Am Sammer dieses Jahres hieß es, daß er als OberbefcUshaber <ruf den Kriegsschauplatz qeschicrt werden solle: doch machte der Friedensschluß diesem Man ein Ende. Einer seiner markanMten Charakterzüge soll ausgesprochene Menschenverachtung, vervun- -den mit Hochmul und Eigensinn, sein. .____r.
In sämtlichen russischen Ltadten find bie Universitäten und alle Hochschulen geschlossen. Tas Unterrichtsministerium gibt dazu bekannt, daß der Zett- 'punkt der Wiedererösfnung noch nicht fesbaesetzt werden könne. Auch die Mittelschulen werden für unbestimmte Zeit geschlossen.
Aus Kronstadt erzählen Augenzeugen noch folgende Details über die schrecklichen Vorgänge: Tie Matrosenrevolte begann in der 4. und 7. Flotteneguipage. Tie 93ot> gesetzten waren den Revvltanten gegenüber machtlos. Tie :7. Flottenequipage beteiligte sich an dem Aufstande mit Gewehren und Patronen. Als die Munition verschossen war, wurden die Gewehre zerbrochen und ins 'Wasser geworfen und ein Steinhagel begann. Tie Marine-Ingenieurschule war mit das Hauptziel des Angriffes, doch gelang es der total betrunkenen Menge nicht, dorthin vorzudringen, da die zu dem Schulgebäude führende .Brücke sofort ausgefahrcn wurde. Dagegen wurde das Offizierkasino vollständig zerstört. Eme Menae betrunkener Weiber aus dem Pöbel waren behilflich, den Matrosen immer neuen Branntwein zu schaffen. Ter in wenigen Stunden angcrichtete Schaden beträgt viele .Millionen Rubel.
Petersburger Meldungen bezeichnen als Ursache der Matrosenrevolten in Kronstadt die schlechte Behandlung, welche die Mannschaften der Kriegsmarine erfahren. Tie Matrosen verlangen die Herabsetzung ihrer Tienstzeit von sieben auf fünf Jahre, einen monatlichen Lohn von acht Mark, genügende Nahrung und anständige Kleidung, die Erlaubnis, politische Versammlungen abzuhalten, sowie bessere Behandlung seitens der Offiziere. Marineminister Admiral B i r i l e w begab sich nach Kronstadt. Heber Kronstadt ist der Kriegszustand verhängt worden.
Ein Londoner Blatt meldet aus Petersburg, daß heftige Straßen kämpfe auch in der Hauptstadt staltgefundcn haben. Am Donnerstag abend kamen bei den Straßenunruhcn hundert Personen ums Leben. Graf Witte läßt alle Beamten, denen eine Mitschuld an Straßenexzessen nachgetviesen wird, den Gerichten übergeben. — In Wilna wurden durch einen Bombenwurf der Polizeimeister schwer und ein Oberschutzmann leicht verwundet. Zwei Schutzleute blieben tot. Ter Täter, ein 12jähriger Knabe, entkam. — In Saratow drangen Revolutionäre in einen Pulverturm ein, ermordeten den Posten, der dort Wache stand, und bemächtigten sich des im Turme befindlichen Pulvers.
Nach Meldungen nu5 Kiew wurde während der Unruhen der Sohn des Millionärs Brodsky auf die schrecklichste Weise ermordet.
Baku wird augenblicklich bombardiert. Mehr als 20 Häuser sind bereits zerstört, 100 Personen getötet und verwundet. Tie Läden sind geschlossen. Man befürchtet Metzeleien. Die Bahnverbindung mit Moskau ist neuerdings unterbrochen.
Nach einer aus Warschau eingegangenen Nachricht hat das dortige Streikkomitee die SchiffahrtaufderWeichsel, welche bisher unbehindert war, verboten. Die Pontonbrücken in ■Plock und Wloelaivek sind von den Beamten verlassen und von Streikenden besetzt. Mit den Brücken besitzen diese die Macht, das Verbot durcheil führen. Die Dampfer aus Danzig und von hier ^unterlassen dal^r einstweilen die Mfabrt nach Warschau.
Anstand.
Paris, 10. Nov. Der Kriegsminister Berteaux Hat heute nachmittag seine Demission eingereicht.
— Der Courier Europöe richtete an zahlreiche Deutsche 4tnb andere Ausländer eine Rundfrage, ob es Deutschland gelingen werde, die von ihm angestrebte Weltrolle ijju spielen und ob die Entwickelung der deutschen Macht -einem allgemeinen Fortschritt der Gesittung günstig oder fchädlich sei. Die in der heutigen Nummer zu Wort kommenden ^Deutschen, darunter die Dichter Adolf Wilbrandt und Heysc, sind der deutschen Zukunft sicher und weisen :zum Teil die ungehörige Form der Fragestellung entrüstet zurück. Die Ausländer dagegen, Italiener, Russen, Ungarn, Engländer, Franzosen äußern sich mit * i n e r einzigen Ausnahme feindselig.
— Die heutige Kammerdebatte war ungemein lebhaft. Nach langem Hin und Her gelangte man zur Abstimmung über die Tagesordnung, welche die zweideutige Politik der Regierung verurteilen sollte. ,Die Kammer lehnte jedoch die Priorität für diese Tagesordnung mit 372 gegen 126 Stimmen ab. Darauf wurde die Tagesordnung der Führer der Mehrheitsparteien mit 310 gegen 147 Stimmen angenommen. Sie rechnet auf die Negierung für die Durchführung der Trennung von Kirche und Staat vor Iahresschluß und mit ausschließlicher Unterstützung der alten Mehrheit. Die Krise ist vorläufig vermieden, dagegen wird die weitere Existenz der Regierung von der Art abhängen, wie Nouvier die durch die plötzliche Demission des Kriegsministers Berteaux -eingetretene Teilkrise lösen wird.
Bl»da pest, 10. Nov. Eine Deputation der U nioersitäts Hörer forderte vom Rektor Lang, er solle die sozialistischen Stlldenten, die gegen Apponyi demonstrierten, von der Unlvers'ltät ausschließen. Der Rektor lehnte sein Einschreiten ab. Als er hierauf im Flur der Universität erschien, wurde er mit stürmischen Pereat- rufen empfangen. Daß er tätlich insultiert und sogar bespeit wurde, wird offiziös geleugnet. Die Polizei zerstreute die Studenten. Infolge der Unruhen wurde die Universität geschlossen.
New-Pork, 9. Nov. Der Staatsanwalt hat eine Untersuchung wegen der hier vorgekonunenen Bürgermeisterwahl-Fälschungen eingeleitet. Gegen den Polizeichef Maeadoo liegen etliche eidlich bekräftigte Anklagen vor, weil er den erbetenen Schlitz gegen die Vergewaltigunneu seitens der Tammanuien verweigert balte.
Icutlck-AfliLanisch s.
Berlin, 10. Nov. (Amtlich.) Gouverneur Graf Hoetzcn telegraphiert unterm 10. dS., daß am 8. November während einer Meldung der Station Kllofsa über einen gegen dieselbe gerichteten Angriff die telegraphische Verbindung unterbrochen worden sei. Eine Bestätigung liege bis jetzt nicht vor. In und bei Kilossa befinden sich heute Bezirks, amtmami Lambrecht, Feldwebel (Solberg, Unteroffizier Ernst und etwa 60 ASkaris. Ein Teil der Marineinfanterie ist gestern von Mrogoro auf Kilossa marschiert. Don Langen-
bürg meldet daS dortige Bezirksamt via Kapitadt, daß die Aufständischen bei Songea in fünf Gefechten geschlagen wurden und große Verluste erlitten. Tie vereinigten Ab- teilungen deS Bezirksamtmannes Richter, Hauptmanns Nig- ntann und Leutnants Klinghardt haben am 21. Oktober bei Npamabongo-Songea ohne eigene Verluste 4000 W an -- goni geschlagen. Der Feind hatte schwere Verluste.
Berlin, 10. Nov. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 2. November im Patrouillengefecht bei Ganms bei KiriiS-Ost gefallen: Gefreiter Heinrich Reineck, geb. in Kirchditmold; Reiter 6)corg Schöller. — Verwundet: Reiter Eduard Schulz. — Verunglückt: Reiter Hermann Müller, geb. zu Fürstenau, früher Jnf.-Rcgt. Nr. 22, am 1. Nov. in Windhuk durch Unvorsichtigkeit eines Kameraden mit dem Zielgewebr leicht verwundet, Schuß in die reckte Halsgegend.
Hbeihtsfllchcr KtstSirLtsvernn Güßen.
Gießen, den 10. Novemger.
Mit einer gut besuchten Mitgliederversammlung nahmen die Winterveranstaltungen des Vereins gestern ihren Anfang. In Vertretung deS Vorsitzenden elstattete Herr Landgerichtsrat Dr. Schäfer den Geschäftsbericht, in dem noch einmal dem Konservator des Museums, Hauptmann Kramer, und den treuen Förderern der (Sammlungen, Kommerzienrat Gail-Gießen und dem verstorbenen Kommerzienrat Gciil- Baltiulore, der Dank des Vereins ausgesprocken wurde. Nack Entlastung des Rechners wurde der Vorstand wiedergewählt. Er wird sich durch Zuivahl von Geh. Hofrat Dr. Haupt und Oberstabsarzt a. D. Dr. Siegert ergänzen.
Sodann hielt Geh. Schulrat Direktor Dr. Schädel einen auf eingehendster Kenntnis des 17. Jahrhunderts bc« ruhenden, außerordentlich lehrreichen und fesselnden Vortrag über Landgraf Ludwig V.
Der Vortragende erörterte zunächst die Bedeutung seines Themas und machte Mitteilungen über feine archivalischen Quellen. Dann zeigte er, wie sich in der Katastrophe von Llidwigs V. Gefangenschaft die Fäden seiner hessischen und deutschen Politik verschlingen, und wie er gerade durch dies Leid bie Krönung seines steten Strebens erreichte, die Linie Darmstadt neben .Kassel" ebenbürtig hinzustetten. Seine hessische Politik ging aus den Gewinn ganz OberhessenS aiis, seine deutsche war ihm hierbei Tliltcl und kennzeichnet aufs schroffste den Standpiinkt der foifcrtreucn sog. Neutralisten. Hierfür traf ihn in der mehrwöchigen Gefangenschaft die Rache der evangelischen Aktionspartei; aber da er vor wie nach ihr die tlebergnbe von Rüsselsheim verweigerte, entschied er damit über den AuSaang der rheinischen Epoche deS 30jährigen Krieges und der Dank des Kaisers hob Hesien-Darmstadt in die Reihe mit den Herzogtümern. So ift Ludwig der Getreue (dem Wachstnmsgefetz seines HauseS getreu (!) der eigentliche Gründer des Großherzogtums, das allein den berühmten Hesiennamen noch trägt, der einzigen selbständigen politlschen Bildung deS glorreichen fränkischen Stammes geworden.
Nach den mit großem Beifall aufgenommenen AuS- führungen, die hoffentlich auch in der Vereinszeitschrift zur Veröffentlichung kommen werden, berichtete Hauptmann Kramer über Ausgrabungen an der Lindener Mark und auf dem Trieb, und zum Schluß ergriff noch Obeibibliothekar Tr. Heuser das Wort und teilte einige fürstlichen Erlasse aus dem Ende deS XVII. Jahrhunderts mit, aus denen man ersah, daß jene Zeit eine für die Stadtväter Gießens ganz glückliche gewesen sein muß. Nicht als ob die Reinlichkeit der Straßen damals so sehr viel bester gewesen wäre — es kam auch bamal§ genug vor, daß Wagen im Schmutz stecken blieben, und man hielt einen Menschen, der ohne 9lot bei Nacht durch die Straßen Gießens wandelte, obwohl es im Laufe der Woche einmal geregnet hatte, schon damals für einen Toren, — aber einmal war die Beleuchtung ganz anders, wie heute, es nahm bekanntlich ein jeder, der auSging, sich feine Laterne einfach mit und war deshalb — ganz anders wie beute — nie in der Lage, jemand anderem die Schiild zu geben als sich selbst, wenn er nichts sah, dann aber — und das war die Hauptsache in den Aktenstücken, griff ja der Landesfürst selbst ein, und erließ die nötigen Verfügungen und machte — ein glorreicher, vielleicht der Neuzeit wieder enipfehlenswert erscheinender Ausweg — die Universität mit verantwortlich. Was es den Straßen genützt hat, wissen wir nicht genau. Tie Stadtväter haben die Edikte jedenfalls vor viel Spott und Angriff bernährt, indem eine höhere Instanz die Verantwortung mit übernahm.
Ans HüiSi iinö Lli'ch.
Gießen, 11. November 1905.
Rentner Ludwig Bücking, einer der ältesten iind verdientesten Bürger unserer Stadt, feierte vergangenen Mittwoch seinen 9 0. Geburtstag, wozu ihm Oberbürgermeister Mecum im Namen der Stadt deren Glückwünsche aussprach, da auf besonderen Wunsch der Familie von der Entsendung einer besonderen Deputation abgesehen werden mußte. Nunmehr ist dem Oberbürgermeister Mecum folgendes Schreiben des früheren langjährigen Gemeinderatsmitgliedes und Beigeordneten der Stadt Gießen zugegangen:
Gießen, den 8. November 1905. „Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Erfüllt von dem Gefühl der Dankbarkeit dafiir, daß es mir vergönnt irrar, meinen 90 jährigen Geburtstag gesund zn feiern, möchte ich gerne auch zu dem Wohlergehen anderer etwas beitragen. Ich 'beabsichtige deshalb, der Stadt als Stiftung den Betrag von 50 000 Mark mit der Bestimmung zuzuwenden, daß die Erträgnisse dieses Kapitals zur Förderung der Ernährung und Kräftigung der Gesundheit unbemittelterSchulkinder verwendet werden sollen; vor' behältlich näherer Regelung durch rtatutarifd*c Bestimmungen im Einvernehmen mit der städtischen Verwaltung. Mit Hochachtung verbleibe Ihr ergebenster Ludwig Bücking."
Wir erinnern angesichts dieses neuesten Beweises uneigennützigen Bürgerfinnes und glänzender WohltätigkeitSpflege unseres verdienten Mitbürgers daran, daß Herr Bücking bereits vor Jahren anläßlich deS Ablebens seines Vaters eine Stiftung für hiesige Bedürftige ohne Unterschied der Kon- session gemacht bat, und glauben der Zustimmung der getarnten Bürgerschaft und aller Einwohner gewiß zu sein, wenn wir dem Wunsche Ausdruck geben, daß sich Herr Bücking noch lange Jahre an den Früchten seines schönen WohltätigkeitssinneS erfreuen möge.
-Die B ee rdigung des OberlandesgenchtSprÜst. i. P. Wirk!. Geheimrats Dr. Ludwig Knorr Ex. fand gestern nachmittag 3 Uhr auf dem hiesigen alten Friedhof statt. Es hatte sich dazu in der Friedhofskapelle eine große Anzahl Leidtragender eingefunden, darunter Geheimerrat Brcidert. LandgerichtSpräsident Kullmann, zahlreiche höhere richterliche Beamte, Mitglieder deS hiesigen Offizierskorps und zahlreiche Rechtsanwälte aus dem ganzen Lande. Nach, dem Pfarrer D. Schlosser die ergreifende Trauerrede ge- halten hatte, in der er die Verdienste des Entschlafenen als Beamter, Mensch und Bürger schilderte, setzte sich unter Vor- antritt der einen Trauermarsch intonierenden Regimentskapelle der Trauerzug nach dem Familiengrabe in Bewegung, wo der Verstorbene an der Seite seiner ihm im Tod vorauSge» gangenen Gattin seine letzte Ruhestätte fand. Pfarrer D. Sch loff er nahm hier die Einsegnung der Leiche vor und sprach ein Gebet, worauf LandgerichtSpräsident Kullmann im Namen der Beamten des Landgerichts dem Verstorbenen ehrende Worte des Gedächtniffcs widmete und einen Kranz niederlegte. Das gleiche geschah von Justizrat Metz im Auftrag der oberhessischen Rechtsanwälte. Choralvorträge der Negimentsmusik eröffneten und schloffen die erhebende Trauerfeier.
" Geniälde-AiiSstellung am Brand. Wie bereits kurz erwähnt, bat die Ausstellung im Laufe dieser Woche wieder eine durchgreifende Aenderung erfahren. Außer den beiden zur Ausstellung gelangenden Koloffalgemälden von E. Da eien-Düsseldorf ist noch die Kollektion von H. Rath-Berlin durch 10 weitere Bilder vervollständigt worden. Ferner können mir unseren Kunstfreunden mit- teilen, daß auf die an dieser Stelle erschienene Notiz bezüglich der Jahrhundertausstellung zu Berlin eine große Anzahl Gemälde bedeutender Künstler früherer Zeit aus Privatbesitz zu einer Lokalausstellun g überlassen worden sind. Tie Ausstellung ist von morgen Sonntag an wieder geöffnet.
•• Der Verein der Detaillisten hält nächsten Mittwoch, den 15. d. M., abends 9 Uhr, im Staufmänni- schen ' Vcreinshai'se seine Generalversammlung ab. Die Tagesordnung enthält außer den sonst üblichen Punkten, wie Jahres- und Kassenbericht usm., auch eine Besprechung über die von der städtischen 9)larftfommiiüon angeregte Aushebung der seit Jahren hier abgehaltenen Krämer- Märkte. Da diese? Thema für die hiesigen Gewerbetreibenden von besonderer Wichtigkeit ist, dürste mit einem regen Besuche der Versammlung seitens der Mitglieder zu rechnen sein.
•* Das Gießener Stadttheater beging gestern abend den GedächtniStog von Schillers Geburt durch eine Aufführung ferner gewaltigen Tragödie ,9)1 a r i a Stuart'. Die sehr zahlreich namentlich von der reiferen Jugend besuchte Vorstellung verlies im allgemeinen gut, wozu vor allem die vorzügliche Darstellung beitrug, die Frau Bayr- hämmer der Titelrolle angedeihen ließ. Begünstigt durch ihre anmutige Erscheinung, bot sie durch Spiel und Deklamation eine recht feine Charakterzeichnung der Königin von Schottland, die namentlich im 3. Aufzug, bei der Begegnung mit der glücklicheren Rivalin, auf voller Höhe stand. Nicht gleichwertig war die Darstellung der Königin Elisabeth durch Frau Millar. Schon äußerlich zeigte diese Elisabeth trotz lostumetlen Prunkes wenig Königliches, und auch das Spiel war bei allem realistischen Bemühen vielfach unnatürlich. Eine im großen ganzen recht befriedigende Leistung war der Mortimer deS Herrn Lüttjohann, wenn auch durch die sehr überstürzte Sprechweise vieles verloren ging. Packend war namentlich seine Darstellung des in LiebeSraserei befangenen Jünglings bei feinem Zusammentreffen mit Mari- nach deren Begegnung mit Elisabeth. Von den andern Darstellern sind die Herrn Witt mann und Mendel zu nennen, die als Talbot und Cecil die Charaktere der beiden PeerS in wirkungsvollem Gegensatz erscheinen ließen. Dem Grafen von Leicester deS Herrn Steinmann fehlte dagegen bei aller schauspielerischer Kunst die innere Herzenswärme, die diesen nicht einwandfreien Charakter allein unS etwas sympathischer machen kann. Die Herren Lippert iPaulat) und Stauf (Melvil) trugen daS ihrige zu dem Gelingen der Vorstellung bei und auch die übrigen kleineren Rollen waren entsprechend vertreten. Ein Wort der Anerkennung gebührt noch der Regie für die treffliche äußere Ausstattung deS Stückes, blos störte in dem Zimmer der Maria ein moderner Stuhl da? einheitliche Gesamtbild. E. H.
△ Wiescck, 11. Nov. Der Steindruckereibesitzer Ludwig Bramm erwarb vor einem Jahre von dem Weichensteller Eckhard von hier ein Stück Land an der Gießener Straße für 2 5 00 Mk. Gestern verkaufte Herr Bramm dasselbe für den Preis von 5 5 00 Mk.
Nieder-Ofleiden, 10. November. Morgen ift ein freudiger Tag für unfern Herrn Bürgermeister SB öcfn er und die ganze Gemeinde. Sind e? doch 2 5 Jahre, daß daS Großh. KreiSamt Alsfeld ihn als Bürgermeister verpflichtete. Er hat während dieser Zeit sein Amt treu und gewissenhaft verwaltet. Möge eS dem Jubilar vergönnt fein, noch recht viele Jahre in unserer Mitte zu verleben. (A. O. Ztg.)
(:) Kinzenbach, 10. Nov. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, im nächsten Jahre eine neue Schule mit zwei Klassen und einer Lehrerwvhnunb zu bauen. Es n>ar jedoch schwierig, für den Neubau einen geeigneten Bauplatz zu finden, und man wußte, daß dieserhalb imfcrt Gemeinde tief in den Säckel greifen müsse. In der Tat hat der nunmehr abgeschlossene Kaufvertrag den Preis für Baugelände in die Höhe fetrieben, denn der Quadratmeter wird mit 2,95 Mk. bezahlt. Die neue Schule kommt in die Bahnhofitraße zu stehen.
Wetzlar, 9. Nov. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung, zu den K o st e n der BahnhofScrweiterung und des Umbaue- des Bahnhofsgebäudes einen Beitrag von 50 000 Mark statt der vom Fiskus berlangten 100 000 Mk. zu leisten. Tie Gesamtkosten des ProiektS belaufen fidi auf 4 Millionen. Geplant wird, eine Ueverführung herzustellcn, welche den Passanten -und Fuhrverkehr über bie Gleise der Bahnhofsanlage hinweg zur Station und die Fortsetzung der Bahnhofitratze hinüoerführt. Tie lieber* führung hebt neben der rechten Seite der Bahnhofstr. in der Nähe deS Hotels Kaltwasser an und findet ihr End« unweit des Portlandzementwerks Wetzlar. Ferner sei erwähnt, daß beabsichtigt ift, den Zugang zu der Station durck einen Per- tonentunncl zu bewcrHtelligen uuo day sich der Pevi
Giessen
Die'
. H»ntt ?PJne liebe Wester
h
‘® Alte, v
• Berlin, 10. ! •Oearg Engel fuhr stsMe vom Lchcnifp! :JVitfvtttfte fließ das einen Straßenbo Kopfe bei dem Znj iluto§ und trug ein cM'ürhmgen an de Wmann .Hermann einem Zweirade da kreuzen wollte, von griffen, geriet mit MMW. B.» der Mn dm MM <\V
' Tn nnM <5 auf MM Täfle üug mit einer IRa MMinen und ein sich über drei ®cb Tclearc.pbenflcmgel Leipzig—Halle wa Materialschaden ij verlebt.
. * Kleine Ta, Guter
Wtt
M lie tinwef
10- No» n fwnefp tznratsl Hm-nmiwtifl! M', Pmonen um Jucji’v? und ff-n . Stettin, 10 poff. der!tfn?n fr b-utevon' nnb Untreue -'n zwei
L : ri"r .MntHf
,m >> 191? mi
«i« toeiBlidj f;n,W'9 ömttfe fjc Lotter des n vnb cin( 7 b-j brn
& ft 000 von -u , i
aeit'1"9, । j 5 b f e o rtaniiai
«m Lnffl 23
die a# ^'n5 drirck i-SgS*»
Heber »yb
sfftgsi rrbnimü- ,Mr q verband deuE ; U Vorredners an u
Berliner an-
S'w
Marburg, y- in einet ßeftern^
d-m°bW°n ‘“ff.?.
.recbbarstaaten. V :k,r 46 ?l’re üste eti st mmt Mb ,cvk ^eiio der rat i|t i
Acbtundvier
■Brrein rheinucbe t (n nr'rb feine naminj b !!?n. - Frankl
,(Wiriirtc§erittettti!nnei b ' ü1 'M*


