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Erstes Blatt.
155. Jahrgang
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Mittwoch 11. Januar 1905
veLngS-rei-r monatlich 75 PI., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— Vierteljahr!. ausfchl. Vestellg. Annahme von Anzel^eu 'ür die %c rsn'nnurer 's vo-mütaqs J 'ck»r. Zc'envreis: ok-ulSPf^ air^roärtS 'Ä j'j.
" erantworll^ch ffc den poltt und ij.eiu Teil: P. Wttrko;'für „Stadt und Land" und „Gerichtsfaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Erfchetnt tilgNch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden itn Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Zamilien- Plätter Dtermal in der Woche deigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Univer1.-Bucd-u.Stem- bruderet. 9L Lange.
Redaktion, Lrvedltwn und Druckeren
Schulst ratze 7.
Slbrefie für Deveichen: Anzeiger Gießen.
FernsvrechanlcklußNr 51.
3)te öeutige Kummer umfaßt 10 Kelte«.
Bekanntmachung.
Zwecks Vornahme des Znsammenschluffetz der im hiesigen Kreis bestehenden Ortsznchtvereine zu einem Ziegenzuchtverein für den Kreis Gießen haben wir eine Versammlung aus
Dienstag, den 17. Jarinar 1905, nachmittags 4 Uhr, hi den unteren Saal des Gass Ebel dahier ein berufen, zu der alle Interessenten hiermit eingeladen werden.
Gießen, den 7. Januar 1905.
Der Vorstand deS landw. Bezirksvereins Gießen.
I. V: Hechler.
Der neue preußische Etat.
.Im preuß. Abgeordnetenhaus brachte am Dienstag Finanz« Minister Frhr. v. Rhcinbabcn den Staatshaushaltsctat ein. Er behandelte zunächst den Abschluß des Etcrtsjahres 1903 imb be* zeichnete diesen als 5 u ß e r st g ü n st i g , da er mit einem Mehrüberschuß von 111 Millionen abschließe. Die günstige Lage im Jahve 1903 habe sich auch im Jahve 1904 bemerkbar gemacht. Namentlich die Eisenbahnverwaltung habe ganz erhebliche Ueberschüsse zu verzeichnen. Sie haben den Etatansatz in den ersten acht Monaten um 58 Millionen Mark überschritten Der Gesamtüberschuß im lausenden Etatsjahr aus den Eisenbahnen werde also wahrscheinlich 9 0 Mill. Mark betragen. Der Gesamtmehrertrag werde sich auch nicht, wie angenommen auf 27, sondern aus 50 Millionen belaufen.
Frhr. v. Rheinbaben bereitete in Bezug auf die Handelsverträge Handel und Industrie auf etliche unerfreuliche Ueberraschungen vor. Die Industrie werde sich, so sagte der Minister, in der Ausfuhr einige Beschränkungen auf er! egen müssen. Dafür sei die Landwirtschaft gestärkt. Auf der Rechten vernahm man diese Ankündigung mit großer Befriedigung. Ferner bestätigte Frhr. v. Nheinbaben, daß die „große" Reichsfinanzreform in Vorbereitung ist, eine feste Begrenzung in den finanziellen Verhältnissen zwisckien Reich und Bundesstaaten. Von den neuen Rricbssteuern zur Durchführung dieser Reform ließ der Redner nichts verlauten. Das Volksschul- oder richtiger das SchulEerhaltungsgesetz werde hoffentlich in diesem Jahre kommen. Für eine Ermäßigung der Eisenbahn-Personentarife sei ein Bedürfnis nicht anzuerkennen. Der Beifall, den die Darlegung fand, die auch Erleichterungen bei der Einkommensteuer verhieß, wurde in der Hatlptsache von der Rechten bestritten.
Die Einnahmen des Preußischen Etats für 1905 betragen 2 713 505 707 Mk., die Ausgaben im Ordinariurn 2 514 194 427 Mark, im Ertraordinarium 199 311 280 Mark Gegenüber dem Voranschlag des Etats von 1904 zeigt die Schlußsumme des Etats von 1905 eine Erm aßigung von 90 299 343 M k. Das ist lediglich die Folge der Lex Stengel, auf Grund welcher die Ueberweisuna vom Reich und die Matrikularbeiträge gleichmäßig^ um, 218 944 350 Mk. gekürzt sind.
Die Einnahmen der Eisenbahnverwaltung sind um 97 224 15 0 M k. höher veranschlagt, während an dauernden Ausgaben 52 135 895 Mk. mehr angesetzt sind. Von den Mehrausgabe sei hervorgeboben 1 128 0 0 0 Mk. AnteilHessens an den Ergebnissen der gemeinschaftlichen Ver- waltung des preußischen und des hessischen Eisenbahnbesitzes. In dem Etat des Finanzministeriums sind an Mehrausgaben n. a. vorgesehen 750 000 Mk. zur Verstärkung m x i-?Mlionsfonds der Oberpräsidenten zur Förderung der Konnn «L? u n 9 bes Deutschtums in den Ost marken, o2 000 Mk. persönliche und sachliche Kosten einer neuen Regierung in Allenstein. Bei der Harrdels- und Gewerbe- verwalttmg tritt u. a. hinzu eine Ausgabe von 99 600 Mk. für das neu schaffende Landesgew erbe a m L In dem Landwirtschaftsetat sind 600 000 Mk. im Extraordi- Verstärkung des Dispositionsfonds zu Prämien bei Pferde rennen ansge'bracht. Aus Anlaß der aitbemciten Jiegelung der Dien st ein fünfte der Kreistierärzte ent» jkbt eme Mehrausgabe von 762800 Mk. Von dauernden Mehrausgaben bei dem Kultusetat seien hervorgehoben: 3 192 536 Mark sur das Elementarunterrichtswesen, darunter Mehrbedarf nir 4 neue -Seminare, 8 neue P r ä p a r a n d e n - Anstalten.
M durch Abwanderung hervorgerufene Abnahme der ic$en E'bvölkerung der Provinzen Ostpreußen und Pommern läßt cs geboten erscheinen, zur Förderung einer gesunken inneren Kolonisation in diesen Landesteilen in er- ?o,htem N,_aße staatliche Mittel bereitzustellen. Ein Teil des Fonds soll zur Verstärkung der bcreitnefteliten Mittel und £ur Gewährung von Beihilfen zu den bei den Renten gutsqrün- dungen vork'nnmendcn Folgeeinrichtungskost-en dienen. Für bi cf en tftoecr sind.m den Etat zwei Millionen eingestellt. Die Ostmarken sind auch tm neuen Voranschlag reichlich bedacht. Heber die Erhöhung be§ 4. ispoilttonswndS der Oberpräsidenten im Interesse eines Wirts am er en Schutzes des Deutschtums werden u a. geordert : Für den Bau eines königlichen Schlosses i» Posen eine zweite Rate von 1 000 000 Mark, zum Erwerb und zur Erschließung des Hmwallungsgeländes in Posen eine vierte Rate von 3 aOO 000 Mark, für den Neubau der königlichen A kadem i e i n Pof en eine erste Rate von 1 0 2 5 00 Mk., für Zuschüsse für die Kaiser Wilhelm-Bibliothek und das Kaiser Friedrich-Museum in Posen 109000 Mk. und für die landwirtschaftliche Versuchsanstalt in Brom berg 205000 Mk., davon 185 000 Mk. für eine Versuchswirtschaft auf dem Gute Möseler bei Vromberg. Von den vier neuzuerri blenden Seminaren soll ein evangelisches nach Lissa und ein katholisches nach Thorn kommen. Von den acht neuen Vräparaudenanstallen sollen fünf errichtet werden in: Elbing, Thorn, Schwerin a W., Weferlingen-Mpsl0witz und Tarnowitz.
Die Denksch'rift zum Etat der Handels- und (^ewerbever- waltung behandelt die Begründung eines Laudesgewerbe- amtes und eines ständigen Beirats., In Aussicht genommen ist, inwr Bes i'igiing der technischen Hilfsarbciterstellen des Haudels- mrnistertums n 1 gen beamt als neue 'kollegiale Behörde und als bes-inder"« Organ des Handelsministers zu errichten und diesem ein d'gen Beirat vou Sachverständigen anzugliedern.
eben ni die Aufgabe hat, den Minister ' i d r E ledigung der laufenden Geschäfte in technisch'» Fragen ständig zn beraten und ihn bei der regelmäßigen Beaufsichtignng er geiui Michen Hnterrichtsanstalten uno der der Gewerbefördccung
dienenden Einrichtungen zu unterMtzen, soll im Betrat ein zur Becnitachtung grundlegender Maßnahmen geeignetes Organ geschaffen werden, das der Gewerbeverwaltung hauptsächlich die beständige Fühlung mit dem praktischen Leben und seinen Bedürfnissen vermittelt. Das Lairdesgewerbeamt hat hiernach 'dauernde staatliche Aufgaben zu erfüllen. Sie ist eine öffentliche Behörde, der Beirat ist nur ein berateitdes Organ hes Ministeriums, das in regelmäßigen Zwischenräumen berufen wird. Dem Beirate sollen außer den Mitgliedern des Gewerbeamtes auch andere, auf begrenzte Zeit zu berufende Sachkundige angeboren. Die Denkschrift legt dann die Aufgaben und die Organisation des Landesgewerbeamts und des ständigen Beirats dar und schließt: Ms natürliche Fo<ge der Begründung des Landesgewerbeamts ergibt sich die Aufhebung der ständigen Kommiffion für das technische Hnterrichtswesen imt> der Hebergang der technischen Zentralstelle für TertilIndustrie, soweit sie sich auf die Beaufsichtigung der Textilschulen erstreckt, auf das Landesgewerbeamt und den ständigen Beirat. Die Verwirklichung des neuen Planes bedingt eine Mehrausgabe von 61 290 Mk.
Die dem Etat des Finanzministeriums beigegebene Denkschrift behandelt die Errichtung eines dritten Regierungsbezirkes in Ostpreußen mit dein Sitz der Regierung in Al len stein. Es heißt darin: Die fortdauernd ungünstige wirtschaftliche Lage der Provinz Ostpreußen, die sich unter anderem in der bedrohlichen Abnahme der Bevölkerung, namentlich des platten Landes zeigt, macht der Staatsregierung die besondere Fürsorge und ihren Organen eine intensivere Tätigkeit zur Pflicht. Die großen Entfernungen machen eine Verlleinerung des Regierungsbezirks Königsberg dringend erforderlich. Der neue Bezirk umfaßt in der Hauptsache die masurischen Kreise. Ms Regierungssitz empfiehlt sich Allenstein auch deswegen, weil dort die Möglichkeit vorhanden ist, die neue Regierung alsbald imb bis zur Beschaffung eigener Geschäftsräume mietweise unterzubringen. Der neue Bezirk soll aus den Kreisen Osterode, Allenßein, Neidenburg, Rössel, Ottelsburg, Sensburg Litzen, Lyck und Johannisburg gebildet werden. Der Kreis Memel wird dem Regi.'rnngsbezirke Gumbinnm zugewiesen.
Das königlick-e Institut für Glasmalerei in Ehar- 1 Ottenburg wird mH dem 1. April aufgelöst werden. An der H n i v e r s i t ä t in B e r l i n ist die Begründung eines musikhistorischen Seminars in Aussicht genommen. Zu den Kosten der Veröffentlichung der bedeutendsten Werke der deutschen Tonkunst vom 15. bis zum 1 8. Jahrhundert sind wiederum 30000 Mk. eingestellt. Zum Erwerb der hervorragenden Sammlung alter Druckwerke und Erzeugnisse der Buchkunst, die der Arckntekt Hans Grisebach in Berlin hinterlassen hat rourden 80 000 Mk. gefordert. Der Rest des Kaufcheifes, der insgesamt 130 000 Mk. beträgt, wird durch freiwillige Beiträge ans Berliner Fachkreisen unter Zuhilfenahme von Mitteln des Kunstaewerbnmiseums gedeckt. Zur Unterbringung der bisher im Homburg-r Knrbause aufbewahrten Saalbnrg- sunde soll das vor dem Prätorium der Saalburg liegende Ge- treidemagazm (horrcum' ausgebaut und eingerichtet werden. Die Baukosten merbeu auf 88 000 Mk. veranschlagt, von denen der Etat eine Baurate von 60 000 Mk. fordert. Im Zusammenhang mit der internationalen Vereinbarung betreffend die Erdbeben- f o r f ch u n g ist von Preußen die Errichtung von Erdl>eben- statirmen in Potsdam, (Güttingen, Königsberg i. Pr. und Aachen geplant. Zur weiteren Forschung von untergegangenen Kulturen Zentralasiens, anschließend an die Expedition des Professors G r ü n w e d e l von 1902/03 soll eine neue, ein Jahr dauernde Expedition entsendet werden, besteh md an5 rinem Arck>äoloci-n, einem Sprachforscher und einem Techniker. Die Kosten, hierfür belaufen sich auf 50 000 Mk. Zur Fortführung von wissenschaftlichen Unternehmungen in Aegypten fordert der neue Etat 30 000 Mk.. zur Fortsetzung von Ausgrabungen in Babnlon und Karlat-Schergat (Assur) je 80 000 Mk. Hiervon deckt die deutsche Orientgesellschaft 20 000 Mk., sodaß noch ein Dtaatszusckmß von 140QQ0 Mk. erforderlich ist.
Teutfches Reich.
Berlin, 10. Jan. Der Kaiser konferierte mit dem Reichskanzler Grafen v. Bülow. — Zur Abendtafel bei Ihren Majestäten waren geladen: Prinzesffn Feodora zu Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Kekule v. Stradonitz und Geh. Oderhöfbaurat Ihne. Heute hörte Se. Majestät den Vortrag des Ehefs des Militörkavinetts Grafen v. Hülsen-Haeseler.
— Im heutigen Seniorenkonvent erklärte Graf Ballestrem: was die Geschäftseinteilung für den Reichs tag betreffe, so würde der Präsident den Etat des Reichsamtes des Innern auf die Tagesordnung setzen, wenn nicht der Staatssekretär Graf Posadowsky durch die Handelsvertragsverhandlungen festgehalten würde. Der Präsident schlägt vor, nachfolgende Etats vorzunehmen: Etat des Reichstages, des Reichsjustizamtes, des Reichsschatzamtes, des Neichs- eisenbahnamtes, des Rechnungshofes und den Postetat. Von den beiden noch rückständigen Interpellationen würde die des Zentrums, betreffend den Zehnstundentag, aus Rücksicht auf den Grafen Posadowsky zu vertagen sein. Die Interpellation der freisinnigen Volkspartei, betreffend die Schiffahrtsabgaben, wolle der Minister v. Budde beantworten. Da dieser ober krank sei, so bitte er, diese Interpellation auf acht Tage aus- zusetzeu. Dr. Dtüller-Sagan erklärte sich mit diesem Vorschläge einverstanden. Auch im übrigen wurden die Vorschläge des Präsidenten akzeptiert. Ferner teilte Präsident Graf Battestrcm nut, daß der Reichskanzler ihn ermächtigt habe zu erklären, eS sei Aussicht vorhanden, daß der Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn bis Ende dieser Woche zustande kommen werde. In diesem Falle sei für die Drucklegung ein Aufenthalt von etwa acht Tagen zu erwarten, so daß der Handelsvertrag in etwa vierzehn Tagen vor den Reichstag kommen wird. Zn gleicher Zeit würden auch die Verträge mit den anderen Tarifvertragsstaaten vorgelegt werden.
Kiel, 10. Ian. Während der diesjährigen Kieler Woche werden auf der Freitreppe der Marine-Akademie die Büsten des verstorbenen Blzeadmimls von Jach mann und des AdmiralS von Knorr aufgestellt werden. Die Her- tellung der beiden Büsten ist vom Kaiser den Bildhauern Franz und August KrauS übertragen worben.
Stuttgart, 10. Jan. In der Kommission der Abgeordnetenkammer für die Gemeindeordnung wurde heute mit 12 gegen 4 Stimmen beschlossen, für die großen Städte zwei gleich große Gemeindekollegien auf Grund der direkten und Verhältniswahl zu berufen. Ferner wurde beschlossen, die Verhältniswahl für alle Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern einzuführen. Der Antrag der Sozialdemokraten, die Verhältniswahl für alle Gemeinden, und der Antrag des Zentrums, für die Gemeinden über 4000 Einwohner einzuführen, wurde abaelebnt.
Keer und Stoffe.
Washington, 10. Jan. Präsident Roosevelt richtete eine Botschaft an den Senat, in der er die Annahme der Gasetzentwürfe befürwortet, welche die Neubildung des Sanitätsoffizierkorps und der Artillerie und Zeugdepartements vorsehen. Das Sanitätsoffizierkorps fei viel zu klein, um seiner Aufgabe in Kriegszeiten wirksam nachkommen zu können. Wenn das Korps bleibe wie eS ist, so könnte eine noch so gute wissenschaftliche und praktische Ausbildung nicht sein vollständiges Versagen im Falle eines ernsthaften Krieges verhindern. Beim Eingang der Botschaft waren die Gesetzentwürfe bereits angenommen.
Aircke und Scßole.
— Umwandlung der Realschule Butzbach in eine Oberrealschule. Die Großherzogl. Bürgermeisterei Butzbach hat wiederum eine Vorstellung an die Zweite Kammer gerichtet, in welcher sie das Gesuch auf Umwandlung der dortigen Realschule in eine Oberrealschule fordert. In der kurzen Begründung ist darauf hingewiesen, daß s. Zt. der Ausschuß der Kammer einstimmig für die Stattgabe des Gesuches, dagegen das Ministerium dagegen gewesen sei; e§ wird ferner betont, daß die gleichen Gesuche von Groß-Um- i'tobt und Alsfeld offenbar Berücksichtiaung finden sollten.
Aus Südwsüafrika.
Heber verschiedene erfolgreiche Streifzüge im Herero-Giebiet ist heute eine Meldung des Generals' v. Trotha ein getroffen. Danach hatte Hauptmann v. Fiedler,. der sich mit Marinekompagnie Brockdarff, 6. Kompagnie F-eld-Regiments 1 unter Hauptmann v. Wangenbein: und Halbbatterie Winterfeld feit Anfang Dezember auf dem Marsch von Waterberg über Omike nach Dmarnru befand, unterwegs eine Reihe von PatrouAlengefechten, wobei 21 Herero fielen und mehrere Gewehre erbeutet wurden. Oberleutnant Gras v. Schweinitz, mit 100 Ar- tillerie-Ersatzmannschaften auf brrr Marsch von Karibib über Waterberg nach Otjimbinde (an der Omaheke'h traf Abteilung Fiedler am 16. Dezember in der Gegend der Oma- takvberge (60 Km. nordöstl. Omaruru). Schweinitz hattft am 24., 25., 29. und 31. Dezember Gefechte mit Herero- bandcn. Am 4. Januar überfiel er 3 Wersten bei Otitutoj ^halbwegs zwischen Waterberg und Omaruru), wobei 61! Herero fielen, fünf gefangen genommen und zahlreiche Gewehre erbeutet t-nirben. Infolge dieser Streifzüge stellten )ich in Omaruru zahl reiche Herero und gaben freiwillig ihre Gewehre ab. AM 29. Dezember erreichte die Abteilung Fiedler Omaruru. Am 6. Januar griffen Herero einen Di eh posten bei Okakango, dicht bei Okahandja, an und trieben 184 Ochsen ab. Patrouille Oberleutnant Strahler verfolgte die Räuber und nahm ihnen 15 Km. nördlich Otjotasu 163 Ochsen wieder ab. Ein Herero gefallen, zwei verwundet, ein Gewehr, drei Pferde und Munition erbeutet. Am 7. Januar zeigten sich von neuem Herero bet Okakango, wo sie durch die auf 25 Manu verstärkte Schutzwache vertrieben wurden.
Aus Windhuk twird telegraphiert: Bei dem Gefecht in Stamprietfontein am Neuiabrstage wurden verwundet: Hauptmann Alsted Krüger, früher im Husarenregiment Nr. 12, Leutnant Walter Treu k- Magdeburg, stüher int Kadetten Hans zu Potsdam, Gefteiter Wilhelm Schworzott: schwerverwundet: Hnteroffizier Karl Schnehage; leicht verwundet: Leutnant Adolf Rictzsch, geb. 1877 zu Ehrenbreitstein, früher Jns.-Regt. 153, Unter» Offizier Brunner, Reiter Stasseck.
In den Gefechten vom 2.. 3. und 4. Januar bet Groß- n ab a v sind ge fallen : Major Ftrhr. v. Nauendorf, früher' beim Feldart.-Regt. Nr. 11, Leutnant Oberb,eck, früher beim Feldart.-Regt. 9hr. 47, Leutnant v. V o l l a r d B o ck e l b e r g , früher beim Ulanen« regiment 9h*. 10, Leutnant der Reserve Berginspektorj Semper und 15 Mann. Verwundet: Oberleutnant Reinhard Lauteschläger, früher beim Feldart.- Negt. Nr. 51, Lentnlaut v. Kleist, früher beim Grenadier-Re gt. Nr. 9, Leutnant Lldolf Donner, stüher beim bahr. Jnf.-Regt. 9h*. 9, Leutnant v. Nenbronner,- früher beim Dragoner-Regiment Nr. 26, Leutnant imb- Kriegsfreiwilliger Helb tg ; ferner 45 Mann.
Nach einem Telegramm des Emer als v. Trotha folgt die Mannschafts-Verlustliste baldmöglichst: eine Verzögerung ist nicht vermeidbar, da Operationsbasis-Telegramme und dringliche Anordnungen bezüglich der Verpflegung und Munition die Signallinie stark überlasten.
Ver m ißt: Reiter Peter Schorn) Gesteiter Alfred Bar- kowsly; v c r u r g l ü ck t : Unteroffizier Fick (durch Pferde- chlag im Gesicht verletztl.________ '
Ausland.
London, 10. Jan. Der ^StandardE schreibt unter Bezugnahme ans bie Rede deS A bg. Paa sch e in Kreuznach: „Wir sind in der Lage, sestznstelleu, daß unsere offiziellen Beziehungen zu Deutschland gegenwärtig und


