze des bayerischen Staatsministers F-rhrn. v. Podewils zusammen. Vertreten waren außer Bayern, Sachsen durch Staatstninister Frhr. v. Metzsch, Württemberg durch Staatsminister Frhr. von Soden und durch den Gesandten Dr. Frhr. v. Varnbüler, Baden durch den Minister Frhr. Marschall v. Bieberstein und Mecklen­burg-Schwerin durch Staatsminister Graf v. Dasfewitz-Levetzow und den Gesandten v. Oertzen. Der Sitzung wohnte ferner der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richthofen bei. Reichs­kanzler Fürst Bülow nahm das Wort, um in längerer Ausführung dem BundeSratsausschuffe Mitteilungen über die Vorgänge und Verhandlungen zu machen betreffend den deutsch-fran­zösischen Notenwechsel wegen der vom Sultan von Ma­rokko vorgeschlagenen Konferenz. Im Anschlüsse daran gab der Reichskanzler einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der marokkanischen Angelegenheit. Der Vorsitzende Frhr. v. Pode­in i 1S und Staatsminister d. Metzsch sprachen hierauf im Namen des Ausschusses und der vertretenden Negierungen den wärmsten Dank aus für die von dem Reichskanzler gemachten Mitteil­ungen. sowie daS volle Vertrauen, das die verbünde­ten Negierungen in die nach den Intentionen des Kaisers von dem Reichskanzler geleitete auswärtige Politik fetzen.

Es muß überraschen, daß der Bundesratsausschuß erst nach der Beilegung des Marokko-Konfliktes zusammen- berufen wurde, nur um die Mitteilung entgegenzunehmen von Entschlüssen, an deren Zustandekommen die Regierungen der Bundesstaaten keinen Anteil hatten. Wie sie selber darüber denken, danach wurden sie nicht gefragt. Den bundesstaat­lichen Ministern wurde nur gnäbigft Gelegenheit gegeben, hinterher authentische Nachrichten zu erhalten übereine bereits abgefchlofseiie Angelegenheit von immenser Be­deutung und vor Berlin zum Schluffe ihren hochachtungs­vollen Knicks zu machen. Man ersieht also lsieraus, daß der Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten", dem der bayerische Ministerpräsident vorzusitzen die Ehre hat, eine Institution von nur dekorativer Bedeutung ist, ohne ratenden und tatenben Wert. Die hessische Regierung hat, wie aus ber offiziösen Melbung hervorgeht, die Rolle des höflich und ergebenft schweigenden Zuhörers nicht mitspielen brauchen. Der Ausschuß besteht nämlich aus den Bevollmächtigten der Königreiche Bayern, Sachsen nnd Württemberg und zwei vom Bundesrat alljährlich zu wählenden Bevollmächtigten anderer Bundesstaaten.

Nr. I«Ä

außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger »erben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- Wttitt viermal in der Woche beigelegt.

AotationSdruck u. Ter­lag bet Brü h l'schen Unwers.-Buch-». Stein- brudertL St. Sang«.

Rtbaftton, «rpebttü» und Druckerei:

GQ ulsteatze 7.

Adreße für Devejchenr Lvzetger Gieße».

FkmsvrrchanlchlußNr 51.

lassen unb die nötigen Erläuterungen geben. Millevoye erklärte daraus, daß er gegen diesen Aufschub nichts cin- zuwenden habe, Dcnys-Cochin (kons.) ersuchte dann um einige Aufklärungen über die auswärtige Politik pnd sprach die Ansicht aus, daß die gegenwärtige Lage zu einer Abänderung dieser Politik führen könne. Bezüglich der Marokkofrage stellte der Redner mit Befriedigung fest, daß Deutschland die besondere Lage anerkannte, die für Frankreich in Marokko bestehe. Er fügte hinzu: Wenn Frankreich die Allianz mit Rußland mit so großer Be­hüt, fo geschah es darum, weil :e Nieoerlagen haben das rusfi­sche Reich geschwächt. Es war also ganz natürlich für Frankreich, das Entgegenkommen Englands an- zunehmen. Das Marokko-Uebereinkommcn stellte in keiner Weise eine Herausforderung an Deutsch-

sagen könne, ob es eine Begründung habe. Es ist klar, fuhr Balfour fort, daß wir nicht gleichgültige Zuschauer bei irgend welchen Transaktionen bleiben können, da wir einem ausländischen Syndikat oder einer Negierung die einzigen Quellen der Bewegnngsfähigkcit unserer Schiffe aushändigen würden, und ein solches beispielloses Vorgehen würde eine außerordentliche Behandlung nötig machen. Keir Hardie, Mitglied der Arbeiterpartei, drängt die Regierung, dafür zu sorgen, daß ein Gesetz eingebracht werde, das sich mit den Arbeitslosen beschäftigt. Hardie erklärt, daß das Gesetz höchst wichtig sei, und wenn es in dieser Session nicht ein­gebracht würde, würde es Revolten und Ruhestörungen geben, und er hoffe, daß es dazu komnien möge. Diese Bemerkung rief bei den Ministeriellen Protestrufe hervor, worauf Hardie ausricf:Gut gefütterte Tiere können schreien, aber was ich sage, ist wahr."

Die Prinzessin von Wales ist heute vormittag von einem Prinzen entbunden worden.

Paris, 12. Juli. Der Abg. d'EstournelleS richtete an Ministerpräsident Rouvier ein Schreiben, in welchem er bittet, in den Konflikt zwischen Norwegen unb Schwe­ben einzugreifen. Er glaube, ein versöhnliches Wort würde von niemandem als unberufene Einmischung an­gesehen, dagegen von beiden Völkern mit Dank ausgenommen werden.

Die Kammer nahm die ersten 18 Artikel des Gesetz» entrourfeS betr. bie Zwangsversicherung von Greisen und Siechen an.

Brest, 12. Juli. Bei bem Frühstück, das heute an Bord beSKing Ebwarb" stattfand, brachte Admiral May einen Trinkspruch auf Sou bet aus, der die Bewunderung des englischen Volkes besitze. Admiral Caillard trank auf bie Gesundheit des Königs und der Königin von England; May sprach die Hoffnung aus, baß bie Begegnung der beiden Flotten, bas heiße ber beiden Nationen, bas gegenwärtige herzliche Einvernehmen noch verstärken werde. Er trinke auf lange Dauer dieses Einvernehmens und den Ruhm und die Wohlfahrt Frankreichs. In seiner Antwort erklärte Caillard, daß die von May ausgesprochenen Gefühle von allen geteilt würden. Er freue sich, zu sehen, wie die Stäbe und Mannschaften beider Flotten sich in denselben Gefühlen maritimer Solidarität begegneten.

Tanger, 12. Juli. (Reuter.) Hadjahmed el TorreS, Vertreter des Sultans in Tanger, erhielt ein Telegramm, das den glänzenden Sieg der kaiserlichen Trup­pen über die Anhänger deS Prätendenten in der Nähe von Udja meldet. Der Prätendent entkam, doch ließ er auf dem Schlachtfelde viele Tote und Verwundete zurück.

Wie es i« Kußland aussteyt.

Der in Wien eingetroffene russische Oberstjägermeister Fürst Peter Trübetzkoi sagte einem Journalisten, er glaube nicht, daß der Zar beabsichtigt, nach Moskau überzusiedeln. Auf die Frage, wie er den Zaren fand, den er vor sechs Tagen sprach, antwortete Trubetzkoi:Es fällt mir schwer, darauf zu antworten; dem Zaren gehen natürlich die gegen­wärtigen Verhältnisse sehr zu Herzen, am ganzen Hofe ist man sehr deprimiert."

DerPotemkin" ist nun endlich in Konstanza von dem PanzerTfchestma" ins Schlepptau genommen worden und mit dem ganzen Geschwader dort abgefahren. Der Sekretär des internationalen sozialistischen Bureaus in Brüssel erhielt aus Paris ein Telegramm, daß die beiden großen russischen Sozialistinnenparteien, deren Führerinnen Vera Latouitsch und Katharina DrechkowicS sind, ein ge­mischtes Komitee gebildet haben, das bezweckt, die aufrühre­rischen Matrosen des Potemkin zu verteidigen. Die Meldung, daß derPotemkin" auf feiner Irrfahrt ein deutsches Dorf an der Küste der Dobrudscha geplündert habe, wird von unterrichteter Seite als durchaus unzutreffend bezeichnet.

Ein peinlicher Vorfall hat sich in Lodz zwischen Offizieren zugetragen. Im Hotel Manteuffel grüßten die angetrunkenen Kofakenofsiziere Polemow und Szczukin nicht vorschriftsmäßig den Divisionsgeneral Szaiilow. Auf dessen Mahnung erwiderten die Kosaken:Wenn die Panzerschiffe revoltieren, können wir es auch!" Dabei drohten sie dem General mit den Fäusten. Man rief Dragoner hinzu, welche beide Ofsiziere arretierten und dem Kriegsgericht übergaben. Ein großer Teil der in Lodz gacnisonierenden Kofakensothien wurde wegen Plün­derungen und Morden auch dem Kriegsgericht über­wiesen. Täglich sieht man auf den Straßen arretierte und mit Fesseln gebundene Kosaken unter starker Eskorte trans­portiert. Bei den Kasernenrevisionen fand man viele goldne Uhren, andere Wertgegenstände und bares Geld in Masse« bei denarmen" Kosaken. Die Inhaber der gefloßenen Wertsachen sind meistens ermordet worden.

Nach Meldungen aus Reval haben dort etwa 700 Mann von der ruff. Flotte sich geweigert, daS Mit­tagessen, bas sie als ungeniegbar bezeichneten, KU sich ru nehmen. Sie entsendeten eine Abordnung zmn Kvrmnan- o unten, berfefbe kostete bie Speisen unb fanb bie Klagen ber Matrosen gerechtfertigt. Ter Kompagniekommanbant wurde deshalb von der Leitung der Mannschaftsverpflegnng enthoben und mit acht Tagen strengem Arrest bestraft. Die Matrosen erhoben gegen denselben auch die Beschuldig-

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" General-Anzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WWZ

zeigentell: Hans Becd