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155, Jahrgang
Nr. 280
Zweites Blatt
Dienstag 5. Dezember 1905
Giehener Anzeiger
Urfchetnl ttgllä) mit Ausnahme deS Sonnlagfi.
Die w6ieftenet Samlllenblätler* werden dem e91rnr,QCT niennal wöchentlich betqelegL Der ^hklstjch« £ao»wur erlcheuu monailid) emmaL
Redaktion, Exveditfon a Druckerei Ädniffh-1, leL IRl 6L ielegu*'210u. tintig ei Lieb«.
RoiaNon^druck und Verlag der 8rfl6f IdttN
UniverfudteönidertL ‘X Lang«. Öieem.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Lietzen.
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Berlin. 4. De;. Ter Kaiser traf heute mittag, von Naschen kommend, in BreSlau ein und begab sich nach der Kürassierkaserne, wo bei den Leibknrassieren Frühstücks- laiel flottfonb. Beim Frühstück überreichte er dem Osftzier- forpfl sein Bild. daS ihn in der Paradeuniform der Leib» kürassiere darstellt. Am Abend traf er in Wildpark ein.
— Tie Kaiserin hat heute im Neuen PolaiS die fün' po«m japanisch-russischen Kriegsschauplätze znrückgckehrten Aerzte rmptanßfn, die seinerzeit vom Zentralkomitee deS Roten slieuzeS zur Unterstützung deS MilitärsanitätSwcsenS bei der Manischen und russischen Armee entsandt waren, und zwar °Jr.of. Dr. Heyl e und Tr. Filiig, die beide beim japa- »üchen Samtäiswesen tätig waren, sowie Oberarzt Tr. Brentano. Oberarzt am Urban-Krankenhause, Tr. Schütze nr b Tr. CohnerS, die in Charbin milgewirkt haben.
— An daS preußische Staatsministerium sind Eingaben c-euichtet worden, in denen die Bekämpfung der Besin, bungen des amerikanischenTabaktriisteS in Deutsch- laind angeregt und der Erlast einer gesetzlichen Vorschrift, binrd) die das Kutscheinsystem unmöglich gemacht werde, als no: wendig bezeichnet wurde. Tas Staatsministcrinm hat fiurratif umfassende Erhebungen angeordnet und die M^ierungSprasidenten zur Berichterstattung veranlastt. Gegen» roi rtig sind die prenstischen Handelskammern mit der Abgabe oon Gutachten beschäftigt.
Posen, 4. Dez. Geg^n den Ehesredakteur der freis. »Pos. Ztg.", Tr. Ritter, qf wegen eines Artikels über b,-i Kaiser das Strafverfahren wegen Majestätsbclei- b i.g u n g eingeleitet worden
Dresden, 4. Tez. Die „Sachs. Arb. Ztg." schreibt heute Abend, der Wahlrechtslampf werde in ver- sctörster Form weitergehen. Das Blatt deutet an. bn Massenstreik um die Wahlrechtsreform stehe benot, die Arbeiter warteten nur auf einen Ruf dazu. Das sti keine leere Drohung. Es wird an die Nationalliberalen im Landtag appelliert, durch ihr Einwirken auf die Ncgier- Unq den Generalstreik mit seinen wirtschaftlichen Folgen über- flüssig zu machen, lieber die gestrigen Verwundungen tPirb bekannt, dah einem Mann daS Ohr zlim Teil abge- fjanen ist. andere erhielten Verletzungen durch Säbelhiebe an Slnnncn, Deinen und am Kopf. Auch der Schlagring wurde pe!»raucht. Die Polizei wurde mehrfach mit den Rufen „ihr llolaken" empfangen. Tas genannte Blatt betont, die ktirastendemonstration sei rein spontan gewesen.
Eisenach, 4. Dez. Bei den Gemein beratS- wohlen wurdeu 14 von den ve re inigten Freisinnigen und natio nal libe ra l e n gemeinsam auf- geile litt Kandidaten, unter diesen 2 Sozialdemokraten, mit prt'ster Majorität gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 84 Prozent.
Karlsruhe» 4. Dez. Gestern fand hier eine Be- spwchung der Führer der Block-Parteien statt, um ein gemeinsames Vorgehen in dem Landtag zu be- ralotn. Man war sich darüber einig, das taktische Bündnis de«! Blocks fortbestehen zu lasten und die liberalen Aktionen in der Kammer gemeinsam zu unternehmen teimnach wird der Block die 1. Präsidentenstelle besetzen, während der Sozialdemokratie die 2. Vizepräsidentenstelle zu- fällt. Die Vereinigung wird zunächst Interpellationen über bie Fleischteuerung und über bte RheinschiffahrtS- Abgaben einbringen.
— Die Landesversammlung der National- (oktalen Badens blickt mit Genugtuung auf die im Wahl- tonipfe bewirkte taktische Einigung der liberalen Kruppen, und beauftragt in einer Resolution den Vorstand ibnfS LandeSauSschusteS, mit den Landesoorständen der üb» nrpm liberalen Parteien unter Hinweis auf ähnliche Vorgänge in •Slfafj-Sothringen und Bayern über die Frage der Schaffung tnwS gemeinsamen liberalen Mindestprogramms sür Baden unter Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der ein- |?lnen Parteien ins Benehmen zu treten.
München, 4. Dez. Bei den heutigen ©emeinbe- rattSwahlen wurden gewählt: 11 Liberale, 5 oder 6 Sozial- ):rnofraten und 4 ober 3 Klerikale. In vier Wahlbezirken gingen Liberale unb Sozialdemokraten zusammen; infolge- kfien unterlag der Führer der Antisemiten und ein
klerikal-antisemitischer Parteigänaer. AuSzuscheiden hatten 9 Liberale, 1 Parteiloser und 10 Klerikale.
Licer unb A ottr.
Berlin, 4. Dez. Am Sonntag nachmittag starb bn Generalstabsarzt der Armee, Prosestor Tr. von Leulhold, Leibarzt bc6 Kaisers.
— Der Gei'anitvorstand des deutschen Flottenoereins hat nachstehende Resolution angenonmien: Tie ©rfnhrunqcn deS rust.-japan. Krieges unb der Ernst der weltpolitischen Lage weisen oon neuem dringend aus die N o t w e n d i a k e i l einer verstärkten Rüstung zur See im Intereste der Sicherung unseren Landes und zur Aiisrechterhaltuna tmferei Machtstellung hin. ES ist deshalb Aufgabe deS deutschen Flottcnvereins. dahin zu wirken, dast der Reichstag die neue Marine-Vorlage nicht mir annimmt, sondern über bie Forderungen der verbündeten Regierungen hinaus- gehend daraus dringt, das; jährlich mehr Ersatzbauten für bie minderwertigen Schiffe auSgeführt werden. <Tie Zerren vom Flottenverein hätten sich diese Resolution sparen können. Wenn der Reichstag die Wünsche der Regierung erfüllt, die wahrlich wissen muh, waS imS not tut, dann haben Deutschlands Steuerzahler schon genug zu leisten. T. Rd.)
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Paris, 4. Dez. (deputiertenfammer.) Ministerpräsident Rouvier protestiert gegen SembatS ÄuSführ- linken vom vorigen Freitag zu Gunsten der rulsischen Revolutionäre. Allard (Soz.) erklärt: Wir sind mit den russischen Revolutionären solidarisch. Rouvier erwidert, die Regierung bleibe der befreundeten und verbündeten Nation treu. In Rußlands innere Politik Haden wir unS nicht einzumischen.
— Därouläde Hielt gestern in Chantilly eine Rede, worin er erklärte, Frankreich sei keineswegs unfähig, einen Krieg zu unternehmen. ES könne sich nicht Deutschland zu FüsieN werfen. Die Unterstützung Englands fei Frankreichs bester Schutz. Er erklärte ferner, Frankreich wüste der Gefahr offen inS Auge schauen und sich sagen, daß daS Vaterland in Gefahr stehe.
Wien, 4. Dez. Im Abgeordnetenhause traten heute der Südslawe Schuklfe und der Italiener Lanassi für daS allgemeine Wahlrecht ein. Ter Obmann des PolenklubS, Graf D^iediiSzycki, sagte, dem allgemeinen Wahlrecht wüste eine Reform der Geschäftsordnung vorauSgehen. Das allgemeine Wahlrecht können die Polen mir unter der Voraussetzung der nationalen Autonomie, der Verringerung der Kompetenz deS ReichSrateS und der Bewilligung der Galizien entsprechenden Zahl der Mandate prüfen.
Tokio, 4. Dez. Die Zeitung .Koknmin" schreibt: Die Thronrede deS deutschen Kaisers ist eine Aussprache, wie sie so leicht keiner nachmacht, sehr geschickt und sehr energisch. Die Stelle über Japan muß daS Volk und die Regierung mit Freude und Dankbarkeit erfüllen. Wir versprechen, daß wir deS Kaisers Erwartungen nicht täuschen, sondern unS vielmehr mit aller Ära ft unseren Kultiiraiifgaben widmen werden. Mögen andere Deutschlands Politik mißtrauen. Wir erklären, daß unsere Regierung und unser Volk Deutschland richtig verstanden haben unb von Deutschlanb richtig verstauben werben. Die Beziehungen zwilchen beiben Länbem werben immer wärmer unb eS gereicht unS zur großen Freube, baß bie THonrebe uns Anlaß gab, baS auszusprechen, was wir längst aussprechen wollten.
Aas ZstlSt mrS lanfi.
Gießen, ben 5. Dezember.
•* Personalien. Se. Kgl. Hoh. ber Groß Herz og haben ben Ministerialsekretär Kuhl zu Darmstabt zum ständigen juristischen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium ber Finanzen, Abteilung für Steuerwesen, mit bem Amtstitel Oberfinanzastestor ernannt. — Se. Kgl. Hoh. ber"Groß- Herzog haben bem Oberkonsistorialsekretär Hermann Sonne zu Darmstadt den Charakter als ,fRaP erteilt. — Bestätigt wurde der von dem Grafen zu Psenburg unb Büdingen in Meerholz auf die 1. Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Langenbergheim im Kreise Bübingen präsentierte Schullehrer
Emil ll 11 m a n n zu WemngS, in demselben SUcqe, für diese Stelle.
— Erledigt ist die Stelle des Kontrollbeamten der Lokalkastestellen für den Kontrollbezirk Mainz.
"Vorträge au« der Altertumswissenschaft. Im dritten der diesjährigen Vorträge erzählte Prof. Sauer oon Ungeheuern und Scheusalen, die im Volksglauben der alten Griechen eine bedeutende Rolle spielten und demgemäß auch ihre Kunst beschäftigten, und zeigte in Lichtbildern eine Auswahl solcher Wesen, in der übrigens auS äußerlichen Gründen noch manches wohlrenommierte Ungeheuer fehlte. Ter Vortragende, der zur Erläuterung dieser fremdartigen Gestaltenwelt mit Vorliebe bie Erlebnisse unb Aeußerungen Fausts und Mephsttod in ber klassischen Walpurgisnacht heranzog, legte den Hauptwert darauf klar zu machen, wie sich die Kunst zu den schwierigen Problemen stellte, wie sie manchen Scheußlichkeiten ganz auSwich, andere mit resolutem Naturalismus höchst eindringlich vor Augen führte, wie sie in den meisten Fällen geschickte Mittel fand, das Grauenhafte zu mildern, daS Unnatürliche glaubhaft zu machen, allen diesen Geschöpfen aber früher ober später ihren Anteil an der klassischen Schönheit verlieh, die sie den Sterblichen wie ben hohen Olympiern schenkte. — Die beiden letzten Vorträge, der be5 Herrn Professor M. L. Strack Über „das antike ©elb* und der musikalisch-deklamatorische, indem antike Dichtung unb Musik direkt zu modernen Ohren sprechen sollen, werden im Januar slattsinden.
" Der gestrige Vortrag über Südwestafrika war sehr gut besucht, und bie eingehenden unb sachkundigen AnSfühiungen des MissionSmspektorS Ha ußl eiter wurden mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. Wir werden darüber eingehendere Mitleiliingen bringen.
/\ Friedberg, 3. Dez. Eine Ausstellung der vorn Ernst-LudwigS-Verein, Zent verein für Errichtung billiger Wohnungen in Hessen, preisgekrönten und angekauften Dkodelle und Entwürse von billigenWohnungen wurde heute mittag in dem Saale ber Gewerbeschule eröffnet. Kreisrat Fey, der sich um daS Zustandekommen der Ausstellung sehr verdient gemacht hat, hielt eine Ansprache, in der er auf bie hohe Bedeutung der Bestrebungen beS Ernst-Lubwig- VereinS für das Wohl ber geringer Bemittelten hinwieS. In Friedberg seien schon seit Jahren derartige Bestrebungen im Gange, die auch bereits zur Gründung von Bauvereinen geführt und segensreich gewirkt hätten. Er hoffe, dah die Bestrebungen zur Herstellung billiger Wohnungen sich im ganzen Kreis ausbreiten mögen. Dann erfolgte bie Besichtigung ber Ausstellung. Allgemeinen Beifall fanben die ausgestellten Pläne des Hochbauamts Friedberg, die Entwürfe von Schulhäusern, Forstwart- und Ausseherwohnungen (in Marien- fchloß) darstellten. Die Ausstellung dauert 14 Tage.— Zwei angesehene und allgemein beliebte Bürger unserer Stadt wurden dieser Tage unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet, nämlich ber frühere Kreisarzt Medizinalrat Dr. Mathias, der im Frühjahr in den Ruhestand trat, unb Taubstmnmenlehrer I. Schneiber. Als Ehrensekretär beS Maintalsängerbundes und Dirigent beS Gesangvereins Lieberkranz war Letzterer eine bekannte Persönlichkeit. Zahlreiche Kränze wurden an seinem Grabe niedergelegt, z. B. vom Leiter ber Taubstummenanstalt, von Schülern beS Entschlafenen, vom Maintalsängerbunde und vom Gesangverein Liederkranz.
Klein-Krotzenburg, 3. Dez. Der in einer Offenbacher Holzschneiderei beschäftigte 23 Jahre alte Arbeiter Eduard Hopp von hier wurde abermals auf ber Landstraße zwischen der .Tannenmühle^ und Hainstabt von zwei Wegelagerern überfallen, von seinem Rabe heruntergeriffen, schwer mißhanbelt unb seiner auS etwa 18 Mk. deslehenben Barschaft beraubt.
Frankfurt, 4. Dez. Eine rege Propaganbatätigkeit entfalten hier bie Rednerinnen des Verbundes Fortschrittlicher Frauenoerei ne. So hielt Lida Gustava Heymann einen Vortrag über bie Sittlichkeitsfrage, ber zur Gründung eine« ZweigvereinS der Internationalen abolitionistischen Förderation führte. Dr. jur. Anita Angspurg sprach über kommunales unb politisches Wahlrecht der Frauen.
Kleines Keuilleton.
— AusFrankfurt a. M., 3. Dez., nrirb uns geschrieben: Durch bie Mlehnung, die Bcycrlein's r o fc f n e d)t" 7 Hamburg erfahren hat, mag man, wie das ja begreistich ist, -iluns des Premieren-Publikums, das mit peinlicher Gewissen- rfttigfeit keine Rezension zur Stärkung seines Urteils ungelesen '.ißt, mit einem gewissen Vorurteil zur Aufführung gekommen ''■in Um so erstaunlicher waren die ziemlich spontanen Beifalls- ‘.U mgebungen, die den beiden ersten Akten des in seinem Milieu io Mark verfehlten Werkes folgten. Trotz aller quälenden Breite, .'n ewigen Wiederholungen, und ben unmöglichen Philosophen rdo Gefühlsästheten, die Beyerlein da inS Bauernmieder unb in >n. Pferdestall gesteckt hat, zeigte man sich den Eindrücken ein» •torcr Effektszenen und Stimmungsmomente gegenüber äußerst .'•rJiRmr, unb erst der unbegründete, gewaltsame Schluß des irren Vorgängern gegenüber fo ungeschickt gezimmerten Dramas ■bo ber Opposition die Oberhand, die ihrer Mißstimmung die ?üc;el schießen ließ. Salonbauern, denen die Erdluft fehlt, spinti- ’im:?nbe Köpfe, die zum Teil sogar im Spital Ibsens krank ge- Irgtffl haben, das sind bie Menschen auf bem Kloster Hof, Menschen, Alt benen der gefeierte Autor des Zapfenstreichs" fernen dem uHfber Anton in Hebbel's „Maria Magdalena" entlehnten Ge- t-rafen beweisen will, der da in den Worten gipfelt: „Darüber formt kein Mann hinaus!" Aber nicht nur, daß seine Sisy- tfi-iSiirbeit in all ihren Begleiterscheinungen ben Stempel des CuWmmgcnen, Gekünstelten trägt, er hat auch ein herzlich ble'chtes Vühnenwerk gesehrieben, das seinen literarischen Ruhm tidr't vermehren nrirb. — Der Darstellung und ber Inszenierung iucch Herrn Quincke gebührt, ber Löwenanteil des Beifalls b-rn Bauer zeichrrete den Großknecht in Gebärde und Ton mit
seiner stets charakteristischen und eindrucksvollen Gestaltungskunst.1 Auch Fräulein Rabitow bot schauspielerisch eine fesselnde Leistung, wenngleich ihrer Sprache, und ihrem Wesen der derb realistische Zug fehlte. Sehr lobimSwert spielten F-rau Freund, Fräulein Klinkhammer und Herr Krall.
— Die 2i d>t ef f ef te auf der Bühne haben in den Großstädten seit Einführung des elektrischen Lichtes an Mannigfaltigkeit wesentlich gewonnen. Mit einem Lächeln des Mitleids blickt der Theaterkurrdige, der unfern alten Stadttheatersaal besucht, wie in eine alte Zeit beim Schauen ber Beleuchtung unserer Bühne. Was heute aber geleistet werden kann, das zeigt beispielsweise die elektrische Bühneneinrichtung des neuen Stadt- theaters in Nürnberg. Wie bei allen^Theatern unterscheidet man auch hier Oberlichter (Soffitten), Seitenlichter (Külissen), Rampenlichter lF-ußrampen) und Versatzkörper. Die Ober-, Seiten» und Rampen-Lichter, die zur allgemeinen Beleuchtung der oberen und seitlichen Teile, sowie des Fußbodens ber Bühne bienen, sind schmale langgestreckte Gestelle und werben mit regulierbarer Iarbenveränberung dadurch ausgestati t, daß mehrere Sätze, meist weiß, rot ober grün gefärbter Glühlampen angebracht sind Die Soffttteickörper, welche über ber Bühne hängen, erhalten eine Vorrichtung, bie ihre Verdrehung gestatten. Ebenso können die Kulissenkörper mit Drehvorrichtungen ausgestattet werben, sodaß bas Licht auf bestimmte Punkte zu richten ist. Die Versatzkörper sind verschiedenartig gefärbte leidxt transportable Beleuchtungskörper, bie eine ihrer Größe entsprechende Anzahl von Glüh- lampen enthalten. Man unterscheidet einfarbigen Versatz, der tur weiße Lampen enthält, unb mehrfarbigen, in dem sich verschieden gefärbte Lampen befinden. Der Versatzkörper ermöglicht an einiel..iii Stellen der Bühne besondere von ber Allgemeinbeleuchtung unabhängige Lichteffekte und wird oorzugÄveisc zur.
Beleuchtung einzelner Dekorationsstücke und für Transparente angewenbet. Auch der Scheinwerfer hat seit langem schon, ein Vühnenrecht erworben, und wenn wir eine romantisch vom Mond- licht beschienene Landschaft, wenn wir die Alpenriesen, wie im Teil, erglühen sehen, dann wird ber kundige Theatermann wissen, baß der Versatzkörper und Scheinwerfer dabei im Spiel sind, diese schönen Theaterillusionen zu erzeugen.
— Eines wohsbekannten, teuren deuffchen Mannes vortreffliche erzählende Werke werden Heuer sich auf manchem Weihnachtstische finden. Erst im letzten Fabre ist uns Theodor Fontane durch reiche Spenden seines Ncnttasses wieder so ganz in ber Fülle des künstlerischen m>d menschlichen Gehaltes näher getreten, daß gerade jetzt bie Sammlung seiner Schriften, welche -bie dem Dichter so nahe stehende Verlagshmblung von F. Fontane u. Co. in Berlin veranstaltet, dankbarste Leser finben wirb. Die erste Serie der „Gesammelten W e r f e", die Romane unb Novellen des Dichters enthaltenb, liegt nun in 10 schön cnisgestotteten Bänden vollendet vor, ein Lebensinhalt, ber so leicht nicht auszusckiöpfen ist. In seiner mannhaften nationalen Gesinnung unb doch das ganze Geistesleben einer großen Periobe verstehend, erkennen wir ben Dichter in „Vor dem Sturm", unb mit ber heiteren Ruh- bes Weisen schließt er in seinem „Stechlin" bie schöpferische Tätigkeit ab. So bilden diese Bande das sck)önftc Weihnachtsgeschenk für den gebildeten Leser.
— Der Bandes Kronvrinzen-TheaterS nm Nollendoriplatz zu Berlin ist begonnen worden. Das für 1100 Vertonen berechnete ^heaier soll innerhalb eines ^abreS fertig- gestellt unb im Spätherbst nächsten Jahres eröffnet werden.


