Ausgabe 
11.1.1905 Erstes Blatt
 
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Woche sehr

Danksagung

238

innigen Dank

Geschwister Dörr

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen

Die trauernden Hinterbliebenen, Familie Peppier.

zurufen.

Um stille Teilnahme bitten

Gießen, Marburgerstraße 29, den 10. Januar 1905.

Tie Beerdigung findet Donnerstag den 12. d. Mts., mittags 128/* Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unser innigst geliebtes Kind

Er*eist HeisiHcb

nach kurzem, aber schwerem Leiden im zarten Alter von 7 Monaten zu sich ab-

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Wieseck, den 11. Januar 1905,

Die Beerdigung findet Donnerstag den 12. d. Mts, nachmittags 3 Uhr, statt. 23

Verwandten, Freundeir und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Schwager

Km Carl Reineke

gestern morgen 9 Uhr sanft entschlafen ist.

Um stille Teilnahme bitten

Die trauernden Hinterbliebenen.

Ä R!

Telephonischer Kursbericht,

3l/2°/o Reichfianleihe

do.

3%

M/,% Konsole

Tendenz: fester.

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Hessen

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45.40

105.10

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63.40

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. 101.95 . 89.90 . 100.20 . 99.70 . 101.60

ss^r.

30/0

«Wo

Neu*

^uhen die ht auswärtigen Blättern gebrachten Kombina­tionen über einen Wechsel im HofmarschaNamt auf falschen Meldungen.

* Ihre Durchl. Prinzessin Eleonore, die Braut Sr. Kgl. Hoheit unseres Großherzogs, weilte gestern gegen Abend mit ihrer Schwester etwa eine halbe Stunde hier, um Einkäufe zu besorgen. Gegen 727 Uhr fuhren die Damen in ihrem fürstlichen Wagen wieder nach Lich zurück. Heute nachmittag wird auch Se. Kgl. Hoheit der Großherzog um 3.51 Uhr wieder hier eintreffen, um sogleich nach Lich weiter- rufahren. . , , ,

* Der Vorstand der Großh. BetriebSinspek-

, 110 n I schreibt un§:

qu dem Eingesandt in Nr. 155 vom 10. Januar 1905 betr.

D i e 0 b e r h e s s i s ch e n Bahnen" sei nur kurz erwähnt, daß die Büge auf den Oberhesfifchen Linien an den Tagen vor und nach den Feiertagen ausreichend verstärkt waren, und außerdem Sonderzüge verkehrten. Die preußisch-hessische Verwaltung hat sich für die oberhessischen Bahnen als sehr segensreich erwiesen; unter ihrem Regime ist die Anzahl der Züg e etwa um ein Drittel ver­mehrt, eine große Anzahl von Stationen sind erheblich erweitert worden, ferner haben zahlreiche Verbesserungen aller Art stattqefunden. Für die nächsten Jahre stehen roieberum umsanareiche Erweiterungen von S t a t i 0 n s a n l a g e n bevor. Tatsache ist, daß seit 1. April 1897 Millionen für den Aus­bau und die Ausgestaltung der oberhess. Bahnen verwendet worden sind. Wegen der Verwendung des in dem gestrigenEingesandt" erwähnten schmutzigen pp. Personenwagens ist Untersuchung emgeleitet worden. Es wird indessen darauf hingewiesen, daß in die auf beit oberhess. Strecken verkehrenden Zugparks nur gute teil­weise ganz neue Wagen (insbesondere IV Klasse) eingestellt sind.

-8 Vom Dünsberg, 10. Jan. Der Taunusklub Wetzlar veranstaltete am vorigen Sonntag einen Ausflug nach dem Dünsberg. Die Sektion Gießen traf ebenfalls dort ein und dies erste verabredete Zusammentreffen im neuen Jahre brachte bald eine fröhliche Stimmung in die stattliche Schar der Dünsbergsreunde. Nach etwa dreiviertelstündigem Aufenthalt traten die beiden Vereine gemeinsam über Fellings-, Hausen, Burg Gleiberg die Heimreise an. In gewohnter Weise blieb man in Gießen noch ein Stündchen beisammen, bis der Abendzug die Gäste aus Wetzlar ihrer Heimat zufühtte. . .

Langsdorf, 10. Jan. Gestern waren Provmzral- direktor Geheimrat Dr. Breidert und Baurat Diehm hier anwesend, um das Gelände für die hier zu errichtende Sammelwasenmeisterei zu besichtigen.

Grünberg, 9. Jan. Zu der heute abend statt­gehabten Gemeinderatssitzung waren die Gemeinderäte vollzählig erschienen. Nach lebhafter Debatte endete der erste Punkt der Tagesordnung Uebernahme von Obliga­tionen der zu erbauenden Bahnstrecke Lich Grün- berg unter Aufhebung eines früheren Beschlusses mit der Annahme eines Antrages des Gemeinderates Ranft, für 4000 Mark Obligationen zu übernehmen.

Bad-Nauheim, 10. Jan. Das von der Stadt Bad- Nauheim in Auftrag gegebene Projekt der Wettertalbahn ist von der Firma Lenz u. Co. ausgearbeitet worden und am letzten Samstag in Bad-Nauheim eingelangt. Die nicht ganz leichte Aufgabe ist in vorzüglicher Weise gelöst. Obgleich die Gesamtlinie in Länge von 12,5 Kilometer eine sehr gestreckte ist, war es dennoch möglich, sämtliche Bahnhöfe in bester Nähe 'der Orte zu bringen und mit einer guten Verbindung zu versehen. Fremde Gemarkungen werden mit Ausnahme einer kleinen Anschneidung von Nieder-Mörler Gebiet (bei Wiffelsheim) nicht berühtt. Vom Bahnhof Rödgen aus gelangt die Bahn in einer mäßigen Kurve und in bequemer Steigung, allerdings mit Hilfe eines Einschnittes, der stellen­weise 7 Meter tief ist, bis zum Bahnhof Bad-Nauheim.

R. B. Darmstadt, 11. Jan. (Drahtbericht.) S. K. H. der Groß Herzog besuchte gestern das Theater und erteilte heute eine Reihe von Audienzen. Heute mittag 2 Uhr begab er sich mit Sonderzug zu mehrtägigem Aufent­halte nach Schloß Lich.

fc. Ems, 10. Jan. Die Stadtverordneten lehnten das Gesuch der Volksschullehrer um Neuregelung der Besoldung (Erhöhung des Grundgehalts um 300 Mk.) ab.

3*/5% Oberhessen . .

4% Oesterr. Goldrente .

Handkoffer, in welchem Dynamit war und der, nachdem er auf eine leere Baustelle geworfen, mit einer furchtbaren Detonation explodierte, so daß die Fenster in fünfzig Fuß Entfernung zertrümmert wurden. Mehrere Zeugen erklären, das Attentat sei von zwei Personen aus­geführt worden. Der Kutscher ist noch nicht ermittelt; es soll keiner in den Diensten der Pennsylvania-Bahn sein.

* Dresden, 10. Jan. Die WochenschriftDresdener Hausfrau" wurde heute wegen Majestätsbeleidigung konfisziert. Das Blatt enthielt einen Attikel über die Gräfin Montignoso.

*'Kleine TagesHronik. Ein in Eimsbüttel bei Hamburg wohnender Maurer feuerte, als er in belebtester Gegend seine Frau mit einem anderen Arbeiter spazieren gehen sah, vier Revolverschüsse au,beide ab. Der Arbeiter wurde tödlich verletzt. Der Täter wurde verhaftet. In Berlin hat sich der Hofrat Sylvester,^ Leib-Zal^narzt des Kaisers «in seiner Wohnung erschossen. Sylvester stand im 9(lter von 60 Jahren und war längere Zeit krank. Ferner hat in einem Aufalle von Schwermut der 28 jährige Händler Medersky in Berlin seine drei Kinder im Alter von 3, I1/2 und Vi Jahren mit einer Zuckerschnur erhängt und sich dann selbst zu erhängen versucht. In München ging ein starkes Gewitter mit Schneesturm nieder. _ Blitz schlug in das städtische Elektrizitätswerk ein und verursachte eine teilweise Störung. Die Strecke Rückers-Reinerz (Schlesien) ist durch Schneeverwehungen unfahrbar. Die Störung dauert vmwnss'chtttch 48 Stunden.

4% Ungar. Goldrente . . 4°/o Italien. Rente , . . 4ili% Portugiesen » . « 8°/> Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . < Türkenlose......

4°/q Griech. Monopol.-Anl. 41/, % äussere Argentiner

Januar.

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niedrige Preise.

Mittwoch, Donnerstag Freitag lebendfrisch eintreffend la. Cablian la. Schellfisch.

Wieder eingetroffen &11/x la. geräuch. Lachs im Ausschnitt.

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150 000 Frcs. einen Prozeß angestrengt. Tie Sch wie-! gevtochter des Malers Carolus Duran verübte auf dem Boulevard St. Germain einen Selbstrnordversuch, indem sie in ihrem Wagen einen Revolverschuß gegen sicht, abfeuerte. Die Ursache zu dieser Tat soll in Familien- Mistigkeiten liegen. Es heißt, daß der Zustand der iunoetV, Frau hoffnungslos sei.

Wien, 11. Jan. Die klerikale Ugitatton ist hob ei, Lueger als Kandidaten für den Ministerpräsi­denten vorzuschlagen. Wenn der Reichsrat am 26. Jk- nuar zu sa mm en tritt, darf man auf energische Angriffe von; ozialistischer Seite gegen diese Agitation gefaßt sein.

Petersburg, 11. Jan. Gegen die Redner des Rostower Reformamtes rourbe die MajestätS-Bel ei-, digungSklage erhoben. Ein Redner des Reformamtes in Jekaterinoslaw wurde verhaftet. Gegen die Mitglieder des Landwirtschaftsamtes deß taurischen Gouvernements, welche an den Adelsmarschall Muchanow eine Sympathie- Kundgebung gerichtet haben, schwebt Untersuchung.

Washington, 10. Jan. (Reuter.) Die weitere Untersuchung des Anschlages gegen das Denkmal Friedrich des Großen ergab, daß es sich offenbar mn einen dummen Scherz handelt. Die gefundenen Spreng- toffe waren vollständig unfähig, ernsten Schaden anzurichten«

Märkte.

fe. Frankfurt tu M., 10. Jan. Heu- u'n d Stroh- mar kt. Heu kostete heute Mk. 3.20-3.50, Stroh Mk. 2.00 bis Mk. 2.30. Alles per 60 Kilo. Tendenz: fest.

kc. Frankfurt a. 9JL, 11. Jan. lOrig.-Telegr. desGieß. Anz.") Schweinemarkt. Zum Verkauf standen 1369 Schweine. Schweine: 1. Qualität 5960 Pfa., Lebendgewicht 4700 Pig., 2. Qual. 5800 Pfg., Lebendgewicht 46-00 Vfg., 3. Qualität 5254 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft gedrückt, Ueberstand bedeutend.

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Vom Kriege.

London, 11. Jan. TasReuterschie Burecm" meldet ans Tokio vom 10. ds. Mts.: Nach Nachrichten ans glmrbwürdiger Quelle haben die russischen Generale das Vertrauen zu Kuratvatkin verloren. Die Lage bei MukdeN sei e rn st. Die Russen fi'irchten, daß ein Angriff auf die Japan«» unheilvolle Folgen haben und ein weiterer Rückzug die russische Armee demoralisieren würde. Die Mann­schaften seien u-nzufrieden und diese Unzufriedenheit sei am deutlichsten nach dem Gefecht am Sckwho zutage getreten. Uneinigkeit im Osfizierkorps und die lange Untätig­keit untergrüben die Moral. In dem letzten Vorpvsten- gefecht hätten die Ruffen sich auch nicht mehr so tapfer wie früher geschlagen. Tie Belagerungsgeschütze von Port Arthur seien so aufgestellt, daß ihre Geschosse weit in die russischen Linien einschlagen werden.

Port Said, 10. Jan. (Reuter.) Das russische Ge­schwader ist heute vormittag 10 Uhr abgefahren. Die Schiffe waren gestern damit beschäfttgt, etwas Kohlen und kleine Mengen Lebensmittel und Wasser einzunehmen. Ein russischer Zerstörer stieß bei der Einfahrt in den Hafen mit einem Kohlen­kahn Mammen. Letzterer sank. Sonst kam nichts vor.

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'ihinter wollen unter Nr. 08öj au oic Exped. schreiben.

Kcrichlssaal.

st. Gießen, 10. Jan. Die Strafkammer hob heute ein Urteil des Schöffengerichts Ortenberg auf. Das Schöffen­gericht hat den gegen einen Strafbescheid des Steuer­kommissariats Nidda erhobenen Widerspruch des Schafhändlcrs H. H. von Ulmbach, wegerk Llusbleibens des An­geklagten, verworfen, anstatt, wie es bei Einsprüchen gegen. Sttaf- bescheide der Verwaltungsbehörden zu geschehen pflegt, in M- wesenheit des Angeklagten zu verhandeln. H. wurde -u Ober- Seemen mit Kleinvieh Hausierers betroffen, ohne im Besitze eines hessischen Wandergewerbescheins zu sein, was einen Sttafbescheid in Höhe von 15 Mk. nebst Nachzahlung der vorenthaltenen Steuer von 30 Mk. zur Folge hatte. Die Sache wurde zur erneuten Verhandlung an das Gericht erster Instanz zurückverwiesen. Die Berufung des Gewerbeschülers H. D- von Friedberg, der wegen Beschädigung eines Postbriefkastens mit einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen bestraft worden ist, wurde wegen ungenügend entsckTuldigten Ausbleibens des H. verworfen. Weiter wurde die Berufung des Automobilfahrers C. v. O. aus Hamburg zurückgcwiefen. O. fuhr am 10. August v. I. in rasen­dem Tempo mit seinem Automobil durch Butzbach rmb lenkte sein Fahrzeug auf einen Kaufmann, der ihm zurief, langsam zu fahren, sodaß dieser sich nur durch einen Seitensprung vom Ueberfahren retten konnte. Das Scktöffengericht hatte eine Haft- strafc von 14 Tagen als entsprechende Sühne erachtet, die auch das Berufungsgericht bllligte. Der Maurer K. W. von Breungeshain hatte gegen die Ehefrau des Taglöhners H. Z. I. von dort Privatklage wegen Beleidigung erhoben. Gegen das Urteil des Schöffengerichts Schotten, das die Angeklagte frei­sprach, verfolgte der Kläger mit Erfolg Berufung, sodaß die An­geklagte mit 'dhtcr Geldstrafe von 5 Mk. belegt wurde. Dem Kläger wurde nebenbei die Befugnis zngesprochen, das ergangene Urtell nach Rechtskraft <nt der Ortstafel zu Bretmgeshain zu veröffentlichen.

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* Ein Attentat auf das Denkmal Friedrichs des Großen. In Washington nahm ein Unbekannter einen Mietwagen am Pennsylvania-Bahnhof und sagte dem Kutscher, daß er ihn zum Denkmal desalten Fritz" fahre. Dort an­gelangt, befestigte der Unbekannte, ohne daß es der Kutscher sah, eine Bombe mit angezündeter Zündschnur an der Umfriedigung des Denkmals, worauf er davon fuhr, unterwegs aber ausstieg und verschwand. Die Bombe wurde inzwischen von einem Neger ergriffen und fortgeschleudert, | worauf sie explodierte. Das Sprenggeschoß war ein |

Kirchliche Yachrichieu.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 12. Januar, abends 8 Uhr, im Markus- saale, Kirchstraße 9, Bibelstunde. 1. Corinth., Kap. 11. _____________Pfarrer Schwabe.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Vorausfichttiche Witterung tu Hoffen ftir Donnerstag den 12. Januar 1905: Trüb, Regenfälle und Sturm; milder.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Mencste Weldnnaen.

London, 11. Jan. Lord Lansdowne teilte den schotüschen Schiffsbesitzern mit, daß die Gesandtschaft in Rio de Ja­neiro Weisung erhalten habe, über die Mißhandlung der Offiziere eines englischen Schiffes in Para Aufklärung zu verlangen. Ein englischer Dampfer wurde von 30 Leuten bestiegen, die die englischen Offiziere angriffen und als Gefangene an Land brachten. Hierauf wurde das Schiff geplün dert.

Paris, 11. Z^n. Frau Syveton hat gegen die amerikanische Gesellschast, bei der ihr Gatte versichert war, wegen Ocichtausz-ahlung der Bersicherun>gTsumme von