to. T-escstigung der Bürgersteige in der Bismarckstraße. 11. Beschaffung eines Fahrrades fürs Tiefbauamt. 12. Betrieb der Sandgrube im Stadtwald. 13. Betrieb der Stcin- brüche im Stadtwald. 14. Beschaffung von Lüftungsklappen füv die Stadtmädchenschule. 15. Genehmigung von Rechnungen. 16. Errichtung des Maschinenhauses für die Kläranlage. 17. Herstellung einer Teichanlage im Vorhof der Friedhofskapellc am Rodtberg. 18. Die Pumpe an Hom- bergers Weberei. 19. Annahme von Hilfskräften fürs Tiefbauamt. 20. Gesuch des Deutschen Vereins für Gas- und Wafferfachinänner um Gewährung von Beiträgen für wissen- schaftliche Zwecke. 21. Reparatur des Gasmotors beim Gaswerk. 22. Abgabe von GaS, Wasser und Elektrizität gelegentlich des in der Zeit vom 15. bis 17. Juli dss. J§. stattfindenden Feuerwehrfcstcs. 23. Quellfaffungsarbeiten am Hubertusbrunnen. 24. Gesuch der Witwe Elise Rath dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetri.im Vorgarten Plock- straße 11. 25. Desgleichen des Rud. Wegener dahier um
Erlaubnis zum WirtschaftSbctrieb im Hause Sönnenstr. 29. 26. Desgleichen des Karl Euler IV. dahier für Schützen- ftraße 5.
* * Der 4. Ausschuß der Ersten Kammer ersucht die Regierung, den Ausbau der Realschule in Alsfeld in eine Ob errealschule tunlichst bald in wohlwollende Erwägung ziehen zu wollen.
• * Der 44. Bezirkstag des Kriegcrveretns- öezirks Gießen wurde am Sonntag auf dem Lenz'schen Felsenkeller abgehalten. Rach der Feststellung der Präsenzliste und Begrüßung des Ehrenvorsitzenden, sowie der Vertreter und sonstigen Gäste machte der Bezirksoorsitzende Bruchhäuser die Mitteilung von dem Wegzuge des seitherigen lanjährigcn Schriftführers Kanzleirats Keller. Er betonte, daß der Bezirk einen treuen Kameraden und tüchtigen Mitarbeiter verliere, beni er im Auftrage des Präsidiums in Anerkennung seiner Verdienste am verflossenen Sonntag bei dem Kriegerfest in Leihgestern die Ehrentafel überreicht habe. Er brachte ein dreifaches Hoch auf ihn aus, in welches die Versammlung lebhaft einstimmte. Bei der Vorstandswahl wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder: Bruchhäuser als 1. Vorsitzender, Leun aus Großen-Linden als '2. Vorsitzender, Volkmann aus Heuchelheim als Rechner iper Akklamation und anstelle des Herrn Keller der langjährige Schriftführer des Kriegeroereins, MöbuS, einstimmig gewählt.
* * Schlägerei. Am Sonntag abend stand im Neuenweg ein junger Mann mit einem Mädchen vor einer Tür, als vier Angetrunkene an ihnen vorübergingen. Hinter ihnen begann nun törichterweise das Mädchen laut zu lachen, worauf die umkehrten. DaS Mädchen flüchtete sich in einen Hausgang, der junge Mann aber wurde mit einem Stock so bearbeitet, daß er alsbald polizeiliche Anzeige erstattete. Die Betrunkenen wurden verhaftet.
Hochheim, 10. Juli. Ein mörderischer Raub- anfall zwischen Wicker und Hochheim gesellt sich zu den noch nicht aufgeklärten Raubmordtaten bei Biebrich und Nüdes- heim. Bei Wicker wurde gestern ein Handwerksbursche oufgefunden, der durch elf Messerstiche verletzt und bewußtlos war. Der Schwerverletzte wurde ins hiesige Krankenhaus verbracht. Dort kam er zum Bewußtsein und teilte mit, daß er von Frankfurt komme. Dorthin hatte er von seinen Eltern 40 Mk. in die Herberge gesandt bekommen. Das scheint den Räuber zu seiner Tat bewogen zu haben. Der Schwerverletzte konnte den Täter, einen Handwerksburschen, genau beschreiben, dann fiel er wieder in Bewußtlosigkeit. Es ist der 19 Jahre alte Arbeiter E. Scheding aus Zwickau. Kopf und Hals sind kreuz und quer durchschnitten und weisen etwa zwanzig Schnittwunden auf. Der erste Schnitt scheint in den Hals geführt, aber infolge des nicht sehr scharfen Messers am Kehlkopf abgeprallt zu sein. In der Nähe des Mannes fand man eine stark mit Blut bespritzte und verbogene Messerklinge, die sich infolge der Wucht der Stiche aus dem eingenieteten Heft gelöst hatte. Etwas weiter entfernt lag ein Portemonnaie. Es scheint, daß Schedlich mit seinem Mörder in der Herberge zur Heimat genächtigt hat unb dann mit ihm zu Fuß weiterwanderte. Jedenfalls ist Schedlich von Wicker ou§ schon mit dem Unbekannten gewandert und dort auch gesehen worden. Aus einzelnen Worten, die man dem Verletzten entlocken konnte, ist zu entnehmen, daß der Täter ebenfalls Handwerksbursche ist, sein Vorname soll Karl, seine Heimat Oesterreich sein.
fc. Oberursel, 10. Juli. In der Bronze- und Blattmetallfabrik von Julius Schopflocher bei Stierstadt brach heute, wahrscheinlich durch Selbstentzündung von Heu in einer Scheune, Feuer aus. Funken, die in den Aluminiumraum flogen, verursachten eine Explosion, wodurch das Feuer weitere Verbreitung fand. Die Hammer- und Walzwerke sind vollständig niedergebrannt. Die Maschinen wurden vernichtet. Leider fand auch ein Mensch in den Flammen den Tod: der 34jährige Arbeiter Peter Weber aus Oberursel. Der Verunglückte war verheiratet und Vater mehrerer Kinder.
Aum Iall Schadet.
/ Die Erklärung des Geh. Oberschulrats Nodnagel in der „Dannst. Ztg" auf die offene Anfrage des Abg. Dr. David hat folgenden Wortlaut:
Bei der Verhandlung der zweiten Kämmer über die Zustände am Gymnasium zu Gießen war am 14. und 15. Februar l. IS. viel von einem auf den Namen „Dr. Klein" gefälschten Sckmäh- fchreiben an den Herrn Geh. Schulrat Dr. Schädel die Rede, das die Staatsanwaltschaft Gießen in einem Berichte zutreffend als verächtlichen, hinterlistigen Airgriff gekennzeichnet hatte.
Bei dieser Gelegenheit habe ich am 15. Februar erklärt,^ daß das Lehrerkollegium des Gvmnasiums zri Gießen mit Entrüstung znrückgewiesen habe, in irgend welchem Zusamm nhang mit diesen Dingen zu stehen, und es ablehne, irgend etwas an diesen Behauptungen für berechtigt zu erklären.
Nun hat &err Abg. Dr. David vor einigen Tagen in einer „offenen Anfrage" an mich die Beschuldigung erhoben, durch diese meine Bemerkung sei das Zeugnis meines Gewährsmannes ht fern Gegenteil verkehrt und eine schwere Irreführung der Kammer und der Oeffeirtlichkeit herbeigeführt worden.
Unter meinem .^Gewährsmann" versteht der Herr Dr. David 6ett Herrn Professor D. Stamm in Gießen, und er sucht den Beweis für die piber mich erhobene Beschuldigung folgendermaßen zu führen:
Der einzige Oberlehrer, mit dem der Geheime Oberschulrat Nodnagel über den Inhalt jenes Schriftstückes gesprochen, ist Prof. D. Stamm.
Nun bestreitet aber Herr Prof. D. Stamm, erklärt zu haben, haS Gießener Lehrerkollegium lehne es ab, irgend etwas an
diesen Behauptirngen als berechtigt anzuerkennen; also hat der Geh. Oberschulrat N. die Unwahrheit gesagt.
Diese Beweisführung des Herrn Dr. David ist falsch, weil die Voraussetzung, von der sie ausgeht, falsch ist, und damit alle auf diese Vorausfetzurrg gebauten Schlüsse in sich zusammenfallen.
Nicht Aussagen des Prof. D. Stamm lagen meiner Erklärung zu gründe, sondern einzig die Auskunft, die ich von Herrn Geh. Schulrat Dr. Schädel erhalten hatte.
Hiermit aber hat es folgende Bewandtnis: Nachdem Herr Dr. David am 14. Februar seine Angriffe gegen Herrn Dr. Schädel erhoben hatte, würde letzterer am Nachmittage desselben Tages telegraphisch nack Frankfurt berufen, um, wenn möglich, weitere Informationen über das zu geben, was etwa jenen Angriffen zu Grunde liegen könnte. Ich richtete namentlich die Frage an ihn, wie sich denn das Lehrerkollegium zu jener Fälschung gestellt habe, von der wir damals noch annehmen zu müssen glaubten, daß sie die Quelle Dr. Davids sei.
Herr Geh. Schulrat Dr. Schädel beantwortete meine Frage, und auf dieser Antwort beruhte, was ich am folgenden Vormittage. also am 15. Februar, in der Kämmer übet jenen Brie' Gefegt habe.
Später bat ich Herrn Dr. Schädel um eine schriftliche Festlegung seiner Antwort, die er darauf in folgender Fassung zu den Akten gab:
„Ich habe am 14. Februar 1905 Herrn Geheimrat Nodnagel, gleichlautend mit einem früheren Berichte, erHärt, daß das Lehrerkollegium, als ich ihm die in Frage stehenden anonymen Angriffe vvrlegte, mit einstimmiger Entrüstung zu- rückgewiesen hat, daß es irgendwie damit zusammenhänge oder die Vorwürfe berechtigt finde. Dies mein wahrheitsgemäßer ©tnbrucr".
Am weiteren Verlauf der Kämmerverhandlungen spielte der Brief mit der Unterschrift „Dr. Klein" keine wesentliche Rolle mehr. Insbesondere erklärte Herr Dr. David (bergt u. a. S. 2619 und 3021 der Stenogr. Berichtei, der Brief sei nicht seine Jn- sormationsguelle, und was das sachliche Urteil anlange, so habe man es mit jener anonymen Quelle gar nicht zu tun: er habe das von Anfang an abgelehnt, und wie die Dinge jetzt (d. h. nachdem die wahre Quelle bekannt geworden) stehen, komme dies für die Beurteilung des Verhältnisses zwischen Lehrerkollegium und Direktor gar nicht mehr in Betracht.
Infolgedessen kam man denn auch auf meine darauf bezügliche Erklämmg öffentlich nicht mehr weiter zurück, sie war für alles weitere unerheblich geworden.
Nachdem nun aber Dr. David seine offene Anfrage gestellt hatte, erschien eine erneute Prüfung dieser Einzelheit angezeigt und deshalb wurde auch 'Herr Geh. Schulrat Dr. Schädel am 4. d. Mts. zu einer nochmaligen Verhandlung hierher berufen.
Bei dieser Vernehmung ergab sich zu meiner Ueberraschung. daß eine Verwechselung zweier Schriftstücke vorlag. Während ich nämlich in der Unterredung mit dem Herrn Geh. Schulrat in Frankfurt am 14. Februar einzig und allein den Brief mit der Unterschrift „Dr. Klein" im Sinne hatte, von dem an jenem Tage in der Kämmer so ausführlich gehandelt worden war, bezog Herr Dr. Schädel, der von jener Kämmerverhandlung bis zu jenem Augenblicke natürlich keinerlei Kenntnis haben konnte, meine Frage auf ein späteres, ebenfalls gefälschtes Schriftstück, das die Unterschrift trug „Das Lehrerkollegium". Und was er mir über die Stellung des Lehrerkollegiums mitteilte, galt alles' für dies letztere und nicht, wie ich irrig annahm, für den Brief mit der Unterschrift Dr. Klein, lieber diesen Brief hatte sich das Lehrerkollegium Herrn Dr. Schädel gegenüber überhaupt nicht geäußert, weil ihm hierzu kein besonderer Anlaß gegeben worden war.
Nun ist ja gewiß der Schluß erlaubt, daß die Herren Oberlehrer des Gießener Gymnasiums, wenn man an sie die entsprechende Frage gerichtet hätte, den ersten, von groben Beleidigungen strotzenden Schmähbrief mindestens mit der gleichen (rntrifftnng von sich äbgewiesen haben würden, wie sie in ihrer überwiegenden Mehrheit die wesentlich minder beleidigende zweite Fälschung abgewiesen haben; immerhin beruhte meine bezügliche Aeußerung in der Kämmer auf Irrtum und entsprach nicht den Tatsachen.
Nachdem ich diesen Irrtum, den man nach den damals gegebenen Verhältnissen nicht unbegreiflich finden wird, am 4. d. M. als solchen erkannt, habe ich nur folgenden Vormittag (den 5. d. M.) dem Lehrerkollegium des Gymnasiums zu Gießen, als dem zunächst davon berührten Kreise, persönlich die erfordn^ichc Aufllärnng gegeben. ,
Ich füge hier ein, daß sich allerdings auch Herr Proftssor D. Stamm, mrd zwar schon am 3. Februar 1904, über den fraglichen Schmähbrief zu Protokoll geäußert, und auf diese Aeußerung am 10. März 1905 in einer Besprechung, die Herr Dr. David wenig zutreffend als eine Interpellation auffaßt, Bezug genommen hat.
Aber diese Aeußerung, wie ich sie verstehen mußte, war nicht danach angetan, mir über die Stellungnahme der Oberlehrer zu jener Fälschung eine andere Meinung beizubringen, als die von mir in der Kämmer tiertretene.
Denn die in Betracht kommende Stelle des Protokolls vom 3. Februar 1904 lautet wörtlich:
„Meiner Ueberzeugung nach steht der ganze Vorgang mit bent vorjährigen Prozeß in gewissem Zusammenhang, und die Kreise, aus denen der diesmalige Brief hervorgetzt, sind wohl dieselben, die sich 'damals als unversöhnliche Feinde des Herrn Direktors gezeigt haben . . .
Was mich zu der Vermutung des Zusammenhangs berechtigt, ist folgende Erwägung: Damals, zurzeit des Prozesses, ging als ent btt, das mir mehrfach zu Ohren gekommen ist, das Wort, „den machen wir unmöglich". Nun hatte man aber damals infolge ungeschickten Vorgehens den Zweck verfehlt. Man wlll deshalb offenbar eine neue Gerichtsverhandlung veranlassen, bei der das damals Versäumte nachgeholt werden soll. Die in dem Brief gemachten Behauptungen beruhen auf an sich nicht unrichtigen, aber ungeheuer übertriebenen Beobachtungen."
Hieraus entnahm ich als die Auffassung des Herrn Prof. D. Stamm folgendes:
Aus unversöhnlicher Feindschaft und in der Absicht, den Herrn Geheimen Schulrat Dr. Schädel in feiner Stellung unmöglich zu machen, also aus durchaus verwerflichen Beweggründen, hat man an sich nicht unrichtige Beobachtungen durch ungeheuere Uebcrtrerbung zu einer Bedeutung erhoben, die sie als Vorwand zu einer Schmähschrift geeignet machten.
Ich wurde gefi'irchtet haben, Herrn Prof. D. Stamm zu nahe zu treten, wenn ich mtgenvmi ien hätte, daß er einem solchen Verfahren irgend welche Berechtigung zuzuerkennen gewillt sei.
Zmn Schluß betone ich nachdrücklich, daß aus meinem Irrtum praktische Folgen für den weiteren Verlauf der Angelegenheit ich nach keiner Richtung ergeben haben.
Darmstadt, am 7. Juli 1905.
Nodnagel, Geh. Oberschulrat.
PermiMte».
* Ein greif er Sänger. Man schreibt uns au§ Cref eld: Heute, cnn 10. Juli, feiert der Ehrenpräsident und langjährige Vorsitzende der „Crefelder Liedertafel", Herr Wilhelm van Kempen seinen 80. Geburtstag, bei welcher Gelegenheit ihm von der Liedertafel und der städt. Kapelle eine feierliche Serenade gebracht wurde, v. K., der wohl der älteste noch aktive Sänger deS früheren rheinischen Sängervereins ist, hat als Freund des Komponisten Earl Wilhelm unter diesem zuerst im Sologuartett im Jahre 1854 die eben komponierte „PZacht am Rhein" gefangen und ist wohl der einzige noch lebende Sänger der ersten Aufführung diese? Liedes, von dem Moltte sagte, daß es im Jahre 1870 ein ganzes Armeekorps wert gewesen sei. Am Dienstag findet zu Ehren des Jubilars ein großes Bankett statt.
* Stinkbomben im Stadtverordnetensaal. Die „Dresd. Nachr." teilen folgendes mit: Im Dresdener
Stadtvcrordnetensaal ereignete sich in der letzten Sitzung nach Schluß der Abstimmung über die Wahlrechtsvorlage ein Zwischenfall: Von der öffentlichen Tribüne, wo in hellen Haufen die en offen* Platz genommen hatten, wurde eine Handvoll Stinkbomben in den Saal geworfen, von denen vier nicht explodierten. Die Vorsteher des Kollegiums, Justizrat Dr. Stöckel ließ nach diesem heroischen Akte eines Lokalpropagandisten der Tat das Richtigste tun, was getan werden konnte: er ließ die Fenster öffnen und bemerkte im übrigen, daß sich das Kollegium durch keine Kritik beirren lassen werde. Die Person des „Attentäters" konnte bei der außerordentlich zahlreichen Zuhörerschaft, die auf den Tribünen versammelt war, nicht festgestellt werden.
* Eine fürchterliche Bluttat ist in Metz verübt worden. Der Arbeiter Peter Kanzler drang am Montag mittag gegen 2 Uhr in die Wohnung seines Schwiegervaters, deS Schuhmachers Franz Karow ein und erschoß ihn. Auch auf den Schutzmann Blatt, der herbeigeeilt war, um ihn zu verhaften, schoß Kanzler und verletzte ihn mit dessen Säbel am Hals, worauf der Schutzmann alsbald starb. Die Frau und die Schwiegermutter des Kanzler, auf die er gleichfalls Schüsse abgegeben hatte, sind sehr schwer verletzt. Der Mörder erschoß sich schließlich selbst. Das Motiv zu seiner Tat ist noch nicht bekannt.
* Hitze. Aus Madrid wird gemeldet, daß die Hitze in Andalusien unbeschreiblich sei. Hunderte von Personen sind am Sonnenstich erkrankt oder gestorben. In Lissabon herrscht ebenfalls tropische Hitze, die zahlreiche Opfer fordert. In London sind mehrere Hundert Soldaten während der letzten drei Tage infolge der unerträglichen Hitze erkrankt, viele schweben in Todesgefahr. Auch aus Norditalien werden zahlreiche Hitzschläge mit tödlichem Ausgange gemeldet.
* Kleine Tageschronik. Durch den Brand auf der Zeche „B orussi a" in Lütgendortmund wurden 39 Bergleute abgesperrt. Die durch den teilweise erfolgten Einsturz des Schachtes erschwerten Nettungsarbeiten werden fortgesetzt, jedoch hegt mau die Befürchtung, daß ein großer Teil der Vermißten c r ft t cf t ist. - In Hamb u r g entstand zwischen vier Arbeitern eitt Streit, in dessen Verlauf ein Arbeiter durch einen Messerstich sofort getötet, ein zweiter schwer verletzt ronrbe. — In H a l l e a. d. S. erschlug ein umfallender Rundlaufstä'nder im Konzertgarten der Aktien- Brauerei einen 13 jährigen Schulknaben, ein zweiter erlitt Verletzungen. — In Rimbick am Harz c r ft a ch der 23 jährige Knecht 'Robert Knackstedt die 20 jährige G a st w ir t s t o ch t e r F u h rm e i st e r auf dem Nachhausewege vom Schützenfest imb verletzte sich bann selbst schwer, indem er sich den Hals zu burchschueiben versuchte itnb sich mehrere Stiche in die Lunge beibrachte. Der Grunb zur Tat ist Eifersucht. — In der Nähe von Meluit (Frankreich) sand ein Z u s a m inenstoß zwischen zwei Automobilen statt. Die Insassin des einen Automobils, Frau de Breuil, wurde auf der Stelle g e t ö t e t, die Insassen des anber.en erlitten Verletrungen,
Arbrtteröewegurrg.
Butzbach, 10. Juli. Der infolge von Lohndifferenzen hervor» gerufene Maurerstreik ist am Samstag b e e n b i g t worden. Heute wurde die Arbeit, welche seit Pfingsten ruhte, im allgemeinen wieder aufgenommen. Tie zwischen beiden Teilen gepflogenen Verhanbtungcn haben zu einem befriedigenden Resultat geführt; zuerkannt wurden für dieses Jahr 35 Pfg., das nächste Jahr 36 Pfg. und das übernächste Jahr 38 Pfg. pro Stunde
Märkte.
Gießen, II. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Woebenmartt kosteten: Butter pr. Pfb. 1.10—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg. 2 Stek. 00—OO Psg., Eänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Big., fiV.'k vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stek. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen vr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80-0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80-1,80 Mk.. Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfb. 55-65 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pfunb 70—80 Pfg., Kuh- unb Rinbfleisch pr. Pfunb 70—72 Psg., Schweine- leisch pr. Pfunb 70—80 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfunb 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psb. 70—80 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfund 50—76 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,50—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Korben 00—00 Pfg., Kirschen pr. Pfd. 15-20 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut OllO—0.15. OTarFheit 7—1 Uhr.
Famflitn-Nüchrichton.
Verlobte. Eva v. Albert (Dom. Sorau), mit Oberleutnan unb Adjutanten des Hessischen Leibgarde-Regiments Thilo Freiherrn v. Beust (Darmstadt).
Gestor b e n. Herr M. Katz (Darmstadts. — Fran Katharina Breidert Ww., geb. Wilhelm (Offenbach a. M.s.
Kursbericht.
Frankfurt a. M., 3Ve% Reichsauleihe . . 101.35 8V.i do. ... 90.25 3Vt°/o Konsole . . . . 101.20 do. ..... 90.25 RVe% Hessen .... 100.50 3b, % Oberhessen . . . 99.30 4% Oesterr. Goldrente . . —.— 4l/e% Oesterr. Silberrente . 100.95 4% Ungar. Goldrente . . 98.60 4°/g Italien. Rente , . . —.— 4% Portugieser I . . . 66.95 3°/ Portugiesen. III . . 67.20 1 % Unif. Türken . . . 88.20 Türkenlose .....134.70
4% 0riech. Monopol.-Anl. 54.00 41/,°/0 äussere ArgenHner 44.35
Tejidenz: ruh
10, Jnli Offizielle Schlusskurse.
3°/0 Mexikaner . . 67.96
41/«1/*. Chinesen , . . 96.70 Electric. Schlickert . . . 134,80 Nordd, Lloyd . . . 122.10
Kreditaktien . ... 207 40
Diskonto-Komniundit. . 189 30
Darmstädter Bank . . 142,15 Dresdener Bank .... 155 80 Berliner Handelsgeg . . 169 60 Oesterr. Staatabahn . . . 145.10 Lombarden.....18 50
Gotthardbahn ..... 186.50
Laurahötte.....261.00
6öchnm ..... 246.80
Harpener.....212 60
Stn ateehatzscheine . . 100.55
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