Ausgabe 
1.7.1905 Zweites Blatt
 
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Nr ISS Zweites Blatt. ISS. Jahrgang

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Samstag 1. Juli 1905 Rotationsdruck und Verlag der Vrühlfch« UniverfttLtSdruckeret. St Lang«. Tietz«,

Redaktion, Expedition u. Druckerei. Schulst».^ Tel. Rr. 6L Telegr^Adr. t Anzeiger Tietz«»

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen.

£

von

1.

Stallschauen.

Beschickung der Mainzer Landesausstellung.

verschaffen.

G ie ße n, den 27. Juni 1905.

Der Direktor

des BezirkSzuchtvereinS Gießen für Simmentaler Vieh.

Hechler.

2.

8. Um

lade ich hiermit zu einer

Donnerstag, den 6. Juli t. IS., rrachm. 21/? Uhr im Gasthaus .Zur Kaiserlinde" in O ber-H ärgern stattfindenden Generalversammlung ergebenst ein.

Tagesordnung:

Festsetzung von Zeit und Ort der Abhaltung

Bekanntmachung.

Die Herren Mitglieder und Jntereffenten unseres Vereins

Verschiedenes.

recht zahlreichen Besuch wird ersucht.

Gleichzeitig ersuche ich die Großh. Bürgermeiste­reien von Ober-Hörgern, Bellersheim, Eber» stadt, Muschenheim, Hungen, Birklar, LangS- darf, Obbornhofen, Lich, Albach und Steinbach der vorstehenden Bekanntmachung möglichste Verbreitung zu

SarLawkrttarisHes aus Kessen.

Der Bericht des achten Ausschusses über den Gesetzent- tvurf, die Erhebung von Gemerndeabgaben betreffend (Referent Abg. Dr. Gut fleisch) liegt jetzt vor. In der «Einleitung heißt es u. a.:

Von den mancherlei Vorschlägen, die seither für Die -Schaff­ung besonderer Einnahmen der Gemeinden gemacht worden sind, hat die Regierung mir zwei Steuerarten ausgehoben, indem sie eine Zuwachsftcuer von Grundveräußerungen und eine Ver­gnügungssteuer (Billett- und Tanzsteuer) beantragt. Der Aus­schuß billigt diese Beschränkung.

1. Wertzuwachssteuer.

Der Grund und Boden in der Gemeinde bietet, abgese^n von bet laufenden Grundsteuer und einer angemessenen Beitragspfffcht für den Bau der anliegenden Straßen, besondere Gelegenheit zu neuerlichem Zugriff im Falle des Besitzwechsels und zwar in bohltet Richtung: Abgabe vom Besitz wechsel an sich und Ab­gabe vom Veräußerungs g e w i n n. Die erste Abgabe erhebt der Staat: er kann sie nach'Lage unserer Finanzen zur Zeit nicht entbehren, und die Gemeinden müssen sich daher leider vorerst in dieser Hinsicht zurückhaltcn, wenn auch gehofft werden darf, daß in nicht zufernerZeit eine Besitzwechselabgabe auch dem Gem ein de h aus h a l te zugeführt werden kann. Um so mehr haben die Gemeinden Veranlassung, sich dm Gewinn vom Besitzwechsel dienstbar zu machen. Dies bezweckt die Wertzuwachs st euer.

Steigende Wohnungsbedtirfnisse, zumal in den Städten und ihren Vororten, damit wachsende Boden- und Häuserpreise bei Entwicklung eines spekulativen Handels in Grundstücken und Gebäuden ermöglichen dem Grundbesitzer in zahlreichen Orten einen stetig anschwellenden Gewinn, der zwar bereits nach dem Gemeindeumlagen-Gesetze in der Grundsteuer nach dem gemeinen Werte steuerlich 'erfaßt wird, aber bei der Veräußerung sich von einem kalkulierten, stillen zu einem effektiven Gewinn entwickelt und in diesem Momente um so mehr wenigstensf teil? veise in den Nutzen der Gemeinde übergeführt zu werden verdient, weil in der überwiegenden Zahl aller Fälle dieser Gewinn durch Wertzuwachs nicht der Tätigkeit des Besitzers, sondern dem natür­lichen Fortschritt und den Einrichtungen der Gemeinde zuzu- schttchen sein wird. M

Eine starke (Erfahrung, sowie der Umstand, daß die Bevölker- /ttg an vielen Orten anwächst und dadurch die Grundbesitzquote des einzelnen Einwohners sich mindert, spricht für die An­nahme, daß die Gewinnbeteiligung der Gemeinde an der Boden­spekulation eine ansehnlixheFörderungderGemeinde- zwecke darstellen wird. Bei verständiger Gemeindeverwaltung tvird man diese Einnahme, soweit sie nicht durch den Wegfall des Oktroi konsumiert wird, der Verbesserung der Daseinsbedingungen >er Mnwohner und insbesondere des Wohnungswesens zufuqren können. Damit wird der Bodengewinn, den die Betriebsamkeit der Gemeindegenossen schaffen hilft, den Zwecken dieser ^nossen we­nigstens teilweise wieder zugefülzrt und insoweit auch eine For­derung sozialer Gerechtigkeit erfüllt werden. Diese Erwägungen haben für den Ausschuß genügt, um die geplante gesetzliche Er- nächtimmg der Gemeinden zur Einführung einer Zuwamsstener zu billigen. Dabei durfte unerörtert bleiben, welche Wirkung diese Steuer auf die Bodenpreise und die Bodenspekulation haben nird und ob diese Spekulation überall volkswirtschaftlich nach­teilig, oder ob sie wenigstens in manchen Fällen, auch für die mulicke Entwicklung der Gemeinden nützlich sei. Jedmfalls Wird sie Spekulation auf gesunderen,Boden gestellt, venn an ibren Ergebnissen die Gemeinde sich beteiligt.

(Sinen Zwang für die Einführung der Zuwachssteuer glaubt zan entbehren zu können. Es ist bei der Verschiedenheit der in Betracht kommenden Verhältnisse der einzelnen Orte em Vor­teil der Vorlage, daß sie vorerst nur den lokalen Ausbau der Zuwachssteuer anregt, indem sie alles auf den Bodeü des OrtS- satutes stellt.

2. Vergnügungssteuern.

1. Bi Nettsten er. ,

Von dieser Steuer erwartet der Ausschuß feine großen Einnahmen. Da jedoch bei manchen Gememoen aus lokalen Gründen ein Wunsch noch dieser Steuer besteht, dw insbesondere Puch geeignet ist, gewisse Aufwendungen der Gemein­den für Theatervorstellungen zu erleichtern und Sie Steuer ja nur in Betracht kommt, wo die Gemeinde sie be­schließt, so erklärt sich der Ausschuß mit der Vorlage einver­standen.

2. Tanz ft euer. ,

Diese Steuer soll neben der für die Tanzerhaubms zu ent­richtenden staatlichen Stempelabgabe erhoben werden können, «s Zuschlag zur staatlichen Stempeltaxe und bis zur Höhe derselben.

Die Stempelabgabe für Tanzbeluftigungen betrug int Jahre 1903 für die Provinz Starkenburg 82189 Mk.

Gießen 10573 Mk., Alsfeld 3934 Mk., Büdingen 3845 Mark, Friedberg 11110 Mk., Lauterbach 2976 Mk., Schotten 2432 Mark: also für die Provinz Oberhessen 34870 Mk.; für die Provinz Rheinhessen 45 467 Mk.; für das Großherzogtum 162 526 Mark.

In dieser Gesamtziffer figurieren die zehn Stabte:

Darmstadt mit 10 410 Mk.. BenSheim mit 694 Mk., Offenbach mit 4590 Mk., Gießen mit 3320 Mk., Friedberg mit 864 Mk., Mainz 7070 Mk., Alzey mit 436 Mk., Bingen mit 1290 Mk., Worms mit 5020 Mk. Summa: 33 694 Mark.

Der Ausschuß hatte Bedenken darüber, ob es überhaupt jut sei, B v l ks e rh o lu u g en , wie das Tan'.cn, d u r ch S t e u - jtti zu erschweren, die erfahrungsgemäß die minder wohl­habenden Klassen am häufigsten treffen. Ter Ausschuß beschloß indj diesen Erwägungen Ablehnung der Tanzsteuer.

Der zweite Ausschuß hat in seinem zu der Regierungs­vorlage, betreffend: den Entwurf eines Gesetzes die Aus­übung der Jagd erstatteten Bericht zu der Vorlage eines Jagopolizeistraftzesetzes insoweit Stellung ge­nommen, als er eine Verbindung beider Gesetze in einem Gesetz unter Aufnahme der Bestimmungen über die Schon­zeit und die Jagdwaffenpaßabgabe und eine dem­entsprechende Umarbeitung beider Gesetze als zweckmäßig lezeichnet und auch nach dieser Richtung seinen Antrag ge- tellt hat. Vor der Beratung über diesen Antrag wurde auf Ersuchen der Großh. Regierung die Beschlußfassung aus­gesetzt, mit Rücksicht darauf, daß die Regierung die Rück- tahme des Entwurfs in Aussicht stellte. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß beide Entwürfe nur gleichmäßig behandelt werden können und daß daher derzeit eine Beratung dieses Entwurfs im Ausschuß zu unterbleiben habe. Es wird in Verfolg dieser Erwägungen beantragt, die Regierung wolle diese Vorlage zurück^iehen und mit dem Ent­wurf des Jagdausübungsgesetzes zu ein'em Gesetz umgearbeitet wieder vorlegen.

Die Abgg. Häusel und Genossen haben beantragt:

1. die Geftütsstation König i. O. wieder einzurichten und die Kosten derselben aus den beantragten Geldmitteln von insgesamt 163 000 Mcnck zu bestreiten: 2. die neugegründete Station Stockheim wieder aufzuheben, und dafür 3. eine Gestütsstation zu Beerfelden einzurichten und die hierffir nöti­gen Kosten von 3000 Mk. zu verwilligen, somit für das Land­gestüt statt 163 140 Mk. 166 140 Mk zu bewilligen.

Die Regierung hat sich hierzu im wesentlichen wie folgt geäußert:

Für das Rechnungsjahr ist es nicht möglich, die Geftüts- tatian König wieder einzurichten, nachdem der Hauptvoranschlag ür 1905 die Genehmigung der beiden Kammern geffindcn hat, auch die neue Geftütsstation Stockheim mit Hengsten bereits be- 'tellt ist, und das Deckgeschäst sich in vollem Gang befindet. Die Vorschläge der Antragsteller schließen eine Erhöhung der Ausgaben für das Landgestüt in sich, die die Grvßh. Regierung nicht für veranlaßt erachtet, zumal bei der Errichtung einer weiteren Station im Kreise Erbach die in anderen Teilen des Landes schon seit längerer Zeit geäußerten Wünsche auf Erricht­ung neuer Gestütsstationen (Gießen, Rieder-MooS) nicht abweis lich sein würden. Dazu kommt, daß in dem Voran­schlag für 1905 Mittel zur Unterstützung von genossenschaff^ lichen und privaten Hengsthaltungen vorgesehen sind, so daß den Interessen der Pferdezucht treibenden Bevölkerung auch da­durch weitere Rechnung getragen ist.

Im speziellen Fall wird die Frage, ob die Station in Stock­heim wieder aufzuheben und eventuell wo an ihrer Stelle eine neue Station zu errichten ist, von der Großh. Regierung inner» halb ihrer Zuständigkeit sich erst beantworten lassen, wenn nach Ablauf der Deckperiode die ziffernmäßigen Ergebnisse über die Be­nutzung der Station für sich und im Vergleich mit den auf den Stationen Lörzenbach und Groß-Bieberau etwa eingetretenen Veränderungen vorliegen. Rach ben bis jetzt bekannt gewordenen Ziffern muß die Verlegung der Station von König nach Stockheim als für das allein in Betracht kommende Jntöresse der Pferde­züchter durchaus zweckmäßig erachtet werden.

Mit Rücksicht auf den Jnhult der Regierungsantwort beantragt der Ausschuß einstimmig, den Antrag der Großh. Regierung zur Berücksichtigung bei Aufstellung des Staats­voranschlags für 1906 zu überweisen.

Professoren-Au stau sch.

Aus Leipzig, 30. Juni schreibt uns unser Korre­spondent:

Der vom Kaiser angeregte Professoren-Austausch hat jetzt feste Form angenommen. Es werden nicht, wie anfänglich verlautete, mehrere deutsche Gelehrte nach Amerika gehen. Von den etwa 6 in Vorschlag gebrachten deutschen Professoren ist, als einziger, der Leipziger Chemiker und Naturphilosoph Geh. Rat Dr. Wilhelm Ostwald be­rufen worden. Er wird Anfang Oktober in Cambridge an der Harvard University, deren Ehrendoktor er bereits ist, eine größere Vorlesung über diePhilosophie der Natur­wissenschaften" und außerdem zwei kleinere Vorlesungen über chemische Themata beginnen. In dem gedruckten Vor. lesungsverzeichnis der Harvard University, in das wir Ein­sicht nehmen konnten, sind diese Vorträge wie reguläre Fachvorlesungen in die übrigen eingealiedert, als ob es sich um ein Mitglied des Lehrkörpers handelte. Bei Erlangung der wissenschaftlichen Grade kommt ihr Besuch ebenso in Anrechnung wie der anderer. Es handelt sich also keines­wegs um Paradevorstellungen. Nach den Kund­gebungen, die von amerikanischen Professoren bereits an Professor Ostwald gelangt sind, wird der Empfang des deutschen Gelehrten der denkbar freundlichste und wärmste sein. Der Generaldirektor Ballin von der Hamburg- Amerika-Linie hat in liebevollster Weise wesentliche Reise- erleichterungen zur Verfügung gestellt. Sympathisch berührt es, daß Professor Ostwald von seiner Gattin und zwei Töchtern begleitet sein wird, ebenso wie Pro­fessor Peabody-Cambridge, der in Berlin während des Wintersemesters überdie sozialen Verhältnisse in Amerika" Vorlesungen hält, seine Angehörigen bei sich haben wird. Auf diese Weise soll eine Art persönlichen Verhält­nisses zwischen den Kollegen hüben und drüben herbei­geführt werden.

Prerrß. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 30. Juni.

Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Be­ratung des Gesetzentwurfes über die Gebühren der Me­dizinalbeamten. Abg. Herold (Ztr.) beantragt mi Rücksicht darauf, daß eine ordnungsmäßige Erledigung des Gesetzentwurfes infolge des bevorstehenden Schluffes der Session nicht möglich sei, die Vorlage von der Tagesordnung ab­zusetzen. DaL Haus schließt sich diesem Antrag an. Der Antrag Engelmann (nL), betreffend die Ueberwachung von RahrungS- und Genußmitteln, insbesondere von Wein, wird angenommen, nachdem ein RegierungS- kommiffar erklärt hat, daß zu einem bereits ausgearbeiteten Entwprs über die einheitliche reichsgesetzliche Regelung der Nahrungsmittslkoutrolle umfangreiche Erhebungen noch nich

abgeschloffen seien. Eine Petition um Erlaubnis zur Führung des an den Universitäten Bern und Zürich erworbenen Titels eines Dr. med. veterinariae beantragt die Kommission der Regierung als Material zu überweisen. Abg. Eyckhoff frs. Vp.) führt uus, daß der veterinärmedizinische Doktor- itel jedem anderen vollkommen gleichartig sei. Den philo- ophischen Doktortitel der beiden alten gutdeutschen Univerfi- üten der Schweiz erkenne die preußische Unterrichtsverwaltung ohne weiteres an. Ein Regierungskommissar bittet, zu Gunsten der Tierärzte keine Ausnahme zu machen; dazu iege nicht der mindeste Grund vor. In der Abstimmung wird der Kommissionsbeschluß aufrecht erhalten.

__L.-JI'J'i-'f ' ___! . .... Deutscher Kolonialrat.

Berlin, 30. Juni.

Der Kolonialrat beriet in der heutigen Vormittagssitzung den Etat für Deutsch-Ostafrika. Die von Dr. Schoeller angeregte dritte richterliche Instanz in der Heimat wurde von Seiten der Regierung für die Entscheidung von Rechts­lagen für wünschenswert erklärt. Missionsdirektor Buchner betonte die Gefahren bei der Ausbreitung des JslamS und wies auf die Notwendigkeit der Förderung des Bahnbaues hin, namentlich der Linie Kilwa-Windhafen. Der Kolonial­rat erkannte die Notwendigkeit des Bahnbaues im Süden de8 Schutzgebietes an, sah aber von einer Beschlußfaffung ab, nahm hingegen einen Antrag an, die Regierung möge durch Einführung entsprechender Schulen das Deutsche fördern und darauf hinwirken, daß das Deutsche allmählich als Um­gangssprache an Stelle des Kisuabeli trete. Be­züglich der Besiedelung OstafrikaS erklärte der Vor­sitzende, die Verwaltung gehe angesichts der damit verbun­denen Gefahren mit äußerster Vorsicht vor. Vorläufig handle eS sich um einen kleinen, vom Grasen Goetzen vorgeschlagenen Versuch, den die Regierung durch vorbereitende Arbeiten, wie Wegebau, unterstütze, während die Mittel zur eigentlichen Besiedelung von anderer Seite gestellt werden.

In seiner Nachmittagssitzung trat der Kolonialrat in die Spezialdiskussion des Ostafrika-Etats ein. Besprochen wurde die Bedeutung der Forstwirtschaft, die Professor Hans Meyer betonte, die Bekämpfung der Surra-Krankheit, über die Oberstabsarzt Dr. SteUdel Auskunft erteilte, die Waffer- leitung in Dar-eS-Salaam und die Frage des Ausbaues der Verkehrsmittel. Die Herren Supf und Spinnerei-Direktor Stark besprachen die Wichtigkeit der Baumwollkultur auch in Ostafrika. Der Entwurf der kaiserlichen Bergver­ordnung für Deutsch-Südwestafrika wurde gut­geheißen.

Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Große neue Geschäfte in Aussicht. Die Ursache, daß die Aktien der Berliner Siemens - & Halske- Akt.»Gest in Berlin in die Höhe gegangen sind, wird darauf zurückgeführt, daß der Jahresabschluß der Gesellschaft bester sein wird. Die Aktien des Unternehmens sind in 4 Tagen 8*/,% avaneiert. DaS Jahr schließt mit dem 31. Juli und das Resultat wird wesentlich günstiger nussallen als i. V., wo 7°/0 Dividenden gezahlt wurden. Haupt­sächlich ist aber ein neues Geschäft der Grund der Steigerung. Dies Geschäft besteht darin, daß die Elektrizitätsfirma Janny und Schindler in Bregenz-Rieden im Begriff ist, das Elektrizitätswerk von Siemens- und Halske käuflich zu übernehmen. Es sei geplant,, die Firma in eine Aktiengeselhchast mit 6 Mill. Frs. Kapital um­zuwandeln und ihren Sitz u&2 GlaruS (Schweiz) zu verlegen.

Preisvereinbarungen in derKravatten-Jn- dustrie sollen derartig {ein, daß, nachdem allerdings recht schwere Hindernisse, die die Oesierreicher anstellten, beseitigt waren, sie für beide Teile von bestem Erfolg sind. Man hofft insbesondere in den Düsseldorfer Fabrikantenkreisen daß mit dieser Abmachung ein großer Schritt zur Bestenmg getan ist, doch sollen Verhandlungen über Ausdehnung der Konvention mit England, Frankreich, der Schweiz und Italien einaeleitet werden. Dem Verein gehören bis jetzt 40 deutsche und 13 österreichische Fabriken an.

Bank für Handel und Industrie, D armstadt. Wie berichtet wird, beteirtgt sich die Bank in Gemeinschaft mit der Deutschen Gold- und Stlber-Scheide-Anstalt vorm. Rößler in Frankfurt a. M. kommanditarisch mit Wirkung ab l.Juli d.J. an dein seit einer Reihe von Jahren befiehenden Bankgeschäft Fu ld und Co. in Pforzheim. Die bisherigen Kommanditisten, der Pforzheimer Bankverein Akt. Ges., und Herr S. Löwenstein in Frankfurt a. M. bleiben in gleicher Weife interessiert. Die Firma Filld erhält die Agentur der Scheideanstalt.

L o n d o n , 30. Juni. Gerüchtweise verlautet, die j a p a n i s ch e Regierung beabsichtige, eine Anleihe von 30 Millionen Pfund Sterling autzrmehmev.

Paris, 80. 9Hmi. Infolge der ungünstigen Nachrichten ails Odeffa eröffnete die Börse in schwacher Haltung. Im weiteren Verlause blieb die geschäftliche Tätigkeit sehr ruhig; doch konnte sich das ermäßigte Kiwsniveau behaupten, da der Stand der Marokkofrage befriedigte. Gegen Schluß wirkte jedoch der Rückgang der r u s s i s ch e n W e r t e von neuem lmgün'üg auf den gesamten Markt ein. Goldminen schwach auf die Ankün- digting bedeutender Fallissements in London. Geld zu Prolonga­tionszwecken bedang im Parkett l1/, bis 2 pCt., für Goldminen war der Satz 81/, bis 4 pCt.

Märkte.

Gtctzen, l.Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkl kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00-1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 6-7 Mg. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 1500 Pfg., Enteneier 67 Mg., Käse Pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbfen pr. Liter 21 Pfg^ Linsen pr. Liter 32 Pfg,, Tauben vt. Paar 0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse nr. Pfd. 5b65 Pfg.. Ochfenfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund. 5076 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,508,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,0010,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Zentner 0 bis 0 Akk., in Körben 0000 Pfg» Kirschen pr. Pfd. 30-00 Pfg. Zwetschen per Zehner 0.000.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.100.15. Marktzeit 71 Uhr.

ke. Frankfurt a. M., 80. Juni- Heu- und Stroh» markt. Man notierte: Heu Mk. 3.30 bis Mk. 3.60, Stroh Mk. 3.60 bis 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.

E r z - K u x e.

F e r n i e. Angebot 3400, Nachfrage 8300. Ausbeuten und Zu­bußen, 1903; 225; 1904: 300.