sih?. 18» Zweites Blatt.
155. Jahrgang
Samstag 5. August 1905
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Wieder eine Monarchen-ZufammenKunfL?
Gestern gaben wir ein von Marienbad aus die Welt beglückendes Gerücht wieder, dem zufolge eine Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit König Eduard bevorstehe. In Wiener Hofkreisen wird seht nach einer neuen Herold-Meldung versichert, daß in Marienbad selber keine Monarchen-Entrcvue stattfinden wird. Möglich sei aber, daß König Eduard und Kaiser Wilhelm in Frankfurt a. M. Zusammentreffen. Das ist nichts neues, denn auch die gestrige Meldung sprach von einer Zusammenkunft in Frankfurt. Tie Ankunft des Königs Eduard in Marienbad ist auf den 14. d. M. festgesetzt. Ursprünglich sollte der König scbon am 11. August ein treffen, und man will nun wissen, daß diese Verzögerung mit der Begegnung mit Kaiser Wilhelm in Zusammenhang stehe.
Tie Pariser, die sich den Kopf darüber zerbrachen, von wem die Anregung zu der Begegnung des Kaisers mit dem Zaren ausgegangen sei — und schließlich zu dem „unumstößlichen" Ergebnis gelangten, Teutschland habe den ersten Schritt getan — die Pariser können sich nun wieder in Vermutungen ergehen, ob König Eduard der Urheber der Zu- sammenkunft mit Kaiser Wilhelm ist. Ein politisch bewegter Sommer! Doch in den letzten Jahren sind fast alle großen Ereignisse im Leben der Völker in die „stille" Jahreszeit gefallen.
Frankreich kommt aus derBeunruhigungüber die Zuverlässigkeit seiner Freunde nicht heraus. Es will sich ihres Mleinbesihes freuen und sieht sie, des Fürsten Bülow bekanntes Wort zu gebrauchen, immer wieder „Extratouren tanzen". JNst mit Deutschland, das ist das Beklemmende. Wo bleibt da das Ziel der Isolierung Deutschlands, Delcasses kühner Gedanke? Immer aufs neue findet die deutsche Politik Anschluß. Jetzt fehlt nur noch eine Begegnung des Kaisers mit Präsident Loubet, die ja wirklich einmal in die Wege geleitet war, um die Enttäuschung aller Patrioten und Rcvanchemänner vollständig zu machen. Im Grunde ist die Frage müßig, ob Kaiser Wilhelm oder ob König Eduard eine Zusammenkunft wünscht. England hat am meisten Veranlassung, eine Aussprache herbeizuführen. Das ist mit Händen zu greifen, daß sich die Lage Englands Deutschland gegenüber verschlechtert hat. Man braucht nicht einmal so weit zu denken, wie der verstorbene v. Witzmann, der oft im Freundeskreise erörterte, einen wie starken Druck Teutschland auf England ausüben könne dadurch, daß Teutschland Rußlands Blick auf Indien hinlenke, wo für Rußland die Chancen unvergleichlich günstiger liegen als im Krieg mit Japan. Man braucht nicht in Erwägung zu ziehen, ob der Zar für den Gedanken, die Einbuße an Macht und Besitz Rußlands durch einen solchen Feldzug wettzumachen, leicht gewonnen werden könnte. Was England zu einem weisen Einlenken veranlassen muß, das liegt auf einem anderen Gebiete. In London sind die Besprechungen unseres Kaisers mit den Herrschern Schwedens und Dänemarks sehr aufmerksam verfolgt worden. Eine wohlwollende Neutralität dernordischen Reiche in einem etwaigen deutsch-englischen Kriege, „wohlwollend" in der Art etwa, wie sie Deutschland für Rußland an den Tag legt, sichert uns nicht zu unterschätzende Vorteile zur See. Inwiefern, das braucht nicht näher ausgeführt zu werden. Genug, für die englische Flotte könnte die Ostsee zu einer sehr prompt
funktionierenden „Mausefalle" werden, denn Dänemark hat den Schlüssel zur Ostsee. Man kommt, wie mit Recht gesagt worden ist, leichter in die Ostsee hinein, als wieder heraus. Die engl. Diplomatie hat stets die eine für sie nützliche Eigenschaft besessen: daß sie sich keiner gefälligen Selbsttäuschung hingibt. Da die englische Diplomatie nunmehr etliche Trümpfe in der Hand der deutschen Diplomatie gewahrt, so zieht sie daraus die nüchterne Folgerung, daß hier Falstaffs Wort zu beachten sein möchte: „Vorsicht ist das bessere Teil der Tapferkeit!" Einfach das Gebot der Vorsicht wird unsere guten Vettern veranlassen, eine kleine Schwenkung vorzunehmen und Teutschland Englands Friedensliebe zu versichern. Im englischen Parlament hat, wie wir gestern mitteilten, der Unterstaatssekretär des Aeußeren, Earl o;f Percy, England gegen die Annahme feindseliger Absichten verwahrt, wenn das Juselreich ein Uebereinkom- men mit einer anderen Macht schließe. Vermutlich erscheint KönigEduard, um die gleiche Verficht, na abzuaeben. König Eduard erscheint nämlich dann als der lebhafteste, herzlichste Freund des Friedens, der gar nichts anderes will, als der Welt die Segnungen ungestörter Ruhe sichern — sobald die englische Diplomatie mit ihren ganz anders gearteten Plänen gründlich fest sitzt. Daß vor den Begegnungen des .Kaisers mit den nordischen Herrschern und vor den Erfolgen der Zu- sammenkiinfte die Möglichkeit einer ernsten deutsch-englischen Verwicklung mehrmals sehr nahe gelegen hat, wird nicht bestritten werden können. Zum zweiten Mal ist das Retz gerissen, das England Deutschland überzuwerfen gedachte, nachdem der gleiche Versuch des Herrn Delcassß vollständig mißlungen war. Zum zweiten Mal hat die deutsche Politik ihren Gegnern ein Paroli geboten, durch Aufrichtung verständlicher Warnungszeichen.
In der heutigen „Nordd. Allg. Ztg." wird die Meldung von der Begegnung nicht dementiert. Wie unser Berliner R.-Mitarbeiter auf Erkundigung erfuhr, liegt bisher keine amtliche Benachrichtigung vor. Doch sei dies kein Grund, die Meldung in Zweifel zu ziehen. — König Eduard liebt es, seine Dispositionen so lange wie möglich der Oeffentlichkeit vorzucnthaltcn. Auch das Gefolge des Schah von Persien wußte bei der Abreise von Paris noch nicht, ob und wo der Schah mit König Eduard Zusammentreffen werde.
Volilische Tagesschau.
Ein Mann der Zukunft.
Man schreibt uns aus Berlin:
In dem von der Kolonialabteilung zur Verwaltung der Anatolischen Eisenbahnen übertretenden Legationsrat Dr. Helfserich (um den sich wegen seiner „Flucht aus dem Staatsdienste" eine so lange als unfruchtbare Preßerörterung geknüpft hat. D. Red.) sah man hier und da den zukünftigen Kolonialdirektor. Run, es ist wohl nicht ausgeschlossen, daß Dr. Helfferich später in die Kolonialoerwaltung zurücktritt. Auch Frhr. v. Richthofen, der jetzige Staatssekretär, war als Verwaltungsbeamter im Orient, und zwar in Egypten, tätig, als seine Ernennung zum Kolonialdirektor beschlossen wurde. Im Herbst d. I. soll bekanntlich dem Reichstag eine Vorlage zugehen über die Umwandlung der Ko lo n i a la btei lu n g in ein selbständiges Reichsamt.
Rach unseren Informationen gedenkt Dr. Stübel so lange an der Spitze der Kolonialverwaltung, an der er sich bewährt hat, zu bleiben, als der Kriegszustand in Südwestafrika besteht. Die Frage der Nachfolgerschaft für Dr. Stübel ist also einstweilen gegenstandslos.
„Deutschenhasser".
Man schreibt uns:
„Wer zum ersten Mal das Böbmerland durchstreift, den interessiert es naturgemäß, das so viel bemängelte Verhalten der Tschechen geaeuüber den Deutschen aus eigener Erfahrung kennen zu lernen. Ich habe in diesem Sommer längere Zeit in Böhmen zuqebracht, u. a. auch in und bei Prag, und entsprechende Beobachtungen angestellt. Ich land die Behauptung vom Deutschenhaß der Tschechen nicht bestätigt, es sind mir im Gegenteil außerhalb Deutschlands selten so entgegenkommende und freundliche Menschen begegnet, wie in Böhmen."
Das Urteil macht selbstverständlich keinen Anspruch darauf, als allgemein maßgeblich zu gelten. Zufälligkeiten wirken mit, auch kommt viel darauf an, ob der Fremde in einem Lande sich ohne Vorurteil gibt. Aber die Darstellung, als erblicke der Tscheche im Deutschen den Todfeind, gegen den er schroff Stellung nehinen muffe, verdient nachgeprüft zu werden. Die Mehrheit des tschechischen Volkes läßt sich von verhetzenden Agitatoren nicht beeinflußen. Der Deutschenhaß wird von den Politikern gepflegt, nicht vom Volk. In der Abneigung gegen das Deutschtum werden die Tschechen jedenfalls weit übertroffen von den preußischen Polen._______
Karrplversttmmlrma der Hessischen Vereinigung für Aotkskunde.
(!) Friedberg, 4. August.
Die hessische Vereinigung für Volkskunde hatte heute nachmittag im Hotel Trapp ihre diesjährige Hauptversammlung unter dein Vorsitze des Prof. Dr. Strack-Gießen. Auch Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, Kreisrat Fey- Friedberg, die Vertreter der Stadt und der hiesige Ge- schichtSverein nahmen an den Verhandlungen teil. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der junge Verein sich in ganz Heffen gut entwickelt hat und noch ständig an Mitgliedern zunimmt.
Prof. Dr. Drews-Gießen hielt nach den Verhandlunyen einen sehr interessanten Vortrag über: „Das Abendmahl und die Dämonen". Unter Dämonen verstand man bereits zur Zeit Christi böse Geister, die in den Menschen fuhren und ihn zu schädigen und vernichten suchten. Die Dämonenfurcht war deshalb sehr groß und wurde von den Christen mit übei> nommcn. Sie sahen besonders in den abgesetzten Götzen der? Heiden böse Dämonen, die es auf die rechtgläubigen Christen abgesehen hatten, sie verfolgten und das Christentum zerstören wollten. Christus aber war über sie Herr, sie mußten fliehen, aber wie ein fliehender Feind schädigten sie die Getreuen des Heilandes, dessen Namen als Heilmittel galt und der ihnen einen Schutzengel sandte. Me schweren Krankheiten, Nerven- und Geisteskrankheiten, schrieb man den Dämonen zu. Am meisten stieß man mit ihnen beim heiligen Wendmahl zusammen, das sie schädigen und wirkungslos machen wollten. Die Abendmahls- elcmente galten als Schutz gegen Dämonen, als Heilmittel von Krankheiten und wurden als Talisman auf der Brust getragen. Die Dämonen suchten die heilige Handlung zu stören, sie sandten Fliegen, Insekten, Spinnen, die sich aus die Hostien setzten
In dem kleinen Landstädtchen Neustadt, mit dein wir unsere eigentliche Schilderung aufnehmen wollen, fesselt uns auf unserer Nadfahrt außer dem neuen, am Bahnhofe errichteten schmucken helltönigen Kriegerdenkmal mit einer über»
Als der junge Goethe die Universität Straßburg bezog, aus anmutigen Lorbeerspenderin, Junker Hansens Turm, ein da „segnete er mit Entzücken sein Schicksal, das ihm für in seiner kompakten Rundlichkeit geradezu ulkig aussehendes einige Zeit einen so schönen Wohnplatz bestimmt hatte". Wer Bauwerk, zu dem wir durch Klettern über ein paar Zäune heute als junger Bruder Studio nach unserem Gießen gelangten. Er wurde, wie Schneider in seinem „Führer kommt, etwa aus dem landschaftlich gänzlich reizlosen durch Oberheffen" (N. G. Elwert in Marburg) erzählt, einem Worms oder aus dem schlotreichen und hastig übergeschäf- ganz praktischen, aber leider aller Spezialkärtchen und Plänchen tigen Offenbach, den beseelen vielleicht ähnliche Gefühle, entbehrenden Buche, von dem mächtigen heff. Landhofmeister wenn er an einem schönen Frühlings- oder Herbsttage von Hans v. Dörnberg im 15. Jahrhundert erbaut. Dieser wilde der Textorschen Terraffe oder von der Höhe der Grünberger- Junker Hans soll mit dem Teufel im Bunde gewesen sein straße hinuntcrblickt auf die liebliche Flur und im zarten und in diesem Turm in einem Stübchen gewohnt haben, das silbrigen Sonnendunst die Stadt zu seinen Füßen ausgebreitet er von niemandem betreten ließ. Er selbst soll nur von sieht, hinter der sich dort reich bewaldete Höhen, hier bürg- außen den Turm hinauf- und hinabgeritten sein. Die massige gekrönte Berge und das imposante Dünsbergmassiv erheben. Behäbigkeit dieses Turmes, desien Unterbau steinern ist, er» Doch nicht nur dem leicht begeisterten jungen Studenten, sondern hält ihren malerischen Reiz durch den Oberbau aus Fachwerk auch dem reifen Manne, den das Schicksal vielleicht aus und mehr noch durch den schlanken, oben achteckigen im- weiter Ferne und vielleicht aus großen und großartigen Ver- posanten Helm mit seinen vier rechteckigen, auf Kopsbänder
hältnissen hierher verschlug und dem es schwer ward, sich gestützten reizenden spitzen Erkertürmchen, die von ihrer sicheren
hineinzufinden in die Enge unserer Stadt, geht's so an Position aus so neugierig und so verwundert und miß-
manchem schönen Tag im Jahr. Wer aber ein Meister des billigend zugleich über die zappelige Welt zu ihren Füßen ins
Kine Kadsah t nach der Schwalm und Kochwaldhausen.
(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)
Straße ist vorzüglich, fest und staublos chaussiert, allerdings etwas schmal — eine Eigenschaft, die mir bald gefährlich werden sollte.
Tie Höhe ist erreicht, und rückschauend gewinnt nttnt einen schönen Blick auf den Kell er Wald bei Bad Wildungen, einen bis zu 673 Meter sich erhebenden mächtigen Gebirgszug, der ein 'Ausläufer des rheinischen Schiefergebirges ist und der hessischen Senke ein ftemdes Gepräge gibt. Und nun beginnt der Fall. Das Freilaufrad saust, vorsichtig gezügelt, pfeilschnell hinab. Doch den Blick fesselt bald eine wundervolle Gebirgsgruppe in weiter Ferne, der wenig bekannte vulkanische Knüll, dessen stattliche Höhen zum Teil üppig bewaldet sind, zum Teil licht beglänzt wie ein riesiger weingelber Bergkristall zu uns herüberschauen. Der Gießener Geographieprofessor Sievers macht in seinem überaus lehrreichen Heftchen „Frankfurt a. M.- Berlin" aus der Perihesschen Sammlung „Rechts und links der Eisenbahn" interessante Angaben über dies Gebirge. Einzelne, vielleicht von blühendem Raps bestandene Stellen scheinen aus der Ferne wie Schneefelder. Die Lust ist von vollkommener Klarheit, wie sie Trüb n er in seinen Landschaften liebt. Darum sind die Farben alle von jener Kälte, die uns so ftisch und gesund anmutet. Hier und da weiden wir uns an einer köstlichen Baumgruppe im Tal oder an einem aus saftiger Matte sich erhebenden einsamen Gehöft mit seinem reizvoll malerischen Fachwerk, in idyllischer Mgeschiedenheit.
Ta ragt ein Kirchturm aus einem Gewirr entzückender Fachwerkhäuschen hervor. Wir sehen das liebliche Merzhaus e n nahe vor uns, aus dem der alte, einst so gerühmte, heute im hohen Greisenalter fast ganz vergessene Ludwig Knaus die Figuren zu seiner „Goldenen Hochzeit holte. Nun noch ein paar Serpentinen in einer Art breiten Hohlwegs hinab, und wir biegen ins Dorf Willingshausen ein, die weithin berühmte Malerkolonie. Das erste menschliche Wesen, das wir antreffen, ist eine dralle Maid, die, mit Verlaub zu sagen, an einem Garten^aun Mist gabelt. Ihre Wangen flammen wie das kecke rote Häubchen auf ihrem graziösen Köpfchen, und die langen weißen Strümpfe unter dem kurzen, rotumsäumten schwarzen Röckchen zeigen Spuren ihrer duftigen Tätigkeit. Eine alte Frau mit dünnem weißen Haar treibt ein paar Gänse durch eine Pfütze vor sich her. Sie hat's eilig, denn sie läuft in ihrem Eifer selber in die Pfütze, daß der Schmutz ihr bis zur schwarzen „Ketzekapp" emporschlägt. Das hindert sie aber nicht, uns auf unsere Frage den rechten Weg zur Gastwirtschaft des Herrn .Hase zu weisen. Sie deutet uns auf ein kleines Wirtshausschild, auf das ein Schimmelreiter über-
Rades ist oder doch wenigstens ein solcher zu sein glaubt, Land hineinblicken.
und wer gern eine Reihe arbeitsfreier Stunden zu Rad- Noch in der Stadt, deren Straßen — es ist Samstag — Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung Gießens von vielen den Sabbath heiligenden Juden belebt sind, treffen benutzt, der wird von Gießens Gegend gewiß bald mit dem wir ein paar Schwälmerinnen in ihrem Nationalkostüm, gleichen Entzücken reden wie einst der junge Goethe von schlanke Gestalten mit braunen Augen und dunkelbraunem Straßburg. Haar. Sie scheinen zu trauern; wenigstens tragen sie
Zu der Umgebung Gießens gehört, wenn man in Gießen schwarze Mieder und einen blauen Schleier, der ein Zeichen iebt und ein tüchtiges Rad und die rechten Beine dazu hat, dafür sein soll, daß sie den Verlust eines Lieben beklagen, natürlich auch Marburg nebst dessen herrlicher weiteren Auch der Oberrock ist dunkelblau, unter dem sie bis fünfzehn Umgebung. Schon eine Radfahrt dorthin bietet mannigfache weitere Röcke tragen sollen! Pikant ist, daß der vorletzte landschaftliche Reize, und der Freund der Frauen und der Rock unter dem obersten mehr als fingerbreit hervorschaut; uralten Volkstrachten hat feine Freude an den schmucken pikanter ober, daß die weißen Hemden noch ungefähr drei
Mädeln in den faltenreichen lichtgrünen, graubraunen oder bis vier Finger breit unter den Nöcken hervorlugen!
hellgrauen Nöcken mit den buntgeblümten Schnüren und den Und nun, nachdem wir das Bahngeleise überschritten
koketten Miedern, die zwar den Busen halb frei lasten, der und an der munter klappernden Mühle rechts eingebogen
aber non weißen Tüchern schamhaft verdeckt wird. sind, geht's bald mächtig und andauernd bergan. Die sonst
°°nr walenschen Marburg bringen uns Eisenbahn TouÄunt°rmVn sollte, ba"ie die Höhen
öber Rad über Kirchhain, von wo aus wir einen kurzen z-^fen die Wälder und die Entfernungen gewöhnlich Abstecher nach dem auf steilem Vasaltkegel trutzig gelegenen gan^ präzise cmgibt, verzeichnet seltsamerweise die Straße Amöneburg machen können, durch weiten, prachtvollen Neustadt—Willingshausen—Alsfeld als einen „zum Rad- Laubwald nach Neustadt und von hier bald auch nach den l fahren wenig geeigneten untergeordneten Verbindungsweg", gesegneten Gefilden der Schwalm. -'^'7 h4e> h1,rrh ^rh 1mh ^nTh fufirenj)e
|Ul)kl)l a___B__________ „ „ aus plumv gemalt ist. Wir biegen um die Ecke und se^n
Tas ist nicht richtig, die durch Feld und Wald führende das fteundliche Wirtshaus vor uns, das sich in Einern rot


