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OarmKatarri kDiarrhoe
Dienstag L. August 1906'
155. Jahrgang
Erstes Blatt.
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des
Die
ber Wettfahrt o König Eduard von a über eine L trecke ta" in 7 Stunden । weite „Navohre" eutscher Schoo« \ - Tas Ergebnis te über die Strecke nbonnet" in 5 St 1" und drittes Je
Zur KrundsteinL-gung der Mrsmaickaule durch die Kießerier Studentenschaft.
Bei dem feierlichen Akt auf der Hardthöhe hielt der. Professor der Geschichte Dr. Haller folgende
Festrede:
96.75 13670 128Ä 20920 193.70 145.90 160 50 17260 14140
18.40
264.00 251.60 224 30 100.66
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KeKannlmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Stein st raße zwischen Asterweg und Schottstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. , , _ ,
Die unterm 22. Juli 1905 angeordnete Sperre der Steinstraße zwischen Weserstraße und Asterweg wird hiermit auf gehoben.
Gießen, den 31. Juli 1905.
Grohh. Polizeiamt Gießen.
Herberg.
Hrotzy. Landes-Maugewerkschule Darmstadt.
Beginn des Wintersemesters am 23. Oktober.
Die Schule umfaßt 4 Klassen für Hochbau und 2 Klassen für Tiefbau. (Im Winter Tiefbau Klasse II. im Sommer Tiefbau Klaffe I.)
Die Abgangszeugnisse der Großh. Landes-Baugewerkschule sind denjenigen der Königlich Preußischen Baugewerkschulen gleichgestellt.
Programme und Anmeldeformulare sind durch die Direktion der Landes-Baugewerkschule, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu erhalten.
Das Schulgeld beträgt 80 Mark für das Halbjahr.
Schluß der Anmeldefrist am 15. September d. I.
Die Direktion.
Kekanntmachung.
Wegen Vornahme von Rohrverlegungsarbeiten wird die -Ortsdurchfahrt Allendorf a. Lda. im Zuge der Kreis- straße Treis-Londorf vom 2. bis 5. August l. Js. für Lastfuhrwerk gesperrt.
Gießen, den 31. Juli 1905.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Breidert.
beiterbeiveg. lehnte eine 'enhm den ange> 1 mit erheblicher Versammlung der nt den ihnen von schlügen bejahen, rschläge der Unter« Jntemcbmer sollen Aon neu zu ver- Lerlmgens wollen 3tcn Garnsärbmi- mtcn Taris fehlst bereits an die >er Konvention an« i, ilm Betriebe
Kekanntmachung.
Betr.: Schweinerotlauf in Beuern.
Die Rotlaufseuche unter dem Schweinebestand Ph. Sommerlad VII. zu Beuern ist erloschen. Sperrmaßregeln sind aufgehoben.
Gießen, den 27. Juli 1905.
Großherzogliches Krcisamt Gießen.
I. V.: Hechler.
Kie üeuUge Htummer umfaßt 8 Seiten.
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okohama. Diest ^kündigt wurde, soll im gelangen. Zum d der Bank, M. malige Teilbberda M, der lange Jahre daß die Unternehm- lock von feiten eng-
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J°V. b°t"»d-S 'M. B,eSW afitit «" LSi Mk. (l V. 8265W jcnig liauid und dtt zu sein, denn sonst
Botitische Tagesschau.
Ueber „kommunale Bodenpolitik" der großen wie der kleinen Städte hielt Oberbürgermeister - Körte (Königsberg) auf dem 16. ostpreußischen Städtetag, auf dem 51 Städte durch 99 Delegierte vertreten waren, einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Die von ihm vorgelegten Leitsätze wurden einstimmig angenommen; sie I1a.u^"§*reicßenber eigEr Grundbesitz erleichtert die Erfüllung aller der Gemeinde obliegenden Aufgaben. 2) Die tunlich,le Er- baliung und planmäßige Vermehrung ihres Grund- b e s i k e s ist deshalb eine wichtige AiNgabe der Gemeindeverwaltung, doch kann die Berg ein eind Kd) u ng alles m der Gemeinde belegenen Grund und Bodens n l ch t alv ein^berechtigtes und erstrebenswertes Ziel anerkannt werden. 3) Die Bodenpolitik der Gemeinde ist von wesentlichem Einfluß auf die Gestaltiing chrer Grwid- uiid Bodenverhältmsie und damit der Wohmings-, Gesnnd- heits- und allqemenren Lebensverl)ällnis,e aller ihrer Gemernde- mitglieder, insbesondere auch der^unbemiltelleren Klaffen.
Arm in Arm.
Der Z-ntrumSsührer Dr. Spahn wußte, was er tat, at§ er bet der letzten Etatsberatung im Reichstag sich so kräftig ins Zeug legte für die Berleihung bundesstaat. lieber Rechte an die Reichslande. Es mar entfach eine Verbeugung vor der katholischen Partei Elsaß. Lothringens, deren offiziellen Anfchluß an das Zentrum man von dem diesjährigen Latholikentag m eotraßburg er- wartet Aba Wette r lo, der Prteficr-Nedakleur, hat femett Glaubensfreunden im Reichslande mit so beredten Worten gefchtldert, wie schön im festen Zentrumsturm zu wohnen fei, daß auf dem Katholikentage gegen Ende d. Mts. der allgemeine Entzug unter großem Jubel sich vollziehen durfte. Parlamentarisch macht die Einigung wenig auS denn dn Protestler- haben ohnehin, soweit sie überhaupt in Berlin anwesend waren, mit dem Zentrum gestimmt. In Etsaß- "otdriiigen aber wird diese Verschmelzung den um so feste n Zusammenschluß der l. b er al-b e m a tr a - n chen Gruppen zur Folge haben. Daß dieser Gegner nicht zu unterschätzen ist, beweist der wiederholte Wahlsieg des Demokraten 23: tal gegen den Klerikalen.
monalli<676 vln otertd» jährlich Mk. 8.20; durch Abbole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. "inahme von Anzelc, lr die Tr ^r*:f'nxet 5 oo "mitt 7^6 4 ’Vrtfc
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«rantworti'ch sÜR den Dolit unb tujeui» Teill V. Wlttlo: für .Stadt und ßanb* und .MerichtSsaal': August Goetz, lür den Anzeigenteil: $>an8 Bech
Are engLljche Alotte in ber Kstjee.
Es wäre zuviel behauptet, wenn man sagen wollte, baß der Besuch der drei englischen Geschmader in der Ostsee unsere maßgebenden Stellen „kalt lasse . jt-er Besuch dient jedenfalls keinem höflichen Zwecke; eine Einladung oder eine Ermunterung, den Union Zact in der Ostsee zu zeigen, ist nicht von Berlin aus ergangen. Ter Entschluß zu der Kreuzfahrt und den Flottenmanövern in diesen Gewässern hat den Charakter der Ueberraschung, einer beabsichtigten Ueberraschung. Es gibt angenehme und unangenehme Ueberraschungen. Diese hier Zahlt entschieden zu den letzteren. Ein ziemlich hoher Grad von Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß England eine F Mottendem o n- str ation beabsichtigt. Die Macht der englischen flotte soll den deutschen Vettern eindringlich vor Äugen geführt werden. Man hat auch von einer Demonstration Nußland gegenüber gesprochen. Mer das Zarenreich kommt letzt kaum in Betracht, als Seemacht hat es vorläufig ausgeWrelt. Ebensowenig rann von einer Demonstration gegen Schweden und Dänemark die Rede sein. ,arf=
Der Zeitpunkt des Besuches macht ihn verdacht^. Alv englische Kriegsschiffe im vorigen Jahre in der Rordsee sich aufspielten, gab es nicht den mindesten Alarm. Seitdem aber hat sich die internationale Situation gewaltig geändert. Die engl.-franzvsische Freundschaft wuchs an Intimität, der Marokkokonflikt hat sich ereignet, und wir wissen durch die Enthüllungen Delcasses sehr zuverlässig, daß die französische Politik aus ein Bündnis mit England yinfteuert. Zum Uebersluß haben auch englische Admirale aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht und Deutschland darüber belehrt, daß des Klanalgeschwaders eigenste Bestimmung ist, in einem Zukunsts^ieg mit Deutschland eine entscheidende Rolle zu übernehmen. Und eben dies Kanal-Geschwader schickt sich an, in der Ostsee zu manövrieren und deutsche Häfen mit seiner Anwesenheit zu beglücken. Man kann sehr harmlose Auffassungen hegen — aber, das sieht denn doch darnach aus, als wolle sich die englische Flotte einigermaßen m i t d e m F e l d i h r e r e i n sl i g e n Tätigkeit vertraut machen. Ein Fachmann hat die nicht unberechtiüte Frage aufgeworfen: Wie kann man sich
wer esen ebnekort . yd . ■ in .
lr Bank . Bank . • [anderes
Ehedem war es Sitte, daß der Redner bei feierlichem Anlässe mit einer Beteuerung seiner eigenen Unfähigkeit beginne, oie ist hier nicht ani Platze, sie würde wie Anmaßung klingen, wo e§ gilt, den Größten zu feiern, den unser Jahrhundert, und einen der Größten, die die Weltgeschichte sah; wo lief) zu der .Setüunberung für den Genius auch die Dankbarkeit gesellt gegen den Mann, der mehr als andere für unser Volk getan, der ihm das tLtaatsmesen chui, ohne das kein Volk sicher ist, das nächste Jahrhundert noch als Volk zu erleben, das Staatswesen, das allein der Nation die Burg« chast ihres dauernden Bestehens und die Möglichkeit ßch zu behaupten bietet in dem Kampfe der Völker um die Welt. Den Ruhm dieses Mannes ganz würdig zu verkünden, ist keines Em- zelnen Stimme stark genug, dazu gehört der Chor der ganzen gebildeten Welt. Und sie tut es längst, ob sie will oder nicht, und alle koiiiinenden Geschlechter werden es tun, immer lauter, immer voller und reiner. Des sind wir sicher. Denn wie der Bergriese nur um so deiitlicher in seinen überragenden Verhältnissen hervor- tritt, je weiter man sich von ihm entfernt, so wachst auch des großen Mannes Größe von Jahr zu Jahr mächtiger vor den Augen des rückjchauenden Wanderers empor. Tie Flecken verschwinden, die Lichter glänzen um so Heller. Das spüren und lehen wir schon heute. Ist'es der tragische Zug im Leben Bismarcks, daß es ihm nicht vergönnt war, seinem Volke mit der Einheit auch tue Lnug- keit zu geben, ja daß der Mangel innerer Einigkeit gerade Zhrn selbst gegenüber, so lange er lebte, am empfindlichsten zu ^.age trat, so freuen wir uns, daß dem heute nicht mehr so ist. Was sterblich war an Bismarck, tritt heute zurück, da er zur Unsterblichkeit eingegangen ist; die Wunden, die er schlug, beginnen zu vernarben, die Gegnerschaft, die er geweckt und vergolten, sangt an, ihr Gift zu verlieren, und der Tag ist vielleicht nicht ferne, wo das deutsche Volk sich nicht mehr in zwei feindliche Lager spalten wird, wenn man den Namen seines Einigers nennt. Unterpfand dessen ist uns die schöne Einigkeit, in der sich unsere Studentenschaft, ohne Unterschied der Partei und des Bekenntnisses, hier zusammen findet, um den Grundstein eines Denkmals zti weihen, das. auch ferner Nachwelt noch verkünden soll, rote Deutschlands Jugend des Reiches Schöpfer ehrte. ... ____ ...
Macht die Entfernung es leichter, die Große des Mannes zu begreifen, — wo finden wir wohl den rechten Maßstab für sie? Nicht unter den Männern von heute! Tie kleinen Talente an dem großen Genius messen, das hieße beiden Teilen Unrecht tun, das könnte uns auch nur entmutigen, da doch der Anblick des Großen uns stärken soll. Die nach ihm kamen, sind Haushälter am er», erbten Gute, von denen man das Beste sagt, wenn man jagen dari, daß sie treu erfunden wurden. Er aber war ein ^chvpfer^ Wo nichts war, wo eine Lücke klaffte in der Staatenwelt, da setzte' er etwas hin, ein Lebendiges, Starkes, das sicher auf sich selber ruht unb die Krast in sich fühlt, zu gedeihen und zu wachsen bis ans Ende der Tage. , . . . .
Er selbst hat in jungen Jahren, als der Ehrgeiz und da» seiner selbst bewußte Können ihre Bahn noch nicht gefunden hatten, wohl nach dem Ruhme eines Aiirabeau und Pitt verlangend aus. geblickt. Nun aber, da fein Werk getan ist, wie klein, rote durstig klingen diese Namen neben dem seinen I Stellt man ihre Träger neben ihn, ihr Wuchs scheint kaum seinen Gürtel zu er-
dazu, zu dem „ersten Schlaz", besser vorbereiten, als wenn sich Admiräle und Kommandanten genau über alle Fahrwasser- und Mstenverhältnisse der betreffenden Macht orientieren? Darnach würden zwei Zwecke in Betracht kommen: Flottendemonstration und Flotten-Unterrichtung.
Ein konservatives Blatt, der Berliner „Neichsbote", hat zuerst die gestern erwähnte Anregung gegeben, die Ostsee zu schließen, d. h. den englischen Kriegsschiffen den Zutritt zu verwehren. Die 'Anregung wäre besser unterblieben. Denn man muß bei Drohungen im Auge haben, ob man sie auch wahrmachen tonn. Deutschland kann sie nicht wahrmachen, weder mit der, an und für sich zweifelhaften und minderwertigen Unterstützung Rußlands, noch mit der Schwedens und Dänemarks. Daß verantwortliche Stellen in Deutschland nicht an einen solchen unmöglichen Plan denken, haben offiziöse Zeitungen alsbald konstatiert. Trotzdem ist nach England mit aller Bestimmtheit gemeldet worden, Deutschland beabsichtige die Schließung der Ostsee. Obwohl die ernsthafte Londoner Presse einsieht, daß Aufregung unnötig ist und das Gerücht der Beachtung nicht für wert erklärt, kann sie sich doch nicht versagen, die Gegenmaßregeln zu nennen. Gegen die Schließung der Ostsee die sofortige Schließung des Aermelt'anals durch England und Frankreich! Der „Standard" hält die Schließung der Ostsee für unmöglich Ein solches Verlangen wäre eine direkte Herausforderung an England und Frankreich. Ein Uebereinkommen zwischen anderen Mächten über die Schließung der Ostsee würde von England nie anerkannt werden und könnte von den betreffenden Mächten nie gegen die Uebermacht der englischen Flotte aufrecht erhalten werden. Alles in allem gelangt das Blatt zu dem Schluß, daß der deutsche Kaiser als besonnener und praktischer Regent kaum ernstlich an die Schließung der Ostsee gedacht haben kann. Es sagt, ein Uebereinkommen zwischen den Ostseestaaten zur Schließung der Ostsee würde von der englischen Regierung nicht beachtet werden und ließe sich gegen die britische Flotte nicht erzwingen. Darin hat daä Blatt Recht. Würde der Versuch gemacht, dann hätten wir den Krieg mit England und wahrscheinlich auch mit Frankreich, weil dann das Bündnis zwischen beiden Mächten wohl sofort perfekt werden würde. Aus einen Krieg arbeitet feine vernünftige Staats tun st hin, wenigstens in Deutschland nicht.
Nicht ganz von der Sganb zu weisen ist tue Besorgnis, daß die Anwesenheit englischer Matrosen in englifchen Hafenstädten Zwischenfälle he.ausbeschworen kann. Eune Zuschrift, die dem Bert. Tagebl. „von gutorientierter Seite zugeht, führt aus, daß es an unserer Ararineverwaltung sein werde, dahin zu wirken, daß der Besuch der engl. Flotte sich so anstandslos wie möglich abwickle. Die deut- chen Hafenstädte, bei denen die engl. Flotte anläuft, werden )ie engl. Seeleute nicht persönlich als Aiänner behandeln, die auf eine verdächtige Mission geschickt sind . . . Eine sorgfältige Polizei wird dafür sorgen, daß für Zwischen- älle kein Raum bleibt. — Trotz aller dieser anempsohlenen Ruhe und Vorsicht sind Zwischenfälle leichter möglich als zu ieder anderen Zeit. Am 7. August trifft die französische Flotte in Cowes ein. Feste über Feste sind geplant, um
die französisch-englische Freundschaft zu feiern. Das Selbstbewußtsein der englischen Seeleute wird durch diese Tage gewaltig gesteigert werden, das Selbstbewußtsein und der Briten und Franzosen gemeinsame Neid auf Deutschland.
ieid)Gm Skacitengründer ist Bismarck gewesen; unter den großen Staatengrünbern ber Vergangenheit hat er Seinesgleichen, bort stehen seine Pairs.
Freilich, bie meisten unter ihnen braucht man nur zu nennen, um sogleich zu fühlen, rote sehr er sich von ihnen unter,chetoet. Was hätte er roohl gemein mit emem Philipp unb Alercmber, ober mit einem Ehlobroig, was mit bem norntännlschen W )elm, ja (elbft mit Friedrich bem Großen, unb all beit miberen, deren Werk auf Eroberung gegründet war? Er, ber in bret glanzvoll steg- reichen Kriegen nur eine einzige nennenswerte Landerroerbung voll- »oa unb auch sie nur ungern, militärischer NotroenbigkeU zuliebe r Nicht burch Ausbreitung — das ist bas Eigentümliche an Ieinem: Werke —, fonbern burch Beschränkung hat er sein Ziel erreicht, burch ein Opfer an deutschem Land unb beufichem Blute, helfen Größe unb Schmerzlichkeit wir nur barum weniger empfmben, weil ber Erfolg uns von ber Notwendigkeit so völlig über» $ 0Mäßigung auf ber Höhe bes Erfolges, weise Beschränkung auf bas 9iotrocnbige, auch wo bie größte Macht alle Möglichkeiten öffnete, bas ist ber Grunbzug in dem Staatsmaune Bismarck, barm steht er einzig da. Mau soll nur nicht meinen, bie)e weife Mäßigung sei ihm Natur gewesen. Er, befielt Stimme bet seinem ersten Auftreten auf ber Rednerbühne tn Tranen der Erregung erstickte, der in kritischer Stunde unter Tellern und Tasten wütete, wie Ajar unter der Schaiherde, der auch tut höchlten Aller und tn unangreifbar sicherer Stellung noch nur die leiseste ^rünftmg m hellem Zorn aufbraufte, ja der sogar einmal, als |etn Wille: auf Schwierigkeiten stieß, die Anwandlung spurte, fernem Leden selbst ein Ende zu machen, — wahrlich, der hatte von Natur kein kaltes Öerz, er war fein gefühlloser Rechner und Schachkunstler, nne ein Kaunitz es ein konnte. Aus starkem Empstnden hat auch er, wte alle wirklich Großen, den Ai.trleb zum Handeln empfangen.
Wie müssen in diesem Atenscheit heißes Blut und kühler Ber- stand, leidenschaftliches Wollen und nüchterne Uederlegung um bie Herrschaft gestritten haben! Und tote manchesmal öte stimme der Leidenschaft gesiegt, wie ost der Zorn, der Haß, die Verachtuna des Gegners ihm Worte emgegeben, wie ort da- Bedürfnis nach Rache ihn zu Schritten verleitet, an bie wir nidit gerne benfem Hub bocl); gerade diese — nennen roir's offen — S’Chroacfjeit un> Fehltritte gehören zu dem Bilde, beim sie lassen, als bunkler Hmtev grunb, nur um so heller leuchten, was menschlich an ihm bas Größte war. Tie Leidenschaft, die ihn m kleinen ~l>’Qeu io ost übermannte, hat er zu besiegen gewustk, wo immer bas ^>0^ bei Vaterlandes auf bem Spiele stand. Dem Kaiser der Fi^'äosev hatte er einst aus den österreichifchen ^chlachtreldern Rache ge> schworen für die dreiste Einmischung m den preußischen Stea Über er hat nun nicht etwa die erste Gelegenheit benutzt, bie sich so balb schon bot, bem verhaßten Nachbarn ben Streif zu uer< Len- nein, vier volle Jahre hat er gewartet, ben Schwur i« Herzen, bis ber Tag kam, da er ihn losen konnte und durfte, da । Sein mußte um Deutschlands roillen. . ,
Und nach den beispiellosen Liegen ber deutschen Waffen, roK hat die Welt uns gefürchtet! Em ehernes Zeitalter schien bs ■ ! omicu zu haben, da bie Völker, bis an bie Zahne bewaffnet, bu i L.id am Schwertgriffe einander gegenuberstanden und schon er» unbedachtes Wort die Klingen entblößen konnte. Alles um Deutsch
Gietzener Anzei"! r
General-Anzeiger 67
Amis- mb Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Ar. 178
außer Sonntag».
Demi Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Aeiffschen Landwirt die Si«8r«er Kamtlien- -LLNtt viermal in ber Woche beigelegt.
ÄotattottBbrud u. Der- jag der Brühl'schen Uatvers. Buch-n. Stein» btudtrei. «. Bange,
Rebaftton,
■mb Druckerei: Gcholflraße 7.
Udreffe dir Depeschen: Nvzetg.rr Gießen.
Krrnsvrrcho nlchlußNr.51.
Gießen', ben 28. Juli 1905.
Betr.: Die baupolizeilichen Vorschriften der Landgemeinden. Das Großhersogliche Kreisaml Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir beauftragen Sie, je zwei Exemplare sämtlicher in Ihrer Gemeinde giltigen baupolizeilichen Vorschriften (Orts- statute, Lokalbaupolizeiverordnungen) alsbald an uns einzusenden.
I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r.


