Ausgabe 
30.4.1904 Viertes Blatt
 
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Einzelne Hosen

Nr. 101

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sehen Unwersltätsdruckerei. ÖL Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

TeU Nr. 5L Lelegr.-Adr. r Anzeiger Gießen,

Erscheint tüglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieEiehener KamÜienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «Hesstjche Landwirt" orscheüu monatlich einmal.

Viertes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 30. April 1904

Gietzener Anzeiger

die Schwingungszahl der jeweils angegebenen Töne ab­zulesen gestattet. Jede J-lasche kann einzeln ein- beztv. aus­geschaltet werden. Das Prinzip der kontinuierlich veriablen Tonhöhe ist gleichfalls aber in anderer Ausführung ver­wandt in dem Apparat zur Umsetzung des Pulses in Töne nach Sommer.

Apparate zur Untersuchung von Hautsinnesempfind- ungen sind dieAe st h e s i o m e t e r" nach Spear- mann, Ebbinghaus und die von A l r u tz - Upsala, ein Apparat zur Untersuchung der subiektiven Zeitverschieb­ungen objektiv zeitlich zusammenfallender verschiedenen Sinnesgebieten angehöriger Reize ist der Rotations- Apparat für Komplikationsversuche nach Wu n d t.

Unter den für motorische Methoden und graphischeRegistrierung bestimmten Apparaten sind eine Anzahl von einfachen und komplizierterenZ p m o - arap hi en" von Zimmermann-Leipzig hervorzuheben, ferner eine Anzahl von Instrumenten zur Untersuchung des Pulses (Sphygmographen, Turgoskop, Turgograph); außerdem die von Prof. Sommer erfundenen Apparate zur Untersuchung von Ausdrucksbewegungen, sowohl solche mit graphischer Registrierung als mit Umsetzung in Licht- und Farbenerscheinungen, ein Apparat zur Analyse der Be­wegungen der Stirnmuskulatur nach Sommer, ein weiterer zur Darstellung der Faltenbildung an der Stirn, ferner Vorrichtungen, welche die Unter­suchung vasomotorischer und elektromotorischer Erscheinungen ermöglichen sollen, gleichfalls von Sommer angegeben. Hierher gehört auch die Samm lu n g von Schriftproben Geisteskranker aus der psychiatrischen Klinik Gießen.

In die 3. Gruppe (Untersuchung geistiger Funktionen) gehört ein Apparat von SEi Wirth-Leipzig: AnOrd­nung zur Untersuchung des Bewußtseins-und Aufmerksamkeits-Umfanges (vgl. den Vortrag Wirths). IN enger Beziehung zu dieser Ausstellungsgruppe stehen auch die schon unter 1 erwähnten Apparate von Schumann, Erdmann und Dodge, Wirth und Ranschbürg. Letzterer hat auch eine Anzahl von Tafeln betr. Unter­suchung des Gedächtnisses, des Wortschatzes, Vorstellungsumfanges, Rechenvermögens 2c. bei Kindern ausgestellt, in denen die Resultate um­fangreicher, sehr sorgfältiger Forschungen ausgezeichnet sind, eine weitere Reihe von Tafeln gibt die Resultate von analogen Untersuchungen an Geisteskranken.

Klara und William Stern -Breslau geben eine chronologisch synchronistische Uebersicht über die Sprachentwickluna eines Kindes (bis zum Anfang des 4. Lebensjahres). Die Ergebnisse der Unter­suchungen von C. und W Stern sind schon 6et Erwähnung des Vortrages W. Sterns kur» skizziert. Hier seien noch eitrige weitere Daten hinzugefügt. Die ersten Sachbezeich­nungen gibt das Kind im 11.12. Lebensmonat, diese Warte sind zugleich emotionell-wolitional gefärbt (didda Tiktak, Puppe). Im ersten Monat des zweiten Lebensjahres spricht das Kind die Bezeichnungen für Vater und Mutter (Pappa, Mama) aus, im 9. Monat dieses Lebensjahres den ersten unbestimmten Artikel (is 'n hofa sSofaj), dagegen erst im 5. Monat des dritten Jahres den ersten bestimmten Artikel (de Onkel, de Tante). Im 9. und 10. Monat des 3. Jahres erfolgen die im Vortrag erwähnten Wortneu­bildungen (Rasenputzer rc.). Die ersten Adjektiva sind im 9. und 10. Monat des 2. Jahres zu konstatieren (fettig, feine Onkel), die ersten Verba im 6. und 7. Monat des­selben Jahres, die erste Verbform ist der Infinitiv, er dient zur Bezeichnung eines die nächste Zukunft betreffenden Wunsches. Die Verbformen sind zuerst durchweg Aktiva, erst im 6. Monat des 3. Jahves gibt es Passivbildungen und im 78. Monat desselben Jahres den ersten Ausdruck für die Vergangenheit (äben Mama lieb habt). Mit Beginn

des 3. Lebensjahres ist der erste zusammengesetzte Satz zu konstatieren, etwas später die erste Satzverbindung mit dem Verhältnis von Grund und Folge (ist nich da Löffel, kann nich mahle mahle machen). Interessant ist, daß ja und nein als Bezeichnung von Wünschen sich schon in der Mitte des 2. Lebensjahres finden, das konstatierende ja bezw. nein dagegen erst im 3. Lebensjahr auftritt.

Die Oiruppe wird abgeschlossen durch eine Sammlung aus der Psychiatrischen Klinik Gießen: Psycho­pathologische Untersuchungen des gleichen Reizes bei ver­schiedenen Krankheitsgruppen. Die Sammlung umfaßt eine Reihe von Musterbeispielen für mit Fragebögen nach Prof. Sommer angestellten Untersuchungen.

In Gruppe 4 finden wir zunächst Apparate für die Kontrolle und Abstufung elektrischer Ströme, Rheostaten, Ampöremeter, Voltmeter, ferner verschiedene Formen von Zeitmeßapparaten, Jaquets-Uhren, Chronoskope und deren Kontrollapparate. Von letzteren sei besonders der Zeit- kontrollapparat nach Sommer (Kontaktpendel) hervorge- hoben. Tie psychiatrische Klinik hat ferner ihre Einricht­ung für Reaktionsversuche mit Zeitmessungen ausgestellt.

Dr. M. I.

Alis Ktaöl imd Land.

Gießen, 30. April 1904.

L. U. In das Universitätsalbum haben sich bis Freitag, den 29. April, neu eingeschrieben 187 Studierende, darunter 23 Theologen, 37 Juristen, 20 Mediziner, 1G Veterinärmediziner, 94 Angehörige der philosophischen Fakul­tät. Da heute schon die Zahl10006 bereits überschritten ist und die Zeit der Anmeldung sich noch bis zum 14. Mai erstreckt, so darf eine nicht unerhebliche Steigerung der Gesamtfreguenz auch für dieses Sommerseniesier mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Die erste Immatriku­lation hat Freitag mittag stattgefunden, die zweite findet am 7., die dritte am 14. Mai statt. Das Verzeichnis der neu eingeschriebenen Studierenden wird an anderer Stelle des Blattes fortlaufend veröffentlicht.

** Besichtigung von Erziehungs-An stal­len. Etwa 18 Vertreter hessischer Dekanatssynoden be­suchten am 20. ds. die beiden Erziehungsanstalten Aumühle bei Wixhausen und Ohlystift in Gräfenhausen. Das Ohlystift ist Eigentum der Stadt Darmstadt und birgt gegenwärtig unter der Leitung des Vorstehers Rack 89 Kinder, nämlich 68 unkonfirmierte Knaben und 21 zum Teil schon konfirmierte Mädchen. Die Aumühle ist ein Werk der inneren Mission. Sie hat nahezu 60 Zöglinge und zwar nur männliche Konfirmierte, denen hier die Möglichkeit gegeben ist, unter der Aufsicht des Vorstehers Hermann und seiner acht Gehilfen sich in landwirtschaft­lichen und gewerblichen (Müllerei, Gärtnerei, Schuh- Schuhmacherei Schneiderei, Buchbinderei usw.) Arbeiten aus­zubilden oder zu vervollkommnen und zugleich ihren durch Fehltritte geschwächten Charakter soweit zu stärken, daß sie später m voller persönlicher Freiheit einen nützlichen Beruf ausüben können. Beide Anstalten sind muster- giltig geleitet und verdienen die Aufmerksamkeit aller Freunde her gefährdeten Fugend. Auch den wackeren Frauen der beiden Vorsteher gebührt alles Lob für chve erfolgreiche hauswirtschaftliche Tätigkeit.

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pte Ausstessuug von erperimentess-psychologischen Apparaten und Mettoden M dem Kongreß für experimentelle Mythologie.

Die mit dem Kongreß für experimentelle Psychologie verbundene Ausstellung von Apparaten und Methoden er­gänzte das Bild vion dem heutigen Stand der experimen­tellen Psychologie, das durch die Verhandlungen des Kon­gresses entworfen wurde, in instruktiver Weise durch eine umfassende Zusammenstellung der Hilfsmittel, durch welche exakte psychologische Forschung möglich wird. Die Aus­stellungsobjekte waren in vier Gruppen zusammen gestellt worden; es umfaßte: Gruppe 1: Apparate für Untersuchungen aus der Psychophysiologie der Sinne, Gruppe 2: M otorische Methoden, graphische Registrier-Me­thoden, Ausdrucksbewegungen, Gruppe 3: Untersuch­ung geistiger Funktionen (Gedächtnis, Auffassung, Assoziationen rc.), spezieN für Pädagogik und Psychopatho­logie, Gruppe 4: Einrichtung psychophysischer Laboratorien, Zeitmessung, ReaftionSversuche.

Aus Gruppe 1 wären hier zunächst einige Apparate zu erwähnen, die- dazu bestimmt sind, einen optischen Kom­plex bezw. die Veränderungen in einem optischen .Komplex für kurze Zeiten sichtbar zu machen, um eine exakte Selbst­beobachtung der auf solche kurzdauernde Eindrücke hin fol­genden seelischen Vorgänge zu ermöglichen. Einer solchen ganz kurzdauernden optischen Exposition dienen die auf der Ausstellung vertretenenTachistoskope" von Erd­mann und Dodge-Bonn, von Schumann-Berlin (vgl. dessen Vortrag: Die Erkennung von Buchstaben und Mörten bei momentaner Beleuchtung), und das Spiegel­tachist oskop nach Wirth. Speziellen Untersuchungen aus der psychophysiologischen Optik dient derRotations- Apparat für Farbenmischungen nach Marbe, der Apparat zur Diagnose und Demonstration der Farbenblindheit nach Nage l und eine Serie grauer Papiere mit unmerklichen Helligkeitsunter- jchieden nach Marbe. Der Lichtunterbrechungsapparat von M a r 1 i u s - Kiel dient für Untersuchung der Wirkung genau begrenzter Lichtrei^e, speziell intermittierender, im Ver­hältnis zu der kontinuierlicher. R. du Bois-Reymond- Berlin hat mit seiner Dierbrille zwei völlig getrennte Ge­sichtsfelder für beide Augen herzustellen gesucht, Tscher- mak-Halle hat mit seinemLeuchtperimeter zur objek­tiven Untersuchung des binokularen Gesichtsraumes von Tieren" die in fernem Vortrage erwähnten Resultate er­halten.

Der Demonstration der wichtigsten Tatsachen des stereoskopischen Sehens dient das Naoelstereoskop von Dschermak -Halle, ein neues Stereoskop mit Ein­richtung zum Messen räumlicher Entfernungen hat Zeiß- Jena ausgestellt, desgleichen diePsychiatrischeKlinik Gießen eine Sammlung stereoskopischer Aufnahmen an Geisteskranken. Dem Stuvium der Verbindung von Vor­stellungen dient derApparat Aiir Untersuchung oer Auffassung, Assoziation und des Ge­dächtnisses nach Ronschburg", desgleichen zwei Gedächtnisapparate nach Wirth. Diese drei Apparate ermöglichen es, bestimmte optische Komplexe in beliebigen veriablen Zeitdistanzen unb mit beliebiger Ex­positionsdauer in bestimmter Aufeinanderfolge dem Auge darzubieten. Bon für die Psychophysiologie des Gehörsinnes bestimmten Apparaten seien erwähnt die Vorrichtungen zur Bestimmung der Gehörschärfe nach Zoth und nach Struycken-Breda (vgl. dessen Vortrag: Messung der Hörschärfe in Mikromillimetern). Es seien ferner angeführt das Monochord von Spearmann und der sehr prak­tische und für zahlreiche physikalisch wie psychophysiologisch- akustische Zwecke verwendbare Tonvarrator nach Stern, der es ermöglicht, vermittels mehrerer angeblasener Flaschen kontinuierliche Tönreihen zu erzeugen, wobei eine Skala

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