Ausgabe 
30.7.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 177

täglich außer Sonntag*.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Gießener Familien. Blätter viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck tu Ver­lag der Brüh l'sehen Univers^Buch-u. Stein- brudtrd. 9t Lango. Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulftratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Vietze«.

Fernsprechanschluß Nr. dl.

Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 30. Juli 1904

Gietzener Anzeigers General-Anzeiger w *svss-

Verantwortlich tot

Amts- und Anzeigeblatt für den weis Gießen 8KZ

immmmmmmmmmm IU.. _ zeigenteil: Hans Deck.

Ale heutige Wummer umfaßt 12 Seiten.

Zum Attentat auf Meöwe.

M Nachfolger Plehwes int Ministerium des grmem werden in Hofkreisen Witte, der gegenwärtige stellvertretende Minister Durn o v o (der Gehilfe Plehwes) und der J'ustkzminister Mura wiew genannt. Witte dürfte bei einiger Unterstützung der Hofpartei die meisten Chancen haben. Durrwvos Provisorium als Verweser des Ministeriums des Innern wird nur wenige Tage dauern. An dem System wird nichts geändert werden.

Nach Empfang der Unglücksboffchast, die ihn furchtbar erschütterte, begab sich der Zar in seine Privatgemächer, um erst am Nachmittug wieder zu erscheinen. Der Kaiser schien in jenen wenigen Stunden um Fahre gealtert zu sein. Mehrere Großfürsten und Staatsminister sowie hohe Polizeibeamte, wurden sodanN nach Peterhof berufen und kehrten abends nach Petersburg zurück. Es wurde be­schlossen, daß Plehwe ein Staatsbegräbnis mit außerordentlichen Ehrenbezeugungen erhal­ten soll. Der Zar will selbst trotz des dringenden Abratens aller seiner Ratgeber, dem Sarge bis zum Grabe folgen. Auf die Vorstellungen., welcher Gefahr er sich, dadurch aussetze^ soll der Zar erwidert haben: war sowohl mein Freund wie geschätztester Ratgeber.

Meldungen aus Petersburg bestätigen, daß der Zarin, deren Niederkunst stündlich zu erwarten ist, das Attentat au Plehwe geheim gehalten werden sollte. Sie erfuhr e§ trotz­dem zeigte aber große Faffung.

Glaubwürdig wird erklärt, daß bald nach dem Anschlag auf Plehwe ein Mitschuldiger des Mörders ver­haftet wurde. Derselbe hatte sich am Obwodny-Kanal aufgestellt, um einen zweiten Mordversuch zu machen, falls der erste mißlinge. Nach der Explosion der Bombe mietete er ein auf dem Kanal liegendes Boot zur Spazierfahrt und warf während der Fahrt einen anscheinend schweren Gegen­stand ins Master. Der Bootsmann schöpfte Verdacht und ließ den Fahrgast verhaften. Der ins Master geworfene Gegenstand wurde von Tauchern herausgeholt und erwies sich als eine Sprengbombe. Der Mörder weigert sich hartnäckig, seinen Namen zu nennen.

Der Mörder PlehweS wurde nach einer Unter» suchungszelle überführt. Die Operation ist gelungen, 1 sein Leben ist außer Gefahr. Die Petersburger Polizei glaubt, daß sowohl der unmittelbare Attentäter wie das andere In­dividuum, welches nach dem Attentat eine Bombe in die Newa zu werfen suchte, einem Charkower Nihilisten­bunde angehören, welcher über Mittel zur Fabrikation von Bomben neuesten Stils verfügt, die nicht mit der Hand, son­dern mit einer kleinen Schleuder geworfen werden. In dem Verhör enthüllte der Attentäter die Tatsache, daß die Revolutionäre eine lange Liste von zum Tode ver­urteilten Würdenträgern aufgestellt hätten. Außer dem Zaren stünden noch auf der Liste der Prokurator des heiligen Synod, Pobjedonoszew, der neue Gouver­neur von Finland, Bedobrajew und andere.

Die russische Polizei in Helsingfors behauptete vor vier Tagen, eine weit verzweigte Verschwörung gegen Plehwe ent­deckt zu haben. Der Sitz sei Petersburg, die meisten Be­teiligten seien Finländer. Zahlreiche Verhaftungen seien bereits vorgenommen. Die Polizei sei überzeugt gewesen, die Häupter dieser Verschwörung entdeckt zu haben.

Alle Pariser Blätter bringen tief empfundene Nachrufe, in denen sie Plehwe als Mann der Ordnung charakterisieren, dem seine kurze Wirkungszeit als Minister nicht gestattet habe, seine eminenten Fähigkeiten zu entwickeln und die groß an­gelegten Reformen durchzuführen, welche er jetzt seinem Nach­folger habe überlasten müssen. Diese Aeußerungen der Zeitungen sind doch wohl bezeichnend für die Gebundenheit der russischen Presse.

In London machte die Ermordung Plehwes einen tiefen Eindruck, erweckte aber keine Sympathien mit dem Ermordeten. Im Gegenteil ist eine gewisse Genug­tuung unverkennbar. Die Leitartikel der Morgenblätter sind

durchweg auf diesen Ton gestimmt, wenngleich die Mordtat selbst aufs allerschärfste verurteilt wird.

Die deutsche Presse ist in der großen Mehrheit auch der Meinung, daß der Tote mit seinen strengen Maßregeln zu viel Haß gesäet hatte, als daß, wie dieTgl. Rundsch." sich ausdrückt, in dem ausgehungerten Lande nicht ein Des­perado sich hätte finden sollen, den es gelüstete, aus eigene Faust Vorsehung zu spielen.

Ser Krieg zwischen Japan und Rußland.

Ein russischer Hinterhalt.

Wie General Kuropatkin dem Kaiser unter pem 29. Juli meldet, legten am 27. Juli eine Freiwilligenabteilung und Ko- Efe2J. ?i?r rapauischen Aufklärungsabteilung 13 Werst südlich von Thawnan einen Hinterhalt, ließen sie vor- beimarschieren und eröffneten dann das Feuer. Zwölf Japaner wurden getötet und 20 verwundet; zwei Verwundete wurden gefangen genommen, .beide vom zweiten Regiment.

Kuropatkins Gesundheit.

Kuropatkin telegraphiert, daß er nicht verw'wdct sei, son­dern sich wohl befinde.

Japanische Spione.

. Weiter wird aus Mulden gemeldet, daß, nachdem als Chi- neien verleidete Japaner von den Bergen aus die Bewegungen r ^Eischen Truppen beobachteten und durch Signale Weiter­gaben, Kuropatkin den Befehl gegeben habe, solche Spione im Betretungsfalle ohne weiteres niederzuschießen.

Die Kolonne des Generals Sarubajew, die in der Gegend von Haitscheng von einer japanischen Ueber- macht bekämpft wurde, suchte bisher vergebens das Gros der Armee Kuropatkins zu erreichen, die sich nach Norden zurück­zieht. Sarubajew hofft, daß es Kuropatkin dank der Verstärk­ungen, die er eben erhält (16. und 17. Korps) gelingen werde, me Japaner im Osten so zu beschäftigen, daß sich Sarubajew der Umklammerung werde entwinden können.

Die letzten Kämpfe.

.^bneral Oku berichtet, daß nach einer Mitteilung gefangener russischer Offiziere General Kuropatkin an den letzten Kämpfen teilgenommen hat und daß die Generale Sa ka le witsch und Kudradewitsch bei denselben verwundet wurden. Die russischen Verluste betrugen etwa 2000, die japanischen gegen 1000.

Die Einnahme von Nintschvang.

Aus Niutschwang eingetroffene Personen berichten, daß die russischen, Truppen am Morgen des 25. Juli die Stadt räumten unter Mitnahme der Vorräte, der Verwaltung und des ganzen rottenden Eisenbahn Materials. Nach dem Abzüge begannen chi­nesische Truppen die Bahnhöfe und andere Gebäude zu plündern. Japanische Abteilungen in der Stärke von 120 Mann drangen nachmittags 5 Uhr in die Stadt ein und besetzten me öffentlichen Plätze und die Verwaltungsgebäude. Die ckinc- stschen Behörden gingen den Japanern entgegen. Die in Niu­tschwang verbliebenen russischeuUntertanen stehen unter dem Schutze des französischen Konsulats. Alle Wert- sachen der Filiale der russisch-chinesischen Bank sind vorher fort­geschafft worden.

Zur See.

Tschifu eingetroffene Flückstlinge berichten, daß in der Nacht zum Donnerstag . ein japanischer Kreuzer und ein Kanonenboot durchMinen zerstört wurden. Heute traf eine Dschunke mit 30 Ausländern aus Port Arthur ein. Diese gaben an, daß am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag heftige Kämpft zu Lande und zu Wasser im Osten und Nord­osten von Port Arthur stattgesinrden haben. Sie glauben, daß der Hauptangriff bevorftehe, und versichern, daß die BescAeßung der Stadt am Donnerstag ohne Beispiel seit Begimi der Be- laaerung gewesen fei Dre Russen hätten das Feuer nickst sehr lebhaft erwidert. .Der Marschall Tyana, der mit dem Gencral- tabe am Dienstag Dalnt? verlassen habe, leite persönlich die Operationen. Die Flüchtlinge bestätigen hier umlaufende Ge­rüchte über den schlechten Zustand per japanischen Flotte und erklären, daß die Vorräte an frischem Fleisch in Port Arthur erschöpft seien. Die Truppen erhallen nur noch gesalzenes Fleisch, wahrend die Nichtkombattanten hauptsächlich von Mehl, Hafer und Reis lebten.

Beschlagnahme von Schiffen.

Petersburg 29. Juli Ein Telegramm des Admirals Skrydlow an den Kaiser unter dem 28. Juli besagt: Am 28. Juli traf in Wladiwostok unter dem Kommando des Leutnants Wladislawlow der d en tsche DampferN r a b i a" ein, der von der Kreuzerabteilung 22 100 Meilen nördlich von Pokv- hama angehalten wurde. Bei der Einsichtnahme in die Schiffs­papiere ergab es sich, daß der Dampfer außer anderen Frachten gegen 1200 Tonnen verschiedenen Eisenbahn Materials und 20 500 Sack Mehl an Bord hatte, di-e.für die Häfen Yoko­hama, Kobe und Nagasaki bestimmt waren. Das Vorhandensein

von Frachten auf derArabia", die von der kaiserllchen Regier­ung als Kriegskonttebande erklärt sind, veranlaßte den Kontre- admzral Jessen, den angchaltenen Dampfer nach dem nächsten russischen Hafen Wladiwostok zu senden, um ihn dem dortigen Pniengericht zu übergeben.

.London, 29. Juli Im Unterhause erklärte »auf eine Infrage Balfour, das russische KriegsschiffDmi'tri Donskor" lei in Port Said mit 500 Tonnen Kohle versehe» wordm, um nach der Erklärung des Kommandanten bireft über Cadiz nach Kronstadt zu gehen. Trotzdem habe das Schiff wäb- rend der nächsten drei Tage sechs Kauffahrteischiffe darunter Awei englische, angehalten und die Papiere geprüft. Nach Anucht der englischen Regierung sollen m Zukunft Schiffe ferne Kohlen mehr erhalten, die sich nicht verpflichten, sie nur zum Zwecke zu gebrauchen, den sie bei der Bestellung an» geben.

Washington, 29. Juli. In hiesigen amtlichen Greifen iK man der Meinung, daß die Versenkung von neutra­le n S ch i f f e n im W i d e r s p r u ch mit allen Grundsätzen des Völkerrechtes stehe und nicht ohne scharfen Protest durch­gelassen werden dürfte. Die Vertreter von den Eigentümern der Ladung desK n i g h t Commander" hatten heute mit dem Leiter des Staatsdepartements Penfield eine Besprechung über die Einreichung .einer formellen Beschwerde bei der russischen Regierung.

Deutsches Reich.

M old e, 29. Juli Die ,H o h en zo llern" mtt ben Begleiffchiffen ist heute vormittag liyt Uhr hier eingetroffe», und bald darauf llef auch das deutsche Uebungs-Ge- schwader ein. v

Berlin, 29. Juli. DerReichsanzeiger" veröffentlicht baS Gesetz betreffenb die Entschädigung für unschuldig er- littene Untersuchungshaft vom 14. Juli 1904.

Der Präsident des russischen Minister-Komitees v. Wüte ist heute abend aus Berlin ab gereist.

< T- tinter dem Verdacht der Spionage wurden gestern abend in Wilhelmshaven in der Nähe der neu angelegten Forts Altona bei Rustersiel zwei Personen verhaftet. Die Beiden hatten sich durch das Photographieren der FestnngK- Anlagen verdächtig .gcmachi Die Verhafteten, von denen der eine ein Ingenieur, der andere ein "Weinbauer zu sein behaupten, wurden dem Marine-Untersuchungs-Gefängnis in Wilhelmshaven zugeführt. Es sind Franzosen.

Bonn, 29. Juli. Prinz Eitel Friedrich von Pren^n wurde heute mittag durch den Prorektor Geheimrat Pros. Dr. mann mit einer Ansprache feierlich 'exmatrikuliert.

Aeutsch-SüdwestafriLa.

Das Etappen-Kommundo in Dentstb-Südwestafrika meldet^ Kranke: 3 Offiziere und 26 Mann von der -Schutzttmppe: bret Offiziere und 122 Mann des Marine-Expeditionskorps Haden am 27. Juli -Lwakopinund mit dem DampferSchleswig" verlassen- |tc sind am 9. August in Madeira, am 15. August in BremO> Haven.

Ausland.

m Dar is, 29. Juli. Wie die ^Aqenee HavaS^ meld ei ist hie- Nachricht, General Hsgrier habe um seine Entlassung ge­beten, unbegründet. Der General habe während seiner letzten Jn- vektionsreise im Osten in einem an den Kriegsminister gerichteten Bericht zwei Wi'msche geäußert über die Entsendung von Haubitzen nach gewissen Punkten und über ungenügenden Effektivbestand ein­zelner Regimenter. In beiden Angelegenheiten sei dem Wunsche des Generals entsprochen worden. In einer anderen Meldung hmßt es dagegen: Der Nationalist Grosjean kündigte eine Jnter^ pellation über das Demissionsgesuch Nsgriers an.

® en f, LS. Juli Wie hierher über TaebriS bei Utsch- krlrsse berichtet wird, wurde das Dorf Ntschkilisse« der Nähe von Bajazid von Kurden und türki chen Truppen überfallen, die Männer niedergemacht und die Arauen grausam malträtiert. Aus Erbitte­rung hierüber bildeten sich 2 armenische Banden, von denen die eme dre türkischen Kasernen in Mossnm angriff, wobei es zu einem heftigen Gefecht kam; die zweite Bande marschiert auf UtschkiliSe. um sich für die Grausamkeiten zu rächen

Die Engländer im Perfischen Golf.

Aus Tiflis wird gemeldet: In ben ersten Tagen des bongen Monats hißten die Engländer ihre. Flaggen auf den im Persischen Golf liegenden In seln Abumusa und Tumb, die zu Persien gehöre» und von denen die persische Regienmg durch PerlenfischereL mehrere Millionen jährlich gewann. Sobald der persische Premierminister Aineddauleh von der Besitzergreifung Kenntttts erhiell, gab er telegraphisch den Befehl, sofort dre englischen Flaggen zu entfernen. Der Befehl wurde

Zus der Aestspiekstadt.

Götterdämmerung.

V a p r c u t h,. 29. Juli.

Mit einer überwältigenden, tiefergreifenden Wiebergabc bes Mreit SchlußdramasGötterdämmerung" wurde heute der erste ZylluS des Vi'ihnenfestspielsDer Ring, des Nibelungen" zu Ende geflihrt. Mögen auch manck^e in derWalküre" und im Siegfried" hie und da höhere niusikalisckie Gipfel erblicken: die Lösung der in den bret Vorabenden vorbereiteten gewaltigen .Konflikte, die erschütternde Tragik des Schicksals der für einander besssmmten, aber durch den auf dem Ringe lastenden Fluch erst im Tode vereinten Lichtgestallen Brünhilde uub Siegfried sind dramatisch von einer unendlichen Großartigkeit, der die Musik in gleich möchtigem AufsckMunge folgt: Wenn sich nun wie hier mit der Größe des Werkes bas höchste Aufgebot künstlerischer 1 arsisslungskraft vereinigt, so muß die Wirkung eine hinreißende sein, und bas war sie im vollsten Sinne des Wortes. Die I,. utigc Aufführung muß unbedingt als der Höhe- uub Glanz­punkt brr heurigen Festspiele, soweit sie hinter uns liegen, .an­gesehen werden.

Die Göttermaid und der Wätsnngensprvß stehen auch im ittelpunkt des letzten Tages der Trilogie, »nenn wir von dem i,'.inonvrf>cn Prinzip des Ganzen, beut Nachtalbensol-n Hagen, alssehen Die Brünhilde der Frau G u t b ra u ( o n erschien uni an diesem Tage noch gewaltiger uub größer als an den beiden vvch'cgegangcneu Abenoen. Trust Krau-' Siegfried zeigte sich

gegenüber dem Vortage fein abschattiert als der männlich reifere Held, und sein Spiel trug das Gepräge der Hoheit unb Würbe, als über den schuldlos Schuldigen immer furchtbarer bas Ver­hängnis hereinbrach. .Die herrliche Sttmme hielt bis zum Schlüsse m ungetrübtem Glanze aus. Die außerordentlich fetynnerige Ausgabe des Hagen löste Herr Rains mit hervor­ragendem Gelingen, wozu ihn sowohl eine kraftvolle, tiefe Stimme, wie künstlerische Intelligenz befähigten, die ihn auch 'für das Düstere, Grimmige, llnheimlick-e uub Dämonische in diesem Recken starke Akzente finden ließ. Die Gutrune der Frau Reuß' B e l c c war ehre ungemein anmutsvolle Erscheinung, ihr Spies nanrentlich im 3. Akte von höchster Vollkommenheit; eine gewisse Schärfe des Gesangs bei den leibenschaftlichen Stellen erscheint durch den Inhalt sogar gereckstsertigt. Der Willensschwäche, schwankende Gunther ist an sich keine sympathische Erscheinung, aber in der durckugeistigten Auffassung Karl Perron- rückt er ims menschlich nahe. WaS dieser Künstler mit senrem scktönrn, runden und vollen Organ und mit seiner eminenten Bortrags- knnft und Darstellungskrafl leistet, ist stets mit dem Herzen und Verstand zugleich erfaßt, innerlich bimfilebt und darrtm in so außerordentlickxn- Weise unmlltclbar Nnrkend und ergretfenb. Bezüglich deS von Herrn N a v i a s k y , der heute etwas indis­poniert schien, nncbvr vertretenen Mberich verweisen lvir auf frühe*. Gesagtes. Frau Metzger war in Stimme und Haltung eine ganz vorzügliche Wallraute, die den Bitten und Klagen der in der Sorge um die Schwester tntb bat Vater zugleich Bangenden bic innigsten Herzcnstöne lieh.

tiffen Eindruck mochte die düstere Nerversszene, deren llusfülmmg rn den Händen von Frau v. KrauS Osborne, §bUV-Belce tmb Frl. v. Artner lag Das Rheintöchter^ Terzett (Frl. v. Artner, Frau Knüpfer und v. Krauß- ^>ar ganz wunderbar und noch vollendeter als ftn Rhetngold . Die großartige Leistung des Cbors im zweiten Aufzug ließ bie Meisterhand Knieses deutlich erkennen, lieber ^te dekorative Ausstattung läßt sich wieder nur in Ausdrücken ^LjajJminberuttg schreiben, und das Orchester, bei dessen Fübnma durch Dr. H a n S R i ch t e r wäInend des gan.renRinges" binburd) von allen Besuck>ern der Festspiele dankbar empfttnben mürbe, & von einer Taktverschleppung, wie Itet mamit andern Wrnnu r- dirigenten nichts zu merken war, flaitb auf einer idealen Hölte.

oomit nxire jujit ersten Male in sechs Aufführungen an uns vorübergezogen, ma£ bte Bavreutber Festspiele in diesem ^ahre den Fesdgästen zu bieten batten. Ziehen wir das künst­lerische Fazit daraus, so heisst eS: Bei noch verflartter An- ^tclmngSkraft auf daS In- und Ausland dalxm bic beurtgeu Festspiele in ihrem Verlaufe gezeigt, daß des Meisters Gedanke so rein^ uub lwhr wie nur je an her Statte gepflegt wtrd, da sein Wähneit Frieden fand: daß die tatfreichen neuen Kriifn-, Welch« zu ben bchtfiIrrten alten binz«treten, sich 'm glüLrckNter Weise in den gemeinsamen großen Rabmen ctnfügten und bau bic hohe Mission des Hauses Wagner tmb Bavr> 'tb- nidM nur in ihrer Notnvch ake.l auf Neue erkannt unb [onbern noch weiter dcf und vertteft nnithc