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Friedrich Bauer, .aseruensllWe v.
Braves Mädchen vom ejuchl, Walliorsiraße 71. Gin Mädchen für hier, 18 ihre, zu 2Leutensof. gesucht üüklenberger,§ellcrsw.67.
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Freirrrg 5. Oktober 1905
155. Jahrgang
Zweites Blatt
srr. S35
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.
Lei. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
Erscheint tLgüch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Hießen« KamlNenblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hesstsche LaAd»trt" erscheint monatlich einmal.
Apothekeuschluß an Sonntagen.
Die Besitzer der drei Gießener Apotheken haben sich dahin verständigt, daß von Sonntag nachmittag 4 Uhr bis Montag früh 7 Uhr abwechselnd immer nur eine Apotheke offen gebalten wird. An Sonntagen, an denen die Detailgeschäfte bis 7 Uhr abends offen sein dürfen, sollen auch die Apotheken so lange offen bleiben. DaS KreiZgesundheitZamt, daS von der Großh. Negierung hierüber gehört wurde, hat nichts dagegen, sofern geeignete Maßnahmen getroffen werden, um "leicht erfahren zu können, welche Apotheke jeweils offen ist. Auch die Stadt ist aufgefordert worden, sich über die Sache zu äußern. Die Finanzdeputation ist prinzipiell mit der Maßregel einverstanden, schlägt aber vor, daß ver- suchsweise zunächst nur eine Apotheke geschloffen werden soll, einmal, weil die Entfernung der einen Apotheke von den beiden anderen sehr groß ist, sodann, weil die Errichtung einer vierten Apotheke bald nötig sein werde. Wenn diese vorhanden sei, könnten dann immer 2 Apotheken offen und 2 geschloffen sein.
Stadtv. Krumm hält an Sonntagen die Offenhaltung nur einer ?lpotheke für genügend. Der Umsatz der Apotheken sei an Sonntagen sehr gering, so daß man den Apothekern eine vermehrte Sonntagsruhe wohl gewähren könne. Man solle doch bedenken, daß auf dem Lande die Entfernungen zu den Apotheken noch viel größer seien.
Oberbgm. Mecum bemerkt, die Finanzdeputation habe sich bei ihrem Vorschlag nicht durch die Rücksicht auf die Bequemlichkeit deS Publikums leiten laffen, wie Stadtv. Krumm annehme, sondern mit Rücksicht auf die rasche Beschaffung von Medikamenten in dringenden Fällen so beschloßen.
Stadtv. Löb er hält eS für genügend, nur eine Apo«, theke offen zu halten.
Stadtv. W a l l e n f e l S meint, der Antrag der Finanzdeputa- Hon sei doch berechtigter, als man hier anzunehmen scheine. ES handle sich vielfach doch um recht große Entfernungen und nicht jedermann habe dienstbare Geister zur Verfügung.
Stadtv. Dr. Hab er körn hat kein Bedenken gegen die Offenhaltung nur einer Apotheke. Die Mehrentfernung vom Kreuzplatz bis zur Frankfurterstraße sei nicht so bedeutend, als hier gesagt werde, auch wiße der Arzt, wenn er in dringenden Fällen gerufen werde, meist schon, um waS eS sich handle und habe Mittel bei sich, den Kranken zu helfen. An dem Gutachten deS KreiSgesundheitSamtS habe er nicht mitgewirkt, da er damals abwesend gewesen sei, aber er sei völlig damit einverstanden. Selbstverständlich müßte SamStag in der Zeitung bekannt gemacht werden, welche Apotheke offen sei und an der geöffneten Apotheke sei ein entsprechender Anschlag anzubringen. Von medizinischer Seite sei gegen den Vorschlag der Apotheker kein Bedenken vorhanden.
Stadtv. Schaff staedt erklärt, nach diesen Ausführungen solle man dem Verlangen der Apotheker entgegenkommen, ebenso
Stadtv. Eichenauer, der darauf hinweist, daß ja auch ein Arzt nicht immer gleich zu haben sei.
Stadtv. Petri hat Bedenken, auf einmal gleich zwei Apotheken zu schließen und schlägt vor, zunächst versuchsweise nur eine zu schließen.
Die Stadtv. Krumm und Gabriel sprechen sich füt
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 5. Oktober 1905.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Eurschmann und Georgi und die Stadtverordneten: Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Euler, Gabriel, Dr. Gutfleisch, Dr. Haberkorn, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Löber, L00S, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schaffstaedt und Wallenfels.
Mitteilungen.
Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Mecum, teilt mit, daß eine Einladung zur Einweihung deS neuen Museums im alten Schloß (am 14. Oktober) vorliege und bittet um zahlreiche Beteiligung an der Feier. — Ferner macht er die Mitteilung, daß er dem von der Versammlung erhaltenen Auftrag entsprechend mit den Stadtverordneten Wallenfels und Petri dem Geometer Euler die herzlichsten Glückwünsche der Stadt zu seinem 100jährigen Geburtstag ausgesprochen habe. Euler habe seine Freude über den ihn betreffenden Beschluß der Versammlung ausgesprochen und laße dafür herzlich danken.
Neubau de8 Stadttheaters.
Oberbürgermeister Mecum berichtet, daß die Theaterbaukommission die Pläne für den Neubau mit geringen Aenderungen am 27. Sept, gutgeheißen habe, sodaß nach Ausarbeitung der Detailpläne in kürzester Zeit an die Ausführung herangetreten werden könne. Zunächst sei der Abbruch deS auf dem Bauplatz stehenden alten Gebäudes, sowie der Abhub deS Humusbodens (etwa 1800 ccm) und das Fallen der Bäume und Sträucher notwendig. Bezüglich der ersteren Arbeit seien bei dem heutigen Termin zwei Angebote eingelaufen und zwar biete Abermann u. Kling 300 Mk. und Dachdeckermeister Lapp 100 Mk. Auf Antrag des Oberbürgermeisters wird ersterem die Arbeit zugesprochen. Für den Abhub des Bodens und daS Fällen der Bäume und Sträucher fordert Bender 1871 Mk., Abermann u. Kling 1890 Mk. und JohS. Hofmann 1410 Mk. Da eS wünschens-
Kteines Ieuisseton.
— Der Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmusik am großh. Hofth""'7 zu Darmstadt, Emil Werner, beging am 5. Oktober " 60. Geburtstag. In Danzig geboren, begann Wern, r Künstlerlaufbahn in Elbing und kam über Bromberg und .. ; cn das Wiener Karl- und später an das Münchner Gärtn-erplatz--Theater. 1867 folgte der Künstler einem Rufe als erster Charakterdarsteller an das Darmstädter Hostheater und seit dieser Zeit gehörte Werner ununterbrochen diesem Künst- rnstitutc als Schauspieler und späterhin auch als Regisseur und Direktor an. Die Leitung der Darmstädter Hofbühne ist Werner 1894 nach dem Abgänge Münzers, des einstmaligen Berliner Schauspielhaus-Regisseurs, übertragen worden. _
— Wie die „Nat.-Ztg." berichtet, wird sich binnen Jahresfrist auf dem Nollendorsvlatz zu Berlin ein neues Theater erheben, das den Namen „Kronprinzen-Theatett unv als Direktor den früheren Leiter des Berliner Theaters, Alfred Halm erhalten soll. Das „Kronprinzen-Theater" will keine einseitige literarische Richtung befolgen, sondern das Repertoire 10- zusagen ganz umfassen: von den Klassikern bis zum Bolks- stück „Aber trotzdem soll es ein durchaus erstklassiges Jnltitut werden, in dem auch die ernste ftcmzosische Komödie cm Denn finden wird", erklärt Halm. Eine Skizze des Theaters zeigte, d'ß man beim Betreten des Etablissements zuerst m einen großen Konzertsaal gelangt, von dem eine Prackittteppe, zu dem Theater selbst führt, das mit vornehmer Eleganz und leglichem Komfort 'ausgestattet werden wird Wu-Halm ve^rchert, ,oll fr-ra jyiy Haus im Herbst des nächsten Jahres eröffnet werden.
prinzipielle Seite der Frage zur Sprache gebracht worden sei, barrtit die Sache richtig gehandhabt werde. Oberbgm. Mecum schlägt vor, die Kommission zu ermächtigen, Be- । Müsse selbständig zu fassen bei Gegenständen,die sie nicht für . so wichtig halte, daß sie vor die Stadtverordneten zu kommen , hätten. Deig. Georgi bittet, keiner: besonderen Beschluß zu fassen, da cs schwer festzustcllcn sei, was so wichtig sei, , daß es der Versammlung unterbreitet werde. Man solle cs der Theaterbaulommission deshalb überlassen, in eiligen Fällen selbständig zu beschließen. — Die Versammlung rst ■ hiermit einverstanden.
Mit einem Anttag des Oberbürgermeisters, zunächst einen Kredit bis zu 5000 Mk. für die Vorarbeiten zum Theaterbau zu eröffnen, erklärt man sich einverstanden, ebenso mit einem Zusatz zu dem Vertrag mit der Zement- fabrik, nach dem bis zu 50 Waggons Zement zu dem alten Preis mehr geliefert werden sollen.
Bauangelcgenheiten und dergl.
Ein Dispensationsgesuch des W. Seipp UI. für die Roonstrahe wird seitens der Versammlung befürwortet, ebenso zwei solche für den Warenhausneubau der F i r m a S a l 0 m 0 n in der Schulsttaße. Auch ein Gesuch des Peter Ge rb er, der in der Schützensttaße außerhalb des Bebauungsplanes ent Brunnenhaus errichten will, bTcnf)t^efüriüDr tet wird auf Anttag der Baudeptltation ein Gesuch des Georg Bichl er, der in der Walltorstraße ein Hintergebäude errichten will, da der verbleibende Hofraum zu klein würde. Ablehnung findet auch ein Gesuch des Karl D e il für die Marburgerstraße, da das beabsichtigte Kontorgebäude an der Flucht der neuen Sttaße unschön wirken würde.
Bezüglich des Baugesuches der L. Rothenberger Witwe fiir den Neuenweg ist die Kommission nicht schlüssig geworden. Es handelt sich darum, ob der Neubau in die Fluchtlinie der Nachbarhäuser, oder in die jetzt bestehende Flucht gestellt werdet: soll. Das Großh. Ministerium hat sich im Interesse der Erhaltung des historischen Sttaßen- bildes für letzteres ausgesprochen. Aus Anttag des Stadtv. Jughardt wird die Sache an die Baudepittation zurückgewiesen.
Einem Gesuch beS I. Atzbach um Pfasterung emes Ueberganges in der Marburger st raße soll dadurch entsprochen werden, daß ein Streifs in der Mitte„ der projektietten Ringstraße gepflastert wird. Atzbach soll cS überlassen bleiben, von hier bis at seinem Neubau selbst eine Pflasterung Herstellen zu laM. Stv. Wallenfels regt dabei die Herstellung eines erhöhten Fußsteiges an, worauf Oberbgm. Mecum erwidert, daß rechts bereits ein erhöhter Fußsteig vorhanden sei. Die für die Pflasterung erforderlichen 150 Mk. werden bewilligt.
Für die Wiederherstellung der Holzfassade am Frey sch en HauS, Neuen Bäue 9, waren ursprünglich 800 Mk. vorgesehen, wovon Stadt und Staat je 250 Mk. und den Rest der Besitzer tragen sollte. Die Ausführung stellte sich aber auf 915.01 Mk. Hiervow hat der Staat ein Drittel übernommen und die Stadt soll daS gleiche tun, so daß 38.33 Mk. mehr zu zahlen sind. Die Versammlung ist damit einverstanden, nachdem Stv. Löber erklärt hat, was zu Tage getreten sei, sei nicht hervorragend, aber bei dem geringen Bettag wolle er kein Veto einlegen.
Anläßlich deS Neubaues der Häuser Sonnenstraße 18, 20, 22 ist die Frage einer neuen Baufluchtlinie für d ie Sonnen st raße geprüft worden. Die Deputation kam zu der Ansicht, daß bei den in Frage stehenden drei Häusern eine Aenderung der Fluchtlinie nicht erforderlich sei, womit
— „D e r F r a n k s u r t e r F r i e d e", Vaterländisches Schauspiel rn fünf Aufzügen, das zu Frankfutt a. M., Versailles und Rom (1866—1870/1) spielt, ist soeben von Betthold Roy m CharlottenÜurg vollendet worden. _
— Be hrings neues Tuberkulose-H e:lv erfahren. Professor v. Behring erklärte einem Mitarbeiter des Pariser „Matin", er habe auf dem bekanntlich z. Z. in Paris stattfindenden internationalen Tuberkulose -Kongreß keine Mitteilung über die von ihm gefundene neue Heilmethode gemacht, weil ihm Kongresse der etwas unruhigen Stimmung wegen überhaupt nicht für technische Demonstrationen geeignet erscheinen Aber er könne sagen, daß er spätestens un Au g n st nächsten Jahres seine neue Hetlmethode bekannt geben werde Dieselbe berul)e weder auf einem e>erum nocy auf einem Impfstoffe. Es handele sich um ein Mittel, welches nicht bloß Vorbeuge, sondern auch Helle. Er werde, we er es bei dem Diphthettesercim getan Habe, eme Zell lang das Geheimnis dieses Mittels für stw behalten. Er werde, w:e er es schon bei den Leitern des Pasteur'ichcn Jnstttuts getan fra6c, allen seine Methode auseinanderietzen und es den Aerzttn überlassen, sie anzuwenden, aber otyuc die Natur des Mlltels leibst ,u ewhüllen Denn er glaube, eine Zell lang den Gewann aus seiner'Entdeckung für sich behalten zu dürfen da ihm dies aestatte sich sväter anderen Arbeiten widmen zu tonnen. Er ver- Lge daß mm? ihm bis zum nächsten August Zeit gewähre, aber schon von heute an dürften d:e arnien Tuberkulosekrank en neu^Hoffnung^hegen^ng bcr Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege in Berlin sprach Geh. Medczmalrat
wett ist, daß beide Arbeiten von einem Unternehmer au8- gefühtt werden, erhalten Abermann u. Kling den Zuschlag.
Tie Fundamentierungsarbeiten sind, wie der Vorsitzende weiter bemerkt, bereits ausgeschrieben und die Versammlung wird sich möglicherweise in 14 Tagen mit der Vergebung zu beschäftigen haben, da der Einreichungstermin am 14. Oktober ab läuft. Stadtv. Haubach weist darauf hin, wenn die Arbeitsvergcbung erst in 14 Tagen erfolge, könne unter Umständen dieses Jahr überhaupt nicht mehr mit den Arbeiten begonnen werden. Er schlägt deshalb vor, die Bürgermeisterei und die Theattrbaukommis- sion zu crmächttgen, die Arbeit selbständig vergeben zu können. Oberbgm. Mecum bemerkt, daß er in der Lage sei, den Zuschlag sofort zu erteilen, wenn kein Bedenken gegen die Mindestforderung vorliege. Aber es sei möglich, daß eine andere Art der Fundamentierung, als vorgesehen, gewählt werde, in diesem Falle sei die Zusttnrmung der Versammlung erforderlich. Stadtv. Haubach erkennt^dics an und ist fermer der Meinung.daß es im Interesse der raschen Fertigstellung des Baues tiewenn die Bürgermeisterei und die Vankommission bei kleineren Arbeiten die Vergebung selbständig vornehmen könne. Stadtv. Löb er will nicht von dem Brauch, daß alle derartigen Bewilligungen von den Stadtverordneten zu erfolgen haben, abgewichen haben. Stadtv. Kirch bemerkt, er fei sonst auch dieser Ansicht, aber beim Theaterbau liege die Sache doch anders. Man habe hierfür doch die Theaterbaukommission gewählt, wenn man alles der Versammlung vorlegen wolle, sei die besondere Kommission doch überflüssig. Der Vorsitzende dankt für das Verttauen, das Man der Theaterbaukommission entgegenbringe, möchte dieses Vertrauen aber auch den anderen Kommisiionen entgegen gebracht wissen, z. B. der Baudeputation, deren Vefugnrsse zur Bewilligung zurzeit recht klein seien. Sie könnte nur Ausführung bis zu 200 Mark selbständig vergeben, das sei für eine Stadt wie Gießen recht wenig. Stadtv. Löber äußert sich nochmals im Sinne seiner vorherigen Bemerkungen. Stadtv. Kirch erinnert daran, daß das Theater bis 1907 fertig fein solle, deshalb fei es nötig, die Theateroaukommisficm mit den nötigen Ermächtigungen zu versehen, damit der Bau nicht durch Warten auf eine Beschlußfassung der Versammlung verzögert werde. Stadtv. Dr. Schäfer spricht sich im Sinne des Vorredners aus. Stadtv. Löber bemerkt, die Debatte gerate auf eine schiefe Ebene, es handle sich nur um die Fundamentierungsarbeiten. Stadtv. Haubach meint, chm scheine der Vorredner auf eine schiefe Ebene geraten zu fein. Er halte es im Gegenteil für recht gut, daß bie
d . Rotationsdruck und Verlag der Brühlffche»
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den Antrag der Apotheker aus.
Stadtv. Heichelheim führt aus, der Finanzausschuß habe geglaubt, gerade im Interesse der kleinen Leute für die Offenhaltung zweier Apotheken sein zu sollen, da diese nicht in der Sage seien, sich zu Hause Arzneischränkchen halten zu können.
Bei der Abstimmung spricht sich die große Mehrhert für das Offenhalten nur einer Apotheke aus.
Für die Benutzung des Bürgersteiges vor dem Kaiserhof (Schulstt.) durch F. Harnickel hat dieser 20 Mk. jährlich zu zahlen. Da Harnickel in diesem Jahr den Fußsteig für Wirtschaftszwecke nicht benutzt hat, suchte er am 20. August unn Erlaß der Pacht nach und kündigte gleich- zeittg die Pacht. Die Finanzdeputation hat sich gegen den Erlaß ausgesprochen. Stadtv. L 0 b e r ist für Erlaß. Stadtv- Kirch würde es Mit Freude begrüßen, wenn die Benutzung der Bürgersteige für Wirtscha-ftszwecke überhaupt aufhöre, da sie vielfach Mißstände, Ruhestörungen (z. B. in der Plocksttaße) Hervorrufe. Deshalb solle man H. aus der Pacht entlassen. — Durch Mehrheitsbeschluß spricht sich! dre Versammlung gegen Erlaß der Pacht aus.
Professor Dr. Gaffky über die Cholera und ihw B^ämpf-» ung. GS sei bedauerlich, daß die obligatottsche Leichem^l M Deutschland noch nicht allgemein einaeftihtt sei. Vor dem Baden ut verseuchten Flüssen müsse dringend gewarnt werden. Was eme gute Wasserversorgung nüke, sei in Hamburg zu veobachtm. Dott seien, ehe die Zenttalwasserversorgung bestand, aus WUU Personen jährlich 28 bis 29 (jetzt 17 bis 18) im Jahre gestorben. Er halte das Wasser in Berlin und Hamburg auch sür typhussrel-
Paris, 5. DTt. Die internationale Tuberkulose-Ver- einigung eröffnete die 4. Tuberkulose-Kvnferenz unter dem Vorsitze von Pros. Brouardel-Pattsi Ms Generalsekretär fungrette Prof. Dr. Pannwitz-Berliu. An der Konferenz fmb 21 Lander beteiligt. Von Deutschland sind die Professoren Dr. v. Leyden, Dr stränkel und Dr. v. Behring anwesend. Dre Organrsatton mit Sitz und Bettvaltirug in Berlin wurde durch neues Statut einstimmig angenommen.
Hamburg, 3 Ott. In den Pastagierballen der Hamburgs Amettka-Linie sand frnte nachmittag eine $ rau er f et er für ben am 3. Febr. in Pott of Spam auf Trmidad verstvrbttten Direktor des Museums für Völkerkunde m Berlin P r0 f e s s 0 r Adolf Bastian statt, dessen Letche auf Befehl des Kaisers nach Berlin überführt wird.
Lüttich, 3. Ott. Der Internationale Anwalts^ Kongreß beschloß die ®rünbung eines internationalen Anwaltsv ereilts. Die vorbereitenden Arbeiten wurden einem aus angestellten belgischen Anwälten bestehenden Ausschüsse unter dem Vorsitze des früheren Ministers Le Janre über-^ tragen.
die Versammlung einverstanden ist. Stv. Kirch fragt an, ob bei der Prüfung dieser Angelegenheit darauf Rücksicht genommen worden fei, daß man die eletrischeBahn durch die Sonnenstraße führen könne, wenn ihre Führung durch die Mäusburg unmöglich sei. Oberbgm. Mecum erklärt es für gänzlich anSgeschloffen, die Bahn durch die Sonnenstraße führen git können.
Auf Wunsch der Militärbehörde wird beschlossen, daß ein zweites Unteroffiziergebäude in gleicher Weise wie das erste, und neben diesem, errichtet werden soll. Die Baukosten belaufen sich auf 100 000 Mk. und werden zu 6 Prozent von der Militärverwaltung verzinst.
Einige im Gewerbefchulhaus erforderlich gewordene Reparaturen werden auf Anregung des Stadtbauamts au das Frühjahr nächsten Jahres verschoben, da hierfür Fein Betrag im Voranschlag von der Gewerbeschule verlangt wurde.


