Ausgabe 
10.8.1905 Erstes Blatt
 
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99.50

äunsere Argentiner . 97.00

4V,°/t

Tendenz: fest.

Bergwerke wesentlich höher Diskonto-Kommandit steifend.

Danksagung

Todes-Anzeige

Gießen, den 10. Äugust 1905.

05295

Dresden A (Gustav-Freytagstr. 21), Wilhelmshaven, Marburg a. d. Lahn, Buen-

Ketiro, Bolivia-Siid-Amerika.

4183

4067)

Uahubokstratze 5L

1

Ungar. Goldrente, Italien. Rente , Portugieser I . Portugiesen, HI Unif. Türken

68.00

68.10

89.30

134.40

55.25

4% 40/P 4% 3°/

1%

3°/0 Mexikaner Chinesen Electric. Schuckort Nordd. Lloyd . . Kreditaldlen . . Diskonto-Kommandil Darnistödter Pank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oestorr. Staatabahn Lombarden . , Gotthardbahn . , Lanrahütte . . Boehm# . . . Harpener . . .

Stnatschatzscheine

. . 264.00

. . 251.40

. . 222 30

. . 100.75

3Va% SVo 8/,°/o 8% «VfO/n

Reichsanleihe do.

Konsole .

do. . .

Hessen

Em Vertreter deS Emir von Afghanistan erklärte, der Emir habe sich über den russisch-japanischen Krieg genau Bericht erstatten lassen. Ein chinesischer Student erklärte, der Krieg habe dieselbe Bedeutung für China wie für Europa die Kriege de§ Mittelalters. Ein japanischer Student wies da­rauf hin, daß Japan in Asien dieselbe Nolle spiele wie in Griechenland die Athener. Ta§ Fest schloß mit verschiedenen Liedern, darunter japanische, spanische, hindostanische, siamesische und koreanische. Ein chinesischer Gesang hatte als Tert die Einnahme von Port Arthur._________ __

. 101.20

. 90.30 . 101.45 . 90.30 . 100.75

. . 68 85 . . 96.65 . . 137 40 . . 133.80 . . 211 30 . . 194 30 . . 146.70 . . 163 20

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Frühkartoffeln ebenfalls ist die so sehr beliebte Paulsens Juli eingetrosfen und wird zu den denk- bar billigsten Preisen abgegeben.

Mache besonders auf ganz prima Qualität aufmerkfam.

J. Weisel

Telephon 235. Sonuenür. 6.

Das Eisenbahnunglück bei Spremberg.

Tie hochofsiziöscNordd. Atlg. Ztg." schreibt: _

Der beklagenswerte EisiA-nl-mmfcll bei Sprembttg rst nach dem Bericht der von dem Minister der öffentl. Arbeiten nach der Unfalll'tttte entsandten Kommissare durch den den Zugmeldc- dicnft in Svreniberg leitenden St atioitsaNist ent en ver­anlaßt. Er ließ unbrgrciflicherweise den Schnellzug 113 von Sprembcra in der Richtung nach Gorlw ab fa hr en, trotz­dem auf der eingleisigen Strecke, also aus demselben Gleise, der R a ck z u q zu Schnell-.ua 112 von Görlitz nach Spremberg in der Anfahrt war. Er handelte damit den .für den Zug­verkehr auf eingleisigen Stteckcn bestehenden einfachsten klarsten Borschriften entgegen.

Bei Beachtung dieser in der Praxis und m allen Landern feit Jahren bewährten Vorschriften ist der Betrieb auf ein­gleisigen Linien nicht minder s i ch e r a l s au fr w ei- gl eisigen. Daher erfolgt auch der Ausbaui eingleisiger m zweigleisige Strecken lediglich zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit stark belasteter Linien. Zu diesen gehört aber die Bahn Kottbus Görlitz nicht, die nur mit 11 berw. 12 fahrplanmäßigen Zugen innerhalb 24 Stunden in beiden Richtungen belegt ist, wozu noch b-i starkem Reiseverkehr je zwei Bedarfsversonenzüge kommen können Diese geringe Zugzahl beweist, daß trau einer lieber« lastnng der Balm, die Veranlassung zur Legung eines zweiten Gleises batte geben können, nicht die Rede sein kann.

Die Klage der Presse über verspätete ungenügende amt­liche Berichterstattung wird von dem Minister der öffent­lichen Arbeiten als berechtigt anerkannt. Die angeordnete Untersuchung wird ergeben, inwieweit die bestehenden Vcrsug- imgen, die ein initiatives Sandeln der zuständigen Beamten und Dienststellen ausdrücklich vorschreiben, nicht ausreichend beachtet

Aus diesem beklagenswerten Unfall, dessen weitere Ver­folgung von der Eisenbahnverwaltnng der Staatsanwaltschaft übergeben ist, allgemeine ungünstige Schlüsse auf die Betriebssicherheit der Staatseisenbahnen zu ziehen, durch die das reisende Publikum beunruhigt werden könnte, liegt k ec ne Veranlassung vor, zumal bekannt ist, daß die preußische Staatscisenbah'ivenvaltung ohne Rücksicht a u f d i e K oste n dauernd bemüht ist, den höchstmöglichen Stand der Betrrebspcher- IjCTt Den tgewaftchen Anstrengungen der beteiligten Dienststellen ist es gelungen, schon am Dienstag nachm. 6,45 Uhr den vollen Betrieb wieher nufzunehmen. , , ,, . ,

Gin Mitarbeiter einer Berliner Zeitung hatte eine Unter­redung mit dem aus Spremberg zurückgekehrten Kommissar des Eisenbahnministeriums, Geheimrat Schneider. Dieser sagte: möglicherweise habe der schuldige Beamte auch einen Mitschuldigen. Die gerichtliche Untersuchung werde hierüber Klarheit schaffen.

Amtlich ist jetzt festgestcUt, daß v i e r z e h n Pe rs o n e n getötet und vier verletzt wurden. Getötet wurden Iusnzrat Rockau-Görlitz und dessen kleiner Sohn, Gpmnasrast; Dr Ritsche-Landshut, dessen Frau und sein sechsjähriger Sohn: Oberamtmann Grünig-Görlitz und dessen Tochter Margarete; Heinrich Pelas Graf von Plauen; Oberst­leutnant a. D. Curtius aus Berlin; die Witwe Gabrielle Di eile -Schönlinde bei Rumburg-Böbmen; Hilfsschaffner No ack-Ströbitz bei Kottbus: Lokomotivführer Weid en - Kottbus: Beizer Walter- Kvttbus und Lokomotivführer Krug-Kottbus.

Ueber das Schicksal der Verletzten wird berichtet: Heizer Fräse aus Kottbus hat eine schwere, durch Verbrühen ver­ursachte Kopfwunde und schwebt in Lebensgefahr; Schaffner Hagen hat leichtere Verletzungen durch Verbrühungen, Pack- meister Schefter Unterleibsguetschungen, Fräulein Hilde­gard Rockau einen Knöchelbruch davongetragen und ist auf Anordnung ihrer Mutter inzwischen nach Berlin überführt 'worden. < . y

Den übrigen Verletzten geht es den Umstanden nach gut.

Fräillcin Margarete Grünig hatte man für Frau Justiz- rat Rockau gehalten. ,

Der Kaiser hat durch den Regierungspräsidenten den Hinterbliebenen der Opfer des Unglücks sowie den Ver- > mundeten telegraphisch sein Beileid ausdrücken lassem________

Kolonialpoft.

Hamburg, 9. Aug. An Bord des Dampfers .Eleonore Wörmann" sind heute neun Reichstagsabgeordnete, nämlich Frhr. v. Richthofen, v. Böhlendorff, Arendt, Hage­mann, Günter, Fries, Semler, Goller und Storz, nach Afrika abgereist zum Studium der Bedürsniffe der Kolonien.

Aus Stadt und Kaud.

Gießen, 10. August.

** Einbruch. Ist der verflossenen Rächt wurde in einem Geschäftshause in der Alicestraße eingebrochen und ein Geldbetrag von 15 Mk. gestohlen. Dringend ver­dächtig ist ein Italiener, welcher in dem betr. Hause stets verkehrte, in letzter Zeit aber arbeitslos war und seit heute verschwunden ist.

Eronberg, 9. Aug. Die Begegnung des Kaisers mit dem König von England findet, wie derCronb. Anz." berichtet, auf Schloß Friedrichshof statt.. Schon vor der Abreise des Prinzen Friedrich Carl von Hetzen nach Schloß Adolsseck vor etwa drei Wochen verlautete, daß nach der Rückkehr der Herrschaften, welche am 14. resp. am 15. August erfolgt, aus dem englischen Königshause Besuch zu erwarten sei. Da nun die griechischen Herrschaften am 19. d. M. ncm) der Heimat zurück^hren, ist es wahrscheinlich, daß König Eduard die Gemächer bezieht und der Kaiser aus Wilhelmshohe hierher kommt. (Trotz dieser so bestimmt lautenden Meldung ist die Nachricht nur mit größter Vorsicht aufzunehmen. D. Red.)

"Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein vom Großh. Kurdirektor m Bad- Nauheim veranstaltetes Wohltätigkeitskonzert, bei dem die russische Vokalkavelle Nadina Slavianski konzertierte, ergab eine Einnahme von 1300 Mk. Dieser Betrag wurde vom Kurdirektor dem Bausands für Errichtung einer russischen Kapelle in Bad- Nauheim überwiesen. In der Gaskronenfabrik Lußmann in Frankfurt a. M. sind bedeutende Unterschlagungen entdeckt worden. Vier Personen wurden verhaftet. Z" der am Sonn­tag, den 13. August stattftndenden Enthüllung des den Kriegern von 1870/71 gewidmeten Denkmals in Viernheim hat der Großherzog von Hessen sein Erscheinen zugesagt.

4l,.% Oesterr. Silberrento . 101.30

- ~ 97.65

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 10. Ang. (Telegr. Orig.-Bericht deS Gieß. Auz."f. Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zum Verkaufe standen: 28 Ochsen, 000 aus Oest­reich, 3 Bullen, 0 aus- Oestreich, 60 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 000 Kälber, 000 Schafe und Hämmel, 000 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht- Ochsen 1. Qualität 7580'litt., 2. Qual 6870 Mk., 3. Qual. 6466Mk.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 6063 Mk.; Kühe 1. Qual. 7072 Mk., 2. Qual. 6466 Mk., 3. Qual. 5052 Mk, 4. Qual. 4749 Mk., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: l.Qual. 8387 Psq., Lebendgewicht 4548 Pf.,

Heute früh 31 /2 Uhr entschlief nach langem, schwerem Herzleiden im Alter von 56 Jahren mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwieger­sohn, Schwager und Onkel

Dr, phil. Edluardl RiolEy

Hauptmann a. D.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste unseres lieben Gatten, Vaters, Bruders, Schwagers.und Onkels

Herrn Wilhelm Schmall III.

und die liebevolle Pfteqe der evangelischen Schwestern, sowie für die aufopfernde Anteilnahme der Altersgenosten 1850/1900 während der langen Dauer der Krankheit, die trostreichen Worte des Herrn PkarrerS Schwabe am Grabe und für die zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank

Die tieftrauerndeu Hinterbliebenen.

Dies zeigen im tiefsten Schmerze an

Charitas Molly, geb. Grieben Minna Molly Karl Molly, stud. phil.

Dr. Hermann ThümmeL

vermischtes.

* Mit dem 'Automobil verunglückte, wie wir bereits gestern kurz meldeten, der Berliner Gynäkologe, Geh. Rat Prof. Dr. Bumm der Leiter der Frauenklinik der Charitö, auf einer Fahrt in der Umgegend Münchens, bei Wolfratshausen. Es liegt heute von dort über den Vorfall folgende Meldung vor: Geh. Rat Bumm fuhr mit ziemlicher Geschwindigkeit den berüchtigten Dorfener Berg herab, wobei er selbst steuerte. Das Automobil überschlug sich und die Insassen, Prof. Bumm. sein Neffe und der Chauffeur, wurden herausgeschleudert. Geh. Rat Dr. Bumm erlitt eine schwere Verletzung am Auge und sonstige Verwundungen am Kopfe. Der rechte Daumen ist gebrochen. Doch ist eine leichte Besserung in seinem Befinden cin- getreten. Er wird nach München gebracht. Am Samstag hatte Prof. Bumm mit seiner Familie Berlin verlassen und sich nach München zu seinem Bruder begeben. Seine Fahrt im Automobil sollte ihn an den Bodensee nach Langenarche führen, wohin die Gattin nebst den Kindern mit der Eisen­bahn abgereist war. Am Bodensee hat sein Schwiegervater, der an der Würzburger Universität lehrende Geh. Rat v. Leube, eine Besitzung, das Schloß Montfort, und hier wollte die Familie bis zum Herbst verweilen. Den Selbst­fahrer, auf dem ihm der Unfall begegnet ist. pflegte der Geheimrat auch in Berlin oft persönlich zu steuern.

* Kleine Tag eschrvnik. Auf den Rehbergen bei Be r- lin hat sich am Mittwoch beim S chieß er erzi er en der dritten Kompagnie des 4. Garderegiments ein Unfall ereignet. Der neun Jahre alte Sohn des Arbeiter Jabn, der mit anderen Kindern etwas abseits auf den Sandhügeln spielte, brach plötzlich mit einem Aufschrei zusammen. Er hatte einen S chu ß in be ide Oberarme erhalten. Die Schüsse hatten sich vorn Exerzierplatz verirrt. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. In einem Hotel in Berlin sind ein Student der Chemie aus Blankenburg am Harz und ein ftmges Mädchen aus Braunschweig aus unglücklicher Liebe gemeinsam in den Tod gegangen. In Köln 'stieß ein in schneller Fahrt befindliches Automobil des Betriebsleiters Peters mit entern Möbelwagen zusammen. Der Chauffeur wurde vom Wagen geschleudert und mußte in das Hospital gebracht werden, wo er in der verstossenen Nacht starb. Die Insassen des Automobils trugen gleichfalls schwere Ver­letzungen davon.

Arbeiterbewegung.

Berlin 9. Aug. In der letzten Generalversammlung des Verbandes der städtischen Arbeiter wurde mit aller Bestimmtheit erklärt, daß ein M a s s e n st r e i k der G a s a r b e i t e r der Stadt Berlin in Aussicht stehe, wenn die Direktion der Gaswerke nicht bald den Achtstundentag, der in einer Reihe deutscher Städte einqesührt ist, bewilligen werde. Die Vorbereitungen dazu seien im vollem Gange.

2. Qual. 7580 Psg., Lebendgewicht 4447 Psg., 3. Qual 0000 Psg., Schlachtgewicht 60-63Psg., Schale: l.Qual. 72-74 2. Qual. 6466 Psg., 3. Qual. 0000 Psg.: Schweine 1. Qual, 7300 Pfg., Lebendgew. 74.50 Psg., 2. Qual. 73 Psg., Lebendgewicht 57.00-00 Pfg., 3. Qual. 6668 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg.' Geschäft mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, ben 11. August 1905: Kühler, zeitweise wolkig, nur geringe Nieder­schläge, noch vereinzelt Gewitter.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Kriqinat-Draülmcldunaen.

Wilhelmshohe, 10. Aug. Der Kaiser ist heräe morgen um 8 Uhr hier eingetroffen.

Köln, 9. Aug. DieKöln. Ztg." stellt gegenüber den aus London verbreiteten Gerüchten über eine Anleihe von 21 Millionen, die Deutschland angeblich Marokko geben will unter Verpfändung von Liegen­schaften, die unter Umständen auch einen politischen Wert haben könnten, fest, daß es sich nicht um eine Anleihe handelt, die Deutschland an Marokko gibt, sondern um ein Privatgeschäft des Sultans mit deutschen Banken. Der Betrag ist nicht 21 Millionen, sondern nur 10 Millionen. Die deutsche Regierung hatte keinen Anlaß, anderen Regierungen gegenüber aus diesem Geschäft deutscher Banken ein Geheimnis zu machen und insbesondere ist die französische Regierung unterrichtet, daß der Sultan für diese 10 Millionen-Anleihe keine politischen Zu­geständnisse gemacht hat, und daß sie von ihm auch nicht verlangt worden sind. Zur Sicherung der Anleihe wurde eine Anzahl dem Sultan gehöriger Grundstücke ver­pfändet. Die ganze Anleihe trägt den Charakter einer vorübergehenden Finanzmaßnahmc, die auf Grund augen­blicklicher Bedürfnisse getroffen wurde. Wenn die Konferenz an die Regelung der marokkanischen Finanzen herantreten wird, wird möglicherweise das endgiltig aufzustellende Fi- nanzprogramm auch die Rückzahlung dieser Anleihe be- sttmmen.

Bochum, 10. Aug. Auf der Straßenbahnstrecke Bochum-Wattenscheidt stieß ein Fahrgast, der mit falschem Gelde bezahlen wollte, dem Schaffner, der ihn zur Rede stellte, mit dem scharf geschliffenen Messer in den Unter­leib und verletzte ihn tätlich. Der Täter wurde verhaftet.

Potsmouth (New Hampshire), 9. Aug. Die heutige Konferenz der Friedensunterhändler währte etwa eine ffaTbc Stunde. Man kam dahin überein, daß das Protokoll französisch und englisch abgefaßt werden solle, und daß diese beiden Sprachen gemeinsam während der ganzen Verhandlung zur Anwendung kommen sollen. Wegen nachträglicher Acnderung seines vorgewie­senen Beglaubigungsschreibens, welches für genügend be­funden wurde, gab Baron Komura eine Erklärung über den Inhalt seines Beglaubigungsschreibens und erbot sich, un­verzüglich nach der amtlichen Abschrift seines Beglaubig­ungsschreibens zu schicken, welche er nicht mitgebracht hätte. Witte versicherte ihm, dies wäre unnötig, das Beglaubig­ungsschreiben könnte morgen beigebracht werden. Die Er- klärungen des Barons Komura über sein Beglaubigungs­schreiben wurden als genügend angesehen. Dieser, kleine Zwischenfall wird vielfach besprochen: aber von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß Baron Komura im Ernst der Meinung war, es würden bei der heutigen Sitzung keine Formalitäten erledigt werden, und daß er deshalb sein Beglaubigungsschreiben für unnötig geholten hätte. Diese Ansicht war erklärlich in ^knbetracht der Formlosigkeit, mit der die Vorverhandlungen ins Werk gesetzt wurden. Die Bevollmächtigten waren so davon überzeugt, daß die beider­seitigen Vollmachten ausreichend sind, daß sie den Aus­tausch der Beglaubigungsschreiben als eine tatsächlich schon vollzogene Formalität ansehen. Einer der Bevollmäch­tigten erklärte später, die Konferenz sei bisher befrie­digend verlaufen.

""Telephonischer ^.cwsbericM.

« , 9. August 1905.