Ausgabe 
9.9.1905 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

<ml* ,Jch werd' es mir merken. Und war das mein einziger Fehler?* »Das beschwör' ich*

,Es giebt so 'ne, auch so 'ne, und Domnauer* 4ft eine beliebte ostpreußische Redensart zur Bezeichnung der Leute, die nicht alle werden. Sie hat auch heute noch ihren guten Grund, denn ein richtiges Schildbürgerstückchcn hat sich wieder einmal in Domnau zugetragen. Sieht da am Samstag abend auf dem Gute Gr. Saalau jemand durchs Fenster und gewahrt über Donrnau einen gewaltigen Feuerschein. In Domnau brennt's! erschallt es bald im Gute. Die Feuer­spritze wird bespannt und fort geht's zum Städtchen zur Hütfeleistung. Jedoch kam man nur bis zur Hempelschen Dampfmüble, da gewahrte man eine der ersten Petroleum- glühlicht-Laterncn und fuhr mit der Spritze wieder nach Hause.

Das Leben ohne feste Nahrung. In Lamaria (Finistere) soll es eine 54 jährige Frau geben, die seit ihrem zwölften Lebensjahre keine feste Nahrung genossen hat. Sie heißt Marie Siveno, ist sehr mager, befindet sich aber sehr wohl, arbeitet auf dem Felde, pflegt Kranke und hält Toten­wache. Bis vor vier Jahren lebte sie von Brauselimonade, seitdem aber nur von Wasser.________________________

Kunst und Wissenschaft.

Eine hessische Landesausstellung für Kunst und K n n st g e w e r b e. Man schreibt uns aus Darmstadt: Während man noch im Begriff ist, die Vorbereitungen st'ir die im nächsten Jahr unter dem Protektorat S. K. H. des Grobherzogs von Hessen in Kölu stattsindende Kunstausstellung des Vereins der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein zu treffen, ist auf Anregung unseres kunstsinnigen Landesstirsten soeben auch der Plan gefaßt worden, im Jahre 1907 eine allgemeine Landesausstellung für Kunst und Kunstgewerbc in Darmstadt zu veranstalten. Die Ausstellung soll ein umfaßendes Bild von den hessischen Leistungen auf dem Gebiet der hohen und der angewandten Kunst des Kunst- gewerbes geben. Die zur Ausstellung zugelaffenen Werke der hohen Kunst, der Malerei und Skulptur, sollen herrühren entweder von Künstlern, die in Hessen ansässig sind, oder von solchen, die aus Hessen stammen, aber außerhalb des Landes wohnen. Es sollen aber auch andere Künstler zur Beteiligung eingeladen werden können, rvelche hessische Motive behandeln. Das Gebiet des Kunstgewerbes soll die Kunstindustrie und das Kunstgewerbe umfassen. Als Träger des Unternehmens fint\ vorläufig der Großherzog, der Staat und die Stadt Darmstadt genannt, welche auch die Summen bereitge­stellt haben, die seine Ausführung sichern. In einer am 18. d. M. zusammentretenden Versaniinlung von Kunstinteressenteii etc. wird die Konstituirung der Ausschüsse und die Festsetzung des Ausstellungs- vlanes erfolgen.

Der Kaiser als K ü n st l e r. Der Kaiser hat wieder in eigener Person einen künstlerischen Plan ent­worfen, den er kürzlich mit dem Bildhauer Professor B r ü 1 t durchsprach. Die Skizze sieht eilten figürlichen Schmuck vor, der für die Rampe des Berliner Schlosses bestimmt ist, und zwar nach

der Lustgartensette, also dort, wo sich der Obelisk mit dem Adler befindet. Es sollen dort aus bett Pfeilern der Balustrade vier überlebensgroße Bronzefiguren aufgestellt werden. Sie werden F ü r st e it aus d e m Hause Oranten zum Gegenstand haben, die dem Ende des 16. und vornehmlich des 17. Jahrhunderts an- gehören. Es scheint, daß der Kaiser durch die Errichtung des Coligny-Denkmals (an der Schloßapotheke) auf den Gedanken ge­kommen ist, seinem Ahnherrn von Oranien einen Platz am könig­lichen Schlosse einzuräumen. Vermutlich werden Wilhelm von Oranien (gest. 1584), seine Söhne Moritz (gest. 1625) und Heinrich Friedrich (gest. 1647), sowie dessen Sohn Wilhelm II. (gest. 1650) zur Darstellung gewählt werden. Die Tochter von Heinrich Fried­rich und Schwester Wilhelms IL war Luise Henriette, die Ge­mahlin des Großen Kurfürsten und Mutter des ersten preußischen Königs.________________________________

Landwirtschaft.

Landwirtschaftliche Landes- und Jubilä- umsausstellung in Mainz. Von der großen Bedeutung der vom 15. bis 18. abzuhaltenden landwirtschaftlichen Ausstellung zeugt der Umstand, daß ungefähr 260 Preisrichter für die Durch­führung der Richtarbeit in den verschiedenen Abteilungen, Gruppen und Klassen der Ausstellung vom Hessischen Landwirtschailsrat berufen werden mußten. Die Preisrichter, von denen ein großer Teil von außerhalb des Grobherzogtums Hessen zuberusen werden, kommen aus allen Gegenden Deutschlands her. Die Ausstellungs­leitung wird heute am 9. September ihren Sitz von Darmstadt nach Mainz verlegen und sowohl auf dem linksrheinischen wie auf dem rechtsrheinischen Ausstellungsplatz ein Bureau errichten. Das Hauptausstellungs-Bureau wird in der Stadthcrüe zu Mainz ein­gerichtet werden. Der Landwirtschastsrat hat daher eine Bekannt­machung erlassen daß von heute ab alle Zusendungen an dieses Bureau zu richten sind.

9htf eine seit dem vorigen Jahre bestehendeGesellschaft für Geschichte und Literatur der Landwirtschaft" lenken A. TellesDeutsche Geschichtsblätter" die Aufmerksamkeit der Historiker; auch die Praktiker aber werden von dem Bestehen und den Zielen dieser Gesellschaft nicht ohne Ruhen Notiz nehmen. Die Gesellschaft zählt bisher etwa über 100 Mitglieder, zum über­wiegenden Teil praktische Landwirte und Lehrer an den landivirt- jchnitlichen Schulen. Erster Vorsitzender ist der Direkter des lnnd° wirtschaftlichen Instituts der Universität Leipzig Geh. Hofrat Prof. Kirchner, und Geschäftsführer Rittergutsbesitzer Dr. Max Güntz in Weimar. Die Gesellschaft will außer durch Zeitschrift, auch noch durch Sammlungen für die Aufhellung der Geschichte der Land- wirtschast wirken, das heißt in erster Linie durch die Anlegung einer zentralen Fachbibliothek sowie eines W i r t s ch a f t s - archivs für die deutsche Landwirtschaft. Endlich ist auch an ein landwirtschaftliches Museum gedacht, dessen Anlegung sicherlich ein sehr zeitgemäßes Unternehmen wäre.

Zlniversttäls-Vachrichlen.

7! Der Hallenser Pathologe Unioersitätsprofessor Dr. E. K o h l -- schütter, Stadtverordneter und Führer der Freis. Volkspartei, ist, geb. 1837, in der letzten Nacht in Salzschlirf gestorben.

WchknMlMberW Ser ToSesflie inoersiasuvirW

26. Woche. Vom 25. Juni bis 1. Juli 1905. Einavohnerzohil: angenommen zu 28 000 (infl. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 29,68

nach Abzug von 9 Ortsfremden: 13,00 Voo.

Kinder

Es stai den an: Zusaminen:

Erwachsene:

im

vom

Tuberku5ose bt r

2(2)

1. Lebeasiahr:

2.15. Iaht

Lungen

Tuberkulose des'

2(2)

Gehirns

1

1

Lungcnkatarrh

3(1)

1

1

1(1)

Herzfehler

1

1

Furunkulose

1

1

Gehirnerweichung

1(1)

1(1)

1

Darmeinklemmu» '-g

3 (3)

3(3)

Geschwülsten

2(2)

2(2)

Gehirnschlagfluß Gehrrn-

1

1

entzündung

1

1

Summa:'

16 (9)

12 (8)

1

3(1)

An m.: Die m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der l'etreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.__

Sch iffsnalijUchtrn.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 6. Sept. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschraubeu-Postdamfl ferBremen", Kapitän R. Nierich, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr mittags wohlbehalten in Newyork nngekommen. ____________________

m in der Entwicklung oder

beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blutarm sich mattfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erreg- '»are Erwachsene jeden Alters gebrauchen als Kräftigungs -Mittel mit grossem Erfolg Dt HöllMELs Haematoß®n.

S>ez Appetit etwa cht, die geistigem und kör* perlichen Kra.fte werd en rasch gehoben, das Ge- samt-Nervensyetem ges tärkt.

Man verlange jedoch ausd rücklich das echteDr. Horn* mels Haematogen und lasse sich keine der vielen Nach, ahmnngen aufreden. c /?

_ r Kranke. (Geisteskranke ausge-

f Ä B SOmMerkUr tür schlossen). Behaglich eingerichtete EmSä -... -X.ÄWX n kleine Anstalt (bis 30 Patienten). gSa nälVv ßfWW 0 pa Kühler schattigerPark. Vorzügliche

» Um sorgsame Verpflegung bei H 1® K hLjSJb B engstem Familienanschluss. (Döpen- W W «n! H w Xsw I dance für Minderbemittelte.) Pro­spekte franko.

«egggggggn Dr. IN. Seb nlxe-Kahleyss. Nervenarzt. Senator Ium Hofheim im Taunus.

1UPP=

2 Teller

Mau verlange ausdrücklich MAGGI8 Suppen mit demKreuzstern".

bereitet man in kürzester Zeit und ohne weiteren Zusatz als Wasser

MAGGI' Suppen

Besser als alle anderen!

c*/9

sr

SS

O:

C =

CD

CD O cs

CD o CP

a d cd

er d iro

o S Cf c

CP s

er

«»

re CP s

5

<to

o c s" ce

er ro

V»

CO -o CD rf-

O CD O 03

S er ro

CD rr ro

&

D CD

O- <»>

er

©

-c

Ö CP ro

&

D CD

Ö3 O

D

§

-e_

5

D- 52

& s

3 -

ia>

o n

o CF = ro xto c

Ox D

CD

S' C

2. o

" %

5

«ö

S L x o ro O'

ÖP

§ o DP

S o ÖP

ff

er* o S-H. S*&

ö © s ? O w O P

^3*3< 2 D aco qJ,

D &. & -

; i$a

IS6 er

ro UO 5 DT er d

S 5"

Ö = D Z S

O TT, g-g es r?

JS.CD

B'

CT

CD

S 2

D -

DOS» DA« -: c*

csgCD c 3

o* - er ro er ro

3 D

X CD

ALS

$2 -l- er

n*»

D "-i

D

JS CD o«

S

** s er * ro « C^> -iS--

TM 5 D

cS er ro"

D- G r- er D -'s 2 03 - 03

**

ro 2<-e_ erv£ = ro g'c'

2 «

to o

S3 er

S-

-p S-

to 5.

o tz)

1 <5

CD er n 2 ?

er^ 5

D '

X' 2.'

O

D D

er1

^2 rt- O

e 2

2 cca-

if». e -er

cs <-s D"

es « ro

03 DD' ^1

ro CD

.^CD S & ro ro D"

=

ro" 03 «

ro o"

«*. ,Ä

er «ö ro C .

<5 CD M S '

$2

2 c

O

« CD

S S

O o n cp Uti W

<5'5* D er 3 ro

CD «

ro er = ^3 2*

O ro 03 «o

'S ro CDr* 03 er

3 2 5- O-< s

cd 3 <5

Kro n ro ro

Z'ö ra o

« -ö

0 er ro" CT ro O, ro er cd zZ 7T-

**0^2,

e er ro Os L R*

ro 2 S ro <y r» ro

e ro cz

ro

1» CT c

'S "-

D Ds ro __

CD * *5 D

**

CD O S3» ** ro D 'S'»?»

gf £ o-(~) S*

; D- ro

L O

2. " CD O

5- 5 « 5 o «» ro

ro D? D1^^

Ö9 S O ro ro

D er -u

2 <3 ro W ro ro er

S er ro er D

S* CD

Ä ® S 5*22, e

<T D: O ro 75? <n>

**

H. H

DT ro CD O ro ro kO O' dO ro O1 *

F 5 ?

SV ro rs ro KhIÖ CD ro &

D ^2 ro er ä d er 2

ro Dro o _

o ftMro X c

O o c

S ro-2. ro

= 'S- d =

CM L« D _ = ^5^ O ro^

CD o ro « ro

ro CD er ro

S 2

g-bO.Sco

ro C^? ro o ° 3

ö o ° g o 2 K

- ... W fp «D O-» X5 06

e*- Dr CM cd ro~ 5

T1 ro ro

S< o ro O ro 2 w ro Q O _

-C D D CD O: C

m <5g

ro* D ro)

S" « G

ö E ° 5*

^,0-0- ro CD p. & g S

s S5 S ro 2.

2.- Z-o-"

2 ro L S (5) s 5". 2 = 3 ö' 3 «Ju ro n CD CD ~CD

e ro er D ro 21 ro" 5? o-'S'. 5

«ro ro K ro D 2". 5 a 3 «'S2- _ ro ro m, =

9?'" « S- - D3 ro 5

5°

(Ä n -er

<-v o

5

ö'

M-

«MM

27

Z. =f