Ausgabe 
9.10.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. »37

Zweites Blatt.

155. Jahrgang

Montag 9. Oktober 1905

Erscheint D-llch mit Ausnahme be8 Sonntags.

DieGietzener LamNienblatter- werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der EHelßjche tubetrf* erscheint monatlich einmal.

Giehener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'sch« Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gieß«.

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

** Aus

Die

Politische Tagesschau.

Die Elektrizitätsindustrie und der Streik.

Nach dem schönen Erfolg der ersten Vorstellungen hat fid^ noch eine Anzahl Abonnenten nachträglich gemeldet. Es se, auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Nachträge lich cintretenden Abonnenten für die ausgefallene erste Vor­stellung einen Gutschein erhalten, der zu irgend einer Vor­stellung gegen ein Tagesbillet umgetauscht iverden kann. Das Sonntagsabonnement hat dieses Jahr sehr schlecht^

Iblikum tourbe ein Kosak getötet, ein anderer durch einen I Steinwurf schwer verletzt. Bei dem nun folgenden Zusam­menstoß wurden viele Personen verwundet. Erst am Abend gelang es, wieder Ruhe zu schaffen. Wie derExchange Telegr.-Aomp." berichtet wird beläuft sich die Zahl der |-4.x4.a4.o mW gst'rfnrtrtnt krtirfl 8 91.11 f1

Arbeit an den Billigsten absah.

dem Bureau des StadttheaterS«

nehmern und den Arbeitern, die durch die in Aussicht ge­stellte Generalaussperrung ut Fmage gestellt war, besteht trotz allem fort. Es läßt sich erwarten, daß die Verhand­lungen auf erneuter Basis vor. Erfolg sein werden. An Streikunterstützungen sind nach vorläufiger Schätz­ung aus Sammellisten bis setzt etwa 7 5 000 Mk. ein-

Lob gespendet. _

Aus Stadt und Zand.

Gießen, 9. Oktober 1906.

" Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Stationsvorsteher in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn­gemeinschaft Joseph Hey der zu Eberstadt auf sein Nach­suchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1906 in den Ruhestand versetzt.

* Empfangen wurden am 7. Oktober von S. K. H. dem Grobherzog u. a. Geh. Hofrat Prof. Dr. B e h a g h e l von hier, Oekonomierat Schlenke von Friedberg und Land­wirt Seiboldt von Nieder-Eschbach.

Professor Habich, das bekannte Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie, ist zur Zeit mit den Arbeiten für das Kriegerdenkmal in Lauterbach beschäftigt. Das-, Denkmal erhält einen einfachen Sockel, auf dem sich ein, Löwe in sitzender Stellung besindet. Die Figur des Löwen.' ist aus Muschelkalk und gebeizt.

Dekorierte Feuerwehrleute. Das Ehren» zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde oer-t liehen durch Entschließung S. K. H. des Großherzogs. dem Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Hungen Heinrich: Seibert VII. und Wilhelm P letsch, sowie dem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu Lollar Franz Taubert.

"Von unserer Kanalisation. Das letzte LooSi der Kanalisation, die Entwässerung für den südlichen Städte teil, den SelterSberg, ist nunmehr von der städtischen Ver- waltung der Unternehmerstrma D. Liesenhoff in Dortmunds zur Ausführung übertragen worden. Das Resultat dev öffentlichen Submission dieser Arbeit hatte das Ergebnis, daß die beiden Unternehmersirmen, welche die Kanalarbeiten bis­her ausgeführt haben, ca. 240 000 Mark für dieselbe Arbeit verlangten, welche Liesenhoff für ca. 180000 Mark alsoi 60000 Mark billiger übernommen hat. Die billigste von den eingegangenen Offerten belief sich sogar auf nur ca. 160 000 Mark, doch bot der Offerent der Stadt nicht Garan­tie dafür, daß die Arbeiten von ihm gut und solid ausge» führt werden, weshalb man von einer Uebertragung dev

gegangen.

Die streikenden Maschinisten und Heizer der Berliner Elektrizitätswerke sammelten sich am Samstag int Ver­waltungsgebäude der Gesellschaft am Schiffbauer dämm zur Lohnzahlung. Tie B. E.W. hatten durch Plakate an den Portalen der Kraft-- und Lichtstationcn vorher bekannt ge­geben, daß hier dieAblöhnung derjenigen Leute, welche nicht wieder zum Dienst erschienen sind", erfolgen würde. Bon den ca, 600 Angestellten der B. E.-W- fanden sich kaum 200 zur Lohnzahlung ein; es haben also wieder sehr viele die Arbeit ausgenommen. Zu Ruhestörungen kam es nicht. Der erste Ausgehetag der Arbeitswilligen, die in den Stationen ihre Mahlzeiten einnahmen und auch dort schliefen, hat die befürchteten Krawalle nicht gebracht.

Hauptversammlung des Landesgewerbevereins.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

(sd.) Groß-Gerau, 8. Oktober.

Der Landes-Gelverbeverein hielt hier heute seine zahlreich; besuchte Hauptversammlung ab. Den Vorsitz führte Re-, gierungsrat Noack aus Darmstadt. Oberregierungsrat W a gn er, der als Vertreter der Großh. Regierung erschienen war, betonte, daß er stets bemüht sein werde, mit den Gewerbetreibenden deS Gvoßherzogtums in Fühlung zu bleiben. Weitere Worte der Begrüßung sprack?en Bürgermeister Arnold (Groß-Gerau), der Vorsitzende des Groß-Gerauer Gewerbevereins, Schreinernreisrer Endner, und der Vorsitzende der Handwerkskammer Darm­stadt I. F a l k aus Mainz. Dann wurde in die Verhandlungen eingetreten. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Tatrgke^- .bericht. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt 11025, sie ist in zehn Jahren um 100 Prozent gestiegen. Der Ausfchuh hat sich infolge Vergrößerung des Gewerbevereins Gießen uirt ein Mitglied vermehrt. Die Zentralstelle für die Gewerbe toas auch im verflossenen Jahre bemüht, im persönlichen SSetrepc mit den Vorständen der gewerblichen Unterrichtsanstalten und der Vereine zu bleiben. Meisterlurse für Handwerksmeister und ältere Gesellen wurden 18 abgehalten. Die Kürse hatten 179 Teil­nehmer, und die Kosten betrugen 3572 Mt. Reu entstanden sind vier Ortsgewerbevereine, sodaß ihre Zahl jetzt 122 beträgt. Der Vorsitzende schloß seinen Bericht mit einem Hoch auf den Groß­herzog Ms Ort für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Oppenheim gewählt. Lehrer Knecht aus Groß-Gerau machte sodann Mitteilungen über die gewerblicheii Verhältnisse m Grvß- Gerau. Geirossenschaftsdirektor Paech aus Darmstadt sprach über die Handwerrer-Zentralgenossenschaft und ihr bisheriges Wirken. Rechnungsrat Götz aus Darmstadt legte den Stand des Gesetzentivurfs über die Gemeindeumlagen dar. Der, Redner ,vies auf die wichtigsten Punkte der Vorlage hin und grng kur» auf die Beratungen in den Ständekammern ein. Gewerbeschul­rat M e he r aus Darmstadt machte Mitteilungen über den Stand des gewerblichen Unterrichtsweseus in Hessen Unter ber oberen Leitung der Zentralstelle für Gewerbe standen iw Schuliahr 1903/04 drei staatliche, bezw. unter staatlicher Verrechrwim stehende Unterrichtsanstalten, 2 Kunstgewerbe- und gewerbliche Fachschulen, 11 Gewerbeschulen, 114 HandwerkA-SonntagÄ- Zeichenschulen, 41 gewerbliche Fortbildungs- und Abendschule. Der Schulbetrieb hat eine Barausgabe von 478 373,07 wtark erfordert, wovon 333 656,28 Mark auf die LehrergeMter ent- fallen. Die Bareinnahmen der Schulen betrugen 488 743,60 ya, der Staatszuschuß beträgt 200 000 Mark, lieber die Sterbekaffe des Vereins machte schließlich Handwerkskammer^Syndikus «ugeb-! bach aus Darwstadt eitrige interessante Mitteilungen. Der Kasse ist die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf die Mit- g lieber des Verbandes deutscher Gewerbevereine gestattet worden, was ein Erfolg vcm großer volkswirtschaftlicher Bedeutung ist. Die Sterbekasse hat jetzt 1140 Mitglieder. Nachmittags wurden die Ausstellungen besichtigt. Die SchÜlerarbeiten der GErbe- schulen uiid der Handwerkerschulen waren in der Wilhelmsschule, die der techn. Lehratrstalten zu Offenbach, sowie der Lehrwerk­stätte für Portefeuiller in der Turnhalle der Schule auSgestellt.. Es war viel Interessantes zu sehen und mancher Arbeit wurde

und zu deffen Mitgliedern das gesamte diplomatische KorpS zahlt, wurde verhaftet.

Tokio, 7. Okt. Die Japaner haben in der Nähe von Ainetoki den russ. TransportdampferAugan" an­gehalten und untersucht, ihn alsdann aber wieder frei- gelaffen.

Wie das Marineministerium mitteilt, ist der nach Nikolajewsk bestimmte deutsche Dampfer ,6arP be- chlagnahmt worden.

Die Börse hat sich bis jetzt von der Streikbewegung in ber Berliner Elektrizitätsinbustrie nicht sonberlich be- I g^t3tet'en" lober"verwundeten Personen' .auf 8/ Auf ttoffen gefühlt. Unb doch i.- bre Bewegung so außergewohn- p^n ber Polizei sinb über 50 Personen verletzt worben; lich groß, wie sie auf industriellem Gebiete, bie etreirS I V me^rerc Solbaten erlitten Verletzungen durch Stein- m den Kohlenrevieren uusgenomtnen, noch nicht borge-1 kommen ist, unb bann wird befürchtet, baß das Aus- '$ie entdeckte in der Nähe von Komi ein neues land als Konkurrent auftrrtt, baß burch ben Ausfall °

L/I°^--weS"daLf"r/n°k<.ß »ÄX ®ne »=rf«mn,lun3 im hygienischen Institut ,u schäften in vielen Artikeln umfangreiche Lager unter- PeterSburg, der 300 Studenten, 300 Arbeiter und eine halten, sodaß vorerst der Nachfrage genügt werden kann. I Anzahl anderer Personen beiwohnten, sprach sich für die Sodann läßt sich aber auch bie Nachfrage nach vielen Ar- Reichsduma und eine konstituierende Nationalversammlung ttkeln, z. B. Motoren, etwas eindämmen ober verzögern. g^S, wogegen von der Partei der Sozialrevolutionäre ein Es ist deshalb nicht anzunehmen, daß die ausländische ^gmpf mit den Waffen in der Hand als das einzige Konkurrenz in ähnlicher We^e, wie es bei dem Bergarbeiter- zur Erreichung des gedachten Zweckes bezeichnet wurde, streik war, ein großes! Gebiet eroberni kann. Vorteile werden Anarchist proponierte den Massenterrorismus mit Hilfe

von dem Streik in der Berliner Elektrizitatsindustne die ntpn

mittleren und kleinen deutschen Elektrizitätsgesellschasten oon Dyn am «t

ziehen. Diesen dürsten manchen unerwarteten Auftrag er- Auch eme verhängnisvolle Eisenbahn Katastrophe halten. Daß den leitenden Berliner Firmen ein ins Gewicht hat sich m Rußland ereignet. In der vorletzten Nacht ent- fallender Teil der Kundschaft dauernd verloren gehen könne, gleiste ein nach Wladikawkas gehender Pestonenzug. Hierbei wird nicht angenommen, ist auch nicht wahrscheinlich, wurden 2 7 Personen getötet und 35 verwandet. ZweifeNos sind die U n k o ste n, die der Streik den Elek- - " ----..

trizitätsstrmen verursacht, recht hoch, ganz abgesehen von Deut^ty-rzfrrra. .

dem Entgehen der Gewinne. Es ist indes anzunehmen, daß AuS Da r-eS-Salaam wird heute gemeldet: Haupt- die Gesellschaften eine längere Streikbauer ohne allzu schwere wann v. Kleist mit dem Gros ist unbehelligt in Wikundu Schädigungen überstehen werden, wegen ber reichen Mittel, cingetroffen. Leutnant Frhr. v. Wangenheim hat den Lencht- bie ihnen zur Verfügung stehen. türm bei Kanji gesichert und ist dann nach Wikindu mar-

Tie Möglichkeit einer Einigung zwischen bm-Unter-Kisidja wurde am Donnerstag von den Aufständigen

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medergebrannt.

DerTimeswird aus Kapstadt telegraphiert: Bei der jüngsten Eroberung eines Trains durch Morenga seien

An dem heutigen letzten Arbeitstag des Kolonial-Kon- i;resses war ber Vormittag burch 22 Bor träge in Sektions­itzungen ausgefüllt. IL a. sprach Oberveterinär Nassau über die Bekämpfung der Rinderpest und des Texasfiebers. Mtssionsinspektor Merensky-Berlin besprach die Ähiop. Be­wegung unter den farbigen Christen in Südafrika. Bei dem .leider kaum ausbleibenden Rassenkampf in Süd- Das System des beamteten Kaffenarztes afrifa werde es von großer Bedeutung fein, ob eine

ist in Remscheid in unerwarteter Weise, aber um so große Zahl der eingeborenen Christen auf seiten der Weißen gründlicher in sich zusammen geb rochen. Es war 18981 oder der heidnischen Volksgenossen steht.

auf Empfehlung des Dr. Courmann trotz Widerstandes der Den Schlußvortrag hielt Hafenarzt Necht-Hamburg über dort ansässigen Aerzteschaft bei der Allgemeinen Orts- die Tropenkrankheit im Seeverkehr. Schließlich dankte kranken lasse unter Zuziehung auswärtiger Aerzte ein- Herzog Johann Albrecht allen Vereinen, die sich dem Kon- geführt. Die Aerzte bezogen festes Gehalt unter Verzicht | greß augeschlossen haben.

auf freie Praxis und waren so trotz Vertrag dem Wohl-I Vs

wollen des Kassenvorstandes ausgeliefert. Die Willkitr, nut | JsCICQ«

welcher ber Borstanb nun mit feinen Aerzten umsprang, Königsb erg, 8. Okt. Um mittag traf gestern der rächt sich jetzt. Eine bebrückenbe Kontrolle ihrer Tätigkeit, L> a f ? e r [ f $ e Sonderzug von Groß-Rominten auf dem hiesigen

: fixes ein. De? Kaiser begab sich alsbald mit dem

Iprochene Notwendigkeit, den Wünschen des wenig rucksichts- M r, , gT,.tnninr,;r nni4i hPr anfprnp

vollen Kassenvorstandes mehr nachzugeben, als mit den Prinzen Anglist Wilhelm im An omobil nach der Kaserne Interessen ber Mitglieder vereinbar war, ließen bte Aerzte des Garde-Regiments Äömg Wilhelm L Nr. 3

auf sich lasten im Glauben, baß ihre Stellung gesichert wo er das Frühstück emnahm. Während des Frühstücks sei. Als indes der Vorst-anb in seinem Uebermut wiederholt brachte der Kaiser einen Tnnksprach auf das Re- wegen ungenügend begründeter Beschwerden entgegen ben L{menf ans. Nach 3 Uhr traten der Kaiser, Prinz August Bestimmungen des Vertrages einzelne Aerzte maßregelte, gj^^m und die Herren des Gefolges mit den Automobilen erklärten sich sämtliche Kassenärzte solidarisch und oeant-1.. cyQ<rt nQ(j. an. Dort begaben sie sich sogleich

worteten den Vertragsbrllch des Vorstandes am 30. Sepll §orb berHohenzollern-. Um 4 Uhr 30 Min. traf mit foforttger Nsiderlegung. ihrer Tätigkeit, mdeM fte die ß. ni;t bem ßofwa ein Der Kaiser hielt

Verhandlungen wegen Wsederausnahme derselben in bie bori bie «atferm nut bem wig

Hände ber Standesvertretimg legten, gegen bie sie vorher heute vormittag an Bord .Hohenzollern Go tesdienst ab. einen gegensätzlichen Standpunkt hatten. Von dem System H ente nachmittag ist dieHohenzollern nach Gli^sbürg m der beamteten Kussenarztstellung, welches nebenbei größere See gegangen. Dort werden sich am Aiittwoch Herzog Arzt-« und Verwaltungskosten verursacht hat, als die bei ^gxl Eduard von Sachsen-Koburg-Gotha und anderen Kassen desselben Bezirks eingeführte freie Aerzte-iP^^^ssin Viktoria Adelheid zu Schleswig-Holstein- wahl, erklären sich die seitherigen Kassenärzte öffentlich ein Sonderburg-Glücksbiirg die Hand zum Ehebunde reichen. für allemal kuriert. SSertiu, 7. Okt. Die angebliche Aeußerung des

Kaisers von dervollen Kompottschüssel" ist, wie

_ SUlstsche Weulgrrenen. bi, L Rundschau aus unanfechtbarer Quelle erfährt, von

Die Meldung von einer bevorstehenden Reffe des Grafen«.agu ' ) -

Lamsd orff in das Ausland ist nach offizieller Kundgebung Anfang Abgg.^Br oemel unb Pachnicke (freis. Ver- uiibegrundet. einiaung) richteten an ihre Wählerschaft eine Erklärung, in

Im Jubenviertel zu Warschau kam eS am . . ... Austritt aus bem Varstanb unb bem

ju einem blutigen Zusammenstoß zwychen Arbeitern Ausschuß beS WaßlnereinS ber

unb einet Sanbe, bie bie Ermorbung eines der Spionage g-schs sh ^zeigen' Sie begrünben ihren Austritt mit verbächtigen Genossen rächen wollte. Drei Personen würbenL. SueJd)9iebcnbeiten taktischer unb sachlicher getötet, vier schwer verwunbe! unb acht leicht verletzt. . ge ronft entroeber int engeren Kreise ober öffentlich

In Moskau gaben am 6. b. M. Demonstranten «t ,ocnn sie nicht burch ihr Schweigen

vorüberrettenbe Dragoner eine Reoolversalve ab unb ver- . . ^in ber Billigung erwecken unb ihre Mitverantwortung

mundeten zwei Dragoner. Um Mitternacht wurden an zwei 1°) r(,

Punkten Demonstranten von den Truppen mit der blanken ii^ernrun^ - ---

Waffe auseinander getrieben, wobei einige Personen ver- Nuslattd»

mundet wurden. Bei einem Zusammenstöße von Ruhestörern mQüig 8 Okt. Hier und in Chartres sind anti- mit Gendarmen wurde ein Rittmeister schwer ver-I * . mwkate angeschlagen worden, in denen die mundet. Die Bäcker Moskaus sind in den Aus stand «,-kruten aufaefordert werden, im Falle einer Arobilmachnng getreten. Der vorhandene Vorrat von Weißbrot reicht Zwei befertieren bei Ausbruch eines Stteikes aber die Tage. Der Streik der Setzer in den Moskauer Drucke- s > aeaen die Offiziere zu kehren. Gegen mehrere reien hat ernsten Charakter angenommen. Am 6. begannen beS Aufrufs wurde strafrechtliche Untersuchung

ungefähr tausend Setzer die Druckerei derWjedomostl" au 6 q/tfrp;. una iU Mord und Insubordination ein- demolieren. Auch zwei andere Druckereien wurden an-> wegen ^usreiz J

gegriffen. Auf verschiedenen Hauptstraßen kam es dann zu 18 Konstantinopel, 8. Okt. ImCercle d'Orient" großen Ausschreitungen. In Privatwohnungen sowohl wie Polizei zwei 40 Kilo schwere Bomben. Die

Geschäftsräumen wurden tzahlreiche Scheiben durch Stem- Dienerschaft dieses vornehmen Klubs, dessen Prä-

isiirfe emgeschlagen. Kosakenabteiluu^n versuchten bie X)tener]a) - if . ,un te Botschafter ist

Ocdmmg hrr-ustellen. Durch einen Schuß aus dem Pi>Isident der öiierreity v

elf Deutsche getötet.

AuS Kapstadt wird gemeldet, daß die deutschen Be­hörden in Deutsch»Südwestafrika einen Buren er­griffen, der auf Seite der aufständigen Eingeborenen kämpfte. Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt und innerhalb von zwei Stunden erschossen. Die englische Preffe billigt das Urteil und deffen rasche Ausführung.

Der Kolonialkongreß.

Berlin, 7. Okt.