Ausgabe 
9.11.1905 Erstes Blatt
 
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KUPFERBER6

herauSgeftellt, daß die ganze Denunziation durchaus g rund- l o 9 war. Der Professor hatte lediglich den Vater des Schülers schriftlich aufgcfordert, die durchaus ungeeignete Aeußerung über - ihn durch eine Mittelsperson zurückzu­nehmen. Von einer Forderung war keine Rede. Die Untersuchung gegen den Professor ist eingestellt worden.

Deutsches Reich«

Berlin, 8, Non. Der König von Spanien besichttgte heute vormittag die Sammlungen des Zeughauses. Um 12 Uh-r sand im Schlosse F-rühstückstafel statt. Um 1 Uhr begaben sich der Kaiser und der König im Automobil nack dem Truppen­übungsplatz Töbcritz. Um 2 Uhr nachmittags hatten sich am Denkmal auf dem 5)asenheidenberge zur Parforcej agd über 200 Herren und 9 Damen versammelt Tie Jagd sog sich bis zum Finkenbergc, wo der Keiler a vue kam und von den Hunden gedeckt wurde. Der- König war einer der ersten beim Hallali. Leutnant Graf Einsiedel vom 1. Gardedragonerregiment hob aus. Ter Kaiser erteilte den Fang und verteilte 201 Brüche an die Teilnehmer an dcr Jagd. Ter Kaiser und der König begaben sich im Automobil nach dem Neuen Palais. Der König nahm dort in den roten Kammern Wohnung. Von 4.30 Uhr ab stattete der König Besuche beim Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Leopold nstv. ab. Im Anschluß 'an die Parforcejagd fand heute abend Tafel statt, bei der der Kdiser dem König von Spanien und der Kaiserin gegenüberfaß. Der Kaiser verlieh dem König die Kette zum Schwarzen Ädlerorden, dem spanischen Minister des Aeußeren Gullon das Großkreuz des roten Adler- ordens. Ter König von Spanien verlieh den Staats­sekretären v. Tirpitz und Frhr. v. Richthofen und dem Minister des Innern v. Bethmann-Hollweg das Großkreuz des Ordens Karls des Tritten, dem Kriegsminister v. Einem das Großkreuz des Militärverdienstordens.

Kassel, 8. Nov. In einer öffentlichen Versammlung der Tabakarbciter und Arbeiterinnen wurde eine Protest­resolution gegen die geplante neue Tabaksteuer ange­nommen. Man wählte eine Kommission, die sich mit allen Jntev- «ssenten hiesiger Gegend in Verbindung setzen und demnächst eine neue Versammlung einberufen soU. Die Handwerks­kammer nahm einen Antrag an, wonach der Reichskanzler um Mitteilung darüber ersucht wird, ob und welche zwingenden Gründe ihn zu einer Anregung, den Fleischvertriebdurch die Stadtverwaltungen in die Hand nehmen zu lassen, veranlaßt hätten. Es dürfte, wie es in der Resolution heißt, j eg l ich er Beweis dafür fehlen, daß die jetzt bestehende Fleischteuerung durch den handwerksmäßigen Vertrieb herv orgerufen worden sei. In der erwähnten Aeußerung des obersten Reichsbeamten liege ohne Zweifel die Ausschaltung der selbständigen Fleischerbettiebe und ihre Ver- Lbschiedung zum Proletariat.

Karlsruhe, 8. Nov. Heute fanden die Wahlen zur ersten Kammer des badischen Landtages statt. Es wurden gewühlt 8 Vertreter des grundherrlichen Adels, 3 Vertreter der Handelskammern, 2 Vertteter des Landwirtschaftsrates, je ein Vertreter der mittleren Städte Badens, der Kbeisausschüpe uni) der Handwerkskammern. Die Städte der Städteordnung sind durch Oberbürgermeister Tr. Winterer in Freiburg und Ober­bürgermeister Beck in Mannheim vertreten. Die Universität Freiburg wählte Hofrat Robert Ruemelin, die Technische Hochschule in Karlsruhe Geh. Hofrat Bunte. Die Wahl der Universität Heidelberg verlief ergebnislos.

M ü n ch e n , 8. Nov. Kammer. Zur Beratung stehen die Wahlgesetzanträge der Adag. Daller (Ztr.1 und Andreae tliberal). Alle Parteien wünschen die Reform des Wahlgesetzes. Das Zentrum hält an der relativen Mehrheit und der gesetzlichen Wahlkreiseinteilung fest. Die Regierung ,fst mft hem ZentrumSantrage einverstanden. Die Liberalen ver­langen vor allem absolute Mehrheit. Die Freie Vereinigung und die Sozialdemokraten halten daran fest, daß an diesen Gegen­sätzen zwischen Zentrum und Liberalen die ganze Reform nicht scheitern dürfe. Die Kammer lehnte, die liberalen Anträge auf Einführung der absoluten Mehrheit in das Landtagswahlgesetz gegen die Stimmen der Liberalen, Bnnernbündler und Sozial­demokraten ab intb beschloß die Einführung der rela­tiven Mehrheit gegen die Stimmen der Bauernbündler und Liberalen .

München, 8. Nov. Im Finanzausschuß der Abgeordneten­kammer, erklärte der Justizminister, daß zur Rechtsprechung als Schöffen und Geschworene auch Arbeiter herangezogen werden sollen. Der Justizminister erklärte sich für die Schöffcn- gerichte.

Ausland.

Paris, 8. Nov. Der Abg. Marttn hat einen Gesetzentwurf eingebracht bete. Einführung der Ehescheidung bei gegen­seitigem Einverständnis. Jedenfalls dürfte aber diese Bestimmung mit verschiedenen Vorbehalten umgeben werden.

W ien, 8. Nov. In der Provinz dauern die Wahlrechts- Demonstrationen fort. In Krakau kam es zu Tu­multen, wobei zwei Polizeibeamte durch Schläge auf den Kvps ziemlich schwer verletzt wurden.___________________

Ans Stadl und Land.

Gießen, 9. November 1905.

In Audienz empfangen wurden gestern von S. K. H. dem Großherzog Oberstleutnant z. D. Mootz, Kommandeur des Landwehrbezirks Friedberg, und Dekan Orth von Nieder-Wöllstadt.

Der neue Gießener Landrichter. S. K. H. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Gustav Brüel zum Landrichter bei dem Land­gericht der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 1. Dezember ernannt. (Herr B. wird der Nachfolger des zum Land­gerichtsdirektor ernannten Herrn Prätorius.)

* Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben dem Kreißdiener bei dem Kreisamt Büdingen, Joseph Seppelt, die Silberne Medaille des LudewigS-OrdenS ver­liehen.

Erledigte Lehrerstellen. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende I. Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Jügesheim. Dem Kreisrat zu Offenbach, sowie dem katholischen Pfarrer und dem Ortsvorstand zu Jügesheiln steht das Prasentationsrecht zu ihr zu. Die Lehrer­stelle an der evangelischen Schule zu ErbeS-BüdeSheim, Kreis Alzey. Mit der Stelle ist Organistendienst verbimden.

Kunstverein. Die Gemälde - Ausstellung bleibt wegen teilweisem Wechsel der Gemälde am Freitag geschloffen. Es gelangen u. a. zwei Koloffalgemälde von E. Daelen- Düffeldorf: ,Prost, Döchterchen*, undEvaS Steile', zur Ausstellung; auch wird die zur Zeit ausgestellte Kollektion H. R a t h-Berlin durch zehn weitere Bilder vervollständigt.

ftf Lich, 7. Nov. Heute mittag wurde die landwirt­schaftliche Winterschule eröffnet. Im Saale des Hotels zum holländischen Hofe" hatte sich ci"e stattliche Zahl geladener (Stifte, die Schüler der neuen Anstalt und deren Väter eingesunden. Provinzialdirektor Geheimerat Tr. B r e i d e r t gab einen kurzen Ueberblick über die Ent­stehungsgeschichte der Schule. Er gab seiner Freude Aus­druck, daß es endlich gelungen sei, die dem Kreise so not­wendige Lehranstalt zu gründen, dankte der Großh. Re­gierung, daß sie den Plan gefördert habe, dem Land- wirtscl^rftlichen Verein und der Kreis Vertretung für

die Bereitstellung der Mittel und der Stadt Lich für ihr bereitwilliges Entgegcntoinmen. Ein Hoch auf den Landesherrn schloß die Ansprache. Im Namen der Stadt begrüßte Beigeordneter Türmer die Versammlung. Er dankte der Regierung dafür, daß man Lich zum Sitze der Anstalt ausersehen habe, versprach jede nur mögliche Unterstützung und wünschte der jungen Anstalt ein kräftiges v-ivat, crcseat, floreat. Der Leiter der landwirtschaftl. Schule, Oekono- mierat Wei tzel, sprach sodann über die Entwicklung der landwirtschaftl. Schulen in Hessen und legte der Versamm­lung Ziele und Wege des Unterrichts dar. Geheimerat Braun aus Darmstadt überbrachte darauf die Glückwünsche der Regierung, die er darin zusamnrenfaßte, daß die An­stalt der Stadt Lich und der Landwirtschaft des ganzen Kreises zum Segen gereichen möge. Im Anschlüsse daran hielten Professor Giseviu s-Gießen, Oekonomierat Schienke, Direktor Dr. v. Peter und der Leiter der Wetzlarer Ackerbauschule Ansprachen. Dann führte Oekono­mierat Weitzel seine zukünttigen Schüler nach den Schub­räumen. Diese liegen im 2. Erschösse des Rathauses. Sie bestehen aus einem hinreichend großen und Hellen Schub- saal und zwei Zimmern, die als Geschäftszimmer des Schulleiters und zur Unterbringung der Bibliothek und der Lehrmittel dienen. Fröhliche Geselligkeit hielt dann die Gesellschaft im Holl. Hofe nach lange beisammen. Dechant Klingelhöffer hielt noch eine Ättisprache, in der er die Wich­tigkeit des Erziehungswertes betonte und die er in ein Hoch auf I. Kgl. Hoheit die Großherzogin ausklingen ließ. Morgen früh wird der Unterricht, der von 16 Schülern aus dem Kreise^ Gießen besucht werden wird, beginnen. Möge er die Früchte zeittqen, die man von ihm erwartet.

§§ Aus dem Ohmtal, 8. Nov. Die Preise für die fetten Schweine haben jetzt eine Höhe erreicht, wie cs seit einem Menschenalter nicht der Fall ge­wesen. Man bezahlt seitens der Händler jetzt 56 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht. Die Metzger auf dem Lande sind abermals mit den F l eis ch p rei se n aufge­schlagen, das Pfund Schweinefleisch kostet jetzt hier 80 Pfg. Das ist für uns ein respektabler Preis, wenn man erwägt, daß auf dem Lande fast alle Spesen, wie Fracht, Zwischen­handel, SchlachthvuS u. a., in Wegfall kommen. Auch das Rindfleisch ist auf 75 Pfg. gestiegen. Eine gleiche Ver­teuerung hat daS Gänsefleisch erfahren. Seither be­zahlten die Händler für daS Pfund 50 bis 55 Pfg., jetzt 70 Pfg.________________________________________________

Zweite Liste

der Spender des neuen Stadttheaters.

Gießen, den 9. November.

Die früher veröffentlichte Liste umfaßte die Namen von 443 Spendern, die folgende zweite setzt die Reihe bis 532 fort. Das Komitee hat sich nicht getäuscht, als es in der Annahme, daß noch Viele gern eine Spende machen würden, vor einigen Wochen eine größere Zahl von Zeichnungs­scheinen versandte, denn eS sind von diesen schon eine große Zahl mit der Zusage von Spenden an das Komitee zurück- gelangt. DaS Komitee möchte aber bei dieser Gelegenheit die Bitte aussprechen, daß alle diejenigen, welche den ihnen zugeschickten Zeichnungsschein noch in Besitz haben, ihn recht bald ausfüllen und an die Adresse deS Schriftführer? sen­den möchten. Es macht nochmals darauf aufmerksam, daß große Beiträge zwar erwünscht sind, daß sich aber Niemand, der nicht in der Lage ist, einen größeren Beitrag zu zeichnen, deshalb ganz von der Zeichnung auszuschließen braucht. Auch kleine Beiträge sind sehr willkommen.

Alker, Dr., Arzt. Altoater, Bautechniker. Ahbach, Bildhauer.

Bar, Gebr., Kaufleute. Benz, Restaurateur. Bernhardt, Schuh- machermeister.

Cäsar, Dr., Apotheker. Christophersen, Jnstallationsaescha'ft. Dittmar, Pros., Oberlehrer.

Egly, Fabrikant.

Faber, Spenglermeister, Stadtverordneter. Forbach, Bäcker­meister. , Frensdorf, Kaufmann. Frensdorf, Pferdehändler. Frey, Val., Bäckerineister. Fuhr, L. Kaufmann.

Goebel, Rnd., Kaufmann. Goldenberg u. Mareus, Groß­handlung. Groß, Maler- und Weißbindermeister.

Haggenmüller, Lehrer. Handrich, Schneidermeister. Haupt, Dr., Sanitätsrat. Hebstreit, Bierverleqer. Heil, Karl, Prokurist. Heil­bronner, Kaufmann. Hellwig, Landgerichtsrat. Herbert, Schuh­machermeister. Hochstätter, M., Kattsmann. Hof-Wenzel, Rentnerin. Holterhoff-Kaußnann. Homberqer, Gustav, Kaufmann.

Jaeob, Hermann, Viehhandlung. Jung, Eisenhandlnng. Jung, Jakob, Prokurist.

Kämmerer, Ludwig, Rentner. Kann, Weinhandlung. Kasver, Wachtmeister. Kinkel, Kaufmann. Kipper, Dr., Arzt. Klein, Dr., Arzt. Kleritz, Frau, Dr., Wtw. Roch, Buchhändler. König, Professor. Kramer, Hauptmann a D. Kröll, L., Eisenhändker. Kullmann, Landgerichtsrat i. P.

Lahr, Phil., Rentner. Leib, Lehrer. Leib, Ludm., Lackirer- meister. Levy, Lehrer. Löber, Wilhelm, Bäckermeister. Loos, Kaufmann, Stadtverordneter. Lotz, Frau Emil, Witwe. Loh, Georg, Kohlenhändler. Loh, Frau Ernst, Witwe.

May, Prokurist. Mittermaier, Professor. Mobl, Wilh., Pro­kurist. Müncheberg, Dr., Privatdozent. Möser, Müller. Müller, Val., Lehrer. Mulch, Lehrer.

Noll, Ed., Bäckermeister.

Pascoe, Direktor. Plank, Gerbermeister. PrätoriuS, Land­gerichtsdirektor.

Ringel u. Walther, Baumaterialienhandlung. Roese, Dr., Oberlehrer i. P. Roth II., Weinhandlung.

Sack, Ed. II., Holzhandlung. Sack, Karl IL, Metzgermeister. Schaumberqer, Kaufmann. Schmidt, Wilh., Mechaniker. Schmidt, Katt, Lehrer. Schmidt, Hermann, Lehrer. Schmincke, Gg., Pro­kurist. Schwan, Carl, Wwe. Schwan, sen., Rentner. Seipp, Wilhelm II., Holzhandlung. Selbst u. Schußler, Eisenhandlnng. Sommerlab, Professor, Oberlehrer. Spitz, Lehrer. Steinhäuser Raufmann. Stückrath, Möbelhändler.

Wallenfels, Frau L., Wwe. Weigel, Schreinermeister. Wiß- mann, Baurat.

Zimmer, Fran Lina, Wwe.

Die neuesten Eisenbahnunfälle.W. T. B." meldet aus Warburg, 8. November, amtlich: Gestern stieß bei Beverungen ein Eilgüterzug auf einen Arbeiter- u g. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Der Material- chaden ift erheblich. Der Unfall soll dadurch entstanden sein, daß der Eilgüterzug das Haltesignal nicht bemerkte. In -L-wine munde wurde auf dein Bahnhofe der Arbeiter Müller von einem Rangierzuge überfahren und so chwer verletzt, daß er bald daraus starb. Der Schnell- jitg 13 von Rheine Osnabrück nach Hannover fuhr inweit der Station Seelze bei dichtem Nebel in eme Schaf- Kerbe, tötete den Schäfer, dessen zwei Hunde und acht c ~co^U ^fiirt wurde der Oberschaffner Julius Witt auf dem Bahngof mit abgefahrenem Kopse aufgefunden. Die näheren Umstände des Vorfalles sind unbekannt.

* Kleine Tageschronik. Eine Hamburger Exportsiry* wurde durch Unters ch la au ng ihres in Barzelona at> lässigen Vertreters namciiS Dillmann um 220 000 Mk. geschädiq- Tillmann ist gebürtig aus Rheinfelden in der Schweiz. Er ist (et dein 18. Oktober flüchtig. Es fehlt jede Spur von ihm. tzft Teifun richtete in I a p a n V e r h e e r u n g e n an, die sich übe- ein weites Gebiet erstrecken. Auf Oshima und den benachbarte-, Inseln wurden zwei Gebäude zetttört. Ein Dampfer ist gescheiter: Verluste an Menschen sind bisher nicht gemeldet morden.

Ärbeitertieivcgurig.

M ü n st e r b. Dieburg, 6. 9iüD. Angesichts der fortgesetzter Steigerung fast: sämtlicher Lebensmittelpreise haben die hiesiger Holzmacher, dem Beispiel in anderen Gemeinden folgend, eine Erhöhung der H olz m a cherl ö hn e vom Gemeind^ rate gefordert. Für Festhol? verlangen dieselben statt 1.40 M!. pro Raummeter fortan 2 Mk., bei Grubenholz statt 1.60 Ms 2.20 Mk. und für Wellen statt 2.80 3 Mk. vro Hundert. Die meindevettretung findet diese F-orderungen als zu hoch, doch hofft man, daß ein Holzmacherstreik vermieden wird. (D. Z.)

Rotterdam, 8. Nov. Der Aus st and der Getreide« messer und Wäger bauert an. Tie Arbeit mit zwei Kvrnelevo» toren wird fortgesetzt. Acht Schisse entladen ohne zu toägai; auf den anderen Schiffen rühr die Arbeit. Etwa 80 Schisst mit Getreide werden in der nächsten Zeit erwartet. Tie Ge» nossenschaft der Getteidehändler ernannte ein Komitee von brä Mitgliedern, um zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu ver» Mitteln. Die Genossenschaft^ der Hafenarbeiter verboten ihren Mitgliedern, Schiffsladungen zu löschen, wenn nicht vorher ein Abwiegen des Getreides ftattgehniben hätte.

Vom Eisenbahner streik in Oesterreich. Die Ser» Handlungen zwischen dem Eisenbahnministerium uud der in Cb» ftruTtion befindlichen Eisenbahnbedicnsteten wurden formell vcr» tagt. Die Lage hat sich verschärft. Zur Zeit sind etto 10 000 Bedien st etc der Staatsbahnen in passiver Rcsiftein. Die Staatseisenbahnverwaltung erließ eine Kundmachung, nach welcher die Eüterau strähnten bei allen Stationen der staats bahn in Böhmen acht Tage eingestellt sind. Auch die Lolo» motivführer aller Bahnen in Böhmen beschlossen, sich bei Passiven Resistenz a n z u schl i e ß e n. Die Vertrauensmänner ber Eisenbahner erhielten Zuschriften von zahlreichen Eisen« bahnbe amten, in denen diese sich bereit erklärten, mit den Arbeitern solidarisch vorzugehen. Die Bewegung wurde I den Stationen Bischofshofen, Land und Salzburg mitgeteitt. In I Innsbruck und Bodenbach haben alle Bahnangestellten I die passive Resistenz begonnen. Auch schloffen fidi der Obstruktion die Arbeiter der Station Aussig und der Staatsbahngeselb I schäft von der Böhmischen Nordbahn ber Bewegung an. Eine Anzahl industrieller Betriebe ift infolge Kvhlenmangels I gezwungen, den Betrieb cinzuschränken oder e in zuftell en, da die Störung des Eisenbahnverkehrs in den Kohlenrevieren empfunden wird. Viele Stationen sind durch massenhafte An« Häufung der Waggons vvllftändig verstopft.

Kcrichtslaat.

Gotha, 8. Nov. In der Ehescheidungs-Ange« legenheit des Prinzen Philipp von Koburg Hot die Prinzessin Luise durch Dr. Zeiß in Jena gegen das am 30. Oktober vom Landgericht in Gotha gefällte Urteil bett, die Zuständigkeit des Landgettchts in Gotha Berufung beim Oberlandesgerichi anmelden lassen. Vertreter der Prinzessin ist Rechtsanwalt Dr^. Hamnming-Jena.

Leipzig, 8. Nov. Am 18. November kommen zlvei Lan­desverratsprozesse vor dem Reichsgettcbt zur Verband» lung. Der eine richtet sich gegen den Studenten Pav- ltowski, der wegen Spionage angeklagt ist, der andere gegen eine Frauensperson, deren Personalien geheim ge­halten werden. Auch die Verhandlungen sind geheim.

Wien, 8. Nov. In dem Betrugsprozesse gegen Otto Taussig, ber angeklagt war, seine Brüder durch'Eintragung eachierter Forderungen in die Bücher der Firma actäustbt i/rrh die Geldbeträge zu eigenen Ztveckcn verwendet zu bähen, 6c iahten sechs Geschworene die Frage aut Betrug, während fccB te verneinten. Hierauf tvurde Taussig freigesprochen.

Kandet und MerKelir. MotKswirjstssafj.

Die Rückflüsse bei der Reichsbank sind bisher keineswegs bedeutend. Es erfolgten weitere kleine Golbausgängc, jedoch ausschließlich nach dein Inland.

DieWarschanerKornnrerz-°Bank und die Warschauer Tiskonlobauk sind an der Berliner Bötte eingeführt, aber cs sind schon seit längerer Zeit keine Notienrngcn mehr zustande gefonv-nen. Die Warschauer Banken leiden ganz besonders unter den kritischen Verhältnissen in Rußland. Die geaenwättigen VernwgenSveeluste mb in Rußland und besonders in Polen ganz enorm. Revolution spielen ist eben nicht nur eilte fthr gefährliche sondern auch eine ehr teure Sache. Daß die russischen Bankwerte unter solchen Verhältnissen zurückgeben müssen ist leicht begreiflich. Bedauerlich ist nur, daß ganz beträchtliche Posten dieser Titres sich in dentschm Dänben befinden.

B a n k a n g l i ed eru n g. Das zwischen der D a r m ft ä b t e t Bank und der Bankfirma Hermann A r n h o I d und Co. in Halle a. b. S. bestehende Kommanbitverhältnis wird infolge frenndschaftlichen Ueberentkommens mit dem persönlich hastenden Gesellschafter, ab 1. Januar 1906 gelöst und die Kommanbite m eine Filiale ber Darmstädter Bank umgeroanbelt werben.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Freitag den 10. November, nachmittags 5l/,U6v, im Konfir­ntandensaale ber Lnkasgenteinbe, Liebigstraße 56: Pettamntlnng der konfirmierten Mädchen. Pfarrer E n l e r.

Israelitische Religionsgesellschaft,

ftotfesbienfl.

Sabbathfeier am 11. November 1905:

Freitag abend 4.20 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.35 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 4.30 Uhr.

Israelitische Religionsgemeindc.

Holtesdtenll in der Synagoge (Südankage).

Samstag, den 11. November 1905.

Vorabend 4.30 Uhr.

Morgens 9.00 Nhr. Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.35 Uhr.

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Kupferberg Gold" (Mainz) zeichnet sich durch seine hervor» ragenden Eigenschaften, vorzüg» lichen Geschmack, leichte Art und grohe Bekömmlichkeit aus, und muh deshalb unter den ver> schiedenen5ectmarken als unübertroffen angesehen werden.

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