und TbegtelT anch der „Me Herreir-Verefn" fern Möalichstes getan habe. Nunmehr erst habe er die Forderung überbracht. T« Zeugen zu der Sacke nicyt aeladen waren, wurde hiermit die Beweisaufnahme geickilossen. Refermdar Kessinger beantragte ange^'ts des Geständnisses bor Angeklagten ihre Verurteilung im Sinne d"s Erösfmmgsb^sckstffses. Ter Verteidiger, Reckts- anwaft L i u d e ck, bat, aus zwei Gründen auf eine möglichst müde Strafe .zu erkennen. Vinmas hätten alle drei Angeklagten narb den bei ihnen geltenden Anschauungen gebend"lt und sveziell Elsasstr alles vorher im Int-relst ein^r friedlichen Beis-'gung des^ Streites wrsuckt, was ffa freilich n-ach d"n bekannten Reicks- geric'tsentitbeidungen nicht straflos macke. Z"m anderen sei die ,ag"blatt"--N^d-'k^nn in ibr-r Kritik mit der Bezeichnung „Roheit und Unanständigkeit" zu weit gegangen.
Tie Angeklagten erklären, sie nichts zu ihrer Verteidigung anzuführen batten. Tarauf verkündete nach ganz kurzer Ber^tima H: Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Frhr. v. Stockhorner, folgendes
Urteil:
Das Bericht hat für Reckt erkannt: van Kees imb. et* T i eh sind ie eines Vergebens gegen § 3?1 Str.-G.-B. schuldig und werdni Mher zu je fünf Tagen Festunas^aft verurteilt. Elsässer tfl ein«»? Vergehens gegen 8 203 Str.-G.-B. überführt und wird d°shalb zu zwei Tagen'Festungsbaft verurteilt. Ten Ana-'klagwu fallen fern-'r die Kasten des Verfallens zur Lasi. Tas Geständnis aller drei Anaeklagten hat eraeben. daß Elsässer von van Kees und Tietrick mit der Ueber- brww'ng einer schweren Säb"lfordernng an die Redakteure Tnkner und Straub des ...Keidelb. Tagebs." bea'cktraat wurde. Es liegt also zweifellos eine Forderung aus tödliche Waffen bt"*. Festzn stellen ist. daß di"se He^^"s?^rderi'N--s abgelehnt w"rde und daß van da ab keine weiteren Schg-i^e zur Austragung diestr Ann-iegenheit m^br erfolgten. Das Strafmaß ist 1 Tag bis 6 Monate. Elsässer hat nickt erreickt. d^ß die Forderung unterblieb, und samit w^r auck er zu bestralm. Für sein Vorgehen kommt § 203 in Betracht. Bei der Strafabmessnng hat das Geriet berücksickt'at, daß in den Z^'tunasa'-likeln des . Keidelb. Tagebl." zwei Ausdrücke Vorkommen, die in der Tat von den Angeklagten weniger ass Rüge, sondern als eine Beleidigung aufgefaßt, werden konnten. Tiefe Ausdrücke sind: „Roheit und Unanständigkllt", und wenn man besonders berücksichtigt, gegen wen sie sich richteten, so waren sie entschieden beleidigender Natur.
Tie Presse, die allerdings die Aufgabe hat. D im g e z u r ü g e n, die, wie der vorliegende Fass, ein Einschreiten, der Polizei erforderten, darf dies jedoch nicht in einer Weise tun. daß der Emdmick der Beleidigung hervorgerufen wird, sondern sie muß ihre Kritik in den richtigen Formen halten. Es hätte sich also gebärt, daß das Vubsikum in der Zeitung zunächst einigermaßen darüber aufgeklärt wurde, was denn eigentlich im Tbmt"r geschehen sei und was die Bezeichnung „roh und unanständig" tterdrene. Tas große Publikum dachte sich infolge des Ausbleibens von Mitteilungen hieriiber ganz etwas Schlimmes und somit geht aus dem Artikel die Absicht der Beleidigung hervor..(??) Und diese Msicht wird verstärkt burcfi die Anmerkung in dem späteren Artikel: „Es waren wieder Schwaben!" Tie Angeklagten mußten nach vielfach herrschenden Anschauungen unter diesen Umständen zu ihrer Keransfor- derung zum Zweikampf kommen. Tem Gericht erscheint jedoch dargetan, daß ihre Absicht zunäcyit dabin gegangen ist. das TueN durch eine gütliche Beilegung der Differenzen zu verhindern. In diesem Sinne ist auch der Brief der „Alten Herren" aufzufassen, dessen Abdruck wohl erfolgte, worauf die beleidigenden Aeußer- ungen jedoch ihren Fortgang nahmen. Deshalb ist das Urteil dahin ergangen, daß die Angeklagten wobs zu bestrafen waren, aber n-ur nach Tagen. Und da lvar Elsässer noch milder zu betrachten, weil er sich die größte Mühe zur gütlichen Beilegung der Sacke gegeben hat. Somit erschien dem Gerichtshof die verhängte Strafe eutsprech-end."
Tas Urteil wurde von dem Nr cktakademischeu Publikum mit unverhohlener Mißstimmung auf- aenommm. während die anwesenden Studmten ihren verurteilten Kommill'tonen vor d»m G-ri^sst-st eine Ovation dorbrackten.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 9. März 1905.
• • II. KK. HH. der Großherzog und die Groß- ch erzog in sind, wie „W. T. W." aus Petersburg meldet, dort nm Mittwoch aus Moskau eingetroffen und begaben sich nach Zarskoje-Selo.
* * Personalien. In den Ruhestand wurde versetzt der Gefangenaufseher am Provinzialarresthaus in Mainz, Reinhard, auf sein Nachsuchen, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.
* • Geh. Oberschutrat Nodnagel kommt heute hierher zur Abhaltung der Prüfungen.
* * Schiller - Ausstellung der Universitätsbibliothek. Wie früher bereits erwähnt wurde, beabsichtigt die Universitätsbibliothek zur Feier der hundertjährigen Wiederkehr des Todestages Schillers eine Ausstellung von Druckwerken, Handschriften, Briefen und sonstigen Erinnerungsgegenständen zu veranstalten, die sich auf Schiller und die klassische Periode der deutschen Literatur beziehen. Die Verwaltung der Bibliothek würde äußerst dankbar dafür sein, wenn ihr Gegenstände, die sich für die Ausstellung eignen (erste oder seltene Drucke der Werke Schillers, Goethes, Herders, Bilder, Stammbücher, Erinnerungen an die Schillerseier von 1859 u. dgl.) leihweise überlassen würden. In den Glasschränkeu des feuerfesten Ausstellungsraumes sind die Gegenstände aus das sicherste untergebracht. Verschiedene wertvolle Ausstellungsgegenstände sind bereits von privater Seite in Aussicht gestellt worden.
* * Besitzwechsel. Der Besitzwechsel des Cafös Skalitzky an Herrn Rath aus Frankfurt ist nunmehr perfekt geworden.
’* Einen Kriminalkommissar wird auch die Provinz Oberhessen in absehbarer Zeit erhalten. Der Etat für 1906 sieht für einen solchen, mit dem Sitz in Gießen, die Mittet vor. Auch die Provinz Rheinhessen wird einen Kriminalkommissar erhalten: seither war nur ein solcher Beamter der Staatsanwaltschaft Darmstadt unterstellt.
** Kunstverein. Wegen zu späten Eintreffens der noch neu auszustellenden Gemälde wird die Ausstellung statt von Freitag erst von Samstag an geöffnet werden.
fc. Homburg v. d. H., 8. März. Ein schrecklicher Nnglücksfall ereignete sich heute früh 5 Uhr 25 auf dem Bahnhof im nahen Friedrichs dorf. Eine aus Marburg gebürtige Frau, die von Usingen kam, sprang von dem Zuge vorzeitig ab. Die Räder des letzten Wagens gingen ihr über d»en Körper, so daß der Unterkörper beinahe vom Oberkörper abgetrennt wurde. Die Unglückliche war sofort tot.
]§f Marburg, 8. März. Mit dem Wegzug der Studenten in die Ferien behagte es auch dem vielgenannten Torpsbären der „Teutonen" nicht mehr in unserer Musenstadt und so folgte er heute willig einem Rufe nach ftzrank'urt in den zoologischen Garten. Wie fein ganzes Leben und Wirken in unserer Stadt, so gestaltete sich auch fein Abschied äußerst würdevoll. Extrablätter, die sein
Scheiden angekündigt hatten, hatten dafür gesorgt, daß Marburgs Straßen und Gaffen mit Menschenmassen dicht besetzt waren und ihm auch das Geleite zum Bahnhof gaben. Gegen zehn Teutonen, die noch hier waren, veranstalteten zunächst den üblichen ulkhaften Umzug, der mit zwei Vorreitern mit den Bärenmhnen und einem Musikkorps eröffnet wurde. Auf einem großen Leiterwagen saßen auf Bierfässern vier Studenten und in ihrer Mitte befand sich der inzwischen etwas größer gewordene „Meister Petz", der dem zahlreichen, ihn anstaunenden Publikum zum Abschied die Zunge herausstreckte. Vorn auf dem Wagen saß auf der Transportkiste ein Wärter aus dem Zoologischen Garten von Frankfurt und das Ganze frönte der Bärenbaldachin. So gings durch die ganze Stadt nach dem Bahnhof, nachdem natürlich die üblichen Ovationen am Bärenbrunnen u. s. w. gebracht waren. Selbstredend war eine enufofe Menschenmenge gefolgt. Hoffentlich sindet der dem Zoologischen Garten geschenkte Studentenbär dort gebührende Beachtung. — Einen einträglichen Fast- nachtsscherz leistete sich gestern ein Student, indem er sich als Konditor verkleidete und frische Fastnachtskrepvel aus den Straßen zum Verkaufe feilbot. Da die Einnahmen zum Besten des Bismarckturm-Fonds bestimmt waren, ließ der Absatz nichts zu wünschen übrig, so doß der eifrige Konditor die schöne Summe von 50.02 Mk. an den Vorsitzenden des Ausschusses für die Errichtung der Bismarcksäule obliefern konnte.
Kleine Mitteilungen aus Kessen und den Nachbarstaaten. Ter Beramann Skabl in Albshausen siel vom Scheuneuaerüst und zog sich so schwere innere Verletzunaen zu, daß er in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. — In Frankfurt a. M. wurde in der Ecke Hasenstraße und Mainzer Landstraße ber 14jährige Schüler Fritz Riebter von einem Automobil überfahre n. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Da? Automobil kam von Maiu;.
tfiirdk und «käntle.
— Der Kaiser über Katholiz ismus und Protestantismus. Zu den Vertretern der vrotestantischen Kirche, die der Einladung des Kaisers zur Einweihung des Berliner Domes gefolgt waren, gehörte auch der Senior Dr. Behrmann aus Hamburg. Er erzählt über ein Gespräch, das er nach dem Festmahle mit dem Kaiser hatte, folgendes: Mgnche Einzelheiten aus den sehr interessanten Mitteilungen des Kaisers entziehen sich selbstverständlieh der Wiedergabe, doch darf ich es als Ueberzeugung des Kaisers verkünden: Nicht irgend welche Organisation ist es, wodurch der Protestantismus den Katholizismus besiegen wird, denn in der Organisation wird die katholische Kirche uns stets überlegen sein. Aber an den Früchten wird man erkennen, wohin der Sieg sich neigt, denn an ihnen erkennen wir, ob Gott mit uns ist oder mit jenen. Und ist Gott mit uns, so siegen wir, wenn auch nicht in Zwanzig oder zweihundert Jahren, vielleicht in fünfhundert Jahren.
Krefeld, 8. März. Nachdem in verschiedenen Schulen ein Versuch mit st a u b b i n d e n d e m O e l e gemacht worden ist und man gute Resultate damit erzielt hcrt. soll jetzt in allen Schulen des Landkreisies Krefeld das Oel angewendet werden. Es hält den auf dem Fußboden liegenden Staub fest, sodasi ein Aufwirbeln nur noch in gan^ geringem Maße stattfindet.
Kerichlssaak.
tv. Limburg, 9. März. (Eigener Dr ahtb eri ckt.) Tie Strafkammer verurteilte gestern den 18jährigen Steinbruckarbeiter Wild. R r a st aus Büdinaen wegen Mordes an seinem Arbeitskollegen Paul H eibel zu 15 Jahren Gefängnis. Ter Verurteilte gestand ein, den Kollegen auf dem Heimwege von hinten mit einem Strick erdrosselt und ihm seinen Wochenlobn abgenommen zu haben. Weil er damals noch nicht 18 Jahre alt war, kam er nur an die iinh THffrf- mt Sckwnraerickt.
Limburg a. d. L., 8. März. Frachtmarkt. Durch- schnittsvreise vro Malter. Roter Weizen 15.30 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 10.90, Gerste 10.30 Mk., Haier 7.65 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Wetzlar, 8. März. Auf dem heutigen Wockenmarkt kostete da? Rnrnd 1 05 imiS 110 E'»r 1 Stück 7 Pfg.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
VoranHsicktlicke Witterung in Hessen für Freitag den 10. März 1905: Zunächst noch trüb und Reaenwetter, später etwas aufheiternd, zunächst milder, später etwas kälter, windig. ____________.Näheres durch die (Siebener Wetterkarte.____________
Die Kanalkommission des preuß. Herrenhauses nahm am Mittwoch die Kanalvorlage unverändert an. Graf Mirbach bringt eine Resolution ein, die Regierung zur Prüfung der Frage aufzufordern, ob nicht im Gebiete des westlichen Kanalnetzes ein Umbau der vorhandenen Bahnen zum elektrischen Schnellbetriebe für den Güter- und Personenverkehr einen besseren Ersatz für die Neuanlage von Wasserstrecken darstelle und falls die Prüfung zu Gunsten des Schnellbetriebes ausfällt, dem Landtage einen Gesetzentwurf vorzulegen betr. eine entsprechende Abänderung des westlichen Kanatnetzes. Minister v. Budde erklärt, über die Einführung des elektrischen Schnellbetriebes auch für Güter habe er bisher nichts gehört. Auf Wunsch des Antragstellers wird über die Resolution nicht abgestimmt. Die Resolution Struckmann betr. die Schaffung von Stich- kanälen von Hannover nach Hildesheim, Peine und Lehrte, sowie die Resolution Mirbach betr. die Herstellung einer genügenden Vorflut vom Gebiete des masurischen Kanals bezw. der masurischer Seen und betr. die Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn werden angenommen.
6>riflinal-Ä)roö1mcfdunflat.
R. B Darmstadt, 9. März. Gestern nachmittag erschoß sich der Berliner Student Acker hausen. Das Motiv ist unbekannt.
R B Darmstadt,9. Mär-?. ImLandtage.erklärte heute Geh. Rat Nodnagel, Dr. Dcwid habe seinerzeit versprochen, daß er seine Behauptungen revozieren werde, sobald die Untersuchung deren .Haltlosigkeit ergebe. Die Untersuchung ist nun völlig zu Gnn st en Sch äd els aus- geqangen, er erwarte demnach, daß Dr. David sein Wort halten werde. M>g. Dr. B n f s stimmt dem bei. Er bedauert die Vergeudung erheblich besser verwendbarer Zeit. Mg. Reinhart führt au§, daß die Aibgeordneten ihre Immunität besser schätzen müßten als Dr. David, der in der Diskreditier'!' i eines auoesehenen Mcmnes unvorsichtig ge wesen sei. Nach den rlegungen der Regierung hätte Dr. David zu der Ueberzc..gung kommen müssen, daß er ge
täuscht worden sei. Dr. David erklärt, seine Hinteri- männer seien ja nunmehr bekannt, man möge sich an sie' halten. (!) Dr. Schmitt legt Dr. David ebenfalls nahe, seine Behauptungen zu widerrufen. Es gehe nicht an, daß er sich jetzt hinter seine Hintermänner verstecke. Er habe die Immunität des Abgeordneten mißbraucht. —! Abg. Noack teilt mit, daß er vor ein bis li/2 Jahren dem' Staatsminister und darauf dem Geheimen Rat Nodnagel Mitteilung von den Vorgängen gemacht habe. Darauf fei aber nichts erfolgt. Gegen diese Behauptung wendet sich Ministerialrat E i s e n h u t, indem er bemerkt, daß auf jenes! gefälschte anontme Schriftstück, das der Negierung zugegangen sei, diese feine Untersuchung ein geleitet habe. Es sprachen nod) die Abgg. Dr. David, Dr. Buff, Reinhardt und der S t a a t s m i n i st e r. Nach der Erledigung kleinerer Vorlagen vertagte sich das Haus auf morgen früh.
Vom Kriege.
Tokio, 9. März. (Amtlich) Marschall Oyama be« richtet: dieNussen sind in jeder Beziehun g geschlagen. Sie begannen hente, Mittwoch früh, den Ruckzug; die japanische Armee verfolgt sie jetzt eneraisch.
Tokio, 9. März. (Reuter.) Man schätzt hier die 23er* lnste der Japaner in der letzten mehrtägigen Schlacht auf mehr als 50 000 Mann und die Gesamtverluste auf beiden Seiten weit über 100 000 Mann. Die Japaner schneiden, wie man annimmt, die Eisenbahn nördlich von Mukden ab.
w Paris, 9. März. Das „Echo de Paris" erhält aus Petersburg folgende Depesche von beute 2.15 Ubr morgens: Tie eben einaetrosienen Tepescten vom Kriegsschauplatz berichten, daß General Kuropatkin gezwungen worden ist, seine Linie im Zentrum und am rechten Fliigel aufzn- geben, daß er Mukden räume und sich nach Tienling zürn ckziehe. Ein Teil der Armee wird über Fushan retirieren.
T o k i o, 8. März. (Reuter.) K u r o p a t k i n ist offenbar geschlagen. Dte Schlacht war die blutigste des ganzen Krieges.
Petersburg, 9. März. Ein 4. russisches Geschwader in Stärke von 15 großen Kriegsschiffen und 10 Torpedobooten wird Ende Mai fertig sein, um unter Admiral Beklemischew nach dem fernen Osten abzw- dampfen. (?) Dock befürchtet man, daß die unaufhörlichen Streiks in den Schiffswerften wie in den Fabriken die Ferstigstellung der ^Ausrüstungen verzögern können. — Ueberall üb er wiegt die iAnsicht, daß Mukden, ja der ganze Feldzug verloren sei. Denn trotz der ftreng gehandhabten' Zensur sickert zu viel durch, was der Oeffent- lichkeit vorenthalten.'werden sollte. Hier neigt man in wohl informierten! Greifen der Ansicht zu, daß die ganze Schlacht für die russische Armee nicht günstig steht, trotz der Meldungen über Geschützeroberungen und zurückgewounene Positionen.
Petersburg, 9. März. Hier herrscht die leichtsinnigste F a s ch in g s st i mmun g. Die Regierung beabsichtiat, die geringste Bewegung der Arbeiter blutig niederzuschlagen. Der Minister des Jünem zwingt die Fabriken, ihre Betriebe offen zu halten und jeden Arbeits- williaen aufzunehmen ohne Rücksicht, ob dabei der Betrieb' möglich ist oder nicht. Die Wb eiter nützen die Lage zu offenem Widerstande aus, da nirgends Disziplin herrscht. ZahlreicheStu deuten werden relegiert ober in die Armee gesteckt.
*
Breslau, 9. März. Landgerichtsdirektor Dr, Hasse ist aus der Unters u chu na sh a ft entlassen worden. Nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung liegt ein Sittlichkeitsvergehen gar nicht vor und die Mutmaßung besteht, daß sich Hasse bei dem Schuß auf den Erpresser Lächel infolge der voraufgegangenen seelischen Erschütterungen und schweren Bedrängungen im Zustande gestörter Geistestätigkeit befand. Die Untersuchung wird aber fortgeführt und Hasse steht jederzeit zur Verfügung des Untersuchungsrichters.
Hamburg, 9. März. Die Dampfer „Armenia" und „Palatia", die die russische Regierung von der Hamburg-Ainerika-Linie erwarb, verließen den Hafen mit der Bestimmung nach Li bau unter deutscher Flagge.
Marseille, 9. März. Der Aschermittwochsmaskenzug fand ein jähes Ende durch das Scheuwerden der Pferde eines Maskenwagens. Zahlreiche Personen wurden im Gedränge zertreten. Bisher sind 17 Opfer geborgen worden.
RoM, 9. Marz. Der „Pcrtria" zufolge befindet sich.Prinl Max von Sachsen, der Bruder des Königs, im deutschen Institut in Rom. Man glaubt, daß er vom Könige mit einer Missoin an den Papst in der Angelegenheit der Gräfin Montignoso betrairf fet
Maila nd, 9. März. Gestern sind sämtliche bei dem Bau der S i m p l o n b a h n beschäftigten Arbeiter wegen Erhöhung der Arbeitslöhne in den Ausstand getreten.
Washington, 8. März. Erne Abordnung der Vereinigung' aller deutschen Studenten überreichte denk Präsidenten Roosevelt ein Diplom als Ehrenmitglied. Ter Vräsident sprach fernen Tank hierfür aus, betonte den günstigen Einfluß der Studenten^der deutschen Universitäten auf das amerikanische, Leben und! begrüßte den vom deutschen Kaiser angeregten Professorenaustausch! mit besnnd-»rer Freude.
TeiepEionischer Kursbericht.
378°/o Reiohflanleihe «i . 102 00
' do. ... 91.ßO RVtO/0 Konsols .... 101 90 3°/n do.....90.70
V/?o/n Hpro«n .... 100.40 3 V, % ObrrhesRon . . . 99.70 4% Oesterr. Go'drento . 102.4Q^ 4*,% Oosferr. Silberrento 101.45 4% Ungar. GoMronto . . 100 25 40/ haben. Rente . . . 105.60 4,/,% Porhitrieser » . • 68.10 30/ Porhiftiesen. «... 68.00
Frnnkfnr» a. V., 9. März.
30/r, Mexikaner .... 3615 41 V/n Chinesen .... 95.50 Flpctric. SoVnckort . . . 142 60 Nordd Lloyd . . . . 116.00
K reditakfien . . , .214 30
Diskonto-Kommandit, . . 191 90 Darmstädter Bank . . 143 50
Dresdener Bank .... 158 80 Berliner Handelsffes. . . 163 70 Oesterr. Staahbahn . . . 141.80 Lombarden .....17 70
Gotthardbahn ..... 191.25 Laurahütto...... 258.50
Bochum ....... 244.60 Harppner ...... 210.50 StaatsschatEsoheine . . . —
1 % C. Türken
Türkenloso......
4<r,'o Griech. Monopol.-Anl.
4'/,§6 äussere Argentiner
135*60 51.60
45.85
Tendenz: fest
v. 95 pr. aU
Ds/X — Zollfrei! — Muster an Jedermann! —
Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich^


