Ausgabe 
11.2.1905 Erstes Blatt
 
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imbr, wie wir lwreu, in ca. 14 Tagen nach T^rnnsbadt zur Ausswltting übersiedeln. Wie mit verflossenen Sonntag wird wohl anyb am morgigen Sonntag der Besuch, groß werden.

* Das Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, um J/212 Uhr in der Südanlagc mit folgendem Programm statt: 1. Marsch und Cortege aus der OperDie Königin uon Saba", von Gonnod. 2. Ave Maria, von Schubert-Lux. 3. Potpourri aus der OperetteDer Vogel­händler", von Zeller. 4. A.-M. 205 von Voigt.

** Zur Besi6)tignn g der Universitätsaula weilten heute eurige Herren des Finanzausschusses der 2. Kammer hier in Gießen.

** Musen in. Die Sammlungen haben sich in letzter Zeit in erfreulicher Weise vermehrt. Insbesondere sind ansehnliche vorrömische Gefäße etwa aus dem 6. Jahr­hundert v. Chr. stamnwud, Fundort Langsdorf und Villin- gen. aus Scherben in kunstvoller Weise zusammengesetzt worden. Ein Freund des Mnsenrns hat siir kurze Zeit eine Anzahl chinesischer Gegenstände dem Museum zur Aus­stellung überlassen. Wir machen besonders ans einen kunstvoll gearbeiteten, inu^endig mit kostbarem Pelz ge- fiitterten Mantel eines hohen Würdenträgers aufmerksam. Die Arbeiten im alten Schlosse werden hoffentlich so ge­fördert, daß ein Umzug bald stattsinden kann, da die jetzigen Räume zur Aufbewahrung bei weitem nicht mehr au&- reichen.

** Schillerfeier. In dem in unserer gestrigeu Kummer erschienenen ArtikelSchillerscicr in Gießen" ist zu berichtigen, daß der Festakt nicht in der Univerfitätsanla, son­dern in der Turnhalle an der Nordanlage abgehalten werden soll, damit auch die hiesige Bürgerschaft daran teilnehmen kann, und um jeden Anschein zu vermeiden, daß die Feier nur eine rein akademische sei. Wie uns noch mit­geteilt wird, wird gelegentlich des Schillerjubiläums ferner in der Universitäts-Bibliothek eine Schiller­ausstellung stattsinden, worüber das Nähere später mit- geteilt werden soll.

Evangelischer Bund. Wie man uns mitteilt, wird der hiesige Zweigvercin des Evangelischen Bundes Sonntag, den 19. Februar 1905, abends 81/i Uhr, seine zweite Abendversammlung in diesem Winter veranstalten und zwar wie bisher, auch diesmal im Neuen Saalbau. Als Redner für den Abend ist Pfarrer Strobel von Frankfurt- Bornheim gewonnen über das Thema: Paul Gerhardt, die Frühlingslerche auf dem Saatfelde der Re­formation. Die Veranstaltung wird sicher auch diesmal die alte Zugkraft bewähren, zumal auch wieder für den unter­haltenden Teil des Abends bestens gesorgt ist. Der Besuch des Abends steht allen Evangelischen frei.

* * Die neuenHandelsgesctze m it D en kschr ist c n sind, wie uns mitgcteilt wird, für Interessenten im Bureau der Großh. Handelskammer zur Einsichtnahme von heute ab ausgelegt.

* Einbruch. Aus einem Gartenb.anse der Wilhelm - straße wurde in vergangener Nacht durch Einbruch ein Teschin-Gewehr entwendet.

* * Bürgerverein Gießen. In den bisher statt­gehabten Sitzungen des Vorstandes sind, so schreibt man uns, zunächst die Aemter verteilt worden; der Vorstand setzt sich nun folgendermaßen zusammen: Lehrer V. Müller 1. Vor­sitzender, Fabrikant E. Horst 2. Vorsitzender, Gastwirt Jas- kowsky 1. Schristfuhrer, Kaufmann C. Seibel 2. Schrift­führer, Fabrikant G. A. Mueller Rechner, Schrcinermeister L. Beil, Möbelfabrikant Franz Brück, Dachdeckermeistcr H. Earle, Dr. Koch, Bäckermeister G. Pfeiffer, Metzgermeister E. L. Sack, Uhrmacher O. Schmidt, Landwirt G. Simon, Prof. Dr. Sommer, Fabrikant L. Troß, Bauunternehmer H. Winn, Beisitzer. Des weiteren wurde die erste Vcreins- und allgemeine Bürgerversammlung auf den 2 3. Februar festgesetzt mit der Tagesordnung: wie stellt sich die Gießener Bürgerschaft zu dem Theater- und Saalbauprojekt. Die Referenten sind bereits gewonnen und gerade diese Ver­sammlung dürfte das Interesse der gesamten Bürgerschaft in hohem Maße wachrufen. Als sonstige wichtige Fragen würden für die nächste Zeit in Aussicht genommen: die Kanalgebühren, die Bahnprojekte Beuern WieseckGießen sowie die Bahn durch das Klee bach - tat. Es ist wohl als ein erfreulicher Fortschritt in unserem kommunalen Leben zu bezeichnen, daß in dem Bürgerverein Stelle gefunden ist, an der jeder Bürger und Steuerzahler feint Ansichten und städtische Angelegenheiten kund geben kann. Es ist zu wünschen, daß dem Verein, der jetzt an­nähernd 500 Miiglieder zählt, stets neue Mitglieder beitreten, und wir betonen nochmals, daß jeder volljährige, im Besitz der Ehrenrechte befindliche Einwohner Mitglied des Vereins gegen Zahlung von Mk. 1. pro Jahr werden kann und daß Anmeldungen an den Vorstand zu richten sind.

Butzbach, 10. Febr. Zu den Butzbacher /Schweinemärkten ift nunmehr auch der Auftrieb aus den benachbarten preußischen Ortschaften gestattet.

-0-. Ranstadt, 9. Febr. Der Holzhauer Claus von Obermockstadt wurde beim Fällen einer Buche von dem fallenden Baum getroffen, der ihm das linke Bein zerbrach.

R. B. Darmstadt, 10. Febr. Von einem durchge - gangen en Pferde schwer verletzt wurde fynite mittag auf der Straße der hiesige Privatier B r ö ck e l in a n n. Er vermochte dem daherrasenden Tier nicht »mehr auszuweichen und erhielt von ihm einen so wuchtigen Schlag mit dem Huf, daß B. mit anscheinend schweren inneren Verletz­ungen Uind einer Kavfwunde in das städtische Krankenhaus geschafft werden mußte._________________________

AeirvaKungsöeriAt der Bürgermeisterei Aießerr für das Rechnungsjahr 1903.

L

Der städtische Verwaltungsbericht, der auf der Bürger­meisterei zur Einsicht offen liegt, ist wieder in einem statt­lichen Bande von 156 Seiten erschienen. Im ersten, allge­meinen Teil wird in 31 Kapiteln eine allgemeine Jahres­übersicht über die Gestaltung der einzelnen Verwaltunqs- zweige gegeben, worauf in 6 weiteren Abschnitten ausführ­liche Berichte über die Einnahmen und Ausgaben 1. der S tadtkasse, 2. des Sta dterwe iterun gsf on ds, 3. der Armenpflege, 4. des Ga sw er ks, 5. des El ektrizitäts- werks und 6. des Wasserwerks mit eingehenden Er­läuterungen gegeben werden.

Tas erste Kapitel des allgemeinen Teils orientiert über dar Stadtgebiet und die Bevölkerung, und es ist zu

konstatieren, daß das städtische Gebiet gegen das Vorjahr dasselbe geblieben ist, nämlich 3418 ha, 88 a und 73 qm beträgt. Tie ortsanwesende Bevölkerung der Stadt Gießen beträgt lt. der letzten Volkszählung 25 491 Personen.

Der kurze Bericht über die städtische Verwaltung im allgemeinen enthält das Verzeichnis der Beamten und städtischen Korporationen nebst der vorgekommenen bekannten Personalveränderungen. Die Stadtverordnetenver­sammlung hat im Berichtsjahr in 22 Sitzungen 615 Gegenstände verhandelt, lieber die Geschäfte des Standes­amts wird bemerkt, daß 980 Geburten (gegen 1013 im Vorjahr), 182 Eheschließungen (gegen 190 im Vorjahr) und 651 Sterbfälle (gegen 596 im Vorjahr) eingetragen wurden. Welches der Grund über die hohe Zahl der Sterbefälle ist, darüber war vor kurzem in unserem Blatte die Rede.

Tie Einkäufe bei der Bürgermeisterei betrugen 12 504 gegen 12 090 im Vorjahr. Anträge auf Erteilung der Er­laubnis zum Wirtschaftsbetrieb lagen 52 (im Vorjahr 45) vor. Es handelt sich dabei in 35 Fällen nut um den Uebergang bestehender Wirtschaften auf andere Inhaber. In 44 Fällen wurde die Bedürfnisfrage bejaht.

Tas Finanzwesen hat im Rechnungsjahr 1903 günstig abgeschlossen. In der Betriebsrechnung betrug die Einnahme 1 816 096.34 Mk., die Ausgabe 1 662 564 Mark, sodaß ein 9veft bleibt von 153 531.60 Mk. Die Ver­mög e n sre ch n u n a gestaltete sich folgendermaßen: 1587032.48 Mark Einnahme und 892 148.87 Mk. Ausgabe, also ein Rest von 694 883.61 Mk. Das Gesamt vermögen der Stadt betrug am Schlüsse des Jahres 16 360341 Mk., ivelchem Betrag 10 429 813 Mk. Schulden gegenüber­stehen, sodaß ein Vermögensüberschuß von 5 930 528 Mk. besteht._____________________________________________

Die agrarische Woche.

V.

S. u. H. Berlin, 10. Februar.

Ter heutige letzte Sitzungstag des Teutschen Lcmdwirtsckmsts- rats begann mit der Beratung der Fordern.ng M ü n d c l s i ch c r - beit für die Pfandbriefe der H y p o t h c f en-Banken angesichts der Ergebnisse der.^npotdek^'b^nkprozesse. Kammerherr von Bloedau Ehrenberg begründ eine Resolution, in d.c der Land Wirtschaftsrat crllärt. bestärkt durch die bei den Hppotl'^kenbgnk- Prozessen gemachten Beobachtungen, daß auch die durch« da-? Reichs- Hppotbekcnbgnk-Gesctz vom 13. Juli 1899 ungeordnete staatliche Beaufsichtigung der Hvpotbekenbanken keinerlei Anspruch auf Verleihung der Mündelncherheit für die von denselben aus- gegebenen Pfandbriefe begründet., Tebattelos wird die Resolution einstimmig angenommen. Es folgt der Kommissionsbericht für die Organisation eines z u v c r l ä s s i a e n R a ch r i ch t e n d i e u- st e s über Getrcideproduktion und Getreidebandel, den Prinz Georg zu Schönaich-Carolath-Saabot erstattet. Rach demselben soll die Nachrichtenstelle der preußischen Landwirtschaftskammern als Grundlage eines Nachrichtendienstes für ganz Deutschland in Aus­sicht genommen werden. Ter Beschluß wird angenommen. Ta- mit war die Tagesordnung erschöpft. Mit^ einem Hoch aus den Kaiser fdhlieüt Gras Sckwierm-Köwik die Siftnng.

Vcrmifcbtc»«

Berlin, 10. Febr. Graf Pückler hatte vor einigen Wochen im Hotel Bristol in Berlin einen Zusammenstoß mit einem Juwelenbändler aus Frankfurt. Gras Pückler fühlte sich beleidigt und stellte Strafantrag. In diesem Verfahren sollte aus Anordnung des Amtsgerichts in Berlin Graf Pückler durch das für ihn zuständige Gericht seines Wohnsitzes, das Amtsgericht in Glogau vernommen worden. Tie Vorladung erfolgte ordnungsmäßig in Klein- Tschirne. Graf Pückler aber, der sich in Berlin befand, er­schien nicht; er wurde mit einer Ordnungsstrafe von 100 Mark belegt. Sein Einspruch hiergegen ist üom Landgericht Glogau zutückgewiesen worden. Graf Pückler versuchte auch wieder in einer Versa min l un g trotz des gegen ihn erlassenen Redeverbots zu sprechen. Als die wiederholten Auffordenmgen des überwachenden Polizeihauptmanns, das Sprechen zu uuter'affen, keinen Er­folg hatte, wurde der Gras zur nächsten Wache abge­führt. Tas Publikum schien hierüber sehr entrüstet zu sein. Ein Teil der Versammlung lief vor das Wachtgebäude, ver­langte die Freilassung des Grasen und beruhigte sich erst auf die Nachricht, daß der Gras bereits entlassen sei. Im Bureau der Pückler-Vereinigung ist am Dienstag eine Haus­suchung vorgenommen worden. Tie Beilage des Pückler- Organs:Gras Pücklers Kampfruf" wurde beschlag­nahmt. ___________

Wnvcrstltlts-PaÄrichlen.

Würzburg, 10. Febr. Tas Rektorat der hiesigen Uni­versität hat angeblich eine Protestversammlung von Ver­tretern der S t u d e n t c n - K o r p o r a t i o n e n gegen das Ver­halten des preußischen Kultusministeriums zur akademischen Frei- beit verboten. _______

Oerichtssaal.

(d.) Gießen, 10. Febr. Tie Strafkammer verurteilte den Hausbursäien T. S. aus Tlottoweh wegen schweren TEeb- stahls zu 2 Jahren Zuchthaus und sünfjäbrigem Ehrverlust. S. hat gelegentlich eines Umzugs einen Schreibfekretör mit einer Axt aufgebrochen und den Betrag von 20 Mark daraus ent­wendet. Tie vielen Vorstrafen wegen Vergehens gegen das Eigen- tum wurden bei der Urteilssüllung strafschärfend in Betracht gezogen. Wegen eines unsittlichen Attentats aus ein neunjähriges Mädchen wurde der 21 jährige Maurer E. F. von Alsseld zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Tas Schöffen­gericht Friedberg hatte den Taglöhner I. K. von Afsenheim wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu^2 Monaten Gefäng­nis verurteilt. Er wurde nachts in der Hofraite der Frau Sch. Ww. erkannt, als er eine Fensterscheibe zertrümmerte und ver­suchte, in die Wohnung zu gelangen. Er hatte mit seiner B e - rufun g wenig Glück: sie wurde zurückgewiesen und die Strafe aus drei Monate erhöht. Ein gefährlicher Verbrecher wurde in der Person des Buchdruckers F. K'. von Wimpfen aus dem L an d e s z u ch t h a u s e Mari en schloß vorgesührt. K. der zurzeit eine Zuchthausstrafe von acht Jahren verbüßt, die ihm wegen Brandstiftung zuerkannt worden ist, hat einen tätlichen Angriff aus einen Aufseher unternommen, indem er ihn mit seinem Brotmesser zu erstechen suchte. Glücklicherweise kam der Ausscher mit einer durchschnittenen Hand davon., Tas Gericht verurteilte K. zu 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis. Ter Reisende A. G. von Frankfurt a. M. hat ein Urteil des Schöffengerichts Alsfeld angefochten. Er hat einen Landwirt zu Brauerschwend unter falschen Vorspiegelungen zur Be­stellung einer großen Quantität Weines veranlaßt. Vom Schöffen­gericht wurde er zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Tiefes Urteil wurde auch vom Berufungsgericht gutgehcißen.

(sd.) Darmstadt, 11. Febr. (Eigener Trahtberickst.) Ter Verwaltungsgerichtshof verurteilte heute den Kreisamtsbureau­vorsteher Heinr. Merkel aus Oppenheim wegen schwerer Ver­legung seiner Llmtspflichten zur Eutlassnng aus dem Dienste und fünf Sechstel der Kosten des Verfahrens, sprach ihm aber die Hälfte des im zusteh ndcn Ruhegehalts auf Lebenszeit zu.

R. B. Tarmstadt, 10. Febr. Eine iitteressante Künst­

ler-Beleidigungsklage kam heute vor dem hiesigen Schöfi, fengericht zur Verhandlung. Ter bekannte Heldentenor des Darmstädter Hoftheaters, Spemann, war von dem Musik­schriftsteller Ernst Otto N o d n a g c l anläßlich der Erstaufsül^rung der OperVasantafena" in mehreren Rezensionen,, die Nad- nagel für ein hiesiges Wochenblatt und einige auswärtige Zeit­ungen schrieb, arg mitgenommen worden. Ter Kritiker hatte zwar die künstlerischen Fähigkeittn des Sängers und sein hervorragendes Stimmaterial nicht in Abrede gestellt, aber an dessen Gesangs­technik viel herum getadelt, ihm ein baldiges Ende seinerStimm- protzenherrlicl'keit" prophezeit, von einemgedankenlosen Raub­bau", den er mit seiner schönen Stimmanlage treibe, gesprochen usw. Spemann war über diese eigenartige Ausdrucksweise aufs höchste empört und schrieb dem ihm bekannten Kritiker einen Brief, der allerdings von den schwersten Jnjiiricn strotzte. Tie Folge war die heutige Beleidigungsklage. Ter Anttag Spemanns, für seine beleidigenden Behauptungen den WahrheitsbcNveis bft- zubringen, würd ' vom Schöfiengericht abgelchnt. ebenso feine Wie­derklage, weil Verjährung eingetreten war.' Das Urteil lautete gegen Spemann aus 100 Mark Geldstrafe und Tragung der Kosten. Er wird jedoch, wie er uns versicherte, gegen das Urteil Berufung einlegen. .

Neueste Melimulieu.

Rom, 10. Febr. TieTribuna" meldet aus Florenzr Justizrat Tr. Körner besuchte heute die Gräfin Mon­ti g n o s o , um ihr mitzuteilen, daß er den B e f e h l habe, ihre Tochter m i t zu n e h in e n. Tie Gräfin wies die Zumuttlng, sich von ihrer Tochter zu trennen, entschie­den zurück und versicherte auf das bestimmteste, keine Beziehungen zu dem Grafen Guicciardini zu haben. Tie Gräfin ersuchte den Senator Municchi undi den Deputierten Rodadi um Beistand. Morgen trifft ihr Rechtsbeistand Lachena aus Gens ein.

Florenz, 11. Febr. Justizrat Körner reiste auf 24 Stunden nachRom, um mit dem Minister zu verhandeln. Eine Auslieferung der Tochter der Gräfin Montignoso ist staatsrechtlich unmöglich. Eventuell wäre geltend zu machen, daß der König von Sachsen nach dem sächsischen Hausgesetz dieses Recht auf sein Kind habe.

Die Vorgänge in Rußland.

Warschau, 11. Febr. In Lodz kam es gestern zu blutigen Zusammenstößen. Tie Streikenden forderten Aus­zahlung des ganzen Lohnes für die zw-ei Wochen des Aus­standes. Tie Fabriken gewährten nur die Hälfte. Heftigs Auftritte folgten. Militär schritt ein und feuerte. 19 Per­sou e n b l i e b e u tot, 113 verwundet.

Kattowitz, 11. Febr. Auf der Station Skarzysko ereignete sich ein Zu s a in m cnst o s; zwischen Strei­kenden und Militär. 24 Arbeiter wurden ge*

tötet, 40 verwundet.

Paris, 11. Febr..Wie derAgence Information" an) Petersburg berichtet wird, wird der Ausbruch des Ge­ir e r a l a u s st a u d e s für deu 5. Februar a. St. erwartet. Wie das gleiche Bureau unter Reserve mitteilt, sei auf Befehl des russischen Ministers des Innern bei Witte eine H a u s s u ch ri n g vorgenommen worden. Tiefe Maß­regel, ivelche bisher geheim gehalten wurde, ist nunmehü öffentlich bekannt geworden. Es heißt, daß die Vornahme dieser Haussuchung den Zweck hatte, Einsicht in die von Ptehwc zurückgelasseneii Tokumente zu uehrneu, unter denerrj sich auch ein Schriftstück befand, in welchem die Msrcht geäußert wird, Dom Zaren die Erlaubnis einzuholen, bei Witte eine Haussuchnng vornehmen zu lassen.Petit Journal" meldet aus Petersburg: Obgleich es den Ar­beitern nicht möglich ist, Versammlungen abzuhalten, sollen sie doch beabsichtigen, am Sonntag wieder, vor das Winterpalais zu ziehetn.

Vom Kriege.

London, 11. Febr.Tailv Telegraph" veröffentsicht fol­gende von Schanghai am 11. Febr. abtelegraphrcrte Meldung», ans Tokio vom 2. Februar: Japan hat vier L>chlacht- schiffe nach dem Mnster der neuesten brittschen Schiffe m Bestellung gegeben und auch Geschütze im Werte von o00 000 Psd. Sterling in'E n g l a n d b e st e l l t. Wenn das .Wetter nutbetf wird, wird die tatsächlich? B e l a g e r n n g Wladiwostoks das Hauptziel der Japaner sein. Man glaubt. Mmiral Kg-mirunr werde sich bemühen, sobald wieder eine. Schlacht, am Schaho un Gange ist. die Landverbindungen Wladiwostoks ab- ; 11 s >1' u ? id c 11. _ ________

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Tendenz:

51.80

45.40

. 102.15 .. 90.50 . 102.25 . 90.40 . 100.50 . 99.70 . 101.90

105.45

66.70

66.30

8% Mexikaner . . 4Vs9/n Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Komniandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gottbardbahn . . . Lanrahütte . . . . Bochum . . . . . Ilarponer . . . . Staatsschatzscheine . ruhisr. ________ .

37e% 37) 3</1o/o

3% W/n

40/g Italien. Rente , . . 41/,% Portugieser , . .

80/> Portugiesen.....

1 % C. Türken . . .

Türkenlose......

4°/0 Griech. Monopol.-Anl.

4>/7% äussere Argentiner

Reicbeanleiho do.

Konsole . do . .

Hessen

. 33 80 . 93.20 . 141 00 . 112.80 . 21310 . 19375 . 144.30 . 161 70 . 16530 . 139.75 . 17.00 . 191.50 . 258.50 . 245.50 . 214.40

Telephonischer Kursbericht.

V mikfnrt a. 11. Februar.

3/9% Oberhessen . .

4% Oesterr. Goldrento .

41 / % Oesterr. Silberrente 100.80 4% Ungar. Goldrente . . 100.15

Holzversteigerung.

Donnerstag, 16. Februar 1905 von vormittags 10 Uhr an soll im Kesselbacher Gemeindewald in verschiedenen Distrikten nachvcrzeichneteS Holz versteigert werden.

A. Ban- und Werkholz:

7 Eichen-Stämme 7,79 Fstm.: Schnittholz,

142 31,23 ,, Wagnerholz,

183 Fichten-Derbstangen 14,56 Fstm.

B. Brennholz^

6 Nm. Eichen-Scheiter,

34 Knüppel,

51 Nadel-

162 Eichen-Reisig,

Der Anfang ist am Fußpfad von Kesselbach nach!

Odcnhausen im Distrikt Oberster Hamberg.

Das Bau- und Werkholz kommt von vorm. II1/» Uhr

ZV ZHIH.

26,5 Eichen-Stöcke,

18 Nadel-

im Neugehecg znm Ausgebot.

Kesselbach, am 9. Februar 1905.

Großh. Bürgermeisterei Kesselbach.

778 Stein.