Nr. 135
Samstag 10. Juni 190
Zweites Blatt
155. Jahrgang
.ande
der schwedische Hvs wieder nach
der Regierung em L>cyrewen zu, m meinem iyr oer an r a gesprochen wird, daß sie die Ehre des Landes gerettet bt ferner den Wunsch, daß die gefaßten Beschlüsse deut Vaterla Glück und Segen bringen mögen iM die Hoffnung, daß die Regierung, gestützt auf das einige Volk, im stände sein werde, das Land glücklich aus allen Schwierigkeiten zu führen. Aus allen Gegenden des Landes gehen Dank- und Zustimmungstelegramme bei der Regierung und dem Storthing ein. Die Gemeinde-Verwaltungen beschließen überall Zustimmunysadressen. Eine solche wurde auch von dem Gemeinderat in Christiania beschlossen, worauf sämtliche Anwesende stehend „Gott schirme das Vaterland"
als einer Kompagnie Infanterie bestehenden Feind aus der Stellung auf den Hügeln nördlich von Liauchuichnan b er* trieben hatten, besetzten sie eine Anhöhe östlich von dem vier 2)Men nordöstlich von Chengchengtsu gelegenen Orte Chapengan. Am 7. Juni wiesen die Japaner die russischen Angriffe auf Soupangtai nördlich von Changtu, sowie auf Taotun und Schistiutt zurück.
Damit werden also die obigen ruffischen Meldungen wieder Lügen gestraft.
Der Petersburger Berichterstatter der „Times" meldete Ein Telegramm, welches von der ruffischen Vorpostenkette eingegangen ist, enthält die Nachricht, daß die Japaner Omoso besetzt haben. Omoso beherrscht die Wege von Kirin und Ninguta, nach Wladiwostok und Korea. Es scheint sonach, daß Kirin und Ninguta abgeschnitten sind. Die Japaner können jetzt ohne weiteres Chardin und Wladiwostok gleichzeitig angreifen.
Von den Philippinen.
Der Gouverneur der Philippinen, die bekanntlich sei! dem amerikanisch-spanischen Kriege im Besitze Amerikas sind, teilte dem Kriegssekretär Taft telegraphisch mit, daß die russischen Schiffe der Aufforderung, den Hafen innerhalb 24 Stunden zu verlassen, nicht Folge geleistet haben und daß sie infolgedeffen der Bewachung des Admirals Train unter» stellt worden sind. Dieser tat die erforderlichen Schritte, um die Schiffe zu internieren; dieselben befänden sich gegenwärtig hinter dem Wellenbrecher im Bereiche der Geschütze der amerikanischen Kriegsschiffe „Ohio" und „Monadnock". Train werde die Maschinen der russischen Schiffe gebrauchsunfähig machen und von den Geschützeu die Verschlußstücke entfernen lassen.
Admiral Train meldet aus Manila, daß die ruf fu scheu Schiffe interniert, die Offiziere und Mannschaften derselben gegen die ehrenwortliche Zusage, nicht mehr an dem Kriege teilzunehmen, freigelassen worden mb. —
In Norwegen nimmt die LoStrennirng ihren weiteren ruhigen Verlauf. Die Nnionsflagge wurde am Freitag aus der Festung Akerslms bei Christiavia unter großen Feierlichkeiten gegen die dreifarbrge norwegische Flagge aus- gewechselt. Gegen 10 Uhr waren auf dem FeftungSpklatze gegen 30 000 Menschen versammelt. Vor der Wotznmg des Kommandanten war die Garnison der Stadt mtter dem Kommando des Platzmaiors zur Parade ausgestellt. Die norwegische Garde, welche zur Zeit Fsldübmvgen vorninmtt, wurde in die Stadt konr- mcmdiert. Anwesend waren auch die Mttgitsder des Storthing. Kurz vor 10 Uhr verlas der Kommandant bett Beschluß des Störchin^. Als die Uhr des Festung sturmes den ersten Schlag der zehnten Sttmde schlug, begann die Unionsflagge sich zu senken. Die Truppen präsentierten das Gewehr und die Musik intonierte das Daterlandslied „Norwegens Söhne". Während des Kanonendonners begann die Menge ihr Haupt zu entblößen; dann wurde die neue Flagge gehißt. Die Truppen präsentierten wiederum. Die Musik spielte die Nationalhymne ,Ha wir lieben dieses Land", in die viele mit entblößtem Haupte einstimmten. Die Kanonen donnerten aufs neue. Als die Flagge gehißt war, erschollen laute Hurrarufe. Der Kommandant brachte ein Hoch auf das Vaterland aus, das mit begeisterten Hurrarufen auf* genommen wurde. Die Nationalhymne wurde abermals gesungen und damit war der feierliche Akt beendet.
Auch in verschiedenen anderen norwegischen Städten ging die Auswechselung der Fahne unter großen Feierlichkeiten vor sich. Das Lied „Gott schirme das Vaterland" beantworteten die anwesenden Truppen mit kräftigem Ja. In Osacrsborg sprach der frühere Verteidigungsminister den Wunsch aus, daß die Flagge lange über eine souveränes Volk wehen, möge, und daß sich unter diesem Männer finden möchten, die bereit seien, Leben und Blut für das Vaterland zu opfern. In Horten wurde in Anwesenheit einer großen Menschenmenge auf den Kriegsschiffen imb der Festung die alte Flagge niedergeholt und unter großer Begeisterung die neue gehißt. . _
Das akademische Kollegium m Christians« stellte der Regierung ein Schreiben zu, in welchem ihr der Dank ausgesprochen wird, daß sie die Ehre des Landes gerettet habe.
langen Jahren eine Prinzessin, die alle, repräsentativen Pflichten, die die schwer erkrankte Königin und die ebenfalls durch Krankheit meist verhinderte Kronprinzessin seit langem nicht erfüllen konnten, übernahm und Jugend intb Leben in die stille Königsburg am Mälarsee brachte. Da§ jun^ Prinzenpaar mit seinen beiden kleinen Töchtern ist wahrhaft beliebt, vom KLnig an bis herab zum Bauer, itnb daß diese Beliebtheit auch bei dem streitbaren norwegischen Brudervolk sehr groß ist, das beweist die Aufforderung der norwegischen Volksvertretung an den König OSkar II., einem Prinzen seines Hauses zu gestatten, die Wahl zum norwegischen König annehmen zu dürfen, — denn es ist eben hiermit nur der Prinz Karl gemeint.
Der Herzog von Chartres (ein Bourbone) freilich, so wird in Paris bchauptet, soll Kenntnis davon erhalten haben, daß die provisorische Regierung von Norwegen gesonnen fei, die Krone seinem Schwiegersöhne, dem Prinzen Waldemar von Dänemark, anzubieten.
genommen.
Einzelne schwedische Blätter sprachen die Befürchtung aus, das Ausland könne sich in die Aufhebung der Union durch Norwegen mischen und wünschen, daß Schweden dazu beitragen, daß der norwegische Freistaat von Europa anerkannt wird. Diese Ansicht teilen mehrere Mitglieder des Reichstages. Einige Zeitungen schlagen vor, die Angelegenheit dem Haager Schiedsgericht zu überweisen, um den Unionstreitigkeiten ein Ende zu machen.
Der Kronprinz von Schweden traf am Freitag von Berliner Feierlichkeiten in Stockholm ein. Die Prinzen Gustav Adolf und Eugen begrüßten ihn bereits aus der Station Liljeholmen. Auf dem Bahnhofe der Landeshauptstadt hatten sich zur Begrüßung eingesunden die Prinzen Karl und Wilhelm, die Staatsminister und der Minister des Aeußern. Eine große Volksmenge, welche sich vor dem Bahnhofe und in der Wasastraße angesammelt hatte, begrüßte den Kronprinzen und die anderen Mitglieder des königlichen Hauses mit Hurrarufen. Die Stadt Stockholm ist mit Flaggen geschmückt.
Prinz Karl von Schweden, den der Volkswille der Norweger als den künftigen König ihres Landes bezeichnet, ist der dritte Sohn des greisen Königs Oskar II. Der im Alter nach dem Kronprinzen kommende Sohn des Königs, Prinz Oskar, kann aus doppelten Gründen nicht als Kronprätendent in Frage kommen: Schon durch seine Heirat mit der nicht fürstlichen Hofdame der Königin, Ebba Munch hat er auf seine königlichen Rechte verzichtet und führt seitdem den Titel eines „Prinzen Bernadotte", auch nehmen seine stark ausgeprägten religiösen Interessen ihn vollständig in Anspruch, er sieht in ihnen seme Lebens- ausaabe und ist sogar in Volksversammlungen für sie tätig. Der jüngste, hochbegabte Sohn des Königs, Prmz Eugen, der auä? in Deutschland als Maler rühmlich bekannt ist, bat sein Leben der Kunst geweiht. So kann von den Komgs- söhnen nur Prinz Karl in Frage kommen. Nach seinem Hu- arenregiment im Volke der blaue Prinz genannt, ist Vrin? Karl Soldat mit Leib und Seele. Seme äußere Er- ftbeinuna - er ist noch einen Kopf höher als sem stattlicher Vater der ihn mit Recht den „größten Soldaten fernes Heeres" nennt — verleiht ihm etwas Imponierendes und bei allen repräsentativen Gelegenheiten Sieht seme Gestalt die Aufmerksamkeit auf sich- -ö™■
viel in Anspruch genommener Offizier. Cw untermmmt größere Inspektionsreisen iM Lande und zeig, die Unermüdlichkeit des ‘ echten Soldaten. Erne nicht unerhebliche Schwerhörigkeit legt dem Prinzen indessen m fernem militärischen Dienst manche Schwremgkert.auf,.und wie er diese überwindet, zeugt von einer außerordentlichen Energie und Pflichttreue. Doch nicht allein rm §eere, sondern aucg bei der Bevölkerung erfreut der „blaue Prmz sich em er großen Popularität, die durch seme Vermahlung mit der zweiten Tochter des dänischen Kronprmzenpaares, der jungen anmutigen Prinzessin Jugeborg, noch ^erhoh^wur be. Durch diese Ehe bekam d
Skandinavien.
Die Möglichkeit, daß König Oskar, der bei internationalen Konflikten wiederholt als Schiedsrichter sich betätigte, einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Norwegen geneigt sein könnte, wird allgemein für ausgeschlossen ^halten. Richtig ist jicr, daß im Etat Schwedens in den letzten Jahren die Ausgaben für die Landesverteidigung beträchtlich angewachsen sind. Doch das erklärt sich wohl weniger aus der Voraussicht eines Kvnflikts mit Norwegen. Iw Hinblick auf das Schicksal Finnlands glaubt man in Stockholm vielmehr gegenüber Rußland aufd er Wacht sein zu müssen. Noch im Etat für 1905/06 ist eine beträchtliche Summe für Küstenbefestigungen am Bottnischen Meerbusen an gesetzt. Unter dem militärischen Gesichtspunkt bedeutet die Trennung Norwegens von Schweden zweifellos eine Schwächung des ersteren Staates, denn Schweden ist militärisch leistungsfähiger. Das auf sich selbst gestellte Norwegen hat in Sachen der Landesverteidigung Grund zur Besorgnis. Es muß die Eventualität in Betracht ziehen, daß das seiner Seemachtstellung int Pacific beraubte Rußland sein Augenmerk auf die ihm zunächst gelegene Mstenzone am westlichen Ozean, und das ist eben die norwegische, richtet. Deshalb kann Norwegen aus Gründen der hohen Politik auf die Dauer kaum isoliert bleiben. Die Pflicht der Selbsterhaltung nötigt es, an einen anderen Staat sich anzulehnen. Dieser Staat wird, sofern nicht doch noch eine Verständigung nrit Schweden erfolgt, wahrscheinlich Dänemark sein, dessen verwandtschaftliche Beziehungen zum russischen Hofe für Norwegen eine Art politischer Rückversicherung bedeuten würde. Zwischen Dänemark und Norwegen hat früher fast vier Jahrhunderte hindurch ein Bundesverhältnis bestanden, und die beiden Nationen haben sich ihre gegenseitige Sympathie bis zum heutigen Tage bewahrt. Belangreich im Hinblick auf die Zukunft erscheint auch die Hinneigung der Dänen und Norweger zu Frankreich. Deutschland hat keinen Anlaß, in der skandinavischen Frage Stellung zu nehmen. Politisch ist es nicht interessiert, und die angeblich in Washington verbreitete Ansicht, Deutschland werde früher oder später an die Seite Schwedens treten, entbehrt somit der inneren Berechtigung,
Die Einberufung des schwedischen Reichstages auf den 20. Juni wurde am Freitag in einer Sitzung des Staatsrates zu Stockholm beschlossen, der unter dem VorsitzdesKönigs und in Gegenwart des Kronprinzen abgehalten wurde. Der Präsident des Ministerrates erklärte:
„Durch dieses revolutionäre Vorgehen hat das Storthing nicht nur ohne Mitwirkung des Königs, sondern auch ohne Rücksichtnahme auf Schweden mit eigener Machtvollkonnnen- heit über das Auflösen der Union Beschluß gefaßt, die auf Grund eines gegenseitigen, durch das Gesetz festgelegten Abkommens besteht und ohne Zustimmung der beiden Länder nicht aufgehoben werden kann. Dieser Beschluß des' Storthing ist eine schwere Verletzung der Rechte Schwedens, und es ist unbedingt nötig, daß der Reichstag unverzüglich, zu einer außerordentlichen Tagung einberufen werde, um über die Scyrttte zu beraten, die von feiten Schwedens inbetreff dessen, was sich ereignete, zu ergreifen sind." p .
Die Entlassungsgesuche der Gesandten in Kopenhagen, Rom und Madrid, die geborene Norweger sind, wurden an-
DeS Zaren Dank.
Petersburg, L. Juni. (PeterSb. Telgr.-Ag.) Dee Kaiser telegraphierte an Admiral RoschdjestwenSky:
Von Herzen danke ich Ihnen rmd allen Offizieren deS Ge. chwaders, welche im Kampfe ihre Pflicht ehrenvoll erfüllten, für ihre Aufopferung in Rußlands und meinem Dienste, Nach dem Willen des Höchsten war es Ihnen nicht beschiedeu, daß Ihre Heldentat durch den Erfolg gekrönt wurde, aber auf Ihren unbegrenzten Heldenmut wird das Vaterland immer stolz feilt Ich wünsche Ihnen baldige Genesung und auch, daß Gott Sie alle tröste.
Amerikas Verrnittlerversvche.
Washington, 9. Juni. Dem Vernehmen nach hatte keiner der Besuche, die dem Präsidenten Roosevelt von fiesigen Diplomaten abgestattet wurden, eine besondere Be-' )eutung mir Ausnahme des Besuches des japanische« Gesandten Takahira, bei dem zweifellos von der Audienz Mitteilung gemacht wurde, welche der amerikanische Bot- 'chaster in Petersburg bei dem Zaren gehabt hat. Daß )ie Verhandlungen noch in ihrem Anfangsstadium find, erhellt aus der von zuständiger Seite gemachten Mitteilung, daß Takahira nicht in der Lage war, dem Präsidenten Roosevelt auch nur die leiseste Andeutung zu mache«, unter welchen Bedingungen Japan geneigt sein würde, Frieden zu schließen.
London, 9. Juni. Wie verlautet, hat Japan seine Friedensbedingungen bekannt gegeben. Sie lauten: 25 Milliarden Kriegsentschädigung, Anerkennung des japanischen Protektorats über Korea, Zurückgabe bet Mandschurei an China, Stellung der mandschurischen Eisenbahnen unter internationale Kontrolle, sowie Uebergabe her Insel Sachalin an Japan. (Diese englische Meldung ist ebenso wenig ernst zu nehmen, wie eine frühere ähnlich lautende. D. Red.)
Amerika sieht sich vor.
New-Dork, 9. Juni. Nachdem neuerdings ein auf einem amerikanischen Kriegsschiff als Diener angystellter Japaner dabei ertappt wurde, als er wichtige Telle dcS Schiffes abzeichnete, ist Befehl ergangen, daß in Zukunft .kein Jap aner mehrZutritt zu einem amerika- uischen Kriegsschiff erhalten darf. In dem Besitz bei Verhafteten wurden aLnze Stöße von Aufzeichnungen über amerikanische Kriegsschfffe aufgesunden.
Wie Japans Kriegern Mut gemacht wird.
Petersburg, 9. Juni. Aussagen der von General Mischtschenko eingebrachten japanischen Gefangenen zufolge, haben die japanischen Offiziere Befehl, um jede Schwäche unter den japanischen Soldaten zu verhüten, hinter denselben mit geladenen Revolvern zu marschieren und jeden niedcrzuschießen, der ohne Kommando zurück weicht. Diese Methode werde nicht nur bei Kompagnien, sondern auch bei kleineren Gefechtseinheiten angewendet. Einer der Gefangenen bekundete ferner, daß die Mannschaften zweier Compagnien, welche zwei mal anläßlich der Erstürmung von Port Arthur den Versuch machten, zurückzmveichen, auf Befehl Nogis erschossen roorben seien, nachdem sie vorher vor versammelter Mannschaft vorbei- defiliert waren.
Deutsches Reich.
Döberrtz, 9. Juni. Der Kaiser traf heute früh auf dem Truppenübungsplätze ein, mit ihm das $cfam*e Hauptquartier, die Generalität des Garde-KorpS, Kri^gA- minister v. Einem, die Mitglieder der französischen Mission und die fremdherrlichen Offiziere. Auf die Besichtigung der beiden Garde-Dragoner-Regimenter folgte ein Brigadeexerzieren dieser Regimenter, hierauf ein Exerzieren der verstärkten Garde-Kavallerie-Division unter Heranzteüung non Artillerie. Sodann fand ein Gefecht im Reiter statt, das mit einer großen Attacke der Division endigt«. Gegen
anstirnrnten. T ,
Die gesamte unaarische Preffe verfolgt mit wärmster
Svmvathie die Aktion der Norweger, und drückt dabei die Ansicht aus, daß die dortigen Verhältnisse viel Aehnlichkeit hätten mit der ungarischen Krise.
Der Krieg.
In der Mandschurei
wirds wieder lebendig. General Linewitsch der Zuversichtliche soll die Schlagfertigkeit seines HeereS nicht nur durch Komplettierung der Iststärke, sondern durch Beseitigung der vielfachen Schäden und Mißstände im rufflschen Dienstbetriebe betrieben haben; ob ein bessernder Einfluß aber eingetreten ist, daß die russische Armee nun zu anderen, als den bisherigen Leistungen befähigt ist, das muß die Zeit lehren. Tatsächlich verfügt Rußland noch über eine Armee, welche seit drei Monaten das Vordringen der japanischen Heere in in der Mandschurei aufhielt. Diese Armee ist die letzte Waffe, welche Rußland nach einem Kriege von 15 Monaten in Ostasien verblieb. Sie flößt der dortigen Bevölkerung immer noch Respekt ein und läßt das Ansehen Rußlands bei den Chinesen noch nicht vollkommen sinken, sie ist aber auch z. Z. das letzte Machtmittel.
Auffällig erscheint das lange Zögern der japanischen Armee mit der Fortsetzung der unterbrochenen Operationen, die drei Monate auf der ganzen Heeresfront vollkommen stillstand. Der Grund für die Unterbrechung der großen Unternehmungen lag in der ersten Zeit in der Nottvendigkeit, die durch die Schlacht bei Mukden verursachten Verlrrste an Mannschaften, Munition, Material zu ergänzen, die Gruppen* verbände neu zu ordnen und zu festigen, die rückwärtigen Verbindungen aufzunehmen und zu sichern. Nach Erledigung dieser Arbeiten machte sich der Eintritt der russischen Flotte in die ostasiatischen Meere auch für die Landarmee störend fühlbar. Es wäre ein Leichtsinn gewesen, an ein zweites immer doch zweifelhaftes Unternehmen, an den Angriff ans die verstärkte russische Armee heranzutreten, bevor nicht die Entscheidung im Seekriege gefallen war.
Jetzt aber geht es wieder mit neuer Lebhaftigkeit auf beiden Seiten los. Heute meldet General Linewitsch dem Zaren vom 8. Juni:
Die Japaner griffen am 5. ds. auf der linken Flanke die Vorbut an, wurden aber durch Fen« der vorgeschobenen Dosten aufgehalten. Eine am 5. ds. in das Tal des Tsmho gesandte Abteilung trieb die Vorhut des Feindes zui-ück und besetzte das Dorf S a n t s i a t a y. Eine andere Abteilung ging im Tal des Hunho bis südwestlich Dort Bovho vor. Eine dritte nach Süden geschickte Meilmig trieb die Japaner aus oem Dorfe Manchantchentzi und rückte nach Tvouangow
Aus Tokio aber wird folgendes amtlich gemeldet: Nacl)dem die Japaner am 7. Juni mrrgenS den aus mehr
Grschttat mit tttihuttyne bei Sonntags. T . & A A AA Rotottxmebnid «ad Vettoq be SoShttchE»
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^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Vk w*- 3 ■ L ÖL TI I>L Redaktion, Expedition a. Druckerei Schulst». I.
Whrsßschl COMbölrt* «scheint monatlich einmal. v << | 3 « d' W y Nr V ▼ leL Rr. dl. An-eiger Gtetzad
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.


