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Königlich Preussische Staats-Medaille
Tekphonischer Kursbericht
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4° o Orieoh. Monopol.-Anl. 4’/»% äussere Argentiner
Tendenz: fest.
von
100.30
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68.00
68.50
. 101 95
. 90.95 . 102.00 . 91.00
. 100.60
. 99.70
3°/o Mexikaner . . 4Vo’’/- Chinesen . . Electric. Sobuckert . Nordd Lloyd . .
Kreditaktien Diskonfo-Komniandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . , Berliner TTandelsgee. Oosterr. Staatsbahn . Lombarden , , . Gotthardbahn . .
Laurahütte . . . . Bochum . . , . . Harpenor .
Staatsschatzacheine .
4% Ungar. Goldrente 4°/ Italien. Rente .
4^9 % Portugieser ,
B"/. ’iV.o/c 3"/a 8‘M/n
0/ Portugiesen. % C. Türken 'firkenlose . ,
do.
Konsola , do.
Hessen
Oberhesson
Marbel und Werkehr. Polkswinschafr.
Kleine Finanzchronik. Tas Amtsgericht Cassel hat in dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Adolf Schmidt, früheren Direktors der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung. die Gebührdes Konkursverwalters, Rechtsanwalt Tr. Arnthal, auf 35 000 Mark festgesetzt. Tie Gebühren der Mitglieder des Gläubigeraussckusses betragen je 3000 Mk. — In der Submission auf 3 Mill. Mari 3^?prozent. Gießener Stadtanleihe kam das Höchstgebot mit 98,42 Proz. von dem Bankhaus Delbrück, Leo u. Co. m Berlin.
Naliiiscke Tagesschau.
lieber die Ansprache de8 Kaisers bei der R-krutenverleidigung in Wilhelmshaven wird in Ergänzung der früheren Meldungen berichtet:
Der Kaiser sprach unter Hinweis auf die von den beiden Geistlichen gehaltenen Reden eingehend über drei Punkte, nämlich über die Bedeutung des Eides, über die mangelhafte Pflege der Religion in der Jugend und schließlich über den Krieg in Ostasien, hob in rühmenden Worten die große, über alles gebende Vaterlandsliebe, Opfer-. freudigkeit, Tapferkeit und Selbstlosigkeit der in schweren, heißen Kämpfen ringenden ostasiatischen Gegner, namentlich der Japaner, hervor und hofft, daß die jungen Rekruten sich an diesen hohen Beispielen erbauen und ihnen gegebenen- i faH§ nacheifern werden. Mit den Worten: „So geht denn hin und tut Eure Schuldigkeit!" schloß der Kaiser seine Rede.
polemisiert gegen den' Ahg. Goldschmidt, der üöer Tinge, ge- wrochen habe, .ohne die nötige Erfahrung zu haben. Auf keinem Gebiete stehe .Preußen nt Deutschland so voran, wie auf dem der Eisenbalmverwattimg. Hätte Herr Goldschmidt wirllich das warme .^erzi für die Arbeiter, so Ntüßte er doch die gute Wirkung der KTankenAmchußkasseu an er feint fit Tie Beamten sollten Vertrauen nrr Verwaltung haben und nicht agitatorisch ihre Wünsche an die ^iroße Glocke bangen. Redner erklärt sich gegen den Antrag .Herold auf größere Sonntaasrnhe und Dein- auf bessere Berücksichtigung des Nachtdienstes. Auch gegen die Gewährung eines regelmäßigen Urlaubs habe er Bedenken. Abg. v. Bülow «Homburg, ntl.l bittet um twrnwhrte Stellenzulagen für die Stationsvorsteher 2. Klaffe. Minister v. Budde: In der Gewährung der Zeit zum Bentch des Gottesdienstes tut die Verwaltung alles, was möglich fei. Zur Erteilung von Urlaub an die Arbeiter sind die Gisenbabndirektionen ermächtigt. Das den Nachtdienst angehe, so sei die Regierung bestrebt, bei anstrengendem Nachtdienst den Dienst zu verkürzen.
In einer versönlichm Bemerkung weist Abg. Goldschmidt lfrs. Vv.) die Vorwürfe des Ministers gegen ihn als unbegründet zurück. Ter Antraa Schmidt-Warburg wird der Regierung zur Erwägung überwiesen. Ter Antrag Trimborn auf Vesserstllung de r Betriebssekretare und die Peti- tt'onen der Betriebssekretäre werden dirrck U e b e r g a n g zur Tagesordnung erledigt. Tie Anträge Oeser und .Herold werden der Bnd^^tkommission überwiesen. Tas Kapitel Besoldungen wird bewilliat.
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Berlin, 10. März. Bei Vorführung eines kinemato
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Man verlange ausdrücklich die Originalmarke 99Dr. Hommel’s“ Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht aufreden.
(KerilStskaal.
fu.) Gießen, 10. Marz. Tie Strafkammer yreilte heute den seither imbestraften Arbeiter I. I. O. von' -nmda wenen Mißhandlung seines Kindes zu Zi/z fahren Gefängnis. O. brockte bei seiner zweiten Verheiratung im Iabre 1903 ein Kind mit in die Ehe, welches! lrank und schwächlich war. Nichtsdestoweniger wurde es schlecht aenahrt und verpflegt. Vor seinem Vater hatte es eine solche Angst, daß es zu weinen anfing, wenn es seiner ansichtig wurde. Beugen bekundeten, daß O. das Kind vielfach mißhandelt Bat. Ernes Abends kam er angetrunken nach Jnanfe und nahm ohne, wgliche Veranlassung einen fingerdicken Stock imd schlug damit dem dreijährigen Knaben viermal heftig auf den Kopf. Tann entblößte er das Kind und schlug fortgesetzt auf es ein. sodaß wütige Striemen und Wunden putftanb'nt. Es drängte lieft die Vermutung auf, d^ß O. das Kind ans der Welt schaffen wollte, um sich in den Besitz seines 2000 Mark betragenden Vermögens sehen zu können. Ter Anttag der Behörde, das Kind in andere Nflege zu geben, kam zu spät: es starb am 14. Te- ncm&cr v. I. infolge von Entkräftung. Tast die Mißhandlungen und die schleckte Ernöbruno des Kindes geeignet waren, den Tod des Kindes herbeizufübren, kann nickt bezweifelt werden: dock konnte nickt als erwiesen angesehen werden, daß O. den Tod des Kindes unmittelbar verschuldet hat. Es erfolgte deshalb nur Bestrafung weaen Körperverletzung« durch eine das Lebm gefährdende Behandlung. Mit Rücksicht auf die hohe Strafe wurde die Verhaftung des O. beschlossen'. . th. Gießen, 10. März. Ter Gasthof zum gotdnren Engel m Friedberg soll nach der Aussage des Polizeikommissars Weiß vor der Gieiwner Strafkammer in ganz Teutschland unter denjenigen bekannt sein, die eine gewisse Scheu vor der Rolizei haben. Ter Inhaber K. Sckw. hatte vor der Gießener Strafkammer sich wegen Kuppelei zu verantworten. Er er- llärte, er habe von dem Trecken seiner weiblichen Loaiergäste nickts walwgenommen. Tie Strafkammer ab"r kam zu einem Schuldig und erkannte auf 4 Monate Gefängnis.
E s s e rt a. R.. 10 März. Ein Zengniszwangsver- fahren ist gegen den Redakteur Ballen eingeleitet worden. Es handelt fick um ein Tiszi^linarverfahren gegen Unbekannt. Im ,,Allg. Beob." erschien im November v. I. ein Artikel über einen Prozeß. Tas Material zu diesem Artikel soll durch einen' Gericktsbeamten zugänglich gemacht worden feilt. Ta der Redakteur sich weige'ste, hüt Verfasser preiszugeben, drohte man ihm sechs Monate Zwang^hgft an. Vorläufig wurde über ihn eine I b r n f_e von 6 0 Mark verbänot. Ter Redakteur hat sofort E irr s h r ir *• n<'cr<'ii X’i» ^vbi-ben.
Kriginal-DralUmc'tdltngen.
Vom .Kriege.
London, 11. Mär;. Der Standard meldet aus ToN,l gestern: Mehrere rnjsische Armeekorps wurde-
11. März.
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"Kleine Tageschrvnik. Der R echtsatt w alt Cart- yaus, der vor kurzem van Tuisbnrg nach Münster verzog, wurde^ auf Veranlassung der Tnisburger Staatsanwaltsckiaft wegen großer Unterschlagungen von Mündelgeldern verhaftet. — ''n Karlsruhe erreat die dort auf-dem .^anvtbahnhof erfolgte Verhaftung des früherru Tirektors der Brikettwerke inMaran und letz'am Tirektors der Tlmmas-Vhosphatwerke Namens Brock- Haus Aufsehen. Unterscklagunaett wi^dett aufgedeckt. Man svrickst von mehr als 100 000 Mk. — Bei F in ke n w alde in her Vuchhaide fand ent Vi st ölend ttell zwischen zwei Aerzten statt. T'r. P.-Stettin erhiesi beim dritten Kitgekwechsel eine schwere Verletzung am Arm. — In Rombachin 5ckthringen wurde ein Italiener vott Maskierten auf der Straße über- fallen und ihm der Bauch auf geschlitzt, sodaß die Eingeweide hervorkam<nt. Tie Täter sind nicht erkannt. Tas Ovfer war früher Polizist in seiner Heimat. — Ter Streik der Arbeiter and S i m'pl on t nnn el hat sich auf alle 3000 Arbeiter di er Unternehmung mtsgedehnt. — In der Lanbilleth- arube zu Newport sMalesl wurden bei entern Einsturz der Schacht- decke 18 Bergleute verschüttet. — In Nordbauseni fanb ein Preistait z en statt, bei dem ein Paar ohne Unter- b r eck ung 1^< S t u n d e n l a n g t a n z t en . — Auf Reauifitton
Berliner Staatsanwal^sckia^t ist unter dem Verdeckst mehrfacher Unterschlagungen der Rewtsanwalt .cheiurick So ert* wia m s-"'ii"r a f #• r t werden.
skow, M. Rüdisühli-Basel, Knoll-Koburg re. Von einheimischen Künstlern ist vertreten Helene Oncken mit Portrails, E. Pretorins und W. Götz. Ein Besuch der diesmaligen Ansstelltmg ist sehr zu empfehlen; ein Teil der Gemälde kann nur kurze Zeit ausgestellt bleiben, da wieder 2 Kellektionen von Prof. P. Ho eck er und P. Scha d-R oser angemeldet sind.
** In der gestrigen Stadtverordnetensitzung erfolgte die Vergebung des Druckes der Schuldverschreibungen an eine Iirma in Hannover. Man überging die beiden hiesigen Firmen, die Submissionsofferten eingereicht hatten, zu gunsten einer fremden Firma, obwohl bekanntlich hier außerordentlich leistungsfähige Firmen bestehen, was den städtischen Behörden indeß nicht bekannt zu sein scheint. Man behauptete, daß die vor drei
der Ww. Zakob Helfenbein (Baugelände mit Hintergebäuden) wurde an Weißbindermeistcr Nicolaus für 16 000 Mk. verkauft.
Der akadennsche „Marburger Bär" scheint eine Studien- oder Bierreise angetreten zu haben. Statt daran zu denken, woher er gekommen ist und 'wieder in feiner alten Heimat, dem zoologischen Garten, Logis zu suchen, bat er nach seiner 9lbreise von Marburg in einem hiesigen Kneiplokal Quartier bezogen. Sein Begleiter, der Bärenbändiger Hans Knipper, teilt uns das mit und daß der Bär un „Perkeo" zu jeder Zeit zu sehen sei. Schade, daß die Musenföhne zum größten Teil die Ferienheimreisc angetreten haben.
n. Krofdorf, 9. März. Die Jagdnutzung in der Gemarkung Krofdorf ist vom 1. April d. ab an fren Fabrikanten Schnabel zu Gummersbach zu einem jährlichen Betrage von 3550 Mk. aus der Hand verpachtet worden. ^Wildschaden im Walde hat der Pächter, denjenigen auf dem Felde die Gemeinde zu tragen. Bei dem bisherigen Pachtverhältnis hatte die Gemeinde eine jährliche Jagdpacht- Einnahme von 3000 Mark, während der Pächter den ca. 400—500 Mk. jährlich durchschnittlich betragenden Wildschaden^ auf dem Felde zu tragen hatte. Die Gemeinde dürfte sich durch die Jagdverpachtung, die auf 6 Jahre erfolgt ist, nicht ungünstiger stehen, zumal der Pächter entgegen kein bisherigen Pachtverhältnis der Gemeinde die im Walde zum Lchutze der Kulturen gegen Wildverbiß aufgewendeten Kosten zu ersetzen hat.
R. B. Darmstadt, 11. März. (Eigener Drabt- berrcht.) S. K. H. der Großherzog verlieh der Präsidentin der Heidcnreich - v. Siebold-Stiftung. Frau Anna Merck, geb. Schenk, in Anerkennung ihrer 25jährigen der- dienstvollen eln.'en amtlichen Tätigkeit die Alicenmedaille in Silber. — Aus Anlaß des 11. Geburtstages der verstorbenen Prinzessin Elisabeth begab sich heute früh Obersthosmarschall v. Wester well er nach dem Mausoleum, um im Auftrag des Großh. Paares am Sarkophag einen prachtvollen Kra'd z niederzulegen. Aus dem gleichen Anlaß wurden eine Anzahl weiblicher B e d i e n st e t e r ausgezeichnet. Tas goldene Kreriz mit Brillanten erhielten die 54 Jahre in Diensten Sr. Durch!, des Fürsten zu Solms-Hohenfolms-Lich stehende Magdalene S ch i e.s e r st e i n und die bei der Familie des Regierunasassesior a. D. Ortwein in Bad-Nauheim bedienstete Katharina Pauly. Das goldene Kreuz erhielt die 26 Jahre bei Herrn Aua. Dietz in Heistern bedienstete Marie 'Appel ans Grebenhain.
deutsches Reich.
Berlin, 10. März. Man,meldet aus W ilhelms b asen: y1 Kaiser verblieb heute infolae einer leickten Erkaltung, die er sick. durck die na''kalt^ Witterima zugezoaen hatte, an Bord des Lnnenscknffes Kaiser Wjshstm II. Er ging kurz vor 8 Uhr an ^and und fuhr über die Werst zum Bierabend ins Osfi^ier- kaimo, wo etwa 300 Offiziere anwesend waren. Tas Linienschiff „Stauer rvilhelm II." liegt an der Kammerfcklense fabrtbereit.
-je „Nordd. Alla. Ztg." tritt wieder b^r Verdächtigung i>cr o enticnenPolitikin China durch die „Times" entgegen, welche am 29. Januar aus Peking ein Telegramm brachte, wonach 7l?ll^San^ iede Gelegenheit ergreife, um sich in die inneren ckmeiffchem Angelegenheiten einzumischen. Es verlange, daß China rhm die Namen der Gouverneure von Sckantung zur Bestätigung tiorlege, uuh b^be Banasckihsck'-^ng gezwungen, vor der Abreise Ä' ?Te2. dosten Herrn v. Mumm Zeinen Besuch zu machen. Es sind Beweist dafür vorhanden, daß versucht worden ist, mit Trpestche Mißtrauen gegen Deutschlands 9cksickten stwobl in Japan wie in Amerika zu erregen. Mit Rücksicht hieraus veroffentlickt d:e „Norddeutsche Allg. Ztg." folgende t^ea-navhische Aeußernng des deutschen Gesandten in Peking zur Sache:
,.Peking. 6. Marz. W'-der gegen Pangs noch ae^en Hus Ernennung wurde von mir Einfvrnch erhoben. Ein Bestatigungs- recht nahm ick niemals in Anspruch. Mit Bang hatte ick , ^ne„ Zusammenkunft. Tas entsprach d'm beiderseitigen Wunick persönliche Fühlung zu gewinnen. Glatt erfunden sind die von englischen Blattern aus chinesischer Quelle übernommenen Behauptungen über deutsche Trnvpendislokationen längs der Stantupabahn oder über neue Forderungen, die ick 0X1 Bang mit Beziehung auf seine Provinz gestellt haben soll." — F'ür die H ocbze itsgäbe der pre u ß. Städte an da? K r o n p r in ze n pa a r stehen, wie Oberbürgermeister .Wiebner, der Vorsivende des Städtekomitees, in einem Schreiben an die betreffenden Städte mitteilt, zurzeit 410 000 Mk. zur Verfügung.
Sächsische Provinzblätter melden übereinstimmend. Prinz- regent Albrecht von Vraunschwesg habe 1 2 000 M k. für die ^n Si^d w e st a fr i k a Geschädigten gespendet.
i "7- M "-taatsanz." veröffentt^ckt das Gesetz betreffend die yeteutgung des Staates an h-'r Bergwerksgesellschaft Vrb ern ia zu Herne am 6 Marz.
^-.eJ Magistrat hat beschlossen, *b'T Berliner Bau - 61 e- ^Vorsitzender Direktor Schrader, M. d. R.) eine Beihlste von o00 000 Mark zu gewahren und zwar ans den Mstteln der König Friedrich-Stiftung, die von den Gemeinde- veborden Bersins bei Gelegenheit der 200jährigei7 Feier des Be- stehrns des Königreichs Preußen mit einer Million Mark aus- geitQttet wurde Tie Genossenschaft beabsichtigt nimmehr auch Hauser mne^hack Bersins, in d^r Malplaguerstraße lWedding) em iog. ck r 5 e 11 e r h c i m zu errickten.
Jahren hier hergestellten Sehnldverschreibungen und Zinsscheine einige Mängel gehabt hätten. Also weil vor dreiJahrcn einmal wobl infolge allzu kurzer Lieferungsfrist die Arbeiten nicht ganz nach Wunsch aussielen, deshalb gibt man trotz erheblich niedrigerer hiesiger Angebote — Mk. 615.00 gegen Mk. 950.00 — den Auftrag heute nach auswärts, ohne Rücksicht auf die Fortschritte, die hiesige Firmen in der Zwischenzeit in ihrer Leistungsfähigkeit gemacht haben. Im Landtag tadelte man jüngst sehr lebhaft die Vergebung von Arbeiten für den Darmstädter Hoftheater- Erweiterungsbau zu Darmstadt nach Worms. 'Die Negierung konnte sich indes rechtfertigen. Wir wollen sehen, ob auch die Stadtverwaltung stichhaltige Gründe vorzuführen vermag zur Motivirung ihrer Umgehung der heimischen Industrie und deren Bemängelung in öffentlicher Sitzung.
Besitzwechsel. Das Anwesen Steinstraße Nr. 44
Aus Stadl und Kaud.
Gießen, 11. März 1905.
"Das Theater bauprojckt hat, wie auch aus unserem Bericht über die gestrige Stadtverordneten- sitzung zu ersehen ist, einstimmige Zustimmung gefunden. Besonders erfreulich ist, daß die städtische Korporation^ auch für die sofortige Inangriffnahme des Projektes zu haben ist, Schülers Garten seinen Mietern schon am 1. April kündigen will, sodaß mit dem Bau im Herbst dieses Jahres begonnen wird. Bei dem Jubiläum der Landesunioersität im Jahre 1907 werden wir dann schon ein fertiges Theater ^liaben! Freuen wir uns drum! Möge nun, nachdem das Saalbauprojekt aufgegeben werden mußte, die Herstellung des Planes für einen 'schönen, zweckmäßigen Theaterbau in der hübschesten Lage der Stadt nach Möglichkeit beschleunigt werden zur Freude der freiwilligen Spender und aller, denen es um ein Aufblühen unserer Stadt vnd ihres Kulturlebens zu hin ist.
- In der Gemälde-Ausstellung am Brand hat, wie schon kurz erwähnt wurde, wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden: die gegenwärtige Ausstellung hat zirka 80 Gemälde aufzuweisen. Unter den neu ausgestellten Werken befinden sich solche von E. Brunkal- Derlin, W. Kuhnert-Berlin, M. u. Stuckrad-Berlin, M. Correggio-München, E. Fischer-Schuch.München, Bülow v. Lennewitz, W. Hambüchen-Düsseldorf, E. Rolde-Syellerup-
Nniverstiä'is-'Nachrtistien.
Halle a. S., 10. März. Hier fand heute die erste Kon-c f er ein der vreußiscken Uufversitätsrektoren zur
NWinterkur für am Südabhang des^Tatmus. Behag- SiWBHäs Minderbemittelte). Piospecte franco.
Ausland.
•m-i 10. Mürz^ Tct lange Aufenthalt der fiöntgin«
811" von sackten im vause des Grafen von Rändern gibt M Gerncl'ten über eine acvlante .heirat des Königs von -ack-ien mit,der Drinzessin Clementine Anlah.
M-mb-11- 19 Marz. lRentcr.i .hier ist das Gerücht mi Umlarn, 9000 somahs.ha »en die Stadt Merka an der Benadir- wste nnb 1' m o " 5 r a ck t.
Sergius an der Spitze einer ?lbteitung Kosaken darstellte, im Saale der Brauerei Königstadt, bemächtigte sich des Publiv.ms eine große Erregung, die beinahe zu größeren Tumulten geführt hätte. Während einige Personen auf das Podium kletterten, um die Leinwand herunterzureißen, wollten sich andere auf den den Apparat bedienenden Ge- hülfen stürzen, um den Film zu vernichten. Die hochgradige Erregung des Publikums konnte nur- durch den sofortigen Abbruch der Vorführung besänftigt werden.
Wien, 10. März. Die Kampfszene im letzten Akt von „König Heinrich IV." nahm gestern im Burg- theater einen blutigen Verlauf. Einige neue wenig geübte Mitglieder der Komparserie schlugen auf die Gegner so wuchtig los, daß zwei der letzteren wirklich verletzt wurden.
Ein Montignoso-Prozeß.
S. & H. Zwickau, 10. März.
Ein interessanter Beleldiguggsprozeß wurde heute vor 3. Strafkammer verhandelt. Angeklagt war der Redakteur Ernst Schubert vom hiesigen sozialdemokratischen „Sächs. Volksblatt" wegen Beleidigung des Königs von Sachsen. Die Beleidiglmg wird erblickt in einem Arikel vom 28. Dez. v. I., überschrieben „Die Königin auf dem Schub". Der Artikel entstammt der Wiener „^lrbeiter- zeitung" und unterzieht das Verhalten des sächsischen Königs gegenüber seiner früheren Gemahlin einer Kritik. Es werden dem König darin schwere Vonvürse gemacht, und weiter wird gesagt, daß es ein Mißbrauch der Staatsgewalt gewesen sei, eine ganze Armee von Gendarmen, Kriminal- kommissarien und Polizisten gegen die Frau aufmarschieren zu lassen. Das Gericht beschloß den Ausschluß der Oeffent- lichkeit für die ganze Dauer der Hauptverhandlung, weil die Erörterung des unter Anklage stehenden Artikels eine Ge- ährdung der öffentlichen Ordnung besorgen lasse. Der ?ln- geklagte wurde wegen Majeästtsbeleidigung zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.


