Ausgabe 
6.12.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

n u

Dom i. 97 * .

iS* *

cil!jq|i(|

Sejuiht.

fds ^«titoBhu b "ui )k,, - Wilk '^^'-eibungf,.

UllPban«. di

ilhli mich Ipv'h. 06« iem D^jofori «. b. u!w «lallt« unin y. D'Cti. in nächst» i. ötlud) luptnivi , fionijauinnfl, nirtji

Vollst«»-,,!

«toi!

«eine uni Hk|ti.

;n verleihe; ellung erbitte im Carl frollmani, l)äll«nuinn juchlpr, 4000 W b. (jebruat zu ki»r u.O8122(ib.0iti;.'.

rilbfj., 32 J. oli,i C(U2Wüj)lL,rout; d. erzog. Zaun k; doch n\ä)i Ufii/if. (l d) titrlluMI.IS.

;Ulfll tttoWV V».

fs/teniarl

l rasch and oülig tirülil Kbt llo»<li

i Stritten, Anweben o.t .hie ich mich on9ff: ckgarne M' habe Iltis oorri;

- Preise H0l|l icstine Bll trflebtrgtrJIL*1'

6b^: J«

iW,

S>2

*2k

« -äW

wtiMvoch G. Dezember 1905

31r. 287

Zweites Blatt

Eichener JiMiger

tr1d>etnt tSgllch mit Aufnahme be8 Sonntags.

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigcblatt für den Kreis Eichen

*

wobrienahl her Volkszählung vor 5 Rohren.)

855

506

fte#lefltner ^omlllenblätter* werden dem (Ünxeinei -'»rrmal roddjenrhd) beiqeleat Der Anstich, tanowur* erldjetni monatlich em mal.

155. Jahrgang

(487 , Sondhoim 313 (365).

(Die in Parenthese flehenden Zahlen bedeuten die Ein-

Werner Bretter? Casejurrogat

R.T N ' ächt In Packeten mit Firma und Schutzmarke

jjolitifrhr (Tiuirf,rfliniL

Ponig Friedrich Aognst von Sachsen

ikiflt bei der Vereidigung der Rekruten der Dresdener Ukrnrifon eine An'prache, in der er unter anderem Tagte:

Xtn dem 9hi(ienHicfe. wo Sie den Fahneneid schwören, liroiin SerzensbedürhuS als 3hr König und Chel der fMrmee, Sie d- Kte jüngsten meiner Soldaten zu begrünen. Aist die Heiligkeit B,.; ßtibcG sind Sie schon von berufener Seite aufmerksam gemacht krMen. Ich richte nur die Ermahnung an Sie, stets dessen ein-

gebenf zu sein, daß der mir geschworene Eid Sie nicht blofi hlr die Jahre binde«, in denen Sie akiio dienen, sondern auch für 3br «mW ivaleied Veben. Webe Wöll, daß S,e alle üch einfl auf dem ioicnbeiie dotz Zeugnis au-flellen können : Ich Habe die im Fahnen­eide übernommene VervfiichUing gehalten und sterbe als braver, ehrliebender. königSlreuer Soldat. Bedenken Sie in diesem feier- lidirtt Auaenblicke, daß auch uns olle e , n st e n « der Kaiser für unser liebes deutsches Vateiland zu den Wa s f e n rufen tann. Mit Seiner Majestät, dem erhabenen Sdnnnherm von Deutschlands Frieden, "Meinem lieben Freunde und wohl wollenden lttönner, der unermüdlich tätig ist für da- Wobl des deutschen Heeres, weiß ich mich eins in der Sorge für die Armee.* ______________________

Kirchliche V a ch r i ch t e u. Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr, im Matthäus- saal, Kirchstraße 9: B i b e l st u n d e. (Cfienb. IohS., 1, 7 - 20..) Pfarrer D. Schlosser.

sie sei ftemestnochmt. ______________

Zsoiksiasiliinasegebnisse.

Deutsches Reich.

München 587 ROO (499 932), Frankfurt a. M. 888 9R5 (288 989), Nürnberg 295 000 (263 000), Stuttgart 246 988 (176 699), Braun- schweig 136 423 (128 231), Kaiserslautern 52 192 (48 318).

Hessen.

Oberhessen: Langenhain mit Ziegenberg 452 (460), Lehn- Heim 307 ( 306), Merlau 499 (487), Münster (Kr. Gießen) 298 (806),

Rotationsdruck und <1 erlog der BrühtlchM UniDerfudtftbruderet R. Sange,

Redaktion, Exvedilion n Druckerei Schukffr.U» Tel. 9lt. 5L teiegu-illon tln^eiga GietzsA»

Schliß 2660, Welterseld 504 (502).

Starkenburg: Schaafheim 1751 (1724).

Rheinhessen: Bermersheim 261, Zornheim 954 (1001).

-cffen-Raffan.

Amönau 510 (498), Damm 208, Saiger 2134 (1940), Lohra (816), Ockershausen 1185 (1054), Willershausen 84, Wittelsberg

Flms bittfUe Wafflr. cht.

R. Berlin, 6. Dezember.

Das) die Sozialdemokratie einen scharfen Kamps ^tqen da S preußische Lo n dt a g S w a h l re cht unter- mhinen will, unterliegt keinem Zweifel. Tie Wahlrechts- kindqebungen in Sachsen sind aI5 der erste Schritt zu be- ihcdjicn. Es wird zunächst der Versuch auf einem kleineren Orbitt angcflcUt. Die Straßendemonstrationen haben ihre Kk'obren, wie die Dresdener Vorgänge zeigen. Weit gesähr- lrftt aber, und zwar für die Allgemeinheit, ist der Di assen- rjitit, mit dem zur Durchsetzung der Wahlrechtsforderungen i Enttffen gedroht wird. Tie .Sächs. Arbeiterztg.* kündigte kn Kampf in dieser verschärften Form an. Ter Bericht des Vorwärts* aus Dresden schließt: .Die Regierung wagt tin gefährliches Spiel. Es gibt keine Ruhe in Sachsen, bis nirf)l das jetzige Wahlsystem verschwunden ift* Zur Er- .B|nung des preuß. Landtags schreibt daS sozialdemokratische Zkiitigloraan seinerseits u. a.:

,,Fühlt daS preußische Proletariat sich stark genug, dieses flofjr lüorl (Eroberung der politischen M a ch t) zu be- bngorn, um den Kampf um daS Recht und um die Macht zu ^ini'iTi siegreichen Ende zu führen? . . . DaS erstarkte Proletarioi tu die schwere Unterlassungssünde deS Bürgertums endlich gut zu mwdnn. Es gilt die Erringung deS altg., gleichen und iMre f t e n Wahlrechts in Preußen."

Mit Straßenkiindgebungen wird man in Preußen nichts 4Ju5rirrten. Richt nur die Polizei, auch daS Militär würden ^orl aufgeboten werden, um größere Menschenansammlungen |i jfrftrnien. ES wäre beispielsweise in Berlin unmöglich, mit derartigen Kundgebungen daS ftelb zu behaupten. In .btt , Ardeitgeber-Ztg." sind Vorschläge zu einer Abwehr detz ^itii d)en Generalstreiks auf dem Wege der Gesetzgebung ge- |M(bt worben. Auch in Deutschland sei die Frage deS -acnenalslreikS, nachdem er sich in Rußland als durchsührbai ieoDitfien, aktuell geworden. Tie Vorschläge geben nun dabm, "bir ^erionen, bte einen Generalstreik in Deutschland orgoni- fieren, strasgesetzlich zur Verantsvortnng zu ziehen. Tie Orgomilolion eines Generalstreiks bringe Deutschland in Ge- fahr, die mühsam eroberte Stellung auf den, Weltmärkte und im 'Xat der Völker zu verlieren. Eine derartige Handlung nitbtnne aber in Wirkung und Gesinnung wohl ebenso oer- Nlsl.ich wie Hoch- und Landesverrat. Demgemäß müßten )i( Organisatoren von Arbeitseinstellungen, die infolge ihres llinitnqe« geeignet sind, das Deutsche Reich durch Unter, hbrng seiner Produktion, seines Handels ober seines Ver- frbrO dem Auslande gegenüber zu schädigen, exemplarisch be- Saast werden.

Wir glauben nicht, daß eine derartige Ergänzung des Llm^esetzbuchS geeignet ist, die gedachte abschreckende Wirkung amiiiüben. Ist eS einmal fo weit, daß der Massenstreik fftnhlxaft geplant roiijb, dann nützt eS nichts, etwa bre Führer äWr Elewegung zu verhaften, weil eben augenblicklich neue MblL-r erflehen wilden. Strafandrohungen schrecken in Zeiten lltidcmschaftlicher Erregung nicht. ES hat vor allem deswegen Ennem praktischen Zweck, Vorschläge dieser Art zu machen, trttd ne im Reichstag keine Genehmigung finden. Selbst die kcnseroatioe .Kreuzzt'g." bemerkt zu diesen Ausführungen der ,sikbieitgederztg." :

, Eine solche Vorlage würde, selbst wenn die Regierung stch tttl i3ir befreuubete, leider noch weniger Aussicht auf Annahme im 5(ict?>inge haben, als seinerzeit das zum Jubel der Sozialdemo- t b'n verscharr«« ZuchlhauSgesetz, daS unS schon recht gure Dienste |iile leisten können."

Ob diese letzte Erwartung berechtigt ist, mag dahin» gfileüt bleiben. Jedenfalls verspräche eine Vermehrung der Lliaiigefetzbuchparagrapben gegen den Mastenstreik nicht so- eobl feinen guten, al8 oietmetft einen schlechten Dienst zu

Veutßcde»

Berlin, 5. Tez. Ter Kaiser hörte heute im Reuen Palais die Vorträge der ChesS deS Militärkabinetts und des AdmiralstabeS der Marine.

Ter Kaiser bat aus die Nachricht von dem kürzlich auf der Vulkanwerft in Stettin erfolgten Stapellaufe des Linienschiffe« .Ponimern" dein Oberpräsidenten Frei- Herrn v. Maltzan, bet die Taufe deS Schiffes vollzogen hatte, die nachfolgende Drahtantwort zugehen lasten:

Ew. Exzellenz Meldung über den glücklich vollzogenen Staopellauf meine« Lmieufchisies .Pommern" bat mich mit Freude erfüllt. Ich dm überzeugt, baß da« neue Schiß die alle lmbitiouelle vommerfche Treue bochhnhen »mb zu des Vaterlandes Schutz und Ehre jederzeit seine Psticht tun wirb. Wilhelm I. R."

Ter Reichskanzler Hatte für Heute Einladungen zu einem parla m e nta rischen Abend ergehen lasten. tvt Präsidien der drei Häuser waren vollstäiibig erschienen, ebenso überaus zahlreiche Mitglieder der drei Parlamente Vertreter des BundeSrateS, der Diplomatie, der Behörden, der Hosgesellichast, der Generalität, der Admiralität, der De- lehrten, der Künstler, der Finanzkceise und der städtischen Vehöiden.

Dem Reichstag ging der Gesetzentwurf pt, be- Ucffcnb den Serv iStaris und die Klasseneinteilung der Orte. Danach werden die ServiSbeträae in der ServtS- riaffc 3 unb 4 ab 1. Avni 1906 auf die Sätze der Servis- Haste 2 erhöbt. Die nächste Reviston des ServistanfS und der Klasteneinteilung soll mit Wirkung ab 1. April 1918 erfolgen. Dem Reichstag ging ferner zu der Gesetzentwurf, betreffend die Aenberung ' deS Gesetzes Aber Natural­leistungen für die bewaffnete Macht im Frieden. Danach soll künftig betragen die Vergütung für die Natural- Verpflegung pro M ann unb Tag für volle Tageskost mit Brot 1 Mt. (ohne Brot 85 Pfg ), für Mittagskost 52 Pfg. (ohne Brot 47 Pfg.), für Abenbkost 29 bezw. 24 Pfg, für Morgenkost 19 bezw. 14 Pfg. DaS Gesetz soll gleichzeitig mit der RelchSfinanzresorm in Kraft treten.

Stuttgart, 5. Dez. DaS Gesamtkollegium der königl. Zentralstelle für die Landwirtschaft beschäftigte sich gestern mit der Frage der F l eif cht e u e run g unb nahm einstimmig eine Resolution an, in der gesagt wird:

Eine allgemeine Fleischnot, wie von der gegen die derzeitigen Fleischpreise m« Veben gerufenen Agitation behauptet wirb, ist nicht nacbzmveisen. DaS Gesamikostegium neblet daher an die Regierung die dringende Bille, bei der Reicbsregierung dahm wirken zu wollen, baß die für unseren Biehstanb so dringend ge­botenen Schutzmaßregeln gegen die Einschleppung dou ceueben foroie die zur Zeit bestehenden Besiimmimgen für die Vieh- unb Fleischemtuhr in dem seitherigen Umfange bestehen ^leidem_______

§djuiurßcrid)t.

(th.) Gießen, 6. Dez.

Gestern wurb- gegen die lebige Arbeiterin lkatharina Riemenschneider wn Rsibbingshausen, roeld* am 26. Juli 1885 geboren ist und Unterkunft im dortigen Arm en Hause ge- funden hat, wegen Meineids nerhanbelt. Die Anklage vertrat Gerichtsissessor Dr. Hetzel. Als mcdizims.l?er Sachverständiger wohnte Mebizinalrat Dr. Öaberkam der Verhanblnng bet, iu der 16 Zeugen geladen waren. Der Mngeklagten wird> zur Last gelegt, daß sie am 6. Juni 1905 vor dem Schöffengericht Homberg in der Strafiache gegen Adam L<l>leich unb Johannes Hahn 171. von Nübdings''auren wegen gegenseitiger Körperverletz. ung, wissentlich unter Eid falsch zu Gunsten des Hahn aus- gesagt hat. Die Angeklagte betritt gestern ihre Schuld eie inmmerte und weinte währmd der ganzen Verhandlung. Hände- ringend und wehklagend schwätzt die Riemenschneider felbit bei ihr günstigen Bekundungen hinein und ist trotz aller V^msth' imgen nicht zu beruhigen. Die Deweisrufnabme gab em überaus h^istsiches und trübe§ Bild des Beieinanderlebens der Familien Schleich und Hahn III.. deren Hosraithen aneinander grenzen. Seit Jahren herrsckst bei den beiden der ärgste Unfriede und sie suchten sich gegenseitig d^s Leben so sauer als möglich zu machen. Am 19. März 1905 gegen OTbenb, als, wie die Elx- leute Schleich angaben, sie ausgehen wollten, wurde ihnen durch einen Steinwurs t*ne Fensterscheibe zertrümmert. Die Ehefrau will durch das Fenster gesehen haben, daß Hahn auf der Straw eiligst sich davon machte und tn ferne Hofraithe verschwand Beide Schleis begaben sich sofort auf die Straße und machten Hahn, der am offenen Fenster seines Hause- stand, Vorhalt es kam dabei zu einem kurzen heftigen Wortwechsel. Dahn ah sich infolgedessen veranlaßt, mit einem sogenannten Baum- chäler bew sfnet, aus dem Hause zu kommen, unb mm entwickelte ich eine Schlägerei, bei der sich -schleich einer Mistgabel bebt ernte. Tie feindlichen Rachham verletzten sich gegenseitig nicht unerheb­lich. Degen Körperverletzung mittel- gefShrl'chem DeMeuge mußten sich Schleich und Hahn in Homberg vor dem Schöffen- geridvt verantworten und m ,d,/ser Berlwndlung beschwor die Angeklagte R-, sie fei am fraglichen Abend um die kittsc^ Zeit von zu Hause gekommen, um Frau Hahn zu besuchen. Ws fie am SÄeich'schen Hause oder m beffen^äbe anlangte, habe sie etwa 50 Schritte vor demselben einen Mann bemerkt, vor dem sie sich gefürchtet h'be. weshalb sie wieder »urückgegangen seu Als sie dann aber wieder umgekehrt und ihren Weg an dem Schleich'schen und H-bn'sch^n Hause vorb-i, stirtgesetzt hat., habe sie hinter sich daS Klirren einer Scheibe gehört und es se, un- mittefb-r darauf ein Mann, brn sie nub< gekannt haben will, m der Richtung der Hofraithe des vürgermeistere an ,hr vorbei gelaufen. Sie sei noch ein Stück Weges weiter gegangen, dann wieder umgekehrt und habe gesehen, wie schleich und Hahn an- einander waren. Erst nachdem sie dies mit angesehen habe, se' sie in die Wohnung von hoh. Zah^t IV Fleute gkgangen Tie DnN ae nimmt an, da^ diese Bekundung unwahr ist, daß bi s"" enidmX an jenan SCknb ben SkrfaH t»r ben Dousem des Schleich und Hahn gar nicht wahrg-nommeu haben

Hiieri. Sic wäre ein Schlag inS Waffer.

Es ist anherroeiHq dafür gesorgt, daß der politische Dosienstreik in Deutschland zu den Kampfmitteln gehört, die gegen den Kämpfer wenden. Wie lebhaft auch im Bürger­in aller deutschen Bundesstaaten die Forderung nach einem xlzcmäßen Wahlrecht geteilt wird nirgends im Bürger- ter. würde der Massenstreik Sympathien finden. Schon bei fitm letzten Elektrizitätsstreik in Berlin trat daS deutlich in Kdifcn'inunq. Als eines Morgens die elektrischen Straßen- Bfch-en auch nur auf Stunden den Dienst einschränken fluten, als die Versorgung mit Kraft und Licht in den Strfflätten unb BureauS stockte, äußerte sich im Publikum ot c meiner Unwille über die Störung deS Verkehrs, und man IKdr Leute, die sonst aus ihren höchst radikalen Gefinnungen Ihn Hehl machen, auf den Straßen Heftig schelten über diese stach Streik unb 9lu§fperrunq enti'tanbenen lästigen Hemm-- tr.'cn. WaS wollen aber solche Unzuträglichkeiten bebeuten xcemüber der Kalamität eines Massenstreiks l In der soziak- ötiirfratifdien Presse lieft man oft über das .frevelhafte Jfcrel*, daS die Diplomatie treibe, und daß <§ die Llufgabe ^Irbeiterflaffe fei, der Bedrohung des Friedend sich zu w^eirsetzen. Hier sollen die Deutschen vor den »ewigen Be- tvni bigunqen" der Rüstungspolitik geschützt werden. Die 'Drohung des inneren Friedens mit dem Massenstreik ist nicht etwa sehr beruhigend? Ein Mastenstreik würde sich p allererst an der Arbeiterschaft rächen, durch Herabsetzung ki i$>öhne. Denn irgendwie müßte der kolostale Ausfall ir Wirtschaftsleben, bet noch so kurzer Dauer deS Masten- H, toieder einaedracht werden.

" --"' - -*

k nn, weil sie schon vorher, oder wenigstens zur Zett, all sich der Borf ll abfvielte, bereits in brr Zahrt sck'en Wohnung nwesend gewesen ist. Eine Reibe vm, Zeugen bestätigen biel, bestätiaen aber auch, daß bic Angeklagte dort bei Zohrl IV. von bt-m Vorfall erfahren hat. und daß erst baraushin die Riemen- schncider noch den betreffenden Hosraithen sich hinbegeben hat, um zu sehen. w-S dort sich zutrage. Die Angeklagte erklärt, sie habe, als man bei Zahrt von der StWäaern erzählt habe, verwundert gefragt: schlagen die sich denn noch und hinzugefügt, da wolle sie foefi zusehen. Don den damals anwesenden Per­sonen kann sich jedoch niemand mehr der Frage der Angeklagten entsinnen. Mehrere Zeugen, welche nahe bei Hahn und Sck)»eich wohnen, b ben das Klirren der zertrümmerten F-enster^cheibe an jenem Abend gehört und unmittelbar darauf auf die Straße g.-schaut, aber sie hätten nur die Mitglieder der Familien Hahn unb Sck^leich gesehen. Zeuge Johannes Hahn TTL wurde gegen den Einspruch des Staatsanwalts nach seiner Viwnehmuna vom Gericlnshof vereidigt: er erklärt, er habe an jenem Abend dos Fernster im Scktleich'schen Hause nicht eingenx'rfen, und er h.ibe den festen Glauben, dies h'be sein Rachbar selber getan, mir um ihm eins anbängen zu können. Der Zeuge bestreitet, dnß er die Angeklagte bewogen hätte, günstig für ihn zu zeugen. Ter Zeuge ist vom Landgericht Gießen in der Sach« mit bret Monaten drei Tagen Gefängnis bestraft, während Schleich, der vom ff ngerkht Homberg ebenfalls verurteilt nxjrben war, von der Gießener Strafkammer freigef Pro eben wurde, wen man ben üorgebticbten Einwand der Notwehr nicht roitKdcgt erachtet bitte. Betreffs der sozialim Derhältniste und der geisngen! Qualität der dlngeklagten wurde in der Deweisiufnahm« daS Folgende festgestellt: Sie hat von ihrem 6. bis 14. Jahre dle Dorfschule befudxt unb weder lesen noch sclneiben gelernt. Die Mutter der Angeklagten war ebenfalls, wie eine der Zeugen agt, eine dumme Frau. Tie Angeklagte protestiert zwar dagegen, daß sie dumm sein soll und erklärt mit Erregung, sie sei ht der schule genau so gefdyeibt gewesen wie alle ihre anderen Mitschülerinnen. In jungen Jahren mit fitfimpfen behaftet, ist, die Riemenschneider später in8 Armenhaus gekommen, hat im Sommer hin unb wieder gearbeitet, meistens aber sich ihre Nahrung erbettelt M tz'Unalrat Tr vaberkorn erklärt, daß der Aufenlh-ill im Armenhaus zu Nüt^iugshausen, da» er au» . igrner Ansckxiuung kennt, nidxt nur nirfyt erzieherisck>, sondern im Gegenteil, enisitilickxnd auf die Angeklagte gewirkt habe, er venveist darauf, daß die Riem -nsctmeider secl'S uneheliche Kinder geboren hat, darunter zweimal Zwillinge. Die Angeklagte sei m-etfeHo» im hoben Grade frfymadifinnig und sei sich, al» man fir in Homberg vernahm, der Dichl-akeit de» Eide» nitfa bewußt gewesen. Er habe die Person am Abend vor der Verhandlung daS erste Mal unterffubt und sie heute in der verhandlirngj beobarfnet und müste sagen, es beständen mindesten» sehr erheb­liche Zn-eifel, ob man. wenn die Riemenfchneid?r wirklich einen Meineid geleistet, diese für da» Verbrechen strafteckstlich vev- nnmirllich machen könne. Hierauf verzichtet StaatSonwalt unb

B.-rleidiger auf eine Reihe nock, nick« vernonnnener Zeugen. Den Gesck-worenen wird die Schuldftage wegen Meineids vorgelegt. O^richtsasiessor Dr. Hetzel erklärt, daß nach dem Gesetz eine flr?fbarc Handlung als nicht vorhanden anzusehen ist, wenn der Täter zur Zeit der Begehuw, der Handlimg sich u. a m einem Zustande krankhafter Störung brr Geistestätigkeit befand, durch welcku-n seine freie WillenSbestiinmung au»aesck>lossen war. Ter Eackwerstckndige habe erklärt, daß bei der Riemenschnelber mit bolrr Wahrs^inlickiikeit dieser Fall gegeben fei, auch müsse selbst im Zweifelssall zu G"nsten der Angeklagten entschieden werden. Die Frage, ob die Angeklagte wissentlich ihren Eid vev» letzt hat oder nirfrt, sei nach Lage der Sache hier unnötig »n er­örtern. Der Antrag des Dertreter» brr Staatsbehörde geht dahm, die Schuldfrage zu verneinen. Dem kfilitfa sich die Derteidiguna mit wenigen Worten an. Die Geschworenen fällen ihren Walwsvruch demgemäß, worauf daS Gericht einen Frei­spruch fällt und die Haftentlassung der Riemenschneider ver­fügt. Die unglückliche Person hatte offenbar keinen Begriff, daß sie damit vor dem Zuchthause bewahrt bleibt, denn sie er­klärte noch zum Schluß händeringend und unter Tränen, sie wolle lieber sterben, als sich setzen lassen und begriff auch Me Situation nicht, als ihr vom Gerichtstische au» gesagt wurde,

Em gerngenannter,

lieber Bekannter

ist:

W

Keuft nur

Nur echt mitDreieck-

/iCö0\ ...........

Marke auf der Sohle.

,ii i» i