SaMstMg LI. Februar 1808
155. Jahrgang
Viertes Blatt.
Nr. 36
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Im Anschluß an die Vergebung der Arbeiten für
und Blechwaren
Papier-,
’S
Außerhalb der Tagesordnung im Schlachthaus desinfizierbar b ew illigt.
Den Achtuhrladenschluß
Erscheint E-Nch mit Ausnahme des Sonntag».
Die „Siebener Lamilienblatter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hessisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Unwersitätsdruckeret. R. Lange. Gieß«.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.I, Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. i Anzeiger Gieß«,
zugewtesen.
Für die Verbesserung der alten Stollen- ünlage der Großen-Buseck werden 2000 Mk. bewilligt.
Punkt 21 der Tagesordnung, die Kohlenbestellung /ür das Gaswerk betreffend, wird in das Programm der
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 9. Februar.
(Schluß.)
Königlich Preussische Staats-Medaille in unvergleichlich reicher Auswahl, ^mmer die neuesten und schönsten. - Solide und fcnr viutg. 4 Ausstellungs-Medaillen, 6 Hofliefcranten-Diplome. Deutschlands grösstes Spezial-Seidengeschäft Hech. Seidenstoff-Weberei Michels & Cä^ Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse.
Proben portofrei
Folgende Wirtschastsgesuche wurden genehmigt: das des Eberhard Blitschen für Schisfenbergerweg 63 und das des Gustav Laia)inger für Bruchstraße 11.
Am Schluß oer Sitzung verwestr Staow. Krumm auf den Zustand der Bahnhofstraße, der Anatomie gegenüber, hin, den er als himmelschreiend und ganz unhaltbar bezeichnet. — Oberbgm. 9jl c c u nt bemerkt, oieser Uebelstand, der in der Tat bestehe, sei entstanden, als auf Wunsch der Anatomie das Pflaster heraus gerissen und die Strecke chaussiert worden sei. Sobald mit den Pflasterungen in der Stadt begonnen werde, werde diese Strecke eine der ersten sein, die gepflastert würde.
Stadtv. Dr. Ebel sragte an, ob nicht jetzt die Zeit komme, da man an die Schnakenplage in Gießen denken und ihre EinschrünLung versuchen Lonne. Oberbgm. Mecum antwortet, dem näherzutreten, würde vielleicht auch eine dankbare Ausgabe des Verkehrsvereins sein; er würde sich freuen, wenn dieser sich des Gegenstandes bemächtigen würde. — Stadtv. Dr. Hab e r- Lorn erklärt, die Polizei scheine gegenwärtig in dieser Beziehung Schritte tun zu wollen. Ihm seien zur Begutachtung die Akten des Kreisamts Zeppenheim, wo auch mit Gr folg der Schnakenplage gesteuert wurde, zugegangen, und er glaube wohl, daß sich durch Verbrennung an den Wänden der Keller und durch Begreßen der stillpehenden Gewässer mit Petroleum manches' tun lassen werde, tzosfenl- lich schreiten d ie Versuche erfolgreich fori.
die Buchhandlungen,
werden, um einen Raum zu machen, 2 5 0 Mark
erhalten auf ihren Wunsch Gold- und Silber
und Lederhandlungen
Ans Stadt nnd Lattd.
Gießen, den 11. Februar 1905.
** Personal-Veränderungen der Ober-Post* direktion Darmstadt. Se. Majestät der Kaiser hat dem Postmeister Seel gen in Lauterbach den Roten Adlerorden IV. Klasse dem Postsekretär Philippi in Mücke den Kgll Kronenorden IV. Klasse, dem Ober-Postschaffner Glöckner in Alzey und Krämer in Darmstadt und dem Oberbriefträger Schneider in Worms — diesem beim Scheiden aus dem Dienste — das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. — Versetzt wurden der Ober-Telegraphenassistent Bergmann von Mainz nach Köln, der Postassistent Grüb von Gaualgesheim nach Mainz und die Telegraphen - Gehilfin Kinsberger von Frankfurt a. Main nach Bensheim. — Ueb ertragen wurde die Verwaltung der Vorsteherstelle des Postamts II in Neu-Isenburg dem Postsekretär Baldauf aus Bremerhaven. — Bestanden hat die Telegraphen- ekretärprüsung der Telegraphenasfistent Spies in Mainz. — Etats mäßig angestellt wurde als Postassistent der Postanwärter Wetz in Waldmichelbach. — Angenommen wurden zum Postgehilfen: die Oberrealschüler Kleinen und Wagner in Darmstadt, zu Telegraphengehilfen: der Real- ghmnasiast Anthes und der Realschüler Klespe in Darmstadt, sowie der Realschüler Stauffer in Darmstadt, als Telegraphen-Gehilfin Eva Ruppel in Darmstadt. - Freiwillig ausgeschieden sind: die Telegraphengehil- sinnen Cochlovius in Worms, von Klein in Bad- Nauheim, Schleyer in Darmstadt und Storch in Offenbach. — Entlassen wurde der Postgehilfe Waltz in Sprendlingen (Rheinhessen). — Gestorben sind: der Postassistent Laubach in Darmstadt und der Postsekretär a. D. Draudt..
nichtöffentlichen Sitzung verlegt.
Neber den Punkt Errichtung einer Ziegenzucht- , tfation haben wir gestern schon kurz berichtet. Beigeord. Curschm ann hatte darüber das Referat und berichtete über das seitherige Abkommen der Stadt mit dem Ziegenzuchtverein, der mehrfach eine Erhöhung des städtischen Zuschusses beantragt habe. Der Landwirtschaftliche Provinzialverein will eine Ziegenzuchtstation errichten, falls die Stadt das Gelände zwischen dem Licher Weg und der Oberhessischen Eisenbahn im Erbbaurecht dazu überlassen will. Ferner soll die Stadt für eine Verzinsung und Amortisierung des Baukapitals garantieren und freie Wasserlieserung gewähren. Das alles würde für die Stadt, wie Beig. Curschmann bemerkt, mindestens 1500—2000 Mk. Kosten bedeuten. Daher will man bei dem Beschluß vom März vor. Js. stehen bleiben, wonach dem Provinzialverein für die Errichtung einer Ziegenzuchtstation em städtischer Beitrag bis 400 Mk. gewährt werden soll. Neber das zu versuchende erneute Abkommen mit dem Ziegenzuchtverein haben wir bereits berichtet.. Der eventuell zu erhöhende städtische Zuschuß soll schon rückwirkend vom 1. April 1904 ab gewährt werden.
Zu der Frage der Errichtung eines Zentral- Zuchtviehmarktes verlas, wie wir zu unserem gestrigen kurzen Bericht hmzufügen wollen, Beig. Curschmann ein Schreiben des landw. Provinzialvereins, welcher anfragt, wie die Stadt sich zu einem solchen Markt in Gießen stellen würde. Dieser Zuchtviehmarkt solle nicht im Anschluß an bestehende Märkte geschaffen werden. Er beanspruche einen Platz von 4 Morgen und sei für 400 Stück Rindvieh berechnet, die in Hallen mit Anbindegelegenheit untergebrachl werden müßten.' Tie Stadt müsse das Streumaterial und die polizeiliche Ueberwachung ohne besondere Vergütung stellen. Die städtischen Kommissionen haben in Verbindung mit den beteiligten Kreisen Besprechungen gehabt und haben als Platz in erster Linie den Viehmarktplatz in Vorschlag gebracht. Dies wird aber, wie wir schon gestern berichteten, wahrscheinlich bei den Züchtern aus unüberwindlichen Widerstand stoßen und so wird man sich für die gleichfalls vorgeschlagene Bichlersche Rennbahn entscheiden müssen. Bichler will die Rennbahn und die Hallen, worin 250—300 Stück Vieh Platz haben würden, unentgeltlich zur Verfügung stellen, ebenso die Wasser- und Strohlieferung, wohingegen er den Dung für sich in Anspruch zu nehmen gedenkt. Die Versammlung beschloß, in erster Linie den Viehmarkt, falls er nicht akzeptiert wird, die Bichlersche Rennbahn vorzuschlagen. Stadtv Heichelheim möchte bei dem Markt den Vieh- handel'nicht ganz ausgeschaltet wissen. Man möchte die Viehhändler unter den gleichen Bedingungen wie die Pächter zulassen Die Stadtv. Helfrich und Kirch sind der Meinung, die Viehzüchter würden mit Recht die Zulassung der Händler bekämpfen. Beig. Curschmann bemerkt, die Sache werde keine große praktische Bedeutung gcwnmen da unter den vorgeschriebenen Bedingungen wohl tcin Viehhändler -ins dein Markt etwas suchen werde.
Ein Entschädigungsantrag de^ L. Hahn in Annerod (es handelt sich um einen Betrag von 100 Mk.), wird abaelehnt. _, . , v. o ...
Die Verpachtung eines Steinbruchs an Ph-l-pp V kesser III. in Annerod soll zu dem seitherigen Pachtzins nicht uiehr erfolgen, sondern es soll eine neue Verpachtung ausgeschrieben werden.
Zn die Kommission zur Vertilgung der Blutlaus wird Stadtr. Euler neu gewählt.
Mma verlange ausdrücklich die 0 r i g i n a 1 in a r k e „Dr. Homniel’s“ Haematogen und lasse sich N ach all mutigen nicht aufreden. D7/t
Sztzung des I>L0VuizmiaussHuss.s. ,
Gießen, den 11. Februar. ।
In der letzten Sitzung wurde zuerst.über die Reklamation . gegen die Ergänzungswahl zum Gemeinderät in Rödgen verhandelt. Am 2. September v. I. sand m Rodgen eine Ergänzungswahl zum Gemeiuderat statt, aus der Wilhelm Schwalb I., Wilhelm Seipp I. und Heinrich Balser VI. als gewählt hervorgingen. Eine hiergegen eingelegte Reklamation hatte den Erfolg, daß der Kreisausschuß des Kreises Gießen in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 15. Oktober 1904 das Resultat der Wahl dahin abänderte, daß W. Seipp L, H. Balser VI. und W. Balser VII. als gewählt erschienen. Während nun die Reklamanten bei diesem Urteil sich beruhigten, erhob eine Anzahl anderer Wähler Rekurs dagegen, indem sie Anberaumung eines neuen Wahltermins beantragten. Auf Veranlassung des Großh. Kreisamts Gießen nahmen jedoch sämtliche Perwnen bis auf zwei, die auf Ladung nicht erschienen, die eingelegte Berufung zurück, weil ihnen ein Rekursrecht nicht zustand, da ne weder Reklamanten im bisherigen Verfahren noch sonst Beteiligte waren. Tie Akten wurden darauf dem Provinzial-Ausschuß zur Entscheidung vorgelegt.' Auch die beiden verbliebenen Rekurrenten zogen heute ihren Rekurs als unbegründet zurück, wodurch die Angelegenheit ihre Erledigung faiid. , a .., f TTT
lieber den Zustand der H oieinfahrt des PH. Gob el III. zu L a u b a ch war von einem Nachbarn, der ein Ueberwandlungs- recht über den Hof des Göbel besitzt, beim Großh. Kreisamt Schotten Klage geführt worden. Es wurde behauptet, der Vos sei voller Löcher, die mit Pfuhl und übelriechendem Schlamm an- gefül't seien und die Ueberfahrt erschwerten. Tas Großh. Kreisgesundheitsamt Schotten, das eine Besichtigung an Ort und Stelle auf Veranlassung des Großh. Kreisamts vornahm, sand die Angaben bestätigt und beanstandete den Zustand als gesundheitsschädlich. Tas Kreisamt Schotten erließ daher einen Polizeibesehl an Göbel, worin dieser aufgefordert wurde, entweder die Vertiefungen auszufüllen oder sie dauernd trocken zu halten, vier- gegen verfolgte Göbel Rekurs mit der Begründung, die Zauche usw fließe von der höherliegenden Nachdarbesitzuug in seinen Dos' Der Nachbar müsse daher für den Zustand des Hofes verantwortlich gemacht werden. Tas Großh. Kreisamt Schotten gab die Allen an den Provinzial-Ausschuß mit dem Anfugen weiter, daß, wemi wirklich die Jauche aus dem Hofe des Nachbarn abfließe, dies den Rekurrenten doch nicht von feiner Verpflichtung zur Reinhaltung der Vertiefungen entbinde Es stehe ihm event. frei Zivilklage gegen den Nachbarn auf Schadloshaltung anzu- strengen Ter Provinzialausschuß beschloß in seiner heutigen Sitzung vor Fällung der Entscheidung durch eine Kommission von den örtlichen Verhältnissen Einsicht nehmeii zu lassen.
T.er Ortsarmenverband Marburg war gegen die Gemeinde- Kra^nkenkasse Nieder-Ofleiden aus Ersatz von Krankenhaus-Kosten für den Schreinergehilfen W. Pfeiffer von Groß-Braschen klagbar geworden. Pfeifser, der mit einem chronisck?en Leiden behaftet ist, kam am 16. Dezember 1903 in Nieder-Ofleiden an und suchte bei einem dortigen Schrstnermeister Arbeit. Seine Krankheit zwang ihn jedoch alsbald, die Arbeit auszusetzen, und begab sich bereits nach vier Tagen ins Krankenhaus zu Marburg. Der Meister meldete ihn, da er krank mar, nicht zur Gemeindeirankenkasse an und gab ihm bet fpinent Weggang, in der Annahme, daß er später wieder zu ihm zurückkehre, ein Geldgeschenk, keinen Lohn Durch die Verpflegung in dem Marburger Krankenhause sind Kosten entstanden, die der Ortsarmenverband Marburg von der Gemeindekranten- kasse sstieder-Ofleidm ersetzt verlangte, mit der Begriindung, daß Vfeiffer in Nieder-Ofleiden in einem veriicherungspfiichtigen Arbeitsverhältnis gestanden habe. Tse Beklagte bestritt dies, indem iie belmuvtete daß Pf. bereits krank und arbeitsuniahig iiach Nieder-Ofleiden gekommen, deshalb auch nicht versicheruugspflich- tia aewe en sei, sie also für die Kosten seiner Krankheit Nicht aufzukommen habe. Ter Provinzial-Ausschuß kam in seiner heutigen Sitzung zu der Ueberzeugung, daß Psctsler em versicherungs- vf ichtiaes ArbeitsverhäituiS in drieder-Ofleiden Nicht emgegangen öi nuat nickst habe eingehen können, da er arbeitsunsalng war. 2ie Klage ^s Lrtsarmenverbands Marburg wurde deshalb kosten-
Geiuck^'des Heinrich Weimer II. von Taubringen um Erlaubnis zum Betriebe eiiwr Gastwirtschaft war früher vom Provinzial-Ausschuß abscylagig.beschicden worden. Weiimr S hiergegen Rekurs an das Grogh. Ministerium des Jmiern ' verfolgt 9 Km Auftrage dieses Ministeriums wurde heule vor dem Provinzial-Ausschuß ein nachträglich benannter Zeuge vernommen.
die folgende Branchen: die Uhren, Hausanschlüffe'be'i der Kanalisation fragt Stadtv. Heichel- Warenhandlungen, die Cisen- beim an, ob aus die mehrfache Beschwerde wegen der Handlungen, tÄWä&WÄ'ÄÄ kW«».,
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anderen größeren Städten, z. B. Frankfurt und Kaffel, dieselben Deckel sehen könne wie hier. Vielleicht sei es den Fuhrleuten möglich, künftig durch eigene Vorsicht Unfälle zu vermeiden. — Stadtv. Kirch meinte dagegen, die Deckel müßten sich in ihrer Konstruktion nach den Fuhrwerken richten; bei dem hiesigen steigenden Terrain müßten die Pferde so beschlagen sein, wie sie es heute sind. Auch bei dem Omnibusverkehr hätten sich mit Bezug auf die Deckel der Schächte schon Mißstände gezeigt. — Stadtv. Wallenfels meint, bei der jetzigen Beschaffenheit der Deckel kämen immer Unfälle vor, und die Sladt würde deswegen eventuell verurteilt werden. — Auch Stadtv. Keller ist für eine Aenderung in der Konstruktion. — Stadtv. Gabriel sragt an, ob es nicht möglich sei, die Oeffnungen der Schächte seitlich auf die Straße zu legen und Deckel mit konischen Oeffnungen herzustellen. — Oberbgm. Dcecum entgegnete darauf, die Verlegung würde zu kostspielig werden. 9!ach verschiedenen Vorschlägen, die Löcher der Deckel weiter oder enger zu gestalten, wird die Diskussion über diese Angelegenheit geschlossen.
Die Unterhaltung des Blumenbeetes rm Vorhof des Friedhofes am Rodtberg wird dem bisherigen Gärtner gekündigt und künftig dem Stadtgärtner
in Heppenheim.
r. Lich, 9. Febr. Gestern abend veranstaltete die hre- ige Ortsgruppe des evangelischen Bundes einen gut besuchten Familienabend im stiftischen Gemeindesaal. Rach einem Lied des Kirchen-Gesangvereins eröffnete Stiftsdechant K l i n g e l h ö f f e r den Abend mit einem Hinweis auf die Tätigkeit des ev. Bundes und ermahnte, über dem Kampf das Ausbauen nicht zu vergessen. Er gedachte besonders Speners, dessen 200-jähriger Todestag am 5. Febr. war, der hauptsächlich auf Verinnerlichung unseres Christentums drang. — Rach einigen klassischen Dlusikstücken, die auf Harmonium,» Violine und Cello vorgetragen wurden, hielt Repetent Lic.; Fuchs aus Gießen den Hauptvo.rtrag über England inj politischer, kirchlicher und sozialer Beziehung.! Zunächst wies er auf den englischen Reichtum, der aus dem! Welthandel erwächst und nut dem die Engländer die Wettj beherrschen, hin, schilderte aus seiner eigenen Erfahrung dens Charakter des Volkes, das einerseits in stolzer Vornehmheit,! sich über alle anderen stellt, andererseits in rücksichtsloser^ Energie seinen Willen und seine Interessen durchsetzt., Aber, uei allem Reichtum der führenden Kreise herrscht in dem bnteren Schichten die drückendste Rot, gegen die alles Wohl-' tun nichts ausrichtet. Dies führte der Redner auf die geringe Bildung, auf das schlechte Schulwesen und auf die schlechte! Schulerziehung zurück. Die Kinder werden nicht zu richtigen Arbeit erzogen, treiben sich meist unnütz auf der Straße um-! her, beteiligen sich auch am Straßenhandel und find früh sittlich verdorben. 'Die englische Kirche richtet wenig unter> diesem Heranwachsenden Geschlecht aus, da die hohe Geistlichkeit zu vornehm ist, um Fühlung mit diesen Kreisen zu haben, die andern Geistlichen aber durch bloßes Predigen nichts erreichen, solange die unteren Schichten nicht durch bessere Bildung und Erziehung sozzal gehoben werden. Nach dem Vortrag dankte Direktor Wagner im Namen der Ortsgruppe für den hochintereffanten Vortrag und sprach die Bitte aus, Repetent Fuchs möge doch recht bald wiederkommen, um weiter aus seiner reichen Erfahrung der Ortsgruppe zu erzählen.
a. Ober-Widdersheim, 7. Febr. Der Korbmache^ W. Rausch von hier, der in einem Wagen mit seinen beiden Kindern von 5 und 6 Jahren im ^aride umherziey^ begab sich dieser Tage nach dlldda. Er Ließ wahrend seines Abwesenheit seinen Wagen nut den Kuiderck w der Nahe des hiesigen Orts stehen. Bei dem Versuch Kurder,, in den Ofen des Wagens Feuer.zu lnmchew, frv9^ Wagen selbst Feuer. Die Kinder versuchter das WJ • u (öidien und erlitten aber hierbei derartig schjwere Brand- wundm^daß sie in die Klinik "nach Gießen verdraM werden mußtem ___________
H—----—° "7.. Kranke. Warme, geschützte Lage
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