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Örsted Blatt.
155. Jahrgang
Donnerstag 7.Dezember 1905
Schulftraße 7.
Die heutige Kummer umfatzt 12 Seiten
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Pcuriebe»
Berlin, 6. Dez. Anläßlich des TodeS des Generalstabsarztes Dr. v. Leuthold hat der Kaiser an dessen Zahn folgendes Telegramm gerichtet:
„Tief hat mich Ihre Meldung und schmerzlich betrübt. Welch ein lauterer Charakter ist uns allen entrissen, voller selbstlos auf- opfernder Hingabe in seinem Beruf. Mit ihm schwindet wieder einer der treuen Begleiter meines in Gott ruhenden Großvaters dahin, und ich verliere in ihm einen treuen Freund, den ich aufS innigste verehrt habe. Sem Andenten wird in meinem Hause unvergessen und in Ehren gehalten werden."
In der neuen Garnisonkirche sand heute nachmittag die Trauerfeier für Dr. o. Leuthold statt in Gegenwart des Kaiser- vaareS, Offizieren, Lehrkörpern, Vertretern der Studentenschaft tc.
— Der hessische Justizminister Ewald ist auS Darmstadt hier eingetroffen und im Hotel Kaiserhof abgestiegen.
— Nach Mitteilungen auS informierten Interessentenkreisen werden gegen die Tabakvorlage bis jetzt etwa 17 0 Abgeordnete stimmen.
— Der Reichstag hatte bei der vorigen Etatsberatung eine Resolution angenommen, die im Hinblick auf die damaligen Vorgänge im rheinisch-westsällschen Industriegebiet die Schaffung eines einheitlichenBerggesehes für das ganze deutsche Reichsgebiet verlangte. Der BundeSrat hat
Ausstiche Neuigkeiten.
Ein Petersburger Korrespondent meldet vom Montag, er sei an diesem Tage bei der vom Zaren zu Zarskoje Sselo abgehaltenen Parade des Sfirncnowskr Regiments zugegen gewesen. Ter Zar, der sehr blaß aussah, wurde von dem Großfürsten Nikolaus Stikolajcnnisch begleitet.
Zur Eisenbahntarifreform.
Ans der Denkschrift des preußischen Etieubahnmintsters v. Budde über die deutsche Personentarifreform werden durch die „Tagt. Rundlch.* eine Reihe von Darlegungen mitgeteilt. Es läßt sich nicht behaupten, daß die Abänderung des Tarifwesens sich durch diese Rechtfertigung verlockender ausnimmt Der wesentliche Vorzug ist die Einheitlichkeit. Daß „eiiizelne Tariferhöhungen sich leider nicht vermeiden lassen", wird in der Denkschrift zugegeben. Aber dafür erhöhe sich die Bewegungsfreiheit der Reisenden, sei die 9lb- fertigung vereinfacht. Ein karger Trost 1 Vereinfachungen des Dienstes kommen doch zunächst den Verwaltungen zu Gute, und über Mangel an Bewegungsfreiheit hatte der Reifende mich bisher im allgemeinen nicht zu klagen. Wenigstens fallt die leidige Platzkartengebühr in den v--Zügen fort, aber auf der anderen Seite stehen die festen Zuschläge „bei einer Anzahl von Schnellzüge n". Tas wird schon eine ganz gehörige Anzahl von Zügen werden, die in aller Form die Be- nennimg „Schnellzüge" erhalten und Mehrausgaben herbeiführen. Beibehalten ist erfreulicherweise die beliebte Einrichtung der zusammenstellbaren Fahrscheinhefte — doch auch hier ist eine sehr den,ertliche Preissteigerung vorgesehen: die Sätze des Personenverkehrs sind um kilometrisch bemessene Beträge erhöht! Dafür ist die B e n u h u n q aller Schnellzüge „ohne weiteren Zuschlag" gestattet.
— Der preußische LandeSetsenbahnrat beriet in feiner Sitzung am Dienstag über die Vorlage des Ministers der öffentlichen Arbeiten betreffend die Reform der deutschen Eisenbahn-Personen - und Gepäcktarife. Ten Grundzügen der vorgefchlagenen Reform rourbe von keiner Seite widersprochen. Die Mehrheit der Körperschaften empfahl dabei, wegen Ermäßigung der Fracht für kleinere Gepäckstücke bis 25 Kilogramm mit den übrigen Staatsbahnverwaltungen in er- neute Verhandlungen einzutreten.
von einer bedenklichen Spannung, in der sich erst neuerding» .Ansätze* zu einer Besserung bemerkbar machten. Wenn eS noch einer Nuancierung ins Düstere bedurft hätte, so war sie gegeben durch die Erklärung des Fürsten Bulow, daß trotz deS Dreibundes Deutschland gut daran tue, sich ans seine eigene Kraft zu verlassen. Die Ausführlichkeit, milder die Marokko- frage vom leitenden Staatsmanne erörtert wurde, macht ''erner zur Gewißheit, daß diese Frage von ihrer Gefahr so gut wie nichts eingedüßt hat. Alle im Saale Anwesenden standen unter dem tiefen Eindruck dieser Darlegung. Seit langen Jahren sind so eindringliche Erklärungen im Reichs- laqe nicht abgegeben worden.
■Bjorm und zu den Steuervorlagen sagte, klang zwar noch :ni}l kritisch, von der Erbschgstssteuer abgesehen, aber die Üiz.erung weiß, daß solche geharnischten Erklärmigen und !brbe()olte beim Zentrum nicht bis zum Ende Richtlinie zu Inten pflegen, zumal wenn, was Fritzen energisch forderte, Reichstag endlich Diäten bewilligt werden. Das .^lcressanteste an der übrigens vortrefflichen Rede des rhein. .Zniltrumsmannes waren die Stichworte über die auswärt, folütif, die er dem Reichskanzler gab, um ihn zu einer ii'orrnatioen Rede über die internationale Lage zu oer- •erkiffien. Frankreich, England, Rußland, Japan und schließ- Itd) der Dreibund — über die Stellring Deutschlands zu llinem Mächten wünschte Fritzen Aiiskunft, indem er unter ihn Beifall des HanseS die Politik des Friedens und der ‘Whnung als die im Jntereffe der Völker liegende und !k=t)M(b weiterhin anzustrebende bezeichnete.
Unter gespanntester Aufmerksamkeit ergriff Fürst Bülow in o vorgerückter Stunde daS Wort zu einer bedeutungsvollen •jhe*. Interessant namentlich deswegen, weil Fürst Bülow «iilblehnte, ein allgemeines Expose über die auS- »ertige Politik zu geben, da er sich davon keinen Vor- itil für das Land verspreche. (Hört! Hört!) Diese fast wmgutcn Zwischenrufe wiederholten sich, denn der Kanzler foradS) mit auffallendem Ernst davon, daß die politische 8ckeine durchauS befriedigende und die Er- nmtrung der kaum überwundenen Verstimmung zu Stiüllrchten sei. Er sprach ferner von der tiefen Al>- anggung des engl. Volkes gegen das deutsche-
piTlitilrbp (Tflnrnfrliiui.
Deutschland und England.
Angesichts der gestrigen Ausführungen Bülows über die auswärtige Lage begegnet folgender Briefwechsel besonderem Jntereffe. Sir Thomas Bare lag, dec frühere Vorsitzende der englischen Handelskaminer in Varis, hat an den Präsidenten der Mannhetmer Handelskammer ein Schreiben gerichtet, in welchem eS heißt:
Die zwischen Großbritannien und Deutschland bestehenden Mißverständnisse geben allen Engländern, welche die dauernde Erhaltung von Ruhe und Frieden in Europa wünschen Grund zu ernster Besorgnis. In der 91 bücht, nachznweilen daß die gleiche Empfindung auch in Deutschland weit verbreite ist, bitte ich Sie um eine kurze Mitteilung in dieser Angelegenheit
Ter Präsident der Mannheimer Handelskammer richtete hierauf an Barclay eine Erwiderung, in welcher er den Wunsch des Plenums der Mannheimer Handelskammer ausdrückt, daß es den einflußreichen und auf dos Wohl ihrer Mitmenschen aufrichtig bedachten Männern diesseits und jemals des Kanals gelingen möge, den herzlichen Beziehungen wieder Geltung zu verschaffen, die zum Vorteil beider Länder zwischen England und Deutsch- land bestanden haben. Die Antwort der Mannheimer Handelskammer gipfelt in der Erklärung:
Sollten zeitweise Verstimmungen zwischen beiden Ra liouen bestanden haben oder noch bestehen, so können und müssen solche gegen die großen Kulturaufgaben, die in gern einsamer Geistesarbeit zu erfüll 'n find, bedingungslos zuriick- treten. Der wenn auch scharfe Wettkampf auf den Gebieten der Industrie und des Handels kann sich auf friedlichem Wege vollziehen und wird so dem Fortschritt und der Förderung der Kultur dienen.
Ferner ist nicht unbedeutsam, daß Lord Avebury, der am I. Dezember der Londoner Versammlung des Komitees für die Annäherung zwischen England und Deutschland präsidierte, an demselben Tage dem Kaiser Wilhelm telegraphisch mitteilte, em sehr erfolgreiches und eindrucksvolles Meting sei abgehalten worden, um die Freundlichkeit zwischen dem deutschen und dem englischen Volke zu fördern. Die diesbezüglichen Resolutionen seien mit Enthusiasmus angenommen worden. Der Reichskanzler Fürst Bülow antwortete telegraphisch, er sei vom Kaiser ermächtigt worden, Lord Avebury und allen denen, die seine freundwilligen Gefühle teilen, deS Kaisers aufrichtigen Dank zu übermitteln.
Als Zeichen der Beffecung deS VerhältniffeS zwischen England und Deutschland betrachtet man in Parts eine Meldung, daß zwischen Rouvier, Fürst Radolin und dem englischen Botschafter Bertie demnächst in Paris eine vertrauliche Unterredung stattsinden werde, um der Konferenz von Algeciras einen möglichst glatten Verlauf zu sichern.
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Aus dem Aeichslag.
R. Berkin, 6. Dez.
„Tic Pfosten find, die Zelte aufgeschlagen, und jeder- tnann erwartet sich ein Fest." Ein distinguiertes Publikum In den Dos- und Diplomatenlogen, die Tribünen dicht ge- hin l, aus der Bundcsratseslradt der ,,(£I)or" der Regieren- bctL ein Gewimmel von feierlichen schwarzen Röcken und blisenden Uniformen — kurz, das äußere Bild des großen I&HC3 war hinreichend imponierend Tie Einleitung der Scbintte übernahm Fürst Bülow selbst, nachdem er frisch unh froh nach allen Seiten Grüße ausgetauscht hatte, einen besonders herzlichen mit dem ,,Kolonialprinzen" zu Hohen- lofr. Fürst Bülow erklärte, er werde sich so kur» wie möglich fofifen, aber es wurde eine recht umfangreiche Rede, obwohl sie nur einem einzigen Gegenstand galt: der Reichs- fir an^reform. Tie Sorge der Verb. Regierungen um bo4 Zustand"kommcn dieses den Kern und Siern der Session bildenden Gesetzes ist augenscheinlich sehr groß, denn die Tarlegungcu des Kanzlers liest n darüber keinen Zweifel. Er sprach sachlich und in ernstem Tone, der selbst durch gklegentliche hnmoristiscte B< merkungen hindurchklang. Hin- nn 'jfc auf die .,s chicr unglaubliche" S ch u l d e n l a st des Reiches — „so kann es nicht iveiter gehen!" — aut die finanzielle Bedrängnis der Einzelstao t en — „bei denen tes Reich rote ein armer Reisender anlllopfen muß" — welchsi'lten ab mit historiscktzm Rück- blid'en und Hinweisen auf das Ausland. Das Haus hörte im allgemeinen schweigend zu: als aber Fürst Bülow auf die neuen Steuern zu sprechen kam, wurde es auf der Linken lebhaft. Man war nicht einverslan- dk t mit dem, was er über die Besteuerung des „Genusses" ouesführtc. Tie Begründung der Erbschaftssteuer fand nrieber nicht überall den Beifall der Rechten, wie das Kopf- Mitteln hort bewies. Toa) Fürst Bülow hielt sich nicht mit Bekehrungsversuchen auf, fonbem eilte zum Schluß, brn er höchst originell gestaltete. Er meinte, mit der Ürgk.'nde aufräumen zu muffen, als ob die neuen Steuern bm Herren am Regierungstisch zu bewilligen seien. Tann rfidtre er plötzlich bic Autorität des Schatzsekretärs Frhrn. v. crtcngel in Finanzfragc n gewissermaßen in bengalische kestuchtung, unter schmeichelhafter Inerkennung der ent- [meehenden Bedeutung des — euch heute abwesenden — ibg Richter, dem die Regierung das Schatzsekretariat leibe r nicht mit Aussicht auf Erfolg hätte an bieten dürfen. [Nr-che Heiterkeit.) Schließlich ging Fürst Bülow dazu über, dm gesamten Reichstag zu apostrophieren. „Fügen Sie", ntf der Kanzler mit erhobener Stimme den Volksvertretern ju, ,Lhren Verdiensten eine patriotische Tat hinzu durch -nrahme der Reichsfinanzreform!" Tie Möglichkeit einer -ußl ö su n g des Reichstags im Falle der A b l e h n - nn q der Vorlage deutete Fürst Bülow n i ch t an. Gletchivahl miiibe diese Möglichkeit bei den Gesprächen in den Wandel- ghgen erörtert, wo man allgemein nicht den Eindruck mann, als habe die Rede des Kanzlers eine besonders liess e Wirkung ausgeübt.
Unzweifelhaft einbrucksloS war, was der zweite Redner tkß Tages, Frhr. v. Stengel, in seiner Begründung der kmz.elheiten der Finanzreform auseinandersetzte. Der Schatz- Itfrettär sprach so leise, daß er auf der Tribüne unverständlich Hirt», und von den Abgeordneten gab sich nur ein kleiner kruchteil Mühe, dem Gedankengang des Redners zu folgen, flam hatte das Gefühl, als sei Frhr. v. Stengel durch die Ürbeit gegen die vielen Schwierigkeiten, die sich schon der krrsiländigung der Einzelregierungen über die Finanzreform mlgKgenfleaten, abgespannt. Und dabei soll die Haupt- ilbeiit erst beginnen. Wenn freilich eine Verständigung über h Reform mit dem Reichstag erzielt wird, bann bringt nicht o. Stengel, sondern Fürst Bülow das Kunststück zuwege - mit dem Zentrum.
Die ausschlaggebende Partei stellte als ersten Redner
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Diese Tatsache beweise die Unwahrheit der absurden G.-rüchte über einen Anschlag dieses Großfürsten gegen den Zaren. Kaiser Nikolaus stand unbedeckten .Hauptes bei der eindrucksvollen religiösen Feier, welche der Parade vorausging, und schritt dann die Front mit dem Bischof ab, welcher die Truppen mit geweihtem Wasser besprengte. Tie vom Zaren anfänglich bewiesene Nervosität verließ U) n schnell . Er hielt an die Soldaten mit lauter klarer Stimme eine Ansprache und trank dann auf das Wohl des Regiments. Tie Haltung der Soldaten war vorzüglich.
Ein anderer Petersburger Berichterstatter meldet, daß .Herr F i s ch e l, der Vertreter des Bankl)anses Mendelssohn u. E o. i n B e r l i n , der in der russischen Hauptstadt weilt, Verhandlungen mit der russischen Regierung luegen einer «neuen Anleihe führe. Als Sicherheit für drese neue Anleihe soll das Slaatsmonopol in Dranntlvcin bienen.
Tos neue Preßgesetz befriedigt die Seffent- lichkeit in keiner Weise. Erstens wahrt es die Prävcntiv- Zensur für ftarrifaturen, zweitens hat der Minister deS Innern wie andere Administre.toren das Recht, periodische Blätter zu inhibieren, drittens tvirb der Presse das Recht der Kritik der Tätigkeit von Amtspersonen entzogen. Verband zum Schutze der Preßfreiheit hat daranftfin beschlossen, wie bisher die Preßverordnung zu ignorieren.
Ter Moskauer Agrarkongreß beschloß die Entsendung einer Deputate on an den Z iren mit der Bitte um Einberufung des „Semski Ssobor^". Tas Ssobor soll aus Kaufleuten, Beamten, Geistlichen, Landlvirten, Handwerkern und Kosaken bestehen. Ter Landmangel der Bauern müsse unverzüglich abgestellt werden durch StaatSlände- rcien und Reserveländere'.en und durch Staatsvermittlung bei Berkaus von Land. Tie Staatsverteilung und die Un- antaftbarL’it des Eigentumsrechtes seien tue Grundlagen der Landnutznießung. Ter Vorsitzende, F ü r st S ch o s ch erbat o w redigierte mildernd die Adressean den Zaren, die um Wiederherstellung der Ordnung bittet und um Ersetzung der jetzigen Regierung, die zu schwach sei, um diese Aufgabe zu lösen, durch eine andere, die mit dem Aufruhr ein Ende mache und eine feste Macht schaffe. Tie Kongreßmitglieder traten scharf gegen Witte auf, den sie durch T u r n o w o ersetzt wünschen.
Tem Bureau des Bauecnkongresses gehen fortgesetzt Erklärungen der Dauern zu. Tie Bauern wünschen ihre Einlagen aus den Staats|parkassen zu ziehen, zum Zeichen des Protestes gegen die Repressivmaßnahmen gegen da- Bureau des Bauernkongresies.
Ter Ausstand der Post- und Telegraphenbeamten hält nach wie vor an. Tie Ausständigen sind guten Mutes und überzeugt, ihre Forderungen durchzusetzen. Witte fei für deren Erfüllung Tas einzige Hindernis sei Tumowo. Unterdessen arbeitet die Post in Petersburg so gut eS acht mit Unterstützung von 2000 Freiwilligen aus dem Publikitm. Der Präsident Partenenko und die Mitglieder des Bureaus des Kongresses der Post- und Telegraphenbeamten sind in Moskau verhaftet worden.
In Kiew ist allgemeine Panik. Die revolutionären Elemente, Studenten, Sozialisten und Sozialrevolutionären wurden unter administrativer Leitung der „Schwarzen Hundert niedergemacht. Ueber 1500 Reserven find getö e tt. Alles flieht.
In Woronesch sind durch Brandlegung die Kaserne des Tisziplinarbataillons mit den Offizierswohnungen sowie einige andere Gebaud? zerstört worden. Ein Teil ter Soldaten durchzieht in Unordnung die Straßen; die Zivil- gefangcnen haben sich ergeben. Zwei Soldaten und zwei Strafgefangene wurden getötet. Mehrere Strafgefangene und zwei Wächter wurden verwundet. Das Gefängnisbureau mit den Dokumenten des Gefängnisses ist verbrannt.
Aus H e l s i n g f o r s, der Hauptstadt Frnlands, wird gemeldet: Ter neue Senat beschloß die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, betreffend die neue Landtags wahli orbnung auf der Grundlage des allgemeinen Stimmrechts und (schritte zu unternehmen, um die wahre demokratische Volksrepräsentation durchzuführen. Ferner wird u. a. angekündigt ein Gesetzentwurf über die Kontrolle der Behörden seitens der Volksvertretung, über die Preßfreiheit urrd Über- d Versammlungs- und Vereinsfreiheit.
Gietzener Anzeiger W w General-Anzeiger « SS
Amis- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen WW __ zcigenteil: Hans Beck.


