Ausgabe 
12.1.1905 Erstes Blatt
 
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Nr. 27/

* Klein e Tages chroni beiter (5mil Tschirner unter dem

Nniversttäts-Hrachrichteo.

Cambridge, (Maffacbnsetsf, 10. Jan. Die Anregung deS deutschen Kaisers gegenüber den: amerikanischen Botschafter in Berlin, daß deutsche U n i v e rsi t ät s p r o f e s s o re n an amerikanisch en und amerikanische Universitäts- Professoren andeutschen Universitäten Vorlesungen halten sollten, wurde von der Harvard- und von der Ber­liner Universität ausgenommen. Der Rektor einer jeden Universität wird von der Liste der Dozenten, die von einem solchen der anderen Fakultät zur Verfügung gestellt sind, feine Auswahl treffen. .

Prof. Harper, der Präsident der Universität Chicago, gab mit besonderer Genugtuung bekannt, daß Herr ?r. .I- Dewes die Mittel zur Verfügung stellte, die es der Universität ermöglichen, den Berliner Geschicktsprof. H e r m an n Ducken einzulaben,, in Chicago eine Reihe von Vorlesungen M halten. (Prof. Herrn Oncken stammt, wie die Familie des Gießener Historikers W i l h. O n ck e n , aus dem Grotzherzogtum Oldenburg, ftcht mit. ihm jedock) in keinem nachweisbaren Verwandtschastsverhältnis. D. Red. d. Gieß. Anz.)

genug erfolgte. Daher sei ein a m über der Zechenverwaltung

Kunst und Wilsenschaft.

R.B. Darmstadt, 11. Januar. Die beute Abend im Hof- tHeater erfolgte Uraufführung der Bremer Theaterdirektorsgattm Selma Erdmann-JesnißenUm Seinetwillen" war die eilte Ndvität des Winters, die einen wirklich lebhaften Erfolg erang. Die Heldin ist eine Sängerin, die ihren aristokratischen, aber treu- und gewissenlosen Gatten vorläßt und mit ihrer Kunst jenseits des großen Teiches reiche Lorbeeren und noch mehr Gold erntet. Baron Fedor v. Weidlingen läßt sich zehn Jahre durch das Geld der Künstlerin unterhalten, flößt aber dem einzigen Sohn einen unaus­löschlichen Haß gegen seine Mutter ein, der dann, als sie auS Mutterliebe zuruckkehtt und nach ihrem Sohn verlangt, den eigent­lichen Konflickt bildet. Schließlich siegt aber doch die dem Sohn unbekannt gewesene edelmütige Handlungsweise der Mutter und der inzwischen majorenn Gewordene kehrt reumütig in ihre Arme zurück. Die meist sehr dankbaren Partien wurden von Fräulein EiÄclsheim, Ganella und den Herren Kreidemann, Mar- long, Wagener und Hacker sehr wirksam dargestellt, auch die mancherlei Flachheiten des routiniert gearbeiteten Stückes durch die vortreffliche Regie geschickt verdeckt.

ik. In Berlin wurde der Ar- ml Dlchirner unicr vcnt Verbäckst, den N a u b mord an der Witwe Sinnig verübt zu haben, verbotet -- In Hamburg wurde der 70iahrige Inhaber einer Schreibstube^ Rendsburg, auf der Straße von einem lungen Manne d u rch vier Revolverschüsse getötet Der Tater stellte sich sofort nach dem Morde der Polizei. Ueber die Motive der Tat konnte bestimmtes nicht ermittelt werden, dach nimmt man an, daß der Mörder als Schreiber bei dem Erichosstmen mtgejMtt war und sich für seine Entlassung rächen wollte.

vermischtes.

* Budapest, 12. Jan. Großes Aufsehen erregt es daß der Präsident des Parkklubs, Graf Paul Szapary' der oft fürstliche Persönlichkeiten, zuletzt aus Deutschland bei sich als Gäste gesehen hat, seinen hiesigen Haushalt wegen großer Schulden auflöste und sich zurzeit angeblich in Pans befindet. Der Graf soll enorme Spielverluste

Ans Aiadt und Llmd.

Gießen, den 12. Januar 1905.^

** S. K. H- der Großherzog ist, wie wir g^ftern schon kurz ankündigten, gestern nachmittag gegen 4 llyr in Lich ein getroffen. _

** Empfänge. S. K. H- der Großherzog empfingen am 11. Januar il cl den Oberleuttiant Volley vom In­fanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2 0woßh. Mb)W den Pfarrer Freundlieb von Vilbel, den Professor Dr. Haller von Gießen.

** Die Wahl d es L an d tag § ab geor dneten für den Bezirk Sch otten-Gedern-Laub a ch , die heute stattfand, ergab, wie uns drahtlich gemeldet wird, die Wahl des Oberförsters Weber, welcher 24 Stimmen crkiclt. Bürgermeister Mettenheimer erhielt nur 6 Stimmen.

Der Universitäts-Fecht- und Tanzlehrer Friedrich Röse ist heute morgen nach längerem Leiden gestorben. Röse, in weiten Kreisen und besonders bei der akademischen Jugend Heffens seit Jahrzehnten eine be­kannte und beliebte Persönlichkeit, ist im Frühjahr 1886, nach dem Tode seines Vaters, UniversitätS-Fecht- und Tanz­lehrer geworden und wird dec großen Zahl der Studierenden, denen er Unterricht erteilte, sicherlich in dauerndem, treuen Andenken bleiben.

** DerSängerkranz" hat zu der bevorstehenden Saison der Maskenbälle die ersten Schritte getan. Sein im nächsten Monat statt finden der Maskenball, wozu schon jetzt die Vorbereitungen begonnen haben, soll seine schon rm vorigen Jahre bewiesene Originalität behalten. Von den aktiven Mitgliedern des Vereins wirb einGesangswett- streik mit allem üblichen Trum und Dran auf^eführt wer­den, und man spricht schon davon, daß dabei alles noch besserklappen" soll, als be-i dem großennationalen" zu Pfingsten v. I. Natürlich werden auch die passiven Mit­glieder zur Verherrlichung des Festes ihr möglichstes beü- ttagen.

** Deutscher und österreichischer Alpenverein. Neber die großartige Eiswelt des Monte Rosa- und des Montblancge bietes, die Touristenplätze Zermatt und Ehamonix spricht Professor Dr. Collin heute abend in dem angekündigten Vottrag vor der Sektion Gießen des deutschen und österreichischen Alpenvereins.

** Kriegerkameradschaft Hassia. An Stelle des jüngst aus seinem Amt geschiedenen Oberstleutnant z. D. Cramolini als Präsident der hessischen Kriegerkameradschaft H a s s i a" hat der Großherzog laut amtlicher Bekanntmachung in Uebereinstimmung mit den Wünschen der Kriegervereine Hessens den Generalleutnant z. D. Hof zum ersten und den Medizinalrat Dr. Vogt zum zweiten Präsidenten derHassia" ernannt.

** Erinnerung an ruhmvolle Tage unseres Regimentis. Der heutige Tag ist für unser hiesiges Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm von besonderer Bedeutung,' es ist der Jahrestag des Gefechts bei Ouzouer für Trezee-am 12. Januar 1871. Das Regiment,

damals 2. Infanterie-Regiment Großherzog, war im letzten Teil des großen Krieges, vom 20. Dezember 1870 bis 19. Februar 1871, aus dem Verbände der 25. hessischen Divi­sion völlig ausgeschieden und bildete zusammen mit dem 2. Reiterregiment (jetzt 24. Dragoner) und der hessischen reitenden Batterie unter dem Befehl des Generalmajors v. Rantzau ein s elbständiges Detachement, das vom Kom­mandeur des 9. Korps, General der Infanterie v. Manstein^ aus Orleans östlich nach Montargis entsandt wurde mit dem besonderen Auftrage, in südlicher Richtung gegen Briare und die Loire hin autzuklären und nach Osten mit dem 7. Korps Verbindung zu suchen. Wie diese kleine hessische Truppe in unerschütterlicher Pflichttreue und glänzender Tapferkeit der Unbill des Winters $Wm Trotz und unter Entbehrungen schwerster Art einem überlegenen Feinde gegenüber ihre ebenso schwierige wie gefährliche Aufgabe erfüllt hat,^ wird für alle Zeiten einen stolzen Ruhmestitel in der Geschichte unseres jetzigen Kaiserregiments bilden. Ern blutiges Gefecht vonr 31. Dezember und 1. Januar hatte dem Regiment erhebliche Verluste gebracht: 1 Offizier (Hauptmann Weber, 2. Komp.) und 13 Mann tot, 2Offi­ziere (Leutnant der Res. Schaeg, 4. Komp., und Ober­leutnant Otto H aupt, 8. Komp.) und 34 Mann verwundet,' vermrßt 6. Am 12. Januar 1871 lieferte dann die 3. und 5. Kompagnie mit 2 Zügen der Leibkompagnie unter den Hauptleuten ^,ersz und Buff das Gefecht bei Ouzouer sur Trezee, 6 Km. nordöstl. Briare, und warfen den an­greifenden Gegner in Unordnung zurück. Zwei Tage dar­aus, am 14. Januar, folgte das zweite Gefecht bei Briare. Rings von Feinden umzingelt und dadurch gezwungen,, nach allen Selten Front zu .machen, und in unverhältnis- rnäßig großer Ausdehnung sich zu sichern und zu kämpfen, gelang es dem Detachement, wobei das Regiment unter persönlicher Führung von Oberst Kraus focht, nicht allein den Ansturm eines sechsfach überlegenen Gegners (nach französischer Angabe 8300 Mann und außerdem 4000 Frank­tireurs) abzuwersen, sondern sogar ihn zurückzudrängen und sich aus einer der schwierigsten Lagen zu befreien. (In der Verlustliste lesen ton: Leutnant Weimer 5. Komp., schwer verwundet.) Ms Auszeichnung tragen "seit 1895 die Fahnen des 1. und 2. Bataillons ldas Regiment hatte im Feldzug nur zwei Bataillone, erst am 8. April 1881 wurde p>as 3. Bataillon errichtet) unter den Spangen 'zum Gedächtnis an kriegerische Ereignisse, deren Zeuge sie waren, auch eine Spange mit dem Namen Briare, zur Ehre und zum Stolz der Braven vom 31. Dezember und

Er bestritt allerdings, den Mord tut dem Pfarrer Thöbes «ruSgeübt zu haben. . . .

Hudde winde von einem gewissen Stocklern erramtt, welcher aus Gelsenkirchen stammt imd früher rntt Hudoe verkehrte. Dieser hat ihn der Kriminalpolizei zur Anzeige gebracht. Irr der .Herberge in der Peterstraße, in der Hudde festgenommen wurde, wird mitgeteilt, daß er gut ge­kleidet war, einen fast neuen Winterüberzieber, Kragen­schoner und saubere Garderobe trug, also von den anderen Besuchern dieser Herberge meist wandernden Handwerts­burschen scharf abstach. Dienstag nachmittag um p Nyr fand die erste Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter statt, Mittwoch vormittag die zweite. Hudde hat bisher geleugnet, den Mord begangen zu haben. c wurde photographiert und sein Bild an die Staat^aMvair- schaft in Gießen gesandt. Die Meldung der Ztg. ,

Hudde habe bereits eingestaiiden, den Raubmo^ m pewen- bergen begangen zu haben, ist, wie wir aus sicherer uuei hören, falsch; nur die Täterschaft bei den Ein­bruch e ü in Heppenheim und Herdorf yat er bisher eingcstanden. Voraussichtlich kann der Ver- brecher in einigen Tageir liacb Gießen gebracyt^werdem___

erlitten h°*cn. Sic Passiven d°S Grafen betragen vier Millionen Kronen, denen ^'cnsovicl ?lltwcn gcgenll steben sollen. Die Gemahlin de-? Grafen ,st die russische Gräfin Marie Przezdiccka, eine vielfache Millionärin.

- Ein Schülerbries. In dem Nachlaffe Emannet GeibelS hat sich, wie diePädag. Reform' mitteitt, olgender 'Schülerbrief gesiinden: .Serrn Dichter^Einannel Ge,bel hier. Kuhberq Nr. 15. Lübeck, den 11. ^cbrnar 1882 Hoch- qcchricr Herr Geibel! Wir haben heute Ihr Gedicht ,Fruh- lingShoffnung' zu Ende gelernt. Lor acht Tagen haben o nächsten müssen, weil sic'S nicht konnten, und heute haben 2 was mit dem Stock bekommen, weil fte's noch nicht konnten Daran haben Sic ivohl nicht gedacht, als Sic das ^sdicht machten? Sic sind noch einer von den kurzen Dichtern, «G'Ucr ist am längsten, der ist aber in der ersten Klasse. Der Zehrer sagt, da? Gedicht sei sehr schön; cS gibt aber so viele lchone Gedichte, unb wir müssen sic alle lernen. Wir möchten e>te darum bitten, machen Sie nicht noch mehr Gedichte! Knege gibt es aiich immer nichr unb wir müssen die Schlachten lernen. Geographie ist besser, da kann man immer mal nach der Karte sehen, aber die Gedichte und die Schlachten sind nm schlimmsten. Und dann hat jeder Dichter auch noch eine Biographie mit Geburtsjahr und Todesjahr! Bei Ihnen bralichcn wir noch kein Todesjahr zu lernen. Wir wünschen Ihnen ein recht langes Leben! Hochachtungsvoll und tm Auftrage Karl Beckmann Kl. II. Wohnung: Grüvelgrube

Zum Bergarbciterstreik.

Die Lage im Ruhrrevicr ist sehr ernst geworden". So schreibt dieNordd. Allg. Ztg.". Die Zahl der ©trciFenbcn wird in Privattneldungen sehr verschieden angegeben. Daß nach einem Bochumer Telegramm desB. T." bereits über 70 OOOBerg- lente sich im Ausstande befinden, erscheint eine über­triebene Schätzung. Nach neuester Feststellung erstreckt sich der Stteik bisher auf etwa 53 Zechen mit ea. 41 000 Ar­beitern.

Neu hinzugekommen zu den streikenden Belegschaften inb alle Schächte derConcordia bei Oberhausen und W c ft e n b e" bei Meiderich. Bon den Thyssen'schen Zechen Deutscher Kaisett" streiken jetzt 1 imb 4.

Ein General streik imiß noch immer als ausge - chlossen gelten. Es febleir für die ungeheuren Kosten einer auch nur ein- oder zweiwöchigen Durchführung die Mittel. Sckwn der Zeitpunkt für die lokalen Ausstände war taktisch denkbar un­glücklich, gewählt. Den Ausständigen werden die Svmpa- thien. die sich in der Oeffentlichkeit regen, nichts nützeit: sie haben ihr Schicksal mitverschuldet, weil sie die besonnenen M- macbungen der Führer in den Wind gesckiilagen haben.

Wenn aber der Stteik nur noch, wenige Tage anhält, werden zahlreiche Hüttenwerke den Betrieb einschränken oder ein stellen müssen. Tausende von Arbeiterit der Eisenindustrie wären damit zur Arbeitslosigkeit gebracht.

Bochumer Händler haben die K o h l e n p r e i s e bis 3 0 Pro­zent erhöht.

In Herne war am Mittwoch eine von 2000 Bergarbeitern besuchte Velegschafisversammlung von Shamrock, in welcher ttotz energischen Widerspruchs der Gewerkschafisführer, ivelche erklätten, daß die Mittel der Gewerkschaften nicht ausreichten, um auch nur zehn Tage Unterstützungsgelder zu zahlen beschlossen wurde, am FreitaginStreikzu treten. Eine Ausdehnung des Streiks auch in das nördliche Ge­biet ist somit wahrscheinlich geworden.

Ruhestörungen sind bis jetzt nicht vvrgekommen. Eine Mel­dung, daß in Neumühl ein Polizist ermordet sei, ist aus der Luft gegriffen.

Die Lage wird von zwei Seiten im Parlament zur Sprache gebracht werden. Die Sozialdemokraten gedenken im Reichstage wegen dieser Angelegenheit den Reichskanzler zu interpellieren, das Zentrum beabsickftigt, im preußischen 9lb- geordnetenHause in der gleichen Frage eine Interpellation ein­zubringen.

Die ossiziöseDerl. Korresp." schreibt: Bezüglich der Zei­tungsmitteilung, daß das Oberbergamt in Dortmund in der Ausstandsangelegenheit der ZecheBruckstraße" eine Vermittlung ablehnte ist festzustellen: Das Oberbergamt teilte den Vertretern

der Arbeiter mit, daß der neue Anschlag der Zechenverwaltung! bett, die verändette Seilfahrt, in gesetzlicher Weise, frühzeitig tliches Einschreiten gegen- . -- g nicht angängig. Es gäbe aber

einen andern gesetzmäßigen Weg zur Austragung der Streitigkeiten, nämlich die Anrufung des Eini­gungsamtes des Derggewerbegerichtes. Die Vertreter der Ar­beiter erklätten, dem Rate des Oberbergamtes folgen zu wollen Das Verfahren des Oberbergamts muß als ein sachgemäßes be­zeichnet werden. Da seit dem Erlaß des Gewerbegericbtsgesetzes bestimmte Organe zur Vermittlung und Entscheidung von Stteitig- feiten bestehen, war es geboten, die Arbeiter zunächst aus diesen gesetzlichen Weg zu verweisen. Selbftvetttäudlich wird aber auch das Oberbergamt gemäß der ihm bor dem Streikbruch erteilten Anweisung des Handelsministers in diesen wie in ähnlichen Fällen gern bereit Jein, auf Wunsch eine vermittelnde Tätigkeit ein- tttten zu lassen.

Handel und Verkehr. Uolkswittschast.

F a r b e n i a b r i k e n und Kohlenzeche n. Tie großen Farbenfabriken, die sich jüngst zu Jntereffengemeinschaften vereinigt haben, haben den Versuch gemacht, von den Kohlenzechen die Teer­erzeugnisse billiger zu erhalten als seither. Die Zechen haben demgegen­über sich ebenfalls zu entsprechendenMaßnahmen entschlossen. Es ist die Bildung einer besonderen Vereinigung zum Zweck der Erbauung einer Teerverarbeitungsfabrik mit einem Kapital von 5 Mill. Mk. in Aussicht genommen. Man glaubt, daß der größte Teil' der Zechen sich anschließt. Die Führung der Sache hat die Gelsen­kirchener Bergwerksgesellschast übernommen.

Tie T ü r k e n l o s e sind seit anfangs d. Alts, an der Frank­furter Börse von 128 40 bis 132 20 gestiegen. Das ist eine ganz außergewöhnliche Steigerung von nicht weniger als 4°/ in verhältt unmäßig kurzer Zeit. Stichhaltige Gründe für diese Erscheinung sind nicht anzugeben. Einzig verlautet, daß die Lose aeoierteitt werden solleii. 1 H

Konstantinopel, 10 Jan. Die Oberste Finanrkommifsion in Dildli hat Seffern bie Vorige für den Min stcrra? ?ttqg stell betreffend das Proiekt einer Türkischen An ! e i d e n n r 10° Ml! It 0 ne n an ber franzbfifcheS, beutsches lind enämcheS kst "ferner ffend"d^N von Waqen bestimmt

V.L at\uet vetteffend die Verlängerung der Bahnlinie nr>n oerliertPwurbe.b beteffcnb bie ^"leihc von 1901, welche 1903 ton-

Dauer fein wirb, loeil erstes qufAeL 1 a

überhaupt nicht DrganUicrt ist LJ Bergarbnter organifietten doch Wb «n ben nötigen rb°l

durste, den Streik für längere W m S1 n fEJIen ist nicht anzunehmen daß ai 3U erhalten. Ferner großen K o h l e n v o r r ä ah Lotten Arbeiter bei ben fügen, besondere Neigung besitzen blt\ Werke noch oer-.

arbeiten. Bedeutende Summ m ^?^lben in die Hände zu lich an Löhnen gezahlt lvevdeu^"iv^ pF t).oir'ent Betrieb wöchent- snndikat nur angenehm +WnJte ö- B. dem Koblen-

halttlissen einmal eine uon ber gegenwärtigen Ver-

Feierperiode einträte Tas allps ^Ä.brschast selbst heroorgerufene recht bald in Betracht ^"er der Bewegung

der Arbeitettchaft Herr^uber bl ungestümen Elemente

Gieß. 2lnz'.)1 Arnttiefi12 (Telegr. Orig.»Bericht dr preise. Zmn Verkaus5^^ungen der heutigen D i c h m a rkt- 2 Bullen, 00 aus Oest-r^'^?»-^ 2d)^en' 0 ai§ Oesterreich 0 aus Oesterreich, 925 Rälbe^ §!.icre «nd Rinder,

wurde für 100 skc.,s ei. ldy Schafe und Hamniel

Mk, 2. Q°u^"L^'^^w.ch.:0chfen 1. aunüiät®« 1. Qual. 6163, 2. Qual00-oo^^^ ^-63 Mk.; Bullen ?- ^'al. 64-66 Mk., 3 Qual *54 ?UlSIltä't 67-69 Mk.,

5. Qual. 0000 Alk. Kälber i n..«? 4547 Mk.,

2. Qualität 5962 Vsa ^7 .^bendgeivicht Schlachtgew. 57-61 W; Schns-7L'Ln^w.cht ^-45 P'g

14. Januar In Erinnerung der rnchimvollen Zeit des Feld- LL^egeht 6nttc abend das Offizi-rkvrpS gcmemsam m keinen ehemaligen Angehörigen im Kasino eine Feier, oie ans einem Vorttag mit anschließendem geselligen Z sammensein bestehen wird.

Die Sterblichkeit in den hessischen Städten. In unserer gesttigen Notiz ist die prozentnalische Berechmmg der Zahl der Todesfälle für die einzelnen Städte durch Ver­setzung eines Kommas um das lOfache hoch angegeben was die Leser wohl schon selbst nchtiggestellt haben. Wa§ die Stadt Gießen anlangt, so fei zu den stestrtgen An^- fühnmgen noch hinzugefngt, daß in Anbetracht dessen, die hiesigen Kliniken auch auswärtige Kranken m großer Za iss aufnehmen, die durch ihr besonders schweres Leiden melsach zu den Todeskandidaten zu zählen sind, dank der m Den Kliniken möglichen Anwendung ausgezeichneter tberapeuttscher Hilfsmittel die Sterblichkeit in den Gießener Untversttatd- kliniken eine verhältnismäßig recht niedrige ist.

)-( O d e n h a u s e n, 11. Jcm. Arn Montag abend gegen 9 Uhr entstand in einem än der Grenz.e des Dorfes, m der Nähe des Bahnhofes, stehende, dem.Steinhauer Johs. Lan g gehörigen Wohnhaus Feuer. Das Feuer tourde auf serneu Herd beschränkt. Vieh und ^Nobiliar ift utcht verbrannt, da recht,Zeisig' lg.eräumt n>erden konnte.

R. B. Darmstadt, 11.Jan. Das leichtfertige Spielen mit Schießwaffen hat wiederum ein Menschenleben ge- forbert. Ein 18 jähriger, in einem hiesigen Geschäft in Lehre stehender junger Mann hantierte heute mittag mit einem Revolver. Als der im selben Geschäft bedienstete Hausbursche den Magazinraum betrat, in welchem sich der Lehrling be­fand, zeigte dieser dem Hereintretenden die Schußwaffe und drückte sie in der Annahme, daß sie nicht geladen sei, fünf mal hinter einander ab. Beim fünften Abdrücken entfuhr je­doch dem Revolver ein scharfer Schuß, der dem Haus­burschen dtirch das Auge und in den Kopf drang. Der Ge­troffene brach sofort zusammen und war eine Leiche; er ist der 24 Jahre alte Ludwig Preis aus Erbach im Odenwald.

Marburg, 11. Jan. Auf die Nachricht hin, daß die Stadt dem Professor der Medizin Opitz ein städtisches Gebäude zur probeweisen Behandlung unheilbarer Krebs­kranker unentgeltlich überlassen habe, sind dem genann­ten ganze Stöße von Ansiagen Krebsleidender nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Auslande, sogar aus überseeischen Gebieten, zugegangen. Es mag deshalb bemerkt werden, daß es sich porläufig erst um Erprob­ung des betreffenden Heilverfahrens handelt.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Aus Daubringen wird uns mit­geteilt, daß es sich bei der Schlägerei, in die der W. Geißler verwickelt war, nicht um einen Ueberfall gehandelt habe, son­dern daß Ausschreitungen deS trunkenen G. gegen einige Männer, die ihn nach Hause geleiten wollten, die Schlägerei veranlaßt hätten. Der neue prenß. Etat sieht u. a. auch 50 000 Mk. zur Erweiterung deS Bahnhofes Groß- Karben (Gesamtkosten 198',000 Mk.) vor.An der Uni- versität Marburg soll das physikalischeInstittck umgebaut und erweitett werden.