Ausgabe 
10.5.1905 Zweites Blatt
 
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Litteratur 1036, Zeitschriften 410, Jugendschristen 260, BerSdichtungen 43, Litteraturgeschichte 22, Länder- und Dölkerkunbe 46, Kulturgeschichte 18, Geschichte und Bio­graphien 66, Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 95, Seewesen 9, Hauswirtschaft 7, Gesund- heitslehre 7, Religion und Philosophie 26, StaatSwissen- schaft 9, Sprachwissenschaft 9, Fremdsprachliches 8 Bände. Nach auswärts kamen 64 Bände.

* Von der Post. Folgende Züge werden 31tr P0st- beförderung benutzt: (Es bedeuten: e nur Beförderung von Briefen, e nur Beförderung von Paketen, 4- Beför­derung von Briesen in geschlossenen Beuteln, () Benutzung nur an Werktagen; alle nicht mit 4. oder ® e bezeichneten Züge führen Bahnposten mit Briefkasten.)

a) Richtung nach Frankfurt (Main):

2.48 »5.5 »5.49 +6.55 «8.2 »Cfl.26 10.12 +12.5 12.10 2.17 »»4.40 5.4 5.55 7.32 8.19 0.13 0.10.

b) Richtung nach Kassel:

12.37 1.14 1.51 4.0 ©7.15 822 4 10.16 12 5 1.29 »2.41 +3.13 5.5 (+6.24) 8.8 »9 58 ©11.45.

c) Richtung nach Köln:

+ 4.27 6.47 »8.22 +10.10 (12.39) +3 25 6.10 +10.8.

d) Richtung nach Koblenz:

6.3 +5.56 8.10 12.10 (+5.4) +5.56 8.31.

e) Richtung nach Fulda: (+4.50) 8.20 (12.7) (+2.15) (+5.50) 9.20.

f) Richtung nach Gelnhausen:

5.44 (+8.19) (12.34) 5.4 ( +8.45).

g) Richtung nach Lollar Grün berg: 5.38 (2.52) (+6.24).

h) Richtung nach R0dheim (Bieber, Biebertalbahn): (5.0) 7.15 (vom 1./5. bis 11.(6. 7.45) (12.25) (vom 1./5, bis 11.6. 1.10) +6.25.

i) Landposten:

1. nach Steinberg (8.45),

2. , Wieseck und Alten-Bufeck 6.15 (»8.30) (3.20).

3. » Lützellinden 7.55 (4.20).

4. Kroidors 7.25 (5.50).

Beim Postamt I treten die Schlußzeiten im all­gemeinen ein: für gewöhnliche Briessendungen 1020 Minuten, für Einschreibbriefe 2530 Minuten, für Wertbriefe und Packele 3060 Minuten vor Abgang der Züge.

Die Stadtbriefkasten werden Werktags geleert zwischen 5.306.40 vorm., 8.30.9.40 norm., 10.2011.25 vorm., 11.5012.50 mittags, 34.5 nachm., 5.456.40 nachts, 7.208.5 nachts, 9.3710.30 nachts. Sonntags zwischen 5.306.45, 10.2511.25, 7.108.20; genaueres ergeben die LeerungStafcln an den Briefkasten. Tie ein­gesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Besörderungs- gelegenheit zur Absendung.

Vom Postamt II (Schul st raße) gehen Werktags Versande nach dem Postamt I und dem Bahnhofe ab: 9.15* vorm., 11.15, 12.55, 2.0*, 4.15, 5.22*, 5.55*, 6 55, 7.35*, 8.5 und 8.50, an Sonn- und Feiertagen 9.15, 12.55*, 1.45. Die Schlußzeiten treten ein für gewöhnliche Briefe 6 Minuten, für Einschreibbriefe 15 Minuten, für Wertbriefe pnd Pakete 3040 Minuten vor Abgang der Versande.

*) Nur Briefpost. Die fetten Ziffern bezeichnen die Nacht­zeiten.

Herr Prof. Dr. Kinkel bittet die Leser desGieß. 4lnz.", in seinem gestrigen Aufsatze »Schillers Kultur-Ideal" statt der Worte »des Kultus" in der drittletzten Zeile der ersten Spalte die Worte »der Kultur" zu lesen, und in seinem Gedichte in den gestrigen »Fam.-Bl." soll der erste Vers der 6. Strophe richtig lauten: »Da Tu der Schönheit Kuß gekostet".

0 Großen-Linden, 9. Mai. Unter großer Be­teiligung wurde heute der Rangiermeister Jakob Pfaff zur letzten Ruhe bestattet. Der Kriegerverein, der Gesang­verein Germania, dessen Ehrenmitglied und langjähriger Vor­sitzender der Entschlafene war, der Bürgerklub, der Vorstand der Raiffeisenkaffe und mehrere Eisenbahnbeamte legten Kränze am Grabe nieder.

(!) Lich, 9. Mai. Ein Sittlichkeitsverbrechen versuchten vorgestern zwei hier wohnhafte junge Arbeiter an einem noch schulpstichtigen Kinde eines Nachbarortes zu be­gehen. Als sich Leute näherten, ergriffen die Verbrecher die Flucht, nachdem sie dem Kinde seine geringe Barschaft ab- genominen hatten. Gestern wurden die beiden Täter ins Gefängnis verbracht.

Grünberg, 8. Mai. In der am verflossenen Freitag sbend stattgehabten Gemeinderats-Sitzung gab Bürger­meister Zimmer ein Schreiben de§ Kreisamts bekannt, in welchem um unentgeltliche Hergabe von Räumen zur Er­richtung einer landwirtschaftlichen Winterschule in Grünberg ersucht wird. Dem wurde allseitig zugestimmt, und dem KreiSamt soll ein diesbezüglicher Bescheid zugestellt werden. (Gr. Anz.)

ß Sichenhausen, 9. Mai. Gestern fand in den Waldungen der hiesigen Forstwartei eine Brenn- und Nutzholzversteigerung statt. ES wurden folgende Durchschnittspreise erlöst: Fichtenstammholz 1014 Mk. per Festmeter, Scheitholz I. Kl. 6 Mk., Knüppel I. Kl. 4 Mk., Stockholz 34 Mk., Buchenreisig 80 Pfg. per Raummeter. Das Nutzholz wurde meist von Holzhändlern allfgekauft.

y. Geiß- Nidda, 8. Mai. Der unheimliche Gast, die Liphterie, welche schon vor einem halben Jahre hier auf- Irat, macht sich neuerdings wieder recht bemerkbar. Nicht weniger als sechs Krankheitsfälle wurden im Laufe der letzten Woche gezählt etliche sehr ernster Natur. Durch rasche operative Eingriffe, sowie durch zeitige Serum- Einspritzungen blieb die Zahl der durch die Krankheit her­vorgerufenen Todesfälle bis auf zwei beschränkt.

y. Bad-Salzhausen, 8. Mai. Mit dem heutigen Tage wurde die hiesige Bade-Saison eröffnet. Bäder werden abgegeben im Mai und September von 812 Uhr vormittags und von 26 Uhr nachmittags. In den übrigen Sommermonaten beginnt die Badezeit vor- lind nachmittags eine Stunde früher und endigt abends um 7 Uhr.

a. Marbürg, 9. Mai. Bei der akademischen Schiller­seier heute morgen 11 Uhr in der überfüllten Aula der Universität hielt Pros. Dr. Elster die Festrede.

Fulda, 9. Mai. Zur Teilnahme an bem Bonisa ti u Z- Zubiläum werden erwartet vom höchsten Klerus: Die Kardinäle Fürstbischof von Breslau, Erzbischof von Köln und Fürst Erzbischof von Salzburg; der apostolische Nuntius aus München Erzbischof Caputo, die Erzbischöfe von Westminster (London), von Utrecht, München-Freising und von Frei­

burg i. B.; die apostolischen Vikare von Schweden, Nor­wegen, Dänemark und Sachsen; die Aebte von Monte Cassino, Merkelbeck-Holland, St. Peter-Salzburg re. Die große Reliquien-Prozeffion mit sämtlichen Prälaten im Gefolge, bewegt sich am 4. Juni durch die Stadt. Festpredigten halten die Bischöfe Korum-Trier und v. Keppler-Rottcnburg sowie der päpstliche Nuntius; in der Festversammlung sprechen die Abgg. Tr. Gräber und Dr. Schmitt-Immenstadt. Am 5. Juni findet Fackelzug, am 11. Juni nachmittags Schluß der Fest­oktav und abends allgemeine Illumination statt.

Vcrmifcbte»*

* Der Kaiser und seine Garde. Aus Berlin wird geschrieben: Im Manöver hat der Kaiser die Gewohnheit, abends durch die Biwaks zu fahren und sich an dem bunten Treiben des Lagerlebens zu erfreuen. Auch im letzten Kaiser- Manöver bat er dies wiederholt getan, und hierbei ereignete sich da§ folgende, bisher in weiteren Kreisen noch nicht be­kannte hübsche Geschichtchen: Bei dem Dlarketender eines Garde-Regiments z. F. standen zwei Grenadiere und unter­hielten sich über die Mühen des TageS. Natürlich bildete der oberste Kriegsherr auch einen nicht geringen Teil ihres Gespräcl'SstoffS. Schließlich äußerte der eine der jungen Vaterlandsverteidiger:Wenn wir in der Garnison etwas Tüchtiges geleistet haben, daun gibt uns unser Hauptmann abends Vier, könnte daS der Kaiser nicht auch tun?" Einige Sckunben später traten an die beiden Krieger zwei höhere Offiziere heran. Ter eine derselben fragte leutselig, ob die jungen Leute wohl Trust hätten, was sie auch bejahten. Hierauf bestellte der Offizier, vergnügt lächelnd, vier Gläser Bier und meinte, nachdem diese gebracht waren: »Nun müssen wir aber auch auf gute Kriegskameradschaft anstoßen!" Stramm taten die beiden Garde-Grenadiere dem Offizier Be­scheid, militärisch die eine Hand an die Hosennaht legend. Nach denr letzten Zuge sagte der Offizier, der inzwischen weiter in das Licht der Lagerfeuer getreten war:Wißt ihr arich, Kinder, mit wem ihr angestoßen habt?" und auf das verwunderte Gesicht der Grenadiere hin fuhr er fort: »Ihr habt mit eurem Kaiser, der stets väterlich dem geringsten Wrmsche seiner Untertanen Genüge leisten wird, angestoßen! Habt ihr einen Wunsch oder drückt euch etwas, so kommt nur zu eurem Kaiser, er ist's, der euch am besten versteht!" So lauteten die Kaiserworte, und man sagt, daß an einem Kaiserwort nicht zu drehen oder zu deuteln sei. Unter dem brausenden Jubel der inzwischen in großen Scharen herbei­geeilten Soldaten verließ der Kaiser das Biwak, wo im selben Moment die Musik mit dem Zapfenstreich »Ich bete an die Macht der Liebe" einsetzte.

* Leipzig, 8. Mai. Nachdem Leipzig 1890 und 1891 durch Eingemeindung der unmittelbar angrenzenden Vororte bedeutend vergrößert worden ist, steht die Einverleibung weiterer sieben Vororte bevor. Es handelt sich um Schönefeld mit 11 520, Möckern mit 11386, Stötteritz mit 9067, Leutzsch mit 6292, Mockau mit 5097, Wahren mit 4661 und Paunsdorf mit 4220 Einwohnern. Die Ein­wohnerzahl Leipzigs würde also von über 500 000 auf gegen 57 0000 wachsen. Die genannten Vororte sind durch elektrische Bahnen mit dem Stadtinnern verbunden.

* Durch einen Schreibfehl er eines Gerichts­beamten wurde, wie aus Newyork gemeldet wird, eine Frau Klara Russell in Omaha von ihrem Sohne ge­schieden und ihr die Erziehung ihres Gatten zugesprochen. Frau Russell muß eine neue Scheidungsklage einreichen, um eine rechtsgiltige Trennung ihrer Ehe zu er­reichen.

* Kleine Tagescbronik. Ein Tornado (Wirbel­wind) hat ein hauptsächlich aus Privatwohnhäusern bestehendes Stadtviertel von Marguette (KansaS) zerstört. Man schätzt die Zahl der Getöteten auf 20. Die schwedisch-lutherische und die methodistische Kirche, sowie das Theater mit den angren­zenden Gebäuden liegen in Trümmern. Am 9. l. M. sch 0 ß der 52 jährige Tevpicharbeitcr Weigel auf seine von ihm geschiedene Kran in deren Wohnung in Nir darf bei Berlin tn der Absicht, sie zu ermorden, und verletzte sie an der Schulter. Eine zweite Kugel dr ng einem ihm cn'gegentrctenbm Schlafburschen in den Oberschenkel, worauf der 24 jährige bei seiner Mutter wohnende Sohn mit einem Revolver auf seinen Vater schoß und ihn schwer verwundete. Nach der letzten Zählung des Statistischen Amts der Stadt Berlin betrug die Einwohnerzahl der königlichen Haupt- und Nesidenrstadt 2 004 076 Personen. Nun wird Berlin wohl nicht mehr unter die Mei Millionen heruntergehen. In dem spanischen Städtchen Villamaurigui spielte etne Schar von etwa 20. Mädchen Prozession, als ihnen in einem Hohlweg« 8 Stiere, die sich von einer größeren Heerde getrennt hatten, entgegenkamen. Die Stiere stürmten auf die Kinder loS und verletzten 9 tödlich, 6 schwer.

Arbeiterbewegung.

Nürnberg, 9. Mai. Die hiesigen Schneider haben heute mittag in den dem Arbeitgeberverbande angehörenden Ge­schäften (die Arbeit niedergelegt, weil ihnen unzwei­deutige Erllärungea, daß dieStreikarbeit" für auswärtige Städte zurückgezogen werde, verweigert wurden. Ferner haben die Mo­dellschreiner in einer größeren Anzahl von Geschäften wegen Nichtbewilligung ihrer Forderungen die Arbeit niedergelegt. Von beit hiesigen Bäckermeistern haben bisher fünfzehn die Forder­ungen der Gehilfen bewilligt.

Paris, 9. Mai. Aus Limoges wird berichtet, die aus­ständigen Arbeiter der Fabrik Beaulieu belagern die Fabrik Tag und Nacht, besonders die Frauen sind unermüdlich und lassen sich nicht durch die Männer ablösen. Sie unterhalten sieb durch Absingen revolutionärer Lieder. DaS Wohnhaus der Familie Beaulieu wird ebenfalls belagert. Der Fabrikbesitzer forderte gestern telephonisch ven Bürgermeister aus, Schutzmaßregeln zu treffen, da die Ausständigen das Wohnhaus mit allerlei Ge­schossen bewarfen und bereits den Pförtner durch einen Steinwurf verletzt hatten. Der Polizei gelang cs schließlich, zu dem Wohn­hause vorzudringen und den Besitzer imb seine Gattin in Sicherheit zu bringen.

Anivcrfltäls-Aachrichlen.

D i e Göttinger S t u b e n t e n f ch a s t befaßte sich in ihrer ersten Sitzung nach den Osterferien mit der Eingabe der G ö t t i n g e r P r 0 f e s f 0 r e n an das Kultusministerium. Ver­schiedene Anträge, die darauf ausgingen, den Professoren die Sympathien der Studentenschaft in Form einer Resolution nun Ausdruck zu dringen und die akademische Behörde durch einen Fackelzug mit auschließeitdem Kommers zu ehren wurden abge­lehnt mit Rücksicht aus beit ausdrücklichen W u n s ch von Professor tt 11 5 Senat. Unter den Glückwünschen befnnb sich mich ein Telegramm der Charlottenburger S t n deu­te n s ch a f t, in welchem diese die Götttinger Kommilitonenzu dem ihnen beschiedeneu idealen Verhältnis zu ihrer Hochschulbehörbe auf dem Boden unzerstörbarer Einmütigkeit und heitersten Vertrauens" beglückwünscht und die Hoffnung ausdrückt, baß ihnen die traurigen Erfahrungen der Eharlottenburger Stubeitteujchast erspart bleiben,

bass ihr inniges Einvernehmen mit ihrer Hochfchulbebörbe niemak- durch den unheilvollen Etnfluß eines MinisterialkommissarS zerrissen werden und baß sie in ihrem herzlichen Betrauen nie eine so schwere Enttäuschung erfahren mögen." Ter Schluß des Telegramm- lautet:

»Daß die in ihrer akademischen Freiheit bedrängte Chor- kottenluirger Studentenschaft ausharren wirb in ihrem Kampfe, baut hilft ihr die zuversichtliche Hofsnuna, daß nach dem Vorbild- lichen Beispiel des Göttinger Senats überall zum Bewußtsein kommen möge, daß Professoren ttnb Studenten eine innig« Gemeinschaft bildert, eine civitas academica, welche gewillt ist, das Einsehen der bettHehcn Hochschulen tn aeternum zu erhalten, auch gegenüber dem vrettßischen Ktrltusntinisterium."

Ter Göttinger Ausschuß hat nachträglich telegraphisch seinen Dank ausgesprochen.

^andrvirlsAast.

- Landwirtschaftliche Kinderarbeit. In der letzten Sitzung des landwtrtschaftlichen KreiSauSschuffes von 11 nte rfranf en wurde beschlossen, in Sachen der landwirt­schaftlichen Kinderarbeit folgendes Gutachten der KretSregierung zu unterbreiten:

Tie Lobnbeschäftigimg von Kindern in der Landwirtschaft ist ttach ihrem Umfang wie im allgemeinen attch ttach der Natttr der in Betracht kommenden Arbeiten nicht derart, daß ein genügender Anlaß bestünde, diese Lohnbeschaftigung durch gesetzliche Maß­nahmen und prinzipiell ztt verbieten. Wenn auch Kinder un- bebenklich insbesonbere ohne Gefahr für die Gesundheit und günstige körperliche Weiterentwicklung nur für leichte und ein­fache Arbeiten verwendet werden können, so sind diese Arbeiten in der Landwirtschaft doch so mannigfache und zahlreiche, daß ein völliges Verbot der Lohnbeschäftigttng von Kindern bet dem durch die Landsittcht ohttehin bestehenden Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften eine imttterhin beträchtliche Schädig uttg der Landwirtschaft zur Folge haben würde. Doch wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn einzelne Arbeiten, welche die Kinbeskraft zu sehr in Anspruch nehmen und letcht zu Ueberan- strengungen und zu Unfällen führen, insbesondere die unmittel­baren Arbeiten an landwirtschaftlichen Maschinen zu deren Jn- betriebsetzttng uttd Bedienttng unter Verbot gestellt ober die tägliche Dauer der Verwendttng von Kittdern zu solchen Arbeiten ent­sprechend eingeschränkt wurde."

Kandel vrb DcrKe! r. Kolüswinschast.

Berliner Börse vom 9. Mai 1905.

(Mitgeteilt von der Battk h'ir Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 28/e Prozent.

Anfang?« u. Schlußkurse.

Oest. Kredit.... 208.30 209.10

Deutsche Bank . . . 236.50 237.62

Tarmstädter Battk . . 141.00 141.10

Bochumer Guß . . . 243.50 243.70

Harpener Bergbau . . 215.00 216.00

Tendenz: fester-

DerRücksluß zurReichsbank hat auch in der ersten Maiwoche angehalten und die Situation ist im allgemeinen als eine günstige &u bezeichnen. Da die noch im Besitz der Rcichs- bank befindlichen Reichsschatzscheine in den allernächsten Wochen fällig werben, so ist eine weitere Reduktion deS Esfektenkontos zu erwarten. Die Depositen haben eine ungewöhnlich starke Abnahme erfahren, auch der Metallbestand, der bereits in der vergangenen Woche um 14,88 Mill. Mk. -urückgegangen ist, hat eine weitere Schwächung um 13,15 Mill, erfahren. Es ist dies der bekannte von uns wiederholt erwähnte Abfluß nach dem Ausland, besonbers nach Frankreich. Immerhin verfügt das Institut gegenwärtig über einen noch um 120 Mill. Mk. größeren Metallvorrat als im vorigen Jahr. Im allgemeinen kann, wie gesagt, der Status der Dank als kräftig bezeichnet werden, wesent­lich kräftiger als in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Akt. - Ges. Chemische Werke R. u. E. Albert, Biebrich a. Rh. In ber Generalversammlung wurde die Verteilung von 18 Proz. gegen 15 Proz. i. V. genehmigt. Die Aussichten des laufenden Geschästsjahres wurden von der Di­rektion biS jetzt als recht zufriedenstellend bezeichnet. ES sei mit Bestimmtheit auf ein gleiches Ergebnis rote im abgelaufenen Jahr zu rechnen. Ausschlaggebend sei daS noch bevorstehende Herbstgeschäft. Wegen der Abschreibungen attgefragt, erklärte bet Vorsitzenbe, baß der Buchwert ber Anlage bereits auf einem Niveau angelangt sei, wo man eS nicht mehr für nötig erachte, in der früheren Höhe Abschreibungen vorz-nnehmen.

Rechnungslegung ber Zech en gesell schäften. Nicht mit Unrecht wirb in einem Berliner Börsenbericht be8 ..Aktionär" eS als sehr bellagenswert bezeichnet, daß die großen Zechengesellschaften die monatliche Rechnungslegung ganz ab- schaffen wollen. Die regierenden Cliquen im Rheinland haben bitrrf) die Fühlung mit den großen Interessengemeinschaften, dem Stahlwerksverbanve und dem Kohlenfpndikat genaue Kenntnis des Geschäftsganges, während die weiteren Kreise künftig drei Monate im Dunkeln gehalten werden. Dieses könne weder im Interesse der Börse, noch deS Publikums liegen, denn dadurch geraten die Gesellschaften noch mehr in die Hand einiger Mag­naten des Rnhrreviers als dies jetzt schon der Fall ist. Die Aktionäre ber großen Zechen sollten barauf bringen, daß bie Reform wieder rückgängig gemacht werde. Da aber die großen Kvhlenmagnaten in den meisten Fällm auch die Großaktionäre sind, so wird es sicherlich gelingen, ihnen entgegenzuarbeiten.

Kerichtslaak.

Magdeburg, 9. Mai. Wegen Streikpostenstehens wurden mehrere Arbeiter verhaftet, die sich in der Nähe der bohkottierten Firma Rövers-Buckau aufhielten. Aus dem Polizeirevier-urbe ihnen eröffnet, daß sie wieder verhaftet würden, sobald sie sich überhaupt in ber Nahe deS Etablisse­ments oder den angrenzenden Straßen sehen ließen. Darauf wurden sie entlassen. Auch die Frau eineS Streikenden war ge­laden. Ihr wurden ähnliche Mitteilungen gemacht.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M..

371% Reioheanleibe . . 101.20 37. do. ... 90.15 37,% Konsole . . . . 101.15 '% do.....90.15

37»% Hessen .... 100.20

3*z, % Oberhessen . . . 99. 4% Oesterr. Goldrenfe . . 10170

9. Mai. Offizielle Schlusskurse.

8°/n Mexikaner . . 34 80

4%% Chinesen . . . . 96 10 Electric. Hob ackert . . . 182.00 Nordd. Lloyd . . . . 121.70

Kreditaktien . . . 208 40

Digkonto-Kommandit. 186 40

DarmstRdter Bank . . . 140.90

4'/8 % Oesterr. Silberrento . 101.25 4% linear. Ooldrente . . 99.75

4°/ Italien. Rente . . ,.

4% Portugieser I . . . 67.30

3°/ lorhigiespn. HI . . 67.10

1 % Unif. Türken . . . 88.20

Pürkenlose......134.40

Dresdener Bank . . Berliner Randelsges Oesterr. Staatubahn . Lombarden . . Gotthardhahn . » . Lanrahötte . « . Bochum . . . .

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 52.20 Harpener . . . .

47»% äussere AreentlnerStaatschatzscbeine . Tendenz: ruhig1, nachbörslich fester.

. 154 20

. 166 90

. 142 90

. 1610

267*00

242.50

. 214 80

. 100.50

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3

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[ Urgroßmutter, Großmutter und Mutter verwenden Werner Breuers Caffe-Smrogat. Die waeftfende Generation bleibe dem Uriheil der Vor­fahren treu t .