Ndv. 12 Zweites Blatr.
155> Jahrgang
Samstag 14. Jannar 1905
Erscheint tLgNch mtt Ausnahme bei Sonntags.
Die „Siebener KamilienblStter- werden dem ySlnüetger viermal wöchentlich betgelegt Der bheistich« CaeOwkt* erscheint monatlich einmal
Gießener Anzeiger
Rotationsdruck and Verlag der Brüht Ich« UmverfttätSdruckerei. 9L Lange. Gietzm.
Redaktion. Expedition n. Druckerei: Schulstr.L. Del. Nr, 6L Telegr^Adr.» Anzeiger Eiehen»
General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.
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) Für Gießen in „N o m a ck" umzuändern.
Oberarzt in Heppenheim.
Für bauliche Veränderungen in dem Gebäude Amtsgerichts I in Darmstadt sollen 10 900 Mk.
fordert.
Für die neuen Gießener Kliniken waren nach dem Hauptvoranschlag 1901/02 120 000 Mk bewilligt worden zum Ankauf von 60 000 Quadratmeter Gelände zu 2 Mk. für den Quadratmeter. Jetzt schlägt die Regierung eine andere Verteilung der Summe für die erforderlick^en Llnkäufe vor, da das längs der Südostgrenze der neuen Kliniken vorgesehene Gelände in seiner Lage nicht so günstig erscheint wie das südöstlich der, neuen chirurgischen und ovbtbalmologischen Klinil. gelegene Gelände.
Unter Berücksichtigung dieser Abänderungsvorschläge würde dann die Summe der Einnahmen und Ausgaben des 1. Teil „Für die Verwaltung" je 54 595 281 Mk. 62 Pfg., die Summe der Einnahmen und Ausgaben des 2. Teils „Für das Vermögen" je 18 090 865 Mk. 86 Pfg. und die Hauptsumme aller Einnahmen und Ausgaben je 72 686 147 Mk. 48 Pfg. betragen.
Unmenschlich, überirdisch schon, Mit fciieiTütcn Hängewangen Sieht er die Tante vor sich stehn. Da faßt ein namenlos Entsetzen DeS Onkels Herz, er irrt allein, Kein Whist, kein Skat will ihn eraeizen, Er flieht des Stannntischs wilde Rerh'n. Oder der Schattenfürst führt die Mutter fort Mitten ans der Kinder achte, Tie der gute Storch ihr brachte,
Nachträge zu dem Hess. Hauptvoranschlag für 1905.
Zu dein Haupt Voranschlag, über den wir seinerzeit eingehend berichteten, sind eine Anzahl Nachträge und Berichtigungen notwendig geworden, die in einer besonderen Regierungsvorlage^der zweiten Kammer unterbreitet wurden. Es, hantelt sich zunächst größtenteils um Ausgaben, welche infolge notwendig gewordener Neubauten oder Umbauten, bezw. Renovierungen gefordert werden, so 15 400 Mk. für Herrichtung einer Kaffeeküche und eines Büffets nebst Kellerräumen im Teichhause zu Bad-Nauheim, da bei der zunehmenden Frequenz des Teichhauses die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen. Ein finanzieller Nachteil für die Badeverwaltung wird dadurch vermieden, daß der Pächter des Teichhauses die Baukosten nach der Fertigstellung mit 4 Proz. verzinsen will. , ,
Für die Realschule in Alzey soll eine neue Ober- lehrer stelle eingerichtet werden, für die 2800 Mk. gefordert werden.
Bei dem Kapitel „L a n d e s h o s p i t a l Hofheim" beantragt die Negierung, dem dortigen zweiten Arzte die Wohltaten des Art. 27 des Ges. v. 9 Juni 1898, die Besoldungen der Staatsbeamten betr., zuteil werden zu lassen, da diesem bisher Anspruch auf freie Dienstwohnung nicht zukam, sodaß er sich schlechter stellte als ein beinahe zwei Jahre später eingestellter
da der Krieg keinen fühlbaren Einfluß auf. den kommerziellen Verkehr ausübte.
Das Expose gibt sodann die wesentlichen Angaben über die finanzielle wirtschaftliche Lage Rußlands. Der MnanYminifter führt aus, daß diese das Vertrauen zu den Finanzen Rußlands nicht erschüb- tern, iher stärken dürfte. Elf Monate nach dem Kriegsbeginn habe das Münzsystem des Staates seine volle Festrg-- keit bewahrt. Der Rubelpreis blieb unverändert. Durch Realisierung der fi'mfprozentigen Schatzscheine im Auslande stieg der Goldbarbestand von 1058 Millionen Ende 1903k auf 1237 Millionen 14. Juli 1904, der bis 21. Dezember sich nicht verminderte. Diese Lage des Goldbarbestandes sei ein günstiges Symptom. 1904 seien 725 Mill. Pud> Getreide geerntet worden, 6.4 Prozent mehr als 1902>< dem ertragreichsten Jahre des -letzten Jahrzehnts. Tteri Einfluß des Krieges mache sich hauptsächlich in dem Produktionsrückgänge an Verbrauchsgegenständen für die wohlhabende Bevölkerung geltend. Der internationale Warenaustausch Rußlands in den ersten elf Monaten von 1904 betrage 1375 Mill, und blieb nur wenig hinter dem ausnahmsweise günstigen Jahre 1903 zurück. Eine tiefgreifende Störung! des Staatshaushaltes und der Volkswirtschaft sei nicht! eingetreten Dies zeuge für den in wirtschaftlicher Hinsicht befriedigenden Verlauf des ersten Kriegsjahres, wenn auch die Einwirkung der Kriegszeit auf die wirtschaftlichen Verhältnisse unbestreitbar sei.
— Ra ab bau in der Schule. Die von Jeaunot Freiherr v. Oftotthuß herausgegebene Monatsschrift „Der Tür in er" (Verlag von Greiner n. Pfeiffer in Stuttgart) zitiert aus dem Marbacber Schillerbuch folgende Aeußeruug des Bonner Literaturhistorikers Prof. Dr. Berthold Litzmnuu über den K u n st w e r t von Schillers Ball adcn: „Zufolge der un seligen Einrichtung, daß die Schillerscheu Balladen um ihres Sittlichen Gehaltes willen auf der Schule als Lehrstoff verarbeitet werden, besteht die dringende Gefahr, daß das Bewußtsein, mit welchen Kunstwerken allerersten Ranges wir es bei den Schlier-
Ans Stadt und Land.
Gießen, 14. Januar 1905.
* * Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen, Professor Dietrich zu Bingen, zum Oberlehrer an dem Gymnasium und der Oberrealschule zu Worms ernannt.
Ein Fürst als Dogmatiker. Von der Prinzessin Eleonore, unserer zukünftigen Groß Herzogin, kirchlichem Sinne, von ihrer gesegneten Tätigkeit in dem Kindergottesdienst zu Lich ist vor Kurzem von uns bereits berichtet worden. Heute teilt uns ein alter rheinheff. Leser und Freund unseres Blattes mit, daß ein Vorfahre des jetzigen Fürstlich Lich'schen Hauses ein geistreich geschriebenes theologisches Merkchen herausgegeben hat. Unser Herr Gewährsmann hat es im Anfang der 60er Jahre deS vor. Jahrhunderts mit größtem Interesse gelesen, und es macht ihm Freude, wieder einmal hinzuweisen auf: „Die Grundzüge christlicher Dogmatik" rc. von L. F. z. S., mit Vorwort, unterzeichnet: Lich, im April 1859 (Verlag von Heyers Universitäts-Buchhandlung zu Gießen. Gr. Oktav, 146 S.). Der Herr Verfasser, vom res. Standpunkte ausgehend, steht, so schreibt unser Freund, freundlich zur Union, die aber keine dritte evangelische Konsessionskirche sein will oder ist.
* * 25jahriges Dienstjubiläum. Am 16. Januar ist Oberwachtmeister Sehwarz 25 Jahre beim Großh. Hess. Gendarmeriekorps im Dienst. Vom Jahre 1869 bis 1880 stand er im Dragonerregiment Nr. 24 und machte mit ihm den Feldzug mit.
• • Sil berne Hochzeit feierten hier Zugführer Reusch und Ehefrau.
• * Eine „Oberhessische Geflügelzucht-, Mast- und Verwertungs-Genossenschaft m. b. H." wurde am 11. d. MtS. in Friedberg gegründet. Die Gesellschaft hat den Zweck, die Gestügelmas! im Großen zu betreiben und die Verwertung von Gestügelprodukten, insbesondere von Eiern, in die Hand zu nehmen. Ueber den Sitz der Genossenschaft sind endgiltige Beschlüsse noch nicht gefaßt, da hierfür die Absatzverhältnisse maßgebend sein müssen. Die Mitgliedschaft können Privatpersonen, Vereine und Genossenschaften, welche mindestens einen Geschäftsanteil übernehmen, erwerben. Der Geschäftsanteil ist auf 50 Mk. festgesetzt; es ist hiermit eine Haftsumme von 100 Mk. verbunden. Jeder Geschäftsanteil giebt die Berechtigung, Geflügel und Geflügelprodukte bis zur Höhe von 100 Mk. durch die Genossenschaft zu verwerten. Da es erwünscht erscheint, daß das neue Unternehmen im Interesse unserer oberhessischen Geflügelzucht eine möglichst weite Ausdehnung erhält, wollen wird daraus aufmerksam machen, ' daß weitere Auskunft die Herren: Oeko- nomierat Hofsmann in Hof-Güll bei Lich, F. Leipold in Münzenberg, Oekonomierat Leithiger in Alsfeld, August Schwan in Gießen, Gutspachter Bornemann in Obbornhofen, Lehrer Knaup in Klein-Karben und Oekonomierat Ceblenke in Friedberg erteilen, und daß diese Herren auch
ans Windhuk Hieltet: An Typhus gestorben: Unteroffizier Mwlf Bergander. In den Gefechten bei Gochas am 5. Januar und bei Zwartfontein am 7. Januar sind gefallen: Oberleutnant Ehristian Ahrens, geb. 1873 zu Hullersen, früher Pionier-Bataillon Nr. 19, und sechs Mann. — Schwer verwundet: Oberleutnant Wilh. Groos, geb. 1872 zu Wunstorf, früher Feld.-Art.-Regt. Nr. 22; Leutnant Alexander Effnert, geb. 1875 zu Villich, früher Pionier- Bataillon Nr. 21: Leutnant Heinrich Freiherr v. Malt- zahn, geb. 1880 zu Köslin, früher Königin Elisabeth Garte- Grenadierreaiment: Oberveterinär Adolf I a n tz e, geb. 1873 zu Oldau, früher Leib-Garde-Husaren-Neaiment; und 8 Mann. Leicht verwundet: 1 Offizier und 12 Mann. Liste der Namen folgt. ___________
Kleines Ieuilkeion.
— Das Lied von der Glocke. Für Frankfurt a. M. hat man zum Schulgebrauch den unmoralischen Schiller mit Moralin desinfiziert und das in weiteren Kreisen bekannte „Lied von der Glocke" bedenklieh kastriert, indem man alles strich oder änderte, was einen Hinweis auf die Entstehung des Menschen oder die Beziehungen der Geschlechter enthielt, ja, selbst „der Mutterliebe zarte Sorgen" sind mit Recht als unzart empfunden worden. Da man allgemein diesem Beispiel zu folgen gedenkt, so schlägt in der ,Berl. Ztg." ein Pseudonymus folgende Aenderungen vor:
Ihm ruh'n noch in der Zeitentruhe
Die Freud' und Qualen, Hast und Ruhe, Professor Soxleth keusch verborgen Beschützet seinen gold'nen Morgen.
Und dann:
Vom Onkel reißt sich stolz die Tante, Cie stürmt zu Wertheim*) wild Humus, Durchmißt den Saal der Prachtgewailde Und sucht da« Teuerste sich an8.
Und riesig in der Tugeird Prangen,
gesetzt werten.
Dem Beispiele Preußens folgend, möchte die Regierung den Eisenbahnen einen Dispositionsfonds für unvorhergesehene Fälle eines baulichen Bedürfnisses und für vor- sorglichn Grunterwerb schaffen, da sich diese Maßregel in Preußen sehr bewährt habe. Es werden deshalb hierfür 450 000 Mk. ge-
Komische Taaevschau.
Der Voranschlag zum russischen Staatsbudget für 1905.
Der soeben veröffentlichte Voranschlag zum russischen Staatsbudget für 1905 führt auf: Ordentliche Einnahmen 1977 045 618 Rubel, außerordentliche 17 588 638, ordentliche Ausgaben 1 910 065 571, außerordentliche 78 568 685 Rubel.
Das Exposö des F i n a n z m i n i st e r s weist darauf hin, daß das Budget laut Verfügung von 1893 keine Kredite für die bevor st ehenden Kriegsausgaben enthält. Tie Mittel dafür sind nach Berechnung des Finanzministers, falls der Krieg 1905 andauern sollte, teils vorhanden und können anderster ls ohne Schwierigkeiten beschafft werden. Die Gesamtsumme bis zum Jahresschluß der in allen.Ressorts eröffneten außerordentlichen Kriegskredite beträgt 621000 000 Rubel, wodurch noch ein Teil der Ausgaben für 1905 gedeckt werde. Im Januar 1901 verfügte die Reichsrentei über einen freien Barbestand von 352.4 Mill. Rubel. Diese wurden durch Einschränkung der Staatsausgaben, die Emission fiinsproz en tiger und 3.6prozentiger Schatzscheine abzüglich der außerordentlichen Ausgaben auf 717.4 Mill, erhöht, welche für Kriegs ausgaben von 1904 benutzt wurden. Die Ausgaben im Budget für 1905 sind gegen das Vorjahr um 65.5 Mill, gekürzt. Erhöht wurdet! Kriegs - Marin eb u d g e t, Staalsschuldbudget, das des Ministeriums des Innen':, eingeschränkt das Budget des Verkehrsministeriums und erheblich das Budget des Finanzministeriums. Unter den außerordentlichen Ausgaben der Eisenbahn stehen 10 Millionen für das zweite Geleise der sibirischen Bahn. Die Mehrkosten der Trans^- baikalbahn betragen 1800 000 Rubel. Gegen 1904 sind geringer cmgesetzt die Einnahmen aus dem Branntweinverkauf und den Zöllen. Erhöht sind die Eisenbahneinnahmen,
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Südwestasrika vor der Andgelkommisflon. L
Berlin,. 13. Jan.
In ter heutigen Sitzuüg ter Bndgetkommissio n des 1 Reichstages gab Staatssekretär v. Stengel namens des ; Reichskanzlers folgende Erklärung ab: „Der Na ch t r a g s- etat für Südwestafrika enthält zweierlei: einerseits me. Usher entstandenen über- und außeretatsmäßigen Ausgaben, andererseits den Voranschlag für die künftigen, im Rewnungsiayr 1904 noch erwachsenden Ausgaben. In ter nachträglichen Genehmigung für den Reichstag kommen nur die ersteren in Betracht. Bei ter 25orbcratung der Gesetzesvorlage durch die Kolomal- abteilung und durch das Reichsschatzamt war davon ausgegangen worden, daß die gesetzgebenden Faktoren die Erteilung einer förmlichen Indemnität wegen jener Ausgaben im Hinblick auf bte vom Reichskanzler am 9. Mai im Plenum des Reistages abgegebene Erklärung rricht für geboten erachten würden. Nachdem bei ter gestrigen Kommiffionsberatung der Meinung Ausdruck gegeben worden ist, daß es bezüglich jener Ausgaben einer förmlichen Erteilung der Indemnität bedürfe und diese Auffassung der Kommission zur Kenntnis des Reichskanzlers gebracht worden ist, trägt dieser kein Bedenken, dem geäußerten Verlangen st a t t z u g e b e n. Der Reichskanzler würde sckwn in ter gestrigen Kommiffionssitzung eine entsprechende Erklärung haben abgeben lassen, wenn es sich nicht um eine Aenterung einer Gesetzesvorlage hantelte, die der Zustimmung des Bundesrats bedürfe. Diese Zustimmung habe ich im Auftrage des Reichskanzlers in ter gestrigen Sitzung des Bundesrates eingeholt. Indem ich tefan namens des Reichskanzlers für jene über- und außeretatsmäßigeu Ausgaben Indemnität nachsuche, erkläre ich zugleich das Einverständnis des Bundesrates damit, daß in den Gesetzentwurf folgende, dem § 6 des Gesetzes vom 25. Febr. 1901 betr. die o st a s i a t i s ch e Expedition nacbgebildete Bestimmung eingeschaltet werte: § 3 Für alle Ausgaben, welche auf den irrt §- 1 bezeichneten Betrag zu Verwendungszwecken des zugehörigen Nachtragsetats bereits geleistet sind, wird tent Reichskanzler Indemnität erteilt. Die bereits geleisteten Ausgaben kommest auf den un § 2 bewilligten Kredit in Anrechnung."
Einige Abgeordnete beantragen darauf, den § 3 ein zu fügen. Singer erllärt, die Erklärung des Reichskanzlers genüge ihm sticht: eine besondere Vorlage sei nötig, die an das Plenum gehen müffe. Nach längerer Debatte wird ter sozialdemoftatische Antrag gegen acht Stimmen abgelehnt
Kolonialdirektor Dr. S t ü b e l teilt mit, in den uächiten Tagen gehe dem Reichstage eine Darlegung zu. Mit den Verstärkungen, die noch auf dem Meere schwimmen, feien 519 Offiziere, 154 Beamte, 11 068 Manu, 9981 Pferde, 54 Geschütze und 16 Maschinengewehre auf dem Kriegsschauplätze. Bis Ende Dezember waren verausgabt 42 Mrll. Mark; sehr viel höher als bei der ostasiatischen Expedition würden die Kosten nicht werden. Gefallen sind bei der aktiven Schutztruppe 35 Offiziere, 75 Unteroffiziere und 363 Reiter; bei ter Marine 7 Offiziere, 11 Unteroffiziere imd 72 Gemeine; von Farmern imb der Reserve 12 Offiziere und 177 Mann.
Erzberger rügt, daß den Hinterbliebenen ter Tod ter Soldaten in wenig rücksichtsvoller Weise mitgeteilt werte.
Kapitän Capelle teilt mit, nach den Klagen über die Mitteilungen an die Eltern sei sofort eine besondere Stelle im Marineamt mit der Mitteilung an die Verwandten betraut worden.
Bebel richtet eine Anfrage über die Behandlung der gefangenen Ein geborenen an den Kvlonialsekretär. v. Trvtba hätte sich die Ausrottung ter Einzelnen zum Ziele gesetzt.
Dr. St übel erwiderte, die Erklärungen des Reichskanzlers oom 5. Dezember ließen keinen Zweifel, was mit ten- Hereros zu geschehen habe. v. Trotha habe sich nur die Aufgabe gesetzt gehabt, die Aufständischen nicht nur vollständig niederzukämpfen, sondern sie auch eventuell über die Grenzen hinauszudrängen, v. Trotha sei jedoch von dem Reichskanzler telegraphisch angewiesen worden, allen fteiwillig sich ergebenden Hereros, abgesehen von den unmittelbar Schuldigen und von den Führern, Aufnahme zu gewahren und den Hereros in geeigneter Weise bekanntzugeben, daß dies geschehen solle. Auch die guten Dienste der M issi o n en für die Unterbringung der Hereros solle er annehmen. Der Erfolg war, daß sich in ter letzten Zeit eine, Anzahl Hereros unseren Truppen gestellt und ihre Waffen abgeliefert haben. Um neue Ziele und Zwecke handle es sich bei dieser Expedition jetzt nicht. Das Ziel sei nach wie vor die Niederwerftmg des Auf- stantes. Die Möglichkeit des Vorauseilens privater Telegramme vor den amtlichen sei Wohl vorhanden, da die Behörden die Wahrheit ihrer Mitteilungen zuerst prüfen müssen.
Neue Kämpfe.
Nach einer Meldung General v. Trothas traf Oberst Deimling am 10. Januar mit den vereinigten Mteilungen Sengerte ststd Ritter in Stamprietfontein bei der Wteilung Meister ein. Es haben siegreich gefochten: Die Abteilung Ritter am 3.. Januar bei Hamchas gegen 200 Simon Kopper-Leute und Witbois, die bereinigten Abteilungen Lengerte und Ritter am 5. Januar bei Gochas gegen ten gesamten Simon Kopper-Stamm und am, 7. Januar bei Zwartfontein gegen d i e gesamten Witbois unter Hendrik Witboi, der unter dem Druck ter anmarschierenden Südtruppen von Meister abließ und sich gegen Deimling wandte. Der Auob-Abschnitt ist vom Feinde gänzlich gesäubert. Die Hottentotten sind zersprengt und haben insgesamt 150 Tote bei Zwartfontein und 22 Ochsenwagen verloren. Ihr Widerstreit war in allen Gefechten außerordentlich zäh. Unsere Truppen haben trotz der größten Anstrengungen mit hervorragender Tapferkeit gekämpft, was namentlich auch nach der Meldung Deimlings von der Llb- teilung Meister gilt, die ihren 5 0 Stunden langen Kampf mit einem siegreichen Sturm lauf abschloß.
Berlin, 13. Jan. (Amtliche Meldung.) Ein Telegramm
sichen Balladen zu tun haben, mehr und mehr bei uns schwmtell Keinem Zeick)eirlehrer fällt es ein, stümperhafte Anfänger nw ernt Apoll von Belvedere oder ter Juno Subobifi vor sündigen zu lasten; terfür sind einfache, gute Vorlagen da, die ter Schüler auch in diesem Anfangsstadinm verstehen und ttachbilden rann. Aber für unseren ästhetischen Unterricht ober für die paar Brocken, die davon im teutfdten Schulunterricht abfallen, da sind uns unsere Klaffiker, und Schiller vor allen Dingen, gerade gut genug, um von Quartanern und Tertianern in schauerlichen Dellamanonen und stümperhaften Stilübungen mißhandelt zu werden -He <voigf ist, daß die Jungen alle Freude und allen Respekt vor dem Krmftwerk verlieren und mit Schill erschen Bal sichen den m und die Vorstellung von un erträgt eher nioralificrentev -ty'nifl1 \ terie und höchstens von einer Reihe sckMklingender W o * binden fernen. Die Müffchen sind zu zählen, die. J. ' eine Schitter<sche Ballade ganz rein als Kunstwerk am firt) 111 ; lassen und genießen können. Und wenn sie e5 Jonnnt li >)i sie, ich spreche ans eigenster Erftchrung. sich die mH^aimcni i in reiferen Jahren selbst erwerben müssen, trotz der «chun, ti alles getan bat, ihnen für immer die reine Ute daran >\i verderben. Wenn wir so wie bisher toctfabreit, werden wn
Schiller UNS und Miseren Kindern halb völlig veilln < t baten. Hier wäre ein Warnuva iruf: „Vide.mt confnlcS am Püatz. Denn es hantelt sich um einen geistigen Raubbau, ter uns unermeßlichen Schi den tut."


