Ausgabe 
12.4.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Über 504 Jahre im deutschen Haushalt eingeführt

und beliebt ist

Werner Zreim'r (affe-Surrogat als feinster und billigster Caffe-Zusatz.

fort und täglich herrschte in der der ärgste Unfrieden. Vorgestern, war, packte Lünemann die Ver­

hafte Weid ihr Betragen Lünemannschen Wohnung als wieder einmal Streit

kamen 3000 sch en

Vom Erdbeben in Indien. Schätzungen zufolge bei dem Erdbeben im Bezirke Palampur ungefähr und im Bezirke Kangra ungefähr 10000 Men- um.

Epidemien. In Rosenberg O.-Schl. sind die

dvrg-Schwerm, die als russische Prinzessin zu den besten Kunden der Pariser Modemagazine gehört, trifft selbst alle Anordmingen. Nur ein kleiner Teil der Aussteuer wird in Berlin hergestellt. Für die Dauer der Hochzeitsfeierlichkeiten in Berlin haben alle in Betracht kommenden Hotels ihre Zimmer an Fürstlichkeiten, den landständigen und auswär­tigen Adel vergeben, sodaß wenigstens auf diese Art bei der Hochzeit Geld unter die Leute kommen wird, abgesehen selbst­verständlich von den beträchtlichen Ausgaben des Hofes.

* Das Opfer des Duells. Der Fann er Zipp­kitt, der von dem russischen Ingenieur v. Kobylinsky im Duell erschossen wurde, ist gestern Nachmittag auf dem Matthäikirchhofe in der Großgörschenstraße beerdigt worden. Zu der Trauerfeier hatten sich neben den Verwandten des Verstorbenen noch zahlreiche Leidtragende eingefunden. Unter den vielen dargebrnchten Kranz- und Blumenspenden befand sich ein prachtvolles Palmenarrangcment des Korps Salingia, dem der Verstorbene angehört hatte. Die Gedächtnisrede hielt Prediger Droß von der Zwölfapostelkirche über das Schriftwort:Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."

* Eine abscheuliche Familientragödie hat sich in Rhinow zugetragen. Der Arbeitsmann Lünemann hatte eine dem Trunk ergebene und sehr gehässige Frau. Ueberall, wohin er zog, fing sie mit den Hausbewohnern Streit an und ihr Atann wurde von ihr oftmals arg miß­handelt, wenn er sich weigerte, ihr Geld zum Schnaps zu geben. Schließlich kam es dahin, daß Lünemann mit seiner Familie in Rhinow seiner Frau wegen nirgends mehr eine Wohnung finden konnte und die Familie Aufnahme im Armenhause finden mußte. Aber auch hier setzte das megären-

Schwarzen Blattern ausgebrochen. In zwei Fällen ist der Tod eingetreten, drei andere Erkrankte sind in ärztlicher Behandlung. Die Krankheit soll durch russische Einwanderer eingeschleppt worden sein. Die epidemische Genick­starre trat in den ersten Fällen in dem österr.-schles. Bezirk Bielitz auf, woran sich sporadische Fälle in den Bezirken Fried eck und Fre istadt schlossen. Bisher sind in O ber­sch l e s i e n 60 Fälle in 22 Gemeinden vorgekommen. Davon sind 16 Personen genesen und 13 gestorben. Die meisten Erkrankten stehen im Alter unter 10 Jahren. In Ham­burg wurden an Bord des von La Plata eingetrofsenen DampfersDesterro" bei der Löschung der Ladung eine An­zahl toter, pest verdächtiger Ratten gesunden. Die Behörde sistierte die Entlöschung. Der Dampfer wurde im Jonashafen isoliert; die Untersuchung der toten Ratten ist noch nicht abgeschlossen.

* Selbstmord wegen zu hoher (Steuern. Aus London wird berichtet: Bei einer Leichenschau in Peckham stellte es sich heraus, daß sich ein 36jähriger Juwelier er­schossen hatte, weil es ihm unmöglich war, das Geld für die Gemeindesteuern zusammenzubringen. Der Vorsitzende bei der Leichenschau konstatierte bei dieser Gelegenheit, daß die Ge­meindesteuern in diesem unbemittelten Vororte Londons augenblicklich viele Leute in die größte Sorge versetze, und aus der Leichenschau-Jury wurde dies durch Zurufe bestätigt. Ein Geschworener erklärte, die Zu stände seien geradezu skandalös, und dabei wären die Kommunalsteuern immer noch im Steigen begriffen.

Madrid, 11. April. Zahlreiche Arbeiter begaben sich nach dem Ostsriedhof, der vier Kilometer von der Stadt entfernt liegt, um der Beerdigung der bei dem Einsturz des Wasserreservoirs Verunglückten beizuwohnen.

zweiflung, er ergriff einen Strick und rannte davon, wobei er erklärte, er würde seinem Leben ein Ende machen. Die Frau war ihm nachgelausen und hatte im Walde bei Rhinow die Jacke ihres Mannes gefunden, sah ihn auch an einem Baume hängen, ohne irgend etwas zu tun, um ihn wieder abzuschneiden und ins Leben zurückzu­rufen. Später wurde die Leiche aufgefunden und nach Fest­stellung des Selbstmordes eingesargt, wobei die entmenschte Frau mit ihren Kindern zugegen war. Plötzlich ergriff sie den von ihrem Manne benutzten Strick und versuchte damit ihren zwölfjährigen Sohn zu erhängen, was aber zum Glück noch rechtzeitig bemerkt wurde, sodaß der Knabe abgeschnitten werden tonnte. Auch ein abermaliger Versuch der rasenden Frau, den Knaben mit einem Halstuch zu erwürgen, wurde verhindert, worauf Frau Lünemann wegen versuchter vor­sätzlicher Tötung sofort in Hast genommen wurde.

Verdorbenes Fleisch.

(th.) Gießen, 12. April.

Vor imferer Straf rammer wurde gestern vormittag gegen §en bisher unbestraften 38 Jahre alten Metzger H. St. und dessen, wegen Vergehens gegen die Polizeiverordnung bctr. die Fleischbeschau, vorbestraften Schwager, den 39 Jahre alten Metzger A. G., beide von Vilbel, wegen Vergehens gegen §§ 10 und 12 des Nahrungsmittelgesetzes, sowie wegen Uebertretungen des Fleischbeschaugesetzes, verhandelt. Die Beweisaufnahme ergab fol­genden Tatbestand. Am Morgen nach dem Vilbel er Markt schlach­teten die das Geschäft zusammen betreibenden Angeklagten eine Kuh. Sie hatten drei Schlachtkühe im Stall stehen gehabt. Der als Fleischbefchauer bestellte Tierarzt Dr. Müller in Vilbel hatte vor der Schlachtung des einen Tieres die Kühe lebend besichtigt. Gleich nach der Schlachtung, ehe der Tierarzt das Fleisch be­sichtigte, zerlegte G. das Tier, während sein Schwager die sofort entfernte Haut mit einem Wagen nach Frankfurt a. M. schaffte und ebenso die Zunge der Kuh. ohne sie, wie es in Frankfurt Vorschrift ist, dort noch einmal untersuchen zu lassen. St. will den Schmuggel besorgt haben, nm in Frankfurt die 50 Pfennig Schaugebühren zu ersparen. G. behandelte inzwischen in Vilbel das geschlachtete Tier weiter, er nahm die Eingeweide heraus, schnitt die Bauchlappni^ zurecht. Dann holte er den Tierarzt Dr. Müller, welcher das Fleisch abstempelte, also zur Nahrung für Memchen als geeignet erklärte. In zwei Posten von zusammen 15 Pfund verkaufte der Angeklagte G. von dem Fleisch, wovon der eine Posten als Wurstfleisch verarbeitet wurde. In Frank- surt fiel einem Lontrollbeamten auf, daß St. mit "der noch dam­pfenden Kuhhaut, also gleich nach der Schlachtung, so eilig sich Mif den Weg gemacht hatte, und es stellte sich heraus, daß die betreffende Kuh hochgradig tuberkulös war. Der Angeklagte St. bat, wie sich herausstellie, mit dec Schlachtung an sich nichts 111 tun gehabt. Der Angeklagte G. gesteht zu, oaß er wohl gc- iehat haL. daß das Fleisch tuberkulös war. Aber nachdem der

Prwat-Diskont l7/a Prozent.

Nach den Ziffern,

Anfangs- . 208.75 . 241.90 . 144.90 . 250.20 . 211.70 matter

Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau

Tendenz:

u. Schlußkurse.

208.75

241.62

144.60

249.75

211.37

Kandel und AerKcyr. Io^swirischaft.

Berliner Börse vom 11. April 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)

Tierarzt in seiner Eigen,mast als Fleischbeschauer das Fleuch als menschliche Nahrung für geeignet befunden, habe er nichts darin gefunden, das Fleisch zu verwerten, nachdem er jene Teile, welche von den Tuberkeln beionders infiziert waren, vom Fleisch entfernt hatte. Der Tierarzt Dr. Müller von Vilbel, als Zeuge gehört, wurde unvereidigt vernommen, weil er nach Ansicht des Gerichts der Teilnahme an dem Vorgehen der Angeklagten, min­destens aus« Fahrlässigkeit, verdächtig fei. Er bekundet, daß nach seiner Ansicht G. ihn getäuscht hat, anders könne er sich nicht erklären, daß er Fleisch 'für genießbar erklärt hat, welches sich hinterher als hochgradig von Tuberkeln durchsetzt gezeigt hat. Die Strafkammer verurteilte beide Angeklagte zu 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Dr. Güngnich, begründete das Urteil dahin, daß zweifAlos der Angeklagte St. genau so gut wie sein Schwager ge- wnÄ hätte, was mit der geschlachteten Kuh lys war. Es sei außer Mein Zweifel, daß die Angeklagten schlechtes, verdorbenes Fleisch schon häufig nach Frankfurt a. M. eingeschmuggelt hätten, wenn dies auch- in der Verhandlung nicht nach zu weisen gewesen fei. Die hohe Strafe sei verwirkt, weil das Tun der Ange klagten überaus gemeingefährlich gewesen sei, weil sie ohne Rücksicht aus die Gesundheit ihrer Mitmenschen gehandelt hätten. Der Gerichtshof sei sich klar darüber gewesen, daß es überaus schwer sei, den unreellen, das Licht des Tages scheuenden Manipulationen solcher Menschen wie der Angeklagten auf die Spur zit kommen, darum habe man im vorliegenden Fall exemplarisch strafen müssen, damit andere von solchen Geschäften abgeschreckt werden. Der Gerichtshof beschloß, beide Angeklagten in Haft zu nehmen.

Kcrichtsjaal.

(n) Gießen, 11. April. Die Strafkammer verhandelte heute in ihrer Nachmittagssitzung gegen die 20 jährige Prosti­tuierte Lina B. von Gießen wegen Diebstahls. Sie hatte sich mit ihrem Zuhälter Sp. in die Wohnung ihres Vaters begeben, wo ein Vertikow aufgebrochen und 75 Mark Bargeld daraus entwendet wurde. Sp. versehlvand mit dem Geld, nachdem er der B. anbefohlen halte, ' die Sache auf sich zu nehmen, da er sonst eine hohe Strafe zu gewärtigen Hütte. Diesem Ansinnen kam die B. nach; aber ihr Vater stellte Strafantrag gegen sie, was ihre Verhaftung zur Folge hatte. In der heutigen Verhand­lung gab sie glaubhaft cm, daß Sp. der Täter _ gewesen sei. Ihr Vater zog hierauf den Strafantrag zurück, sodaß Einstellung des Verfahrens erfolgen mußte. Der Photograph Heinrich N. von Hanau hat in einer Wirtschaft zu Bad-Nauheim nach ein­getretener Feierabend stu nde Klavier gespielt. Es wurde ihm dieses unterlagt, trotzdem versuchre er weiter zu spielen. Als ein Schutzmann zur Feststellung seiner Perso­nalien schritt, ließ er ihm ein Glas Bier anbieten, was dieser zurückwies. Nunmehr zog er seine Börse und bot dem Schutzmann 3 Mark an. Auf erfolgte Anzeige wurde Anklage wegen Be­stechung erhoben. Das Gericht faßte die Sache als Beleidigung auf und verurteilte N. zu 3 Tagen Gefängnis. Wegen Kör­perverletzung und Bedrohung wutde der Schlosser Fer­dinand St. von Lauchstädt zu 9 Monaten und 1 Woche Gefängnis verurteilt. Er hatte in einer Wirtschaft zu Potterweil in ange­trunkenem Zustande Skandal verübt, weshalb man ihn an die Luft setzte. Aus Aerger darüber stach er blindlings unter Droh­ungen mit seinem Tafchenmesser um sich und brachte dem Land­wirt Heß eine erhebliche Wunde an der rechten Hand bei, die eine längere Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte.

Mar bürg, 10. April. Eine interessante Belei­digungsklage beschäftigte das Schöffengericht. Ein junger Beamter in der Umgegend war mit einem Landrnädclwn verlobt, hatte aber die Verlobungbrieflichaufgehoben, weil feine Braut zu dumm, ungebildet undst 0 ffelig" sei, fodaß sogar ihre Mutter Veranlassung gehabt habe, sie einStoppel kalb" zu nennen. Gesellschaftlich könne sie nicht verwertet werden, weil sie sich nicht zu benehmen wisse, keine Schulbildung habe, in der Unterhaltung Sprachfehler begehe nsw. Als die Verlobung bann aufgehoben war, machte der Vater der Braut Entschädigungsansprüche gegen den jungen Beamten geltend in Höhe von 870 Mark, nämlich 600 Mark für bereits ange­schaffte Aussteuergegenstände, besonders Wäsche, und 270 Mark für Mahlzeiten, die der Beamte während der Verlobungszeit im Hause eingenommen. Hierauf sandte dieser zwei Briefe an Vater und Tochter, in denen er sie als eine Erpresserbande be­zeichnete. Er wurde zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt.

0 Marburg, 11. April Eine besonders Landwirte und Vieh bes itzer interessierende Entscheidung fällte heute die Strafkammer des hiesigen Landgerichts. Ein Schäferei- Aufseher und ein Schäfer aus Kirchhain waren beim dortigen Schöffengericht unter Anklage gestellt worden, weil sie den Aus­bruch der Schafräude unter ihrer Herde verheimlicht hätten. Sie erzielten beide Freisprechung, und hiergegen. hatte die Staats­anwaltschaft, wenigstens bezüglich des Schäferei-Aufjehers, Be­rufung eingelegt. In der heutigen Verhandlung machte dieser geltend, daß er von dem Ausbruch der Seuche, nichts gewußt habe, denn noch am Tage vorher habe er sechs ihm gehörige Schafe bei die Herde getan. Das bericht kam nach langer Verhandlung zu dem Resultat, daß der Angeklagte freizusprechen sei, denn eine Uebertretung des Reichsviehseuchengesetzes _ liege nicht vor, weil die Herde ja gar nicht zu seinem Viehstande zähle. Was die angeführte Polizeiverordnung anbelange, so fehle. ihr die Be- grenzungsbepcmmung, die nach einem Re i chls g e r i ch t s ent­scheid, wenn sie giltig sein wolle, unbedingt erforderlich wäre.

Neukirchen, 11. April. Das Kriegsgericht verurteilte ben L a n d m e s s e r F i s ch e r von hier, der Reserveleulnant ist, wegen Herausforderung z u in Zweikampf auf Pistolen zu fünf Tagen Festung, seine Kartellt rm g er, Ingenieur Strack, zu einem Tage. Der Gegner Zahnarzt Rawer hier, welcher durch Tätlichkeiten gegen Fischer das Duell provoziert und ursprünglich die Forderung angenommen hatte, dann aber nicht antrat, wird vor dem Zivilgericht zu erscheinen haben.

Kiel, 10. April. Nach sechstägiger unter Ausschluß der Oesfentlichkeit geführter Verhandlung wurde heute vom Kriegs­gericht des 2. Geschwaders der Leutnant z. S. L f s ch vom Linien­schiff Braunschweig wegen vorschriftswidriger Behandlung Unter­gebener, tätlichen Beleidung und Verleitung zum Meineide zu 1 Jahr 4 Monaten Zuchthaus und Entfernung aus der Marine verurteilt.

Oldenburg, 10. April. Redakteur Bierman n ver­zichtete auf Revision und trat seine Strasean.

Wien, 11. April. Wegen der befannten Ohrfeigen- Affäre im A'bgeordnetenhause (vom 18. Febr.) fand heute die Gerichtsverhandlung statt. Graf Sternberg wurde wegen Beleidigung des kaiserl. Rats Penieek zu 1000 Kronen Geldstrafe und im Nichtbeitreibungsfalle zu 14 Tagen Arrest verurteilt. Graf Sternberg hat die Strafe angenommen.

3Vepr0 z. D eutsch e R eich sanleche., -

die der Telegraph gemeldet hat, war das Reinlkat der ErnstI 10n durchaus befriedigend, denn statt der an geboteneu 300 .Aul. Mark wurden rund -1500 MM. Mk. begehrt. Es reicht diese Zister allerdings nicht an die Riesenzisfer heran, bte bce, der Anleihe im September 1903 zustande kam, wo statt der aufgelegten 290 Mill. Mark nicht weniger als 13 750 Mill. verlangt wurden. Tie Ueberzeichnung war damals also eine 47V2 fache aber die Folgen jener Ueberzeichnung sind noch m aller Gedächtnis, und man hatte diesesmal dafür gesorgt. Daß bie sog. Konzertzeich-

zeichnungen, soweit von solchen Merhaupt die Rebe ist, auf em Minimum zusammengeschmvlzen sind. Es ist anzunehmen, daß die Zeichnungssumme von 4500 Mill. Mark zum überwiegenden Teil auf solider Grundlage ruht. Die Zeichnungen nach Modus A werden etwas vermindert werden müssen, die Zeichnungen nach Modus C erhalten nur ganz geringe Zuteilungen.

Reichsbankausweis. Die erste Aprilwvche hat wieder einen recht bedeutenden Rückfluß gesehen, es ist wieder eine steuer­freie Notenreserve von 97,07 Mill. Mk. vorhanden. Zur gleichen Zeit des Vorjahres hatte die Besserung 149,90 Mill, betragen. Besonders bemerkenswert an dem diesmaligen Ausweis ist, daß die Reichsbank wieder 39,61 Mill. Mark Schatzanweisungen über­nommen hat, wodurch sich ihr Beftattd nunmehr auf 211,15 Milk. Mark stellt.

Fusion Velten Guillaume-Lah meyer. Diese Fusion, bie von derF. 3." noch in ihrem Abendblatt vom Mon­tag als noch nicht ganz sicher hingestellt wurde, hat sie in ihrem wenige Stunden barauf erscheinenden Morgenblatt als vollzogen gemeldet. Ein Kommunique teilt des Ausführlicheren mit, daß die Verwaltungen beider Gesellschaften eine Vereinbarung ge­troffen haben, laut welcher die Fabrikationsabteilung der Llah- meyer-Gesellschaft an die Velten und Guillaume-Werke ange­schlossen wird. Es wird eine neue Firma geschaffen, die sich wie so viele andere, durch unbequeme Länge auszeichnet. Die Firma heißt:Vereinigte Velten und Guillaume-Lahmeher-Werke Aktiengesellschaft . Die Velten-Gesellschaft erhöht ihr Kapital von 36 iauf 55 Mill. Mark, hierdurch finbet gleichzeitig eine Ver­stärkung der Betriebsmittel statt. Tie neuen Aktien werden zu 110 Prozent frei von Kosten berechnet und nehmen für das laufende Geschäftsjahr an der Dividende teil. Die alte Lahmeyer- Gesellfchaft bleibt für die Beteiligung bestehen.

Aumenau a. d. Lahn, 11. April. Wie wir hören, beab­sichtigt bie GewerkschaftP Boni x" ihre sämtlichen Eisenstein­gruben der Umgegend nach anderen Berichten, handelt es sich sogar um sämtliche Gruben derPhönix" in Nassau zu ver­pachten oder zu verkaufen. Besonders sollen die Gewerk­schaften Buderus, Lossen und Krupp in Frage stehen. Man wünscht.allgemein, Gewerkschaft Budcrus oder Lossen über­nähmen die Gruben, und hofft, bann in Arbeit bleiben zu können.

E l e k t r 1 z i t ä t s - I n d u st r 1 e, A k t. - G e s. vorm. W. Lah - m c i) e r u. Co Frankfurt a. M. Tie Aktien dieser Gesellschaft, bte zu Anfang b. I. 122 notierten, bann nach und nach bis 143 in bie Höhe gingen, schlossen vergangenen Samstag 151.75 und gestern 153 bez. u. G. eine Erklärung für diese Kurssteigerung ist zwar des Öttern schon versucht worben, aber alles was bis jetzt vorgebracht wurde, schien nicht stichhaltig ober es würbe direkt als nicht stich­haltig bezeichnet. 11. a. hieß es, baß bie Lahlneyer-Gejellschaft und bie Bellen und Guillaume Akt.-Ges. sich mit emanber verbünden würben. Dieses Gerücht widerlegte am Samstag dieF. Z." unb gestern ist er wieder und in bestimmterer Form ausgetreten. Wenn nun dieF. Z." abermals bementirt, so ist das Dementi doch nicht so bestimmt, wie zu Schluß der vergangenen Woche, denn es heißt, daß das Gerücht den Dingen noch vorauseilt, wenigstens scheint zur Stunde noch nicht gewiß, wie rasch die Verständigung er­reicht werden wirb. Die letzte Melbung geht dahin, daß der Auf­sichtsrat der Lahmeyer-Gesellschaft in nächster Zeil zusammentreten werde.

Tie N a s s a u i s ch eB a n k, Wiesbaden, die schon lange aus recht schwankem Boden stand, ist nun ihrem Schicksal verfallens bas Konkursverfahren ist emgeleuet.

Märkte.

fc. Frankfurt a. 9)i., 11. April. H e u- und Stroh» ma r k 1. Heu kostete heute Mk. 3.303.60, Stroh Mk. 2.50 bis 'Mk. 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Heu fest.

() Kirchhain, 11. April. Dem heutigen Viehmarkt waren etwa 600 Haupt-Groß- unb Kleinvieh zugetrieben. Der Handel war, besonders in Kühen, recht flott, unb es wurden hohe Prelle erzielt. Auch aut dem Schweinemarkt herricht ein stottes Geschäft. Man verkaufte 46 Wochen alte Saugferkel mit 3045 Mark unb 35 Monate alte Läufer mit 6080 Mk. pro Paar. Die Zufuhr belief sich auf 650 Stück.

Klsenöayn-Zeitung.

Die Großh. hessische Regierung hat die Vornahme von Vor­arbeiten für Ei s en ba hn pr 0 j e kt e Niederaula-Als- selb unb Niederjossa-Schlitz angeordnet.

Krirslmsteri der Redaktion.

H. F. 4J>. Zur Zulassung zum Jinanzexamen berechtigt das Reifezeugnis für bte Obersekunda der Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealjchulen, sowie die Absolvierung der siebenklassigen Realschulen.

H. R. Wir wollen Ihren Wunsch gern erfüllen.

Giligesmidt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Jetzt, ba der Frühling mit raschen Schritten naht, unb alle Knospen springen, dürfte endlich einmal auch bie Stadt Gießen den Frühling in die verlängerte Sch 011str a ß e unb den A st e r- ro e g einziehen lassen. Den Bewohnern dieser Straßen würde es eine große Freude fein, ein Sieb von bem schönen tommenben Mai fingen zu können. Bis jetzt scheinen aber noch schlechte Aus­sichten da zu fein, da bie Straßen einen Scylamm - See bilden. Ein Feldweg kann nicht schlechter ausftheu. Nicht allein des Verkehrs halber, sondern auch aus ästhetischen und ^Gesundheits­rücksichten erscheint es angemessen, die verlängerten Straßen aus­zubauen. Hoffentlich wird diesem Nebelst an de durch die Stadt alsbald ab geholfen werden. Einer für Viele,

1624

Grosse Auswahl m Konftrmationsgeschenken vom billigsten bis zum leinsten Genre empfiehlt

Juwelier Brück Kreuzplatz 8

Birmai Seide v.95Pf.a=

Zollfrei! Muster an Jedermann!

Seidenfabrikt. fieleimeberg, Zürich«

Wundauft Hlun sag' einmal:Ah...!

A Na, der kleine Kerl ist erkältet. Hals gerötet, aber kein Belag. Ich bin nun nicht für Tränkcben unb Tee. Kausen Sie lieber eine Schachtel Sodener Mineralpastillen, aber die echten vonFay". Kosten übrigens nur 85 Psg. Die r a Pastillen wenden Sie nach Vorschrift an Gebrauchs- anweisung liegt ja bei und dann sollen Sie sehen, daß AB& sehr schnell alles wieder in Ordnung ist. Adieu, mein

Junge l Deine Mama soll dir nur immer fleißig Fay's rSodener" geben! _________________ hv1 /,