Erstes Blatt
154» Jahrgang
Samstag 30» April 1904
Die Behauptung, daß di chemische Fabrik barftelle,
SIbrefie für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Ferniprechanllbluß Nr bl.
Set erste Mai.
Gießen, 30. April 1904.
Nr. 101
• rfArint «»glich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'schen Univers.-Bucb-u. Steindruckerei. St. Sange.
Die enttäuschte Börse.
Mau schreibt uns aus Berlin, 29. April:
Wer setzt an die Berliner Börse geht, hrirb wenig Schmeichelhaftes über den Reichstag vernehmen. Hat man darum so lange auf die Abänderung des Börsengesetzes aeharrt, um nunmehr von der Mehrzahl der Wortführer des Reichstags ein neues langes „Sündenregister" vorgehalten zu bekommen! Die empfindlichste Enttäuschung für die Börse ist, daß auch der nationalliberale Abg. Lucas namens der Fraktion für die Aufrechterhaltung des Terminhandels-Verbotes in Getreide und Mühlenfabrikaten und die Beibehaltung des Vörsenrcgisters eintrat. Ob aus der Börsenreform überhaupt etwas wird, bei der kühlen Haltung der Reichstabsmehrheit, steht dahin. Erhält die Börse die wenigen Erleichterungen, die in der Vorlage enthalten sind, dann kann sie noch von Glück precheN. Man muß anerkennen, daß die Regierung mit Eifer des Entwurfs sich annimmt. Besonders der preuß. Handelsminister Möller hat auch in der heutigen Reichs- tagssihung wieder mit aller Energie zu weitgehende Angriffe auf die Börse zurückgewiesen. Abg. Graf Re den t- low (Antisemit und Mitglied der Wirtschaft!. Ver.) holte ich einen Ordnungsruf, als er das Verhalten der preußischen Regierung bei Ausführung des Börscn- gesetzes von 1896 als pflicht widrig, ja als „R cchts- b e u g u n q" bezeichnete. In der Kommission wird die Dörsennovelle einen langer: Sommerschlaf tun; erst nach der Vertagung des Reichstags, also im Winter, gelangt der Entwurf zur Verabschiedung.
zur gelegentlichen Opposition stimmen, wir erwähnen nur die unseligen Ungeschicklichkeiten im Hererolande — die Ereignisse in der eigenen Partei, die Schlappen bei den letzten Ersatzwahlen zum Reichstage, für die Hess. So^ial- demokratie im besonderen die vom Reichstag soeben be- schlosseire Beweiserhebung gegen die Wahl des Dr. Becker- Sprendlingen, das neue Gemeinde st euergesetz, die Hess. Wahlrechtsvorlage in ihrer neuesten Gestalt mit dem Zusatz des Dr. Gut fleisch — das sind Dinge, worüber sich ein Langes und Breites sehr schön demonstrativ reden läßt.
„Der Mai die Jugend machet toll.
Das sieht man an den Kälbern wohl", heißt cs in einem alten deutschen Stammbuchvers. So ist es gekommen, daß die meisten der alten Volksbelustigungen, so schön zumeist ihr Grundgedanke war und in so tiefen Beziehungen sie zum Urglauben jedes einzelnen Ortes standen, infolge ihrer Entartung behördlich verboten wurden. Jetzt bedarf es solcher Verbote nicht mehr: die „organisierten" Feste, wie sie heute begangen werden, schließen so ziemlich jede Ausschreitung aus — freilich auch alle wirkliche Lust unb Ausgelassenheit. Ter Zusammenhang mit dem alten Begehen der Maifeier ist verloren gegangen: da man den sozialdemokratischen Weltfeiertag auf den 1. Ma festlegte, das hat mit die volkstümlichen Bräuche zu Nichte gemacht.
Möge das gesamte deutsche Volk einst wieder ein wahres Maisest feiern können, bei dem sich jeder in wnnschloser Allempfindung dem ewigen Geheimnis des Blühens und Reifend während der Maienbrautschaft der Erde hingeben kann!
1. Die nachgesuchte Genehmigung zum Betrieb einer chemischen Fabrik nach Maßgabe der vorgelegten Pläne wird unter folgenden Bedingungen erteilt:
1. Den vorhandenen Stollen und Schächten darf nicht mehr, mit Kohlensäure gemischte Luft entnommen werden, als die zur Zeit vorhandene Maschine mit zwei Zylindern zu heben im stände ist. Die näheren Feststellungen hierüber haben vor Eröffnung des Betriebs durch die Großh. Bergbehörden stattzufinden. An der auszustellenden Pumpe sind Meßapparate zur automatischen Feststellung der den Schächten und Stollen entnommenen, mit Kohlensäure gemischten Luft anzubringen. Desgleichen ist an der Maschine ein Tachometer anzubringen.
2. Der Unternehmer hat jederzeit eine Kontrolle der gesamten Anlage durch die Großh. Bergbehörden zu gestatten.
3. Wasser darf den Schächten und Stollen nur zu dM, Zwecke und in dem Umfange entnommen werden, als dies zur Zeit des Inkrafttretens des Heilquellenschutzgesetzes der Fall war.
4. Die Unsallverhütungsvorschriflen der Berussgenossen- schalt der chemischen Industrie sind bei Einrichtung und Betrieb der Anlage genau einzuhalten.
II. Die Genehmigung zllr Ausstellung eines Da,npskessels nach Maßgabe der vorgelegten Pläne wird unter den von der Großh. Dampikesselinspetllon Darmstadt vorgeschlagenen Bedmgungen erteilt. Durch Vermeidung geeigneten Brenn-
Matte Wafferdebatte im preußischen Abgeordneteuhause.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 29. April:
Das Publikum ist der „Wasserdebatte" im preuß. Ab- aeordnetenhause bald müde geworben. Aber auch bas Haus selbst zeigt keinen besonberen Eifer. Zu einem früheren Zeitpunkt, als sonst, würbe heute die ziemlich matte und unergiebige Erörterung über bie Oderregulierung abgebrochen. Rur bcr Abg. Brömel (Fr. Vergg.) wies auf den engeren Zusammenhang ber Oderregulierung mit ber Kanalvorlage hin. Die Rebner hatten wenig aufmerksame Zuhörer; bas Geräusch ber im Saal geführten Unterhaltung machte vieles unverständlich. Leben wirb erst am Dienstag ins Haus kommen, wenn Graf Bülow zur Begrünbung und Verteidigung ber Kanalvorlage erscheint.
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Unter den 365 ernsten unb scherzhaften Masken, die in ihrem bunten Wettlauf bas vorüberzrehende Jahr versinn- brlblichen, tragen bie zwölf Heroldstagc ber einzelnen Monate bie absonderlichsten Wahrzeichen, unb allerlei Volksbräuche, mts den Wünschen bes Landmannes, religiösem Kult und örtlichen Sitten erstanden, haben cm ihren Wappen gemalt, die jetzt freilich schon fast bis zur Unkenntlichkeit verblaßt find. Aber bie Schönbartlarve bes Schalks- narrn gehört dem 1. April noch immer, und auch der 1. Mai ttt weiß-grünem Gewände — weiß wie glitzender Blütenschnee unb grün wie zarte junge Baumblätter unb Gra,er — schwingt noch immer sein bekränztes Schwert als Sreger über den endgiltig vertriebenen Winter. Der Sozialismus freilich möchte bas Siegesschwert des jungen Mai mit Töter Fahne drapieren. Wären bie festlichen Mai spiele, bie in früheren Zeiten üblich waren unb bereu Grundlage zumeist der Kampf und Sieg des starken Helbenjünglings Lenz gegen den in allerlei grotesken Formen dargestellten Winter war (in der Hessischen Landes- und Volkskunde von C. Heßler, Verlag von Elwert in Marburg, findet man mancherlei interessante Angaben über Maifeiern in Kurhessen), nicht mehr und mehr der Nüchternheit unserer Tage rum Opfer gefallen, so würde die ursprüngliche Bedeutung dieses Kampssymbols vielleicht durch eine andere verdrängt werden. Statt der Sterbefigur des Todes oder d:s Teufels, die beim „Dvdaustreiben" den Winter verkörperte und die vom „Mai" in der Gestalt eines „grünen Georg", eines „Lattich- königs" oder auch — weniger poetisch — eines „Pfingst- lümmels" verbrannt und ins Wasser geworfen wurde, wür- den die Herren Sozi vielleicht heute diesen Mummenschanz als ein Bosselstechen gegen eine allegorische Verkörperung des monarchischen Staates aufführen.
Das wäre freilich weniger poetisch als früher und auch iveniaer harmlos als etwa das für Sonntag den 1. Mai in Wieseck vorgesehene Preisschießen mit Zimmer- aewehren, auch wenn man sich dabei einen unserer sozialdemokratischen Gießener Stadtverordneten oder einen Herrn vom W-iesccker Gemeinderat als „jungen Mai" vorstellt. Aber in dieser fiktiven Umwandlung liegt der bezeichnektde Grund, weshalb der 1. Mat als Festtag zu einem bloßen Begriff geworden ist, seitdem — seit 14 Jahren — an diesem Tage die alljährliche, mehr oder minder laute Gesinnungs- kundgebung des vierten Standes stattfindet. Die unbefangene Festfreude ist von dem Augenblick an verschwunden, in dem eine Feier mit dem Gefühl ber Dem on- stration begangen wird, während jedermann sich der Maifeier gerade in diesem Jahre am Sonntag in beglückender Hingabe an das Drängen und Weben und Entfalten der neu erleuchteten jungen Natur sinnenftoh und harmlos im behaglichen Bewußtsein des Sichsclbstgehörens überlassen könnte, fern vom fleißigen Getriebe und öden Gezänke des Alltages und vom Kampfe der Parteien. Bei allem geordneten und maßvollen Auftreten der Arbeiter, das man wohl in unserer Gegend morgen erwarten darf, ist aus den vormals wahrhaft volkstümlichen und bodenständigen Maifeiern ein klassenbewußtes „Vergnügen", eine Lenzempfind- ung unter notwendiger polizeilicher Beobachtung geworden.
Obwohl diesmal die Sozialdemokratie die schöne Gelegenheit hat, ihre Maifeier ohne jede Schädigung anderweitiger Interessen zu begehen, wird doch der Tag ein demonstratives Mäntelchen erhalten, „wie einst im Mai" anno 1892 und 1898; auch in jenen Jahren war der 1. Mai ein Sonntag und auch damals konnte, wie das Zentralorgan der Sozialdemokratie sich geschmackvoll Mtsdrückte, „kein kapitalistischer Sklavenvogt die Arbeiter hindern, ihr Fest zu begehen." Anfangs zwar, noch vor etwa Monats- srist, ging die Rede, das Maifeft habe diesmal keinen Zweck, da es keine Demonstration durch Apbeitsruhe sein könne. Aber als man in bürgerlichen Blättern auf die Inkonsequenz hinwies, die in ber diesmaligen Verleugnung des nun einmal zum ,Meltfeiertag" proklamierten 1. Mai liegen würde, da entschlossen sich die Gewerkschaften in vielen Orten anders. Es wird doch mit demonstrativen Reden gefeiert.
Als die Sozialdemokratie vor vierzehn Jahren den Beschluß faßte, eine allgemeine Maifeier zu begehen, da stellte sie den theoretischen Lehrsatz auf: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will?" In der Praxis aber hat es damit bedenklich gehapert. Dem Vorstoß der Sozialdemokratie gegenüber, der einen Eingriff in das Arbeitsverhältnis bedeutete, schlossen sich auch die Arbeitgeber zusammen Soweit es bei dieser Gelegenheit zu Konflikten und Kämpfen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern gekommen ist, sind sie fast ausnahmslos zu Ungunsten der Arbeiter ausgegangen, welche schwer an den Kriegskosten öu tragen hatten, die ihnen diese provozierten Kämpfe auferlegten.
Die sozialdemokratische Parteileitung hat denn auch längst erkannt, daß sie einen größeren Fehler als die Aufstellung jener Forderung, die sie nicht hat durchsetzen können, >aum machen konnte. Den Anfang der „Abrüstung"' bedeutete es nach dieser Richtung hin, daß schon ber Bres- (nuer Parteitag ber Sozialdemokratie lediglich „denjenigen Arbeitern und Arbeiterorganisationen, bte ohne Schädigung der Arbeiterintereisen den 1. Mai neben den anderen Kundgebungen auch durch Mbeitsruhe feiern können", ^upfahl, die Arbeitsruhe eintreten zu lassen. Und noch 'urückhaltender war die Stellungnahme des vorletzten Par- ^itages in München, der den Beschluß faßte, daß die Arbeit am 1. Mai da ruhen solle, „wo die Möglichkeit der Ar- ^itsruhe vorhanden ist".
Es wäre also an sich verständlich, trenn die Abrüstung ter Maifeier noch weiter fortgesetzt würde. Mer Stoff 11 demonstrativen Reden ist diesmal in Hülle und Fülle da. ^ehen wir ganz ab von Vorgängen, bie auch gute Patrioten
Volitischr Taqcsschau.
Fremde Kolonialsorgen.
Es kann bett Deutschen bei bem Mißgeschick in Südwestafrika einigen Trost gewähren, daß auch andere Nationen, und zwar solche, deren kolonisatorisches Talent allseitig anerkannt ist, der Sorgen um ihre Schutzgebiete nicht überhoben sind. Da ist zunächst Frankreich mit sseinem kolonialen Schmerzenskind Madagaskar. Im Vergleich zu den Opfern an Leben und Geld, die Frankreich für diese Insel schon gebracht bat, ist es um Deutsch-Südwest-Afrika noch günstig bestellt. Dabei eröffnen sich -für die Zukunft Madagaskars offenbar geringe Aussichten. Wäre es anders, dann würde die Pariser Presse mit Behagen darauf Hinweisen. Auch im Parlament pflegt man über das Kapitel Madagaskar eilends hinwegzugehen. Aus den Berichten der Gouverneure, besonders des Gene- nerals Gallieni, ber sich im Dienst bcr Kolonie aufgerieben hat, geht aber hervor, baß Hoffnungen auf kulturelle Entwicklung kaum noch gehegt werben dürfen. Die Entvölkerung unter den Eingeborenen hat sich durch Verwaltungsmaßregeln nicht aufhalten lassen, der Trunssucht und verheerenden Krankheiten fallen immer neue Howas 8um Opfer. Auch der Versuch der Regierung, eine Ansieb- lungspolitik großen Stils zu treiben durch Seßhaftmachung ausgedienter Soldaten, hat den Erwartungen bisher nicht entsprochen, obgleich ber Staat den Kolonisten Zuschuß zahlt. Der F-armbetrieb erscheint den mit der Landwirtschaft vertrauten alten Korporalen anderswo angenehmer und, aussichtsreicher als auf Madagaskar, und unter denen, die für diese Insel sich gewinnen lassen, sind nicht selten Elemente, die hinsichtlich ber Lebensführung den Howas ein schlechtes Beispiel geben. Wenn auch zurzeit offene Feindseligkeiten zwischen Franzosen und Eingeborenen nicht besteehn, so bleibt Madagaskar doch ein Gegenstand schwerer Sorge und großer finanzieller Opfer für Frankreich.
Holland chat sein Atjeh auf Sumatra. Erst vor wenigen Wochen rückte die Kolonialtruppe wieder einmal aus zum Kriegszuge gegen die Atchinesen, um, wie es heißt, tm Hinterlande „endgiltig" Ruhe zu schaffen. Fast bei jedem dieser Streifzüae wird gemeldet, ein Haupträdelsführer sei dem Expeditionskorps in die Hände gefallen ober iwnschädlich gemacht worden.
Vrovlnzlat-Ausschuß.
—t— Gießen, 80. April.
Mittwoch, bett 27. b. M., fanb im Sitzungssaale be- Regierungsgebäubes hier eine öffentliche Sitzung bes Provinzialausschusses unter bem Vorsitz des Herrn Provinzialdirektors Dr. Breibett statt. Man beschäftigte sich in btefer Sitzung mit bem Gesuch ber Firma The Bab Nauheim NaturalCarbonicSprrnasLimitedzu Bad Nauheim um Erlaubnis zur Errichtung einer chemischen Fabrik unb zur Aufstellung eines Dampfkessels. Der Sachverhalt ist folgenber:
Der Kreisausschuß bes Kreises Friedberg hatte unterm
9. Oktober 1902 ber genannten Firma die Genehmigung zur Errichtung eines Dampfkessels versagt unb bie Gesuchstellerin in bie Kosten bes Verfahrens unb eine Veth anblungs gebühr von 30 Mk. verurteilt, indem et von der Erwägung ausging, baß bie Betriebsanlage eine chemische Fabrik im Sinne des § 16 ber Gewerbeorbnung sei unb deshalb, der dort vorgeschriebenen besonderen Genehmigung beburfc. Gegen bieses Urteil legte die Gesuchstellerin Rekurs an den Provinzialausschuß ber Provinz Oberhessen ein. Derselbe hob burch Urteil vom 25. März 1903 bas Erkenntnis oes Kreisausschusses Friedberg vom 9. Oktober 1902 auf unb verwies bas Gesuch ber genannten Firma um Genehmigung zur Ausstellung eines Dampfkessels auf ben Grundstücken bes vormals Kernschen Kohlensäurewerks unter Aussetzung ber Entscheidung über die Kosten, zur noch- maligen Entscheibung an den Kreisausschuß Friedberg zurück. Nachdem nun dies Urteil des Provinzialausschusses durch Großh. Ministerium des Innern unterm 11. August 1903 bestätigt worden war, wurde unterm 16. September 1903 von dem Vertreter des Kernschen Kohlensäurewerks ftei Gr. Kreisamts Friedberg der Antrag gestellt, nicht nur dem Dampfkessel, sondern auch der neuen Anlage nach § 16 der Gewerbeordnung die Genehmigung zu erteilen. 3*n dem Antrag wird bie Frage, ob eine chemische Fabrik vorliege, nunmehr der Ensscheidung ber Behörben unterstellt. Die Behauptung, baß die neu projektierte Anlage eine chemische Fabrik barsteile, war bereits in dem früheren Verfahren von den benachbarten Grundbesitzern und dem Vertreter des Fiskus, ber Babebirektion im Auftrag Gr. Ministeriums ber Finanzen, Abteilung für Forst- und Käme- ral-Verwaltung aufgestellt worden. Außerdem war die Frage des Vorlieaens einer chemischen Fabrik von Großh. Ministerium des Innern ausdrücklich zur Entscheidung der Spruchbehörden verwiesen und die Gesuchstellerin hiervon von Gr. Kreisamt Friedberg in Kenntnis gesetzt hrorben. Auf das vorliegende Gesuch der Firma erging hierauf die Bekanntmachung des Unternehmens, worauf innerhalb 14 Tagen Offenlegungsfrist von der Gr. Bürgermeisterei, dem Polizeiamte, bet Badedltektion, dem ärztlichen Verein und Dr. Machenfelb nebst 23 Genossen, sämtlich zu Bad Nauheim, Einwenbungen gegen das Projekt vorgebracht würben. Die Einwenbungen waren damit begründet, daß durch den Betrieb der chemischen Fabrik bezw. des aufzustellenden Dampfkessels die Nachbarschaft und bie Allgemeinheit in erheblichem Maße burch Rauch ober Ruß belästigt werbe, auch sei zu befürchten, daß burch bas Msaugen von Kohlensäure unb Wasser aus dem Boden bie Sprudel und Drinkquellen gefährdet würden. Von Gr. Bürgermeisterei Bad Nauheim wurde noch vorgebracht, baß die Errichtung einer chemischen Fabrik gegen § 15 des Ortsstatuts für die Stadt Bad-Nauheim vom 19. Juni 1890 verstoße. Der Kreisausschuß zu Friedberg erkannte in seiner Sitzung vom 19. Dezember 1903 auf Grund ber erhobenen Beweisaufnahme zu Recht:
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
zeiaenteil: Hans Beck.
UllLl Idlii).
itn, den 29. April 19<U. . S.derGroßherzoahaba n A'digerseminarS und »twi- T. Dr. Mlhelm Wriffeil- nt unter Anerkmiung feine priessichen Dienste mit Rrf» >en-Rubestand versetzt - vanaelischen PredigechmM Erster toveeznmTirel' > der dritte Professor an de« rer zum pvetttn Profess»: öom 1. Mai 1904, ernannt »mann ans Uoßdorj wurd r svr vast. Acht und Mw ! zu Tamt'adi ernannt Augenklinik in Ti ebn M. M. ergaben sich folgen!!
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