Ausgabe 
12.1.1905 Erstes Blatt
 
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155» Jahrgang

6-rstes Blatt.

Donnerstag 12. Januar 1905

Schulstratze 7.

Adresse für Deveschen: Anzeiger Gießen.

FkrnsprechantcklnßNr 51

Nir. IO

erf»rtut täflli* außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Kietzener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'schen Unwers.-Buch-u. Stein- druckerei. 9L Lange.

Redaktton, Ervedltwn

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Glehemr Anzeiger»

General-Anzeiger < 3SSSS

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

_________________________ zeigenteil: Hans Beck.

Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

NoMMe Taqcc'sckan.

Liberale Einigung in Bayern.

Seit November wurden in Bayern zwischen den Partei­gruppen des Liberalismus Verhandlungen gevflogen über ein taktisches Zusammengehen bei den Lanotagswahlen. Zuerst wurde in München ein Wahlkartell zwischen Freisinnigen, National sozialen und Demo­kraten geschlossen und dann zwischen diesen Gruppen und den Alt- und Jungliberalen eine Einigung über ein gemeinsames Wahlprogramm in München erzielt. In Nürnberg einigten sich denn alle liberalen Parteigruppen auf ein gemeinsames Programm für ganz Bayern, darin war das allgemeine, gleiche, geheime und di­rekte Wahlrecht ganz entschieden gefordert worden, und zwar, wenn es nicht auf Grundlage der Pro­portionalwahl zu bekommen wäre, auf Grund einer W a hl- kreise int e ilun g nach Maßgabe der jeweiili- gen Bevölkerungsziffer.

Damit war der alte Streitpunkt über die Wahlrechts- reform zwischen den Liberalen Bayerns beseitigt; die jüngere Richtung der Jungliberalen, Nationalsozialen und Demo­kraten hatte den früheren Widerstand der liberalen Land­tagsfraktion besiegt. Damit war aber auch auf Grund dieses gemeinsamen Programms die Einigung des Liberalismus in Bayern erreicht, die nun eine kräftige Kampforganisation aegen die Zentrmnsherrschast sein wird. Dieses gemein­same Programm stellt auch sonst in freiheitlicher, sozial- und wirtschaftspolitischer .Hinsicht weitgehende Forderungen.

Am 7. und 8. Januar fanden in Nürnberg die Schlußver­handlungen statt, deren Ergebnis nun in dem Programm vorliegt. Vom Landesausschuß der nationalliberalen Lan­despartei in Bayern r. Rh. sind diese Richtpunkte ein­stimmig angenommen worden. Ein gemeinsamer Wahl­aufruf ist am Tage des Beginns der bayerischen Zentrums­tagung in München erschienen.

Ueberraschen muß, was dieWorms. Ztg." zu der Einig­ung der bayr. Liberalen sagt:

Man sieht, daß in diesem qemeinsamen Programm der bavri- lchen Liberalen die nationalliberalen Sonderwünsche und Be- strelmngen neben den allgemein liberalen vollauf zur Geltung kommen, so z. B. die aus Einführung des Proporzes und un­parteiische Wohlkreiseinteilung bei direktem W a h l s Y st e m. Alles Programmpunkte, die bekanntlich jederzeit auch von unserer Worms. Ztg." vertreten worden sind.

Also dieWorms. Ztg." plädiert für das direkte Wahl- fystem? Es geschehen Zeichen und Wunder!_____________

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Jan. Der Kaiser empfing den russi­schen Botschafter und heute vormittag den japanischen Gesandten.

Die heute unter dem Vorsitz des Grafen v. Bülow abgehaltene Sitzung des preußischen Staats Ministeriums dürfte, wie man in politischen Kreisen annimmt, den letzten Vereinbarungen in den schwebenden Handelsvertrags­verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn gegolten haben.

Die deutsche und die freisinnige Volkspartei brachten den Antrag ein, im § 166 des Reichsstrafgesetzbuchs (Gotteslästerung) die Worte zu streichen:oder wer öffentlich eine der christlichen Kirchen oder eine mit Korpo- rationsrechten innerhalb des Bundesgebietes bestehende Religionsgesellschaft oder ihre Einrichtungen oder Gebräuche beschimpft."

Detmold, 11. Jan. Im Fürstentum Lippe erregt die Entziehung beziehungsweise Niederlegung des Kom­merzienratstitels durch den Vizepräsidenten deS Lippe- schen Landtages Hoffmann-Salzuflen großes Aussehen. Hoffmann stand im lippeschen Thronstreit auf Seiten der bückeburgischen Ansprüche.

Köln, 11. Jan. DieRhein. Ztg." erklärt in Sachen des Hüssener-Bildes, das von ihr reproduzierte Bild treffe bis in die kleinsten Einzelheiten zu. An dem fraglichen Abend seien auf der Festung Ehrenbreitstein mehrere Bilder in den verschiedensten Gruppierungen an ver­schiedenen Stellen des Zimmers gemacht worden. Das Bild, das die Kommandantur erhielt, sei eine Aufnahme, die ohne Weinflaschen gemacht wurde. Alles, was dieRhein. Ztg." in Wort und Bild veröffentlicht, habe sich tatsäch­lich zugetragen.

AnsSand.

London, 11. Jan. Die hiefigen Blätter drücken warme Bewunderung für den Plan Kaiser Wil­helms aus, deutsche und amerikanische Universi­täts-Vorlesungen gegenseitig auSzutau sch en. Der ^.andard erklärt, man werde dieses Experiment mit Interesse verfolgen und es dürfte, falls es gelänge, der Anfang einer weit umfangreicherer Bewegung werden, welches besseres gegenseitiges Einvernehmen erzeugen würde als viele Friedens- Kongresse. Kaiser Wilhelms Plan gehe noch einen Schritt weiter als Ceeil Rhodes Gedanke in seinem bekannten Testament. ES sei zu hoffen, daß der Austausch von Lehrern und Vorlesungen bald allgeinein zwischen den Universitäten aller Fortschritts-Nationen werden möge.

DerCatholic Herald" tneldet, daß in der katholischen Welt eine mächtige Bewegung im Gange ist, um Papst PiuS IX. heilig zu sprechen. Der jetzige Papst sei bereit,

ie Heiligsprechung durchouführen, falls es allgemein ge­wünscht werde.

Bern, 11. Jan. Der Bundesrat richtete an die dip­lomatischen Vertreter Deutschlands, Oesterreichs und 13 an­derer Staaten ein Rundschreiben mit einer Einladung zur Konferenz zur Regelung folgender Arbeiterschutzfragen: 1. Verbot der Verwendung von weißem Phosphor bei Her­stellung von Zündhölzchen; 2. Verbot der gewerblichen Nachtarbeit von Frauen mit gewissen Einschränkungen für die Verarbeitung von leichtverderblichen Rohinaterialien. Die durchschnittliche Arbeitsruhe soll zwölf Stunden vom Abend bis zum Morgen betragen. Die Ausdehnung des Verbots der Nachtarbeit auf jugendliche Arbeiter ist fallen gelaffen worden. Die Konferenz soll cun 8. Mai in Bern zusammentreten.

Czenstochau (Polen), 11. Jan. Hier fand wiederum eine gewalttätige Demonstration der Sozialdemo- k rat en statt. Ein Gendarmeriewachtmeister, der den Demon­stranten eine rote Fahne entreißen wollte, wurde getötet, ein Wachmann schwer verwundet.

Petersburg, 11. Jan. Ter Minister des Innern überreichte d<nn Kaiser eine Adresse des landwirt­schaftlichen Vereins von Podgolowkow (Gou­vernement Nishni Nowgorods in der der Verein dem Kaiser seine treuen Gesinnungen zum Ausdruck bringt und im Hinblick auf t) ie Angriffe auf die historische Regierungs­form Rußlands, welche von Leuten ausgehen, die die heilig­sten Grundsätze der Geschichte verraten, dem Kaiser die Ver­sicherung gibt, daß sich im Augenblicke der Gefahr das ganze orthodoxe Rußland erheben werde zur Verteidigung der alleinigen, unteilbaren autokratischen Regierungsgewalt, des teuersten Erbes Rußlands und der Grundlage seiner Macht und Wohl­fahrt. Ter Kaiser schrieb auf diese Äldresse:Ich danke aufrichtig für diese gute Gesinnung."_____

JPfr Krieg.

Kaiser Wilhelm, Stoffel und Nogi.

Tie Telegramme, die der Kaiser wegen der Verleihung des Ordens pou r le m 6rite an Stössel und Nogi den Kaisern von Rußland und Japan zugehen ließ, lauten:

Anden KaiscrZarskojessrlo. Tie Verteidigung Port Arthurs wird fiir immer ein Beispiel sür die Sol­daten aller Völker bleiben. Der $5clb, der Deinen treuen Truppen kommandierte, wird von der ganzen Welt bewundert, besonders in meinem Heere und von mir. Um unserer Svmpathie Bewunderung für General Stössel und seine wackeren Truppen Ausdruck zu geben, hoffe ich ans Deine Zustimmung, wenn ich ihm unsere höchste militärische Auszeichwmg, den von Friedrich dem Großen gestifteten Orden Pour le Merfte verleihe. Dieselbe Ehre will ich seinem braven Gegner General Nogi erweisen.

Tas Telegramm an den Kaiser von Japan in Tokio lautet:

Die Belagerung und Einnahme von Port Arthur haben den General Nogi als tapferen und klugen Heerführer erwiesen, dessen Heldentaten ebenso wie die seiner Truppen für immer von allen Soldaten, besonders von mir und meinem Heere werden bewundert werden. Ich hoffe, daß Eure Majestät zustimmen werden, wenn ich ihm als äußeres Zeichen der Be­wunderung die von meinem Vorfahren Friedrich dem Großen für Tapferkeit im Felde gestiftete höchste preußische militärische Auszeichnung, den Orden Pour le Mßrite verleihe. Sein braver Gegner General Stössel hat dieselbe Auszeichnung erhalten.

Darauf sind von bett Herrschern Rußlands und Japans folgende Antworten eingegangen. Ter Kaiser von Rußland telegraphiert:

Sr. Majestät dem Kaiser in Berlin: Im Namen meines Heeres danke ich Dir für die hohe Auszeichnung, welche Du dem General Stössel verleihen willst. Er tat an der Spitze der braven Garnison bis ,a.'ns Ende tapfer seine Pflicht. Deine Sympathie und die Deines Heeres sowie Teine Anerkennung für seine Haltung werden von mir tief empfunden.

Ter Kaiser von Japan antwortete:

An den deutschen Kaiser in Berlin. Ich bin sehr verbun­den für Eurer Majestät Bewunderung für die Einnahme Port Arthurs. Was Ew. Majestät gütigen Wunsch betrifft, dem General Nogi die höchste Auszeichnung des preußischen Heeres zu ver­leihen, stimme ich mit Freude zu.

Einzelne Blätter zählen die Fälle .auf, in denen auch früher schon ausländischen Heerführern dieser Orden verliehen worden ist. Dazu -gehören russische Ge­nerale, sogar in größerer Zahl, und einzelne russische Groß­fürsten, die aber den Orden uicht während, sondern nach dem russisch-türkischen Kriege erhalten haben. Auch der Herzog von Eonnaught besitzt ihn, und zwar hat ihn oieser nach der Mederwerftmg des Arabi-Aufstandes bekommen.

In dem jüngsten Etat fiir Preußen findet sich eine Mehr- fordernng von 90 00 0 Mark für Ordensinsignien. Bisher betrug die für diesen Zweck etatsmäßig ausgeworfene Summe 130 000 Mark, jetzt wird sie plötzlich um 70 Prozent gesteigert. Ans toten Zahlen können sieb lebendige Bilder erheben.

Von der russischen Flotte.

Petersburg, 11. Jan. Der Dampfer der Frei- willigen-FlotteKostroma" wird in ein Hosp-italschiff um- geluandelt. Er soll das dritte Geschwader begleiten und wird die Krtegsflagge und die Rote Kreuzflagge tragen, wovon die japanische Regierung durch den französischen Gesandten in Tokio benachrichtigt wird.

Kiel, 11. Jan. Die Küstenstation meldet das Eintreffen eines russischen Transportschiffes tu der Kieler Bucht, wahr­scheinlich eines Vorläufers des nach Ostasien bestimmtew 3. r ussi s ch e n G e s ch w a d e r s. Das Schiff setzt die Fahrt von der Nordsee durch die dänischen Gewässer fort.

AuS der Mandschurei.

Loudon, 11. Jan. Die Kri ogöbe r i cht erstatt er bei der japa­nischen Armee unter Biarschall Oyama melden übereinstimmend, daß größere r n s s i s ch e Streitkräfte gegenüln-r dem linken Flügel der Japaner a u f m a r s ch i e r e n. ES hat

den Anschein, als ob Kuropatkin einen kühnen Versuch macken wollte, vor Ankunft der Verstärkungen unter General Nogi die japanische Linke zu umgehen und eine kräf­tige Offensivbewegung auszuführen. Die Japaner treffen ihrerseits alle nötigen Vorbereitungen, um Kr^ropatkins Pläne zu vereiteln. Doch erwartet man daß Kuropatkin auf jeden Fall die Offensive ergreifen wird, bevor Ovamas Armee durch dir japanischen Truppen eine Verstärkung erfährt. Unterläßt es Kuro­patkin, die Javaner früher -rugreifen ,so wird sein Schicksal als besiegelt betrachtet, da die a Pan er eine bedeutende nu­merische Ueberlegenheit besitzen werden. Es scheint sicher, daß innerhalb vier Wochen fast die ganze Belagerungs-Armee von Port Arthur auf dem Kriegsschauplätze in der Mandschurei fern wird.

Ueberzeichnuug der russischen Anleihe.

Daß eine Ueberzeichnung der russischen Anleihe zu erwarte« sei, wird in Berlin in triumphierenden Börsennotizen verkündet., Auch in Wien sollen zahlreiche Anmeldungen vorliegen, insbe­sondere aus Prag h-rrübrend. Ein Sympathiebeweis der Tschechen für die -russischenBrüder^^. Aber der augenblickliche Erfolg der Anleihe will nicht viel bedeuten für das Vertrauen, das Rußland entgegengebrackck wird. Unter den Zeichnungen befinden sich sicher­lich viele fpekillativer Art. Bei der ersten günstigen Gelegenheit werden die Werte weiter veräußert. Selbst bei den Stücken mit sogenannterSperrverpflichtung" findet die Spekulation Mittel und Wege, einen sich bietenden Gewinn mitzunehmen. Jetzt er­strahlt Rußlands Finanzkraft und Finanzpolitik in schönstem Lichte. Der offiziöse Draht gibt woblwollend die Nachrichten wieder, bie von Petersburg aus zur Anfeuerung der Stimmung lanciert werden. Warten wir ab, bis das Feuerwerk abgebrannt ist, warten wir ab, wie in einem Zeitraum von einem Monat oder ein paar Wochen später die neue Anleihe sich entwickelt hat.^ Dann ist Gelegenheit, den Erfolg auf fern- Berechtigung zu prüfen.

Die Hull-Kommisfion

setzte am Mittwoch die Feststellmtg der Geschäftsordnuny fest und beschloß einstimmig, daß die Sitzungen, welche für die Darlegung der der Untersuchung unterbreiteten Taffachen und für die Ver­nehmung der Zeugen bestimmt sind, öffentlich sein sollen. An die französischen und auswärtigen Journalisten werden Karten ausgegeben. Sie beschloß ferner auf den Vorschlag der Engländer, daß die Zeugen nur durch Ehrenwort ver­pflichtet werden, während die Russen jedem Zeugen den landes- üblicken E i d auferl^aen wollten.

Zur Wertzaftung Kuddes.

Tie Aachener Polizei teilt folgendes mit: Am Montag abend gegen 11 Uhr erhielt die Polizeidirektion die Nach­richt, daß in einer hiesigen Herberge ein genriff er Oskav Hüttermann Lin gekehrt sei, ber mit dem gesuchten Oskar Hudde identisch sein könnte, nwlcher wegen Beteilig­ung an Einbrüchen bei Pfarrern in verschiedenen Orten und wegen Mittäterschaft an dem in der Nacht vom 11. zum 12. November in Heldenbergen ausgeübten Raubmorde ge­sucht würde. Zwei Kriminalbeamte und zwei uniformiert^ Schutzleute begaben sich mit Bild und Signalement de^ Hudde zur Herberge, betrachteten sich den angeblichen Hüttermann und verhafteten ihn, da Bild und Signalement im allgemeinen auf ihn paßten und er eine anscheinend gefälschte Jnvalstdenkarte besaß. Bis Dienstag vormittag leugnete der Verhaftete rrnd benahm sich unbot­mäßig und unverschämt. Als er aber sah, daß er damit nicht durchkam, gab er endlich Ul, Hudde zu sein. Er had sich auch bereits zu verschiedenen Einbrüchen als Tatev bekannt. Die Beteiligung an dem Raubmord ini Heldenbergen bestreitet er und in Ermangelunsg von Unterlagen ist eine sachgemäße Vernehmung noch Nicht möglich. Hudde kommt zweifellos auch für die in letzter Zeit in der Gegend voll Türeri und Aachen versuchten imb .aus­geführten Einbrüche in Pfarrhäusern in Frage. In seinem! Besitze wurde ein scharf geladener Revolver und ein vom Gebrauch krumm gebogenes Stemmeisen gefunden. In der Begleitung Huddes befanden sich zivei wandernde Gesellen, ein Konditor Sander aus Hannover und ein Kutscher Schulte, der den SpitznamenPostkartenköni^ führte und den die beiden ersten in München-Gladbach angetroffen hatten. Sander bat Hudde vor etwa einer Wocbe in Geilen­kirchen getroffen und dort mit ihm nähere Bekannffchaft geschlossen. Hudde trat beim Betteln in verschiedenen Dör­fern, die durchkreuzt wurden, sehr ungeniert auf und ver­diente sich auch ab imt) zu ein paar Groschen durch Aus­führung kleinerer Arbeiten, da er sich! als Schlosser aus­gab. Sander sprach mit Hudde auf der Wanderschaft auch von dem Morde im Pfarrhause von Heldenbergen unD sagte zu ihm, er möchte sich gern die ausgesetztte Belohnung verdienen und den Mörder, der doch nur ein Kunde sein könnte, suchen. Hudde lenkte aber bald das Gespräch ab. Am Montag abend um 7Uhr 47 Min. kamen die drei, wie demF. G. A." berichte^ wird, am Bahnhof Aachen an. Sie begaben sich zusammen^ in eine Herberge, wo sie aßen und Quartier nahmen. Dabei muß wohl Hudde von einem der dort atlwesendenKrmden^ erkannt worden sein, denn bald nachher hielt schon die! Polizei nach ihm Umschau. Er war aber in die Stadt gegangen und so warteten die Polizcibcamten feilte Rück­kehr ab. Sie ließen ihn sogar, als er schon zurückgekommew war, mit seinen zwei.Wllegen das gemeinschaftliche Schlaf­zimmer betreten und zu Bett legen. Hudde schlief bald ein. Erst gegen Mitternacht begehrte daun die Polizei Einlaß. Tie zwei Genossen deö Hudde unterzogen sich gern' dem angestellten Verhör und legitimierten sich ruhig« Hudde geriet aber sofort in A u f r cgung , besonders als ein Polizeibeamter, um das Signalement festzustellen, ihm in8 Gesicht leuchtete und die Sommersprossen auf- suchte, die im Signalement besonders angegeben waren. T-tc Jnvalidenkarte, die er den Polizeibeamten vorzeigte, lautete auf den Namen OSkar Hüttermann aus Sckialke in West­falen. Hudde ging ruhig mit Kur Polizeiwache; dort sollte ihm seine Aufregung zum Verderben werden. Denn et unterschrieb o e u Ablief e r u n gsschei n mit b c m Name nO Skar Hudde"! Dem unwillkürlichen Selbste verrat hat Hudde dann ein Ge stäudui^ jolgen lajfcu^