Nr. 176
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sietzen.
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abgesehen von her Neigung Zinn Antizipieren des Tons, in der Gewalt Hirt: auch lieh er namentlich der Resignation des unfreien Göttervaters charakteristische Züge. Herrn Nawiaskv kam in der Partie des dllberich die ausgiebige klangvolle Stimme zu statten.
Freitag 29. Jrrli 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sehen
Untverfttatsdruckeret. 3t Lange. Vreßen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulftr.7.
TeU Nr. 5L Telegr>Adr.; Anzeiger Gießen.
Krankheit zum Opfer gefallen und zwar ein Kind und em, 18jähriger Bursche. Die Krankheit soll durch ungefimbeS Wasser eines öffentlichen Brunnens entstanden sein. Der Brunnen wurde'jetzt behördlicherseits geschloffen.
te. Wetzlar, 28. Juli. Der 45 Jahre alte Müller Fetzt von der Schwalbenmühle bei Waldgirmes wurde m dem bei seinem Anwesen gelegenen Weiher ertrunken aufgefunden.
a. Marburg, 28. Juli. Zu Dekanen für bcA Amtsjahr 1904/05 wurden gewählt in der theologischen Fakultät Professor Mirbt, in der juristischen Profeffor Andrö, in der medizinischen Profeffor Scheut, in der philosophischen Profeffor Rich arz.
Volttische Tagesschau.
Eine Rede des Präsidenten Roosevelt.
In Osterbay hielt Präsident Roosevelt eine Rede, in der er folgendes auSfuhrte: Solange die Republikaner am Ruder sind, jgiibt es Goldwährung. Man kann Tarif* abänderungen vornehmen, wenn es nötig sein sollte; aber Tarifänderungen können mit Erfolg nur von Anhängern der Schutzzollpolitik gemacht werden. Wir wünschen immer ein Gegenseitigkeitsverhältnis mit den fremden Nationen, solange gegenseitige Abkommen getroffen werden können, ohne daß die amerikanische Industrie und Arbeit dadurch geschädigt werden. Unsere Beziehungen zu allen fremden Mächten sind gegenwärtig die friedlichsten; keine Wolke steht am Horizont. Das beständige Wachsen unserer Macht ist Hand in Hand gegangen mit einem starken Gebrauch dieser Macht und mit der strikten Wahrung der Rechte anderer und der internationalen Gerechtigkeit. Der Präsident wies sodann auf das schnelle Wachsen der amerikanischen Interessen im Stillen Ozean hin und erklärte, der feste Halt auf den Philippinen habe die amerikanische Stellung in dem Wettbewerb im Handel des fernen Ostens bedeutend gekräftigt.
Ieutsch-Südwestafrika.
In Ermangelung ^bestimmter Nachrichten über den Kampf in Südwestafrika beschäftigen sich mehrere Zeitungen mit allgemeinen Betrachtungen über die Gesamtlage dort. Darm tritt in merkwürdiger Uebereinstimmung die Befürchtung eines Abzugs der Herero zu den O v a m b o hervor. Diese Frage kann aber, meint die Deutsche Tagesztg., als ganz veraltet angesehen werden. Die Ovambo wollen zunächst von den Herero nichts wissen; diese müßten jenen sehr lästig werden. Zwischen ihnen hat auch früher nur die Verbindung bestanden, daß ein ganz kleiner Prozentsatz der Ovambo Hande mit den Herero trieb, der natürlich mit Waffen am einträglichsten war. Die Zeit eines Abzuges der Herero nach Norden ist mich langst vorüber, nachdem die Schutztruppe au: den heutigen hohen Stand gebracht ist. Hätte die Absich t eines Abzugs nach Norden bei den Herero in bestimmter Form bestanden, so hätten sie bei ihrem scharfen Blicke für alle Kriegsfragen diese Absicht schon vor mehreren Monaten ausführen müßen. Jetzt sprechen alle Umstände dafür, daß sie nicht daran denken. Die Ausführung wäre auch mit j Rücksicht auf die Viehherden, die sie in keinem Falle im Stiche lassen, dev großen Truppe gegenüber, mit ihrer reichlichen Artillerie unmöglich. Oft findet sich der Hinweis, daß einzelne Trupps der Herero entwsschen werden. Auch das muß als sehr unwahrscheinlich angesehen werden, schon deshalb, weil wir wissen, daß die Ausreißer von den Häuptlingen sofort mit dem Tode bestraft werden. Wenn wir auch noch einige Zeit auf den Entscheidungskampf warten müssen, so kann dadurch keine Beunruhigung entstehen. Der Truppenkommandeur hat ersichtlich durch seinen früheren Aufenthalt in den Tropen gelernt, daß dort die größte Ruhe nötig ist. Nichts wird übereilt; ein einziger Fehlschlag könnte uns weit zurückbringen. Bei einem Ueberblick über die Gesamtlage dürfen wir nicht vergessen, daß bestimmte Anzeichen für da§ Einreißen von Mutlosigkeit unter den Herero vorliegen. Samuel Maharero hat nicht nur mehrere Schwächlinge, denen b.c Artillerie allen Mut zum Kampfe genommen hatte, selbst niedergeschossen, sondern selbst solche hervorragende Häuptlinge, wie Käsata, waren schon auf dem Abzüge nach Osten, nur durch Gewaltmittel konnten sie zur Rückkehr gebracht werden. Die Herero find nicht mehr dieselben wie im Januar und in der darauf folgenden Zeit, wo fie eine Vernichtung der Deutschen noch für sicher ansahen. Heute sehen sie das Ende m trüberem Lichte.
Lepsin8-Angelegenheit dürste durch die heutige amtliche Bekanntmachung, daß der Großherzog den Vorstand der Großh. Kabinettsdirektion, Großh. Kabinettsrat Röm Held, zum Direktor des Landesmuseums im Nebenamt ernannt habe, ihre endgiltige Erledigung finden. Dieser Posten war bekanntlich seit dem im Herbst 1899 erfolgten Tode de§ Geh. Rats v. Marquard nicht wieder fest besetzt, sondern die provisorische Führung der Direktorialgeschäfte dem Direktor der Kunstsammlungen, Prof. Dr. Back, übertragen worden. Zu welch unerguicklichen Vorkommnissen, die meist in der Kompetenzfrage ihren Grund hatten^ dieser Zustand führte, ist auS den umfangreichen Prozeßverhandlungen vor dem Verwaltungsgerichtshof wohl noch in Erinnerung. Durch die jetzige Ernennung des Geh. Rats Röm Held zum Museumsdirektor hat unseres DaftirhaltenS die ganze Sache die glücklichste und richtigste Lösung erfahren, denn von nun ab sind die beiden Hauptgegner, Geh. Rat Lepsius als Inspektor der mineralogisch-geologischen Abteilung und Prof. Dr. Back als Direktor der Kunstsammlungen, wieder völlig einander gleichgestellt.
r. Mainz, 28. Juli. In dem zwischen Kastel und Biebrich gelegenen Fabrikgebiete der Amöneburg ist der Typhus cmsgebrochen. Zwei Personen sind bis jetzt der
Arbeiterbewegung.
R B. Darmstadt, 28. Full. Zu Sachen der Center* Aussperrung hat, wie wir hören, Ministerialrat Brann Vorstand d r ?lbte lung für Handel, Landwirtschaft und GewerLe an den Vorstand des hiesigen Arbeitgebervereins und an die Leitung der organisierten Maurer hier ein Schreiben gerichtet, in welchem unter Hinweis auf die schwere wirtschaftllcbe Schädigung. die beide Teile durch die Fortführung des Konflikts erleid« würden, die Bereitwilligkeit der für die Regelung gewerblicher Streitfragen zuständigen Abteilung des Ministeriums ansgedrückt wird, den Versuch zur Anbahnung einer Verständigung in die Wege zn leiten. Diese Zuschrift des Ministeriums wurde in der geftrigen Versammlung des Arbeitgeberveretns eingehend besprochen und der Beschluß gefaßt, .da dem Verein für die Anbahnung irgend welcher selbständigen Schritte in der Lohnbewegung die nötige Kompetenz fehlt, das SchreLen an den Gesamtvorstand be5 Mitteldeutschen Arbeitgebernerba^es zur weiteren Veranlassung nach Frankfurt zu senden. Zn derselben Sitzung .wurden auch einige VertranensmLmrer für eventuelle Vermittelungsverhmch- Itrugen mit den Vertretern der organisierten Arbeiter gewählt. Wie es heißt, ist Aussicht vorhanden, daß in dar nächsten Tagen, je fünf Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in Frankfurt zur gemeinsamen Beratung über eine Verständigung unter den streitenden Parteien znsammentretcn werden. Sümt- liche in Betracht kommenden Baumaterialien-Äeseranten Haven ich schriftlich verpflichtet, den nicht dem Verband angehörigen Maurermeistern und Bauunternehmern für die weitere Dauer der Aussperrung kein weiteres Baumaterial zu liefern. Wie ver- ichert wurde, betrügt die Gesamtzahl der zurzeit nicht beschäftigten Bauarbeiter ctlua 3500 Mann, wovon auf Darmstadt inkl. der Imfenben Zimmerer ca. 450—500 gerechnet werden können.
Kerichtssaak
Frankfurt, 28. Full. In der Handlung gegen Oberleutnan
bibliothekar und den Hilfsbibliothekar Lic. Gustav Pfann- müller zum Bibliothekar, beide an der Hofbibllothek, ernannt.
** Bei der Gewerbeausftellung in Fulda wurde der Kaffenschrankfabrik Fr. Krogmann-Gießen für eine Kollektion Panzerschranke und Kaffenschrankschlöffer die goldene Medaille erteilt.
w Denkmalpflege im Regierungsbezirk Wiesbaden. Die erst im vorigen Jahre gebildete Kommision zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler in Naffau hat schon im ersten Jahre ihres Bestehens recht erfreuliche Erfolge aufzuweisen. Nach dem Jahresbericht der Kommission sind u. a. folgende Resultate ihres Eingreifens zu verzeichnen: In Altweilnau sollte der 1336 erbaute malerische Torturm auf Gemeindebeschluß hin wegen Baufälligkeit abgelegt werden. Landesausschuß, Kreis und Taunusklub haben die nötigen 800 Mk. zur Wiederherstellung des Turmes gemeinsam aufgebracht und dadurch das bekannte schöne Landschasts- bild gerettet. Der interessante romanische Fußbodenbelag im Ehor der berühmten Klosterkirche Arnstein a. d. Lahn, dem Verkommen und Verschleppung drohte, ist gesichert worden und soll anderweitig verlegt werden. Ein Entwurf zur Erhaltung der ehrwürdigen St. Barbarakirche zu Braubach und die Umwandlung des Gotteshauses m einen Saal für die Kirchengemeinde ist zur Ausführung empfohlen worden. Die alte Burg zn Cleeberg ist seitens des Landratsamts durch die notwendigsten Herstellungsarbeiten vorläufig vor dem weiteren Verfall geschützt worden. Zur Aufdeckung der Schloß- gewölbe in Dillenburg wurden dem dortigen historischen Verein vom Staate 500 Mk. bewilligt. Die Uebernahme der Burgruine Freiensels auf den Refforts des Kultusministeriums ist befürwortet worden, wodurch die Erhaltung der Trümmer wohl gesichert ist. Die in der Stadtkirche zu Haiger neu aufgedeckten Wandmalereien: Leidensgeschichte, Evangelisten und Jüngstes Gericht sollen konserviert werden, wozu daS Kultusministerium 3000 Mk. bewilligt hat. Genehmigt wurden die Pläne des Architekten L. Hofmann für die Renovation der Stadtkirche zu Herborn im Inneren und für den Ausbau der Turnte. Sechs hervorragende Altarprunkgeräte des Domschatzes zu Limburg, auS dem 18. Jahrhundert stammend, sollen wiederhergestellt werden. Drei Erdgeschoßräume deS alten Limburger Grafenschlosses werden für Zwecke eineß Diözesanmuseums hergerichtet. Die wegen der Erweiterung des BahnhoseS in Ober-Lahnsiem niedergelegte Wenzelskapelle wird in der Nähe wieder aufgebaut; der LandeSauSschuß hat dazu eine Beihilfe von 100 Mk. gewährt. (R. K.)
R.-B. Darmstadt, 28. Ink. Die viel erörterte
leutnant z. D. Reimers vom Bez.rkskommcmdo Hanau den Vorsitz. Verhandlungsleiter ist Kriegsgerichtsrat Heß von Darmstadt: die Anklage wird Kriegsgerichtsrat Bergmann von hier vertreten, die Verteidigung führt Rechtsanwalt ■ Richard Bruck. Tie Zahl der Zeugen betragt über 30, darunter der Vater des Angeklagten, die damaligen Offiziere des Forbacher Traiubataillous, die Kriegs- gerfthtsräte und Offiziere, die das Kriegsgericht in Metz gegen Bilse gebildet haben, u. a. Der Roman Bllses „Aus einer kleinen Garnison" wird ebenfalls teilweise zur Verlesung kommen. Die Anklage lautet außer auf Meineid auch auf Mißhandlung; denn Oberleutnant Witte soll seine Burschen sehr scUecht behobelt' haben. Einer ist deshalb sogar fahnenflüchtig geworden, waS auch in Biffes Roman geschildert wird.
Aus Htadt Md Kand.
Gießen, den 29. Juli 1904.
** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Bibliothekar Dr. Ludwig Voltz zum Ober-
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Anerkennungsschreiben vorzüglicfar Ia*- re yungen aus allen Kreisen wurden an dieser Stelle von der Möbelfabrik und Lager Th. Brück, Giessen, Edbe Seh lossgassc—Kanzleiberg zur Veröffentlichung gebracht. Diese sowohl wie eine weitere Serie noch nicht verbreiteter Referenzen stehen Jedermann gratis und franko nebst einigen photographischen Aufnahmen der lest eingerichteten Fabrik- und Verkaufsräume zur Disposition und dürfte es sich empfehlen, vor Ankauf von Möb ein, Betten, Teppich-en, Vorhängen etc. sich zu wenden an das 1858 gegründete Möbel'fabrikat-ions- und Aasstattungs-Geschäft Th. 'ßrücft, Giessen, Ecke Schlossgasse— Kanzleiberg—Brandplatz. — 10 Schaufenster. — 100 Zimmereinrichtungen. — Lieferung franko ieder Bahnstation. — Telefon 373. — Höchste Auszeichnung: Oberhessisehe Gewerbe-Ausstellung.
— Es gibt kein Radium! Das Neueste ist, daß das Radium, .Über daö ganze Ströme von Tinte und Druckerschwärze verschrieben und verdruckt ivorden sind, gar nicht vorhanden sein soll. ES wird allerding'Z nicht behauptet, daß alle darauf bezüglichen Forschuligen auf Täuschung beruhen, aber das Radium soll niclft ein Stoff für sich fein, em einfaches mtb unzerlegbare- Element nHe Eisen, Gold, .sMytcrtftoff und so viele andere, fimdern eine Misckmug oder Verbindung, oder, wie die Verfechter dieser AnsckMunng sich alisdrückeu, ein Amalgam, das sich mit der Zeit von selbst in seine Bestandteile anflöft. Dec Entdecker deS Radinm, Professor Curie in Paris, hat selbst zugcgebm, daß
Bei aller Anerkennung der Gnmdgewaft feines Basses hatten wir Herrn Em blad noch etwas mehr rhythmische und ftanglicbe Bestimmtheit gewünscht. Mit der Erda der Frau Geller- Wolter konnten wir uns im ganzen einverstanden erklären. Ganz reizend und glockenrein (eine einzige minimale Schwankung hätte der strenge Kritiker zu konstatieren) war der Gesang des Waldvogels (Frau L eu g a-Glei ß).
Was die weibliche .Hauptpartie, die Brüuhilde, .angeht, so haben wir dse große Leistung ihrer Vertreterin, der Frau Ellen Gulbransan, schon oben entsi'rechend getr-ürbigt. Es erübrigt s Orchester unter Richters Führ- poll spielte, und daß die szenische ^ichtwirkuug, geradezu berückend
uns nur noch zu sagen, baß das O nng hinreißend schön unb schwnngv Ausstattung, insbesondere die £■ w
war. Durch die beiden zuletzt genannten Faftoren allein wurde bersprelsweife im „Waldweben" eine Stimmung erzielt, wie sie vielleicht einzig dastehm dürfte. — Somit liegt ein neuer RuhmeS- tag der Bayreitther BühnenseMielc hinter unS. ein Tag, der gegenüber dem großen vorauSgegangencn in gewiGen.! Sinne sogar eine Steigerung bebetrtrte.
er noch niemals reines Radium hat ausrfebeiben können, etwa wie ein gewöhnliches Stück Eisen oder Gold, aber er glaubt nicht, daß das unmöglich fern würde, sondern ist her Arrficw, daß nur die ungeheure Kostspieligkeit der Verarbeitung diesem Erfolg ent- gegentoe. Andererseits hat Curie sich dahin auSaesprockien, daß mau sich durcb Behailptungen der genannten Art nicht beunruhigen zu lassen brauche. Es sei sehr leicht, solche Theorien aufzustellen unb den Gegenbeweis abzuwarten. Man müsse vielmebr von ihren UyhebernjH'rüntgen, baß sie den Beweis führen, Radium sei kein einfacher Stoff, also kein Element. Vielleicht gebt' eS überhaupt keinen einfachen Stoff unb das Radium wandle sich tm Verlauf längerer Zeit in einen anderen Stoff mn, wie es ia Sn£ bie denkwürdigen Forschungen von Romsav über btc hung von HÄmm aus Radium bereits erwiesen habe.
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D i e G e o a r a p h i e Edin a L macht nxtbmtb deS jetzigen Krieges zwischen Rußland und Iapmr all denen viel Kopszerbreclien, die berufsmäßig gezwumien sind, den Operationen zu Lmrd und See genau zu folgen. Leider ist das zur Verfügung steherrde Kartenmaterial zumeist so mangelhaft,daß immer wieher bie Frage aufgeworfen wird Hat denn baS früh auf Hobe Kulturstufe gestiegene chinessiede Volk sich wenig oder nie mit geographischen Arbeiten bcfchafügt t '?HTen Wiß- begiengen gibt Professor Karl Weule in den rreneften Lieferungen (59—68) der großen Publikation HanS Kl'aernerS^ Weltall unb 9.penschheit" (Deutsches BerlagShauZ u. Berlin^ ausführliche Antwort. Mit gennüimer Kl arbeit bebau Mr her geistvolle Seidiger Gelehrte bie gesamten Grundtaaen her rnoberuen O rb- kenntuiS bis an die Schwelle des Zcilaltei-S her gasten Gutbccfmiacn im etHgetneinen und die geographische ForschnngStäti-keit her ältesten Kulturvölker im desorrher-en. 'Jlitcb diese weiten Abschnitte deS bet- spielhos erfolgreichen flveckeS — die Anfit»ge hat 18<KXK> erreicht! — find durch farbige und schwarze Beilagen unb Teptillustrationen, uefnebmitd) genaue Nachbildungen uralter Karten, in wirkungö- vo Uster Weise ergänzt. Da- A^erk Et sich dauernd her Ulriche»- vornehmen Hübe!
Aus der Iestfpielstadt.
Bayreuth, 28. Juli.
Ter bentigde Abend stand auf derselben Höhe der Stileinheit und tim' l rischen Vollendung wie der gestrige, erhielt aber durch die T'itlüirfnng von Ernst Kraus, der in der Interpretation des ;> ngeu Siegfried zurzeit wohl kaum von einem anderen Heldew- tcuor erreicht wirb, einen besonderen Glanz. Sowohl die Schönheit r ^'elanges unb ber Stimme, welche Kraft und Biegsamkeit
in gl.i er Weise vereinigt, wie die vollkommene.Plastik in Haltung Nid Bewegi'Ng verliehen seinem Siegftied cinetr Zaubernder ihni all' Herz.'N gewann. Namentlich gelang ihm die Darstellung der Jugend, jene „Grazie des Täppischen, jene Lieblrchknt der Unge,')i genheit", mit einem Wort die Jbcalifierung der H-legel- jahre tu ganz ausgezeichneter Weise; aber auch für die wunderbare Poesie deS 2. Aktes, unb mehr noch für die Licbeslewenschaft de 3 Altes fand er hen hm reißendsten Ausdruck. Was er hier im 3 erTn mit 7.rau Ellen Gu lbr an son — nicht zu vergessen nati'iil, b _■ ein-'gen Orchesters — an Glut der Empfindung und an Fülle unb Glanz des ToneS bietet, das gehört zu dem .Höchsten, waS aiiSübenbe Kunst zu gestalten vermag. Alfter dem unmittelbaren Eindruck der herrlichen Leistung erhob sich b; irj niicf, namenilich nach Schluß deS 1. und 3. AkteS, mit elemen- tarer ' in ft ein Beifall, wie man ihn überzeugender als Ausdruck lang und rnliliisam znrückgehaltener Begeisterung für daS Mebtc nickt i T. it kann. Reichlicher noch als im „Rheingold" bot sich H, i > Bi euer im „Siegfried^ Gelegenl-eit, seiner schwierrgen (f ue charakteristisch.-u Seiten avzugewinnen, die seinen Miw-' schon läuasi ;u einem KabinettSstÜck realistisch-dramatischer 7 (l . s'nug unst mmiacht haben. Seit wir Herrn Breuer nicht iw hörten, hat er sich ohne Frage nod) mehr in feiner Rolle in iin i in?besandere auch stimmlich so gewonnen, daß seine
bciiiifl Mittvirknng bei den Bi'chmmsestlspielen zu beit glänzendsten Einzclieistungen zu zählen ist. , .
Herr Bertram - igte als Wanderer noch einmal, wie mad>* (ia, schön und ausdauernd sein Organ ist, und wie er dieses,
Zweites Blatt. 154. Jahrgang
Tischern! täglich mit Ausnahme beff Sonntags.
Die „Gietzener FaUtblatter- werden dem |Mf | HA")' Ä# /tA#
bAnzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Äf M M M TO M Eh U 13 V S XX | B i Vx W
«QefPfdX Lautzwirt" erscheint monatlich einmal. w W | V W ■ V W* W W V I W V W' W*


